"Das Schweigen des Raben"

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    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 21.06.2009, 23:05

    "Das Schweigen des Raben"
    Tief hingen die Nebelschwaden über dem schwarz schimmernden Wassern des Kriegshafens von Al’Anfa.
    Selbst zu dieser unmenschlichen Stunde schien diese Stadt einfach nicht schlafen zu wollen. In drei Stunden würde die Sonne über die Stadtmauern kriechen und das ganze lichtscheue Gesindel in seine Löcher zurück treiben.
    Mit einem sehnsüchtigen Leuchten in den Augen, stand Lucan an der Reling eines beachtlichen Schiffes dessen pechschwarze Segel jedem zeigten, dass die schwarze Orchidee zu Al’Anfas Stolz, der schwarze Armada gehörte.
    Gedrängt von der Ungeduld der Seeleute und geschoben vom Wind lief die Dromone nun endlich im Heimatharfen ein.
    Fast 15 Monate waren seit Lucans Aufbruch vergangen.
    Der junge Granden Sohn konnte es kaum erwarten wieder festes Land unter seinen Füßen zu spüren, endlich wieder in einem richtigen Bett schlafen, frisches Essen genießen und vor allem aber ein warmes ausgiebige Bad, war es wonach es Lucan verlangte.
    Schwungvoll schulterte er seine spärliche Habe und eilte mit seinen Kameraden die eben heruntergelassene Planke hinab.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 23.06.2009, 12:06


    Als sich die ersten Sonnenstrahlen durch die zugezogenen Vorhänge des Baldachins stahlen und Amaraine direkt auf das Gesicht schien blinzelte sie verschlafen gegen das Licht an das sie kitzelte, musste dann einmal niesen ehe sie sich in dem weichen Bett aufsetzte, sich die beim Schlafen gelösten Haarsträhnen aus dem Gesicht strich.
    Nun schon ganze sechs Monate war sie in dem Haus der Al'Anfanischen Grandenfamilie, die sie nach einem Auftritt in einem anderen Haus sofort angesprochen und gefragt hatten, ab sofort ihre Gönner sein zu dürfen.
    Natürlich wäre es zum einen unhöfflich und zum anderen auch sehr dumm gewesen, abzulehnen.
    So war sie mit dem wenigen was sei besaß und den besten Wünschen ihrer Eltern hier eingekehrt um von nun an dem Grandenhaus und vorallem dessen elitären Gästen ihre Künste dazubieten.
    Nun konnte sie zwei Räume, eine persönliche Dienerin und fast einen ganz Zimmer, jedenfalls kam ihr der begehbare Schrank so riesig vor, voll mit Kleidern, Schleiern, Tanzgewändern und anderen Dingen, die sie zum Ausführen ihreres Berufes benötigte, ihr Eigen nennen.
    Gähnend schob Amarine die Vorhänge vor ihren Bett bei Seite, ließ die nackten Füße aus den teuren Laken heraus und gleich in zwei vorne spitz zulaufende Pantoffeln gleiten, wobei sie das Laken sich um die Schulter schlang und nach dem etwas verzögerten Aufstehen nun wie eine Schleppe hinter sich herzog.
    Bald würde sicherlich auch Emira, ihre Dienerin, die sie allerdings eher als eine Freundin ansah, auftauchen, solange würde sie jeglichem Spiegel fern bleiben und die zeit eher dazu nutzen, einen Blick aus dem großen Fenster zu richten von dem aus man über den Garten den mit Kies bedeckte Aufgang und das Tor sehen konnte, dem sich gerade eine Getalt ganz in schwarz näherte.
    Ein gast?
    Zu so früher Stunde??
    Wer das wohl sein mag, schoß es Amaraine durch den Kopf, während sie den Neuankömling von ihrem Platz auf der Fensterbank aus neugierig beäugte, sich dabei das Laken wieder über die mitlwerweile bloßen Schultern hinaufzog.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 24.06.2009, 23:19


    Einige Zeit verbrachte Lucan noch mit seinen Kameraden.
    Gegenseitig klopfte man sich zum Abschied auf dsie Schulter wechselte noch das ein oder andere Wort, bis die Männer sich schließlich nach und nach zerstreuten.
    Nun trat auch der junge Grande den Heimweg an.
    Da die Orchidee fast einen Tag eher als angekündigt im Hafen eingetroffen war, rechnete wohl noch niemand mit seiner Rückkehr und so wartete auch keine Kutsche um ihn nach Hause zu fahren.
    Mit einem lauten Seufzer rückte er noch einmal sein Bündel zurecht und marschierte los einmal quer durch Al’Anfa zu den Palastinseln, wo seine Familie ein beachtliches Anwesen besaß.
    Die ersten Sonnenstrahlen erhellten bereits die Wipfel der mit Datteln voll behangen Bäume, als Lucan endlich die Tore seines Zuhauses erreichte.
    Schnell begriffen die Wachmänner wer vor ihnen stand und öffneten mit einer Verbeugung und einem „Willkommen Daheim junger Herr“ die eiserne Tür.
    Ein knappes „Danke“ huschte über seine Lippen bevor er seinen Weg weiter Richtung Haupthaus vorsetzte
    Aufmerksam schweifte der Blick des Granden Sohnes umher.
    Viel hatte sich verändert einige Pflanzen schienen viel größer, einen neunen Anbau gab es auch und dieser besaß einen beachtlichen Springbrunnen.
    War der schon immer da?
    Noch bevor er sich weitere Gedanken über das Wasserspiel machen konnte fingen seine Augen eine weitere, interessantere Erneuerung auf.
    Dort oben direkt neben den Fenstern seiner Räumlichkeiten saß ein Mädchen hinter einer der Glasscheiben und schaute zu ihm hinab.
    Wer das wohl ist?
    Von Neugier gepackt blieb er stehen und lugte zu ihr hinauf…



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 25.06.2009, 11:52


    Amaraine beugte sich etwas weiter vor, so weit, dass ihre Stirn fast an dem kühlen Gals lehnte als sie bemerkte wie der Fremde in Schwarz zu ihr aufschaute.
    Für die Wachen schien er allerdings nicht fremd zu sein, denn diese vollführten sofort einen Bückling, einer eilte ihm sogar dann voraus ins Anwesen um wohl Kunde von seinem Besuch zu geben.
    Der junge Mann hatte ein charakterstarkes Gesicht, wirkte allerdings älter und vorallem gefestigter als sie selber, doch auch ihn schien Neugier anzutreiben.
    Gerade hob sie die Hand um an den filigranen Verschlüssen, die die Fenster geschlossen hielten als ihre Zimmertür sich öffnete und Emira darin stand, die Hände in die Hüften gestemmt, die schwarzen Löckchen des Haupthaares zu einem mehr oder minder ordentlichen Knoten zurückgebunden und mit einem Blick auf den fast schwarzen Augen, der keine Wiederworte zulassen würde.
    ,,Was starrst Ihr so aus dem Fenster wie ein Hund den Mond anstarrt? Also wirklich, manchmal seid Ihr mir ein Rätsel.''
    Natürlich war die Entrückung von der jungen Frau nur gespielt, denn sie war sich ihrer Stellung bewusst, selbst einer einfachen Tänzerin gegenüber hatte sie zu gehorchen.
    Vorallem wenn diese Tänzerin sich mitlerweile zu einem der 'Lieblingsstücke' des Hausherren gemausert hatte.
    Amaraine seuftzte, ließ die Schultern etwas hängen, wodurch der Stoff etwas tiefer glitt.
    ,,Aber...''
    ,,Nicht aber, Ihr kommt da jetzt sofort weg, wir müssen Euch schließlich fertig machen oder wollt Ihr den ganzen Tag so herumlaufen? Sicher würde es dem ein oder anderen gefallen, aber ganz bestimmt nicht Euren Gönnern.''
    Damit griff Emira nach dem Arm der Halbelfe und zog sie, ohne dass die andere noch einmal aus dem Fenster hinab zu dem Mann in Schwarz schauen konnte von der Fensterbank, aus dem Zimmer und hinüber in das ebenfalls nicht gerade kleine eigene Bad, wo bereits eine mit heißem Wasser gefüllte Wanne stand.
    Schweigend ließ Amaraine es über sich ergehen wie man ihr das Bettlacken abnahm und sie samt dem dünnen weißen Nachtgewand in die Wanne versenkt wurde, Emira sich sofort daran machte, ihr die langen Haare zu waschen.
    Jedenfalls hatte sie die andere soweit dazu überreden können, dass sie sichs elber mit dem weichen Schwamm waschen durfte, denn das ging ihr dann noch wirklich zu weit.
    ,,Wer war den der junge Mann unten im Hof?'' fragte Amaraine nach als sie gerade eines der weißen Beine aus dem mit Schaum bedeckten Wasser hob um dies mit dem Schwamm zu bearbeiten.
    ,,Junge Mann?''
    Emira hielt in der Bewegung inne, hatte gerade einen Krug angehoben um der anderen die Haare auszuspülen.
    ,,Ja, ein junger Mann in schwarz. Er wurde sehr aufgeregt von den Torwachen begrüsst. Kennst du ihn?''
    Ohne Vorwarnung schüttete die Dienerin der Halbelfe den Krug Wasser über den Kopf, welche darauf kurz hustete.
    ,,Ich kann mir nur eine Person vorstellen, auf den diese Beschreibung passt. Und wenn meine Vermutung stimmt müssen wir erst recht zusehen, dass wir Euch ordentlich herrichten.''
    ,,Aber...''
    Wieder kam Amaraine nicht weiter mit ihren Wiederworten, denn schon ergoss sich der nächste Schwall Wasser, diesmal Kaltes, über ihr Haupt.
    Es hatte wohl keinen Sinn weiter zu fragen...



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 25.06.2009, 21:15


    Für einige Momente traf sich sein Blick mit den ihren, doch noch bevor er ihr etwas zu rufen konnte verschwand die Fremde auch schon wieder aus seinem Blickfeld.
    Schließlich setzte er seinen weg fort, doch weit kam der junge Mann wieder nicht denn eine grelle fast schon quietschende Stimme drang an seine Ohren.
    Dieses gewöhnungsbedürftige Organ gehörte niemand anders als Madame Alhina einer Korpulenteren Frau im mittleren Alter, Lucans Mutter
    So schnell es ihre Beine zu ließen eilte sie ihrem jüngsten Sohn entgegen.
    Ein langes ausladendes, buntes Brokatgewand, sowie etliches an Geschmeide schlangen sich um ihren Leib.
    „Mein Junge. Willkommen daheim!“
    Krächzte sie heiser und schlag dabei ihre Arme um den Jungen und drückte ihn kräftig gegen ihre ausladende Oberweite.
    „Mutter.. Bitte…“
    „Du bist doch nicht etwas den ganzen Weg gelaufen? Du hättest doch einen Boten schicken können. Aber lass uns erstmal hinein gehen du bist sicher erschöpft.“
    Noch bevor Lucan etwas erwidern konnte wurde er in den Hauseingang geschoben.
    „Ich lasse gleich das Frühstück anrichten, aber nun geh erstmal und mach dich frisch mein Junge du riechst ja als hast du Tagelang nicht gebadet.“
    Dies traf auch durchaus zu.
    Schnellen Schrittes verschwand er schließlich in seinen Gemächern…



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 25.06.2009, 21:45


    Nach einer ganzen Weile zog Emira Amaraine aus der Wanne, legte ein Leinenntuch um sich und rubbelte sie trocken, während die junge Halbelfe sich die langen kastanienbraunen Haare über die Schulter legte und in diese ein wohlduftenden Lavendelöl einmassierte, damit sie glänzten.
    Zusammen schluften sie dann, obwohl das eher nur auf Amaraine zutraff, in das Ankleidezimmer, dort machte sich die Dienerin sofort daran, ein besonders teures und schönes Gewand herauszusuchen, während die andere sich auf einen kleinen Hocker niederließ und damit anfing mit einem Elfenbeinkamm die noch nassen Haare zu ordnen.
    ,,Und wer ist nun unser Gast? Du scheinst ihn ja zu kennen.'' hackte Amaraine nach einigen Momenten nach, schaut dabei den Rücken ihrer Dienerin an, die sich zu einem Kleid in violett-creme entschieden hatte und gerade den dazu passenden Amethyst-Schmuck aus einem kleinen Kirscholzkästchen nahm.
    ,,Das werdet Ihr schon noch früh genug sehen. Seid nicht immer so neugierig, das ziemt sich nicht.''
    Damit war für Emira die Unterhaltung wieder beendet, worauf die junge Halbelfe nur enttäuscht seuftzte, sich dann erhob und sowohl das Leinentuch wie auch das Schlafgewand auf den Boden fallen ließ, sich dann daran machte, sich in das hautenge Gewand zu winden.
    Danach sank sie wieder auf den Hocker zurück, legte sich den filigranen Schmuck an, der allerdings mit dem Kleid wunderbar harmonierte und alles zusammen nicht zu überladen aussah, währenddessen sich die Dienerin daran machte die Haare der Tänzerin trocken zu bürsten, dann etwas aufzurollen und tweilweise hochzustecken.
    Mit vollkommen offenen Haaren war es vom Klima her einfach nicht auszuhalten.
    Ihr eigenes Spiegelbild betrachtend, den Kopf auf die Hände gestützt grübelte Amaraine, wer den dieser anscheinend wohl bekannte und wichtige Fremde in Schwarz sein mochte, wusste sie ja nicht, dass er sozusagen nebenan hauste...



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 26.06.2009, 00:10


    In seinen Räumlichkeiten angekommen durchschritt er die einzelnen Zimmer und schaute sich genau um, alles war so wie er es zurück gelassen hatte.
    Im Schlafgemach konnte der junge Mann nicht anders als sich mit einem lauten Seufzer auf das mit Kissen übersähe Bett fallen zu lassen.
    Wie hatte er das vermiss.
    Fast schon automatisch schlossen sich seine Augenleider, doch bevor er im Begriff wahr einzudösen riss Lucan ein Klopfen wieder aus den Laken.
    Ertappt richtet er sich auf, zupfte seine Kleidung zurecht und schaute zum Ausgang.
    „Ja Bitte?“
    Die Tür schob sich einen Spalt auf, eine hagere, schwarzhäutige Gestalt schlüpfte hindurch um mit einer tiefen Verbeugung einige schlecht gesprochene Worte Garethi hervor zu stammeln.
    „Madame schickt mich. Soll euch beim Kleiden Helfen. Herr.“
    Lucan verdrehte die Augen „Nun dann lass mir doch ein Bad ein.“
    Als jüngster Spross von drei Söhnen der Familie Tulames war stets er es gewesen der von seiner Mutter von oben bis unten verhätschelt wurde, dabei hasste Lucan nichts mehr als genau das.
    Am Liebsten hätte er den Sklaven gleich wieder verjagt, doch durfte und wollte er seiner Frau Mutter nicht wieder sprechen.
    Schließlich konnte es gravierende Folgen haben Alhina zu erzürnen.
    Schweigend ließ er sich schließlich von der schmächtigen Gestalt reinigen und neu einkleiden.
    Hose und Hemd aus schwarzer Seide bedeckten nun seinen fast zwei Schritt großen Leib.
    Ein rotes Tuch aus dem selbem Stoff umschlang seine Talje und gab dem Beinkleid halt.
    Auf Schmuck verzichtete er, nur einen Sigelring der den jungen Granden als Soldat der Rabengarde auswies hing an einer silbernen Kette um seinen Hals.
    Das noch feuchte ebenfalls schwarze hüftlangen Haar band der Sklave mit einem roten Stück Stoff auf der Hälfte zusammen.
    „Das genügt du kannst dich entfernen.“ wies der Adlige an um schließlich selbst die Gemächer zu verlassen…



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 26.06.2009, 10:16


    Fertig drapiert und dezent parfümiert stand Amaraine schließlich auf, während sie durch den Spiegel sehen konnte, wie sie Emira kurz verbeugte und dann verschwand um im Bad Ordnung zu machen.
    Hier und da zupfte die junge Halbelfe noch etwas an sich herum, zog den Schleier etwas gerade, schob die enge vorn geschnürte ärmellose Weste etwas weiter nach oben, rafte die Falten der Pumphose etwas mehr in der Hüfte oder drehte sich die eng anliegenden Oberarmreifen so, dass man die Verzierungen auch von vorne sehen konnte.
    Alles in allem war sie zufrieden mit ihrem Aussehen, so konnte sie sich beim Frühstückstisch der Familie Tulames sehen lassen, zu dem sie seid circa zwei Monaten jeden Morgen geladen war.
    Amaraine machte sich also aus dem Weg aus ihren Gemächern hinaus, hörte dabei Emira leise im Badezimmer summen, das tat die andere immer wenn sie alleine war und sich unbeobachtet fühlte, worüber sie immer schmunzeln musste.
    Vorsichtig öffnete sie die Tür, schloss sie dann ganz schnell wieder um die andere nicht bei ihrer Arbeit zu stören, denn sie hatte herausgefunden, dass ihre Dienerin in diesem Haus sicher nicht die schlechteste Beschäftigung hatte im Gegensatz zu manch anderem Sklaven.
    Alles, was sie tun musste, war sich um Amaraines Räumlichkeiten und sie selber zu kümmern, unter Umständen noch besorgungen für diese erledigen, aber wenn keine Arbeiten in diesem Bereich anlagen, hatte sie sozusagen frei.
    Zufrieden nickend, weil sie Emira durch die geschlossene Tür nun in das Schlafzimmer gehen und immernoch summen hören konnte, wand sich Amaaraine um und machte blind zwei Schritte nach vorne, nur um einen gleich wieder zurückzutaumeln, aus dem Gleichgewicht zu geraten und mit einem kurzen hellen Aufschrei auf ihrem Hinterteil zu landen.
    War sie gerade gegen eine Wand gelaufen?
    Die sich unmittelbar vor ihrer Zimmertür materialisiert hatte??
    Blinzelnd schaute die junge Halbelfe auf, weit auf um direkt in das überrascht wirkende Gesicht eines jungen mannes zu schauen, der noch immer den Türknauf in der hand dastand, anscheinend war er gerade aus dem Nebenzimmer gekommen, welches das letzte halbe Jahr abgesperrt und verlassen gewesen war.
    Noch einmal blinzelte sie, war das nicht der Fremde in Schwarz, den sie vorhin vom Fenster aus gesehen hatte?
    Und war dieser Mann nicht irgendwie wichtig gewesen??
    Eine Spur von Angst packte sie, hoffentlich würde man ihr nicht gleich den Kopf abschlagen lassen wo sie hier einen anscheinend bedeutenden Gast angerempelt hatte, schließlich waren die Al'Anfaner schnell im Beenden von Leben.
    ,,Es tut mir schrecklich Leid, ich habe Euch nicht früh genug sehen können. Bitte verzeiht mir mein Ungeschick, Herr.'' stammelte sie in einem sehr melodisch klingenden Tulamidya.
    Sofort versuchte sie sich ziemlich umständlich wegen der ausladenden Hose und wem verloreren Pantoffel, der beim Sturz zwischen den Beinen des jungen Mannes hindurch geschlissert war, aufzurichten, senkte dabei den Blick ehrfurchtsvoll und begann ganz leicht zu zittern...



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 26.06.2009, 19:58


    Gedankenversunken verließ der junge Adlige sein Zimmer, wand sich zum gehen um, doch noch bevor er einen Schritt machen konnte verspürte er plötzlich einen leichten Widerstand vor seiner Brust.
    War da eben was?
    Er sah sich um, konnte im Gang aber nichts erspähen, erst eine liebreizende Frauenstimme ließ ihn hinab schauen.
    Verdutzt bemerkte Lucan das zarte Wesen was vor ihm auf den Boden saß und in Tulamidia etwas zu ihm sagte, dabei wirkte sie leicht verängstigt.

    „Entschuldige Mädchen aber mein Tulamidia ist nicht das Beste was sagtest du?“ erwiderte er auf dem in Al’Anfa üblichen Garetih in Brabaki Dialekt.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 26.06.2009, 21:15


    Amaraine horchte auf als eine tiefe Stimme mich ansprach, schaut noch einmal auf und sah den jungen Al'Anfaner kurz an, schüttelte dann schnell den Kopf.
    ,,Ich meinte, '' begann sie auf ebenfalls melodischem Garethi, allerdings mit einem kleinen Akzent.
    ,,...Es tut mir schrecklich Leid, ich war unaufmerksam und habe Euch nicht früh genug gesehen, Herr.''
    Endlich hatte sich die Halbelfe aufgerappelt, schaute sich suchend nach ihrem fehlenden Pantoffel um, erspähte sie hinter den jungen Mann in Schwarz.
    Wie ihre Frisur aussah und allgemein ihr Kostüm wollte sie sich gerade gar nicht ausmalen, sicherlich vollkommen durcheinander.
    ,,Bitte...bitte verzeiht mir.'' fügte sie leise an, versuchet sich dabei so klein wie möglich zu machen, schließlich wusste sie nicht, wie ihr gegenüber reagieren würde auf solch Ungeschick.
    Eigentlich wunderte Amaraine sich, dass sie zwei noch alleine waren, ihr Schrei hätte so gut wie überall in dieser Etage zu hören gewesen sein müssen, aber noch war niemand aufgetaucht, nicht einmal Emira, die sich in dem Zimmer hinter ihr befand.
    ,,Kann...ich das irgendwie wieder gutmachen?''
    Vorsichtigt lugte die junge Elfe auf, versuchte in dem Gesicht des anderen zu erkennen, ob er sich gerade über sie lustig machte, ihr helfen wollte oder gleich nach den Wachen rüfen würde.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 26.06.2009, 21:57


    Noch einmal musterte er das tollpatschige Mädchen wand sich da aber, ohne auch nur eine spur Interesse zu zeigen ab.
    „Schon gut pass das nächste mal besser auf.“ Brabbelte er mehr zu sich selbst als zu ihr und ging schließlich langsamen Schrittes Richtung Speisesaal.
    „Übrigens es ziemt ich nicht für eine Dame halb nackt vor einem Fenster zu stehen. Es gibt sicher einige finstere Gestalte da draußen die es sehr animiert bei so einer freizügigen jungen Frau mal vorbei zu schauen. Außerdem fördert so etwas nicht gerade das ansehen des Hauses.“ Während er sprach führten ihn seine Füße weiter jedoch recht langsam.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 26.06.2009, 22:18


    Amaraine hatte sich ihren Pantoffel genagelt als der andere in paar Schritte gegangen war, drückte diesen in der hand zusammen, denn die Worte taten weh.
    Vorhin hatte sie deutlich Neugier bei ihm gesehen, als er unten im Hof und sie am Fenster gewesen waren und nun schien es ein vollkommen anderer Mensch zu sein der da vor ihr stand.
    Hatte sie sich vielleicht doch geiirt und es war so eine Art Doppelgänger?
    Schließlich stand sie etwas wacklig auf, klopfte sich die Sachen ab und richtete sie notdürftig, zog sich auch den verloreren Puschen wieder an.
    ,,es tut mir aufrichtig Leid...es wird nicht wieder vorkommen. Danke, für die Warnung, ich werde sie zu Herzen nehmen.''
    Am Liebsten wäre sich jetzt gerade ganz wo anders gewesen, zuhause bei ihrer Mutter, auf irgendeinem Fest aber nicht gerade hier in diesem Flur zusammen mit diesem Mann.
    Zum Glück rief in dem Moment ein Sklave von unten, dass der junge Herr und die Tänzerin doch bitte zum Frühstück kommen mögen, die herrschaften würden bereits warten.
    Schnell blickte Amaraine zu dem Mann in Schwarz, der einfach weiterging allerdings sehr langsam, dann folgte sie ihm schließlich mit einigem Abstand und leicht gesenktem Kopf.
    Hoffentlich hatte sie sich mit diesem Auftritt nicht ihre gesammte Karriere in den Sand gesetzt...



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 26.06.2009, 22:42


    „Hör bitte auf dich zu Entschuldigen. Es ist doch nichts passiert.“
    Er blieb stehen und wand sich wieder der jungen Frau zu.
    Lucan bemerkte sofort das sie recht eingeschüchtert hinter ihm her ging.
    „Falls ich dich verschreckt haben sollte tut es mir leid das war nicht meine Absicht.“ Ein sanftes, wenn auch gut gespieltes Lächeln setzte der Adlige auf.
    „Ich sollte mich vielleicht erstmal vorstellen.“
    Brabbelte er recht leise vor sich hin um lauter fort zu setzten: „Nun mein Name ist Lucan Yvonya al-Ankhra ibn Khorim Tulames.“
    Eine Kurze Pause folgte.
    „Und du bist?“



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 26.06.2009, 22:54


    Etwas verblüfft schaute Amaraine den jungen Mann an, der sich anscheinedn hier gerade entschuldigte und dann vorstellte.
    Moment...der Nachname war doch...
    Die junge Halbelfe zog die Schultern stramm, vor ihr stand anscheinend der auf See gewesene und jetzt heimgekehrte dritte Sohn der Familie, die Hausherrin hatte einmal soetwas erwähnt.
    ,,Ich...mein Name ist Amiraine Sulamida Kristallsang, Eure Eltern haben sich als meine Gönner angeboten, vor circa einen halben Jahr. Seidem bin ich hier angestellt...als Tänzerin...Herr.'' kam es etwas kleinlaut von ihr.
    Oh Gott, sie hatte sich vor dem Grandenspross vollkommen blamiert, das konnte sie niemals wieder gutmachen.
    ,,Und nein...ich...es ist schon in Ordnung. Ich bin halt etwas ungeschickt...da muss man auch die Antworten über sich ergehen lassen.''
    Auch wenn diese nicht immer nett waren, gab sie in Gedanken hinzu, wagte es aber nicht, dass auszusprechen.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 26.06.2009, 23:10


    Eingestellt als Tänzerin?
    Sicher hat seine Frau Mutter dieses Mädchen angeschleppt, es war ja bekannt das die Hausherrin eine schwäche für schöne Dinge hatte und dieses Mädchen war schön, wenn auch für Lucans Geschmacketwas zu klein und recht Dünn.
    Aber seine Interessen galten sowieso eher der Schwertkunst als irgendwelchen Weiberschößen.
    „Nun Amiraine Sulamida Kristallsang wir sollten uns eilen man erwartet und bereits und mein Vater hasst Verspätungen.“
    Wieder setzte er sich in Bewegung diesmal aber in einem schnelleren Tempo.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 26.06.2009, 23:26


    Hastig nickend folgte Amaraine Lucarn einfach, auch wenn sie den Weg eigentlich selber kannte.
    Da heute Mitwoch war, wurde das Frühstück in einem kleinen gartenpavillon eingenommen, jeder tag hatte seinen festen Essensplatz, Al'Anfaner waren komisch.
    Auf de Weg dorthin konnte die junge Elfe sehen, dass jeder, der ihnen entgegen kam sofort einen Bückling vor dem Schwarzhaarigen machte, ihre Vermutung schien also wirklich zu stimmen.
    Wirkliche Betsätigung erhielt sie als sie den üppigen Garten erreicht und der Pavillon in Sichtweite gekommen war, worauf die korpulente Dame in eben diesem, Ihre Exelennz lady Alhina, also Lucarns Mutter, die ihn in ihrem gewöhnt Quitschigen Ton als 'Ihren Jungen' begrüsste.
    Amaraine nahm wie gewohnt in etwas Abstand Platz nachdem sie die Herrschaften standesgemäss begrüsst hatte, erntete darauf sogleich kompliemente der hasuherren, wie hervorragend sie doch heute wieder ausschaue, wie eine Porzellanpuppe.
    Das alles nahm die junge Halbelfe mit einem Nicken und einem höfflichen Lächeln zur Kenntniss, schaute unter dem Pony hindurch zu dem jungen Granden, der es noch immer nicht geschafft hatte, sich vons einer Mutter zu lösen udn jetzt dicht neben ihr Platz nehmen musste.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 27.06.2009, 00:09


    Schweigend stapfte Lucan in den Garten zu dem Pavillon, verbeugte sich vor seinen Eltern knapp bevor er von seiner Mutter ein Zweites mal an diesen Morgen gedrückt wurde.
    „Mein Junge ich freue mich das du unversehrt Hein gekehrt bist. Nun setz dich. Setzt dich du hast sicher Hunger.“
    Eifrig zog sie einen mit samtenen Kissen bestückten Stuhl näher zu den ihren und klopfte ein zweimal auf die Polster in die Lucan sich schließlich setzt.
    Kurz nickte er noch einmal seinen Vater zu der gerade einige knappe Worte mit der Tänzerin wechselte um anschließend schweigend seinen Jungen zu begutachten.
    „Du bist Kräftiger geworden. Ich sehe sie See hat dir gut getan.“
    „Gewiss Vater.“
    Damit war für die beiden Wortkargen Herren das Gespräch vorerst beendet. Viel hatten sie die Männer in der anwehsenheit andere nie zu sagen meist nur das wichtigste und dan ach recht knapp, allerdings schwifte ihre Gespräche unter vier Augen um so mehr aus und nahmen oft mals mehrere Sunden in anspruch.
    Das Frühstück wurde mit einer ausschweifenden Hanbewegung des Hausherren eröffnet.
    Der Tisch bot eine reichhaltige Fülle an Speisen.
    Südländisches Obst, frisch gebackenes Brot, Marmelade sowie kaltes Fleisch und warne gekochte Eier waren nur einige leckerrein wovon auch gleich einiges auf Lucans Teller landete.
    Wie lange musste er auf richtiges essen verzichten gab es auf dem engen Schiff doch nur trocken Brot und Dürrfleisch.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 27.06.2009, 10:59


    Sich nur an dem Obst und etwas Brot bedienend sah Amaraine der elustren Familie zu, Vater uns Sohn waren sich wirklich ähnliche, einzieg und alleine die Mutter fiel etwas aus dem Rahmen.
    Nur wage erinnerte sie sich an die zwei weiteren Söhne Lady Alhinas, sie waren beide einmal zu einer Festlichkeit vor circa zwei Monaten da gewesen.
    Der Älteste war ebenfalls sehr ruhig gewesen, hatte sich allerdings höfflich mit ihr unterhalten, dabei immer ein dezentes Lächeln auf den Lippen gehabt.
    Der Mittlere, also Lucarns zweiter Bruder, war dagegen recht...lebhaft gewesen, schon nach wenigen Stunden hatte ihm, der Wein so zugesetzt dass er die Fionger nicht mehr bei sich behalten konnte und einige Sklavinen, was ja vielleicht niecht einmal so schlimm gewesen war, aber dann auch ihr etwas zu nahe gekommen war.
    Zum Glück war in dem Augenblick die Dame Alhina eingeschritten, um ihr kostbares hab udn Gut zu schützen, worüber Amaraine jetzt noch sehr dankbar war.
    Gerade als sie den Teller gelehrt hatte und sich mit der Servierte die Lippen abtupfte legte sie eine warme Hand auf ihre Schulter, beim Umwenden konnte sie das freundliche Gesicht ihres Tanzlehrers sehen, der von ihr vollkommen unbemerkt an sie herangetreten war.
    ,,Es wird Zei, meine Liebe, wir wollen ja, dass du die Gesellschaft das nächste mal noch mehr verzauberst als letztes Mal, nicht wahr?''
    Der ungefähr mitte fünfzig alte Mann war immer gepflegt angezogen, der schon leicht ergraute Bart wohl gestutzt und die schwarzen Haare sogrsam unter einem Turban verstaut.
    Seine Linke stützte sich auf einen Zedernholzgehstock, er hatte ihr einmal erzählt, dass er früher ein ebenfalls begnadeter Tänzer gewesen war, dann allerdings einen schweren Unfall hatte, der ihm ein Bein vollkommen lähmte.
    Nun verdiene er sich sein Geld darin, andere in seiner Kunst auszubilden, wobei er sicherlich nicht schlecht verdienen mochte, schließlich war sie nicht seine einziege Schülerin, doch so wie er behauptete seine Beste.
    Bislang war er auch der Einziege, der wusste, dass sie beim tanzen eine gewisse Art von Magie wirken konnte, sonst war es noch niemandem hier aufgefallen.
    ,,Natürlich...'' antworete die junge Halbelfe schnell, erhob sich dann ehe sie sich vor der Grandenfamilie verbeugte.
    ,,Ich bitte dann, mich zu entschuldigen um meiner Schulung nachzugehen. Ich wünsche noch einen angenehmen Morgen, Exelenzen.''
    Damit wand sie sich um und folgte ihrem Lehrmeister in einen anderen Bereich des Gartens, wo sie eigentlich jeden Morgen übten.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 28.06.2009, 09:07


    Es Dauerte nicht lange und der Hausherr zog sich ebenfalls zurück mit der Begründung, er hätte noch wichtige Geschäfte zu erledigen,
    Lucas Mutter entgegen plapperte munter drauf los:
    „Mein Junge wie ist es dir den Ergangen auf dem Schiff? Hast du auch genug gegessen? Hast du dich auch nicht verletzt?“
    Seine Antworten beschenkten sich fast immer auf ein „Ja Mutter“ oder ein „Nein Mutter“, doch das störte die Frau nicht sie hackte weiter nach.
    „Was sagst du den zu der dieser reitzenden junge Dame? Ist sie nicht hinreisend? Hach ja, sie würde eine bezaubernde Ehefrau abgeben.“
    Und sie versuchte es schon wieder ihm eine Frau schmackhaft zu machen, dabei war Lucan noch nicht mal seit zwei Stunden zurück.
    „Mutter, ich habe keine Zeit mich mit dererlei Dinge zu beschäftigen, es könnte gut sein das meine Einheit bereits Morgen wieder in See sticht.“
    „Ach du hast ja Recht, so ein ehrgeiziger junger Mann…“
    Der Tee in Lucans Tasse wurde bereits zu 4 ten Mal nachgegossen als sich die Madam endlich dazu entschied ihre Fragestunde zu beende und sich mit einem Tänzelnden Schritt, soweit man es bei ihrer Körperfülle so nenne konnte, zur Residenz zurück zog.
    Lucan erhob sich schließlich ebenfalls und beschloss noch einen Spatziergange durch den üppigen Garten zu machen.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 28.06.2009, 18:50


    Arivane war zusammen mit ihrem Lehrer in einen Teil des Rosengartens verschwunden, der etwas abseits lag und in dem ein kleiner weißer Pavillon stand, an dessen Säulen sich ebenfalls eine vielzahl an unterschiedlich farbigen Rosen hinaufwanden.
    Nachdem sie ihren Lehrer geholfen hatte sich auf eine kleine Steinbank zu setzen, sein Bein bereitete ihm dabei immer Schwierigkeiten und ihm danach seine Laute gereicht hatte, stellte sich in die Mitte des kleinen steinernen Kreises.
    Kurz atmtete sie einmal durch, während sie hören konnte, wie das Instrument gestimmt wurde, zupfte ihr Gewand zurecht und nahm die zwei Schleier in die Hand.
    ,,Die Figurenreihenfolge, die wir letzte Woche schon bearbeitet haben, meine Liebe. Versuch diesmal noch etwas mehr Emotionen hinein zu legen so als würdest du...nun...als würdest du für deinen Geliebten tanzen.''
    ,,Gut, ich werde es versuchen...''
    Amaraine nickt zögerlich, strich sich einmal mit der Zunge über die Lippen, wartete dann zwei drei Takte ab ehe sie mit dem Tanzen anfing.
    Wie es ihr aufgetargen war, versuchet sie, sich vorzustellen, dass die Person, der ihr Herz gehörte zusehen würde, auch wenn dies recht schwer war, da es eben diese Person nicht gab, trotzdem strenkte sie sich sehr an.
    Nurnoch auf die Musik hörend schloss sie junge Halbelfe erneut die Augen, setzte die Füße in kleinen Abständen voreinander, drehte sich dabei, versuchte mit den Händen darzustellen, als würde sie spielerisch jemanden zu sich herwinken.
    Beim Tanzen konnte sie immer alles um sich herum vergessen...



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    JesusFreak - 28.06.2009, 19:08


    Der wuchtige und reich verzierte Schreibtisch aus kostspieliger bornländischer Eiche, nahm einen Großteil des Arbeitszimmers in Anspruch und Sayid kam nicht umhin, die Kunstfertigkeit mit der dieses Möbelstück gefertigt worden war, mit bewundernden Blicken zu versehen. Über eine Viertelstunde lang betrachtete er nun schon das massive Konstrukt und immer wieder fielen ihm neue, filigrane Verzierungen und Schnitzereiarbeiten auf, die ein hingebungsvoller Handwerker, mit viel Liebe zum Detail, in zahlreichen Stunden aus dem Holz herausgearbeitet hatte. Dazu kamen feine Arbeiten aus Elfenbein, die dem Möbelstück im wahrsten Sinne des Wortes, den letzten Schlief verliehen. Es musste eine zumindest dreistellige Dublonensumme gefordert haben, um diesen Schreibtisch den Besitzer wechseln zu lassen, wenn nicht sogar noch mehr. Aber Khorim hatte ja schon immer einen verschwenderische Veranlagung gehabt. Auch die anderen Stücke, wie der wertvolle Wandbehang aus Kuslik und die Büsten aus feinstem Marmor, die verschiedene Herrscher Al`Anfas detailgetreu darstellten, unterstrichen diesen Eindruck, ganz zu schweigen von dem übrigen Mobiliar. Dem Granden schien es in den letzten zwanzig Jahren gut ergangen zu sein.
    Ein Grund mehr der dafür sprach, das nun ein guter Zeitpunkt gekommen war, um seine längst überfälligen Schulden zu bezahlen. Denn immerhin verdankte der einst recht mittellose Al`Anfaner seinen Reichtum und seinen Wohlstand zu einem nicht unerheblichen Teil der Akademie der elementaren Beschwörung zu Rashdul und diese pflegte ihre Schulden einzutreiben und genau deshalb saß Sayid nun auf einem der zwei bequemen Stühle, die man vor dem Schreibtisch aufgestellt hatte. Auf Grund seines früheren Zusammentreffen mit der Familie Tulames und seiner lebhaften Vergangenheit mit derselbigen, hatte Sultan Hasrabal von Gorien, Spektabilität der hohen Kunst der Beschwörung zu Rashdul, ihn persönlich ausgesandt um die Angelegenheiten zu klären.
    Der Geräusch einer heruntergedrückten Türklinke, riss Saiyd aus seinen Gedanken. Er wandte den Kopf in Richtung der Eingangstür und erblickte einen hochgewachsenen und muskulösen Mann mit tulamidischen Zügen, der in eine leichte Kettenrüstung gekleidet war. An seiner Seite hing, in einer wertvoll verzierten Scheide, ein prächtiger Khunchomer Säbel. Hinter ihm folgte ein zweiter Mann, dessen edle Kleidung selbst einen modebewussten horasischen Adligen vor Neid erblassen lassen würde. Die ehemals schwarzen Haare waren inzwischen mit einer Menge grauer Strähnen durchsetzt, aber noch immer hatte Khorim diesen entschlossenen und unbeirrbaren Gesichtsausdruck, den er schon vor über zwanzig Jahren sein markantestes Markenzeichen gewesen war. Seine Miene wirkte, als hätte man sie in Stein gemeiselt. Lediglich in seine Augen blitze es kurz, fast erschrocken, auf als er den Mann erblickte der ihm vor einer halben Ewigkeit jenen verhängisvollen Vertrag übergeben hatte.
    „Ich hätte nicht erwartet, dich schon so früh wieder zu sehen“, erklärte Khorim mit emotionsloser Stimme ohne sich lange mit einer Begrüßung aufzuhalten, während er zu seinem Schreibtisch hinüber ging und sich in die weichen Polster seiner Sessels setzte.
    Der andere Mann folgte im wie ein Schatten und nahm lautlos hinter ihm Aufstellung, die Linke locker auf den Griff seiner Waffe gestützt.
    „Es sind über zwanzig Jahre vergangen“, belehrte Sayid den Granden. „Du hast doch nicht etwas erwartet, das wir unsere Abmachung vergessen haben. Nicht nach allem, was passiert ist.“
    Der Al`Anfaner starrte seinen Gegenüber für eine schier endlose Sekunde lang an, dann nickte er.
    „Wie könnte ich das“, murmelte er, mehr zu sich selbst, als an seinen Gesprächspartner gewandt.
    Sayid deutete mit einer Geste auf seinen tulamidischen Landsmann.
    „Wer ist das?“ Verlangte der Magier zu wissen. „Ich dachte ich hätte mich klar ausgedrückt, als ich deinem Sekretär sagte, ich würde allein mit dir sprechen wollen.“
    Khorim winkte ab.
    „Yukan ist mein Leibwächter“, erklärte er leichthin. „Wir leben in gefährlich Zeiten, da kann man nicht vorsichtig genug sein.“
    Saiyds linke Braue wanderte skeptisch in die Höhe, aber er verzichtete darauf einen Kommentar dazu zugeben.
    „Du weißt warum ich hier bin?“ Fragte er, wobei dies eine rein rhetorische Formulierung gewesen war. Natürlich wusste Khorim worum es ging. Der Al`Anfaner mochte vieles sein, aber ganz gewiss kein Dummkopf.
    Der Angesprochene nickte erneut und zum ersten Mal schien seine steinerne Fassade einige Risse zu bekommen.
    „Ja, das weiß ich, Sayid“, antwortete er langsam und betonend. „Aber ich kann und werde dir nicht das übergeben, was du verlangst.“
    Der Magier runzelte dir Stirn.
    „Du kannst nicht, oder du willst nicht?!“
    Wieder winkte der Grande ab.
    „Es läuft auf das selbe hinaus“, erwiderte er. „Ich bin nicht bereit euren Preis zu bezahlen.“
    „Obwohl du den deinen bereits vor langer Zeit erhalten hast“, fügte Saiyd hinzu.
    Seine Stimme hatte an Schärfe zugenommen und der drohende Unterton war auch nicht zu überhören gewesen. „Vorsichtig, Khorim, du wendest dich gegen Mächte, die du nicht einmal ansatzweise verstehst.“
    Der Grande blieb äußerlich scheinbar unbeeindruckt, ein Kunststück, das nicht vielen Männern in seiner Situation gelungen wäre.
    „Ich habe dir nichts mehr zu sagen“ antwortete er. „Ich fürchte du bist den weiten Weg umsonst gekommen“, fügte er mit einer Geste an seinen Leibwächter hinzu.
    „Yukan, unser Gast wünscht nun zu gehen. Zeige ihm doch bitte den Ausgang.“
    Der Tulamide setzte sich augenblicklich in Bewegung, die linke Hand noch immer auf den Griff seines Säbels gelegt. Mit der Rechten langte er nach Saiyds Schulter... oder zumindest hatte er das vorgehabt. Die Temperatur in dem ausladenen Zimmer stieg urplötzlich rapide an und fast im selben Augenblick war das Geräusch eines großen Feuer zu vernehmen. Für einen winzigen Moment, schien die Zeit still zustehen, als Sayid seine arkanen Kräfte zu Hilfe rief.
    Und etwas... kam.
    Eine feurige, in lichterloh in Flammen stehende Gestalt erschien wie aus dem Nichts neben dem Magier. Nur grob war die Silhouette eines humanoiden Wesen auszumachen, da die Flammen unaufhörlich über die Erscheinung fuhren. In den Händen hielt das Geschöpf zwei, ebenfalls in Flammen stehende Krummsäbel. Hätte in diesem Moment einer der Männer die Geistesgegenwart besessen, hätte er sich sicher gewundert warum das Geschöpf die Inneneinrichtung nicht umgehend in Brand setzte. Doch weder der Grande noch der Leibwächter hatten Augen dafür. Entsetzt starrten sie das Feuerelementar an.
    „Was bei Boron ist das?!“
    Khorim war aufgesprungen und zum Fenster zurück gewichen.
    „Das ist mein Leibwächter“, kommentierte Sayid. „Du sagtest ja selbst, das wir in gefährlichen Zeiten leben.
    Der Magier erhob sich. Schweiß stand ihm auf der Stirn, denn obwohl das feurige Geschöpf nicht zuließ, das seine Flammen schaden anrichteten, war die Hitze die es ausstrahlte enorm.
    „Ich sehe, das du im Moment scheinbar nicht in der Lage bist, die ganze Angelegenheit in all ihrer Tragweite zu betrachten. Ich gebe dir daher drei Tage Bedenkzeit.“
    Sayid wandte sich zum Ausgang.
    „Und keine Sorge. Ich finde schon alleine meinen Weg nach draußen. Itzirrmah!“
    Das letzte Wort, hatte dem Elementar gegolten. Kaum war sein Name erklungen, verschwand es so schnell wie es gekommen war.
    Kurz vor der Tür blieb der Magier noch einmal stehen.
    „Der dritte Sohn, des dritten Sohnes, Khorim“, sagte er im eisigen Tonfall. „Wir werden bekommen, was uns gehört.“
    Damit verließ Sayid den Raum und schloss sorgsam die Tür hinter sich.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 28.06.2009, 19:54


    Verträumt führten Lucans Schritte ihn durch den üppigen Park.
    Eine ganze Weile genoss er seinen Spatziergang, das Singen der Vögel, das rauschen der Feigenbäumen, und auch die lesen Melodien einer Laute die in der warmen Sommerluft lagen.
    Laute?
    Ach ja diesen Mädchen meinte ja etwas von Tanzunterricht. Was Mutter da nur wieder angeschleppt hatte.
    Er konnte sich noch gut entsinnen vor seinem Aufbruch war es ein Maraskanicher Knabe, nicht mal 15 Götterläufe alt den sie auf einem Gauklerfest aufgegabelt hatte und meinte den Jungen behalten zu müssen.
    „Irgend jemanden zum Verwöhnen brauche ich doch, jetzt da auch du das Haus verlässt Lucan“ sagte sie damals.
    Nun ja, wenn es ihr belieb und sie mich in Ruhe lässt ist es mir recht, aber wo ist der Bengel eigentlich abgeblieben?
    Eine ganze Weile streifte der Granden Sohn durch die verschlungenen Pfade biss ihn einer von diesen zurück auf den Hauptweg brachte.
    Gedanken versunken folge er der gepflasterten Straße zurück Richtung Residenz.
    Wie lange er wohl diesmal Landgang hatte?
    Sicher würde die Orchidee bald wieder in See stechen da es zurzeit einige Unruhen, verursacht von Piraten auf den beliebten Handelsruten gab.
    Nun ja, auf jeden Fall musste er sich heute noch bei der Garnison melden, um neue Befehle entgegen nehmen zu können, außerdem stand ihm noch einiges an Sold zu von der Zeit auf See.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 28.06.2009, 21:01


    Als die letzten Noten von der laute herrührten blieb Amaraine auf einem Knie kniend sitzen, fand ihre Endpose und atmete durch, sie hatte wirklich ihr Bestes gegeben, hiffte nun, dass auch ihr Lehrmeister dies so sehen würde.
    Natürlich war sie erschöpft, schließlich war sie die ganze Zeit in Bewegung gewesen, dazu noch das enge Kostüm...
    Kurz darauf hörte sei einen leisen Applaus, anscheinend hatte es dem mann wirklich gefallen, denn freudnlich lächelnd nickte er ihr zu ehe er seine Laute weglegte.
    ,,Ja, genau so habe ich mir das vorgestellt, meine Liebe, sehr sehr schön.''
    Er griff nach seinem Gehstock, sofort war sie neben ihm um ihm ausfzuhelfen, nahm dann die Laute an sich, sie würde sie zurück in die Residenz bringen wenn sie ihn verabschiedet hatte.
    Zusammen mit der jungen halbelfe und noch etwas über dies und das plaudernd machten sich der Tanzlehrer auf den Weg zum Tor des Anwesens, wo bereits eine Kutsche vorstand oder wohl eher noch immer, denn den Weg hierher wollte niemand ihm mehr zumuten.
    ,,In den nächsten tagen wirst du ohne mich auskommen müssen, ich bin leider anderweitig eingespannt, aber ich glaube...''
    Er machte eine kurze Pause, maß Amaraine einmal, die mit der Laute vor dem Körper neben ihm herging.
    ,,...so oft werde ich bei dir nicht mehr kommen müssen, denn langsam fällt mir nichts mehr ein, was ich dich noch lehren sollte.''
    ,,Sagt das nicht, ich bin noch lange nicht. Aber ich werde Euch jetzt schon vermissen, dessen seid gewiss, schließlich seid ihr sonst jeden Tag hier.''
    Amaraine erwiederte das Lächeln freudig, nickte ihm noch einmal zu, sah dann zu wie ihr Lehrer in die Kutsche stieg und diese kurz darauf von dannen rollte.
    Sie selber wand sich um, strich sie die Haare, die sich etwas aus ihrer Frisur gelöst hatten von ihrer Schulter ehe sie den Kiesweg zurück zum Hauptgebäude in Angriff nahm und ihm auf seinen leicht geschlängelten Pfaden folgte.
    Sobald sie drinnen wäre, würde sie ersteinmal eine ganze Karaffe Tee hinunterstürzen um sowohl der Anstrengung als auch der langsam aufkeimenden Wärme vorzubeugen.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    JesusFreak - 29.06.2009, 18:51


    „Wie ist es gelaufen?“
    Sayid, der soeben die ausladende Doppeltreppe der Empfangshalle hinunter schritt, wandte den Kopf Richtung der großen, ganz in weißer Farbe gehaltenen, Eingangstür wo ihn eine untersetzte Gestalt erwartete. Forax, sohn des Arulax tippte ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden. Der Zwerg hatte auf Sayids Wunsch hin in der Eingangshalle gewartet, da der Zauberer zunächst allein mit dem Granden hatte reden wollen, was dieser murrend akzeptiert hatte, jedoch nicht ohne einige derbe Flüche in seiner Muttersprache auszustoßen, die Saiyd zum Glück nicht verstanden hatte.
    „Er ist stur wie ein andergastischer Esel“, erwiderte der Magier finster. „Schlimmer noch als früher.“
    Forax verschränkte die Arme vor der Brust, die von einem alten aber immer noch tadellosem Kettenhemd umspannt wurde. Trotz der schwülen Hitze die auf Al`Anfas Straßen herrschte, hatte sich der Zwerg nicht dazu überreden lassen außnahmsweise auf seine Rüstung zu verzichten. Selbst seinen schweren Lederhelm trug er trotzig auf seinem rundlichen Kopf.
    „Ja was hast du denn erwartet?“ Brummte Forax zurück, als sein Gefährte das Ende der Treppe erreicht hatte und mit raschen Schritten auf den Ausgang zusteuerte. „Das er ihn dir freiwillig überlässt?“
    „Ja!“ Knurrte Saiyd. „Er weiß so gut wie ich, wie wichtig die ganze Sache ist.“
    Forax hatte inzwischen dir wuchtige Tür aufgestoßen und war nach draußen marschiert, dicht gefolgt von dem grimmig dreinblickenden Magier.
    „Und was jetzt?“ Fragte der Zwerg ohne zu seinem Begleiter aufzuschauen.
    Saiyd schnaufte vernehmlich.
    „Ich habe ihm Bedenkzeit gegeben“, murmelte er.
    „Aha, Bedenkzeit“, meinte Forax lachend, ohne das dabei auch nur die kleinste Spur von Humor in seiner Stimme lag. „Und was erwartest du dir davon? Das er plötzlich einsichtig wird? Ich bitte dich.“
    Wieder schnaufte der Magier wütend, schluckte aber seinen Kommentar herunter, der ihm auf der Zunge lag.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 29.06.2009, 22:13


    An den Stallungen vorbei über den großen Innenhof schlenderte der Granden Sohn gemütlich zu dem weißen Eingangsportal.
    Schon vom weiten sah er das die Tür offen stand und zwei Gestalten im schatten des Einganges standen.
    Einer davon viel stark auf den seine Statur war recht zusammengestaucht, auch blitzte Metall an seinem Körper auf.
    Eine Rüstung?
    Mit einem kurzen Blick zur Seite erspähte Lucan einen Hausklaven den er auch gleich andeutete her zu kommen, was dieser auch unverzüglich mit gebeugtem Rücken tat.
    „Du! Kannst du mir sagen wer diese Männer dort vorne sind?“
    Mit einer kurzen Handbewegung deutete er auf die Gestalten die sich anscheinend angeregt über etwas unterhielten, leider waren sie noch zu weit entfernt als das Lucan etwas mit bekommen konnte.
    „Diese Männer waren bei eurem Vater euer Exzellenz. Sayid ist der Name des großen Herren mit der Robe. Mehr weiß ich nicht euere Exzellenz. Verzeiht. “
    Noch tiefer ging der Sklave in die Knie, er hatte doch eine gewisse Furch vor dem groß gewachsenen Mann dessen Gesichtzüge nur selten seine Gedanken Preis gaben.
    Jedoch wussten alle Bediensteten im Hause das Lucan der Letzte war von dem man Angst haben musste.
    „Danke du kannst gehen.“
    Lucans ruhige verträumte Art wurde bei der Dienerschaft sehr geschätzt, meist sprach er erst gar nicht mit ihnen, beanspruchte selten Hilfe wie sie auch nie zu Recht.
    Warum sollte er auch, er hatte doch einen gesunden Körper.
    Wieso sollte man das nicht nutzen und alles selbst in die Hand nehmen.
    Außerdem mochte es Lucan einfach nicht verhätschelt zu werden.
    Einige Momente beobachtet er die fremden bevor ihn seinen Füße weiter Richtung Eingang trugen…



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 30.06.2009, 14:28


    Als der Kiesweg in ein Pflaster übering sah Amaraine wie Lucarn ebenfalls anscheinend auf dem Weg zum Anwesen war.
    So lange hatte seine Mutter den jungen Grandensohn noch aufgehalten?
    Kurz musste sie schmunzeln, fing sich dann allerdings schnell wieder als sie weiter weg zwei Gestalten ausmachen konnte.
    Eine kleine Gedrungene und eine Hochgewachsene, in einer Art Robe, wohl ein Magier, die gerade die Türen der residenz verließen und sich angeregt unterhielten.
    Sofort war die Neugier der Halbelfe geweckt eund sie beschleunigte ihre Schritte, um Lucarn einzuholen, blieb dann knapp zwei Meter hinter ihm stehen.
    ,,Exellenz?'' fragte sie höfflich nach, machte einen kleinen Knicks als sich der Schwarzhaarige zu ihr umwand.
    ,,Schön, Euch so baldig wiederzutreffen. Sagt, wisst Ihr, wer die zwei Herren dort drüben sind? Ich muss zugeben, dass sie nicht so scheinen, als würden sie von hier kommen.''
    Mit leuchtenden Augen schaute Amaraine zu dem anderen auf, den Disput von heute Morgen hatte sie schon wieder vollkommen vergessen, viel zu interessant waren die jetztgen Entwicklungen.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 30.06.2009, 17:02


    Lucan wand sich um, musterte kurz die Tänzerin bevor er weiter ging und ihr dabei eine Antwort gab.
    „Das kann ich dir nicht sagen meine Liebe ich sehe diese Männer zum ersten Mal.“
    Schließlich umrundeten die Beiden den großen Springbrunnen in der Mitte des Vorhofes und kamen in das Blickfeld der beiden Fremden.
    Scheinbar hatte diese ihr Gespräch beendet und marschierten nun aus der Tür hinaus.
    Schweigend stapfte der Grandensohn ihnen entgegen, die Augen musternd auf dem Zwergen gerichtet.
    Ein Kettenhemd ? Bei dieser Hitze.
    Vielleicht ein Leibwächter von dem Anderen.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    JesusFreak - 30.06.2009, 18:19


    „Khorim hat keine Ahnung, worauf er sich da eingelassen hat“, meinte Sayid schließlich, wobei er das Kunststück vollbrachte seine Miene noch verdrießlicher wirken zu lassen, als sie es ohnehin schon gewesen war. „Die Dinge werden nur unnötig kompliziert, wenn er sich weiterhin weigert. Er wird noch...“
    Der Magier verstummte plötzlich und blieb wie vom Donner gerührt stehen. Ein eisigkalter Schauer rannte ihm den Rücken hinab und seine Nackenhaare richteten sich kerzengerade auf. Unwillkürlich verkrampfte sich seine Rechte, die seinen Stab umklammert hielt, so sehr, das die Fingerknöchel weiß wurden.
    Irgendetwas geschah hier. Etwas entsetzliches. Das ungute Gefühl, das in dem Moment begonnen hatte, als er seinen Fuß auf das gewaltige Gelände des Granden-Anwesens gesetzt hatte, wurde nun zu einem wahren Sturm in seiner Magengegend, so das Sayid schon befürchtete sein spärliches Frühstück wieder ans Tageslicht befördern zu müssen. Dann hörte er die ersten Schreie.
    Der Magier fuhr auf dem Absatz herum. Er stürmte durch das Eingangsportal, das er gerade noch so gemächlich durchschritten hatte und stolperte in die Empfangshalle. Was er sah, ließ ihn für einen Moment geradezu erstarren.
    Der weiße Marmorboden der Halle war direkt am Fuße der großen Treppe in eine Lache von tiefen, dunklen Rot getaucht, die sich in einer makaberen Schleifspur die Stufen hinauf in das erste Stockwerk zog.
    „Forax!“
    Sayids eindringlicher Ruf, ließ den Zwerg fast augenblicklich ebenfalls in die Eingangshalle stürmen. In der linken hielt er seinen Lindwurmschläger, jene gefürchtete zwergische Handaxt, die schon so manchen Feind der Angroschim einen raschen Tod beschert hatte.
    „Was bei Angroschs Bart...“, der Zwerg brach ab und wechselte einen raschen Blick mit dem Zauberer.
    „Nach oben“, kommentierte Sayid die stumme Frage seines Freundes und fast gleichzeitig stürmten die Gefährten die Treppe hinauf.
    Es war leicht der grauenerregenden Spur zu folgen, zeichnete sie sich doch deutlich auf dem Fußboden ab. Am oberen Ende der Treppe machten sie dann den ersten grausigen Fund.
    Auf dem Boden, lag der abgetrennte Arm eines Menschen.
    Für einen Wimpernschlag starrte Sayid das blutige Körperteil an, das scheinbar geradezu aus seinem früheren Besitzer heraus gerissen worden zu sein schien.
    „Weiter!“
    Forax befehlende Stimme riss den Magier aus seinen Gedanken. Er nickte kaum merklich. Die Jagd ging weiter. Die Schleifspur zog sich durch das gesamte Stockwerk, wurde jedoch zunehmend schwächer, wahrscheinlich einzig und allein aus dem Grund, das die arme Seele, zu der das Blut gehörte, inzwischen nichts mehr davon besaß.
    „Was für eine drachische Schurkerei ist das nun wieder?!“ Keuchte Forax dem die Rennerei sichtbar zu schaffen machte. „Wer tut so etwas?!“
    Nicht wer, korrigierte der Zauberer seinen Freund in Gedanken, sondern viel ehr was.
    Denn allmählich wurde die Vermutung welches Geschöpf dieses Blutbad angerichtet hatte, zu einer mehr als schrecklichen Gewissheit, denn die Spur führte direkt zu Khorim Tulames Arbeitszimmer.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 01.07.2009, 15:55


    Die lauten Schreie die aus der Residenz drangen hallten über den gesamten Innenhof und ließen die Bewohner des Grandes Anwesens in ihrer Bewegung schlag artig erstarren.
    Dutzende Augenpaare wandten sich zu dem Sandsteinfarbenen Gebäude um, in der Hoffnung den Auslöser der Schreie zu erspähen.
    Aus allen Teilen des Hofes eilten Bewaffnete herbei, 7 an der Zahl.
    Auch Lucan fuhr herum als er die Schmerzenslaute vernahm, wechselte kurz einen fragenden Blick mit der Tänzerin, um schließlich schnellen Schrittes in das Gebäude zu hasten.
    Aus dem Augenwinkel konnte er noch erkennen wie die zwei fremden im dunkel der Eingangsforte verschwanden.
    An der Tür angekommen bot sich dem jungen Mann ein entsetzlicher Anblick.
    Blut überall auf dem weißen Boden vor und auf der geschwungenen Treppe.
    Abrupt blieb er stehen und starrte die Treppe hinauf, einige Sekunden brauchte Lucan um diese grauen zu verarbeiten, bevor er mit lauter schallender Stimme nach dem Wachpersonal rief.
    Drei der gerüsteten Männer die kurz nach ihm das Haus betreten hatten stürzten herbei.
    “Euer Exzellenz? Was ist geschehen?“ fragte einer der Mannen mit besorgter Stimme während seine Augen die Treppe begutachteten.
    „Weiß ich nicht.“ Herrschte Lucan diesen an. „Lasst die Eingänge bewachen! Und ihr zwei kommt mit mir.“
    Er deutete auf die beiden anderen und riss, fasst gleichzeitig dem Dritten seine Waffe einen in Al’Anfa gängigen Sklaventot aus der Hand.
    „Nach oben.“ Fügte er seinem Satz noch knapp hinzu, bevor er auch schon die Stufen hinauf stürmte und mit einigen langen Schritten etliche der Marmorabsätze übersprang.
    Oben angekommen musste er sich am Geländer fest halten um nicht auf der tiefroten Blutlache, in der ein abgetrennter Arm grotesk zerfetzt lag, aus zu rutschen.
    „Was zum…!“ stieß Lucan hervor stoppte dann aber mitten im Satzt um, vom ersten Schock erholt mit seinen zwei Begleitern weiter zu hasten, der nicht zu übersehenden Schleifspur entlang, den Fremden hinter her.
    Noch einige Abzweigung führe die groteske Spur über den Boden und Lucans Befürchtungen das sie am den Arbeitszimmer seines Vaters endete wurden Gewissheit.
    Auch der Zwerg und sein in Robe gewandeter Freund eilten einige Meter vor dem Grandensohn in diese Richtung.
    „Halt! Ihr dort stehen bleiben.“ Brüllte einer der Wachen mit keuchender Stimme.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 01.07.2009, 17:38


    Amaraine schreckte zusammen als sie den Schrei hörte, ihre wurde sofort kalt und es schien ihr, als würde sich eine eiskalte Klaue um ihr Herz legen.
    Nach einem kurzen Blickaustausch mit dem Grandensohns hastete dieser sofort mit mehreren Wachen los, sie selber schluckte einmal ehe sie sich deutlich langsamer ebenfalls dem Gebäude näherte und kaum an der Tür angekommen sich in das dunkle Holz krallen musste als sie spürte, wie sich ihr Mageninhalt beim Anblick des Blutes einen Weg nach oben bahnen wollte.
    ,,...was...'' brachte sie knapp heraus, unfähig den Blick vom Blut abzuwenden während ihr die Knie weich wurden und sie das gefühl hatte, Watte auf den Ohren zu haben, da alle Geräusche nur ghedämpft zu ihr durchdrangen.
    Was war hier im Namen der Zwölf passiert??
    Wie konnte sich so ein Szenario, welches Albtraumreif war, am helligten Tage unter Praios-Schein ereignen?
    Taumelnd machte die junge Halbelfe zwei Schritte nach vorne und gleich wieder einen zurück als ihr der Blutgeruch wie eine Welle entgegenschlug und über ihr zusammenbrach.
    Erneut spürte sie Galle in ihrem rachen, schluckte den bitteren Saft allerdings tapfer herunter.
    Ihr Blick irrte durch den Raum, Lucarn schien mit einigen Wachen nach oben gerannt zu sein, sollte sie ihm folgen?
    Sicher würde sie kämpferisch keine große Hilfe sein, aber vielleicht brauchte er Beistand, wusste sie schließlich nicht ob selbst der junge Rabensoldat bei diesem Anblick von Furcht ergriffen sein würde.
    Mit dem größtmöglichen Abstand umrundete Amaraine die Blutlache, hangelte sich dann am Treppengeländer hinauf, stehts darauf bedacht möglichst viel Abstand zwischen sich und den roten Lebenssaft zu bringen.
    Gerade erklomm sie die letzten Stufen als sich das Bild des abgetrennten Armes in ihre Blickreichweite drängte.
    Diesmal schaffte sie es nicht ihren Mageninhalt bei sich zu behalten und erbrach bitten Magensaft auf die marmornen Stufen, rutschte darauf an dem Geländer hinab, ihre Beine gaben ihren Dienst auf.
    Unbemerkt rannen ihr bereits Tränen die Wangen hinab, ihr Geist war so fern, dass sie es gar nicht mitbekam wie eine Wache sie an der schulter packte und schüttelte, als dann keine Reaktion kam einfach auf den Arm nahm und in Sicherheit bringen wollte...



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    JesusFreak - 02.07.2009, 15:39


    Sayid blickte in das Gesicht eines, vor puren Grauen erstarrten, Bediensteten. Der Mann, der ganz offensichtlich mohischer Abstammung war, saß mit vor Schreck geweiteten Augen in einer Ecke des langes Korridors. Die Beine hatte der arme Teufel dicht an den Oberkörper gezogen und hielt sie krampfhaft mit den Armen umklammert. Dabei wippte er vor und zurück, ganz so, wie eine Kinderwiege die einen Säugling in den Schlaf schaukelte.
    Der Zauberer riss sich von dem Anblick los. Dieser Mann war im Augenblick keine Hilfe und vermutlich würde noch eine ganze Weile vergehen, bis er sich von dem Anblick dessen erholt hatte, was er vor kurzen erblickt hatte, wenn überhaupt.
    „Die Spur endet hier“, stellte Forax schwer atmend fest.
    Der Zwerg hatte breitbeinig im Gang Aufstellung genommen und hielt seine Axt fest in der Hand, auch wenn diese, sonst so tödliche Waffe, gegen die Kreatur die für diesen Schrecken verantwortlich war, wohl kaum etwas ausrichten würde.
    „Sieh!“
    Der Zwerg deute auf die Tür des Arbeitszimmers, in dem Sayid sich vor wenigen Minuten noch mit Khorim Tulames unterhalten hatte. Die Tür war geschlossen.
    Und davor lag der schrecklich verrenkte Leib eines Menschen. Der linke Arm dieser erbarmungswürdigen Gestalt, war auf entsetzliche Weise, brutal aus seinem Körper gerissen worden und dort wo sich das Gliedmaß einst befunden hatte, waren nun nur noch Fetzen von groben Fleisch und Knochen zu sehen. Am schlimmsten war jedoch, der Ausdruck purer Qual und namenlosen Schreckens auf den Gesichtszügen des Mannes.
    Sayid zog scharf die Luft ein.
    Hinter ihnen erklang lautes Gebrüll. Einige Männer in der Kleidung der Wachsoldaten, die der Magier bereits am Tor des Anwesens gesehen hatte, kamen den Korridor entlang gestürmt, angeführt von einer Person, bei der sich Schwester Tsa offensichtlich nicht entscheiden konnte, ob aus ihr ein Mann oder eine Frau hatte werden sollen.
    Den Enthusiasmus dieser Herrschaften in allen Ehren, aber eine Schar Fragen stellender und kragelender Wachleute, konnte der Zauberer jetzt wirklich nicht gebrauchen. Seine arkanen Kräfte konnte er allerdings nicht gegen sie einsetzten, da er alle seine astrale Macht für die Wesenheit benötigen würde, die hier ihr Unwesen trieb. Warum kam die Kavallerie auch immer im falschen Moment?!
    „Bleibt zurück ihr Narren!“ Fauchte Sayid und machte ein entsprechende Geste mit der Hand. „Und macht keine unbedachten Bewegungen. Sonst fahren wir alle zu Boron.“



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 02.07.2009, 19:58


    Durch das langsame Wackeln und aufsteigendes Gebrüll riss es Amaraine langsam wieder aus der Dunkelheit hinaus, ihr Kopf dröhnte uns sie hatte einen belegten Geschmack auf der Zunge.
    Noch immer benommen sah sie sich um, sah nun, dass sie sich auf dem Arm einer der Wachen befand, der sich jetzt gerade hinkniete und sie auf den Boden geliten ließ.
    ,,Ich denke, hier drinne sollte es sicher sein. Bitte bleibt hier drinnen und kommt nicht heraus, egal was da draußen vor sich gehen möge.''
    Damit stand er auf und ehe Amaraine auch nur ein Wort erwiedern konnte hatte er den Raum verlassen und dem klickenden Geräusch nach zu urteilen, sogar abgesperrt.
    Nur halb ließ die Halbelfe den Blick durch den Raum gleiten, es war eine Art Arbeitszimmer, aber ein sehr kleines, also sicher nicht das des Hausherren, außerdem schien es lange nicht genutzt worden zu sein.
    Wackelig stand Amaraine auf, musste sich ersteinmal an dem Bücherregal neben sich fetshalten um nicht gleich wieder auf dem Hosenboden zu landen.
    Sie legte sich eine Hand an den Kopf, versuchte so den Schmerz aus ihrem Kopf zu vertreiben, taumelte dann so auf die Tür zu und klopfte dagegen.
    ,,Hallo? Ist dort draußen jemand? ich will nicht hier drinnen bleiben, unwissend, was da draußen ist!!''
    Von drauße drang allerdings kein geräusch zu ihr hinein, anscheinend war niemand in der Nähe.
    Gerade wollte sie noch einmal lauter rufen als es plötzlich dunkel wurde im Raum, sie wieder von diesem kalten Schauer gepackt wurde wie unten am Eingang.
    Panisch wand sich Amaraine um, sah gerade noch wie ein Schatten, der wohl das Fenster verdeckt und den Raum so ins Dunkel getaucht hatte, verschwand.
    hatte sie sich das eingebildet?
    Spielete ihr ihr Geist einen Streich und wollte sie Dinge galuben lassen, die nicht da waren oder war hier wirklich ein Grauen im Gange, das keinen Namen kannte.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 02.07.2009, 21:02



    Ein Handsignal des Granden Befahl den Wachen ruhig zu sein.
    „Wartet hier!“
    Langsam mit kampfbereiter Klinge näherte sich Lucan den Beiden Fremden.
    Mit 4 Meter abstand trat er zu ihnen heran, ließ dabei den Zwergen und seine Axt nicht aus den Augen und Antwortete in einer leisen ernsten Stimmlagen auf die Aussage des Robenträger wobei er das Narren schlichtweg überhörte.
    „Wer seid ihr?“
    Sein Blick streifte für einen kurzen Augenblick die Leiche auf dem Boden und ließ ein kaltes Zucken durch seinen Leib fahren das ihm jegliche Beherrschung über seine Mimik versagte.
    „Was ist hier geschehen?“ pustete er mit einem gleichermaßen entsetzten wie angewiderten Gesichtsausdruck durch seine Lippen.
    Lucan kannte den Sklaven der dort so entsetzlich zureichtet verblutete war.
    Er gehörte zu den Leibdienern seines Vaters, ein folgsamer, tüchtiger Moha und war bereits seit etlichen Jahren im besitz seiner Familie gewesen.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    JesusFreak - 04.07.2009, 14:00


    Was war an den Worten “bleibt zurück“ nur so ungeheuer schwer zu verstehen gewesen?!
    Zwar besaßen die Wachsoldaten genügend Intelligenz ausreichend Abstand zu halten, aber das galt scheinbar nicht für ihren Anführer und um das ganze noch schlimmer zu machen begann der junge Mann auch noch herum zu faseln. Sayid neigte normaler weise nicht zu impulsiven Reaktionen, aber in diesem Fall war er fast so weit eine Ausnahme zu machen. Gerade wollte er zu einer scharfen Antwort ansetzten, die den Jungspund wieder von Ort des Geschehens vertreiben sollte, als sich erneut seine Nackenhaare aufrichteten. Mit weit aufgerissenen Augen fuhr der Zauberer herum und starrte in den Korridor, der an der Tür zu Khorims Arbeitszimmer endete.
    Etwas war hier!
    Hätte der Zauberer in diesem Moment in das Gesicht eines der anderen Anwesenden geblickt, so hätte er erkannt, das auch sie spürten, das etwas schreckliches in Begriff war in diesen Welt einzudringen.
    Und dann kam es!
    Keine fünf Schritt von Sayid entfernt manifestierte sich ein stinkender, grüner Nebel, der mit rascher Geschwindigkeit an Form gewann. Entsetzt sah Sayid dabei zu, wie der Atmenluft verpestende Rauch Gliedmaße und einen Körper bildeten der schrecklicher kaum sein konnte. Wenige Wimpernschläge später stand eine Wesen... eine Kreatur... vor ihnen, die aus dem Abgründen der Niederhölle selbst gekrochen zu sein schien. Der Dämon war nicht einmal besonders groß, aber auf jene grauenerregende Art dürr, wie es besonders abstoßenden Insekten zu eigen war. Überhaupt erinnerte das Monstrum an einen Vertreter aus dem Volk der Insekten. Der zuckende, in abgehackten Bewegungen herum fahrende Kopf, glich der pervertierten Version einer Gottesanbeterin und wo bei einem Menschen üblicherweise die Armee und Hände saßen, trug diese Kreatur zwei rasiermesserscharfe, sensenartige Klauen die unablässig grünen, ätzenden Schleim absonderten. Der gesamte Körper, war von einer chitinartigen Schicht überzogen und endete in vier dürren, haarigen Beinen und einem ausladenen Hinterleib. Das schlimmste jedoch waren die sieben gut sichtbaren Hörner, die auf der Stirn der Kreatur prangten und einen deutlichen Hinweis auf die Stärke des Dämons lieferten. In dieser Welt gab es nicht viele Dinge, die es an Mordlust und Zerstörungspotenzial mit einem Siebengehörnten aufnehmen konnten.
    Hinter Sayid erklangen erstickte Schreie und auch der Zauberer musste als seinen Willen aufbieten, um der Furcht erregenden Auro des Dämons stand halten zu können. Alles in ihm schrie danach auf der Stelle herum zu fahren und sein Heil in der Flucht zu suchen. Doch mit einer ebenso starken Gewissheit ahnte der Zauberer, das dies nur mit seinem Tode enden würde und vermutlich auch mit dem Ableben aller anderen Anwesenden.
    Dämonen waren oft immun gegen gewöhnlichen Stahl, so das Waffen aus diesem Material nicht einmal einen Kratzer anrichten konnten. Selbst gegen magische oder gar geweihte Klingen, konnten diese abgrundtief bösartigen Geschöpfe resistent sein.
    „Itzirrmah!“
    Die Stimme des Zauberers zitterte merklich, aber er blieb dennoch standhaft.
    Kaum war sein Name erklungen, erschien das Feuerelementar und warf sich mit einem feurigen Aufschrei auf den Dämonen, der praktisch den natürlichen Erzfeind der Ordnung repräsentierte. Doch das würde bei weitem nicht ausreichen...



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 05.07.2009, 12:29


    Von alle dem, was sich vor der verschlossenen Tür gar nicht so unweit von ihr abspielte bekam Amaraine nichts mit, momentan war sie in ihrer eigenen kleinen Welt, doch wollte nichts anderes, als dieser Zimmer entfliegen.
    Nach mehrmaligen gegen die Holztür Stemmen war klar, dass sie dort nicht weiter kommen würde, dazu fehlte ihr einfach die Kraft.
    leicht zitternd wand sie sich dem Fenster zu, der einiziege weitere Zu- und Ausgang aus diesem Raum.
    Ganz langsam, jederzeit dazu bereit, die Flucht zu ergreifen und sich irgendwo zwischen Bücherstapeln und Schreibtisch zu verstecken machte sie die ersten Sritte auf das Fenster zu, gewarnt durch das, was sie eben dort vermutet hatte gesehen zu haben.
    Zögerlich legte sie die Finger an das Gals und schreckte für einen Augenblick zurück, für die temperaturen, die hier im Zimmer als wie auch draußen herrschen mussten, war die Schibe viel zu kalt, geradezu, als wäre sie aus Eis.
    Kurz rief sich die junge Halbelfe die Fingerspitzen an ihrer Hiose warm ehe sie erneut versuchte, die Scheiben aufzudrücken, welche dann mit einem Knirschen nachgaben, als würde man auf dünnen Eis laufen, dass unter dem eigenenGewicht nachgab.
    Sofort schlug ihr eine fast ekelhafte Wärme entgegen, so dass sie verlockt war, das Fenster sogleich wiedr zu schließen, doch die Scheiben, die sie mit geweiteten Augen anstarrte, zefielen kaum geöffnet in hunderte kleine Kristalle, die darauf langsam zu Boden rieselten.
    Amaraine schluckte einmal, schaute denn über die Fensterbank hinab, unter ihr lag der Garten und gleich unterhalb des Fensters eine Art Sims, der ungefähr einen Fuß breit einmal um das ganze Haus zu führer schien.
    Früher war er ihr nie aufgefallen, aber vielleicht war es jetzt ihre einziege Rettung hier heraus in ein anderes Zimmer zu gelangen und schließlich hinaus aus diesem haus, in dem es nicht mit rechten Dingen zuzugehen schien.
    Nach einem letzten Stoßgebet stemmte sie sich auf das Fensterbrett und setzte vorsichtig den ersten Fuß auf den Sims, belastete diesen kurz, aber die steinerne Konstruktion schien sie zu halten.
    ,,Du schaffst das, stell dir einfach vor, das wäre eine Einloage bei einer Darbietung...du schaffst das...'' redete Amaraine sich selber immer wieder leise ein als sie nun auch das zweite Bein über die ´Fensterbank schwang, dich allerdings an den leeren Fensterrahmen noch festkrallte, falls sie doch plötzlich den schmalen Boden unter den Füßen verlieren sollte.
    ,,Einfach nicht hinunter sehen, es ist gar nicht weit bis zum nächsten Fenster...und du bist doch sehr trittsicher. Es kann also gar nichts schief gehen, nur ruhig bleiben...du schaffts das...''
    Sich so slebst ermutigend machte sie der ersten Schritt gen neuem raum mit hoffentlich besseren Aussichten auf Entkommen.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 05.07.2009, 14:43


    Wie erstarrt blieb der Adlige stehen, als diese niederhöllische Kreatur sich manifestierte.
    Angst durchzuckte seine steifen Glieder.
    In seinen Kopf schrie alles auf er solle fliehen, Weg laufen, sich in Sicherheit bringen, so wie seine Wachmänner es taten, doch seine Beine gehorchten ihm nicht.
    Entsetzt konnte er nur das dieses Wesen starren.
    Was war das für eine Kreatur, hatte der Magier es gerufen?
    Nein sicher nicht.
    Aber was wollte es hier?
    Als schließlich noch ein Feuerelementar scheinbar aus dem Nichts auftauchte und man die stechende Hitze des Flamenkörpers auf dem Gesicht spüren konnte verschwand auch sein letzter Rest an Selbstbeherrschung und Lucan sackte zusammen um bewusstlos auf den Steinboden liegen zu bleiben.
    Von seinen Wachmannen war längst nichts mehr zu sehen.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    JesusFreak - 06.07.2009, 14:41


    Nur unter Zuhilfenahme all seiner geistigen Reserven, gelang es Sayid seine Gedanken zu ordnen und sich auf den niederhöllischen Feind zu konzentrieren, dessen finstere Kraft an seiner Seele selbst zehrte. Schon viele Mal in seinem Leben war er auf Dämonen und ihre Günstlinge gestoßen, doch niemals zuvor war ihm eine solch mächtige Kreatur des Chaos begegnet. Welche Macht auch immer dieses Wesen herbeigerufen hatte, sie war stärker als der Zauberer, sogar um ein Vielfaches. Ihr bloßer Anblick brachte Wahnsinn und unsägliche Pein, ja es schien fast so, als fresse sich ein Teil der Monstrosität selbst in seinen Geist, um ihn von innen heraus zu zerfetzten. Längst war Sayids Gesicht zu einer Fratze puren Entsetzen erstarrt und er hatte es nur den jahrelangen geistigen Übungen zu verdanken, die ihm seine Lehrmeister immer wieder aufs neue eingeschärft hatten, das er nicht auf der Stelle den Verstand verlor.
    Selbst der unnachgiebige Forax, in dessen Wortschatz das Wort Furcht nicht einmal vorkam, stand wie zu einer Salzsäule erstarrt da, seine kräftigen Hände zitternd um den Griff seiner Axt krampfend. Auch der schwarzhaarige Fremde war, vom Schrecken übermannt, in Ohnmacht gefallen. Sayid war fast soweit, den jungen Mann zu beneiden.
    Die einzige Kreatur die unbeirrt ihren Angriff gegen den namenlosen Schrecken führte, war der Feuerelementar. Mit der alles verzehrenden Wut auf alles niederhöllische, hieb der Dschinn mit feurigen Klingen, auf seinen Gegner ein. Zischend fuhren die flammenden Säbel auf den Dämon nieder... und prallten wirkungslos an der diamantenharten Panzerung des Ungeheuers ab. Itzirrmah brüllte zornig auf, obwohl es ehr klang als gieße man Wasser auf heiße Kohlen. Erneut führte der Elementar einen blitzschnellen Angriff gegen den Insektendämon aus und wieder zeigten selbst die glühenden Klingen, die in der Lage waren selbst massives Gestein zu zertrennen, nicht die geringste Wirkung.
    Und dann folgte der Gegenangriff.
    Der Dämon fuhr mit einer Bewegung, die zu schnell war um sie wirklich wahrnehmen zu können, herum und zog seine Klauen einmal quer über den flammenden Torso des Feuerelementares. Stinkender, schwarzer Qualm schoss aus der feurigen Narbe hervor, die die schrecklichen Waffen der Kreatur hinterließen. Itzirrmah brüllte ein zweites Mal, noch wütender als zuvor. Der Dschinn spürte keine Schmerz, denn solche Empfindungen waren Wesen wie ihm vollkommen fremd, doch der Treffer hatte einen erheblichen Teil seiner Essenz, die in an diese Welt band, vernichtet. Noch zwei weitere Treffer würde der Elementar nicht überstehen.
    Der zornige Ruf seines beschworenen Begleiters, riss Sayid jedoch endlich aus seiner Versteinerung. Urplötzlich begannen seine Gedanken zu rasen, so als wollten sie die wenigen Momente, in denen er den Dämon fassungslos angestarrt hatte, wieder wett machen.
    Die Hand des Zauberers fuhr unter seine Robe, nur um augenblicklich wieder hervor gerissen zu werden. In der geballten Rechten war ein unscheinbares Steinplättchen erschienen, das der Magier mit Wucht zu Boden schmetterte. Die unförmige Scheibe zerbarst und verteilte ihre Bruchstücke auf den Boden... und diese begannen plötzlich zu rotieren und wie wild herum zu tanzen. In ihrem, scheinbar willkürlichen Reigen, zogen die Splitter fingerdicke Linien in den Marmorboden, die sich in Windeseile jedoch zu einem komplexen, verschlungenen Muster zusammenfügten. (Jetzt habe ich deinen Teppich kaputt gemacht^^)
    Wenige Herzschläge später, war zu den Füßen des Zauberers ein, mit mystischen Zeichen versehenes, Pentagramm entstanden, dessen Genauigkeit und perfekte Geometrie selbst einen zwergischen Architekten vor Neid erblassen lassen würden.
    Sayid schloss die Augen und sammelte all seine magisch Kraft für jenen mächtigen Bannzauber, der den schrecklichen Dämon von dem Angesichts Deres schleudern sollte. Normalerweise hätte er sich erst langwierig mit dem Anfertigen des Pentagramms beschäftigen müssen, doch dank des gebundenen Erzelementargeistes in dem unscheinbaren Steinplättchen, hatte er sich dies erspart. Viele Anfänger, die sich der Entschwörung zuwandten, hielten es oft für eine pfiffige Idee, sich ein entsprechend großes Pentagramm auf ein Kleidungsstück, wie etwa einen Umhang zu nähen, um damit gleich mit den Formel das Bannzaubers beginnen zu können. Eine äußerst dumme Idee, den wie leicht konnte so ein labiles Zauberzeichen durch einen einfachen Luftzug davon geweht, oder durch eine scharfe Schwertklinge zerstört werden. In den Boden geritzte Zeichen jedoch waren nicht so einfach zu entfernen.
    Doch allein diese Tatsache würde nicht viel nützen, wenn es Itzirrmah nicht gelang den Dämon lange genug aufzuhalten. Sayid hatte wahrscheinlich nicht mehr als einige Augenblicke, um seinen Zauber zu vollenden.



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    TheRealOni - 07.07.2009, 09:51


    Schritt für Schritt tastete sich Amaraine auf dem dünnen Steg außen am haus auf das nächstliegde Fenster zu, wollte sich gar nicht vorstellen, wie das bitte von unten aussehen würde.
    Mit zitternden Finger griff sie nach den Fensterläden des neues Raumes, war wirklich erleichtert, alleine schon bei dem Gedanken gleich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, nun musste sie noch da irgendwie reinkommen.
    Die junge halbelfe schaffte es vor dem Fenster in die Hocke zu geben, um durch die Scheiben hineinzuspähen.
    Diesmla handelte es sich es ein weitaus größeres Zimmer zu sein als jenes, in dem sie bis eben gewesen war, außerdem meinte sie eine Gestalt ausmachen zu können unter dem schweren Schreibtisch, aber da diese ihr den Rücken zugewand hatte und das Glas hier nicht vollkommen klar war konnte sie nicht weiter erkennen.
    Hoffentlich würde sie niemanden erschrecken wenn sie jetzt einfach hier so über das Fenster einstieg.
    Eben dieses war nun das Hindetrniss, welches es zu überwinden galt und sie wollte nicht noch eine Scheibe zerstören wie eben gerade.
    Gerade untersuchte sie die Ränder des Fensters, verdrängte dabei, dass sie noch immer hier auf dem Sims hockte als die Gestalt drinnen sich umwand und sie antstarret, dann mit schnellen, fast überhasteten Schritten auf sie zueilte und nun erkannte Amaraine auch, um wen es sich handelte.
    Der Mann, der gerade auf sie zustolperte war der Hausherr, vollkommen aufgelöst, das Gesicht von Angst verzogen begann er an den Schanieren des Fensters herumzufinger und es schließlich so schnell aufzustoßen, dass die Hlabelfe fast vom Sims gestürzt wäre hätte er nicht ihre Hand gepackt.
    Mit einer Kraft, die man dem Mann gar nicht zugetraut hatte riss er sie geradezu in den raum und schon schlug ihr ein ekelhafter Schwefelgeruch entgegen, sodass Amaraine mit sich kämpfen musste, sich nicht wieder zu übergeben.
    ,,Tur etwas, tu etwas!''schrie Khorim sie an, schüttelte sie dabei so heftig, dass ihr schwindelig wurde.
    ,,Er ist hier, vor der Tür, lass ihn nicht herein! Tu etwas!!''
    Zum Fragen, um was es sich handeln möge kam die junge Halbelfe gar nicht, schob man sie doch jetzt schon immer näher an die Tür heran, unter der ein schwarzer Nebel hindurchkroch.
    Langsam stieg auch in ihr wieder Panik auf, hatte sie doch, je näher sie der Tür kam, wieder dieses Gefühl einer Klaue, die sich um ihr Herz schloss.
    Irgenwie schaffte sie es, sich gegen das Schieben desn Granden zu stemmen und sich zu ihm umzudrehen, er starrte sie weiter aus angstgeweiteten Augen an, zitterte mitlerweile stark.
    ,,Exellenz...'' begann sie leise, musste husten als sie, sobald sie den Mund öffnete einen Schwall dieses Schwefelgestankes einatmete.
    ,,Versucht über das Fenster nach unten zu kommen...es ist nicht so tief, wie es aussieht und wenn ihr Euch an ausgestreckten Armen fallen lasst, wird sicherlich nicht so viel passieren wie wenn ich es tun würde.'' versuchte sie Khorim einzureden, schließlich war es bedeutend wichtiger, dass er diesem Schrecken entkam als sie.
    Kurz schien der mann vor ihr zu zögern, nickte dann schnell, rannte zum Fenster, hatte sie dabei aber immernoch am Oberarm gepackt und zog sie so mit sich, erst am Fenster angekommen löste er den schraubtsockartigen Griff.
    Er ließ den Blick aus dem Fenster nach unten schweifen, dort befanden sich einige Büsche, die seinen Sturz sicher zusätzlich noch federn würden, zudem war der Sims nur 3 Meter über dem Boden und der Grande alleine schon 2 Meter lang, also war es nur ein meter zu überbrücken.
    Erneut nickte Khorim, stieg dann auf den Sims, ließ sich dann an den Armen hinab und sprang das letzte Stück, verschwand dann für den Blick von Amaraine in den Büschen am Boden.
    Gut, das wäre egschaft, mit dem Gedankenh wand sie sich um und starrte die Tür an, unter der immer mehr Nebel hervorquoll, es fast so aussahe, als würde er sich bewegen und nach etwas suchen.
    Und nun?



    Re: "Das Schweigen des Raben"

    Asarhaddon - 13.07.2009, 20:28


    ----- Pause-----



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