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Re: Der erste Ritt
Jordyn - 15.04.2009, 13:04Der erste Ritt
Es war kurz nach acht, als ich zum ersten Mal den Stall betrat. Es war noch ziemlich leer auf dem Hof. Ein paar Leute waren da, denen ich mich erstmal vorstellte und ein bisschen von meiner Vergangenheit erzählte.
Doch genug von mir. Ich wollte zu meinen Pferden. Zuerst schaute ich mir meinen Quarter Horse Wallach Piquet an und überlegte mir gleich einen Spitznamen, denn Piquet klang so komisch. Ich entschied mich für Peak, was soviel heißt wie Gipfel oder Spitze. Ich holte Peak also aus seiner Box und machte mich erstmal mit ihm bekannt. Ein bisschen schnuppern, ein bisschen streicheln. Dann holte ich sein Halfter und machte es ihm um. Er war nämlich etwas verwundert, als ich die Box öffnete und ihn rauslockte, ohne ihm vorher ein halfter anzulegen, aber so bin ich das gewohnt. Aufgehalftert führte ich ihn in die Longierhalle, wo ich ihn losmachte. Ich trieb ihn etwas an und schaute mir seine Bewegungen an. Nun rannte ich neben ihm und stellte mich vor ihn, so dass er schnell wenden musste. Keine Angst, das Pferd erschreckt sich zwar kurz, aber es passiert ihm nichts. Peak machte einen ganz guten Eindruck, solide trainiert, aber an den Feinheiten musste noch gearbeitet werden. ich trieb ihn weg von mir und ignorierte ihn. Zunächst lief Peak ruhig umher und scherte sich nicht um mich, aber nach einiger Zeit wurde er neugierig. Er senkte seinen Kopf zum Boden und begann zu kauen. Als er näherkommen wollte, scheuchte ich ihn weg. Er senkte seinen Kopf weiter und schnaubte, akute und kam näher. Nun ließ ich ihn näherkommen und drehte mich um, um wegzugehen. Peak folgte mir, ohne Halfter, ohne Strick. Ich ging in den Stall, Peak noch immer hinter mir, bis vors eine Box. Dort ließ ich ihn reingehen und warten. Ich klopfte ihn und besorgte mir Reitsachen. Ich schnallte meine Chaps und meine Rädchensporen um und ging mit Sattel und Hackamore bewaffnet zu Peak. Ich putzte ihn kurz über, sonderlich dreckig war er nicht. Dann sattelte ich ihn auf und legte ihm das Hackamore an. Und schon gings in die Halle. Ich ließ ihn kurz im Schritt laufen, bis ich antrabte. Peak war faul, also trieb ich ihn kräftig vorwärts. Er merkte schnell, dass jemand auf ihm sitzt, der was erwartet und wurde auch fleißiger. Nun ließ ich ihn ein paar Wendungen gehen, immer enger werdend, dabei gestellt. Er brach zur Seite aus, also Schenkeldruck, um ihn wieder reinzuholen. Peak brauchte etwas, um sich an meinen Stil zu gewöhnen, das war offensichtlich und auch die anderen Reiter waren wohl etwas verblüfft von meinem Reitstil. Doch ich machte unbeirrt weiter. Ich ließ ihn galoppieren, sehr versammelt, schon fast wie beim Pleasuren. sehr locker und langsam. Das machte er gut. Ich parierte durch und richtete ihn rückwärts, eine ganze Bahn lang, dann aus dem Stand angetrabt und sofort wieder durchpariert. Diesmal gallopierte ich ihn gleich aus dem Stand an. Kein Problem für ihn, das war schonmal sehr wichtig. Ich parierte durch, ließ die Zügel lang und ließ ihn noch ein bisschen locker traben. danach ritt ich ihn ein wenig Schritt, bevor ich absaß. Die Reiter schauten nicht schlecht drein, als ich die Halle verließ. Kann es ein, dass sonst eher weniger Westernreiter hier sind? Im Stall sattelte und trenste ich Peak ab und barchte die Sachen gleich weg. Ich wusste nun, nach dem ersten Ritt, was ich mit ihm trainieren musste, um ihn Turnierfertig zu kriegen. Ich klopfte ihn am Hals, gab ihm einen Apfel und stellte ihn auf die Weide, von wo ich sogleich meinen Saddlebrad-Wallach Caletto mitnahm.
Caletto (kurz:Cal) war ein sehr schön gebaueter Saddlebred. Nur ein bisschen zu schmächtig. Mit ein bisschen mehr Müsli dürfte das aber werden. Ich nahm ihn mit und ging mit ihm gleich in die Longierhalle. Ich schaute mir seine Bewegungen an und war zufrieden. Der Wallach hat Temperament und ein gutes Arbeitstempo, das wird beim Training von Vorteil für ihn sein. Ich scheuchte ihn weg von mir und ignorierte ihn. Dann wartete ich ab. Aber Cal wollte nicht nachgeben. Ein Join Up gelingt aber nur, wenn das Pferd merkt, der Mensch ist Leittier, somit musste ich Geduld beweisen. Es dauerte fast eine Stunde, bis Cal Interesse zeigte. Er kam näher und ich schickte ihn weg. Daraufhin wurde er erstmal wütend und machte ein paar Bocksprünge. Nach einiger Zeit kam er wieder an, diesmal mit gesenktem Kopf und ich scheuchte ihn wieder weg. Jetzt begann er, zu kauen. Er senkte den Kopf, schanubte und kam näher. Erneut scheuchte ich ihn weg. Er kam wieder. jetzt ging ich weg und Cal lief mir hinterher. Join Up gelungen. Bei Peak dauerte das nicht so lange, aber so wusste ich gleich, was auf mich zukam. In der Stallgasse ließ ich Cal stehen, ohne Halfter, und holte seine Sachen. Chaps hatte ich ja schon an, ich wechselte von Rädchen- zu Rundballsporen und ging zurück zu ihm. Er stand immer noch da. Ich putzte ihn ausgiebig, weil er sich in der Halle gewälzt hatte, bevor ich ihn sattelte. Dann noch die Trense und ab in die HAlle. Ein paar der Reiter von vorhin waren noch da und schauten wieder neugierig, als ich mich auf Cal schwang. Ich trieb ihn vorwärts, gleich im Trab, genug aufgewärmt war er. Und sofort begann er rumzuzicken. Hier ein Sprung, da ausbrechen, hier giften, da ausschlagen. Das hatte mit Temperament nichts mehr zu tun, das war unartig. Ich nahm die Zügel kurz, die Schenkel ans Pferd, leicht umklammernd und trieb ihn vorwärts. Galopp, bis zum Abwinken. Cal wollte durchparieren, aber ich trieb ihn weiter. Als ob er mit mir alles machen könnte. Ich trieb ihn solange, bis ich durchparieren wollte. Cal schnaubte laut und atmete schwerer. Aber solches Verhalten kann nicht geduldet werden. Er wusste jetzt, mit wem er es zu tun hatte. Die anderen Reiter sahen etwas verschreckt aus, als ob ich ihn gequält hätte, aber dazu sag ich noch was. Ich ritt Cal jetzt vorwärts, gestellt und rund. Ich ließ ihn ein paar bahnen im schritt verschnaufen, bevor ich antrabte und Tempowechsel ritt. Trotz der ausgiebigen Galoppeinlage hatte er ein tolles Arbeitstempo drauf. Ich war zufrieden und klopfte ihn am Hals. Ich ließ die Zügel lang und trabte locker weiter. An der nächsten langen Seite ließ ich ihn anhalten. Aus dem Stand galoppierte ich ihn an und versuchte einige Slides und Spins. Er bemühte sich, war aber überfordert. Und schon wusste ich, was wir trainieren müssen. Als letztes ließ ich ihn joggen. Das ist übrigens keine fünfte Gangart! Jog ist der Arbeitstrab im Wetsern-Turniersport, da heißt es immer Jog your horses!Aber egal. Der Jog war auf jeden Fall gut! Ich parierte durch und ließ ihn noch etwas im schritt gehen, bevor ich Cal wieder in den Stall brachte. Ich nahm ihm Sattel und Trense ab und brachte ihn abgespritzt zurück auf die Weide, wo ich meine Stute mitnahm.
Meeresblick´s Texas Girl, kurz Texas war eine außerordentlich schöne Stute. Sehr gut gewachsen, hervorragende Bemuskelung, vor allem an der Hinterhand. Ich brachte die Stute auch in die Longierhalle und sah sie mir etwas genauer an. Sie war perfekt im Training. Ich hätte mit ihr ohne Probleme auf ein Turnier gehen können. Nun zum wichtige Part, der Join Up. Ich scheuchte die Stute weg und wartete ab. Bei ihr dauerte es nur fünf(!) Minuten, bis sie kauend und schanubend mit gesenktem Kopf hinter mir herging.
kurze Pause, Fortsetzung folgt nachd em Mittagessen^^
Re: Der erste Ritt
Jordyn - 15.04.2009, 13:33
Fortsetzung:
Dennoch scheuchte ich sie einmal weg, um sicherzugehen. Sie kam sofort wieder und stupste mich an. Ich ging weg, sie folgte. Im Stall ließ ich auch sie stehen und ging in die Sattelkammer. Ich holte ihren sattel und ein Bosal-Set und ging zurück zu ihr. Da fiel mir was ein. ich stellte Texas in ihre Box und fuhr nochmal kurz nach Hause...
Zurück am Stall öffnete ich den Kofferraum und Kimba und Flummi sprangen raus. Ich ging zu Texas und holte sie wieder aus ihrer Box. Ich putzte sie kurz, sattelte und trenste sie auf und saß direkt vorm Stall auf. Chaps und Sporen blieben die Gleichen. "Kimba, Flummi, Huf!" Meine Hunde stellten sich an die rechte Seite meiner Stute und wichen nicht mehr von ihr. Ich war sehr stolz auf meine Hunde, ich habe sie lange trainiert. Sie waren aber auch schon 1A vorbereitet worden :wink: !
Ich ging mit Texas zunächst auf den Platz, um sie etwas zu bewegen. Im Schritt war sie träge, also trieb ich sie schnell vorwärts. Sie wurde aufmerksamer. Ich trabte sie eine Weile am langen Zügel, fing dann an, sie zu stellen und zu versammeln, was ganz gut klappte. Pleasure und Reining werden mit ihr ein Kinderspiel. Da sie auch eine Trailausbildung genossen hate, richtete ich meine Stute rückwärts. Es lagen ein paar Stangen auf dem Boden, keine Ecke oder so, aber zum Ausprobieren reichte es. Rückwärts- und Seitwärtsgerichtet trieb ich sie über die Stangen. An Peak kam sie noch nicht ran, er wahr extrem vorsichtig und aufmerksam. texas war noch leicht unvorsichtig, was aber auch an ihrem Alter liegt. Drei Jahre mehr Erfahrung machen schon was aus. Ich war aber sehr zufrieden mit ihr, da sie vollkommen aus der Hinterhand arbeitete, was für ein Westernpferd natürlich das A und O ist. Ich ging vom Platz runter, pfiff nach meinen Hunden, die sofort gewähr bei Fuß standen und ritt vom Hof. Ich schaute mir ein paar der Reitwege an, bis ich in einem Wald auf eine lichtung kam. Es waren Kühe auf der Wiese. Ich suchte den Besitzer. Auf einer kleinen farm wurde ich fündig. Es war ein älterer Herr, mit einem alten Münsterländer, dem die Kühe gehörten. Ich fragte ihn, ob es möglich wäre, mit dem Vieh zu trainieren. ich erzählte ihm von meinen Absichten und dass meine Pferde und Hunde das Training genießen würden. Ich war bereit, ihm dafür Geld zu geben. Der Mann willigte ein, unter der Bedingung, dass ich beim Viehtrieb half, was natürlich großartig ist! Ich bedankte mich und ritt zurück zur Wiese, wo die Kühe standen. Ich öffnete das Gatter und schloss es hinter mir. Ich ließ Texas antraben und rief Kimba. Meine Schafehüterin, wusste sofort was zu tun war. Flummi tat es ihr nach. Sie trieben die Rinder zusammen und Texas Girl und ich trieben sie in eine Richtung. Wir sonderten ein Rind ab und übten ein bisschen "Cow Work". Also Texas könnte ein super Cow Horse werden, wobei ich wahrscheinlich eher mit Cal in dieser Disziplin trainieren werde. Nach fast zwei Stunden hörte ich auf, rief meine Hunde und ritt zurück zum Stall. Dort sattelte ich Texas ab und spritzte sie ab. Danach brachte ich sie zurück zur weide, wo alle meine Pferdchen noch einen Apfel bekamen. Am Stall räumte ich alle Sachen zusammen und stellte sie ordentlich weg, bis ich dann auch mit meinen Hunden nach hause fuhr. Dort angekommen kam mein kater mir entgegen. Mao hatte Hunger. Ich machte allen was zu fressen und setzte mich gemürlich aufs Sofa. Kimba legte sich auf den Boden zu meinen Füßen und Flummi legte sich neben mich auf ein Kissen. Mao lag in meinem Schoß, er genoss eine Streicheleinheit. Auch meine Hunde kamen nicht zu kurz.
Der erste Ritt auf meinen Pferden war getan und der erste Tag im Stall überstanden.
@Alle: Bitte wundert euch nicht über meine etwas "härtere" Art. Westerpferde genießen meistens harte Ausbildung, deswegen sind sie so widerstandsfähig und arbeitssam. Ich tue keinem Pferd weh, das würde ich nie! Ich lasse mir bloß nichts gefallen. Der Join up, wer ihn nicht kennt, ist eine Art Vetrauensübung. Monty Roberts, der Pferdeflüsterer hats erdacht! Der war mal auf unserer Ranch, da hab ich das gelernt, also nicht wundern^^ es wird jetzt etwas amerikanisch.international^^
gruß Jordyn
Re: Der erste Ritt
Bella - 15.04.2009, 13:36
interresant was du alles über Western weißt
Re: Der erste Ritt
Danielle - 15.04.2009, 19:11
hey
schöner bericht, finds nicht schlecht, dass mal ein westernreiter hier ist (bin frührer western geritten, jetzt aber wieder auf englisch umgestiegen)
glg dani
Re: Der erste Ritt
rosental - 16.04.2009, 14:26
Freut mich auch sehr! Mal was anderes und wirklich interessant.
Wir sind hier wirklich multi-kulturell :lol:
Toller Bericht, übrigens, weiter so!
Re: Der erste Ritt
Jordyn - 16.04.2009, 14:54
vielen Dank! Ich geb mir Mühe weiterhin so "interessant" zu schreiben^^
gruß Jordyn
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