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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Tjorven Forum: Haus Siebenstein Forenbeschreibung: Die virtuelle Rehaklinik für gestresste und verunfallte Romanfiguren von Hobby-Schreiberlingen. aus dem Unterforum: Jugendsünden Antworten: 4 Forum gestartet am: Donnerstag 07.12.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Die glorreichen Acht Letzte Antwort: vor 13 Jahren, 9 Monaten, 20 Tagen, 20 Stunden, 31 Minuten
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Re: Die glorreichen Acht
Tjorven - 07.06.2009, 20:47Die glorreichen Acht
Okay überredet :roll: Dann geb ich hier auch mal meinen Senf dazu, auch wenn's peinlich hoch fünf ist. :oops: :oops: Einige von den Hauptpersonen meines frühen 'Werkes' spuken ja eh schon hier im Forum herum.
Die glorreichen Acht oder die unglaubliche Reise zum Nordkap
Peter Messerschmidt und Benjamin Groß traten lachend aus dem alt¬ehrwürdigen Universitätsgebäude und gingen gemeinsam die Straße entlang.
"Mensch Peter,ich kann es noch gar nicht fassen,daß endlich Ferien sind!", schwärmte Benjamin. "Jetzt können wir 7 Wochen lang faulenzen und baden gehen und..."
"in diesem öden Kaff rumhocken,während alle anderen in den Urlaub fahren und sich meine Freundin vielleicht 'nen Anderen anlacht", ergänzte Peter. Benjamin seufzte tief: "Oh Mann,du hast ja recht! Sag bloß, du hattest auch Ärger mit Schneewittchen?" Schneewittchen,das war Peter's Freundin, die eigentlich Kristin hieß. Ihre Freunde nannten sie Schneewittchen denn genau so sah sie aus. Normalerweise war sie sanft wie ein Lamm aber jetzt hatte sie sich aus haargenau den selben Gründen mit Peter verkracht, aus denen Benny's letzte Freundin vor ein paar Monaten Schluß gemacht hatte: Die beiden
Jungs waren stinkenfaul, total chaotisch, ständig pleite und "hatten nichts weiter im Kopf als ihr blödes Rumgeklimper."(Benjamin besaß ein Keyboard, Peter eine Gitarre und zusammen spielten sie so ziemlich alles von Jazz bis Punk Rock.)
Nachdem sie eine Weile gemeinsam nachgegrübelt hatten, was sie in dieser aussichtslosen Lage tun sollten aber zu keinem Ergebnis gekommen waren,trennten sie sich schließlich tief betrübt und jeder ging nach Hause. Peter hatte ein Zimmer im Studentenwohnheim und fuhr auch in den Ferien fast nie nach Hause,weil er sich mit seinem Vater nicht gut verstand. Benjamin wohnte noch bei seinen Eltern die eine Autowerkstatt im Ort besaßen.
Am nächsten Morgen wurde Peter unsanft durch die Stimme eines Studienkollegen geweckt der ebenfalls im Heim geblieben war.
"Hey Alter,Telefooon!!!! Mach hin, Benny will was von dir.Er sagt,es ist wichtig." Peter rappelte sich mühsam auf und schlurfte in den Gemeischaftsraum, wo das Telefon stand. Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang enorm happy. Benny war aufgedreht wie ein frischgeölter Rennwagenmotor. Er verlangte,daß Peter sofort zu ihm kommen sollte, weil er ihm etwas ganz tolles zeigen müßte. Leise vor sich hinschimpfend machte sich dieser auf den Weg. Er kannte seinen Freund gut genug um zu wissen: Wenn der erst mal seinen Rappel kriegte, nützte ein Protest rein gar nichts. Dann tat man am besten, was er sagte und hoffte,daß der Anfall bald vorbei war. Bei den Groß angekommen wurde Peter von dem freudestrahlenden Benny über den Werkstatthof zu einem alten, klapprigen, knallroten Kleinbus geführt. "Was zum Kranich ist das?" fragte er entsetzt.
"Das,mein lieber Peter ist ein Bus", belehrte ihn Benny worauf er ernsthaft am Verstand seines Freundes zu zweifeln Begann.
"Mensch du Pletti,das seh' ich auch!" fauchte er. "Ich will wissen was an dem Ding so toll sein soll,daß du mich mitten in der Nacht aus dem Bett holst!" Benny erklärte ihm bereitwillig alles: Den Bus hatte er gestern von einem altem Freund seines Vaters geschenkt bekommen der damit nichts mehr anzufangen wußte. Aber Benny hatte große Pläne. Er wollte zusammen mit Peter und Kristin verreisen.
"Am besten,wir fahren nach Skandinavien. Davon schwärmt dein Schneewittchen doch so. Sie wird total hin und weg sein. Dann könnt ihr Versöhnung feiern und ich werd' mich anderweitig amüsieren ...na, du weißt schon", meinte er mit einem vielragenden Grinsen.
Doch Peter war von dieser Idee nicht sonderlich begeistert: "Die olle Rostlaube würd'ich nicht mal geschenkt nehmen. Und damit wollen wir durch Skandinavien zuckeln-na Mahlzeit!" Benny versicherte ihm, daß das Auto "wie eine Eins" fahren würde, und so eine Reise war natürlich schon verlockend, besonders wenn das mit der Versöhnung wirklich klappen sollte. Also stimmte er schließlich zu. Allerdings gab es da noch ein kleines Problem: Man konnte schließlich nicht einfach ohne einen Pfennig Geld in der Tasche losfahren. Benny brauchte sich darum keine Sorgen zu machen,denn seine Eltern waren ziemlich freigebig. Aber Peter erklärte, daß sein "Alter" keinen Pfennig rausrücken würde. Als Benny ihn fragte,ob er nicht irgendwelche anderen Verwandten anpumpen könnte, kam ihm jedoch die rettende Idee: sein Onkel Gustav. Das war der ältere Bruder seines Vaters,der als Professor für Deutsch und Geschichte am Gymnasium unterrichtete. Dieser Onkel hatte Peter 100 Mark zum Geburtstag geschenkt,obwohl er mit dessen Vater schon seit langem auf Kriegsfuß stand, und jetzt erhoffte sich Peter von ihm eine weitere finanzielle Unterstützung.
Die beiden Freunde verschoben die Planung auf den nächsten Tag und trennten sich. Beim nächsten Treffen machte Benny allerdings ein Gesicht,als ginge er zu seiner eigenen Beerdigung.
"Aus der Traum vom erholsamen Urlaub zu dritt! Schluß,aus Fini,Sela-Psalmende.."
"Moment mal!" unterbrach ihn Peter. "Was soll denn das heißen? Ich hab' Kristin schon alles erzählt. Sie ist ganz begeistert, und das Geld von Onkel Gustav hab' ich auch schon so gut wie in der Tasche. Was kann da noch schiefgehen?"
"Meine Schwester fährt mit!" stöhnte Benny. Babette Groß war 16 Jahre alt und, wenn man ihrem Bruder glauben durfte, die größte Nervensäge aller Zeiten. Eigentlich wollte sie mit einer Freundin wegfahren,aber das war ihren Eltern zu gefährlich erschienen. Als sie nun von der Idee ihres Bruders hörte, bettelte sie so lange, bis Herr Groß bestimmte, daß sie mitkommen durfte. Peter mußte seinen Freund erst mal etwas beruhigen.
"Mensch, deine Schwester ist 16! Da ist man doch normalerweise schon fast erwachsen, oder? Außerdem will sie mit uns wegfahren, also müßte sie sich ja wenigstens bemühen, sich halbwegs erträglich zu benehmen."
"Dein Wort in Gottes Gehörgang!" murmelte Benny, und die beiden stürzten sich auf die Reiseplanung. Sie beschlossen,zuerst bis nach Rostock zu fahren und dann mit der Fähre nach Trelleborg überzusetzen. Benny hatte sich schon erkundigt und wußte,daß an den meisten Wochentagen noch Fährplätze frei waren. Von Trelleborg aus sollte es entlang der schwedischen Ostküste weitergehen, über die norwegische Grenze nach Oslo und dann durch ganz Norwegen bis zum Nordkap. Zurück wollten sie durch Schweden fahren, über Stockholm wieder bis nach Trelleborg und mit der Fähre zurück nach Rostock. Sie wollten Zelte mitnehmen und unterwegs auf Zeltplätzen und in Pensionen übernachten. Die beiden Freunde nahmen sich vor, sich die Reise von nichts und niemandem vermiesen zu lassen.
Aber da ein Unglück bekanntlich selten allein kommt, hatte Peter ein paar Tage später schon die nächste Hiobsbotschaft auf Lager: Sein Onkel wollte samt Tante und Cousin ebenfalls mitfahren. "Das wird die größte Katastrophe aller Zeiten,sag' ich dir",jammerte Peter. "Jetzt reg' dich mal nicht so künstlich auf!" beruhigte ihn Benny. "Wenn wir meine Schwester aushalten,dann werden wir deine Family auch noch verkraften können."
"Na du hast gut reden,du kennst sie ja nicht", meinte Peter und fing an, seine Verwandten etwas näher zu beschreiben: "Meine Tante Jolanda ist zwar Schauspielerin am Theater, aber sonst eigentlich halbwegs normal-im Gegensatz zu meinem Onkel. Der ist in praktischen Dingen ungefähr so geschickt wie ein Elefant im Porzellanladen. Er tritt garantiert in jedes Fettnäpfchen, das ihm über den Weg läuft und außerdem würde er glatt seinen Kopf irgenwo liegenlassen, wenn der nicht festgewachsen wäre. Und mein Cousin Johannes erst! Der ist 18 Jahre alt und alles in allem so etwas wie eine verjüngte Ausgabe mcn Onkel Gustav-genenau so gelehrt, aber auch genau so brasselig. Bei dem vielen Blödsinn,den die beiden ständig verzapfen, müßten sie eigentlich mindestens 10 linke Hände haben. Und zu allem Überfluß haben sie auch noch einen Bernhardiner und einen Papagei. Ich würd' mich also an deiner Stelle schon mal erkundigen, ob auf der Fähre Haustiere erlaubt sind."
Benny sah die Sache allerdings nicht ganz so verbissen. Er glaubte, daß sie mit der Professoren-Familie schon klarkommen würden, und seine Haustiere konnte Peter's Onkel schließlich auch zu Nachbarn oder in einer Tierpension in Pflege geben. Peter wettete mit seinem Freund um 5 Mark, daß sein Onkel es nicht über's Herz bringen würde, sich von seinen Tieren zu trennen, doch die Wette verlor er. Benny hatte zwar erfahren, daß man gegen eine Extragebür auch Haustiere auf die Fähre mitnehmen konnte, aber Onkel Gustav wollte sie bei seiner Nachbarin lassen.
Die Freunde wären am liebsten sofort losgefahren,doch sie mußten sich schon noch eine Weile gedulden. Dann, endlich, war der Abreisetag gekommen. Auf die Minute pünktlich trafen Peter und Kristin vor der Haustür der Familie Groß ein, wo sie schon von Benny und Babette erwartet wurden. Die Messerschmidt'sche Verwandtschaft ließ sich allerdings Zeit. Nach einer halben Stunde vergeblichen Wartens sah Benny sie endlich an der nächsten Straßenecke auftauchen-und setzte sich vor Schreck fast auf den Boden. "Du,Peter",wandte er sich an seinen Freund. "Ich glaube,du kriegst deine 5 Mark wieder." Erstaunt drehte Peter sich um. "Ach du Schei..." und schon lag er auf der Erde,mit einem riesigen Bernhardiner über sich,der ihm freudig das Gesicht abschleckte. Während die anderen sich vor Lachen fast in die Hosen machten, versuchte Onkel Gustav verzweifelt, den Hund von seinem Neffen herunter zu zerren, begleitet von dem hämischen Gekreisch eines grüngefiederten Papageien, dessen Käfig Johannes in der Hand hielt. "Was zum Kranich soll das?" fragte Peter fassungslos, als er sich endlich von dem Bernhardiner befreit hatte. Onkel Gustav machte ein unglückliches Gesicht. "Naja,es gab leider ein paar Probleme", erklärte er. "Meine Nachbarin liebt zwar Tiere über alles,ist aber leider etwas zart besaitet. Sie fiel fast in Ohnmachte, als sie hörte, was Faust sprechen kann." Wie zur Bestätigung legte der Vogel los: "Himmelsakrament nochmal,so ein Schmarrn! Himmel Arsch und Zwirn,so ein Scheibenkleister! Das ist ja zum Knochenkotzen! So eine gequirlte Kacke,da könnte man senkrecht in die Luft scheissen!" Als der Papagei endlich Ruhe gab, waren Babette und Kristin vor Lachen fast erstickt. Benny und Peter dagegen schauten finster drein und Onkel Gustav sprach mit bußfertiger Miene weiter: "Also,nicht daß ihr jetzt denkt,ich hätte ihm das beigebracht! Das konnte er schon,als ich ihn gekauft habe. Naja...ähm...jedenfalls wollte Frau Schulze dann nur den Fredman nehmen,also habe ich ihn heute früh zu ihr gebracht. Aber als ich weggehen wollte, fing er furchtbar an zu jaulen.
Ich bin zurückgegangen und habe ihn getröstet, aber jedes Mal, wenn ich auch nur einen Schritt in Richtung Tür machte,legte er wieder los, und so ging das eine halbe Stunde lang, bis ich ihn schließlich mitgenommen habe." Alle sahen ein, daß ihnen nichts anderes übrigblieb, als die Tiere mitzunehmen. Sie verstauten das Gepäck im Bus, damit es endlich losgehen konnte. Doch als das Auto losfuhr, bekam der Bernhardiner Fredman den Schock seines Lebens. Der Arme konnte einfach nicht begreifen, was da mit ihm passierte. Er schaute sich verzweifelt nach allen Seiten um und stieß ein herzzerreißendes Geheul aus. "Onkel Gustav!"fragte Peter drohend."Bist du mit dem Hund etwa noch nie Auto gefahren?" "Äh... ich glaube nicht",murmelte sein Onkel. "Aber eins sag' ich euch",fauchte Benny, "wenn das Vieh mir meinen Bus vollkotzt, fliegt es raus! "Kotz,würg,spei-ei,ei!" plapperte der Papagei Faust. Aber Fredman kotzte nicht. Nachdem Onkel Gustav ihm einen Knochen gegeben hatte, beruhigte er sich ziemlich schnell. Er knabberte abwechselnd den Knochen und die Sitzüberzüge an und war restlos glücklich.Während der Fahrt besserte sich die Stimmung allmählich.Die Reisenden verstanden sich recht gut,nur Johannes schien sich in dieser Gesellschaft nicht so ganz wohlzufühlen.Kaum waren sie losgefahren,da hatte er auch schon angefangen,in seinem Skandinavien-Reisefürhrer zu schmökern und am laufenden Band irgendwelche Zahlen und Fakten zum Besten zu geben,die die anderen allerdings herzlich wenig interessierten.Schließlich unterbrach Peter,der beschlossen hatte,sich über nichts mehr aufzuregen,ihn mit milder Stimme:"Hanni mein Guter,könntest du bitte ausnahmsweise dein Wissen für dich behalten? Wir sind hier nämlich nicht mehr in der Schule,sondern wir machen Urlaub-falls du das noch nicht gemerkt haben solltest." Johannes wurde rot und schwieg.Aber Babette mußte gleich noch einen draufsetzen: "Da fällt mir'n Witz ein:Hannibal ist mit seiner Armee und seinen Elefanten unterwegs.Plötzlich geht sein Elef-ant durch.Er fällt runter,wird von dem Tier getreten und bleib liegen.ein Soldat eilt ihm zu Hilfe und fragt besorgt:"Ist alles in Ordnung,Hannibal?" "Nee,antwortet der mit hoher 5timme."Jetzt heiß' ich nur noch Hanni,der Ball is ab." Alle,einschließlich Onkel Gustav und Tante Jolanda,fingen an zu kichern.Nur der arme Hanni wurde noch röter und rutschte nervös auf seinem Sitz hin und her. Aber die nächste Blamage ließ nicht lange auf sich warten.Bei einer Pause an einer Raststätte gingen Johannes und Benny aufs Klo,während die anderen am Auto warteten.Als die beiden wiederkamen,hörte man Benny schon von Weitem laut lachen.Der Grund wurde auch bald allen klar:Johannes war von oben bis unten naß gespritzt."Was ist denn mit dem los?" fragte Babette frech wie immer."Ist er ins Klo gefallen?" Auch Faust mußte natürlich seinen Senf dazugeben:"Gefallen-plumps,plumps,plumps!" spottete er.Da konnten sich auch die anderen nicht mehr halten und prusteten los.Benny erzählte,von heftigen Lachanfällen unterbrochen,was passiert war:Johannes hatte sich die Hände waschen wollen,aber den Wasserhahn nicht aufbekommen.Nachdem er eine Weile vergeblich gedreht und gedrückt hatte,versuchte er es schliueßlich mit Gewalt-und da kam das Wasse,allerdings mit solcher Wucht,daß Johannes eine kräftige Dusche abbekam.Langsam beruhigten sich alle wieder und wischten sich die Lachtränen aus den Augen.Dann ging es weiter.Mit der Zeit wurde es aber immer wärmer und die 7 Reisenden kamen gehörig ins Schwitzen.Sie rissen alle Fenster des Busses auf,was Fredman sehr gefiel.Er streckte seinen Kopf heraus und ließ die Ohren im Fahrtwind flattern.Nach einer Weile kam Kristin auf die Idee,ihre Schuhe auszuziehen und die Füße aus dem Fenster zu stecken.
Bald machten es alle ihr nach,außer Benny natürlich.(In dieser Stellung hätte er auch schlecht Auto fahren können.) Plötzlich fing Babette furchtbar an zu lachen."Habt ihr den Typen gesehen,der uns eben überholt hat?" kicherte sie."Dem sind ja fast die Augen aus dem Kopf gefallen!" "Das muß auch reichlich komisch aussehen-ein Auto,aus dem lauter Füße und ein Hundekopf rausgucken",meinte Tante Jolanda."Die halten uns bestimmt für ein Irrenhaus auf Betriebsausflug!" Und schon gab es kein Halten mehr.Sie platzten fast vor Lachen.Unglücklicherweise konnte auch Benny sich nicht mehr beherrschen,uns so entgingen sie knapp einem Zusammenstoß mit der Leitplanke.Danach waren sich alle einig,daß es besser war,bis auf weiteres ernst zu bleiben.Das hielten sie dann auch gut durch und kamen pünktlich eine Stunde vor Abfahrt der Fähre in Rostock an.Als sie jedoch ihre Bordkarten abholten,hätte Peter seinem Onkel fast den Hals umgedreht.Was ihn SO aus der Fassung brachte,war der freundliche Hinweisererame e am Schalter,daß Hunde an Bord einen Maulkorb zu tragen hätten-den Onkel Gustav natürlich nicht dabeihatte.Also luden Benny und Peter ihn samt Hund ins Auto und fuhren noch einmal in Richtung Innenstadt,um irgendwo einen Maulkorb aufzutreiben.Nach etwa 20 Minuten kamen sie zurück,mit einem beleidigten Bernhardiner im Schlepptau,der vergeblich versuchte,sich des Maulkorbs zu entledigen,während sein Besitzer sich mit einem erleichterten Seufzer und den Worten "Hurra,ich lebe noch!" auf die nächste Bank fallen ließ. "Benny ist gerast wie'n Irrer",erklärte Peter grinsend."An einer Kreuzung hätt' es fast gekracht." Als sich endlich alle an Bord der Fähre befanden,machten sie sich auf den Weg zum Ruheraum.Weil ihnen die Kabinen zu teuer gewesen waren,hatten sie nur pro Person einen Schlafsessel gemietet.Die meiste Zeit über wollten sie sich sowieso lieber in der Disco oder im Kino des Schiffes vergnügen.Also luden sie nur ihre Rucksäcke auf den Sesselon ab.Den entsetzten Blicken der anderen Passagiere zum Trotz stellten sie auch den Vogelkäfig mit Faust dorthin und banden Fredman an einem der Sessel an.Die Tiere benahmen sich auch ganz anständig:Faust machten wohl all die fremden Leute Angst und er hielt ausnahmsweise den Schnabel.Fredman ließ sich seelenruhig auf dem Fußboden zum Schlafen nieder.Nach den Abendbrot in der Cafeteria gingen Peter,Kristin und Benny in die Disco,Tante Jolanda und Onkel Gustav ins Tanzcafe und Babette ins Kino. Johannes machte es sich mit seinem Reiseführer in einem Schlafsessel gemütlich.Babette fand den Film sehr spannend,aber als er seinem Ende entgegenging,merkte sie doch,wie das Schiff zu schwanken anfing.Ihr Magen schwankte nämlich im gleichen Takt mit,was nicht sehr angenehm war.Endlich war der Film zu Ende.Babette erhob sich aus ihrem Sitz und steuerte auf den Ausgang zu,doch sie torkelte herum wie eine Betrunkene und stieß ständig mit irgendwem zusammen.Sie ging hinaus aufs Deck,aber dort war der Wind so stark,daß sie Angst hatte,über Bord geweht zu werden.Also begab sie sich schließlich in den Ruheraum.Ihr war speiübel und sie suchte in ihrem Rucksack verzweifelt nach den Reisetabletten,konnte sie aber nicht finden.Johannes verfolgte ihr hektisches Gewühle mit erstaunten Blicken."Ist dir etwa schlecht?" fragte er. "Schlecht Herr Specht,schlecht Herr Specht!" krakeelte Faust,der inzwischen wieder munter geworden war."Nee!" entgegnete Babette giftig."Mir geht's ausgezeichnet,wie man sieht." Endlich hatte sie die Tabletten in Benny's Rucksack unter einem Riesenstapel Kassetten und CDs gefunden.Weil sie nichts zu trinken mithatte,ging sie auf die Toilette,um ihre Tablette mit
Leitungswasser einzunehmen.
Aber kaum hatte sie sie im Mund,mußte sie auch schon würgen und konnte sich gerade noch mit einen Riesensprung ins nächste Klo¬Kabuff hechten.Kreideweiß im Gesicht kam sie eine Weile später in den Ruheraum geschwankt."Na,geht's dir wieder besser?" fragte Johannes."Seh' ich vielleicht so aus?" antwortete Babette wütend und ließ sich in ihren Sessel fallen. Johannes versuchte,sie zu trösten:"Du brauchst dir wirklich nichts draus zu machen.Mir ist auch schlecht geworden,als ich das erste mal mit dem Schiff gefahren bin.Das ist ganz normal." Und es folgte ein langer Vortrag über die Ursachen der Seekrankheit.Babette riß endgültig der Geduldsfaden."Kannst du nicht endlich die Klappe halten und mich in Ruhe lassen?!" fauchte sie."Ruhe in Frieden!" kreischte Faust.Johannes schwieg beleidigt und wendete sich wieder seinem Reiseführer zu.Doch Babette wußte in diesem Moment,daß sie ihn nicht ausstehen konnte.Nach einer Weile schlief sie schließlich ein,aber noch zweimal in dieser Nacht wurde sie ziemlich unsanft geweckt.Beim ersten Mal war es Kristin,die sie wachrüttelte und fragte,ob sie ein Mittel gegen einen verdorbenen Magen mithätte."Ich hab' doch vorhin in der Cafeteria einen Salat gegessen",erklärte sie."Diese dumme Tussi an der Kasse hat mir versichert,daß keine Mayonaise drin ist.Na denkste! Jetzt ist mir hundeelend." Sie hatte Glück im Unglück: Frau Groß hatte,fürsorglich wie sie war,ihren Kindern eime halbe Apotheke eingepackt,unter anderem auch eine große Flasche Rizinusöl.Kristin nahm die Flasche und trank einen großen Schluck."Wohl bekomm's!"meinte Babette."Sag'mal,wo sind eigentlich die Jungs?" Kristin schnaubte verächtlich."Ach die! Die sind an der Bar versackt." "Na das fängt ja gut an",sagte Babette kopfschüttelnd."Meine Eltern fanden es so gut,daß ich mitfahren wollte,weil sie dachten,daß Benny sich ein bißchen zusammenreißt,wenn ich dabei bin.Das war' ja dann wohl `n Irrtum." "Das kannst du laut sagen! ...So,dann werd'ich wohl die restliche Nacht auf dem Klo verbringen müssen",klagte Kristin und trollte sich auf das besagte Örtchen.
Es war schon weit nach Mitternacht,als plötzlich alle von einem lauten Poltern und einem schrillen Kreischen geweckt wurden.Die Verursacher dieses Lärms waren Benny und Peter,die den zollfreien Schnaps etwas zu reichlich genossen hatten.Während Peter über Fredman gestolpert war und ihm jetzt auf dem Fußboden Gesellschaft leistete,hatte Benny sich einfach in den erstbesten Sessel fallen lassen.Der war leider schon von einer etwas schreckhaften Dame besetzt,die natürlich Zeter Mordio schrie.
"'tschuldigung",nuschelte Benny,erhob sich und fiel in den nächsten,glücklicherweise freien Sessel.Peter stand fluchend vom Boden auf und packte sich ebenfalls in einen freien Sessel.Dann kehrte Ruhe ein.
Am nächsten Morgen war die Stimmung bei den 7 Reisenden ziemlich gedrückt.Benny und Peter hatten einen Kater und schlürften angewiedert extrabitteren Kaffee.Kristin und Babette waren noch etwas wacklig auf den Beinen,schluckten ebenso angewiedert schwarzen Tee und kauten trockene Zwiebäcke.Tante Jolanda und Onkel Gustav waren "schwerverletzt". Sie hatten es am gestrigen Abend tatsächlich geschafft,beim Tanzen über ihre eigenen Füße zu stolpern und hinzufallen,was bei Tante Jolanda ein geprelltes Steißbein und bei Onkel Gustav einen blauen Zeh zur Folge hatte.Faust bemühte sich nach Kräften,sie mit seinen Sprüchen aufzuheitern,aber der einzige,der darüber lachen konnte,war
Johannes.
Dementsprechend mißmutig machten sie sich dann kurz vor Ankunf des Schiffes auf den Weg zum Autodeck,als sie plötzlich merkten,daß sie vergessen hatten,wo das Auto stand."Ha! Aber ich hab' es mir aufgeschrieben",triumphierte Onkel Gustav."Ich muß nur noch den Zettel finden .... Wo ist er nur? ...Ach ja,in meiner Tasche,glaube ich. ...Und die Tasche. . .die Tasche ist ...äh...sie liegt. . .noch in meinem Schlafsessel!"So schnell es sein mißhandelter Zeh erlaubte,humpelte Onkel Gustav zurück in den Ruheraum und fand dort tatsächlich seine Tasche.So kamen die 7 müden Krieger samt Hund und Papagei doch noch pünktlich zu ihrem Bus,wo sich Benny mit der Leidensmiene eines Märtyrers ans Steuer setzte.Nachdem der Hafenarbeiter,der die Autos beim Verlassen der Fähre einweisen sollte,fast als Kühlerfigur geendet hätte,bot Johannes an,daß er fahren wollte.Diese Idee schlug ein wie eine Bombe.Babette brach in hysterisches Gelächter aus,während Peter seinem Cousin erklärt,er wäre nicht extra nach Schweden gekommen,um dort die Ferien im Krankenhaus zu verbringen."Jetzt beruhigt euch mal wieder! Ich hab' schließlich 'nen Führerschein",erklärte Johannes."Waaas,duu? Wieviel haste denn dem Prüfer gezahlt?" fragte Benny.Tante Jolanda verteidigte ihren Sohn:"Das hate er wirklich nicht nötig.Ihr könnt ihn ruhig ans Steuer lassen." Benny knurrte zwar "Ich bin doch nicht lebensmüde!",aber im Grunde war er froh,daß er seine verantwortungsvolle Aufgabe auf jemand anderen übertragen und seinen versäumten Schlaf nachholen konnte.Doch bald wurde er von einem seltsamen Geräusch geweckt: Heftiger Regen prasselte gegen die Scheiben.Plötzlich begann Fredman,unruhig zu knurren und zu fiepen."Ich glaube,ich muß mit ihm Gassi gehen",erklärte Onkel Gustav.Peter sah ihn ungläubig an."Bei dem Wetter? Dir geht's wohl nicht mehr gut?" fragte er."Mir schon,abert dem Hund nicht",antwortete sein Onkel."Allein rauslassen kann ich ihn nicht,da verläuf er sich.Und ins Auto pinkeln soll er ja wohl nicht!" "Wehe!" knurrte Benny.Also hielten sie auf dem nächsten Parkplatz,und Onkel Gustav verließ mit Fredman den Bus.
Nach etwa einer halben Stunde kamen die beiden völlig durchnässt
_ wieder,allerings in Begleitung eines ebenso durchnässten jungen Mädchens,das eine riesige Reisetasche mit sich herumschleppte. "Sie muß unbedingt nach Göteborg",erkläter Onkel Gustav."Können wir sie nicht mitnehmen? Wir fahren doch sowieso in die Richtung und wir haben auch noch genug Platz." "Sag mal,hast du sie nicht mehr alle?" unterbrach Benny ihn.Er konnte ja nicht ahnen,daß das Mädchen jedes Wort verstand."Erst mußt du unbedingt deine blöden Viecher mitschleppen und jetzt hetzt du uns auch noch 'ne Anhalterin auf den Hals!" Die Anhalterin begann,ihre verzweifelte Situation etwas genauer zu erklären,und zwar zum Erstaunen aller auf Deutsch: Sie hieß Annalena Bergmann und studierte in Stockholm.Ihre Eltern wohnten in Göteborg,aber ihr Vater stammte aus Deutschland,genauer gesagt aus Passau.Annalena wollte nach Hause fahren,denn ihr Vater feierte seinen 40.Geburtstag.Doch ihr war im Studentenwohnheim ihr ganzes Geld gestohlen worden,sodaß sie sich keine Fahrkarte mehr leisten konnte. Ihre Eltern konnte sie auch nicht erreichen,denn die besuchten gerade die Verwandten in Passau,um sie dann gleich zur Gebui:*stagsfeier mit nach Göteborg zu nehmen.Deshalb versuchte sie,per Anhalter dorhin zu kommen.Ein Lastwagenfahrer hatte sie bis nach Trelleborg mitgenommen,und nun hoffte sie,Benny überreden zu können.Der allerdings blieb stur.Er glaubte ihr kein Wort.Die anderen hattten zwar Mitleid mit ihr,aber er fauchte:
"Euch kann man auch erzählen "Im Himmel ist Jahrmarkt!" und ihr glaubt es,was? Wir sind doch kein Wohltätigkeitsverein!" Annalena stand da wie ein Häuflein Unglück.Zu allem Überfluß kamen ihr auch noch die Tränen.Benny funkelte sie wütend an,die anderen senkten die Köpfe und schwiegen betreten.Endlich platzte Babette der Kragen."So verhält man sich also als künftiger
Sozialarbeiter,ja?!" fuhr sie ihren Bruder an."Na Bravo,das ist wieder mal echt typisch für dich! Kluge Reden schwingen,das kannst du! Aber wenn's drauf ankommt,benimmst du dich wie das letzte,fieseste Arschloch!" Benny schaute seine kleine Schwester überrascht an.Insgeheim mußte er sich eingestehen,daß sie völlig recht hatte,aber natürlich hätte er sich lieber die Zunge abgebissen,als das zuzugeben.Das fehlte gerade noch,daß sie anfing,ihn "erziehen" zu wollen! "Na los,steig schon ein!" knurrte er Annalena an."Und Hanni,du setzt dich nach hinten,ich fahre! Dieses Wetter ist nichts für Anfänger." Babette mußte grinsen.Immer wenn ihr Bruder Angst hatte,sich zu blamieren, spielte er den großen Diktator und kommandierte alle herum.Die Fahrt wurde zunächst schweigend fortgesetzt.Benny hockte mit verbissener Miene hinter seinem Lenkrad,und auch den anderen steckte der Streit noch in den Knochen.Annalena war zwar heilfroh,daß sie endlich nach Hause kommen würde,doch die ganze Situation war ihr ziemlich peinlich.Schließlich beendete Babette die bedrückende Stille und stellte Annalena die ganze Reisemannschaft vor,einschließlich Faust und Fredman.Annalena sah den Hund an und mußte lachen."Der sieht ja wirklich ganz friedlich aus'",meinte sie.Onkel Gustav war sehr erfreut,endlich jemanden zu treffen,der diesen Namen verstand:"Fredman" war schwedisch und bedeutete "Mann des Friedens".Fredmans Herrchen erklärte,daß er den Hund nach dem Pseudonym des schwedischen Dichters Carl Michael Bellmann benannt hatte,den er sehr mochte. So war er freudig überrascht,als Babette plötzlich eine Kassette mit dem Titel "Fredman's Episteln an diese und jene,aber hauptsächlich an Ulla Winbladt",gesprochen und gesungen von Manfred Krug,aus der geheimnisvollen Tiefe von Benny's Rucksack hervorholte.Die Kassette wurde in den Recorder befördert,und schon bald herrschte eine ausgelassene Stimmung: Onkel Gustav und Annalena sangen fröhlich mit,besonders an den versauten Stellen.Faust begleitete sie mit fürchterlich falschem,aber dafür um so lauteren Gekreische und alle anderen lachten.Bloß Johannes schwieg und lief mal wieder knallrot an.Er schämte sich für seinen unanständigen Vater. Er bemerkte aber auch als einziger,daß das Auto nach und nach immer lautere Geräusche von sich gab.Nach einer Pause auf einem Parkplatz in der Nähe von Göteborg passierte es dann:Benny ließ den Wagen an,plötzlich knallte es,der rote Bus spuckte ölig-blauen Qualm und der Auspuff pendelte lose hin und her.Benny stieg schimpfend aus,um sich den Schaden anzusehen und beschloß,den Auspuff mit etwas Draht zu befestigen.Er suchte den Werkzeugkasten,fanihihn auch-nachdem er alles Gepäck ausgeladen hatte und machte sich an die Arbeit.
Die anderen schauten ihm eine Weile zu und wußten nichts mit sich anzufangen.Aber das änderte sich schnell,als Babette eine neue Kassette mit Musical-Hits einlegte.Bald übertrafen sich alle gegenseitig darin,ihre Lieblingssongs zum Besten zu geben. Tante Jolanda sang ein herzergreifendes "Don't cry for me,Argentina",aber Annalena's "Memory" stand dem um nichts nach.
Kristin und Peter überzeugten mit "Phantom of the Opera" und Babette kriegte "One night in Bankog" aus "Chess" ohne einen einzigen Versprecher hin.Benny hatte sich bis jetzt bemüht,die lautstarke Vorstellung zu ignorieren,doch als Johannes und Onkel Gustav,die die Offiziere aus dem "Evita"-Song "Dangerous Jade" darstellten,bei dem Versuch im Gleichschritt zu marschieren stolperten und mitten im Gapäck landeten,verlor er doch die Beherrschung."Hört gefälligst mit dem Quatsch auf!" schrie er."Peter,laß mal den Wagen an,ich will sehen,ob der Auspuff jetzt hält!" Peter gehorchte.Peng!!-Hustend und fluchend stand Benny in einer blauen Abgaswolke."Verdammte Scheißkarre!!"brüllte er und gab dem Auto einen Tritt.Krach! Schepper!!-Der Auspuff lag auf dem Boden und alle außer Benny bogen sich vor Lachen.Aber das Lachen verging ihnen bald:Der Bus mußte repariert werden,und das würde bestimmt nicht billig sein.Glücklicherweise gab es in dem Ort eine Werkstatt.Der Mechaniker erklärte,daß das Auto am nächsten Morgen repariert werden könnte.Also packten die 8 Reisenden Zelte,Schlafsäcke,den Spirituskocher und einen großen Topf aus,holten 2 Pakete Nudeln und eine Flasche Ketchup aus der Proviantkiste und machten sich samt Faust und Fredman zu Fuß auf den Weg zum Campingplatz.Dort wurde zuerst der Kocher in Gang gebracht und der Topf mit Wasser aufgesetzt.Babette wurde zum Koch beordert,während die anderen die Zelte aufbauten.Allerdings stellte sich heraus,daß der Topf entschieden zu groß für die Spiritusflamme war.Das Wasser wollte einfach nicht anfangen zu kochen.Inzwischen ging es beim Zeltaufbau gut voran.Sogar Onkel Gustav und Johannes stellten sich recht geschickt an,das sagte jedenfalls Tante Jolanda:"Es läuft alles bestens,wirklich.Sie haben erst 3 Heringe abgebrochen,5 krummgeschlagen und sich noch kein einziges Mal verletzt.Da ertönte ein lauter Schrei.Johannes ließ den Hammer fallen,mit dem er die Heringe in den harten Boden geschlagen hatte,und hielt sich den schmerzenden Daumen.Unglücklicherweise fiel der Hammer genau auf Onkel Gustavs ohnehin schon lädierten Fuß.Onkel Gustav jaulte auf und hüpfte wie verrückt auf einem Bein herum.Dabei stolperte er über eine Zeltleine und landete zum 2.Mal an diesem Tag auf der Erde.Seine Frau half ihm kopfschütteln beim Aufstehen."Wie bin ich bloß an diese Männer geraten?"murmelte sie.Von den schwedischen Nachbarn hörte man unterdrücktes Kichern.Babette hatte mit ihren Nudeln nicht viel mehr Glück.Nachdem sie eine halbe Stunde lang vergeblich darauf gewartet hatte,daß das Wasser anfing zu kochen,gab sie es schließlich auf und schüttete die Nudeln so hinein.Das hätte sie lieber nicht tun sollen,denn in dem lauwarmen Wasser lösten sich diese langsam in Wohlgefallen auf.Kritisch betrachteten die Freunde den mehligen Kleister,den sie als Abendessen serviert bekamen. "Was is'n das?" fragte Benny angeekelt."Nudeln nach schwedischer Art",antwortete seine Schwester.Mißmutig stocherten alle in dem Nudelmatsch herum.Benny fand als erster seinen Humor wieder:"Schwesterlein,das ist großartig! Das solltest du dir patentieren lassen-als neuen Alleskleber."
"Auch als Fensterkitt zu gebrauchen",schlug Peter vor."Und als Haftchreme für Zahnprothesen.Wirklich,meine Dritten saßen noch nie besser",ergänzte Onkel Gustav.Jetzt mußte natürlich auch noch Johannes seinen Senf dazugeben:"Eigentlich war es doch völlig klar,daß der Topf zu groß ist.Du hätest lieber 2 kleinere nehmen sollen-für jede Flamme einen."
Re: Die glorreichen Acht
Tjorven - 07.06.2009, 20:49
"Na klar,Herr Professor!" antwortete Babette wütend."Warum bist du denn da nicht früher drauf gekommen?! Und überhaupt,sei du mal ganz ruhig! Ich koche vielleicht schlecht,aber ich schmeiße jedenfalls nicht mit Hammern um mich." "Das war doch bloß ein Versehen!" "Der ganze Kerl ist ein einziges Versehen.So viel Blödheit auf einmal kann der liebe Gott gar nicht mit Absicht geschaffen haben!"
Obwohl sich alle nach Kräften bemühten,etwas von dem Nudelbrei herunterzuwürgen,blieb trotzdem das meiste übrig.Der Versuch,den Rest an Faust und Fredman zu verfüttern,schlug auch fehl,und es wurde beraten,was damit geschehen sollte.Plötzlich wurde Fredman sehr unruhig.Er schnüffelte,wedelte aufgeregt mit dem Schwanz und verschwand schließlich in einem Gebüsch.Onkel Gustav folgte ihm und entdeckte einen kleinen Tümpel,an dem es Enten gab.Die ließen sich zum Glück nicht von Fredman verscheuchen und fraßen die verschmäten Nudeln mit gutem Appetit."So ist's recht",freute sich Benny."Mästet sie man richtig,damit wir endlich was anständiges zu Essen kriegen.Gebratene Ente am Spieß-Mmmmmh,lecker!" "Du Tierquäler!" regte sich Babette auf."Du...du Kannibale!" "Quatsch! Ein Kannibale wäre ich,wenn ich dich zum Abendbrot verdrücken würde.Aber keine Angst,so viel Fett mag ich nicht." "Fett?! Na warte,dir stopf' ich dein freches Maul!" Klatsch!-bekam Benny eine Hand voll Nudelmatsch ins Gesicht.Und schon war die schönste Nudelschlacht im Gange.Nachdem der Inhalt des Topfes gleichmäßig auf alle Acht Personen verteilt war,hörten sie schließlich auf und gingen zu den Waschräumen,um sich und den Topf zu reinigen.Die erstaunten Blicke der anderen Zeltplatzbewohner störten sie dabei nicht im Geringsten.Schließlich krochen alle in ihre Schlafsäcke.Aber auch diesmal wurde ihre Nachtruhe gestört:Plötzlich ertönte zweistimmiges schwedisches Gebrüll,das von einer anderen,leiseren Stimme unterbrochen wurde:"Äh,tut mir leid ...I'm sorry...ähm,also.... das war nur ein Versehen." Diese Stimme kam Benny & Co seltsam bekannt vor."Hanni! Hannibal!" kreischte Faust."Bingo!" murmelte Benny und kroch aus seinem Zelt.Der Anblick,der sich ihm bot,übertraf seine schlimmsten Befürchtungen: Das Nachbarzelt war völlig in sich zusammengefallen.Seine Besitzer waren gerade dabei,sich daraus zu befreien,und Johannes stand hilflos herum."Mensch Hanni,wie haste denn das fertiggebracht?" fragte Benny.Er erfuhr,daß Johannes auf dem Rückweg vom Klo über eine Zeltleine gestolpert war.Diese hatte sich gelöst,und bei dem Versuch,den Schaden zu beheben,hatte Johannes versehentlich das ganze Zelt eingerissen.Jetzt wurde er von einem schätzungsweise 1 Meter 90 großen,wild brüllenden Schweden am Kragen gepackt und hin und her geschüttelt."Hlife!" schrie er."Der bringt mich um! Wie bitte,was sagt er,Annalena? Hilfe!" "Er sagt: Ich trete dir in deinen fetten Arsch,daß du 3 Wochen lang nicht mehr sitzen kannst,du verblödetes Trampeltier",übersetzte Annalena.Aber unter Einsatz ihres ganzen Charmes gelang es ihr,den Schweden zu beruhigen,während Benny und Peter das Zelt wieder aufbauten.Dann legten sich alle schlafen. Am nächsten Morgen wurden sie von dem Duft nach Kaffee und frischen Brötchen geweckt.
Der von Gewissensbissen geplagte Johannes hatte für alle Frühstück gemacht.Natürlich wurden auch die Nachbarn dazu eingeladen,unde so versöhnten sie sich schnell mit den nächtlichen Ruhestörern.Diese brachen nach dem Essen in bester Laune in Richtung Werkstatt auf.Sogar Babette hatte ausnahmsweise mal keinen Grund,auf ihren Erzfeind sauer zu sein.Aber die gute Laune verging ihnen,als sie die Rechnung sahen.
Umgerechnet 500 DM kostete die Reparatur,und das war schließlich keine Kleinigkeit.Onkel Gustav kommte zwar mit der EC-Karte sein Konto anzapfen,doch es war klar,daß in Zukunft sparen angesagt war
Die Freunde wollten gerade in Richtung Göteborg weiterfahren,da fiel Annalena etwas ein.Sie borgte sich aus der Reisekasse ein Bißchen Kleingeld,raste zur nächsten Telefonzelle und rief ihre Eltern an.Diese waren am frühen Morgen in Göteborg angekommen und hatten sich schon große Sorgen gemacht.Deshalb freuten sie sich auch sehr über Annalenas Anruf.Als sie gerade ihrer Mutter erzählte,was passiert war,hörte sie eine Stimme im Hintergrund-"Siehst du Berit! Ich hab's dir doch gleich gesagt: Dem Kind ist nichts passiert.Die Jugend von heute treibt sich nur halt gern in der Gegend herum.Jetzt komm endlich,wir wollem essen!" "Wer war denn das?!" fragte Annalena entsetzt."Doch nicht etwa..." "Oh doch! Deine werte Frau Großmama.Die ganze Sippe ist noch genau so versnobt wie damals,oder fast noch schlimmer",flüsterte Annalenas Mutter."t7brigens,du kannst deine Freunde ruhig zum Mittagessen einladen.Wir haben jede Menge Zeug übrig.Die Herrschaften waren sich nämlich zu fein,Grillwürstchen zu essen.Den Lieferservice vom Nobelrestaurant mußte dein Vater extra für sie bestellen!"
Die Einladung wurde mit Begeisterung aufgenommen und auch Annalenas Warnung vor ihrer hochnäsigen Verwandschaft konnte die Freude nicht trüben.Während der Fahrt erklärte Annalena den anderen ihre komplizierte Familiengeschichte etwas näher:"Meine Mutter stammt aus Göteborg,aber nach dem Abitur ist sie für ein Jahr als Au-Pair-Mädchen nach Passau gegangen.Sie war bei der stinkreichen Fabrikantenfamilie Bergmann,die sie wie ihren persönlichen Haussklaven behandelte.Aber meine Mutter hatte schon immer eine Engelsgeduld.Außerdem verstand sie sich gut mit dem jüngeren Bergmann-Sohn,der später,wie ihr euch sicher schon denken könnt,mein Vater geworden ist.Die beiden hatten sich ineinander verliebt,aber die Beziehung mußte natürlich geheimgehalten werden.Meinem Daddy ging seine Sippschaft zwar damals enorm auf
_ den Keks,aber weil er ständig von seinem Vater und seinem älteren Bruder untergebuttert wurde,hatte er ziemlichen Schiß vor ihnen.Als meine Mutter zurück nach Hause mußte,war sie schon schwanger.Aber das hat sie meinem Vater noch nicht gesagt.Sie hat ihn nur gefragt,ob er mit ihr nach Schweden kommen wollte.Er wäre zwar gern mitgekommen,aber er traute sich einfach nicht,seine Familie vor vollendete Tatsachen zu stellen.Deshalb mußte meine Mutter allein zurückfahren.Doch eine Woche später stand er plötzlich bei ihr vor der Tür.Er hatte es einfach nicht mehr ausgehalten und war von zu Hause abgehauen.Seine Eltern waren natürlich stinksauer.Sie haben ihm gesagt,für sie wäre er gestorben,und dann hat er fast 20 Jahre lang nichts mehr von ihnen gehört.Aber weil meine Eltern sehr friedliebende Nenschen sind,haben sie beschlossen,zu Daddy's 40. Geburtstag zwecks Versöhnug die ganze Verwandschaft einzuladen: Daddy's Eltern, seinen Bruder,seine Schwägerin und seinen Neffen. Da unsere Einladung angenommen wurde,haben wir gedacht,daß die Sippe inzwischen halbwegs normal geworden ist,und ich hab' mich ziemlich drauf gefreut,sie kennenzulernen.Aber meine Mutter sagt,sie sind eher noch schlimmer als früher ...Naja,wir werden sehen." Inzwischen waren die Freunde unter Annalenas Führung bei dem kleinen Reihenhäschen der Bergmanns angelangt.Sie gingen in den Garten,wo Annalena von ihren Eltern stürmisch begrüßt wurde.
Die Begrüßung von Seiten der anderen Verwandten,die an der reich geschmückten Festtafel saßen,fiel weniger herzlich aus.Annalena fühlte sich gar nicht wohl in ihrer Haut,als sie so von 5 Augenpaaren mit abschätzenden Blicken gemustert wurde.Deshalb begann sie ihrerseits,sich die Gäste etwas genauer anzuschauen.Der ältere Mann mit den kantigen Gesichtszügen und den harten,stahlgrauen Augen mußte ihr Großvater sein.Neben ihm thronte,hoheitsvoll wie die Königin von Saba,seine Gattin.Annalenas Onkel war Mitte 40,mit Halbglatze und Managergesich.Sein kunsthonigsüßes Lächeln konnte Annalena nicht über seineb prüfenden Blick hinwegtäuschen.Ihre Augen wanderten weiter zu ihrer Tante,die trotz ihrer fast 40 Jahre eine sehr elegante Erscheinung war.Perfekt gestylt von Kopf bis Fuß mit perfektem Lächeln und perekten Bewegungen wirkte sie wie eine aufgezogene Puppe.Ihr Sohn Alexander hatte sich auf seinen Stuhl gefläzt und musterte seine Kusine mit gähnender Herablasung. "Die sehen wirklich nicht sehr sympatisch aus",dachte Annalena. "Das ist also eure Tochter",brach ihre Großmutter endlich das Schweigen,und es klang nicht besonders freundlich.Da erblickte sie Annalenas "Anhang".Unwillig zog sie die Augenbrauen in die Höhe und fragte:"Mußte sie denn gleich diese ganze Bande mitbringen?" "Ja,das mußte sie",antwortete Annalenas Vater fröhlich."Wir haben diese "Bande" nämlich zum Bratwürstel-Essen eingeladen." Er setzte den Grill in Gang.Währenddessen mokierte sich seine Familie über Annalenas Äußeres-die ausgewaschenen Jeans,die Turnschuhe und das Greenpeace-T-shirt. "Laufen bei euch etwa alle so rum?" fragte Alexander,der von Kopf bis Fuß in Markenklamotten steckte.Herr Bergmann senior fragte seinen Sohn m B Blick auf Annalenas Greenpeace-T-shirt: "Du wirst doch wohl nicht zulassen,daß deine Tochter mit diesen Randalierern und Anarchisten verkehrt?" Der Einwand,Umweltschützer seien doch keine Anarchisten,nützte leider nichts: Herr Bergmann begann,sich lang und breit über Politik auszulassen.Schließlich landete er bei der Sozialdemokratischen Regierung Schwedens,die er als "Rote Socken" beschimpfte.Inzwischen waren die Grillwürstchen fertig,und während ihre Freunde fröhlich mampfend auf dem Rasen saßen,verging Annalena am Tisch langsam der Appetit.Ihr Vater erkundigte sich nach einigen alten Bekannten aus Passau,was seine Familie zum Anlaß nahm,über jeden einzelnen von ihnen herzuziehen und kein gutes Haar an ihnen zu lassen.Plötzlich fragte Annalenas Großmutter ihre Enkelin nach deren Geburtstag und diese nannte das Datum.Die alte Dame wurde blaß:"Aber dann ...Berit,dann...", stotterte sie. "Dann war ich schon schwanger,als ich aus Passau abgereist bin",vollendete Analenas Mutter den Satz. "Also,jetzt versteh' ich erst,warum unser armer Sohn damals weggegangen ist! Um Himmels Willen,wieso hast du uns denn nichts gesagt? Wir hätten sicher eine andere Lösung gefunden!" Das war zuviel.Wütend stand Annalenas Mutter auf und rannte ins Haus. "Was hat sie denn nur?" fragte ihre Schwiegermutter. "Naja,sie war eben schon immer etwas empfindlich."
Da brüllte Analenas Vater los:"Ja seid's ihr denn jetzt total verblödet?! Wie könnt ihr es wagen,so mit meiner Frau umzugehen?! Und überhaupt:Ich bin damals abgehauen,weil ich sie liebe! Geht das nicht in eure vernagelten Hirne rein?! Und jetzt sag' ich euch mal,was ich euch schon immer sagen wollte und mir bloß nie getraut habe: Ich hatte nämlich einfach die Nase voll von eurer saublöden überheblichen Art! Diese ganze versnobte Sippschaft fand ich einfach zum Kotzen! Ich hatte ja gehofft,daß ihr inzwischen dazugelernt habt,aber ihr seid's ja echt nimmer normal!!"
Damit stürmte er seiner Frau hinterher und ließ seine arme Tochter allein in dem ausbrechenden Chaos zurück: Während ihre Tante zur Salzsäule erstart war,hämmerte ihr Onkel mit der Faust auf den Tisch,daß das Geschirr klirrte.Alexander rief,so eine Frechheit brauchte man sich nicht gefallenzulassen,sein Großvater war rot angelaufen und brüllte,er werde seinem Sohn den Hintern versohlen,und Frau Bergmann senior plärrte mit weinerlicher Stimme dazwischen:"Beruhigt's euch doch,um Himmels Willen! So beruhigt's euch doch!" Das wurde schließlich auch Annalena zuviel.Sie ging ins Haus und die Freunde folgten ihr."Soviel zum Thema Familie", stöhnte Peter."Das beruhigt mich fast,daß es anderswo genauso zugeht,wie bei mir zu Hause." Annalena lag schluchzend auf dem Sofa und ihre Eltern versuchten,sie zu trösten. "Mami,ich halte das einfach nicht aus",schniefte sie."Denen wäre es doch am liebsten,wenn du damals abgetrieben hättest und es mich überhaupt nicht gäbe!" "Die haben sie doch nicht alle!" fauchte ihre Mutter. "Vielleicht hab' ich sie ja so sehr beleidigt,daß sie abreisen", hoffte ihr Vater und ging nach draußen.Ziemlich entmutigt kam er kurz darauf wieder."Sie haben sich gnädigst entschlossen,mir zu verzeihen",knurrte er."Glaub' mir Lenerl,ich würd' dir das gern ersparen.Kannst du dich nicht zu irgendeiner Studienkollegin absetzen?" "Geht nicht,die sind alle im Urlaub",schluchzte Annalena.Da mischt sich Babette ein."Du kannst doch weiter mit uns mitfahren",schlug sie vor und warf ihrem Bruder,der gerade protestieren wollte einen wütenden Blick zu."Na meinetwegen,wenn's denn sein muß",brummte er.Im selben Moment wäre er fast auf dem Fußboden gelandet,so heftig wurde er von Annalena umarmt.Er wurde knallrot,Babette fing an zu kichern,und schließlich brachen alle in befreiendes Gelächter aus,das die schlechte Laune im Nu wegwischte.Annalena rannte in ihr Zimmer,um ihre Reisetasche umzupacken.Die anderen hielten inzwischen Kriegsrat."Wir sind ganz schön knapp bei Kasse",erklärte Benny."Dann stellen wir uns halt mit Keyboard und Klampfe in die Göteborger City und trällern ein paar Liedchen,wo liegt da das Problem?" fragte Peter.Benny sah die Sache nicht ganz so einfach."Ach,und die paar Liedchen schüttelst du so aus dem Ärmel,oder was?" "Hast du etwa 'ne bessere Idee?"wollte Babette wissen."Willst du mich vielleicht auf den Strich schicken?" "Wenn die Freier dich da sehen,kriegen sie doch 'nen Lachkrampf!"bekam sie zur Antwort.Gerade kam Annalena die Treppe herunter.Sie hatte einen großen tragbaren Kassettenrecorder in der Hand."Ich glaube,das Ding gibt mehr her als das Autoradio" erklärte sie.Da hatte Babette eine Idee."Eigentlich wäre es doch jammerschade,wenn wir unsere Musical-Show von gestern der Allgemeinheit vorenthalten würden,oder? Wir könnten doch eine Karaoke-Vorstellung geben." Annalena war sofort Feuer und Flamme:"Prima! Ich habe sogar noch ein Mikrofon,das wir mitnehmen können." Benny war zwar noch etwas skeptisch,ließ sich dann aber überzeugen und beschloß,selbst "Sunset Boulevard" zu singen. Dann rief er noch bei der Pension in Oslo und der Jugendherberge in Stockholm an,um noch einen Platz mehr zu beantragen,was zum Glück auch klappte.
Danach brachen due Reisenden in bester Laune auf ins Stadtzentrum.Dort suchten sie sich einen Platz,wo sie den Rekorder und die Instrumente aufbauten und ihre "Show" genau planten.Babette sang ihr Lied schon mal leise vor sich hin.Johannes konnte es da natürlich nicht lassen,sich über sie lustig zu machen.
Mit dem Dauerstreit der beiden hatte zwar sie angefangen,aber inzwischen machte er feste mit,was den anderen langsam aber sicher auf die Nerven ging."Also du verdienst auf diese Weise bestimmt eine Menge Geld,das kann ich mir schon bildlich vorstellen." Er rang theatralisch die Hände und flehte:
"Oh bitte hör' auf! Du bekommst auch alles,was du willst,aber bitte hör' auf zu singen!" "Kann ja sein,daß ich nie richtig singen gelernt habe,aber du hast ja noch nicht mal richtig laufen gelernt,sonst würdest du nicht dauernd über deine eigenen Füße fallen",konterte Babette. "Das passiert mir nur,weil ich so in Gedanken versunken bin.Aber das verstehst du natürlich nicht,denn du kannst ja nicht denken!" "Mensch Leute,kloppt euch!" rief Peter dazwischen.Das taten sie aber nicht,sondern bereiteten sich lieber auf ihren Auftritt vor.Die Musical-Vorstellung lief auch gut,und zum Schluß gaben Benny und Peter mit Keyboard und Gitarre noch ein paar ihrer Lieblingssongs zum Besten,die Annalena auf ihrer Mundharmonika begleitete.Am Abend machten sich die Freunde schließlich auf den Weg nach Oslo.Die Fahrt verlief ziemlich ruhig,bis Annalena kurz vor der norwegischen Grebze plötzlich wissen wollte:"Habt ihr für Fredman und Faust eigentlich eine Einreisegenehmigung?" Benny bremste so heftig,daß der Bus fast im Straßengraben gelandet wäre."Einreisegenehmigung?!" "Na sicher",erklärte Annalena."Wenn man Tiere nach Norwegen mitbringen will,muß man vorher einen Antrag stellen." "Wie hätten wir denn das machen sollen?"fragte Benny."Wir haben ja bis zuletzt gar nicht gewußt,daß wir die Viecher mitnehmen müssen." Onkel Gustav blickte schuldbewußt zu Boden.Die 8 Reisenden waren ratlos.Wie sollte es jetzt weitergehen?
"Wir müssen halt versuchen,Faust und Fredman irgendwie rüberzuschmuggeln",schlug Babette vor. "Na kar doch!" höhnte Benny "Wir schmuggeln einen Bernhardiner über die Grenze!" "Ihr wollt wohl unbedingt die original-schwedischen Gardinen testen,was?" fragte Peter.Doch Annalena war ebenfalls dafür,es mit Schmuggel zu probieren. "Ich kenne diesen Grnzübergang",erklärte sie."Da ist meistens gar keiner da,der kontrolliert.Und wenn doch,dann wirft er bloß einen kurzen Blick auf die Ausweise,und der Rest interessiert ihn nicht." "Außerdem können wir jetzt nicht einfach wieder nach Hause fahren.Wir haben doch die Übernachtungen in Oslo und Stockholm und die Fährplätze für die Rückfahrt schon gebucht", ergänzte Kristin.Da mußte selbst Benny ihr rechtgeben.Also fuhr er auf den nächsten Parkplatz.Dort wurde das Gepäck ausgeladen.Fredman und der Vogelkäfig mit Faust wurden in den Kofferraum verfrachtet,und das Gepäck wurde um sie herum wieder gestapelt,sodaß sie nicht mehr zu sehen waren.Es schien,als hätten die Tiere verstanden,worum es ging.Widerstandslos ließen sie alles über sich ergehen,und Faust hielt sogar ausnahmsweise einmal den Schnabel.Schließlich rollte der rote Bus auf den Grenzübergang zu.Die Insassen hielten den Atem an:
Da stand wirklich ein einsamer Grenzposten;ein junger Mann,der Benny mit einem freundlichen "Guten Abend!" begrüßte,als dieser ihm die Pässe durchs Fenster reichte.Da geschah etwas,das allen das Blut in den Adern gefrieren ließ.Aus dem Kofferraum ertönte eine laute,krächzende Stimme:"Gut'n Aaaabend!" Einen Augenblick lang waren die 8 Reisenden wie erstarrt vor Schreck.Annalena fasste sich als erste.Sie warf Benny einen gespielt wütenden Blick zu und redete auf schwedisch mit dem Beamten.Der ließ die Freunde dann weiterfahren.Das hätte er allerdings bitter bereut,wenn er sie hinter der nächsten Kurve noch hätte sehen können.
Benny stieß einen lauten Freudenschrei aus und Onkel Gustav wischte sich erleichtert die Schweißtropfen von der Stirn.Annalena wurde von allen stürmisch umarmt. "Was haste dem Kerl eigentlich erzählt?" fragte Benny.Annalena grinste."Ich habe behauptet,du könntest bauchreden und würdest die Leute öfter so erschrecken.Der Grenzer schien zwar noch ziemlich mißtrauisch zu sein,aber wahrscheinlich war er einfach müde und hatte keine Lust,sich mit solchen komischen Typen wie uns abzugeben." Die 8 Freunde schütteten sich fast aus vor lachen."Bauchreden!...Herrlich!" "Na deine Phantasie möcht' ich haben!" "Das glaubt uns zu Hause garantiert keiner!"
Schließlich wurden Faust und Fredman aus ihrem Gefängnis befreit,wobei Faust eine lange Strafpredigt zu hören bekam,die ihn allerdings herzlich wenig interessierte.Benny ließ Peter ans Steuer und weiter ging's nach Oslo.Alle außer Peter nickten nach und nach ein und wachten erst wieder auf,als der Wagen kurz nach Mitternacht vor der Pension in Oslo hielt.Benny klingelte.Nach einer Weile ließ die Pensionswirtin die 8 Reisenden herein.Sie schnappten ihr Gepäck und wankten gähnend in die Zimmer.Nachdem sie sich bei ihrer Gastgeberin zum hundertsten Male für das späte Ankommen entschuldigt und ihr die Impfpapiere der von ihr mißtrauisch beäugten Haustiere gezeigt hatten,gingen alle ins Bett. Ausnahmsweise wurde ihre Nachtruhe nicht gestört. Am nächsten Morgen beim Frühstück lernten sie erst einmal die 2 anderen Pensionsgäste kennen,die auch aus Deutschland kamen: Der 19jährige Oliver aus Berlin und seine 17jährige Kusine Ulla.Mit ihr verstanden sich Benny und Peter sehr gut,während die anderen sie etwas überheblich fanden.Babette fand Oliver "einfach süß" und flirtete heftig mit ihm.Nach dem Essen berieten die Freunde,was an diesem Sonntag unternommen werden sollte.Der Vorschlag,sich zuerst einmal die Inenstadt anzusehen,wurde einstimmig angenommen. "Danach können wir ja auf die Museunsinsel Bygdoy übersetzen",meinte Johannes.Babette stöhnte."Museumsinsel! Auf die Idee konntest auch nur du kommen! Also ich bin für's Tivoli." Aber Annalena stimmte überraschenderweise Johannes zu: "Vergnügungsparks gibt's woanders auch,aber Bygdoy ist einmalig.Nirgendwo sonst kann man so viel über Norwegen lernen." Also wurde beschlossen,den Nachmittag auf Bygdoy zu verbringen. Dann ging es los in Richtung Innenstadt.Doch der gemütliche Stadtbummel entwickelte sich bald zum Gewaltmarsch: Babette und Kristin mußten aufs Klo,und in der ganzen Stadt war nicht eine einzige öffentliche Toilette zu finden.Die Geschäfte hatten auch nicht auf,weil ja Sonntag war.Endlich fanden die 8 Reisenden ein Lokus in einer U-Bahn-Station,aber das war auch zugesperrt."Also mir reicht's jetzt.Da vorne ist ein Park,ich gehe ins Gebüsch!"erklärte Babette. "Bist du bekloppt?!" fuhr Johannes sie an."Da laufen doch überall Parkwächter rum,und wenn die dich erwischen,müssen wir 2000 Kronen Strafe zahlen!" Plötzlich rief Kristin:"Seht mal,da ist McDonald's!" Sie und Babette rannten los,als ginge es um ihr Leben.Aber sie wurden enttäuscht: Noch nicht einmal McDonalds hatte geöffnet.Babette fragte schließlich einen Passanten um Rat.Der meinte,in Notfällen könnte man auch in einem Hotel fragen. Die Freunde schauten zur gegenüberliegenden Straßenseite.Da war ein Hotel,und was für eins! "Hotel Skandinavia" stand in schörkeliger Goldschrift über dem Eingang. Sie überquerten die Staße und linsten vorsichtig durch die Glastür in die prunkvoll eingerichtete Eingangshalle."Da kriegen mich keine zehn Pferde rein!"protestierte Babette. "Das ist doch echt peinlich!" ergänzte Kristin.
"Also bestimmt nicht so peinlich,wie sich mitten in der City zu bepinkeln",meinte Benny trocken."Los,jetzt habt euch nicht so!" Aber weil sich die Mädchen nicht trauten,ging er schließlich selbst hinein.Nach einer Weile kam er grinsend wieder. "Darf ich bitten,meine Damen?" sagte er höflich und hielt den beiden die Tür auf.Diese fühlten sich ziemlich unwohl,als sie über den dicken Samtteppich nach oben marschierten.Dort kamen sie aus dem Staunen nicht wieder heraus.
"Boah,das gibt's ja nicht!" rief Babette."Ein Gemälde an der Wand und ein Kronleuter an der Decke-und das auf dem Klo! Jetzt weiß ich,was Luxus ist!" In bester Laune kamen die beiden Mädchen wenig später aus dem Hotel.Die 8 Freunde liefen zum Hafen und ließen sich mit dem kleinen Schärendampfer auf die Museumsinsel übersetzen.
Am Abend kamen sie ziemlich k.o.wieder in ihrer Pension an."Was ist denn mit euch los?" fragte Oliver,der mit seiner Kusine schon am Tisch saß." Wir haben eine verzweifelte Suche nach einem Klo und drei Museumsrundgänge hinter uns.Reicht das als Erklärung?" fragte Babette."Auf Bygdoy fand ich's ja ganz interessant,aber trotzdem hab' ich von Museen erst mal genug." Die anderen stimmten ihr zu,außer Johannes und seinen Eltern.Die wollten sich am nächsten Tag noch Henrik Ibsens Haus und die Edward-Munch-Galerie ansehen.Da machte Oliver einen Vorschlag:"Ulla und ich wollen uns morgen ein Motorboot ausleihen und ein bißchen auf dem Oslofjord herumschippern.Ihr könnt doch mitkommen,das wird bestimmt ein Riesenspaß!" Benny,Peter,Kristin,Annalena und Babette stimmten begeistert zu.
Am nächsten Morgen war das Wetter herrlich.Die Kahnfahrer liehen ein großes Boot aus,in dem alle Platz hatte.Daß es trotzdem etwas eng wurde,lag daran,daß Fredman unbedingt mitgenommen werden sollte.Onkel Gustav bestand darauf,daß sein Hund einmal richtig Auslauf bekam,und da die Reise größtenteils von ihm finanziert wurde,mußten Benny und Peter einwilligen.Auch Oliver und Ulla stimmten schließlich widerwillig zu.Ulla gab sich jedoch die größte Mühe,dem Hund ja nicht zu nahe zu kommen.Endlich düste das Boot mit Höchstgeschwindigkeit los,sodaß das Wasser nach allen Seiten spritzte.Dabei wurden alle ziemlich naß,aber sie fanden es herrlich,so auf dem Fjord dahinzurasen.Für die Besitzer der anderen,kleineren Boote,denen sie begegneten,war das allerdings nicht so toll.Oliver fuhr mit Absicht so dicht an ihnen vorbei,daß sie seine Bugwellen mit voller Wucht abbekamen und fast kenterten.Während sie brüllten und fluchten,kam er sich anscheined sehr witzig vor und grinste zufrieden.Schließlich legte er in einer kleinen Bucht mit schönem Sandstrand an und ging mit Ulla,Babette,Benny und Peter baden.
Während sie sich im Wasser amüsierten,lagen Annalena und Kristin am Strand,warfen ab und zu Stöcke für Fredman ins Wasser und... lästerten: "Wirklich schade,daß Ulla und Oliver schon verwandt sind.Die beiden würden echt ein gutes Paar abgeben,so arrogant wie sie sind",meinte Annalena. "Wenn sie zusammen wären,würden Benny und Peter vielleicht auch endlich aufhören,so hinter Ulla herzurennen",murmelte Kristin.Ihr paßte es überhaupt nicht,daß Ulla sogar Peter ungeniert anmachte -und ihm das anscheinend auch noch gefiel.Da kam Babette aus dem Wasser gerannt und ließ sich neben Annalena und Kristin in den warmen Sand fallen. "Glaubt ihr eigentlich,daß Oliver mich mag?" fragte sie. "Jedenfalls hat er ziemlich doll mit dir geflirtet.Aber ich verstehe echt nicht,was du an ihm findest."
"Er ist doch sooo niedlich!" "Also sein Benehmen finde ich ganz und gar nicht niedlich." "Du meinst das mit dem Boot vorhin? Das war doch nur Spaß!" Babette war bis über beide Ohren verliebt und ignorierte alle Warnungen der anderen Mädchen.Als die Bootsfahrer am Abend zur Pension zurückkamen,warteten Onkel Gustav,Tante Jolanda und Johannes schon auf sie.Sie hatten in den Museen offenbar eine Menge gelernt,und beim Abendessen war mal wieder einer von Johannes' endlosen Vorträgen fällig.Den anderen ging das ziemlich auf die Nerven.
"Oh Mann,das interessiert mich echt brennend!" stöhnte Benny und verdrehte die Augen.Johannes ließ sich nicht stören. "Hanni,würdest du bitte mal den Mund halten?!" Keine Reaktion. "Wenn du nicht sofort die Klappe hälst,mach' ich dir 'nen Knoten in den Hals!!" Endlich schwieg Johannes.Da mischte sich Babette ein:"Bruderherz,laß ihn leben!" Nanu,das waren ja ganz neue Töne.Seit wann setzte sich Babette für Johannes ein? "Er ist eine biologische Sensation!Der lebende Beweis dafür,daß ein Mensch ohne Gehirn existieren kann!" "Du bist der lebende Beweis dafür,daß das Sprichwort stimmt",erwiederte Johannes mit vielsagendem Blick auf Babettes randvollen Teller."Dumm frißt viel!" "Und gutes Benehmen ist Glückssache,aber ihr habt immer Pech,was?!"zischte Tante Jolanda."Was soll den unsere Gastgeberin von uns denken,wenn ihr euch wie die Kindergartenkinder aufführt!" Babette war sofort ruhig.Die Gedanken der Pensionswirtin interessierten sie nicht die Bohne,aber Oliver sollte sie doch nicht für kindisch halten. Den nächsten Tag verbrachten alle zusammen im Tivoli und hatten eine Menge Spaß,bis auf ein paar "Unfälle": Johannes verlor im Spiegel-Labyrinth die Orientierung und rannte gegen einen Spiegel.Als Onkel Gustav sich im Luftgewehrschießen versuchte,mußte der Budenbesitzer auf dem Fußboden in Deckung gehen.Babette dagegen schwebte auf Wolke sieben,denn Oliver widmete ihr seine ungeteilte Aufmersamkeit.Die beiden fuhren zusammen Geister-und Achterbahn,er spendierte ihr ein Eis und schenkte ihr das Plüschtier,das er bei der Losbude gewonnen hatte.Schließlich,wie romantisch,küßte er sie im Riesenrad. Die Freunde waren so sehr mit ihrem Vergnügen beschäftigt,daß sie gar nicht merkten,wie der Himmel immer dunkler wurde.Alle erschraken furchtbar,als es plötzlich donnerte und anfing zu regnen.Zum Glück fanden sie noch ein Plätzchen zum Unterstellen,aber als es nach 20 Minuten immer noch so schlimm regnete,rannten sie zum Auto und fuhren zur Pension.Klatschnaß und vor Kälte zitternd krochen sie aus dem Bus."Wißt ihr was?" fragte Annalena. "Ich geh' jetzt erst mal ins Bett." Kristin und Babette hatten das selbe vor. "Aber in die Disco kommt ihr doch heute noch mit?" "Na klar,aber erst mal wollen wir uns aufwärmen." Die 3 Mädchen machten es sich in ihren Betten gemütlich.Besonders warm wurde ihnen allerdings immer noch nicht. "Wir können doch unsere Betten zusammen schieben und uns gegenseitig wärmen,das wird bestimmt gemütlich",schlug Babette vor.Die anderen stimmten ihr zu.
Als sie wieder aufwachten,waren Benny,Peter,Ulla und Oliver schon ohne sie zur Disco gegangen.In Windeseile zogen sich die 3 Mädchen um,schminkten und frisierten sich.Aber wie so oft,wenn man es besonders eilig hat,gab es eine mittlere Katastrophe. "Bei mir ist 'ne Naht aufgetrennt.Hat mal jemand was zum Nähen?" rief Kristin. Babette ließ ihr Schminkzeug fallen,kramte eine Weile in ihrer Reisetasche,bis sie ihr Nähtäschen gefunden hatte und gab es Kristin.Doch nun kommte sie ihren Schminkpinsel nicht mehr finden. Sie suchte überall und schließlich entdeckte sie ihn auch:Fredman lag seelenruhig in einer Ecke und kaute genüßlich darauf herum.
"He du blödes Vieh,das ist dochh kein Knochen! Laß das sofort los!" Fredman gehorchte und Babette warf den leicht angespeichelten Pinsel in den Papierkorb.Währenddessen suchte Annalena nach ihrer Haarbürste,fand sie aber erst,als sie drauftrat und die Bürste mit einem lauten Knacken zerbrach."Verdammte Scheiße!" schimpfte Annalena.Da mischte sich auch noch Faust ein,dessen Käfig auf dem Fensterbrett stand:"Fluch nicht,pfui,pfui!" krächzte er.Annalena tobte."Wenn du nicht sofort den Schnabel hälst,gibt es hier gleich der Tragödie dritten Teil!"
Endlich wurden die Mädchen doch noch fertig und gingen los in Richtung Disco.Das erste,was ihnen dort auffiel,war Ulla,die gerade mit Peter tanzte.Man konnte sie geradezu leuchten sehen:Sie trug ein knallenges,neongrünes Top,einen schweinchenrosa Minirock,der eher wie ein breiter Gürtel aussah und grüne Plateauschuhe.Das blonde Haar hatte sie zu 2 Zöpfen geflochten¬der perfekte Girlie-Look.Kristin,Annalena und Babette warfen sich vielsagende Blicke zu."Ich wär' so gern so blöd wie du..." summte Babette und die 3 Mädchen kicherten los.Babette konnte sich wieder einmal kaum beherrschen,aber das Lachen verging ihr,als sie zur Bar kam.Dort saßen Benny und Oliver und unterhielten sich."Echt scharfe Mädels hier!"meinte Oliver.Benny grinste."Ganz deiner Meinung.Aber ich dachte,du wärst hinter meiner Schwester her?" "Naja,die Kleine ist ja ganz süß,aber mit denen hier kann sie nicht mithalten." Babette hatte genug gehört.Sie marschierte nach vorn,gab Oliver eine Ohrfeige und stürmte davon."Na sauber! Das habt ihr echt toll hingekriegt!" fauchte Annalena,die alles mitangehört hatte. "Wieso?!"fauchte Benny zurück."Was kann ich dafür,wenn Babsi sich wie 'ne hysterische Gans benimmt?! Bloß weil Olli ein bißchen mit ihr geflirtet hat,denkt sie gleich,er würde ihr gehören!" "Sag' mal,bist du wirklich so ein Arschloch?! Der Mistkerl küßt deine Schwester,ein paar Stunden später ist er schon wieder hinter anderen her,und du findest das in Ordnung,ja?! Von eurem Scheiß-Macho-Benehmen wird mir kotzübel!" brüllte Annalena und rannte ebenfalls nach draußen.Sie lief zur Pension zurück und suchte nach Babette.Die saß auf der Terrasse in einer Ecke und heulte zum Steinerweichen.Annalena hockte sich neben sie und versuchte,sie zu trösten.Es gelang ihr auch wirklich,Babette ein wenig zu beruhigen."Warum sind die Jungs bloß solche Arschlöcher?" seufzte diese."Und vor allem: Wieso hält nicht mal mein Bruder zu mir? Das versteh' ich einfach nicht.O.K.-ich habe ihn manchmal tierisch genervt,besonders,als ich unbedingt hierher mitkommen wollte.Aber das hatte er mir doch längst verziehen,und wir haben uns bis jetzt auch ganz gut vertragen.Warum ist er nur so fies?" Plötzlich kamen auch Annalena die Tränen. "Du magst meinen Bruder sehr,stimmts?"fragte Babettte."Und wie!" schluchzte Analena."Weiß der Geier,wieso,aber ich glaube,ich hab' mich in Benny verknallt.Irgendwie gerate ich auch immer an die falschen Typen. Woll'n wir 'nen Club gründen?" "Manchmal kann Benny echt in Ordnung sein." erklärte Babette."Bloß jetzt hat er anscheinend seinen Verstand zu Hause gelassen!" "Und versaut uns damit die ganze Fahrt",ergänzte Annalena."Aber davon,daß wir hier rumsitzen und uns die Augen ausheulen,wird es auch nicht besser.Ich glaube,wir könnten etwas Aufmunterung gebrauchen." Das Zimmer der Mädchen lag im Erdgeschoß.Annalena kletterte durch das geöffnete Fenster hinein,stellte ihren Kassettenrecorder auf die Fensterbank und sprang wieder auf die Terrasse. "Musik ist immer noch das beste Mittel gegen Trübsal.Kannst du Rock'n Roll? Das ist
vielleicht sonst nicht so dein Stil,aber zum Aggressionsabbauen einfach Spitze:
Du schmeißt einfach die Beine im richtigen Rhythmus in die Luft und stellst dir dabei vor,du wpürdest Oliver in den Hintern treten!" Und schon ging es los. "It's gonna be Rock'n Roll to fill the hole in you sou1..." dröhnte es aus dem Lautsprecher.Annalena und Babette sangen aus Leibeskräften mit und tanzten so ausgeflippt sie konnten.Ein paar Lieder später knallte plötzlich etwas von innen gegen die Wand.Die beiden Mädchen schalteten den Rekorder aus und schauten nach drinnen.Dort stand Kristin,die soeben ihre Schuhe an die Wand gedonnert hatte.Mit grimmigem Gesicht schmiß sie auch noch ihre Handtasche hinterher.Dann ließ sie sich auf ihr Bett fallen und heulte los.Babette und Kristin trauten ihren Augen kaum.Was war bloß in die sanfte,ruhige Kristin gefahren? Sie kletterten ins Zimmer. "Hey,was ist denn passiert?" fragte Annalena.Babette ahnte etwas:
"Ist was mit Peter?" "Nee,dem geht's gut! Der amüsiert sich prima mit Ulla! Wahrscheinlich hat er noch nicht mal gemerkt,daß ich weg bin!" schniefte Kristin."Ich hab' es einfach satt,dieses ganze,blöde Schneewittchen-Image:Das kleine,naive Mädchen,das sich alles gefallen läßt! Manchmal wünsche ich mir,ich wäre ein Cowboy im Wilden Westen.Dann würde ich da rein marschieren und dieser Ulla-Schrulla einen Kinnhaken verpassen,daß sie bis an die Decke fliegt!" "Moment mal!" rief Babette."Wer sagt denn,daß wir uns nicht auch anders wehren können?" Die anderen sahen sie neugierig an."Paßt auf: Wir waschen und jetzt unsere verheulten Gesichter,schminken uns,gehen in die City und machen so richtig einen drauf.Morgen früh werden wir dann von unserem tollen Abend schwärmen und die Jungs ganz einfach ignorieren." "Prima Idee!" fand Annalena."Die sollen sich wundern!" Kristin zögerte noch,aber dann wurde sie von Annalena und Babette einfach untergehakt und ins Bad geschleift.Dort beschäftigten sich die 3 Mädchen intensiv mit Verschönerung.Als Kristin die große Spange herausnahm,die ihr dunkles Haar zusammenhielt,rief Annanana etatat:t:"Wow,das sieht echt toll aus! Warum läßt du deine Haare nicht immer offen? Du siehst wirklich aus wie Schneewittchen." "Oh nein! Jetzt fang' du nicht auch noch damit an! Ich hasse das!" beschwerte sich Kristin.Annalena grinste und versuchte,sie naßzuspritzen."Ach wirklich?" "Ja!" brüllte Kristin."Tatsächlich?" "Ja!!" "Im Ernst?" "Jaaa!! Das finde ich zum Knochenkotzen!!" "Hey,Spitze! Wenn du das deinem Peter auch so ins Gesicht schreien kannst,bist du echt gut." "A propos Märchenfiguren",wandte sich Kristin an Annalena und Babette. "Ihr zwei würdet ohne Probleme als Schneeweißchen und Rosenrot durchgehen."
Babette kicherte."Na du hast vielleicht 'ne Phantasie! Glaubst du etwa,daß Schneeweißchen und Rosenrot jemals mit Pickeln zu kämpfen hatten?" "Oder mit 'ner Figur wie'n Brett!" ergänzte Annalena. "Jetzt macht aber mal'nen Punkt!" protestierte Kristin."Ihr seht super aus!" "Na wenn du das sagst.. ‚",meinte Babette."Wir können uns zur Feier des Tages ja einfach mal einbilden,wir wären vollkommene Schönheiten.Und jetzt wollen wir 3 Märchenprinzessinnen mal losziehen und uns ein paar Prinzen angeln!" Lachend traten die 3 Mädchen ins Freie. "Auf in den Kampf,die Schwiegermutter naht! Siegesgewiß klappert ihr Gebiß!" sang Babette und Kristin stimmte mit ein: "Freut euch des Lebens,Großmutter wird mit der Sense rasiert.Alles vergebens,sie war nicht eingeschmiert! Zwei Damen saßen in einem Coupe.Die eine,die aß Praline.Die and`re konnt' nicht essen-sie hatt' ihre Zähne vergessen!"
Annalena,die die Lieder nicht kannte,lachte sich krumm und schief.Dabei rannte sie fast einen Passanten über den Haufen. "Der glaubt bestimmt,wir wären besoffen",kicherte sie. "Ich hab' doch jarkeen Allohol jetrunken,hicks!"alberte Babette und torkelte hin und her."Hör auf,sonst rufen die noch die Bullen,und wir landen in der Ausnüchterungszelle!" warnte Kristin. Die 3 gingen in einen Club,in dem eine Band spielte.Die Stimmung war super:Es wurde gequatscht,getanzt und mitgesungen. Annalena,Babette und Kristin lernten ein paar nette Leute kennen,die sie begleiteten,als sie schließlich zur Pension zurückgingen.Im Haus war alles dunkel.Johannes,Tante Jolanda und Onkel Gustav waren natürlich nicht mit in der Disco gewesen,sondern nur noch einmal spazieren gegangen.Sie hatten den Schlüssel mitgenommen und wollten,wenn sie ins Bett gingen,die Tür abschließen,aber den Schlüssel für die anderen in den Briefkasten stecken.Doch der war leer.Die Tür war verschlossen,und der Schlüssel steckte von innen.Babette stöhnte."Das waren garantiert die Jungs.Die bauen aber auch nur Scheiße heute! Die haben doch glatt vergessen,daß wir auch noch irgendwie reinkommen müssen.Und das,wo wir morgen früh weiterfahren wollen!" Sie warf Kieselsteinchen an das Fenster des Jungszimmers,um sie zu wecken,aber ohne Erfolg."Na toll! Und was machen wir jetzt.Wenn wir die Pensionswirtin nochmal aus dem Bett holen,dreht sie uns den Hals um." Einer der norwegischen Jugendlichen schlug vor,die Mädchen sollten im Auto übernachten.Aber sie hatten keinen Autoschlüssel.Der Junge grinste."That's no problem,you'll see." sagte er.Tatsächlich hatte er das Schloß in Null Komma nichts mit einem Stück Draht geöffnet.Die Mädchen staunten."Boah,ist ja Wahnsinn! Machst du sowas öfter?" Er erzählte,daß er früher öfter das Auto seiner Eltern geknackt hatte,wenn diese nicht da waren.Dann hatte er mit Kumpels eine kleine Spritztour unternommen,doch einmal hatte er dabei einen Baum gerammt."And guess what: I'm still paying for that!" "Oh,that's bad luck!...Ähm Then we wish you all the best for the future! And thanks a lot.Bye!" Nachdem sich die 3 Mädchen verabschiedet hatten,krochen sie ins Auto.Dort machten sie es sich gemütlich und schliefen bald ein
Als sie am nächsten Morgen aufwachten und gerade aussteigen wollten,hörten sie,wie Benny aufgeregt mit Johannes sprach. "Wo können sie nur sein?" fragte Benny. "Woher soll ich das wissen? Habt ihr gestern echt nicht gemerkt,daß sie noch weg waren?" "Nee,wir dachten,sie schlafen längst." Babette kicherte zufrieden. "Laßt sie ruhig noch eine Weile suchen! Die haben nichts besseres verdient." Die 3 warteten noch eine Weile. Dann gingen sie ins Haus."Wo um alles in der Welt seid ihr gewesen?" fragte Benny. "Wir haben im Auto übernachtet",antwortete Annalena mit Unschuldsmiene."Zum Glück gibt es ja auch noch ein paar nette Jungs,die einem helfen,wenn man von euch Idioten ausgesperrrt wird!" "Aber ...wir",stotterte Benny."Wir dachten..." "Wenn ihr schon mal denkt!" Hoch erhobenen Hauptes marschierten die Mädchen in ihr Zimmer und packten ihre Sachen. Nach einer nicht besonders herzlichen Verabschiedung von Oliver und Ulla fuhren die 8 Reisenden weiter.Trotz des schönen Wetters und der herrlichen Landschaft entlang des Oslofjords war die Stimmung während der Fahrt ziemlich gedrückt.Babette,Kristin und Annalena bemühten sich zwar,unbekümmert drauflos zu schwatzen,aber nach und nach wurden sie von der schlechten Laune der Jungs
angesteckt.Benny und Peter plagte das schlechte Gewissen ganz gewaltig.
Benny hatte vor Annalenas Wutausbruch am gestrigen Abend nicht gewußt,was wirklich zwischen Babette und Oliver gelaufen war.Jetzt bereute er es sehr,daß er nicht zu seiner Schwester gehalten hatte.Auch Peter hatte sich in der Disco alles andere als amüsiert: Ulla war ihm mit ihrer aufdringlichen Art tierisch auf den Keks gegangen,doch er war zu feige gewesen,ihr das ins Gesicht zu sagen.
Bei einer Pause auf einem Rastplatz verkrümelten sich die Mädchen auf's Klo.Benny und Peter beschäftigten sich mit der Karte und planten die weitere Reiseroute.Dabei entdeckten sie etwas interessantes: "Verden's Ende-das Ende der Welt. . .Das ist vielleicht ein Name!"wunderte sich Benny."Würde mich echt mal interessieren,wie es da aussieht." Verden's Ende?-Johannes kam das irgendwie bekannt vor.Tatsächlich fand er ein Foto davon in seinem Reiseführer und zeigte es den anderen.Benny und Peter waren begeistert.Der Tag war gerettet! "Prima,da fahren wir hin!" rief Benny."Das ist ja auch gar nicht weit weg von hier.Wir werden die Mädchen überraschen,die werden Augen machen! Und dann sind sie bestimmt nicht mehr sauer." Also fuhren die Freunde zu Verden's Ende,zur äußersten Spitze der Insel Tjöme.Dort hielt Benny auf dem Parkplatz und befahl: "Alles aussteigen!" "Was soll der Quatsch?" regte sich Babette auf."Wir haben doch gerade erst Pause gemacht.Wo sind wir hier überhaupt?" Aber Benny ließ sich nicht aus der Ruhe bringen: "Laßt euch überraschen ...A1so:Ihr macht jetzt die Augen zu und faßt euch an den Händen.Peter und ich führen euch." Die anderen gehorchten.Sie wurden einen schmalen Schotterweg entlang geführt,bis sie auf einem Felsbuckel standen. "Augen auf!" kommandierte Peter."Oh,sieht das toll aus!" rief Kristin und fiel ihrem Freund um den Hals.Sie hatte ganz vergessen,daß sie ihn eigentlich mit Verachtung strafen wollte.
Es war wirklich wunderschön:Die Freunde standen direkt neben einem alten Leuchtturm-eigentlich nur ein aus Natursteinen aufgeschichtetes Häuschen,an dessen Dach eine lange,bewegliche Eisenstange befestigt war.An ihr hing eine Art Korb aus Metall,in den wohl früher brennendes Holz oder glühende Kohlen als Leuchtfeuer gefüllt worden waren.Hinter dem Leuchtturm fielen die rundgeschliffenen Felsen sanft ins Meer ab,bis nur noch einzelne felsige Inselchen aus dem Wasser ragten.Über allem leuchtete die Sonne vom strahlend blauen Himmel.Annalena schlug vor,baden zu gehen.Die 8 Reisenden holten ihre Badesachen und suchten nach einer geeigneten Stelle,an der sie leicht ins Wasser kamen.Onkel Gustav rannte eifrig hin und her,um jeden Winkel zu fotografieren. Babette sprang und kletterte auf den Steinen herum. "Ich muß mich einfach bewegen,sonst platze ich noch vor Glück!" erklärte sie.Johannes sah sich ebenfalls die Umgebung etwas genauer an.Ihn interessierten dabei allerdings mehr die verschiedenen Gesteinsarten und die Pflanzen,die in den Felsspalten wuchsen.Und mit Babettes Tempo konnte er sowieso nicht mithalten. "Mann,du schläfst ja fast ein beim Laufen!" spottete sie."Na und?" gab Johannes zurück."Dafür habe ich bestimmt mehr Ausdauer als du." "Na das will ich sehen! Los,wir schwimmen zu der Insel da hinten!" Johannes war nichr sehr begeistert von dieser Idee,aber er wollte Babette beweisen,daß er kein Feigling war,und willigte zögernd ein.Zuerst schwammen die beiden munter drauflos,aber so sehr sie sich auch anstrengten:Der Abstand zwischen ihnen und der Insel wurde einfach nicht kleiner.Natürlich wollte keiner zugeben,daß er erschöpft war,und so kämpften beide stumm und verbissen weiter.Es
schien eine Ewigkeit vergangen zu sein,als sie die Insel endlich fast erreicht hatten.
Da rief Johannes plötzlich:"Vorsicht! Da ist 'ne Qualle!" "Wo?...Iiihhh!" Und schon schlangen sich die meterlangen Nesselfäden einer tellergroßen Feuerqualle um Babettes Beine.Nachdem diese sich vom ersten Schreck erholte hatte,befreite sie sich mit einen kräftigen Schwimmstoß von dem Tier,das langsam in der Tiefe verschwand.Johannes sah ihm interessiert nach. "Diese Viecher sehen echt interessant aus.Ich wußte gar nicht,daß sie so groß werden können." "Wie faszinierend!" bemerkte Babette bissig."Vor allem dieses Nesselgift!" Ihre Beine brannten wie Feuer,aber mit letzter Kraft und zusammengebissenen Zähnen schaffte sie es noch bis zur Insel.Doch zu allem Überfluß rutschte sie auch noch ab,als sie sich an dem glatten Felsen hochziehen wollte.Johannes schaffte das trotz seiner sonstigen Tollpatschigkeit ohne Probleme und half Babette dann.Sie war vollkommen erledigt.Außerdem taten ihre Beine jetzt noch mehr weh als vorher,sodaß sie vor Schmerzen wimmerte.Johannes zeigte ihr einen kleinen Felsvorsprung."Da kannst du dich hinsetzen und die Beine ins Wasser halten,vielleicht ist es dann nicht mehr so schlimm." "Ja...Danke." Babette setzte sich."Oh. Mann,diese Schwimmtour war mit Abstand die blödeste Idee,die ich jemals hatte!" schimpfte sie."Naja,wenigstens sind wir lebend hier angekommen",erwiederte Johannes."Das ist bei solchen Inseln meistens so,daß sie viel weiter vom Festland weg sind,als man denkt." Babette glaubte,sich verhört zu haben."Wie bitte?!"schrie sie."Du hast das gewußt?! Warum,verdammt noch mal,hast du mir dann nichts gesagt?!" Johannes zuckte mit den Schultern. "Hättest du mir denn geglaubt? Du hättest mich doch bloß wieder ausgelacht! Außerdem dachte ich,daß du spätestens nach 1/4 der Strecke aufgibst." "Lieber wäre ich ersoffen!!" "Ging mir genauso.Aber ich sag' dir was: Wir haben diese Scheiße gemeinsam verzapft,und wir müssen auch gemeinsam versuchen,hier wieder wegzukommen.Es bringt absolut nichts,wenn wir uns bloß angiften." "Mmhh...Wahrscheinlich hast du recht.Also Waffenstillstand?" fragte Babette zögernd und streckte Johannes die Hand entgegen."Waffenstillstand",antwortete er und drückte ihre Hand.Doch wie sollten die beiden von hier wegkommen? Sie waren sich einig,daß sie auf keinen Fall zurückschwimmen wollten.Nachdem sie eine Weile schweigend herumgesessen hatten,ging Johannes schließlich los,um sich die Insel etwas genauer anzusehen.Sie mußte ziemlich groß sein,denn er war nach einer halben Stunde immer noch nicht
zurückgekommen.Babette fing langsam an,sich Sorgen zu machen. Endlich kam er angerannt und rief:"Komm schnell! Da drüben in der Bucht sind Leute mit einem Motorboot.Sie nehmen uns mit zurück zum Festland." Babette folgte ihm so schnell es ihre schmerzenden Beine zuließen.Kurze Zeit später standen die beiden wieder auf der feisigen Landzunge "Verden's Ende".Dort wurden sie von den anderen,die sich schon große Sorgen gemacht hatten,stürmisch begrüßt.Onkel Gustav seufzte erleichtert."Kinder bin ich froh,daß ihr wieder da seid! Wir waren schon kurz davor,den Seerettungsdienst anzurufen!" Nur Benny war stinksauer und machte seiner Schwester schlimme Vorwürfe.Aber die ließ sich nicht einschüchtern."Nun halt aber mal die Luft an! Bis jetzt hast du dich ja auch nicht gerade wie'n treusorgender großer Bruder benommen,also kehr'erst mal vor deiner eigenen Tür! ....Aber du kannst beruhigt sein.So einen Blödsinn mache ich garantiert nicht nochmal." "Außerdem hatte die Sache auch ihr Gutes",ergänzte
Johannes."Wir haben nämlich das Kriegsbeil begraben." Diese Nachricht wurde von allen mit Freude aufgenommen.
"Wurde ja auch Zeit,daß ihr endlich vernünftig werdet!" meinte Tante Jolanda."Dieses ewige Gezanke war langsam nicht mehr zum aushalten!" "Na dann ist ja jetzt alles in Ordnung!" freute sich Annalena."Endlich haben alle kapiert,daß wir ein Team sind,und von nun an werden wir uns auch so benehmen,o.k.?" Die anderen versprachen,sich Mühe zu geben.Doch so ideal,wie Annalena es sich vorgestellt hatte,war es längst noch nicht.Ein Waffenstillstand ist noch lange kein Frieden,und Babette und Johannes mußten sich noch so manche bissige Bemerkung verkneifen,bis sie sich richtig kennen und mögen lernten.Auch die kleinen Reibereien zwischen den anderen hörten nicht einfach von heute auf morgen auf.Aber ein Anfang war gemacht,und die 8 Reisenden waren sich schon ein ganzes Stück näher gekommen.Sie verließen die Insel Tjöme und fuhren an der Küste entlang bis nach Larvik.Wenig später bogen sie nach Nordwesten in die Telemark ab.Auf schmalen Serpentinenstraßen tuckerte der Kleinbus durchs Gebirge.Auf einem Campingplatz schlugen die Freunde ihr Nachtlager auf.Sie machten Wasser heiß,was ihnen diesmal besser gelang,und suchten aus ihrem Sortiment an Tütensuppen eine aus,die sie kochten.Nach diesem "fürstlichen Mahl" krochen sie zufrieden in ihre Zelte.Annalena,Kristin und Babette quatschten noch eine Weile. "Ich fühl' mich richtig wohl",sagte Kristin und kuschelte sich in ihren Schlafsack."Und jetzt,wo sich alle vertragen,ist es noch mal so schön." Annalena stimmte ihr zu:"Ich glaube,Johannes ist eigentlich total nett." Babette war sich da noch nicht so ganz sicher."Mmmh,kann sein." "Doch,ehrlich.Er ist echt wahnsinnig klug,und er könnte auch ziemlich gut aussehen,wenn er nicht immer rumlaufen würde,wie 'n Werbeträger für die Altkleidersammlung.Aber das hat er wahrscheinlich von seinem Vater." Johannes und Onkel Gustav waren sich nämlich nicht nur im Charakter sehr ähnlich.Sie liefen auch beide meist in abgeschabten Cordhosen und sackartigen Rundstrickpullovern herum und trugen Großvater-Nickelbrillen."Der Apfel fällt eben nicht weit vom Birnbaum!"witzelte Babette."Aber ihr habt schon recht:Es macht einen Riesenspaß,mit guten Freunden zu verreisen." Wenig später waren die Mädchen eingeschlafen. Als die 8 Reisenden am nächsten Morgen aus den Zelten kamen,konnten sie zuerst kaum etwas sehen.Das Gebirge war in dichten Nebel gehüllt.Nach einem hastigen Frühstück ging die Fahrt weiter.
Langsam lichtete sich der Nebel.Sonnenstrahlen brachen durch den Dunst und ließen die Berggipfel in rotgoldenem Licht schimmern. Ein kräftiger Wind kam auf und vertrieb die letzten Nebelschwaden. Mit der Zeit wurde es aber immer stürmischer,und Benny hatte Mühe,das Auto unter Kontrolle zu halten."Sag' mal Bruderherz,wie fährst du denn?" beschwerte sich Babette."Irgendwas muß vorhin mit dem Kaffee nicht gestimmt haben." "Sehr witzig!"knurrte Benny."Hört mal,können wir nicht hier irgendwo 'ne Pause machen? Ich halte das nicht mehr lange durch." "Hier in der Nähe muß irgendwo 'ne Stabkirche sein.Die können wir uns ja mal ansehen",schlug Johannes vor. "Stabkirche? Was 'n das?" "Stabkirchen sind ganz alte Holzkirchen,die nach der Christianisierung der Wikinger gebaut wurden.Die sehen echt interessant aus." "Also gut,fahren wir hin.Aber wir können uns nicht zu lange aufhalten,wenn wir heute noch bis nach Bergen kommen wollen",erklärte Benny.Die Stabkirche sah wirklich beeindruckend aus.Johannes wurde,kaum daß Benny auf dem Parkplatz
gehalten hatte,so sehr vom Forscherdrang gepackt,daß er sofor aus dem Auto stürmte. "Vorsicht!" schrie Benny,aber es war zu spät: Der heftige Wind riß Johannes die Tür aus der Hand.Sie pendelte kurz im Luftzug hin und her und fiel dann krachend ins Schloß.
Die anderen waren danach vorsichtiger beim Aussteigen.Nachdem sie sich die Kirche,den alten Friedhof und auch die hölzernen Bauernhütten,die sich ganz in der Nähe befanden,angeschaut hatten,sagte Kristin: "Stellt euch mal alle vor die Kirche.Ich will noch ein Foto machen." Die anderen taten ihr den Gefallen.Onkel Gustav legte den Arm um seine Frau und vergaß dabei ganz,seine Schirmmütze festzuhalten.Sie wurde von einem Windstoß erfaßt und flog ihm vom Kopf.Die nächsten 5 Minuten verbrachte er damit,ihr quer über den Friedhof hinterherzujagen,begleitet von Fredman,der dieses neue Spiel sehr lustig fand.Aber Onkel Gustav stieß mit dem Fuß gegen einen Grabstein und blieb stehen.Als er die Suche nach der Mütze fortsetzen wollte,konnte er sie beim besten Willen nicht mehr finden.Tante Jolanda nickte zufrieden."So,jetzt sind wir dieses gräßliche alte Ding endlich los.Das wollte ich sowieso schon längst wegschmeißen." Die anderen bogen sich vor Lachen.Besonders Babette kriegte sich wieder einmal überhaupt nicht mehr ein.Der Wind tat das übrige,und plötzlich saß sie mit verdutztem Gesicht auf der Erde,was neue Lachsalven auslöste."Das war wieder mal ein spitzenmäßiger Auftritt,getreu unserem Motto: Wo wir sind,da ist das Chaos.Aber wir können auch nicht überall sein",meinte Peter grinsend.Die 8 Reisenden stiegen wieder ins Auto und fuhren weiter.Nach einigen Stunden gelangten sie zum Hardangerfjord,wo sie mit einer Fähre übersetzen mußten.Am Abend suchten sie sich einen Campingplatz in der Nähe von Bergen.Dort trafen sie auf eine Gruppe Jugendlicher,die am Lagerfeuer zusammensaßen.Sie setzten sich dazu,und bald wurden sie in freundschaftliche Gespräche verwickelt.Einer der Jungen holte eine Gitarre hervor,und alle begannen zu singen.Da packten Benny und Peter auch ihre Instrumente aus.Annalena holte ihre Mundharmonika.Die 8 Freunde sangen und spielten bei den Liedern,die sie kannten,mit.Niemanden störte es,daß auch Faust ab und zu fröhlich mitkrächzte.Es wurde ein richtig gemütlicher Abend.Der Höhepunkt war erreicht,als es dämmrig wurde und das Feuer fast heruntergebrannt war.Annalena begann,"Amazing Grace" zu singen,und alle lauschten in andächtigem Schweigen.Benny war überrascht.Er hatte bisher noch nie darauf geachtet,was für eine schöne,weiche Stimme sie hatte.
Außerdem fand er sie hübsch,sehr hübsch.. .Babette grinste.Ihrem scharfen Auge entging nichts.Später setzte sie sich neben Annalena und erzählte ihr,was sie gesehen hatte. "Er hat mich wirklich die ganze Zeit angeschaut? Bist du sicher? Ach,ich glaube,du hast dich geirrt.Benny macht sich bestimmt überhaupt nichts aus mir.Und nach diesen Urlaub sehe ich ihn vielleicht nie wieder..." Annalena seufzte tief."Ach Quatsch",unterbrach sie Babette. "Irgendwann wirst du noch meine Schwägerin,das garantier' ich dir! Weißt du: Nachdem seine letzte Freundin Schluß gemacht hattte,ist Benny ziemlich abgerutscht.Er hing dauernd in irgendwelchen Kneipen rum und kam oft sternhagelvoll nach Hause.Und wenn Peter ihn nicht buchstäblich zu den Vorlesungen geschleift hätte,hätte er sich dieses Studiumssemester an den Hut stecken können.Er hat andauernd was mit irgend'ner Tussi gehabt,aber nie was ernstes.Wenn du ihn fragst,geht's ihm natürlich blendend,aber ich weiß,daß das nicht stimmt.Er macht einen auf obercool und läßt keinen mehr an sich ran,weil er nicht will,daß ihn nochmal jemand so verletzt.Er will sich und allen anderen zeigen,daß er niemanden braucht,aber...Oh Gott,jetzt rede ich schon wie die Seelsorge-Tante von
Zeitungsseite 7! Aber jedenfalls. . .was ich damit sagen wollte ist: Du bist so ziemich das Beste,was ihm passieren konnte.Das muß einfach klappen!"
Und Annalena wünschte sich von ganzem Herzen,daß Babette recht behalten würde.Inzwischen war es fast Mitternacht,aber selbst jetzt leuchtete am Horizont noch ein schmaler,orangefarbener Lichtstreifen.Das war den Freunden schon auf ihrer Nachtfahrt nach Oslo aufgefallen. "Sag' mal Hanni,kannste mir das mal erklären?" fragte Babette."Ich weiß zwar,daß das irgendwas mit dem Einfallswinkel der Sonnenstrahlen zu tun hat,aber so ganz hab' ich das noch nicht gerafft." Johannes erklärte ihr bereitwillig alles,was sie wissen wollte.Benny traute seinen Ohren kaum.Bis jetzt hatte er nicht geglaubt,daß seine Schwester so etwas wie "aufmerksam zuhören" überhaut konnte.Aber seit ihrem Insel¬Abenteuer gab sie sich,jedenfalls was Johannes anging,große Mühe. Das Lagerfeuer war erloschen,und nach und nach krochen alle in ihre Schlafsäcke.Am nächsten Morgen verabschiedeten sich die 8 Reisenden herzlich von ihren neu gewonnenen Freunden.Dann fuhren sie nach Bergen.Dort war Johannes wieder einmal ganz in seinem Element.Er spielte Fremdenführer und dirigierte die anderen zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten: der Festung Bergenhus,der Hakonshalle und den Bryggen,den Holzhäusern der alten Hansestadt. Nachdem er sie im Wahsinnstempo überall durchgejagt und sein Wissen im Schnelldurchlauf abgespult hatte,konnten sie schon kurz nach Mittag weiterfahren.Sie mußten über den Sognefjord übersetzen.Dann ging es auf schmalen Küstenstraßen weiter nach Norden.Abends fanden die Freunde wieder einen Campingplatz,auf dem sie ihr Nachtlager aufschlugen.Aber eine fröhliche Stimmung wollte einfach nicht aufkommen.Babette rührte lustlos in ihrer Suppe herum und knurrte: "Langsam hängt mir das echt zum Halse raus: Den ganzen Tag bloß trockene Stullen mit Büchsenleberwurst oder pappige Hefebrötchen,abends Tütensuppen,in denen man die Nudeln mit der Lupe suchen muß,und zum Trinken nichts als Mineralwasser und Kaffee.Wenn das so weiter geht,tritt mein Magen bald in Generalstreik!" Peter stimmte ihr zu:"Können wir nicht endlich mal wieder was anständiges essen?" Doch Benny erklärte,daß Lebensmittel hier viel zu teuer wären.
Die anderen mußten ihm recht geben.Nur halbwegs gesättigt gingen sie schlafen.Morgens saßen sie mit langen Gesichtern beim Frühstück und kauten ihre Hefebrötchen."Ratet mal,wovon ich geträumt habe?" fragte Peter sehnsüchtig."Von saftigen Grillsteaks mit Pilzsoße,frischen Pellkartoffeln und Pfannengemüse ... " Alle leckten sich genüßlich die Lippen. "oder knusprige Pizza mit Champignons,Schinken und viel Käse",schwärmte Babette. "Wie wär's mit Sachertorte,oder mit einem groooßen Joghurteisbecher",schlug Annalena vor.Benny verdrehte genervt die Augen."Könnt ihr nicht mal an was anderes denken,als dauernd nur ans Essen?" beschwerte er sich. "Aber jetzt hört mal zu,ich hab' nämlich 'nen Plan! Langsam habe ich es echt satt,nur auf diesen Küstenstraßen lang zu kriechen.Deshalb schlage ich vor,wir fahren auf der E 69 landeinwärts.Dann kommen wir in den Dovrefjell-Nationalpark.Das ist die höchste Gebirgsregion Norwegens.Da könnten wir das Auto mal einen Tag stehenlassen und eine richtige Bergwanderung machen." Damit waren alle einverstanden. "Klingt mächtig gewaltig,Egon!" meinte Peter."Aber für so eine Wanderung brauchen wir nun wirklich richtiges Proviant!" "Womit wir wieder beim Thema wären",bemerkte Babette grinsend.Die Fahrt ging dann mit erstaunlich guter Laune weiter,aber der Weg bis zum Dovrefjell war weit.Benny hatte es sich in den Kopf gesetzt,es unbedingt bis zum
Abend zu schaffen.Deswegen fuhr er dann auch durchweg 120,obwohl sogar auf Schnellstraßen nur 90 erlaubt waren.Die anderen sahen bald ein,daß es unmöglich war,ihn zum Langsamerfahren zu bewegen.
Re: Die glorreichen Acht
Tjorven - 07.06.2009, 20:50
Sie konnten nur hoffen,daß sie auf keine Polizeikontrolle treffen würden.Tatsächlich hatten sie Glück,und am Abend waren sie fast am Dovrefjell angelangt.Als sie gerade durch einen kleinen Ort fuhren,hatte Peter eine Idee:"Wir könnten uns zum Abendessen ja mal Fisch leisten.Der müßte eigentlich billig sein,denn davon haben sie hier ja genug ...Ach,und Pellkartoffeln dazu wären auch nicht schlecht." "Vielfraß!" knurrte Benny."Aber meinetwegen,gegen eine anständige Mahlzeit hab' ich auch nichts einzuwenden.Also gehen wir gleich einkaufen,und ich werd' sehen,ob ich noch 'ne Wanderkarte vom Nationalpark auftreiben kann." Die Freunde machten sich auf den Weg,und nach kurzer Zeit hatten sie Dorschfilets,Kartoffeln und auch die Karte gekauft.Bald fanden sie auch einen Campingplatz,auf dem sie sich niederlassen konnten.Peter brachte den Spirituskocher in Gang und wollte sich gerade mit dem Essen befassen,aber da funkte Tante Jolanda dazwischen: "Hilfe,da kann man ja gar nicht hinsehen! Laß' da mal lieber 'nen Profi ran!" Sachkundig würzte sie die Fischfilets,schichtete sie in einem Topf übereinander und ließ sie garen.Peter grinste."Tantchen,was täten wir bloß ohne dich! Du bist ein Schatz!" "Das weiß ich selbst,brauchst gar nicht soviel Süßholz zu raspeln!" war die resolute Antwort.Nach dem leckeren Essen legten sich alle zufrieden schlafen,aber dieses Vergnügen währte nicht lange.Am nächsten Morgen wurden sie von Benny um 6 geweckt.Er hatte mal wieder eine seiner gefürchteten Hyperaktivitätsphasen,und während für seine Freunde das Frühstück in einen einzigen Gähnkrampf ausartete,war er putzmunter. "Ich habe unsere Tour schon genau geplant",erklärte er.'"Wir fahren jetzt noch ungefähr eine halbe Stunde ins Gebirge rein,halten dort auf einem Parkplatz,und dann kann's losgehen.Also packt schon mal die Rucksäcke und zieht euch wetterfeste Sachen an.Es sieht zwar so aus,als würde es ziemlich warm werden,aber im Gebirge ist es immer windig und das Wetter kann schnell umschlagen." Nachdem er 7 stöhnende,schwankende Gestalten,einen gähnenden Bernhardiner und einen verschlafenen Papageien ins Auto verfrachtet hatte,fuhr Benny los.Die anderen wären wahrscheinlich sofort wieder eingeschlafen,wenn es nicht so viel zu sehen gegeben hätte.Staunend betrachteten sie die grünen Bergwiesen,auf denen Lupinen und Heidekraut blühten,und die schroffen Gipfel,von denen schäumende Gebirgsbäche hinunterstürzten.Als die Freunde auf dem Parkplatz ausstiegen,hatte die klare Gebirgsluft bald alle Müdigkeit vertrieben.Sie machten sich auf den Weg,und Fredman trottete gehorsam hinter ihnen her.Weil sie nicht den ganzen Tag einen Vogelkäfig mit sich herumtragen konnten,hatten sie Faust freigelassen.Er thronte auf Onkel Gustavs Schulter und fühlte sich anscheinend prächtig.Doch schon auf dem Parkplatz hatten sich einige hungrige Mücken sofort auf die Wanderer gestürzt.Jetzt waren sie von einem Schwarm Insekten umgeben und konnten deren Attacken kaum abwehren.Benny fluchte: "Das ist mal wieder typisch Mutti: Kiloweise Durchfallpulver,Hustensaft und Vitamintabletten mußte sie uns mitgeben,aber an ein Mittel gegen Mücken hat sie natürlich nicht gedacht!" Zum Glück hatte Annalena eine Salbe mit,die zwar entsetzlich stank,aber die Mücken einigermaßen abwehrte.Die Wanderung verlief ohne weitere Zwischenfälle,und alle konnten den Tag in der freien Natur so richtig genießen.-Das heißt,bis auf die letzten 2 Stunden.Benny hatte sich mit seiner Planung etwas verrechnet.Sie waren langsamer,als er gedacht
hatte,und da seine Aktivitäts-Phase leider immer noch nicht vorbei war,trieb er die anderen pausenlos zur Eile an.
Babette reichte es schließlich.Sie ließ sich ins Gras plumpsen und erkärte: "Ich gehe keinen Schritt mehr weiter,da kannst du machen,was du willst.Ich bleibe hier liegen!" "Das tust du nich!" knurrte ihr Bruder grimmig."Und wenn ich dich an Händen und Füßen zum Auto schleifen muß!" "Können wir nicht wenigstens 'ne kleine Pause machen",bettelte Kristin.Benny tobte:"Das kommt gar nicht in die Tüte! Ihr faule Bande,ich kenn' euch doch! Wenn wir jetzt Pause machen,kommt ihr nacher erst recht nicht mehr aus der Knete,und dann sitzen wir morgen früh immer noch hier!" Babette stöhnte und erhob sich wieder. "Jawohl,Sir! Zu Befehl,Sir!" rief sie und salutierte vor ihrem Bruder.Der war begeistert."Hey,das ist 'ne prima Idee! In Zweierreihen antretäään! Im Gleichschriiitt marsch! Links-zwo-drei-vier,links-zwo-drei-vier!" kommandierte er.Bald merkten alle,daß sie auf diese Weise schneller und leichter vorwärts kamen. "Und 1 und 2 und 3 und 4 und 5 und 6 und 7 und 8 und 9 und 10.Ein Hut,ein Stock ein alter Mann-vor,zurück zur Seite,ran! Links 'ne Pappel,rechts 'ne Pappel in der Mitte 'n Pferdeappel,wie lang ist die Chausse-he!" riefen sie und marschierten im Takt.Dann stimmte Babette ein Lied an: "Von den blauen Bergen kommen wir.Wir sind der Sexclub 1804.Wir verspritzen uns're Samen in den Unterleib der Damen,wir sind der Sexclub 1804!" Plötzlich kamen ein paar Norweger des Weges,die den singenden Wanderverein etwas komisch ansahen.Babette prustete los. "Na hoffentlich verstehen die kein Deutsch!" kicherte sie. "Warum mußt du auch so etwas unanständiges singen,also nein! Hörst du denn das von mir?" tadelte Onkel Gustav und schmetterte mit tiefen Brusttönen die Internationale: "Wacht auf,Verdammte dieser Erde...'." "Perfekt,jetzt fehlt bloß noch die rot Fahne",meinte Babette,worauf Peter seine rote Regenjacke auszog und über dem Kopf schwenkte.Weiter ging es mit "Brüder zur Sonne,zur Freiheit" und den "Moorsoldaten".
Schließlich kamen die Wanderer mit einem letzten,kräftigen "Uns schützt die deutsche Volksarmee,zu Land zur Luft und in der See¬ole!" -das "ole" stammte von Faust,der immer das letzte Wort haben mußte- wieder beim Auto an."Au,mir tun vielleicht die Füße weh!" jammerte Kristin."Füße? Ich weiß gar nicht,ob ich sowas überhaupt noch habe!" erwiederte Annalena."Aber ich weiß es dafür um so besser!" stöhnte Babette."Diese Scheißmücken haben mich durch die Socken durchgestochen!" "Und mich auf die Kopfhaut",klagte Onkel Gustav und fuhr sich bekümmert durch seinen schon etwas lichten Haarschopf."Meine Haare sind auch nicht mehr das,was sie mal waren." Alle waren total k.o.Sogar Benny hatte weder Lust,nach einem Campingplatz zu suchen,noch die Zelte aufzubauen."Warum pennen wir nicht einfach mit unseren Schlafsäcken im Freien?" schlug Annalena vor."Schließlich gilt ja hier noch das Allemansretten." "Das-waaas?" "Das Jedermannsrecht.Das heißt,daß Luft,Wasser und Boden von allen genutzt werden dürfen,wenn sie nich zu einem Privatgrundstück gehören.Also dürfte auch keiner was dagegen haben,wenn wir uns hier niederlassen und ein bißchen Wasser aus dem Bach zum Kochen nehmen." Mit Annalenas Vorschlag waren alle einverstanden.Babette wurde losgeschickt,um Wasser zu holen.Wenig später hörten die Freunde plötzlich ein lautes Platschen und einen wütenden Protestschrei.Nichts Gutes ahnend liefen sie zum Bach.Dort versuchte Babette gerade vergeblich,sich wieder aus dem Wasser zu erheben,was die anderen sehr lustig fanden."Lacht nicht so dreckig,helft mir lieber!" rief Babette
wütend.Johannes erbarmte sich schließlich und versuchte,sie aus dem Bach zu ziehen-mit dem Ergebnis,daß er ebenfalls ins Wasser fiel.
Er landete allerdings weich-auf Babette.Während Onkel Gustav,Tante Jolanda,Peter,Kristin und Annalena sich vor lachen krümmten und Faust hämisch kreischte,holte Benny blitzschnell seinen Fotoapparat hervor und drückte den Auslöser."Das ist 'ne Riesensensation! Ich kann schon die Schlagzeilen vor mir sehen¬"Leidenschaftliche Umarmung im Gebirgsbach,der Beginn einer romantischen Liebesbeziehung"",kommentierte er grinsend.Aber das Lachen verging ihm,als Johannes und Babettte,denen es inzwischen gelungen war,aus dem Wasser zu klettern,sich wutentbrannt auf ihn stürzten.Er konnte Peter gerade noch seinen Fotoapparat zuwerfen,bevor er von ihnen gepackt und untergetaucht wurde.Doch auch die anderen,die noch immer kichernd am Ufer standen,kamen nicht ungeschoren davon.Babette nahm den Topf,in dem sie eigentlich das Wasser transportieren sollte-und schwupp hatten sie auch ein Dusche abgekriegt.Aber das tat der guten Laune keinen Abbruch.Die 8 Freunde sahen sich an und lachten weiter."Nee,nee! Sowas kann wirklich nur uns passieren",sagte Tante Jolanda kopfschüttelnd und wischte sich die Lachtränen aus den Augen. "Tja,wo wir sind,da ist das Chaos.Aber wir können auch nicht überall sein!" rief Babette,und alle anderen stimmten in den "Schlachtruf" mit ein.Langsam fingen sie in ihren nassen Sachen an zu frieren.Deshalb jagten sie sich zum Aufwärmen gegenseitig über die Wiese.Babette bekam die Gelegenheit,sich endgültig für Benny's Schnappschuß zu rächen.Als ihr Bruder sich auf einen kleinen Ringkampf mit Annalena einließ,zückte sie ihre Kamera-worauf Benny von Annalena abließ und dafür seine Schwester in den Schwitzkasten nahm.Nachdem die Freunde Abendbrot gegessen und sich noch einmal gründlich mit Annalenas Mückensalbe eingerieben hatten,machten sie es sich in ihren Schlafsäcken gemütlich.
"Oh Mann,dieser Tag war einfach Spitze!" meinte Babette zufrieden. "Obwohl meine Füße im Arsch sind und mir von meinem Sturz in den Bach und der Prügelei mit Benny immer noch die Knochen wehtun,fühle ich mich irgendwie sauwohl." Annalena stimmte ihr zu:"Das war echt ein Super-Tag.Und so eine Nacht im Tausend¬Sterne-Hotel ist richtig romantisch." Babete kicherte."Allein mit Benny würdest du's garantiert noch viel romantischer finden,stimmt's ?" "Aber noch lange nicht so aufregend wie eure Liebesszene im Bach!" Als das Gelächter der Mädchen verstummt war,kehrte Ruhe ein.Doch es war eine seltsame,ungewohnte Ruhe,bestehend aus dem Rauschen des Windes in den Baumwipfeln, dem leisen Plätschern des Baches und dem Zirpen von Grillen. Mittendrin schliefen die 8 Freunde.Faust in seinem Vogelkäfig tat das selbe,nur Fredman fand keine Ruhe.Sein Jagdinstinkt war geweckt.Als die Freunde am nächsten Morgen aufwachten,war er verschwunden.Weil er nach dem Frühstück immer noch nicht wieder aufgetaucht war,begannen sie,ihn zu suchen.Sie fanden ihn am Bachufer.Er hockte grimmig knurrend vor einem Kaninchenloch und machte keine Anstalten,sich von dort wegzubewegen.Schließlich gelange es den 8 Reisenden,ihn zum Auto zu schleifen,und sie konnten losfahren.Langsam kroch der rote Bus die Gebirgsstraßen entlang.Der Motor ließ sich nicht zu Höchstleistungen bewegen.Plötzlich kam den Freunden auf der schmalen Straße auch noch ein Wohnmobil entgegen.Benny fuhr an die Seite und hielt an,um es durchzulassen.Doch als er wieder anfahren wollte,weigerte sich das Auto,sich weiter vorwärts zu bewegen und fing stattdessen an,langsam bergab zu rollen."So eine Scheiße!" schimpfte Benny."So
schaffen wir das nicht.Also,alles aussteigen und schieben!" Die anderen taten ihr bestes,und es gelang ihnen tatsächlich,den Wagen ein ganzes Stück bergauf zu bewegen.
Aber kurz vor der höchsten Stelle verließen sie die Kräfte,und sie konnten das Auto kaum noch halten."Benny!" brüllte Peter."Benny,bist du taub?! Zieh um Himmels Willen die Handbremse an!!" Benny tat seinem Freund schließlich den Gefallen,allerdings nichr ohne zu meckern:"Warum seid ihr denn nicht hinten geblieben und habt weiter geschoben?"
"Na klar!" antwortete Peter."Ich wollte schon immer mal von 'nem Bus überrollt werden.Das muß echt 'n tolles Gefühl sein!" Den Freunden blieb also nichts anderes übrig,als sämtliches Gepäck auszuladen und es nochmal mit schieben zu probieren.Endlich gelang es ihnen auch,den Bus den Berg hinauf zu befördern.Dann schleppten sie stöhnend und schimpfend das Gepäck hinterher,begleitet von Faust's hämischem "Links-zwo-drei-vier! Links-zwo-drei-vier!". Nachdem sie alles wider eingepackt hatten,konnte es weitergehen.Doch eine Viertelstunde später kam ihnen schon wieder ein Wohnmobil entgegen."Also jetzt halte ich nicht nochmal an!" erklärte Benny und fuhr mit grimmiger Entschlossenheit auf das Wohnmobil zu. "Bist du lebensmüde?!" rief Babete erschrocken,aber ihr Bruder schaffte es,den Bus ganz knapp vorbeizulenken."Haben wir's geschafft?" fragte Annalena und Kristin
antwortete:"Klar,hast du's nicht gesehen?" "Nein,ich habe die Augen zugemacht." "Ach,du auch?" "Benny!!!" "Hey,regt euch ab! Das war'n Joke!"
Am Abend kamen die 8 Reisenden in der Nähe von Trondheim an.Sie übernachteten wieder auf einem Campingplatz.Nachdem sie sich am nächsten Tag den Trondheimer Nidarosdsom und die Festung auf der Insel Munkholmen angesehen hatten,machte Johannes einen Vorschlag: "Wie wär's,wenn wir 'nen kleinen Umweg über Sibirien machen würden?" Die anderen starrten ihn entgeistert an."Sibirien?! Bei dir ist wohl'ne Sicherung durchgebrannt?!"fragte Benny."Das soll wohl'n Witz sein?" meinte auch Peter.Aber Johannes setzte sich selbstsicher ans Steuer."Kommt,ihr werdet schon sehen!" "Na los!" sagte Babette und stieg ein."Er wird schon wissen,was er tut." Aber Benny war noch nicht ganz überzeugt und fragte:"Seit wann hast du solches Vertrauen zu Hanni?" Schließlich stieg er doch ein und Johannes fuhr los.Nördlich von Trondheim bog er auf eine kleinere Straße ab,und nach 20 Minuten Fahrt tauchte tatsächlich ein Ortsschild auf,auf dem "Sibirien" stand.Die Freunde waren verblüfft."Woher hast du das gewußt?"fragten sie Johannes."Steht alles in meinem Reiseführer",antwortete er grinsend.Er fuhr zu einem Rastplatz,wo sich auch ein Aussichtspunkt über einem Waserfall befand.Dort erklärte er den anderen die Geschichte des Dorfes Sibirien:"Dieser Ort entstand aus einer Siedlung der Arbeiter,die hier die erste Straße bauten.Sie mußte unter ziemlich miesen Bedingungen in Baracken hausen und kamen sich wahrscheinlich vor wie in die Verbannung geschickt.Daher der Name "Sibirien"." Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren die 8 Reisenden zurück auf die E6,die fast direkt zum Nordkap führte.Sie kamen noch bis Mosjöen und übernachteten dort.Am nächsten Tag,kurz vor Mittag,erreichten sie den nördlichen Polarkreis.Mittags rasteten sie auf einem Parkplatz.Dort hatte Tante Jolanda eine ziemlich seltsame Idee.Sie zeigte auf eine weiße Begrenzungslinie und sagte:"Wir machen jetzt ein Spiel.Stellt euch vor,das hier ist der Polarkreis.Der Sinn des Spiels besteht darin,ihn aufd möglichst ungewöhnliche Weise zu überqueren." Peter sah sie verständnislos an."Und was soll das ganze?" "Es soll eben was besonderes
sein.Schließlich kommt unsereiner nicht alle Tage zum nördlichen Polarkreis.Kommt schon,laßt euch was einfallen!" forderte Tante Jolanda die anderen auf.
Sie tanzte mit Onkel Gustav im Walzertakt über die Linie.Auch Kristin und Peter brauchten nicht lange zu überlegen.Peter trug seine Freundin mit würdevoller Miene über den provisorischen "Polarkreis". "Das war wohl schon mal 'ne Probe für eure Hochzeit?" stichelte Babette.Sie selbst balancierte wie eine Seiltänzerin auf der weißen Linie entlang und machte einige komische Sprünge und Verrenkungen. "Du siehs aus wie `n Storch im Salat.Paß auf,daß du dir nicht die Beine verknotest!" spottete Benny.Doch er hatte mit seiner Darbietung nicht viel mehr Glück.Er versuchte,auf den Händen zu laufen und stieß dabei mit Annalena zusammen,die ein Rad schlug.Alle anderen lachten los.Babette,die gerade eine Standwaage machte,kicherte so sehr,daß sie das Gleichgewicht verlor und umfiel.Aber die beste Idee hatte Johannes.Er wollte auf Fredman über den "Polarkreis" reiten.Der Hund war über diese Zumutung empört.Er blieb ruckartig mitten auf der Linie sitzen,sodaß Johannes von seinem Rücken herunterrutschte.Nachdem sich alle etwas beruhigt und die Gestürzten sich wieder aufgerappelt hatten,meinte Tante Jolanda: "Perfekt! Genau so hatte ich mir das vorgestellt.Das ist garantiert eine bleibende Erinnerung.Außerdem fand ich,daß wir in den letzten 24 Stunden sowieso viel zu wenig zu Lachen hatten." Peter stöhnte und fragte sich wieder einmal, ob eigentlich noch jemand so verrückte Verwandte hatte wie er.Die Antwort darauf bekam er gleich.Benny schaute zufrieden seinen Bus an und meinte: "Der gute alte hat sich bis jetzt wirklich ganz wacker geschlagen."
Als begeisterter Hobbymechaniker,der praktisch zwischen Autos aufgewachsen war,liebte er seinen fahrbaren Untersatz und sah ihn schon fast als lebendes Wesen an.Da hatte Babette wieder einmal eine ihrer Blitzideen."Eigentlich müßten wir unser Fahrzeug auch taufen,was meint ihr?" Peter glaubte,sich verhört zu haben."Was soll denn das schon wieder? Langsam fangt ihr irgendwie alle an zu spinnen!" schimpfte er. Aber Benny fand den Einfall gut und hörte seiner Schwester interessiert zu."Wir könnten Meerwasser nehmen",schlug sie vor."Und dann machen wir es wie bei Schiffen: Wir füllen das Wasser in eine leere Flasche und schmeißen sie an..." "Moment mal!" unterbrach sie Benny."An diesem Auto wird keine Flasche zerkloppt! Da geht eher die Karosserie kaputt als die Flasche.Reicht es nicht,wenn wir den Wagen einfach mit ein bißchen Meerwasser bespritzen?" Damit waren alle einverstanden.Jetzt brauchten sie nur noch den richtigen Namen-und den wußte Annalena:"Weil wir hier im Land der Wikinger sind und unser Bus rot ist,schlage ich vor,wir nennen ihn nach dem berühmten Wikingerfürsten "Erik der Rote"." "Annalena,du bist 'ne Wucht!" rief Benny und schlug ihr kräftig auf die Schulter,worauf sie knallrot wurde.Babette zwinkerte ihr aufmunternd zu. Die 8 Reisenden fuhren auf einer Nebenstraße direkt ans Meer,wo die Taufe feierlich vollzogen wurde.Sogar Peter ließ sich von der euphorischen Stimmung anstecken. "Mit ihrem stolzen Kriegsfahrzeug brechen die glorreichen Acht auf zu neuen Taten.Vorwärts zu Kampf und Sieg!" rief er,bevor die Freunde wieder in ihren Bus stiegen und weiterfuhren. "Ich hätte auch schon eine Idee für unseren nächsten Feldzug",erklärte Johannes."Wir erobern die Lofoten! In meinem Reiseführer steht,daß es gute Fährverbindungen zwischen den Hauptinseln gibt.Wir könnten mit Fähre und Auto eine richtige Tagestour machen."
Diesem Plan stimmten alle zu.Doch zunächst ging es noch weiter auf der E6.Die "glorreichen 8" übernachteten wieder auf einem Campingplatz und fuhren am nächsten Morgen nach Svolvär,wo die Fähre abging.
Bald darauf standen sie an Deck und ließen sich den Seewind um die Nasen wehen.Faust kreischte mit den Möwen um die Wette,während Fredman die Vögel mit lautem Bellen zu verjagen versuchte.In den nächsten 2 Stunden bekamen die Freunde ein beeindruckendes Naturschauspiel zu sehen: Die schroffen Klippen der Lofoteninseln,gegen die weiße Gischt peitschte,und die Lofotenwand,die sich steil und gewaltig aus dem Meer erhob. "Wißt ihr eigentlich,wie viele Schiffe hier schon mit Mann und Maus untergegangen sind?" fragte Johannes geheimnisvoll. "Verschlungen von dem gierigen Schlund des Mahlstrohms..." Er holte ein kleines Buch aus dem Rucksack und las den anderen Edgar Allan Poes Kurzgeschichte "Der Mahlstrohm" vor.Es gab keinen,der sich bei dieser Geschichte nicht gegruselt hätte,noch dazu,wo er den Ort des Geschehens direkt vor sich sah.Unwillkürlich rückten alle etwas näher zusammen. "Das klingt ja ganz schön schaurig",sagte Annalena. "Trotzdem ist es hier wunderschön.Hier würde ich gern mal tauchen." Benny wurde hellhörig. "Du kannst tauchen? Ich war auch mal im Tauchverein,hab' aber kurz vor dem Abi aufgehört." Von nun an redeten die beiden die ganze Zeit über ihren Lieblingssport,was den anderen schließlich ganz schön auf den Keks ging.Wie es der Zufall wollte,kamen sie,nachdem sie in Skutsvik an Land gegangen und mit dem Auto weitergefahren waren,an einer Tauchschule vorbei.Dort wurden auf einem Plakat Tauchtouren für Reisegruppen angeboten.Benny legte eine Vollbremsung hin und sprang zusammen mit Annalena aus dem Bus.
Auf dem Hof der Tauchschule bereitete sich gerade eine Gruppe auf die Abfahrt vor.Nach einem kurzen Gespräch mit dem Leiter der Schule,einem sympatischen älteren Herren,der Annalena mit seinem Händerdruck fast die Hand zerquetscht hätte,war alles klar: Benny und Annalena durften mitfahren.Sie bezahlten den grwünschten Betrag und liehen sich Taucherausrüstungen aus.Dann konnte es losgehen. "Wir sehen uns inzwischen die Gegend hier an und holen euch dann heute Nachmittag wieder ab",erklärte Peter. "Amüsiert euch schön!" rief Babette und grinste vielsagend. Zu der Tauchergruppe gehörten außer dem Tauchlehrer,Benny und Annalena noch 5 andere junge Leute.Sie fuhren mit einem Motorboot aufs Meer hinaus und legten dort ihre Taucherausrüstungen an.Außer einem blassen,ziemlich nervösen Mädchen schienen alle routinierte Taucher zu sein.Benny war ein wenig unsicher,denn er war seit 3 Jahren nicht mehr getaucht.Doch dann siegte die Vorfreude,und schließlich ließ er sich mit einem markerschütternden Freudenschrei ins Wasser fallen.Die Unterwasserwelt war wirklich sehensewert: Die Felsen waren über und über mit Wasserpflanzen und Muscheln bewachsen.Es gab Seesterne,Seeanamonen,Krabben und Plattfische,die sich im Sand eingegraben hatten.Sogar die Feuerquallen sahen hier schön aus.Alle genossen die Tour in vollen Zügen.Doch als sie zum Boot zurückschwammen,blieb ein Mädchen immer weiter hinter den anderen zurück.Der Tauchlehrer hatte der Gruppe erklärt,sie dürften sich auf keinen Fall aus den Augen verlieren.Deshalb wartete Annalena auf das Mädchen.Plötzlich schien es die Orientierung zu verlieren und sank auf den Meeresboden himunter. "Oh Gott,sie ist ohnmächtig!" dachte Annalena.Schnell schwamm sie zu der Bewußtlosen hin,öffnete ihren Bleigürtel und zog ihr die Weste aus,an der die Sauerstofflasche befestigt war.Seltsamerweise war sie völlig verdreht gewesen.
Annalena versuchte,das Mädchen an die Oberfläche zu ziehen.Aber nach ein paar Metern ging es plötzlich nicht mehr weiter.Die Sicherheitsleine des Mädchens hatte sich in einer Felsspalte verfangen.
Diese Leine,an deren Ende eine Boje befestigt ist,soll die Position des Tauchers markieren.Sie wird am Handgelenk getragen und je nach Wassertiefe abgewickelt.AnnaiPna zog ihr Tauchermesser aus dem Gürtel und schnitt die Leine durch.Wenig später tauchte sie mit dem bewußtlosen Mädchen an der Wasseroberfläche auf.Gleich darauf erschien Benny neben ihr.Er war zurückgeschwommen und hatte gemerkt,wa3 passiert war.Gemeinsam brachten sie die Ohnmächtige ins Boot,wo sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wurde.Inzwischen waren auch die anderen aufgetaucht.Nachdem das Mädchen wieder zu Bewußtsein gekommen war,bestürmten sie sie mit Fragen.Allen voran der Tauchlehrer,dem der Schreck gewaltig in die Glieder gefahren war.
Das Mädchen erzählte,daß sie sich schon den ganzen Tag lang nicht wohl gefühlt hatte.Sie wollte aber auf keinen Fall ihre erste große Tour verpassen-endlich eine Gelegenheit,ihrem Bruder zu beweisen,daß sie auch gut tauchen konnte.Doch sie war sehr nervös gewesen und hatte wahrscheinlich ihre Weste nicht richtig zugeschnallt.Diese war dann unter Wasser immer mehr verrutscht,und schließlich war auch noch die Leine an einem Felsen hängengeblieben.Die Taucherin war in Panik geraten.Plötzlich war ihr dann schwindlig geworden und sie hatte das Bewußtsein verloren.Benny war stinksauer.Wie konnte man nur so unvernünftig sein,tauchen zu gehen,wenn man sich nicht wohlfühlte und damit sich und die anderen in Gefahr bringen?
"What the hell did you learn at your diving school?!" fuhr er das Mädchen an.Doch ein Blick von Annalena brachte ihn zum Schweigen.Dafür fing jetzt ein anderer Junge,anscheinend der Bruder der Verunglückten,an,diese zu beschimpfen.Sie war völlig fertig und fing an zu weinen.Da platzte Annalena der Kragen. "Shut up!" fauchte sie."Don't you see that she's crying?!" Der Junge hielt erschrocken den Mund.Benny und Annalena versuchten,seine Schwester etwas aufzumuntern,indem sie ihr von ihren Anfänger¬Pleiten beim Tauchen erzählten: Als Annalena zum ersten Mal mit Flossen geschwommen war,hatte sie einen Wadenkrampf bekommen und war fast abgesoffen.Benny dagegen hatte Probleme mit der automatischen Lunge gehabt.Er hatte es nicht geschafft,das Wasser herauszudrücken und war,kaum daß er den Kopf ins Wasser gesteckt hatte,hustend und spuckend wieder aufgetaucht.
Bald war die Gruppe wieder bei der Tauchschule angekommen.Nachdem sie sich ihrer Taucherausrüstungen entledigt hatten,warteten Benny und Annalena auf dem Hof auf ihre Freunde.Plötzlich fing Annalena an zu zittern und mußte sich hinstzen. "Was ist denn los? Geht's dir nicht gut?" fragte Benny besorgt."Ich bin schon o.k.",antwortete Annalena. "Das ist bei mir in gefährlichen Situationen immer so.Der große Schock kommt erst hinterher." Bei Benny sah die Sache etwas anders aus. "Weißt du eigentlich,was ich vorhin für'n Schreck gekriegt habe,als du plötzlich nicht mehr hinter mir warst? Ich dachte schon,dir wäre was passiert.Da habe ich eigentlich erst gemerkt,wie sehr ich dich mag." Annalena schaute ihn überrascht an."Ich dachte immer,du kannst mich nicht besonders leiden. "Wieso? ...Naja,zuerst war ich wirklich ziemlich sauer,als Onkel Gustav dich angeschleppt hat.Aber du hast sowas an dir-man muß dich einfach mögen,während mich die meisten Leute wahrscheinlich ziemlich arrogant finden." "Also ich nicht."
"Ehrlich? Obwohl du mich in Stockhlom so angebrüllt hast?" "Ach,das hat mir selber wahrscheinlich mehr wehgetan als dir.Was denkst du,wie ich hinterher geheult habe!" "Oh,das tut mir leid.Manchmal bin ich echt ein Esel."
Annalena grinste."Also ich find' Esel süß.Und wenn man sie richtig erzieht,kan man ihnen ihre Sturheit auch austreiben." "Und das hast du jetzt mit mir vor,schätze ich.Na dann muß ich dir wohl auch Gelegenheit dazu geben." "Und was heißt das im Klartext?" "Naja,ich würde es wahnsinnig toll finden,dich als Freundin zu haben,weil...weil ich total in dich verknallt bin",murmelte Benny. "Wie bitte?" fragte Annalena frech."Ich versteh' dich so schlecht." "Ich liebe dich!"
"Was hast du gesagt?" Statt einer Antwort küßte Benny sie zärtlich.Da kam Babette um die Ecke. "Oh la la! Glückwunschk,Frau Schwägerin!" rief sie. "Ganz so weit ist es aber noch nicht!" protestierte Benny.johannes konnte sich eine Bemerkung nicht verkneifen: "Wie war das doch gleich mit der Liebesszene im Wasser? So was scheint ja langsam in Mode zu kommen:" Mit fröhlichem Gelächter stiegen die glorreichen 8 wieder ins Auto und setzten ihre Fahrt fort.Bald waren sie wieder auf dem Festland,und weiter ging's in Richtung Norden.Nach einer geruhsamen Nacht kamen sie am nächsten Morgen nach Tromsö.Dort besichtigten sie die Tromsdal-kirche mit ihren wunderschönen Glasmalereien und spazierten über die 1064 Meter lange Tromsöbrücke.Mitten auf der Brücke blieben Benny und Annalena stehen und küßten sich lange und innig. "Hey,neuer Rekord! Es sind schon mal Leute beim Küssen erstickt!" kommentierte Babette.
Danach stellte sie einen Rekord im 100 Meter-Sprint auf,aber ihr wutschnaubender Bruder erwischte sie trotzdem. "Das nimmst du sofort zurück!" "Nö,wieso sollte ich? ...Aua! Ich laß mich nicht erpressen!" Da hob Benny sie hoch und hielt sie übers Brückengeländer. 110.K.-Ist ja gut.Tut mir leid.Aber bitte setz mich runter!!" Benny genoß seine Überlegenheit in vollen Zügen. "Tut es dir wirklich leid?" "Ja,sehr!" "Wie sehr?" "Ich flehe dich an,bitte laß' mich runter!!!" Plötzlich ertönte eine wütende Stimme aus dem Hintergrund:"Junger Mann! Lassen Sie sofort das Mädchen in Ruhe,sonst hole ich die Polizei!" Der "junge Mann" war so überrascht,daß er die Anweisung ohne Widerrede befolgte.Babette war heilfroh,wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.Diese Freude hielt allerdings nur so lange an,Babette ihre Retterin erkannte.Es war ihre Mathelehrerin. "Frau Naumann,was machen Sie denn hier?!" "Ach,sieh einer an! Die Groß-Geschwister.Und Herr Messerschmidt ist natürlich auch mit von der Partie.Ihr zwei Unzertrennlichen habt euch ja überhaupt nicht verändert!" "Sie aber auch nicht"",sagte Benny.In Gedanken führte er den Satz weiter:"Sie mischen sich immer noch dauernd in Sachen ein,die Sie nichts angehen." "Was macht ihr zwei eigentlich für eine Ausbildung?" fragte Frau Naumann.Benny und Peter antworteten pflichtschuldigst: "Wir studieren Soziologie." Die Lehrerin war überrascht. "Ich bezweifle stark,daß ihr dafür den nötigen Fleiß und vor allem die nötige Geduld habt.Und du Babette,solltest dich mal etwas näher mit der höheren Mathematik befassen,sonst sehe ich für die Kursstufe schwarz!" sprach's und rauschte davon. "Wer war denn das?!" fragte Annalena entgeistert. "Bennys ehemalige und meine jetzige Mathelehrerin",stöhnte Babette."Jetzt hat sie's uns aber mal wieder gegeben! Das ist so eine Spezialität von ihr:Erst putzt sie die Schüler so gründlich runter,daß sie glauben,sie wären mit bloßem Auge schon gar nicht mehr zu sehen,und dann stopft sie sie systematisch mit Wissen voll-ungefähr so,wie man einen Luftballon aufbläst."
Benny explodierte fast vor Wut. "Nich zu fassen!! Da fährt man extra nach Norwegen,aber noch nicht mal da kann man seine Ruhe haben! Wenn wir die heute abend am Nordkap noch mal treffen,hops' ich vom Felsen,da könnt ihr Gift drauf nehmen!!" Doch er beruhigte sich ziemlich schnell wieder.Die letzten Kilometer bis zum Nordkap wurden schweigend zurückgelegt.Kurz vor Mitternacht kamen die Freunde schließlich dort an und gingen zum Aussichtspunkt.Sie bekamen ein beeindruckendes Naturschauspiel zu sehen: Die Sonne beleuchtete mit ihren orangenen Strahlen das Meer,bevor sie hinter dem Horizont verschwand,um kurze Zeit später wieder aufzutauchen.
Kristin seufzte."Am liebsten möchte ich jetzt auf einem Boot sein und in den Sonnenaufgang hineinrudern.Das ist der Eingang zum Land der Phantasie." "Oh,oh! Jetzt kriegt sie wieder ihre dichterischen Anwandlungen!" stöhnte Peter und verdrehte die Augen.Er zog es vor,seine Gefühle auf andere Art auszudrücken: Die Melodie für ein neues Stück hatte er schon im Kopf,ein absoluter Spitzensong würde das werden,da war er sich sicher.Aber jetzt wollten die glorreichen 8 erst mal ein paare Stündchen schlafen.Sie machten es sich in ihrem Bus bequem und waren im Nu eingepennt.Am nächsten Morgen traten sie die Rückfahrt in Richtung Kautokeino an.kurz vor der finnischen Grenze wurden Faust und Fredman wieder versteckt,und diesmal ging alles gut.Benny atmete erleichtert auf. "Puh,geschafft! Nach Finnland und Schweden darf man Haustiere zum Glück mitnehmen,also müssen wir die Aktion nicht noch mal wiederholen.
"Erik der Rote" trug die Freunde durch die karge Heidelandschaft in Richtung Schweden,über die Grenze und weiter nach Süden.Abends zogen plötzlich dunkle Regenwolken auf.Als die glorreichen 8 nach einigem Suchen endlich einen Campingplatz gefunden hatten,fing es an zu regnen.Der Campingplatz war allerdings ziemlich überfüllt,und die 8 Freunde fanden nur noch ein sehr unebenes Pätzchen am Rande.In Windeseile bauten sie ihre Zelte auf und verkrochen sich darin.Bei dem gleichmäßigen Geräusch der Regentropfen,die auf das Zeltdach trommelten,waren die Jungs bald eingeschlafen.Aber die Mädchen hatten dabei ein paar Problemchen: Ihr Zelt stand auf abschüssigem Boden,sodaß sie ständig aufeinander rollten. "Babsi,kannst du nicht mal ein Stückchen zur Seite rücken?" stöhnte Kristin. "Geht nicht.Ich kann mich nicht bewegen,weil Annalena auf mir liegt.Die pennt schon",flüsterte Babette zurück."Dann hör wenigstens auf,mir dauernd gegens Schienenbein zu treten!" "Okay,ich versuch's.Könntest du dann mal bitte die Ellenogen aus meiner Magengrube nehmen? ...Danke." Als die beiden Mädchen am nächsten Morgen aufwachten,fühlten sie sich wie durch die Wäschemangel gedreht.Kristin öffnete die Zeltluke und blinzelte verschlafen nach draußen.Sie traute ihren Augen kaum:Wenige Meter vom Zelt entfernt graste ein Elch.Schnell zog Kristin den Reißverschluß zu und wandte sich an Babette."Guck du mal raus und sag mir ob das wahr ist,oder ob ich spinne." Verwundert steckte Babette ihren Kopf aus dem Zelt."Waaaahh!"
Der Elch drehte sich um und trottete gemütlich davon.Aber Annalena schrak aus ihrem Schlafsack hoch."Was ist denn hier los?" fragte sie."D..d..da draußen war ein Elch!" "Schön für ihn,aber warum schreit ihr denn da so?" murmelte Annalena und wollte weiterschlafen.Doch daraus wurde nichts.Faust,der auch im Zelt der Mädchen übernachtet hatte,fand Babettes Gebrüll so toll,daß er es unbedingt nachahmen mußte.Da war an Schlaf nicht mehr zu denken.Aus dem Zelt der Jungen ertönte lautes Schimpfen.Der Grund dafür war aber nicht Faust.
Die Jungen hatten ihr Zelt in einer Kuhle aufgebaut,und weil es die ganze Nacht geregnet hatte,hatten sie jetzt Wasserbetten.Fluchend schleppten sie ihre nassen Schlafsäcke aus dem Zelt und breiteten sie im Auto über dem Gepäck aus,sodaß sie einigermaßen trocknen konnten.
Beim Frühstück erzählten die Mädchen ihr Erlebnis mit dem Elch."Sowas kommt hier oben öfter vor",erklärte Annalena."Manchmal kommen Elche sogar bis in die Städte und bringen dort den ganzen Verkehr durcheinander.Nach dem Essen fuhren die Freunde weiter.Bald kamen sie an die Küste des bottnischen Meerbusens.An ihr entlang ging es dann weiter nach Süden.Am späten Nachmittag erreichten sie Pitäa,einen kleinen Ort,der für seine Sandstrände berühmt ist.Zum Baden war es leider zu kalt,und so machten sie nur einen Strandspaziergang.Danach krochen sie ziemlich durchgefroren wieder in den Bus und fuhren weiter.Der Himmel hatte sich schon wieder verdüstert,und tatsächlich fing es bald an zu regnen,besser gesagt: Es goß wie aus Kannen,und der Wind fegte Erik den Roten beinahe von der Straße.Benny klebte fast mit dem Gesicht an der Scheibe und konnte trotzdem kaum etwas sehen.Aber dennoch fand er den Weg zum nächstn Campingplatz. "Die Zelte können wir heute aber nicht aufbauen,sonst schwimmen wir über Nacht weg",meinte Peter.Annalena schlug vor,eine der Holzhütten zu mieten,die es in Schweden auf fast jedem Campingplatz gibt,und Benny befolgte ihren Rat.An der Rezeption wurde ihm mitgeteilt,daß der Stom ausgefallen sei,daß es aber für solche Notfälle in jeder Hütte ein paar Kerzen und sogar eine Petroleumlampe gäbe.
Die Hütte war zwar klein,aber dafür sehr gemütlich.Draußen wütete der Sturm,drinnen saßen die glorreichen 8 beim Schein der Petroleumlampe zusammen,tranken Tee,aßen Kekse,spielten Karten und fühlten sich so richtig wohl.Später gingen sie schlafen und verbrachten eine ruhige Nacht-bis sie am frühen Morgen durch einen lauten Knall geweckt wurden.Schuld daran war Johannes,der aus dem Bett gefallen war."Oh shit! Ich hatte ganz vergessen,daß ich nicht mehr in einem Zelt penne",murmelte er und kroch wieder in die Koje.Die anderen kicherten noch eine Weile vor sich hin.Gerade wollten sie sich umdrehen und weiterschlafen,als Babette aus dem Fenster sah und rief: "Hey,seht mal! Die Sonne geht gerade auf,und es sieht ganz so aus,als würden wir schönes Wetter kriegen!" So war es dann auch.Als die 8 Freunde ein paar Stunden später aufbrachen,war es zwar noch ein wenig kühl,aber die Sonne schien und alle waren blendender Laune.Sie bewunderten die wunderschöne Landschaft und die malerischen alten Städtchen.Abends kamen sie in ö.rnsköldsvik an,einer alten Stadt,die zu einem Feriendorf umgebaut worden war.Dort übernachteten sie.Am nächsten Tag ging es weiter über Harnösand nach Söderhamm.Die Freunde wollten noch einen kleinen Umweg ins Landsinnere machen.Sie fuhren zum Siljansee,wo sie wieder auf einem Campingplatz übernachteten.Am darauffolgenden Morgen beschlossen sie,eine Rundfahrt um den See zu machen,um die Natur so richtig genießen zu können.Weil es ziemlich warm war,suchten sie sich ein gemütliches Plätzchen und gingen baden.Danach schlug Onkel Gustav vor:"Wir könnten doch einen kleinen Spaziergang machen.Faust braucht sowieso mal wieder Auslauf." Alle wollten mitkommen-außer Babette.Sie sonnte sich auf einem Felsbuckel und hatte keine Lust aufzustehen. "Also..äh,ich bleib auch hier",erkärte Johannes schnell.Die anderen warfen sich vielsagende Blicke zu und verschwanden im Wald.Johannes ließ sich neben Babette auf dem Felsen nieder.Er hatte ihr etwas zu sagen,etwas sehr wichtiges.Wenn er doch nur wüßte,wie er anfangen sollte.. .Er schloß die Augen und dachte nach.
Babette reizte es,wie er so scheinbar faul herumlag.Sie schlich ans Wasser,und wenig später wurde Johannes von einer kalten Dusche unsanft aus seinen Tagträumen gerissen. "Wach auf,du alte Schlafmütze!" rief Babette und rannte kichernd davon.Er sprang auf und folgte ihr mit einem drohenden "Na warte,dich krieg ich schon!"
Am Rand des Felsens bekam er sie schließlich zu fassen.Doch die beiden verloren das Geichgewicht und plumpsten ins Wasser.Prustend tauchten sie wieder auf und lachten sich halbtot."Na Bingo! Das war ja mal wieder typisch.Wo wir sind,da ist das Chaos,aber wir können auch nicht überall sein!" rief Babette und kicherte weiter.-Mit einem Wort: Jegliche romantische Stimmung war gründlich im Eimer.
"Das isr jetzt wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für irgendwelche sentimentalen Sprüche",dachte Johannes."Vielleicht ist es am besten,wenn ich einfach handle.Dann werde ich ja sehen,wie sie reagiert.Entweder sie langt mir eine,oder sie tritt mir wohin,oder sie brüllt mich an-oder ihr gefällt's.Also hoffen wir das letztere und probieren wir's." Langsam näherte er sich ihr und gab ihr einen Kuß.Wie er gehofft hatte,gab es keine Ohrfeigen und kein Wutgeschrei.Als Babette wieder zu Wort kam meinte sie nur:" Mensch Hanni,du hast es ja tatsächlich geschafft,dich auf das Wesentliche zu beschränken!" "Das heißt also,du willst es tatsächlich mit mir aushalten,obwohl ich mich ständig zum Obst mache,von einer Katastrophe in die nächste schliddere und mich manchmal am liebsten selber in den Hintern treten würde?" fragte er,und es klang ein wenig bitter.
Aber Babette schaffte es sofort,ihn wieder aufzumuntern:"Moment mal! Also erstens kenne ich keinen,der soviel weiß,so gut erklären kann und dabei noch so witzig ist wie du.Zweitens benehme ich mich manchmal selber wie ein Elefant im Porzellanladen,also passen wir doch prima zusammen.Drittens habe ich Erfahrung mit Katastrophen und viertens: Wenn dir hier einer in den Hintern tritt,werde ich das in Zukunft sein,kapiert!" Fröhlich stiegen die beiden aus dem Wasser und setzten sich nebeneinander auf den Felsbuckel.Dort fanden sie die anderen,als sie von ihrer Wanderung zurückkamen. Sie merkten sofort,was los war,und Peter bekam einen Lachanfall. "Was ist denn mit dir los? Ist das ansteckend?" fragte Babette. "Also irgendwas muß an dem Wasser hier anders sein als bei uns zu Hause",meinte er und zwinkerte Benny zu.Der hatte verstanden und fing ebenfalls an zu kichern.Allmählich kriegten auch die anderen mit,was er meinte und lachten mit."Wir können ja ein paar Flaschen von dem Zeug mitnehmen",schlug Benny vor."Und dann verkaufen wir's als neue Wunderdroge-nur ein kleiner Schluck,und schon ist die große Love & Peace-Party im Gange!"
Immer noch lachend stiegen die Freunde wieder ins Auto und fuhren weiter.Abends waren sie dann nicht mehr weit von Uppsala entfernt. Sie bauten ihre Zelte auf einem Campingplatz auf und sahen sich dort noch etwas um. "Kommt mal alle her!" rief Annalena plötzlich und zeigte aufgeregt auf ein großes Plakat,das ein Open Air¬Konzert in einem nahegelegenen Volkspark ankündigte. "Volkspark? Was is'n das?" fragte Benny verständnislos."Das wirst du sehen,wenn wir da sind!" erklärte seine Freundin."Man kann einfach nicht durch ganz Schweden fahren,ohne einmal in einem Volkspark gewesen zu sein.Los,steigt alle ins Auto!" Und ehe Benny protestieren konnte,hatte sie ihn auch schon hinters Steuer verfrachtet.Wenig später sah er dann,was ein Volkspark ist.Es war eigentlich ein ganz normaler Park,in dem sich aber eine Freilichtbühne befand.Davor waren Holzbänke aufgestellt,auf denen auch schon einige Leute saßen.
Andere hatten sich mit Decken und Picknickkörben auf dem Rasen niedergelassen.Es wurde ein sehr schöner Abend-und ein Festessen für die Mücken,die sich in Scharen auf die Konzertbesucher stürzten.Aber die ließen sich nicht stören,sondern hörten interessiert den Musikern zu.
Besonders gut gefiel den glorreichen 8 eine Gruppe finnischer Mädchen,die in atemberaubendem Tempo finnische Volkslieder sang. "Ich frage mich,wie die das hinkriegen,ohne sich dabei die Zunge zu verknoten",wunderte sich Peter.Als das Konzert beendet war,kehrten die Freunde zum Campingplatz zurück und gingen schlafen.Am nächsten Morgen setzten sie ihre Fahrt fort.Über Uppsala,wo sie einen kleinen Stadtbummel machten,ging es weiter nach Stockholm.
Am Abend kamen sie dort in der Jugendherberge an.Nach einer etwas unruhigen Nacht in knarrenden Doppelstockbetten wollten sie am nächsten Tag erst einmal durch die Stadt spazieren.Diesmal war es Benny,der dem frischverliebten Pärchen mit seinen Bemerkungen auf die Nerven ging.Jedesmal,wenn Babette und Johannes sich küßten,kam von ihm garantiert ein Kommentar wie:"Hanni,wo haste denn das gelernt? Gab's dafür 'ne Gebrauchsanweisung?" Als die glorreichen 8 gerade den Strandvägen entlangschlenderten traf Fredman,der von Onkel Gustav an der Leine geführt wurde,auf einen anderen,frei herumlaufenden Bernhardiner.Die beiden beschnüffelten sich freudig.Plötzlich ertönte ein lauter Pfiff,und eine Stimme rief:"Tjorven! Tjooorven!" Der Hund rannte in die Richtung davon,aus der der Pfiff gekommen war.
Fredman stürmte hinterher,ohne Rücksicht auf sein Herrchen,das an der Leine hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve und so schnell wie möglich lief,um nicht umgerissen und mitgeschleift zu werden.Tjorven machte vor einem Jungen und einem Mädchen halt,die ungefähr in Babettes Alter sein mußten.Als sie sahen,wie Fredman mit Onkel Gustav im Schlepptau um die Ecke gerast kam,brachen sie in lautes Gelächter aus.Vor lauter Erleichterung,daß sein wildgewordener Hund endlich stehenblieb,fing Onkel Gustav auch damit an.Die anderen Freunde,die hinterhergelaufen waren,lachten mit,teils weil Onkel Gustav so komisch ausgesehen hatte,wie er mit schreckgeweiteten Augen hinter seinem Hund hergestolpert war,teils weil Annalena ihnen verraten hatte,daß "Tjorven" auf deutsch "Hummelchen" bedeutete.Ein ausgewachsener Bernhardiner,der Hummelchen hieß-das war nun wirklich zum totlachen! Außerdem hatten die beiden jungen Schweden ein sehr ansteckendes Lachen,das ungefähr wie das Wiehern eines brünftigen Hengstes klang.Sie waren eindeutig Zwillinge;blond,blauäugig und braungebrannt-zwei richtige Bilderbuchschweden.Nachdem sie sich einigermaßen beruhigt hatten,begannen sie sofort,sich mit den glorreichen 8 in einem Mischmasch aus Englisch und Schwedisch lebhaft zu unterhalten. Die Freunde erfuhren,daß sie Solveig und Sören hießen,16 Jahre alt waren,auf einer Schäreninsel wohnten und in Stockholm ihre Tante besuchten.Wenig später gingen alle gemeinsam auf der Insel Djurgarden spazieren und sahen sich die Villen der Reichen an.Danach besuchten sie den Skansen-Tierpark.Den Nachmittag verbrachten sie zusammen im Vergnügungspark "Gröna Lund".Den jungen Leuten hatte es die große Achterbahn besonders angetan.Onkel Gustav und Tante Jolanda waren für dieses Vergnügen nicht zu haben,und auch Johannes zögerte noch.Aber Babette packte ihn am Handgelenk und rief:"Komm schon,sei kein Feigling! Das macht bestimmt Spaß!" "Na,ich weiß ja nicht.Denk dran,wie schlecht es dir auf der Fähre ging!" "Ach was! Das hier ist was ganz
anderes!"
Das war es dann anscheinend doch nicht,denn aus der Achterbahn stiegen kurze Zeit später zwei blasse,schwankende Gestalten,und auch Benny war die Fahrt nicht besonders gut bekommen."Oh Schock,ich bin taub!" stöhnte er."Solveig hat mir die ganze Zeit voll ins Ohr gekreischt."
Sören grinste.Er wußte schon,warum er sich nicht in die Nähe seiner Schwester gesetzt hatte.
Abends begleiteten die Zwillinge die anderen noch bis zur Jugendherberge.Dort trennten sie sich,nachdem sie sich für den nächsten Tag verabredet hatten.Sören und Solveig wollten mit dem Schärendampfer nach Hause fahren,und die glorreichen 8 sollten sie begleiten.Pünktlich um 10 Uhr standen sie dann auch am Landungssteg und stiegen in den kleinen Dampfer.Sie lernten die Eltern der Zwillinge kennen,zwei nette,junggebliebene Leute,die die 8 Freunde spontan in ihr Haus einluden.Aber erst einmal genossen alle die Fahrt durch das Schärengebiet.Zielstrebig suchte sich das Schiff seinen Weg zwischen den unzähligen Inseln.Auf den größten befanden sich ganze Dörfer,von den kleinsten sah man nicht mehr als eine Felsspitze,die aus dem Meer ragte.Nach etwa einer Stunde legte der Dampfer bei der Insel Skogenö an,wo die Zwilling wohnten.Die Freunde stiegen aus,und wenig später spazierten sie durch das kleine Dorf,vorbei an bunten Holzhäusern.Sören und Solveig wohnten mit ihren Eltern in einem alten roten Haus direkt am Meer.Sie beschlossen,mit den anderen eine kleine Schärenrundfahrt zu machen.
Ihr Vater erlaubte ihnen,seine beiden Ruderboote zu benutzen,und bald waren die Boote schwer beladen unterwegs.Die glorreichen 8 fanden die Fahrt herlich.Sie mußten ja auch nicht rudern,das taten die Zwillinge.Zwischendurch legten sie an einer kleinen Schäre an und gingen baden.Als sie am späten Nachmittag wieder auf dem Wasser unterwegs waren,kam ihnen ein Motorboot entgegen.Es gehörte einem Fischer von Skogenö.Er fuhr dicht an due Freunden vorbei und rief ihnen etwas zu. "Er sagt,wir sollen so schnell wie möglich nach Hause fahren." übersetzte Annalena."Im Radio hat es Unwetterwarnung gegeben." Die Zwillinge gingen zu einem etwas strafferen Tempo über.Doch wenig später frischte der Wind auf,und es fing an zu donnern."Das schaffen wir nicht mehr bis nach Hause",meinte Solveig düster.Sie kämpfte heldenhaft gegen die immer höher werdenden Wellen,aber schließlich verließen sie die Kräfte.Benny setzte sich an ihrer Stelle an die Ruder.Sören und Solveig waren sich einig,daß sie an einer Insel anlegen und das Gewitter abwarten wollten.Benny gab sich große Mühe,sein Boot in die gewünschte Richtung zu lenken,doch es viel ihm sehr schwer.Es wurde immer stürmischer,und außerdem setzte heftiger Regen ein.Bei jedem Donnerschlag zuckten die Freunde zusammen,und Fredman jaulte ängstlich.Faust hatte es gänzlich die Sprache verschlagen.Er hockte triefnass und zitternd vor Kälte auf Onkel Gustavs Schulter.Das Boot schwankte gefährlich,und schon schwappte eine Welle über Bord.Sören brüllte vom anderen Kahn etwas herüber und Solveig redete auf Beny ein,doch der verstand kein Wort."Du mußt gegensteuern!" rief Annalena dazwischen."Wenn wir die Wellen von der Breitseite kriegen,dann kentern wir!" Den Freunden kam es wie eine Ewigkeit vor,bis sie endlich bei der Insel anlegten und es ihnen unter großen Anstrengungen gelang,die Boote festzuzurren.Alle waren klatschnass.Johannes hatte mal wieder doppeltes Pech.Er stand genau zwischen Fredman und Tjorven,als die sich das Wasser aus dem Fell schüttelten.Auf der Insel befand sich ein kleines Wäldchen.Dahin liefen die Freunde,um sich vor dem Regen zu schützen.
Sie setzten sich unter die Bäume und warteten.Leider daurerte es lange,bis das Gewitter aufhörte,und auch danach war es immer noch sehr windig.Der Wellengang war einfach zu hoch,um mit den Ruderbooten unbeschadet nach Skogenö zu kommen.Frierend und hungrig saßen die Bootsinsassen auf der Schäre fest und schimpften auf das Wetter.Das half ihnen allerdings auch nicht weiter.Als sie sich schon darauf vorbereitet hatten,die Nacht auf der Insel zu verbringen,legte sich endlich der Wind und sie konnten nach Skogenö zurückkehren.Dort wurden sie von den besorgten Dorfbewohnern stürmisch begrüßt und im Triumphzug zu Sjöbloms gebracht.Sie mußten ihr Abenteuer mit allen Einzelheiten schildern.Jeder wollte ihnen Fragen stellen und Ratschläge geben. Eine Hausfrau meinte,sie sollten heißen Tee trinken,um sich nicht zu erkälten,ein Fischer bot ihnen Kräuterschnaps aus seiner Flasche an.Frau Sjöblom meinte,daß es am besten sei,wenn sie alle erst einmal zum Aufwärmen in die Sauna gingen. "Oh,prima!" rief Benny und kriegte glänzende Augen. "Du brauchst gar nicht erst auf versaute Gedanken zu kommen",sagte Annalena streng."Wir machen das nämlich ganz gesittet." "Genau",ergänzte Tante Jolanda."Ladies first,und die Männer kommen danach dran." Onkel Gustav war beleidigt."Und das muß man sich nach über 20 Jahren Ehe gefallenlassen!" Trotzdem hatten alle ihren Spaß,vor allem weil sie nach der Sauna gleich noch vom Bootssteg ins Wasser springen konnten.Obwohl es wieder angefangen hatte zu nieseln,tobten sie kreischend und lachend im Wasser herum.
Mittendrin planschten fröhlich Fredman und Tjorven."Wir sollten besser auf sie aufpassen",meinte Babette."Sonst haben Sjöbloms bald das ganze Haus voller Bernhardiner." Aber Solveig erklärte ihr,daß Tjorven auf Skogenö so beliebt war,daß fast jede Famlilie gern einen Nachkommen von ihr hätte.Also wurden die beiden Hunde in Ruhe gelassen.Weil der letzte Dampfer nach Stockholm schon längst abgefahren war,verbrachten die glorreichen 8 die Nacht auf Skogenö.Benny rief in der Jugendherberge an und sagte Bescheid.Dann wurden die Freunde auf mehrere Familien aufgeteilt, wo sie schlafen konnten.
Als sie am nächsten Morgen ausgeschlafen hatten,fuhren sie mit den Zwillingen zurück nach Stockholm.Noch einmal bummelten alle gemeinsam durch die schmalen Gäßchen der Gamle Stan.Abends saßen sie in der Jugendherberge im Zimmer der Mädchen zusammen,erzählten,lachten und hatten es so richtig gemütlich.Doch nach den Ereignissen der letzten Tage waren sie alle ganz schön müde.Kristin war die erste,die sich in ihr Bett verkroch und auf der Stelle einschlief.In dem Bett über ihr saßen noch Annalena,Babette und Solveig.Babette seufzte."Die letzten Wochen sind viel zu schnell vergangen.Ich darf gar nicht dran denken,daß wir morgen um diese Zeit schon wieder auf dieser dämlichen Fähre sind und übermorgen zu Hause.Du kommst doch mit zu uns Annalena,oder?" "Klar! Ich bleibe noch ein paar Wochen bei euch,bis meine Semesterferien zu Ende sind.Aber jetzt erzähl lieber mal was lustiges.Du wirst ja schon ganz melancholisch." Die Mädchen begannen,sich Witze zu erzählen.Sie kugelten sich vor Lachen,sodaß das ganze Bett wackelte.Unten murmelte Kristin im Halbschlaf:"Dieses blöde Schiff schaukelt aber ganz schön!" Dann drehte sie sich um und pennte weiter.Babette wieherte los und Annalena fiel fast vom Bett vor Lachen,aber sie beruhigten sich schnell wieder,um Kristin nicht ganz aufzuwecken.Langsam aber sicher nickten alle ein,auch Sören und Solveig,die eigentlich mit dem letzten Schiff wieder nach Hause fahren wollten.Aber daraus wurde nichts mehr.
Nachdem die glorreichen 8 am nächsten Morgen ihre Sachen zusammengepackt hatten,gingen sie mit den Zwillingen in den Speisesaal zum Frühstück.Die Mahlzeiten wurden von allen Gästen gemeinsam an einer großen Tafel eingenommen.
Dabei ging es so chaotisch zu,daß 2 Leute mehr überhaupt nicht auffielen.
"Reich mir mal das Brot rüber!-Danke." "Can I have the butter,please?" "O.K.-Durchgeben!" "Krieg' ich mal bitte die Milch?" "Gebt mir mal die Nutella!" "Mann,hier kommt man ja vor lauter ranholen und weiterreichen und durchgeben überhaupt nicht zum Essen!" "Can you give me the milk,please?!" "Kannisch mal den Honisch ham?" "Schluck dein Essen runter,bevor du mit mir redest!" "Jetzt zum dritten Mal:Gibt mir endlich einer die Milch!" "Can I get a roll please?" "Hä? Was will der?" "'N Brötchen." "Ach so.Here you are!" "I need the marmelade,please...There's nothing left? Shit! Freßsäcke!-Nee,das übersetze ich jetzt lieber nicht." "Verdammt noch mal! Seid ihr alle taub?! Ich brauche die Milch!!" brüllte Kristin plötzlich und alle sahen sie erstaunt an."A...Aber Schneewittchen!" stotterte Peter. "Und nenn' mich nicht Schneewittchen! Ich hasse das!!" Babette grinste zufrieden.Unter ihrem und Annalenas Einfluß hatte sich die schüchterne Kristin ganz schön verändert."Bitte sehr,Madame!" rief Babette und gab der Milchtüte einen Schubs.
Sie schlidderte quer über den Tisch und kam erst zum Stehen,als sie ziemlich heftig gegen Kristins Teller stieß,sodaß diese einen Schwall Milch ins Gesicht bekam."Na so eilig hatte ich's nun auch wieder nicht!" rief sie lachend und wischte sich das Gesicht mit einem Papiertaschentuch ab."Das kann ja nicht schaden.Bäder in Milch sollen bekanntlich schön machen",meinte Babette,worauf Kristin spitz fragte:"Ich bin dir wohl noch nicht schön genug?" Peter konnte es nicht fassen.Er starrte seine Freundin immer noch mauloffen an,bis Tante Jolanda ihm dezent zuflüsterte:"Du kannst den Mund ruhig wieder zumachen.Muß ja nicht jeder deine halbzerkaute Stulle sehen." Währenddessen hatte Sören Benny dazu angestiftet,5olveig beim Essen zu beobachten,was diese überhaupt nicht leiden konnte.Sie lief dunkelrot an und versuchte krampfhaft,sich zu beherrschen,aber es gelang ihr nicht.Sie prustete los,spuckte dabei ihren Tee quer über den Tisch und bekam einen Hustenanfall.Bennys hämisches Grinsen brachte sie noch mehr auf die Palme.Ohne zu überlegen griff sie sich ein Brötchen und warf es nach dem Übeltäter,der unter dem Tisch in Deckung ging.Sie traf seinen Nachbarn,und während Benny und Sören vor Lachen fast von den Stühlen kippten,stammelte sie eine Entschuldigung. Schließlich waren die glorreichen 8 abreisefertig.Es fiel ihnen ziemlich schwer,sich von den Zwillingen zu verabschieden.Trotzdem konnte keine rührseelige Abschiedsstimmung aufkommen,weil Faust dauernd:"Und Tschüß! Hau ab! Verpiß dich!"
dazwischenplärrte.Dennoch waren die Freunde traurig,vor allem Fredman.Er stieß ein herzzereißendes Geheul aus,als er von Tjorven getrennt und ins Auto verfrachtet wurde.Und dann waren sie wieder unterwegs.Erik der Rote tuckerte gemütlich durch die Landschaft,aber bei seinen Insassen herrschte bedrücktes Schweigen.Diese trübe Stimmung hielt bis zum Nachmittag an.Sie fuhren gerade durch das Gebiet um Jönköping,als Annalena plötzlich sagte:"Bei den vielen Seen hier ist es eigentlich ein Verbrechen,wenn wir nicht ein einziges Mal baden gehen." Die anderen stimmten ihr zu,und Benny hielt am nächsten See an.Die 8 Freunde liefen ins Wasser.Fredman trottete erst noch traurig am Ufer hin und her,aber dann gab er sich einen Ruck und stürmte mit Vollkaracho in den See.Benny,der ihm im Weg stand,wurde einfach über den Haufen gerannt.
Da war es mit der schlechten Laune endgültig vorbei.Alle lachten,bis ihnen die Bäuche wehtaten."So ein blödes Mistvieh!" knurrte Benny,doch es klang ziemlich liebevoll.
Die Fahrt wurde in fröhlicher Stimmung fortgesetzt.Abends kamen die glorreichen 8 in Trelleborg an und begaben sich auf die Fähre. Diesmal wurde es eine sehr ruhige Überfahrt.Am nächsten Tag auf der Heimfahrt wurde Benny gleich hinter Rostock geblitzt,weil er zu schnell fuhr-und das nachdem er mit fast ständig überhöhter Geschwindigkeit durch ganz Norwegen gekommen war,ohne erwischt zu werden.Er biß fast ins Lenkrad vor Wut,aber zum Glück gelang es Annalena schnell,ihn wieder zu beruhigen.Am späten Nachmittag kamen die Freunde endlich zu hause an.Bennys Eltern erlebten eine Überraschung.Daß Benny und Annalena zusammen waren,hatten sie schon aus einem Brief ihrer Kinder erfahren,doch als sie nun auch noch Johannes als zukünftigen Schwiegersohn vorgestellt bekamen,waren sie baff.Außerdem staunten sie nicht schlecht darüber,wie gut Benny und Babette sich auf einmal vertrugen.
Es wurden zwar noch reichlich freche Bemerkungen ausgetauscht,aber alle konnten darüber lachen,keiner wurde wütend und keiner war beleidigt."Also wenn das immer solche Auswirkungen hat,könnt ihr ruhig öfter zusammen wegfahren",meinte Frau Groß.Die 8 Freunde sahen sich an und grinsten."Wer weiß,vielleicht machen wir das ja auch."
Re: Die glorreichen Acht
Tjorven - 07.06.2009, 20:53
Hey, ich seh grad dass ich doch tatsächlich noch nen 2. Teil angefangen hatte... Okay, den kriegt ihr ach noch. Und dann verkriech ich mich erstmal unterm Tisch glaub ich :oops: :oops: :oops:
Die glorreichen Acht 2
"F von x ist gleich 5x hoch 3 mal 4x Quadrat..." murmelte Babette, während sie eifrig die Gleichungen von der Tafel in ihren Mathehefter abschrieb. Was sie da eigentlich schrieb, war ihr ziemlich schleierhaft. Nur, dass es irgendwas mit Differenzialrechnung zu tun hatte, das wusste sie. Bei dem Tempo, in dem der Mathelehrer die Tafel vollkritzelte, kam sie jedoch nicht ganz mit. Und seine Schrift war auch nicht gerade einfach zu entziffern. "F Strich von x ist gleich ... Soll das jetzt I S x heissen oder 16x?... Verdammt, wer soll denn diese Gekrakel lesen können?! Und jetzt stellt der sich auch noch genau vor das, was ich eben abschreiben wollte, na toll! ... Hey, nicht abwischen! Ich bin noch nicht fertig!... Jetzt hab' ich aber die Schnauze voll!!" Wütend warf Babette den Kugelschreiber auf den Tisch, lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück und verschränkte demonstrativ die Arme.
Etwa zur gleichen Zeit kam ihr Bruder Benny nach Hause. Er klopfte sich den Schneematsch von den Schuhen, trat ein und schloss die Tür hinter sich. "Puh, was für'n Mistwetter! Und das ausgerechnet in der letzten Woche der Semesterferien. Das ist eigentlich eine Frechheit!" "Benny!! Komm schnell ans Telefon!" rief da plötzlich seine Mutter. "Annalena ist dran!" Benny stürmte ins Arbeitzimmer der Eltern und riss seiner Mutter den Telefonhörer aus der Hand. "Hallo Schatz, wie geht's?" "Prima. Die letzten Formalitäten sind erledigt. Es hat alles geklappt." "Super! Wann kommst du?" "Samstag um 11 Uhr 7 mit dem ICE aus Rostock`` "Das ist ja Klasse! Dann können wir dich alle zusammen vom Bahnhof abholen! Mensch, ich freu' mich ja so!"
Um mit ihrem Freund Benny zusammen zu sein hatte sich Annalena darum bemüht, ihr in Stockholm begonnenes Studium als Fremdsprachenkorrespondentin in Deutschland fortsetzen zu können. Es hatte tatsächlich geklappt. Sie hatte einen Studienplatz an der selben Uni bekommen, an der Benny und sein Freund Peter Sozialpädagogik studierten.
"Peter ist den Leuten von der Wohnheimverwaltung noch mal kräftig auf die Füsse getreten. Sie haben ein Zimmer für dich, sogar 'n möbliertes: Block C, Zimmer Nummer 15. Du bist auf dem gleichen Gang wie Peter." "Spitze! Und was kostet der Spass?"
"230 Mark, Wasser und Energie inklusive." "Mensch, das ist ja richtig billig!"
"Dafür aber auch mit Gemeinschafts-Bad und -Küche." "Das macht mir nichts aus, daran bin ich ja gewöhnt.`` "Wart's ab!" ``Na so schlimm wird's schon nicht sein. Also, wir sehen uns am Samstag." "Tschüss Schatz!" "Tschüss!"
„Yieppiehhh!! Sie kommt, sie kommt!!" Benny war nicht zu halten vor Begeisterung. Doch für den Freudentanz, den er jetzt aufführte, war das Arbeitszimmer seiner Eltern leider etwas zu eng. Er stiess gegen das wacklige Regal, in dem sämtliches Büromaterial aufbewahrt wurde. Ordner, Bücher, Zettel, Bleistifte und Kugelschreiber polterten zu Boden, und über alles ergoss sich ein Platzregen von Büroklammern und Stecknadeln. Aufgeschreckt von dem Lärm kam Frau Gross ins Zimmer gerannt. Fassungslos starrte sie auf das Chaos, das ihr Sohn verursacht hatte. „Benny! ! Was um alles in der Welt machst du da?!" stöhnte sie. „Oh nein, auch das noch! Hättest du nicht wenigstens deine Schuhe ausziehen können als du reingekommen bist? Die Dreckspuren gehen ja durchs ganze Haus!" „Lass man. Mutti. Ich räum' das schon auf', erklärte Benny freundlich lächelnd. Mit dem selben seeligen Lächeln auf den Lippen und fröhlich vor sich hinsummend fand Babette ihren Bruder wenig später, als sie von der Schule nach Hause kam. Er kniete mit Eimer und Wischlappen bewaffnet auf dem Küchenfussboden.
.,Nanu, was ist denn hier kaputt?" wunderte sich Babette. „Mein Bruder macht sauber? Und dann singt er auch noch dabei! Da ist doch irgendwas faul. So gut gelaunt hab' ich ihn ja noch nie arbeiten sehen!" „Tja, das ist die Macht der Liebe", erklärte Frau Gross schmunzelnd. „Annalena hat eben angerufen. Sie kommt am Samstag." „Hey, das ist ja toll! Dann können wir sie alle zusammen vom Bahnhof abholen... .Ach ja, Benny: Wenn du schon mal so gute Laune hast. Kannst du mir vielleicht mal den Mist erkären, den wir heute in Mathe gemacht haben? Ich hab' nämlich absolut nichts gerafft." „Hmm." „Warte, ich hole gleich meinen Hefter." „Hmm." „Also, hier: f von x ist gleich 5x hoch 3 mal 4x Quadrat. Wie zum Kranich komme ich jetzt auf die erste Ableitung?" „Hmm...äh, was ist los? ...Ach so, ja.... Ich hab' doch selber keinen Plan mehr, wie das geht. Guck' ins Tafelwerk, da stehen die Regeln drin." „Das weiss ich. Aber aus denen werd' ich auch nicht schlau. Die sind so komisch geschrieben. Kannst du mir das vielleich mal übersetzen?" „Hmm." „Seite 35... Hier sind sie." „Hmm." „Hey, Erde an Benny, Erde an Benny! Ich rede mit dir!... Ach ich seh' schon: Du bist heute nicht mehr ansprechbar. Muss ich eben nachher Hanni fragen. Obwohl es mir langsam peinlich ist, ihn dauernd mit meinem Schulkram zu nerven. Naja, das lässt sich wohl nicht vermeiden....Bruderherz, ich hoffe bloss, du wirst wieder normal, wenn Annalena kommt!"
Am Samstg um dreiviertel elf war das Empfangskomitee für Analena dann fast vollständig vor der Haustür der Gross' versammelt. Nur Peter fehlte noch. „Kann diese Schlafmütze nicht einmal pünktlich sein?! Wenn der so weitertrödelt, komen wir noch zu spät!" schimpfte Benny und warf einen säuerlichen Blick auf Fredman, der sich gemütlich auf dem Bürgersteig ausgestreckt hatte. „Musstet ihr unbedingt den Hund mitnehmen?" „Ich verstehe nicht, was du dagegen hast", wunderte sich Onkel Gustav. „Annalena wird sich freuen, wenn sie ihn wiedersieht." „Wenn du meinst... Eigentlich muss ich ja froh sein, dass ihr diese Nervensäge von Papagei nicht auch noch mitgeschleppt habt.... Verdammt, jetzt reicht's mir aber"' Damit stürmte Benny ins Haus, um Peter im Studentenwohnheim anzurufen. „Guten Morgen der Herr! Wünsche wohl geruht zu haben!" fauchte er, als er seinen Freund endlich an der Strippe hatte. „Ruhe?! Na du hast vielleicht `ne Ahnung! Weisst du eigetlich, was du
angerichtet hast?! Wegen dir muss ich mich jetzt nochmal hinten anstellen!" „Anstellen? Was ist denn bei euch los?" „Hier ist der Notstand ausgebrochen. Im Nachbarblock ist der Strom ausgefallen, und jetzt stehen die alle an unseren Badezimmern an, weil natürlich keiner kalt duschen will." „Und da stellst du Depp dich hinten an?! Wieso bist du nicht gleich hergekommen? Duschen, Zähneputzen und aufs Klo gehen hättest du auch bei uns gekonnt. Und jetzt schwing deinen Hintern aufs Fahrrad, aber dalli, sonst kommen wir noch zu spät! "
Fünf Minuten später hiel Peter mit quietschenden Bremsen vorm Haus der Gross'. Benny atmete erleichtert auf .,Na endlich! Und jetzt ab in den Bus mit dir!" „Ähm... Könnte ich vielleich vorher noch mal kurz aufs Klo..."" „Bist du noch zu retten?! Wir kommen zu spät!" Peter stöhnte. „Mann Benn_y! Reg dich ab! Annalena wird nicht gleich sterben, wenn sie `ne Minute auf dem Bahnhof warten muss."
Bevor Benny seinem Freund an die Gurgel springen konnte, war dieser ins Auto geflüchtet, und „Erik der Rote" brauste los in Richtung Bahnhof
Die Freunde hatten Glück. Als sie auf den Bahnsteig gesprintet kamen, fuhr der ICE aus Rostock gerade mit 5 Minuten Verspätung ein. Annalena stieg aus dem vorletzten Wagen, stellte mit einem erleichterten Seufzer ihre Koffer auf dem Bahnsteig ab und sah sich suchend um. Da kamen auch schon ihre Freunde auf sie zugerannt, und sie wurde von allen Seiten stürmisch umannt.
„Hey Leute! Langsam, langsam! Rennt mich nicht gleich über den Haufen!... Ihr ahn' a gar nicht wie ich mich freue, euch wiederzusehen! ... Ach Benny, Schatz, ich hab'dich so vermisst! Komm her!" Und schon lagen sich die beiden in den Armen und küssten sich innig. Die anderen nahmen respektvoll Abstand. Siw warteten eine Weile... und noch eine... Babette räusperte sich diskret, aber das Pärchen machte keine Anstalten, sich zu trennen.-Bis es von Fredman gestört wurde, schliesslich wollte er auch begrüsst werden. Er packte kurzerhand Bennys Hosenbein mit den Zähnen und zog daran. „Himmel, Arsch und Zwirn! !" fluchte Benny „Kann man hier nicht mal in Ruhe..." Annalena lachte. „Bleib ruhig, Schatz! ... Fredman, du alter Gauner! Na komm her!" Sie bückte sich und streichelte den Hund liebevoll. Dann fragte sie: „Und was machen wir jetzt?" „Erst mal sind wir alle von meinen Eltern zum Mittagessen eingeladen", erklärte Babette. „Alle 8? Eure Mutti ist wirklich ein Schatz! Was gibt's denn?" „Pizza vom Blech und Schichtsalat zum Nachtisch." „Mhmm! Das hört sich gut an." .Eigentlich wollte Benny ja für uns kochen", verriet Babette grinsend. „Aber dann hat Mutti gesagt, das macht sie lieber selbst. Sie meinte, dann hätten wir grössere Chancen, es zu überleben." „Moment mal!" rief Benny dazwischen. „Du hast es gerade nötig, dich über mich lustigzumachen! Dabei waren es deine Weihnachtskekse, an denen wir uns fast die Zähne ausgebissen haben, weil du das Backpulver vergessen hattest!" „Und du hast uns letzte Woche fast vergiftet, weil du Salz statt Zucker an den Pudding getan hast!" Annalena sah die beiden Geschwister an und lachte. ,,Jetzt weiss ich endlich, was mir die ganze Zeit so gefehlt hat! ... Aber sagt mal, seid ihr per Anhalter gekommen? Ihr seht so mitgenommen aus." „Wir sind bloss wieder mal auf den letzten Drücker losgefahren. Die Fahrt durch die Stadt war echt stressig. An jeder roten Ampel hatte ich Angst, dass Benny hochgeht, wie `ne Rakete!" „Och, hast du mich so vermisst, dass du es keine Minute länger mehr ohne mich aushalten konntest? Aber jetzt bin ich ja da." „Ja, und jetzt lass' ich dich nie mehr weg!" Die „glorreichen Acht" machten sich-endlich wieder vollzählig vereint- auf den Weg zu den Gross. Von Bennys Eltern wurde Annalena wie eine verlorene Tochter begrüsst. Wenig später sassen alle am Mittagstisch und liessen sich die selbstgebackne Pizza schmecken. „So, und jetzt würde ich ganz gerne mein Zimmer besichtigen",sagte Annalena als alle satt waren. „Aber da müssen wir doch nicht zu Acht im Wohnheim antanzen, oder?" fragte Babette. „Sonst stehen wir uns doch nur gegenseitig im Weg rum. Es ist besser, wenn erst mal nur Benny und Peter mitkommen." Annalena stimmte zu. „Und heute abend kommen wir dann alle und feiern Einweihung" schlug Kristin vor. „Wir könnten eine flasche von unserem selbstgemachten Wein mitbringen" meinte Onkel Gustav. „Und nehmt Fredman und Faust mit, ja?" bat Annalena. „Oder ist das im Wohnheim nicht erlaubt?" „Weiss nicht", murmelte Peter.-Also gut, bringt sie mit, wenn's unbedingt sein muss. Wird schon keiner was dagegen haben."
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