Ragnar Faenwulfsson

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    Re: Ragnar Faenwulfsson

    Das Schicksal - 01.03.2009, 13:46

    Ragnar Faenwulfsson
    Hier findet ihr "das Schicksal" des Skalden aus dem Norden.



    Re: Ragnar Faenwulfsson

    Das Schicksal - 01.03.2009, 13:47


    Um 1019 BF…

    Ragnar schattete die grauen Augen gegen die brennende Sonne mit der Hand ab, winkte dem Fährmann noch einmal mit der anderen und ging dann an Land. An Land, das bedeutete er setzte Fuß auf die Zyklopeninseln. Dort war vor langer Zeit schon einmal gewesen, hatte aber nicht die gebührende Zeit gefunden, sich intensiver mit ihnen auseinanderzusetzen. Jetzt würde er dieses Versäumnis wieder gut machen.
    Ragnar überragte den durchschnittlichen Zyklopäer um gut zwei bis drei Köpfe. Die Herrschaften waren sogar noch ein wenig kleiner als der durchschnittliche Tulamyde. Auch war seine Haut zu blass, sein Haar zu hell, seine Hautbilder zu existent und seine Kleidung zu unzyklopäisch. Daher musterten ihn die Einwohner neugierig, aber nicht feindselig, während er durch die sonnenbeschienenen Straßen ging. Die Eigenart der Zyklopäer, auch der weiblichen, kein Oberteil zu tragen, war ihm noch gut im Gedächtnis und so starrte er nicht mehr als er musste, während ihm allerlei fremde Gerüche und Farben entgegenschwappten. Links und rechts der kleinen Strandpromenade waren unzählige kleine Läden und Stände, an denen man alles Mögliche kaufen konnte. Es begann bei farbenfrohen Muscheln, führte über Babykraken am Spieß und endete bei kostbaren Seidengewändern, von denen Ragnar annahm, dass sie selbst Importware waren.
    Der Thorwaler ließ es sich nicht nehmen, den einen oder anderen Stand genauer zu betrachten, wenn er auch von den Babykraken Abstand hielt. Baby hin oder her, die sahen doch verdächtig nach Haranga-Gezücht aus und das wollte er bestimmt nicht essen…
    Ragnar fühlte sich wohl wie schon lange nicht mehr. Der letzte Winter in Thorwal war ein harter für ihn gewesen. Schon im Herbst war er krank geworden und hatte die Runajasko nicht, wie geplant, verlassen können. Als dann auch noch innerhalb der Schule eine furchtbare Grippe ausbrach, war er wohl nicht der einzige, der glaubte, dass seine Tage gezählt waren. Einige der Schüler und Lehrmeister hatten es nicht geschafft und Ragnar hatte alte Bekannte zu Grabe tragen müssen. So waren die Winter in Thorwal eben. Man wusste nie, welcher der letzte sein würde. Er aber hatte überlebt, wenn auch geschwächt und für die einfachsten Dinge zu entkräftet. Ragnar wusste, dass er die Narben der Entzündung seiner Lungen mit sich trug und er in den kommenden Wintern besser vorsichtig war, aber bei Swafnir, dieses Schicksal teilten viele in Thorwal und unter ihnen waren Frauen und Kinder.
    Als Ragnar einen Stand entdeckte, der keine kleinen Harangas verkaufte, steuerte er darauf zu und ließ sich an einem der kleinen Tische nieder, die für die Gäste aufgestellt worden waren.
    „He da, guter Mann!“ rief ein Zyklopäer fröhlich und kam sogleich zu ihm gelaufen. „Ihr seht aus, als könntet Ihr etwas zu essen vertragen… bisschen blass um die Nase. Oder seid Ihr immer so?“ Der Mann entblößte eine Reihe weißer erstaunlich gepflegter Zähne.
    „Swafnir zum Gruße, guter Mann.“ Entgegnete Ragnar auf seine gewohnt raue Art. „Im Vergleich zu dir kann man wohl sagen, dass ich immer blass bin, aber etwas zu essen nehme ich trotzdem… solange es kein Kraken ist.“
    „Ah… ein Ausländer. Das hört man an Eurem Akzent.“
    Der war ja lustig. Wer sprach denn hier Garethi mit einem Akzent, der so stark war, dass man ihn fast für einen Dialekt der Sprache halten könnte? Ragnar wusste, dass sein Garethi so sauber war wie jenes eines Muttersprachlers. Er hatte einfach seit jeher ein Gefühl für Sprachen gehabt und beherrschte nicht ganz ein Dutzend von ihnen in Wort, Schrift oder beidem.
    „Ich bin Thorwaler.“ Sagte er lediglich knapp und sah den Mann an. Dieser blickte lächelnd zurück. Wahrscheinlich wusste er nichts von der gemeinsamen Vergangenheit, die sie hatten und Ragnar war es eigentlich auch lieber so. Die Sache mit der Schicksalsklinge war heikel und er konnte nicht von sich sagen, dass jene Geschichte eine war, die er mochte.
    „Trinkt ihr in Thorwal Melonensaft?“ erkundigte sich der Mann und Ragnar schüttelte langsam den Kopf.
    „Melonen wachsen in Thorwal nicht.“
    „Zu schade!“ sagte der Mann und goss ihm ungefragt einen Becher ein. „Wie wäre es mit einem Zyklopenspieß? Ist auch ganz ohne Kraken, ich verspreche es!“
    Ragnar nickte knapp und der Mann verschwand zufrieden lächelnd wieder hinter seinem Tresen, wo er emsig zu werkeln begann.
    „Habt ihr in Thorwal einen König?“
    „Nein. Wir haben einen Hetmann. Aber der hat auch nur begrenzt was zu sagen…“ Vor allem dann, wenn dabei nur Blödsinn herauskam!
    „Oh…das klingt interessant… wisst Ihr, wir hatten mal einen König.“
    Ragnar nippte an dem rosafarbenen Saft und stellte fest, dass er recht süß war. Wo hatte der Mann bloß den Pfeffer versteckt? Ob er Lakritzsirup hatte…?
    „Und ihr habt ihn abgeschafft.“ Nahm Ragnar an, der das in Anbetracht der Formulierung für das Wahrscheinlichste hielt.
    „Oh, nein, Fremder. Das haben wir nicht!“
    Nicht?
    „Nein?“ Ragnar hob den Kopf und der Mann sah ihn fröhlich an. Er schien sich ernsthaft darüber zu freuen, dass ihm jemand zuhörte. Er schüttelte den Kopf. „Mitnichten, Fremder! Es gibt eine Geschichte zu unserem König… ich kann sie Euch erzählen, während Ihr esst.“
    Geschichte? Nun, das klang gut.
    Ragnar nickte.
    Der Mann kehrte mit einem Spieß zurück, an dem verschiedene Gemüsestücke und Fleischbrocken befestigt waren und setzte ihn Ragnar gemeinsam mit etwas weißlicher Creme vor. Der Thorwaler beäugte das Ganze misstrauisch, wagte sich dann aber doch an das Essen. Der Mann ließ sich ihm gegenüber nieder und räusperte sich: „Also…“ begann er und Ragnar sträubte sich jedes Nackenhaar.
    „Meister Wirt,“ unterbrach er. „Beginnt doch eine Geschichte nicht mit dem Wort also!“ Verwirrt sah der Mann ihn an. „Aber wieso denn nicht? Es ist doch ein schönes Wort! Also…“
    Da bekam man ja n Hörnchen!
    „Vor vielen Jahren… es müssen mindestens achtzig sein… ging unser König auf die Jagd. Er war damals ein junger Mann von dreißig Sommern…“ Die Augen des Mannes blitzten in Begeisterung und Ragnar fragte sich, wie oft er jene Geschichte wohl schon erzählt hatte. Wie dem auch sei, er schien es nicht müde zu werden.
    „Er hatte das schon unzählige Male getan und sein Lieblingsjagdgebiet war ein Wald nördlich der Königsstadt Rethis. So ritt er auch dieses Mal dorthin und in den Wald hinein. Jeder wusste, dass er verzaubert war und viele Kreaturen von unterschiedlichster Natur und Gesinnung darin lebten…“
    Ragnar hatte fürs erste Saft und Spieß vergessen. Der Mann erzählte zwar nicht gut, aber der Inhalt interessierte ihn trotzdem.
    „Daher war es nur wenig überraschend, dass er von diesem Ausflug nicht zurückkehrte und seitdem als verschollen gilt… Ihr seht also, wir hatten einst einen König… aber nun… haben wir nichts mehr.“
    Also gut, an der Art Geschichten zu erzählen musste der Mann dringend etwas tun, aber wenn wahr war, was er sagte, hatte das durchaus Potenzial.
    „Ist es eine wahre Geschichte?“
    „Natürlich! Weshalb sonst haben wir einen Thronbeschützer, aber keinen König?!“
    „Wie wäre es… mit einem neuen König?“
    „Ohne den alten zu begraben? Undenkbar!“
    „Aber du sagtest, dass das alles vor sehr vielen Jahren geschehen sei. Wenn der König kein Elf ist, muss er tot sein.“
    „Wer weiß das schon… aber solange wir den Körper nicht beisetzen können, können wir keinen neuen König krönen. Das geht einfach nicht.“
    Das war ja mal total bescheuert! Wer hatte sich das denn ausgedacht?! Bestimmt irgendein Al Anfaner... Alle bekloppt!
    „Hat man nach ihm gesucht?“
    „Aber natürlich! Er wurde nie gefunden…“
    Vielleicht hatten einfach nur die falschen Leute gesucht…
    „Ein Zauberwald sagst du? Mit Sagengestalten und lebenden Legenden?“
    „So ist es!“
    „Gut. Wo finde ich den?“
    Der Mann bekam große Augen. „Ihr wollt dahin gehen? Es ist doch nur eine Geschichte…“
    „Aber eine wahre Geschichte. Wo finde ich nun diesen Wald?“
    „Im Norden von Rethis… aber wenn Ihr wirklich vorhabt, nach dem König zu sehen, solltet Ihr zuerst zum Bibliotheksmeister gehen… er kann Euch vielleicht mehr sagen als ich… wenn er Euch nicht gleich wegen geistiger Verwirrung einsperrt.“
    Ragnar runzelte die Stirn. „Das soll er versuchen, bei Swafnir! Wo finde ich diesen wackeren Mann?“
    „Im Palast von Rethis.“
    „Diesem dort?“ fragte Ragnar und deutete auf eine Silhouette, deren Umrisse in der Hitze flimmerten, sich aber dennoch stolz gegen den blauen Himmel abhoben.
    Der Mann nickte. „Genau…“
    Ragnar nickte und bezahlte dann sein Mahl. „Dein Melonensaft ist gut… nächstes Mal ein bisschen mehr Pfeffer und er ist perfekt. Swafnir mit dir.“
    Der Skalde ergriff sein Bündel und schritt dann auf die sonnige Straße zurück, um sich auf den Weg zum Palast zu machen…



    Re: Ragnar Faenwulfsson

    Vesirian von Falkengrund - 29.03.2009, 02:11


    Hmpf.... hab ich auch übersehen... Mann, bin ich blöd oder was?! Offensichtlich -.-

    Hach.... ich find den übrigens auch tollll!

    Oh, und wie geht's weiter? *Hibbel*



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