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Re: Mythisches Wesen der Woche
isnogod - 21.03.2009, 22:45Mythisches Wesen der Woche
Jede Woche werde ich von heute an ein mythisches Wesen vorstellen. Mythische Wesen gibt es überall und seit ewigen Zeiten. Oft sind sie Symbole des Aberglaubens der Menschen oder stehen für Ängste. Sie beschhäftigen die Leute selbst heute noch, in unsere Aufgeklärten Welt.
1. Wesen
Der Stüpp - eine Spielart des Werwolfs
Der Stüpp unterscheidet sich vom Werwolf, wie er in den meisten westeuropäischen Volksüberlieferungen auftritt, dadurch, dass er seine Opfer in der Regel nicht zerfleischte, sondern ihnen auflauerte (meistens an einem Kreuzweg, der Friedhofsmauer oder einem Bach oder Fluss), sie von hinten ansprang und sich von ihnen tragen (im rhein. Dialekt: „pöözen“ oder „hackeln“) ließ. Dies verbindet ihn mit einer anderen Figur aus dem Volksglauben, dem Aufhocker, der in der rheinischen Sagenwelt ebenfalls häufig vertreten ist. Er begleitete seine Opfer häufig in Gestalt eines scheinbar verspielten Hündchens, wurde dabei aber immer größer und sprang ihnen dann auf den Rücken und ließ sich nicht mehr abschütteln. Meistens wurde er von Schritt zu Schritt schwerer, während der ihn tragende Mensch von Todesangst gepeinigt wurde und schließlich völlig erschöpft zusammenbrach und für den Rest seines Lebens von dem Erlebnis gezeichnet war, den Verstand verlor oder bald darauf starb. Besonders berüchtigt war der Hackestüpp von Düren, in dessen Name auch das Verb „hackeln (auf dem Rücken tragen)“ steckt. Es gibt auch Sagen, in denen sich der Stüpp wie der Werwolf in anderen Teilen Deutschlands oder Europas verhält, d. h. er zerreißt sein Opfer, das danach aber nicht selber zum Werwolf wird.
Traditionelle Maßnahmen gegen den Stüpp
Wenn ein Mensch vom Stüpp angefallen wurde, konnte er sich nur bedingt wehren. Ähnlich wie bei der als Aufhocker bekannten Spukgestalt litt das Opfer unter starken Beklemmungen und Panikattacken, die ihm oft die Sinne raubten. In einigen Sagen ist jedoch die Rede davon, dass ein Mann dem aufhockenden Werwolf ein Messer in die Pfote oder an die Stelle, wo der Werwolfgürtel saß, stieß und damit dem Spuk ein Ende machte. Hatte er einen konkreten Verdacht bezüglich des Unholds, der ihn angegriffen hatte, so brauchte er nur dessen Namen zu rufen. Der Dürener Hackestüpp wurde enttarnt, weil ein Bauer sich nicht zu Boden drücken ließ, sondern den Unhold in sein Haus schleppte und die Bäuerin dem Werwolf ein silbernes Kruzifix genau auf die Stirn, „wo einst das Taufwasser geflossen war“ (H. Hoffmann), schlug. Wie gegen jede andere Spielart des Werwolfs konnte man sich gegen den Stüpp wehren, wenn man ihm ein Tuch - häufig eine Schürze - hinwarf, in die sich der Unhold dann verbiss. Später konnte man den zurückverwandelten Werwolf leicht enttarnen, weil ihm noch Fäden des zerrissenen Kleidungsstücks zwischen den Zähnen hingen. Da das Beinahe-Opfer einer solchen Attacke häufig die Tochter des Werwolfs ist, glauben psychoanalytisch geschulte Volkskundler hieraus eine symbolhafte Bearbeitung der Inzestproblematik herauslesen zu können, ähnlich wie beim Märchen vom "Rotkäppchen und dem bösen Wolf" (s. Blécourt).
Also passt auf wenn ihr das nächste mal einen kleinen Hund seht, es könnte ein Stüpp sein.... oder der Pudel des Todes...
8)
Re: Mythisches Wesen der Woche
isnogod - 30.03.2009, 19:47
Neue Woche neues Wesen.
2. Wesen
Bahkauv (aus Bachkalb, auch Badekalb) ist eine Sagengestalt aus der Stadt Aachen. Es soll einem großen Kalb mit scharfen Zähnen und schuppigem Fell ähneln.
Es soll nachts betrunkene Männer erschrecken und sie auffordern, es auf ihren Schultern zu tragen, sodass die Männer es schwer haben, heimzugehen. Flehten oder beteten die betrunkenen Männer, so wurde das Gewicht des Bahkauvs schwerer. Fluchten oder schimpften sie, dann wurde die Last leichter.
Frauen und Kinder belästigt das Bahkauv aber nie. Ihm zu Ehren errichteten die Aachener eine Brunnenanlage am Büchel (auch Kolbert genannt), wo es der Sage nach gewohnt haben soll. Diese wurde im Krieg zerstört, doch gibt es seit 1967 dort eine moderne Brunnenanlage von Kurt-Wolf von Borries, welche das Bahkauv zeigt. Das Wasser kommt allerdings nicht aus dem Maul, sondern aus Düsen im Schwanz des Tieres.
Einer angeblich aus dem 17. Jahrhundert stammenden Sage zu Folge soll das Bachkalb irgendwann einmal als ein Straßenräuber in Verkleidung enttarnt worden sein. Als das Untier einmal versehentlich einen kräftigen Schmied anfiel, schleuderte dieser es zu Boden und verprügelte es, bis aus dem Kostüm ein vor Schmerzen jammernder Torwächter kroch, der seine berufliche Stellung dazu genutzt hatte, in der Nacht unerkannt und ohne Verdacht zu erregen betrunkene Passanten auszurauben. Angeblich ist dieses Ereignis in den Stadtchroniken vermerkt, doch findet sich die Stelle nirgends. Die Geschichte vom Bachkalb ist hier mit einer im Rheinland weit verbreiteten Wandersage verschmolzen, nach welcher ein beherzter Bauer oder Schmied das aufhockende Ungeheuer (etwa den Hackestüpp in Düren-Merzenich) als einen gewöhnlichen Straßenräuber enttarnt.
Angeblich soll Pippin der Jüngere, der Vater von Karl dem Großen, gegen das Bahkauv gekämpft haben. Diese Behauptung findet sich seit dem 19. Jahrhundert mit schöner Regelmäßigkeit in den Aachener Sagensammlungen und scheint eine Erfindung von lokalpatriotischen Heimatdichtern aus Aachen zu sein, die angesichts der vielen spukenden Kälber in den verschiedenen Teilen des Rheinlandes und Siegerlandes darum bemüht waren, dieses Untier speziell für ihre Stadt in Beschlag zu nehmen und der Sage eine unzulässige historische Tiefe zu verleihen.
Mythengeschichtlich ist das Bachkalb eine interessante Figur, denn im Rheinland gibt es zahlreiche Sagen über dämonische Wesen, die in der Nacht an einem Bach hocken, einsamen oder betrunkenen Wanderern auflauern und ihnen auf den Rücken springen. In der Gegend um Aachen und Düren sind dies vornehmlich zwei Unholde - einmal der Werwolf, der hier Stüpp heißt, und eben das Kalb. Hinter diesem Spukwesen, das übrigens kein Gespenst ist, sondern ein sehr körperhafter Unhold, verbirgt sich vermutlich ein Wiedergänger, d. h. ein Verstorbener, der aus dem Jenseits bzw. aus dem Grab zurückkehrt, um die Lebenden zu plagen. Insgesamt gehören der Bachstüpp und das Bachkalb (im Grenzgebiet zu den Niederlanden auch "Grachtkalb" genannt), zur Klasse der unter dem Namen Aufhocker bekannten Spuk- und Plagewesen. Warum eine Transformation des untoten Wanderleichnams in ein Tier stattgefunden hat, ist eine von der Sagenforschung noch ungelöste Frage.
Re: Mythisches Wesen der Woche
isnogod - 10.04.2009, 11:49
3. Wesen
Heute wmöchte ich euch mal den Bergmönch näherbringen.
Als Bergmönche, oder auch Berggeister, werden dämonische Fabelwesen bezeichnet.
Erstmals Erwähnung finden sie in Georgius Agricolas Werk De animantibus subterraneis. Er bezeichnet sie als eine Gruppe von Berggeistern, wobei er von ihnen wie von naturkundlich bestätigten Wesen spricht, da er in diesem Werk überwiegend verschiedene Tiere behandelt. Auf dem Schneeberg soll einer dieser Geister, gekleidet in eine schwarze Kutte, einen Arbeiter hochgehoben und in eine silberreiche Höhle versetzt haben, „nicht ohne ihn übel zuzurichten“. Wahrscheinlich ist hier das Vorbild des Bergmönch-Mythos zu sehen.
Andere Geister dieser Art werden eher wie Zwerge, mit Kittel und Kapuze, dargestellt. Diese sollen hilfreich sein, Bergwerksarbeiter aber necken.
Der Bergmönch hingegen soll boshaft und menschenverachtend sein, und Schaden verursachen wo er kann. Er ist besonders bekannt im Harz, im Erzgebirge, Sachsen und Siebenbürgen.
Skarbnik (Schatzhüter) ist die Bezeichnung eines Berggeistes in Oberschlesien, der mal gut und mal böse sein soll, ähnlich wie Rübezahl.
Während der Bergmönch von Martin Luther diabolisiert und ihm alle möglichen teuflischen Eigenschaften zugesprochen wurden, wandelte er sich bei den Brüdern Grimm, im Bergmönch im Harz, in eine freundliche Gestalt.
Tja nun ist es raus die Bergmönche sind unter uns :-P
Re: Mythisches Wesen der Woche
isnogod - 20.04.2009, 09:32
Nachtkrabb
Als Nachtkrabb bezeichnet man im süddeutschen Raum eine Kinderschreckfigur, die ähnliche Funktionen wie ursprünglich der Sandmann erfüllen soll. Die Nachtkrabb holt angeblich Kinder, die sich nach Einbruch der Dunkelheit noch im Freien aufhalten, und fliegt mit ihnen so weit fort, dass sie ihr Zuhause nie mehr wiederfinden.
In Österreich kennt man die Kinderschreckfigur als Nachtkrapp. Sie wird dort als riesiger, rabenähnlicher Vogel beschrieben, der die Kinder nicht nur entführt, sondern auch auffrisst.
Krabb (Krapp, Krabbe, Grabbe, Rappe) ist in süddeutschen Dialekten eine Bezeichnung (bayrisch, südfränkisch, alemannisch, schwäbisch) für den Rabe bzw. Rabenvögel. Es ist naheliegend, dass diesen aasfressenden Schwarmvögeln auch allerhand unheilbringende Wirkung angedichtet wurde, z.B. dass der Rabe nachts die Kinder entführt.
Als vogelartige Figur gehört sie auch zu den Faschingsgestalten der Murrhardter Narrenzunft; ferner findet man sie auf einem Wandgemälde im Kloster Murrhardt. Die Geschichte vom Nachtkrabb wird auch im Carl-Schweizer-Museum in Murrhardt oft erzählt.
Das reale Vorbild der Murrhardter Faschingsgestalt ist vermutlich der Schopfibis oder Waldrapp, ein dunkel gefiederter Vogel mit nacktem rotem Gesicht und langem, rotem, gebogenem Schnabel, der in Kolonien lebt und etwas unheimliche Geräusche von sich zu geben vermag. Er war bis vor ca. 350-400 Jahren auch in Mitteleuropa heimisch und dürfte nicht nur in Süddeutschland die Phantasie der Karnevalisten angeregt haben: Auch venezianische Masken mit langen roten Schnäbeln sollen auf den Waldrapp zurückgehen.
Mhm deshalb dürfen Minderjährige Nachts nicht mehr raus :-P
Re: Mythisches Wesen der Woche
isnogod - 18.05.2009, 13:46
Diese Woche mal etwas kürzer,
Das Fenixmännlein
Als Fenixmännlein (Fenixmännel, Fenskemännel, Fenisleute) bezeichnet man eine Gruppe schlesischer, zwergenhafter Dämonen, die mit den Erdgeistern und Zwergen verwandt sein sollen, da sie denselben Beschäftigungen nachgehen. Wie die meisten Naturgeister leben sie in menschlicher Nähe und versuchen, die Kinder der Menschen mit ihren Wechselbälgern zu vertauschen.
Fenixmännlein werden als durchschnittlich größer als ein Zwerg, aber kleiner als ein Mensch beschrieben, was auf eine Verwandtschaft mit den Walen schließen lässt. Sie sollen in Gruppen leben und ihre Heimstatt in Hügeln und Gebüschen haben.
-Passt auf das ihr nicht vertauscht werdet ;-)-
Re: Mythisches Wesen der Woche
T0B1 - 18.05.2009, 18:29
Das mit den Walen hätte ich gern genauer erläutert.
Re: Mythisches Wesen der Woche
isnogod - 18.05.2009, 22:47
Auf Wunsch noch die Walen
Venetianer
Venetianer, Venediger, Walen oder Welsche sind Bezeichnungen für fremde Mineraliensucher, die meist aus Venedig kamen und um die sich viele Sagen in Mitteleuropa ranken.
Historischer Hintergrund
Für die Glasproduktion um 1500 in der damaligen Republik Venedig waren Zuschlagstoffe, z.B. Braunstein, erforderlich, die dem Glas seine berühmte Klarheit verliehen (venezianisches Spiegelglas). Deshalb wurden Mineralsucher in die Alpen ausgeschickt, um diese Substanzen zu sammeln.
Es wird jedoch vermutet, dass die Bezeichnung „Venediger“ nicht auf die Mineralsucher italienischer Herkunft beschränkte. Vielmehr wurden damit auch reiche, im Bergbau tätige Kaufleute bezeichnet, die zwar nicht aus Venedig, sondern größtenteils aus Deutschland stammten, mit Venedig jedoch regen Handel trieben.
Bedeutung als Sagenfigur
Die zur Mineralsuche ausgesandten Menschen machten zwar gelegentlich Andeutungen über den Wert der gefundenen Mineralien (Der Stein, den der deutsche Bauer nach der Kuh wirft, ist mehr wert als die Kuh), doch blieb der Verwendungszweck außerhalb Venedigs weitgehend verborgen. Das führte im Volk zu der Annahme, die Venetianer würden Gold sammeln. Viel später auftauchende Walenbücher, die angeblich Notizbücher der Mineraliensammler sein sollten und bei sorgfältigem Studium zu Goldfunden führen könnten, bezeichnet R. Schramm jedoch als Fälschungen.
Aufgrund ihrer fremden Sprache und ihres unverständlichen Tuns in den Bergen wurden den Venetianern oft magische Eigenschaften zugeschrieben: Die sagenhaften „Venediger Mandln“ konnten angeblich fliegen, hatten ihr geheimes Wissen direkt vom Teufel und belohnten arme Bauern für gute Taten fürstlich. Die meisten dieser magischen Eigenschaften sind auf reale Vorkommnisse zurückzuführen: Die Venetianer tauchten häufig überraschend auf und verschwanden schnell auch wieder und dürften manchmal hilfreiche Einheimische mit großzügigen Trinkgeldern belohnt haben. Der in den Sagen häufig beschriebene mysteriöse „Berg- oder Schatzspiegel“ der Venediger wird heute als einfaches, der Bevölkerung aber unbekanntes Vergrößerungsglas oder Goldwaschpfanne interpretiert.
Re: Mythisches Wesen der Woche
T0B1 - 19.05.2009, 00:08
:(
Re: Mythisches Wesen der Woche
isnogod - 19.05.2009, 11:21
NEIN eher so einer :
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