Isotta Belvedere

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    Re: Isotta Belvedere

    Salome - 28.07.2009, 10:00

    Isotta Belvedere
    Hallo.

    kennt jemand diese Sängerin? Im Moment bin ich gerade dabei eine Rossini Arie zu studieren. Mir ist nämlich aufgefallen, daß ich so gar keinen Rossini habe. Ich weiß auch nicht warum.
    Gut ich gebe zu, daß ich mich an der Rossina schon probiert habe. Zuerst habe ich es im Mezzoberereich probiert (war mir dann aber zu tief) und dann im Sopranbereich (fand ich komisch).

    Und jetzt nach langem hin und her habe ich mich für die Semiramide entschieden.


    Jetzt bin ich beim Recherchieren eben auf die Rossini Interpretin Isotta Belvedere gestoßen. Sie interpretiert bei Youtube unter anderem eben dieses Bel raggio lusinghier.
    Und siehe da, Isotta Belvedere singt auch die "Pastorella".
    Und wie!
    Es ist schön immer wieder frische und neue Interpretationen zu hören und Isotta Belvedere hat so ganz ihren eigenen Stil. Vielleicht kennt sie jemand schon?
    Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher welchem Stimmfach sie einzuordnen ist. Zuerst dachte ich klar, Sopran. Bin mir aber im Laufe ihrer Darbietung immer unsicherer geworden. Sie hat so ihre Eigenheiten.


    Weiß jemand von euch, wann und ob sie überhaupt in Deutschland gastiert?

    Gruezi
    Salome


    :lol: :lol: :lol: :big_engel :big_engel



    Re: Isotta Belvedere

    Califonia - 28.07.2009, 22:32


    Also ich hab mir jetzt mal die Pastorella- Aufnahme von ihr auf youtube angehört und finde nicht, dass sie nach einem Sopran klingt, eher Mezzo. Ok, sie karrikiert das Stück auch etwas, aber trotzdem klingt ihre Stimme für mich sehr schwer und tief. Die Inszenierung ist auch nicht ganz mein Fall, aber naja, mal was Neues :wink:


    Lg, Califonia



    Re: Isotta Belvedere

    melusine - 29.07.2009, 07:39


    Ich kannte diese Dame noch nicht und habe mir gerade die Videos angesehen.
    Dass sie karikaturistisch singt, ist m.E. nicht nur gewollt sondern auch gemusst.
    Sie ist ein absolutes Bühnentier (bête de scene" sagen wir hier so passend dazu) mit ganz viel Spielfreude, aber um die Sachen gut und seriös zu singen, die sie da aufführt, fehlen ihr offensichtlich die stimmlichen Vorraussetzungen.
    Vom Stimmklang ist sie eher Mezzo und auch was ihre Tessitura angeht, kann sie kaum ein Sopran sein. Schon in der Pastorella schleift und schmiert sie die hohen Töne und mit der Semiramide ist sie total überfordert- ausser eben als Karikatur.
    Mich erinnert das irgendwie an Florence Foster Jenkins- wenn auch etwas mehr als Masche eingesetzt und etwas mehr gesangliche Grundvorraussetzung.
    Es gibt aber sicher ein dankbares Publikum für diese humoristischen Darbietungen- und auch so kann man klasssiche Arien unter die Leute bringen und bewerben.
    Mir ist der Name allerdings bisher nirgends begegnet , was aber ncihts weiter heissen soll.
    Was Rossini für Sopran angeht, liebe Salome: ausser der Semiramide gibt es z.B. die Mathilde aus Guillaume Tell die mindestens eine serh schöne Arie hat. "Sombre foret".
    Aus dem "Viaggio a Reims" und "La scala di seta" gibt es weitere Sopranpartien, aber grundsätzlich hat Rossini viel mehr für Koloratur-MEZZI komponiert- er hat ihml bekannten/geliebten Sängerinnen in die Kehle geschrieben und seine Favoritinnen waren fast Alle von diesem Stimmfach. Malibran, Colbran, Viardot etc. Pech für uns Soprane, aber ein Segen für die hohen beweglichen Mezzi!
    Ich singe gerade für ein Viardot-Programm die Desdemona Arie "Assisa a pie d'un salice" das ist satte Mittellage ohne besondere Höhen , aber sehr beweglich und einfach wunderbar gesanglich komponiert.
    Das tut meiner Stimme kein bisschen weh und macht Spass ,weil es so wunderschöne Musik ist, aber das wird eine Ausnahme wg des Programmzwangs bleiben, denn auf Dauer ist es doch etwas unbefriedigend, in dieser Lage zu singen und ausserdem zu wissen, dass Rossini einen anderen Klang im Ohr hatte als einen leichten lyrischen Sopran.
    Aber wie gesagt: es gibt ja einige Sopranpartien und die lohnen sich ganz sicherlich- ich habe da leider auch noch ncihts einstudiert ausser den Arietten/Canzoni. salut de la France
    Melusine



    Re: Isotta Belvedere

    Salome - 29.07.2009, 09:55


    Hallo Melusine, hallo Califonia,


    erstmal vielen Dank für die Statements. Ich habe mir nämlich schon Gedanken gemacht ob ich diese "Isotta Belvedere" hier reinstellen soll.

    Das Video taucht mich persönlich in ein Wechselbad der Gefühle.
    Ich weiß nicht ob ich lachen soll, oder ob ich schreien soll. Es wechselt so hin und her. Es erfasst mich eine Art von Ekel und eine Art von Ärger, gepaart mit einer Art Faszination, sonst hätte ich es mir gar nicht angeschaut.
    Zum Schluß stand ich dann ratlos davor. Du mußt nicht in die Show von Isotta Belvedere reingehen.

    Ich denke, diese "Isotta Belvedere", die geistert in vielen jungen Köpfen herum.
    Neulich z.B.
    Eine Bekannte einer Bekannten, die ich nie zuvor gesehen hatte erfuhr duch diese Bekannte zum gleichen Zeitpunkt, meiner Anwesenheit, daß ich klassisch singe.
    Stellt sich vor mir auf, schaut mich an und sagt dann:
    "Kannst du auch normal singen?"

    Ich war total baff. "Kannst du auch normal singen?"

    "Kannst du auch normal malen?"
    "Kannst du auch normal kochen?"
    "Kannst du dich auch normal anziehen?"
    "Kannst du normal gehen?"
    "Kannst du auch normal aussehen?"
    "Kannst du auch normal sprechen?"
    "Kannst du normal tanzen?"

    Das Postulat der Normalität. Ergo: Klassischer Gesang ist nicht normal.

    Eine studierte Frau von ca. 40 Jahren, ihres Zeichens Lehrerin an einem Gymnasium, die nichts anderes im Schilde führt, als ihren Schülern Normalität beizubringen.

    Ergo: Normal ist der nicht-klassischer Gesang.

    Also z.B alles was auf Viva läuft oder im Musikantenstadl.

    Normal singen. Sing doch bitte normal. Ganz normal.

    Und dann Isotta Belvedere. Warum Isotta Belvedere? Diese Lehrerin hat doch tatsächlich das Bild von Isotta Belvedere in der Birne.
    Es sitzt ganz fest in ihren grauen Hirnzellen und das wird sich auch nicht mehr ändern.

    Wie können wir Isotta Belvedere nutzen?
    Als Abschreckung? Ich mein, welche Sängerin will so sein wie Isotta Belvedere?
    Ich weiß es soll lustig sein, und es ist Kabarett. Aber was ist, wenn die Leute wirklich denken Opernsänger wären so?
    Und dieses Bild ihren jungen Schülern vermitteln?

    Wie wappnet ihr euch gegen solche Lehrer, die als Prediger der Normalität unterwegs sind. Es sind lehrer, Multiplikatoren unserer Gesellschaft.

    Salome



    Re: Isotta Belvedere

    melusine - 29.07.2009, 11:14


    Liebe Salome, mir ist so eine Reaktion noch nie begegnet, ganz im Gegenteil.
    Ich habe viel mit Menschen zu tun, die mit mir(therapeutisch) singen, ohne irgendeine Ausbildung in stimmlicher Hinsciht zu haben und die bewundern eher den klasssichen Gesang und wollen das lernen.
    Wenn man es genau nimmt, ist europäischer Kunstgesang aber tatsächlich eher artifiziell als "normal". Man bracuht eine ausgefeilte Technik dazu um solche Arien wie z.B. Rossinis Semiramide oder Verdis Traviata oder Puccinis Mimi so zu singen, dass es eben nicht wie bei Mme Belvedere nach Karikatur klingt (weil man nicht anders kann oder nicht anders will, :roll: )
    Das "Normale" ist erstmal für die Normalbürger, so zu singen, wie es die unausgebildete Sprechstimme hergibt.
    Man kann ganz einfah schon demonstrieren, was allein ein Vokalausgleich für Unterschiede zwscihen normal und ausgebildet im Klang ausmacht- da staunen die meisten Leute bereits Bauklötze!

    Ein anderes Thema ist das in den Medien vermiottelte Bild von Gesang. Wer ncihts anderes kennt, hält das dann sicher für normal.
    Als Frau ohne Fernsehen und fernab von alledem, kann ich dazu aber wenig sagen.
    Eine Isotta Belvedere wird m.E. aber nie als Massstab genommen werden, sodnern immer in Rcihtung Foster Jenkins wahrgenommen. da sehe ich keine Gefahr für seriöse Klassik-Sänger.
    Und das ist auch sicherlich so von ihr als PR-Strategie gedacht.
    salut de la France
    Melusine



    Re: Isotta Belvedere

    Eponine - 29.07.2009, 11:47


    hallo zusammen!

    melusine sagt es ja schon: auch, wenn das fuer uns individuell nicht der fall ist - klassischer gesang ist alles andere als "normal". er ist und bleibt artifiziell - kein mensch spricht oder singt natuerlicherweise so. und auch, wenn ich persoenlich zu "klassischen zeiten" nie negative reaktionen a la "kannst du auch normal singen?", sondern eigentlich immer eher staunen und bewunderung erfahren habe, kann ich auch die andere seite verstehen. die meisten klassischen saenger koennen nach einer weile naemlich tatsaechlich nicht mehr "normal" singen (warum auch?). mir war das irgendwann als ausdruckform allerdings nicht mehr genug - meine stimme hat mehr farben als nur diese, und ich moechte gerne so viele wie moeglich nutzen - klassischer "schoengesang" ist nur eine, und er erlaubt mir nicht alles, was ich kommunizieren moechte. das ist aber eine persoenliche entscheidung und hat nichts mit besser oder schlechter zu tun, sondern nur damit, wie man sich individuell ausdruecken moechte.

    und von frau belvedere hatte ich bis zum heutigen tag noch nicht gehoert. muss man auch nicht, denn in zeiten von youtube kann nunmal jeder sein zeug einstellen. ist halt mehr cabaret - ob gutes, lasse ich jetzt mal dahingestellt. ich glaube eher, dass sie aus der not eine tugend macht ...



    Re: Isotta Belvedere

    Salome - 30.07.2009, 08:56


    Hallo,

    ich denke viele Leute bringen verschiedene Kontexte ducheinander.
    Der Kontext des Operntons steht im Verhältnis zu Raum und Zeit.
    Das Selbstkonzept des Künstlers misst sich an Kategorien der Ausdruckskraft und der Imagination seiner Interpretation.
    Kategorien wie normal oder unnormal spielen hierbei keine Rolle.
    Es geht um die kreativen Kanäle, die gebündelt werden um wie in unserem Fall Gefühle zu transportieren.
    Mit dem Operton, betrittst du einen Raum der Vibrationen. Dein Medium ist die Stimme, der Raum dein Verstärker.
    Wr befinden uns in einem antiken Theater. Tänzerinnen betreten den Raum, die Tragödin erscheint, sie erhebt ihre Stimme um das Leid der Menschheit zu besingen.


    Gerne hätte ich all dies den beiden Damen gesagt, als wir duch den Installationsraum wandelten. Ein Fernseher lief und sang da, da, da, da,da, dadaadaadada, da, da.
    An einer Ecke stand ein Staubsauger, der so präpariert war, daß er alle paar Secunden einen riesigen Phallus aus Müllttüten in die Höhe schießen ließ. Drei Hühner mit menschlichem Antlitz starrten einen aus der Wand an.


    Gruß
    Salome

    DAdaDADADA DADA, dadadadada, dada dada





    :big_sonnen



    Re: Isotta Belvedere

    Contessa - 30.07.2009, 10:11


    Vielleicht oute ich mich jetzt als "kleines" (haha) Dummchen :oops: , aber ...

    Ich frage mich ja, ob Isotta Belvedere wirklich dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen ist ...

    Beste Grüße

    Contessa



    Re: Isotta Belvedere

    Eponine - 30.07.2009, 11:38


    ... tust du nicht, contessa. ich habe mich das auch gefragt, bin mir aber nicht sicher. ich haette das eher vom koerperbau denn von der stimme abgeleitet. ich kann's aber wirklich nicht sagen - im zweifel fuer die/den angeklagte/n ...



    Re: Isotta Belvedere

    melusine - 30.07.2009, 11:53


    Also um offen zu sein, ich hab mich gestern erstmal sehr zurückgehalten, weil ich Salome nicht kränken wollte, denn aus ihrem ersten Posting schien es mir nciht ganz klar, was sie von dieser "Dame" hält.
    Als ich z.B. las "Sie singt die Semiramide "Und wie!" wollte ich erstmal keinen totalen Verriss von mir geben
    Aber die Idee "Mann-Weib" war meine Allererste, wobei das nciht unbedingt heissen muss, dass sie auch biologisch ein Mann ist.

    Damit eine eigene Show zu machen, die Leute zu amüsieren und Geld zu verdienen ist ja ok. nur sollte sich unsereiner dann nciht allzuviele Gedanken um die Gesangstechnik dieses androgynen Wesens machen müssen. :wink:

    Melusine



    Re: Isotta Belvedere

    Eponine - 30.07.2009, 12:55


    gut, dann spreche/frage ich es mal offen heraus:
    worum geht es in diesem thread? gesangstechnik? kunstkritik? gesellschaftskritik? satire? mir ist das naemlich auch nicht ganz klar. muss es ja aber vielleicht auch nicht sein ;)



    Re: Isotta Belvedere

    Norina - 30.07.2009, 19:39


    Salome hat folgendes geschrieben:
    Ich weiß es soll lustig sein, und es ist Kabarett. Aber was ist, wenn die Leute wirklich denken Opernsänger wären so?
    Und dieses Bild ihren jungen Schülern vermitteln?

    Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob ich den ganzen Thread jetzt als Satire oder Ernst oder keine Ahnung was auffassen soll, aber du meinst jetzt nicht wirklich, daß Gesangslehrern ihren Schülern vermitteln, daß Opernsänger so singen und so auftreten müssen? Das ist ein Scherz, oder? :)
    Und wenn der Lehrer noch so schlecht ist, das wird wohl keiner vermitteln.

    Btw. hatte ich mich auch schon gefragt, welchen Geschlechts die "Dame" eigentlich angehört.
    ... und ich finds nicht mal als Satire gut...

    LG
    Norina



    Re: Isotta Belvedere

    Eponine - 30.07.2009, 20:08


    Ich denke auch, dass jeder Schullehrer, Gesangslehrer (was auch immer) kaum vermitteln wird, dass klassische Saenger SO singen und auftreten. Und selbst wenn? Warum machen wir uns darueber Gedanken? Ich wuerde mich vor so gearteter Kritik ehrlich gesagt nicht fuerchten.

    Das Problem, was als "normaler" Gesang empfunden wird, hat ja auch nichts damit zu tun, welcher Berufsgruppe man angehoert - Ignoranten gibt's ueberall. Wenn jeder bescheidene Schullehrer mein Weltbild auf's Leben ruiniert haette, saehe ich ganz schoen alt aus :wink:

    Und nochmal weiter zum Thema Normalitaet: Klar spielt in der Kunst "normal" oder "unnormal" (erst mal! Auch da gibt's Grenzen) keine Rolle, wenn man den individuellen Kuenstler und das, was er/sie kommunizieren moechte, betrachtet.
    Ich hatte Dich, Salome, aber so verstanden, dass klassischer Gesang von einigen Leuten als nicht normal = "nicht der Norm/dem Durchschnitt entsprechend" wahrgenommen wird. Und das ist nach wie vor so. Eine klassisch geschulte Stimme ist nicht die Norm (nicht mal in der westlichen Kultur - von anderen Kulturkreisen will ich jetzt gar nicht anfangen). Europaeischer Kunstgesang ist nicht die Norm und auch nicht das Nonplusultra, auch wenn's immer mal wieder Menschen gibt, die das meinen. Fuer jemanden persoenlich - ja. Fuer die Welt - nein.
    Die klassisch geschulte Stimme ist auch nicht "natuerlich" im eigentlichen Sinne, da die menschliche Stimme so normalerweise nicht funktioniert - viele andere Gesangstechniken sind wesentlich naeher an Natuerlichkeit und "Normalitaet" dran als Belcanto.

    Die klassische Stimme ist. Das ist aber auch alles :wink:



    Re: Isotta Belvedere

    Salome - 30.07.2009, 22:13


    Hallo,

    ich meine, daß es schon normal ist für klassisch ausgebildete Sänger so zu singen, daß ihre Stimmen noch tragfähig klingen gerade wenn sie über das Orchester kommen müssen und es ein großes Haus ist.
    Es würde für einen Opernsäger nicht der Norm entsprechen wenn er das nicht könnte. Es kommt ja immer darauf an, welcher Norm du dich anpassen möchtest.
    Aber das war mir dann zu blöd, das dieser Studienrätin zu erklären und das auch noch in einer Kunstausstellung mit da,da,da und aufgeblasenen Staubsaugern.

    Sie hatte übrigens eine Riesenbrille an, die so gar nicht der Norm enstprach. Die Brille war so groß wie eine Taucherbrille, aus der sie mich wie mit Facettenaugen anstarrte.
    In meinen Augen entsprach also ihre Riesetaucherbrille nicht der Norm und doch habe ich die Contenance bewahren können und ihr jegliche Impertinenz meinerseits diesbezüglich ihrer Riesenbrille erspaart. Hätte ich doch ihre Riesenbrille erwähnt und sie gefragt ob sie denn nicht auch eine normalgroße Brille aufsetzen könnte, hätte sie es mir sicher erklären können. Vielleicht damit, daß es eher unnormal wäre, würde ein Mensch wie sie eine normalgroße Brille anziehen. Also wäre diese riesengroße Brille für sie ein Zeichen ihrer Normalität. Und wer weiß vielleicht tragen ja jetzt alle Kollegen von ihr diese riesengroßen, schwarzumrandeten Taucherbrillen und finden das mittlerweile total normal.
    Und würden es dann eher unnomral finden, wenn einer es wagen würde eine andere Brille aufzusetzen.



    Salome :shock:



    Re: Isotta Belvedere

    Eponine - 31.07.2009, 11:00


    ich frag' mich ja gerade, warum dieser thread unter "beruehmte saenger/innen" laeuft, und nicht unter "taucherbrillen und andere (un)normalitaeten" LMAO



    Re: Isotta Belvedere

    Uralt - 01.08.2009, 08:44


    Ihr Lieben,
    ich "muß" mir aus beruflichen Gründen schonmal sowas ( und da gibts auch richtig Gutes ) ansehen. Ich würde es als Opern-Comedy und in diesem Fall auch Travestie-Show ansehen.
    Ach ja, die Italiener sind, was Trash Comedy angeht, wirklich schmerzfrei und manchmal ist es so grauselig, dass man/frau - sich wegwirft vor lachen.
    In meinen Augen hat das mit Operngesang fast nichts zu tun, außer dass die Dame ( in diesem Fall ausgesprochen Däim ) Isotta Opernarien von sich gibt.
    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Isotta Belvedere

    Salome - 01.08.2009, 10:35


    Halo Uralt,

    das sehe ich auch so. Es wirkt tatsächlich wie eine Travestieshow. Und auch wie eine Parodie auf bekannte Opernsängerinnen.
    Ich war einfach nur verblüfft, wegen diesem bel raggio an dem sich frau wirklich die Zähne ausbeißen kann.
    Immerhin hat die dame es tatsächlich auswendig lernen können!!! Das ist für mich sehr verblüffend, wenn man bedenkt wie extrem schwer die Cavatine ist.
    Und es ist so fies schwer, will man es tatsächlich virtuos (extrem schnelle Koloraturen um den Verblüffungsefekt zu erzielen) darbieten.
    Ich habe sie halt zufällig auf Youtube gefunden. Gerade die Bartoli kann einfach extrem schnell ihre Zuhörer damit verblüffen. Da staune ich jedesmal Bauklötze wie rasend schnell sie über die kurzen Noten fegt. Es bedarf dafür sicher ein ausgeklügeltes Einteilunssystem. Ich beiß mich da gerade durch, weil ich Rossini so bewundere. D
    Sicher Isolda Belvedere singt alles im Zeitlupentempo.
    Von der Stimme her hätte ich auf Falsett getippt.
    Möcht mal wissen bei wem und wie lange die wohl studiert hat.
    :lol: :lol: :lol:

    Gruß
    Salome



    Re: Isotta Belvedere

    Califonia - 05.08.2009, 14:07


    Ich bezweifel, dass diese Person (ob nun Frau oder Mann) überhaupt klassischen Gesang studiert hat! Gerade Männer haben oft ausreichend Naturstimme, dass sie so tun können als ob (ich habe neulich doch tatsächlich den Kommentar gehört, nicht auf mich bezogen, sondern in einem Gespräch zwischen zwei Herren "du kannst nicht singen? Dann mach doch einen auf Oper, das kriegt jeder hin!" Ich wär dem bald an die Gurgel gegangen, hab mich dann aber doch noch beherrschen können...)
    Naja, kann sein, dass diese Person vielleicht mal Gesangsunterricht hatte, aber sicher nicht sehr viel und nicht sehr gut... :roll:

    Lg, Califonia



    Re: Isotta Belvedere

    Salome - 06.08.2009, 09:28


    Hallo Califonia,

    solche Ignoranten kenne ich auch. Sagte doch glatt einer mal zu mir, er glaube nicht, daß Opernsänger ohne verstecktes Mikro auf der Bühne stehen würden. Mit soviel Tragweite könne doch keiner singen!
    Pah! Da merkt man mal wieder, daß die Möglichkeiten des Belcatno einfach unterschätzt werden. Vor allen Dingen bedenken solche Leute auch nicht das Verhältnis von Raum, Stimme, Schwingung und den Dimensionen. Wenn man sich überlegt was so ein Opernsänger alles leisten muß. Das ist wirklich knochenharte Arbeit bis eine Stimme erstmal soweit ist um diese extrem schwierigen Arien und Rezitative bewältigen zu können. Das weiß aber auch jeder Sänger, der auf die Bühne geht um seine Arien zu singen. Er weiß wieviel Arbeit dahintersteck. Wieviel Schweiß, Blut und Tränen. Viele Sänger wissen das auch, was sie da geleistet haben bevor sie auf die Bühne gehen.

    Kurz nochmal zum Thema:
    Ich weiß, daß Istotta Belvedere unter berühmte Sängerinnen nichts verloren hat. Sie steht eher für die Imitation und Karikatur von gewissen Diven in Form einer Travestieshow. Aber irgendwoher muß sie auch ihre Inspiration beziehen.
    Wahrscheinlich versteht sie sich als Travestiekünstlerin. Als Italienerin hat sie natürlich schnellen Zugang zu der Sprache. Italienisch ist ja auch echt schwer.
    Erstaunlich finde ich wie sie ihre Travestiekunst rüberbringt. Sie geht irgendwie mit einer enormen Wichtigkeit auf die Bühne, so aufrecht und stolz als ob es für sie völlig normal wäre so auszusehen.
    Wahrscheinlich so normal wie es für manche Leute ist mit Taucherbrille in eine Kunstausstellung zu gehen. Für die Taucherbrillenträgerin wahrscheinlich ein Zeichen höchster Individualität und Ausdrückskraft.




    Gruß
    Salome



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