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Re: Der Obstgarten im Mai
top111 - 22.05.2006, 10:26Der Obstgarten im Mai
Der Obstgarten im Mai
Neben schönem Frühlingswetter und der wärmenden Sonne hat der Mai oft noch andere Launen auf Lager, denn: "Pankrazi [12. Mai], Servazi [13. Mai] und Bonifazi [14. Mai] sind drei frostige Bazi, und am Schluss fehlt nie die kalte Sophie [15. Mai]." Hier kann es noch einmal richtig ungemütlich kalt werden, so dass man in den kälteren Lagen noch vorsichtig sein sollte.
Bei Erdbeeren in späten Lagen kann nach der Blüte noch Stroh zwischen den Reihen eingelegt werden, um ein Verschmutzen der Früchte und einen Befall mit bodenbürtigen Pilzen zu verhindern.
Zwetschgen: bei sehr starkem Fruchtansatz überzählige Früchte mit der Hand ausdünnen. Als Faustzahl sollten max. 25 Früchte pro lfm Fruchtholz verbleiben.
Neupflanzungen: Insbesondere spät im Frühjahr gepflanzte Gehölze regelmäßig wässern, schlecht austreibende Pflanzen bei Bedarf zurückschneiden.
Formierung von Jungbäumen: ungünstig oder steil stehende Triebe im Kopfbereich entweder pinzieren [Triebspitze zwischen Daumen und Zeigefinger abdrehen] oder komplett entfernen.
Jetzt ist noch Pflanzzeit für getopfte Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Taybeeren [Kreuzung aus Himbeere x Brombeere]: Beerenobstarten sind dankbar für eine reichliche Komposteinarbeitung vor der Pflanzung. Bei trockenem Wetter ausreichend gießen.
Frostempfindliche Arten wie Tafeltrauben oder Kiwi in späten Lagen nach den Eisheiligen pflanzen. Lässt man sie an einem Wandspalier wachsen, hat man gleichzeitig eine schöne Fassadenbegrünung.
Wer Lust auf etwas Neues hat, sollte die Andenbeere, auch Kapstachelbeere genannt [Physalis peruviana], ausprobieren: Dieses Nachtschattengewächs und bildet große Büsche, die an warmen Standorten reichlich wohlschmeckende gelbe Früchte in papierähnlichen Hüllen hervorbringen. Jungpflanzen können durch Aussaat herangezogen und nach den Eisheiligen in den Garten gepflanzt werden. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von 1 m und benötigen eine Unterstützung [Tomate]. Geerntet wird im September, wenn sich die Früchte gelb-orange färben. Im Handel werden aber auch zunehmende mehr Jungpflanzen angeboten. Eine Strohabdeckung zwischen den Reihen sorgt für gesunde und saubere Früchte.
Unkraut nicht vergessen: Eine wichtige Maßnahme im Frühjahr ist das Freihalten der Baumscheiben und Pflanzstreifen von Wildkraut [Unkraut], denn sie konkurrieren mit den Kulturpflanzen um Wasser und Nährstoffe. Hiermit sollte man früh genug anfangen, denn als Jungpflanze lassen sich viele Pflanzen noch mühelos entfernen. Am Besten geschieht dies durch hacken, herausziehen oder durch Abdeckung mit organischen Materialien [Stroh, Rinde]. Möglich ist aber auch eine Abdeckung mit Schwarzfolie oder Bändchengewebe, denn darunter wird jedes Unkrautwachstum unterbunden.
Achten Sie besonders darauf, die Pflanzen vor dem Blühen zu entfernen: Denn diese Wild- oder Beikräuter haben teilweise sagenhafte Reproduktionsraten: so kann eine Pflanze der kleinen Brennessel bis zu 1.ooo Samen erzeugen, eine Ackerkratzdistel bis zu 5.ooo, eine geruchlose Kamille bis zu 200.ooo und ein Rauhaariger Amaranth bis zu 1 Million Samen! Sind die Samen einmal im Garten, können sie oft über viele Jahre dort überleben. Am längsten halten es Vogelmiere und die gemeine Rispe mit über 6o Jahren aus. Deshalb gilt auch im Obstgarten die alte Gärtnerregel: "Lässt Du ein Jahr das Unkraut stehen, musst 7 Jahr du jäten gehen!"
Der Apfelwickler ist ein echter Problemschädling in den Gärten, denn die Bekämpfung gestaltet sich sehr schwierig: Das liegt aber nicht an den zur Verfügung stehenden Präparaten, sondern vielmehr daran, dass der Schädling aufgrund seiner Biologie schwer auszumachen oder zu treffen ist. Im Erwerbsobstbau werden in repräsentativen Anlagen Pheromon-Fallen aufgehängt. Hier kann man anhand der gefangenen männlichen Wickler feststellen, wann der Flughöhepunkt ist und eine gezielte Bekämpfung einen größtmöglichen Nutzen bringt.
Diese Möglichkeit kann man natürlich auch im Garten nutzen, und die Apfelwickler-Pheromonfallen ab Mitte Mai in Windrichtung in die Bäume hängt. Das Ganze funktioniert nach folgendem Prinzip: die Männchen werden von dem Duftstoff angelockt, doch statt der erwarteten Weibchen gehen sie im wahrsten Sinne des Wortes auf den 'Leim[boden]'. Im Handel werden Komplettsets angeboten, bestehend aus 1 Fallenkörper, 2 Leimböden und 2 Pheromonkapseln. Damit kann man sowohl den Flug der ersten Generation [Mitte Mai bis Mitte Juli] als auch der bekämpfungswürdigeren 2 Generation [Ende Juli bis Anfang September] kontrollieren.
Festzuhalten bleibt: Apfelwickler-Pheromonfallen eignen sich hervorragend zum Erfassen des Apfelwicklers und zur Prognose. Bei den so genannten Flughöhepunkten kann dann gegebenenfalls eine Bekämpfung beispielsweise mit dem umweltschonenden Apfelwickler-Granulosevirus [etwa Granupom, Madex] erfolgen. Für eine Bekämpfung sind die Fallen jedoch völlig unzureichend.
http://www.gartentechnik.de
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