Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

~ Asalun ~
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    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 25.02.2009, 22:45

    Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden
    Seit Urzeiten haben Menschen Träume; Schöne, Schreckliche und Unbegreifliche. Sie spiegeln unser Inneres wieder, unsere tiefsten Wünsche und größten Ängste, die wir hinter unserer äußerlichen Fassade verbergen. Wenigstens eins ist sicher: Sie sind nicht real.
    Oder?
    Die Geschichte dreht sich um ein paar Teenager, die nur zwei Dinge gemeinsam zu haben scheinen: Sie alle leben in New York City, USA und sie alle haben denselben merkwürdigen Traum.
    Darin finden sie sich in einem mysteriösen Land wieder, bevölkert von allen Arten von Lebewesen und Gestalten. Es wird regiert von einem König, der von den meisten gehasst wird. Doch er besitzt 'das Zepter', wie es gemeinhin genannt wird und das ihm große Macht verleiht. Natürlich halten sie es erst für das, was es war: einen Traum. Aber er geht jede Nacht weiter und die Jugendlichen begegnen sich irgendwann auch in der realen Welt.
    So müssen sie ihr Leben sowohl in der Realität als auch im Traum meistern. In letzterem können in einer Nacht mehrere Tage vergehen, manchmal nur Stunden; das Raum-Zeit-Verhältnis der beiden Welten stimmt nicht überein. Und dann sind da noch die vielen ungeklärten Fragen. Wieso besuchen sie jede Nacht diese fremde Welt, die eine Mischung aus allen Träumen zu sein scheint, die Menschen je geträumt haben? Wieso ausgerechnet sie? Können Geschehnisse dort die Realität beeinflussen? Was ist, wenn einer von ihnen im Traum stirbt? Und der König? Können sie ihn besiegen? Was nur verbirgt sich hinter diesem Traum?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 01.03.2009, 02:31


    Den Kopf gesenkt und dem Licht der Straßenlaternen ausweichend marschierte eine Gestalt die einsame Straße hinunter. Das Echo der kraftvollen Schritte hallte zwischen den Gebäuden wider. Nachdem die Gestalt das hölzerne Tor zu einem kleinen Hof aufgestoßen hatte (es war mal wieder nicht abgeschloßen) und hindurchgetreten war, fiel es mit einem lauten Quitschen und einem anschließenden 'Klick' ins Schloss. Der Vermieter musste es wirklich mal ölen.. oder nein, besser direkt ein neues Tor anbringen.
    Als die Gestalt an der Haustür angekommen war, schaltete sich die bewegungsreagierende Lampe an. Zum Vorschein kam ein großer Jugendlicher mit hochgestyltem, braunem Haar und grausilbernen, funklenden Augen. Der Braunhaarige war nicht sehr warm bekleidet, trotz der kühlen Nacht: Er trug nur ein Muscleshirt und eine dunkle Jeans. Aus dem dunkelblauen Rucksack, den Ace - so hieß der Braunhaarige - transportiert hatte, kramte er mühsam ein Schlüsselbund heraus. Es war schlicht wie alle Dinge von Ace oder die mit Ace zu tun hatten: Es bestand aus einem metallenem Ring an dem vier Schlüssel hingen - einer für das Tor zum Hof, der aber nur sehr selten gebraucht wurde, da die anderen Mieter es nie für nötig hielten, das Tor hinter sich zuzuziehen, einer für das Haus, einer für seine Haustür und einer für sein Motorrad. Ace schloß also mit diesem Schlüssel die Tür des Hauses auf und trat in das kühle Treppenhaus. Der Aufzug war defekt, wie immer, also musste Ace die Treppe nehmen.
    Als er nach einer Ewigkeit, wie es schien, oben angekommen war, hing ein Zettel an seiner Wohnungstür. Ohne ihn zu lesen riß er ihn ab und zerknüllte ihn. Es war sowieso nur wieder eine Warnung vom Mieter. Der könnte wirklich lieber das Haus sanieren anstatt ihm immer Notizen zu hinterlassen... Als Ace in seine kleine Bude trat, kam ihm ein stickiger Geruch entgegen. Er schleuderte seine Tasche einfach irgendwohin, ging in sein kleines Bad und machte sich fertig. Er fuhr sich durch seine Haare, was sie nur noch wilder abstehen ließ, und warf sich auf sein Bett. Er starrte eine Weile auf die Tapete, die vom Alter schon halb abgerissen war. Himmel, dieses Haus war wirklich eine Bruchbude. Erst nach einer Ewigkeit fielen ihm langsam die Augen zu und er glitt sanft ins Reich der Träume rüber...


    Der Wind, der durch die Bäume strich, verursachte ein angenehmes Rauschen. Zu diesem Geräusch gesellte sich das leise Plätschern des Baches und gelegentlich der Gesang eines Vogels. Inmitten dieser Natur lag ein braunhaariger Jugendlicher und schlug langsam die Augen auf. Einen Moment verharrte er so, dann richtete er sich auf und sah sich neugierig um. Oh, zur Abwechselung mal ein angenehmer Traum?, fragte er sich. Seit dem Tode seiner Mutter und seiner Schwester quälten sie ihn schon und sie wurden nicht weniger schlimm: Albträume. Doch dieses Mal schien es sich nicht um einen zu handeln. Seufzend kniete sich Ace an dem Bach nieder und spritze sich etwas von dem kühlen, frischen Wasser ins Gesicht. Eine Weile betrachtete er die Spiegelung seines Gesichts im Wasser. War es eine Illusion, oder waren seine Augen silbern? Sie waren schon immer grau gewesen, aber doch nicht so..wie Silber. Wie auch immer, dachte er sich, es ist ein Traum , also wäre es gut möglich. Ace erhob sich und warf noch einen kurzen Blick ins Wasser. Einen Moment lang glaubte er, unter Wasser einen Schatten gesehen zu haben. Aber dort war Nichts. Kein böses Monster, was nur darauf wartete, ihn zu verspeisen... Vielleicht war es wirklich mal ein guter Traum. Eine Weile lang wanderte Ace durch den Wald, als dieser plötzlich endete. Vor ihm bereitete sich eine große Ebene voller Felder aus und ein einzelnes Haus. Eine Farm?, fragte er sich, entschied aber, dass dies uninteressant und ohne Bedeutung war und ging auf einem kleinen Trampelpfad weiter. Dieser führte ihn bald zu einer Straße. Sie war nicht asphaltiert und Ace glaubte, Kutschenspuren zu erkennen. Er folgte dieser Straße einige Zeit und beschloß, das dies vielleicht ein gute, dafür aber sehr langweiliger Traum war. Doch irgendwann zeichneten sich Gebäude vor dem Horizont ab und bald erkannte er, dass es eine Stadt war. Nach weiterer, schier endloser Zeit, kam er an dem Tor an. Dort waren zwei Wachen positioniert, die ihn einerseits neugierig und andererseits misstrauisch beäugten. "Wer seid ihr und was wollt ihr hier?", fragte der eine, größere von den Beiden mürrisch. Ace schenkte ihm nur einen kurzen Blick und wollte durch das Tor marschieren. Die Soldaten aber kreuzten ihre Lanzen und versperrten ihm so den Weg. "Was soll das?", fuhr er die beiden Männer an. "Ich gebe mich in MEINEM Traum doch nicht mit solchen Deppen ab... lasst mich durch, ich habe keine Lust auf so eine unnötige Konversation." Die Soldaten tauschten leicht irritierte Blicke. "Wenn sie uns nicht verraten, wer sie sind und was sie hier wollen,
    werden wir sie zum König führen!", meinte der Kleinere etwas unsicher. "Uhhh, JETZT hab ich aber Angst", giftete Ace ihn an. Wie LÄCHERLICH. Und soetwas in seinem eigenen Traum. Er träumte von irgendwelchen idiotischen Soldaten, die irgendeinem König dienten? Also, er wirklich zu alt für solche Märchen. Plötzlich legte sich eine schwere Hand auf seine Schulter. "Ich heiße Glorion und bin Waffenschmied. Dies ist mein Neffe Acerios, er ist bei mir in der Lehre", sagte der Mann, dem vermutlich die Hand gehörte. Ace drahte sich irritiert um. Hinter ihm stand ein großer Mann, der die Soldaten finster anblickte. "Oh, wenn das so ist.. aber ihr Neffe wird sein freches Verhalten noch büßen!", sagte der größere Soldat.
    Glorion nickte und sagte mit der gleichen, eisigen Stimme: "Und jetzt entschuldigt uns, wir haben es eilig, der König erwartet uns." Die Soldaten
    ließen sie durch und Ace folgte dem großen Mann irritiert. Als sie in eine Gasse abbogen, drehte sich dieser Glorion um. "Geh jetzt. Wenn die jemand fragt, wer du bist, sagst du, dass du bei mir in der Lehre bist und gerade auf mich warten musst, weil ich eine Audienz beim König habe. Verstanden?" Ace sah ihn abfällig an. "Natürlich, aber wozu dieser ganze Unsinn? Ich kenne sie überhaupt nicht..." Glorion zuckte mit den SChultern und ging, ohne noch etwas zu entgegnen. Ace folgte ihm, bis Glorion um eine Ecke abbog. Als Ace um selbige herum blickte, war niemand mehr in der Seitenstrasse zu sehen. Kein Glorion. Er war spurlos verschwunden... Sachen gibt's, die gibt's gar nicht, dachte er und ging zurück auf die Straße. Dieser folgte er, bis er plötzlich auf einen großen Platz kam. Überall waren Menschen und es gab viele verscheidene Stände. Es war wohl ein Martkplatz. Aber gewiss kein gewöhnlicher. Die Leute um ihn herum waren nicht nur Menschen, er entdeckte auch eine Vielzahl an seltsamer Geschöpfen, die er nie zuvor gesehen hatte. Dort waren Wesen, die wie eine Mischung aus Mensch und Tier aussahen, die bunte Haut oder keine menschlichen Proportionen hatten. Niemand beachtete ihn, obwohl er deutlich aus der Menge heraus stach. Er war hier schließlich der Einzige, der wie ein normaler Mensch aussah...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 01.03.2009, 02:54


    Da war es, endlich. Das kleine Haus, in dass Mickie zusammen mit ihrer Familie vor ungefähr einer Woche gezogen war.
    Es lag in einem Stadtteil, in dem sie vorher noch nie gewesen war, zumindest nicht, so weit sie zurückdenken konnte.
    Aber eine Schwimmhalle hatte sie trotzdem leicht finden können, und eben von der kam sie gerade.
    Es war schon dunkel und wahrscheinlich auch schon ziemlich spät. Wahrscheinlich schliefen ihre Eltern und ihre Schwester schon; sie waren meistens ziemlich früh im Bett - und standen entsprechend früh auf.
    Leise öffnete sie die Haustür und machte das Licht im Flur an. In ihrem neuen Haus war es nachts noch viel dunkler als in dem anderen.
    Mickie tappste ins Badezimmer um ihre nassen Sachen aufzuhängen und sich die Zähne zu putzen. Um jetzt noch etwas zu essen war sie viel zu müde.
    Immerhin waren ihre kurzen, braunen Haare schon auf dem Rückweg vom Schwimmbag getrocknet, sodass sie sie nicht mehr föhnen brauchte und gleich nach oben in ihr Zimmer gehen konnte.
    Dieses war noch ziemlich leer.
    Die Einrichtung bestand aus einem Schreibtisch, der vor dem Fenster stand, daneben ein Bett und auf der anderen Seite ein Kleiderschrank.
    Neben ihrem Schreibtisch befand sich noch ein Regal, in dass sie ihre Bücher eingeräumt hatte, eines der ersten Dinge, die sie getan hatte.
    Und sonst stapelten sich überall auf dem Boden Katons, die sie noch nicht eingeräumt hatte. Bisher hatte es zu viel zu tun gegeben.
    Mickie öffnete den Kleiderschrank, der, wie alle anderen Möbelstücke in ihrem Zimmer auch, aus hellbraunem Holz war, holte einen Schlafanzug heraus und zog sich um.
    Dann schaltete sie das Licht aus und tappste in ihr Bett.

    Menschen. Viele Menschen, überall um sie herum.
    Mickie stand in einem dämmrigen Raum, der etwas an ein Wirtshaus erinnerte, welches sie einmal in einem Film gesehen hatte. Um sie herum lachten Menschen, redeten fröhlich miteinander oder aßen etwas.
    Das Mädchen sah sich verwundert um. Von irgendwo her schlich sich der Gedanke Das ist ein Traum! in ihr Unterbewusstsein, bis er schließlich ihre Gedanken erreichte. Plötzlich war sich Mickie sicher, dass das hier nicht real war. Aber es kam ihr trotzdem so vor.
    Aber wo war sie hier gelandet? Und vor allem, was sollte sie jetzt tun? Seit wann konnte man in Träumen überhaupt so klar denken?
    Sie beschloss, erst einmal aus diesem Wirtshaus zu gehen.
    Vorsichtig bahnte sie sich einen Weg zur Tür und machte diese auf.
    Tageslicht schlug ihr entgegen, so hell, dass sie im ersten Moment überhaupt nichts sehen konnte.
    Was sie dann sah, waren noch mehr Menschen. Noch viel mehr Menschen...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 06.03.2009, 20:22


    Mit einem Rattern öffnete sich das Garagentor und ließ die Gestalt ein, die ihr Motorrad neben sich herschob. Es war Halb elf abends und bereits stockduster - nicht, dass das die Gestalt gestört hätte, denn die konnte ja die Deckenbeleuchtung anschalten, statt gegen eine Wand zu rennen.
    Wäre ein Beobachter dort gewesen, so hätte er jetzt erkannt, dass die Gestalt ein Mädchen oder auch eine junge Frau war. Sie trug eine uralte Jeans mit Riss überm linken Knie und eine warme dunkelbraune Jacke mit der weißen Abbildung eines Vogels auf dem Rücken. Als sie nun den roten Helm abnahm und ablegte, wurden auch die schwarzen Haare sichtbar, von denen links eine Strähne grün gefärbt war.
    Samantha Jones, im Allgemeinen Sam genannt, ging zu einer Tür weiter hinten in der Garage. Dort drückte sie auf zwei Knöpfe; der eine ließ das Garagentor wieder hinunter, der andere schaltete das Licht aus. Schließlich wurde die eben genannte Tür geöffnet und hindurchgeschritten, woraufhin Sam in ein Treppenhaus gelangte. Sie gähnte und machte sich an den Aufstieg. Elendigerweise lag ihre Wohnung im dritten Stock und der Fahrstuhl war natürlich mal wieder kaputt. Daher musste sie sich die Stufen hinaufquälen. Arg. Sie sollte wirklich mal mit dem Hausmeister reden (wobei sie das eigentlich schon oft genug getan hatte, zur Belustigung der restlichen Bewohner des Hauses).
    Noch in diesen Gedanken versunken, schloss Sam ihre Wohnungstür auf und betrat ihr Reich. Wohnzimmer und Küche bestanden aus einem Raum; links Sofa, Fernseher, Tisch und ein paar Regale und rechts eine Kochnische. Hinten befanden sich noch zwei Türen, eine zum Schlaf- und eine zum Badezimmer. Dafür hatte Sam allerdings keinen Blick, schließlich kannte sie es. Sie pfefferte ihre Turnschuhe in eine Ecke und hängte die Jacke an den Haken rechts neben der Tür; darunter kam ein schlabberiges dunkelgrünes T-Shirt zum Vorschein, das sie in den Bund ihrer Hose gestopft hatte. Die meisten Leute verstanden nicht, warum sie freiwillig so herumlief und wenn sie jemand fragte, sagte sie einfach: "Das bin halt ich." Und so meinte Sam es auch. Sie hatte es noch nie gemocht, den Vorstellungen von anderen Leuten zu entsprechen. Wenigstens ihre Freunde verstanden das.
    Apropo Freunde. Auf dem Weg zum Badezimmer fiel Sam auf, dass ihr Anrufbeantworter blinkte und nach einem Blick auf den Display drückte sie auf den 'Wiedergabe'-Knopf.
    "Hey, Sam, ich bin's, Joe", kam eine altbekannte Stimme aus dem Gerät, während die angesprochene schonmal aus den Klamotten und in den Schlafanzug schlüpfte. Diese Stimme klang leicht heiser, aber völlig ruhig und gelassen. "Du wolltest doch dieses Teil für dein Motorrad. Und mein Kumpel aus L.A. hatte echt noch eins! Ich bring's dir morgen mit."
    Sam grinste in sich hinein. Auf Jerry-Joe (er hatte es eigentlich lieber, nur Joe genannt zu werden, aber das störte sie nicht) war schon Verlass.
    Auch wenn ich eigentlich nicht so genau wissen will, was das für ein Kumpel ist, überlegte sie sich noch, während sie sich die Zähne putzte und Richtung Bett taperte. Nein, eigentlich nicht.

    Sam stand auf einem reich bevölkerten Marktplatz und sah in die Runde. Es war ziemlich warm, aber vor allem laut; die Händler brüllten wild durcheinander und versuchten einander im Anpreisen ihrer Waren zu übertönen, es würde niemanden wundern, wenn einer ein Megafon rausholte. Jedenfalls hatten sie Erfolg. Die Leute strömten von Stand zu Stand, von Bude zu Bude, auch wenn es reichlich merkwürdige Leute waren. Einem Mädchen saß etwas auf der Schulter, das wie eine große Eidechse aussah, eine Frau trug ein so weites Kleid, dass man sofort daran dachte, dass sie irgendwas darunter verbarg und einem Mann schauten tatsächlich Hufe aus den Hosenbeinen; und das, um nur Beispiele zu nennen.
    Es war merkwürdig, aber Sam war sofort bewusst, dass das hier ein Traum war. Sie wartete fast darauf, dass eine Gestalt aus einem ihrer Bücher um die Ecke bog, in das Sonnenlicht unterm strahlendblauen Himmel trat un sie rätselhaft anlächelte. Natürlich geschah nichts dergleichen. Davon mal abgesehen, dass niemandem ihr plötzliches Erscheinen auch nur aufzufallen schien.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 07.03.2009, 17:12


    Mickie stand auf einer Straße, überall waren Stände, an denen alle möglichen Dinge angeboten wurden, von denen sie größtenteils nicht wusste, dass es sowas überhaupt geben konnte.
    Aber das war ja auch alles nur ein Traum.
    Noch mehr als die Waren faszinierten Mickie jedoch die Menschen, die hier rumliefen; wobei man die meisten wahrscheinlich gar nicht als Menschen bezeichnen durfte.
    Da waren zwar ganz normale Menschen, ja, aber es gab auch Wesen mit Hörnern auf dem Kopf, mit Fühlern, Tierohren oder solche, die mehr einem Fisch als einem menschlichen Wesen ähnelten.
    Auch liefen ihr einige Tiere entgegen, als das Mädchen die Straße entlang lief, und sie hätte sich nicht wirklich gewundert, hätte sie jetzt eines davon angesprochen.
    Mickies Blick wanderte an den Läden entlang, und als sie sich in einer der Schaufensterscheiben spiegelte, sah sie, dass sie ihre ganz normale Kleidung trug und nicht ihre Schlafsachen.
    Allerdings schien sich niemand von diesen Leuten wirklich daran zu stören, im Gegenteil, bisher hatte sie nicht das Gefühl, dass überhaupt irgendjemand sie bemerkt hatte.

    Irgendwann, nachdem sie eine Weile die Straße entlang gegangen war, kam sie auf einen Marktplatz. Oder zumindest glaubte sie, dass das ein Marktplatz war.
    Auch hier waren überall diese seltsamen Wesen und die merkwürdigsten Dinge, die sie jemals gesehen hatte.
    An einem der Stände blieb ihr Blick an einer Art Buch hängen, es hatte viele verschnörkelte Verzierungen auf dem Buchdeckel und, was das Buch wohl so besonders machte, es hatte Flügel.
    "Es ist hübsch, nicht wahr? Aber darin lesen kann man nicht. Wenn man es aufklappt, fliegt es weg", sagte plötzlich eine Stimme.
    Erschrocken blickte Mickie von dem Buch hoch und sah einen jungen Mann mit ungewöhnlich schmalen Augen und zwei Ohren, die aussahen wie die eines Schaafes.
    "Ääh.. achso..", meinte Mickie nur, lächelte den Mann unsicher an und bemühte sich dann, schnell wieder in der Menge zu verschwinden. Irgendwie war der Mann unheimlich gewesen...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 07.03.2009, 18:35


    Sam betrachtete interessiert die verschiedenen Angebote an den Ständen. Da gab es alles und zwar wirklich alles. Von lebenden Schlangen und deren Haut bis zu Einhornhaaren und (angeblichen) Krokodilstränen. Außerdem überlegerten sich die unterschiedlichsten Gerüche, so dass sie nicht mehr wirklich definierbar waren.
    Besonders zog Sam ein Laden an, in dem es magische Gegenstände zu kaufen gab, Talismane und dergleichen. Normalerweise glaubte sie nicht an diesen Firlefanz, aber das hier war ein Traum, oder? Langsam näherte sie sich dem Laden, über dessen Tür in kunstvoll verschlungenen Buchstaben Wunder, Wandel, Wesen zu lesen war - was immer das bedeuten sollte. Und direkt neben der Tür stand ein ungefähr zwei Meter hoher Spiegel mit einem schlichten Holzrahmen, in den Sam im Vorübergehen einen Blick warf. Sie trug einige ihrer normalen Sachen; ihre alte Jeans und dunkelbraune Halbstiefel (die sie eigentlich eher seltener anhatte), ihre großen Ohrringe, außerdem ein schlichtes schwarzes Top, wegen dem ihre Tätowierung besonders schön sichtbar war. Ein Drache. Passte irgendwie in die Umgebung. Aber bevor sie weiter darüber nachgrübeln konnte, war sie schon im Laden und eine kleine Klingel ertönte.

    Auch hier war der Mischmasch der Gerüche sehr intensiv, aber sie waren anders, wenn auch genauso undefinierbar. Allerdings schien niemand hier zu sein, jedenfalls sah Sam niemanden. Aber egal.
    Sie wandte sich dem erstbesten Regal zu und betrachtete die Auswahl. Da waren nicht nur Gegenstände wie Medaillons, Ringe (das meiste schien tatsächlich Schmuck zu sein), sondern auch Fläschchen mit mysteriös blubbernden Flüssigkeiten darin.
    Gleich kommt bestimmt die Hexe aus dem Hinterraum, der dieser Laden gehört, schoss es Sam durch den Kopf, zusammen mit dem Bild einer gebückten alten Frau mit einem Raben auf der Schulter. Oder einer schwarzen Katze.
    Gerade bei diesem Gedanken hörte Sam Stimmen im vorderen Teil des Ladens und ging einen Schritt nach vorne, um einen Blick um das Regal herum zu werfen, hinter dem sie stand. Ihr erster Blick fiel auf eine alte Frau mit langen weißen Haaren und runzligem Gesicht. Fast enttäuscht stellte sie fest, dass diese keinen Raben auf der Schulter sitzen hatte.
    Ihr zweiter Blick fiel auf ein rothaariges Mädchen, das im nächsten moment allerdings hinter einem Regal verschwand. Trotzdem fiel Sam auf, dass dieses Mädchen irgendwie... normal aussah. Keine Ohren, wo sie nicht hingehörten, oder sowas. Dass es sowas hier gab war schon erstaunlich.
    Naja, wie auch immer. Sam wollte sich gerade wieder dem Bücherregal zuwenden, als ihr Blick auf etwas anderes fiel.
    Es war ein silbernes ellipsenförmiges Amulett, in der Länge vielleicht fünf Centimeter. In der Mitte war ein gräulicher Edelstein eingelassen, auf dessen Oberfläche ein runenähnliches Zeichen schimmerte; um ihn herum befanden sich noch 4 weitere Zeichen.
    Langsam näherte Sam sich dem Amulett und betrachtete es aus der Nähe. Nun erkannte sie auch die feinen Verzierungen am Rand. Sie streckte die Hand aus und -
    "Sieh an", hörte sie eine kratzige Stimme, zuckte leicht zusammen und drehte sich um. Vor ihr stand die Besitzerin des Ladens, die einfach weiterredete. "Es ist interessant, dass du gerade dieses Stück angesteuert hast... ab und zu kommt es vor, dass magische Gegenstände ihren Besitzer selbst wählen."
    "Ähm... aha", machte Sam verdutzt, woran sich die Alte aber auch nicht störte.
    "Los, nimm es schon in die Hand, dann sehen wir ja, was passiert!"
    Völlig perplex drehte Sam sich gehorsam wieder um und nahm das Amulett in die rechte Hand. Es fühlte sich warm an, fast, als würde es leben und seltsamerweise färbte sich der Edelstein in der Mitte blitztartig weiß; vor Schreck hätte sie es fast fallen gelassen.
    Die Hexe dagegen nickte zufrieden. "Na also. Das ist interessant." Sie beugte sich vor und betrachtete das Amulett genauer, ihre Augen huschten über die Zeichen. "Wille. Verteidigung. Gemeinschaft. Weg. Schicksal", murmelte sie vor sich hin.
    "Ähm", machte Sam nochmal, um auf ihre Anwesenheit aufmerksam zu machen. Die Hexe sah ihr zum ersten Mal in die Augen.
    "Du kannst es mitnehmen. Wenn sowas vorkommt, verlange ich keine Bezahlung. Aber ich würde gut darauf aufpassen." Und noch bevor Sam ein weiteres "Ähm" zustande gebracht hatte, war sie hinter einem anderen Regal verschwunden. Die Alte war eindeutig verrückt, aber was konnte man in einem Traum wie diesem auch erwarten!?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 07.03.2009, 18:52


    Mickie lief also weiter über den Marktplatz und bestaunte die ganzen vielen kleinen und großen Wunder, die diese Welt zu bieten hatte.
    Aber musste nicht mal irgendwann etwas passieren?
    Das ganze wäre schließlich ein ziemlich langweiliger Traum, wenn er darin bestehen würde, dass sie über einen Marktplatz lief.
    Wobei sie das auch nicht sonderlich stören würde.
    Plötzlich stand sie ganz unvermittelt vor einer Tür. Es war eine alte, dunkle Holztür mit vielen geschnitzten Verzierungen, und sie stand einfach mitten auf dem Marktplatz.
    Niemand schien sie zu bemerken, alle gingen einfach an ihr vorbei.
    Mickie ging um die Tür herum - sie sah von hinten nicht anders aus als von vorne.
    Wieso steht hier eine Tür mitten auf einem Marktplatz?, fragte das Mädchen sich verwirrt.
    In Büchern und Filmen führten solche Türen immer in geheime Welten.
    Vielleicht passierte ja endlich etwas, wenn sie hindurch gehen würde?
    Mickie ging wieder zur Vorderseite der Tür, machte sie vorsichtig auf und sah hindurch.
    Der Marktplatz. Genau so, als würde nur ein Ramen aus Holz vor ihr stehen.
    Aber klar, das war immer so. Und wenn man dann hindurch ging, war man plötzlich ganz wo anders. Ob sie das wirklich tun sollte?
    Wobei, schließlich war das ja nur ein Traum. Was sollte ihr da schon groß passieren? Außerdem kannte sie hier niemand. Und alleine auf so einem riesigen Marktplatz zu sein war sowieso beängstigend, auch in einem Traum.
    Mickie sah sich ein letztes mal um und ging dann mit einem großen Schritt durch die Tür.

    Um sie herum Stimmen, seltsame Gerüche, Menschen. Nein, keine Menschen, sondern alle möglichen Arten von Wesen, die man sich nur vorstellen konnte. Oder eben nicht vorstellen konnte.
    Sie war immer noch auf dem Marktplatz, nichts war passiert.
    Hinter Mickie war die offene Tür, wenn man hindurch blickte, sah man den Marktplatz, so, als Stände nur ein Ramen aus Holz dort.
    Es war nichts passiert. Sie fühlte sich nicht anders als vorher, war immer noch am selben Ort wie vorher und sah auch nicht irgendwie anders aus.
    Das war einfach nur eine ganz normale Holztür, die unüblicherweise auf einem Marktlatz stand.
    In irgendeiner Weise kam Mickie sich gerade reichlich dumm vor.
    Aber wenigstens starrte sie niemand irgendwie merkwürdig an.

    Sie beeilte sich, die Tür wieder zu schließen und hastete dann weiter. Sie drehte sich noch einmal zu dem merkwürdigen Ding um - es war verschwunden.
    War das alles nur Einbildung gewesen?
    Nein, das war ein Traum gewesen, so wie das alles hier ein Traum war.
    Sie drehte sich wieder nach vorne um - und rannte prompt in jemanden hinein.
    Mickie verlor das Gleichgewicht und fiel auf ihre vier Buchstaben.
    Toller Traum, absolut toller Traum.
    "Ähh.. E-Entschuldigung..", stammelte sie und sah zu demjenigen hoch, den sie versehntlich umgelaufen hatte.
    Er sah für diesen Traum ziemlich normal aus.
    Und er hatte silberne Augen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 09.03.2009, 23:52


    Ace war mit den Händen in den Hosentaschen über den interessanten Marktplatz marschiert, als etwas kleines gegen ihn stieß. Er konnte sich zum Glück noch auf den Beinen halten (ansonsten hätte er sich ja fürchterlich lächerlich gemacht). Irgendetwas hatte die Frechheit gehabt, ihn zu rammen.
    Entzürnt blickte er sich nach diesem um. Ein zartes Stimmchen drang an sein Ohr und er wendete seinen Blick nach unten.
    Dort saß ein zierliches Mädchen auf dem Boden, wahrscheinlich von ihrem eigenen Schwung nach hinten gerissen. Er blickte sie eisig an und sprach mit gleicher Kälte in der Stimme: "Kannst du nicht aufpassen, wo du hinrennst? Ich will mir meinen Traum nicht versauen lassen -.- ."
    Auf dem zweiten Blick fiel ihm auf, dass sie ein ganz normales Mädchen war - normal wie er in dieser Welt. Oh.. Sie scheint sich für einen Rammbock zu halten, wirkt aber relativ normal. Dass könnte noch interessant werden...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 10.03.2009, 20:11


    Turnschuhe, ein Muscle Shirt, braune, hochgegeelte Haare und diese silbernen Augen. Silberne Augen, die sie mit einem kalten, abweisenden Blick ansahen.
    Und diese eisige Stimme.. Irgendwie unheimlich.
    Als Mickie auffiel, dass sie den Jungen immer noch anstarrte, wandte sie schnell den Blick ab und stand wieder auf.
    Gut sah er ja aus, dass musste man ihm lassen. Aber besonders nett schien er nicht zu sein.. Im Gegenteil.
    "Wie gesagt, es tut mir Leid, ich habe nicht aufgepasst..", murmelte sie nochmal leise, auch wenn es gut sein konnte, dass ihr Gegenüber das garnicht hörte. Er war nämlich auch noch ziemlich viel größer als sie.
    Aber Moment mal.. was hatte er noch gesagt?
    Ich will mir meinen Traum nicht versauen lassen.
    "Deinen.. Traum?", fragte sie vorsichtig, diesmal etwas lauter, und sah ihn unsicher an.
    Irgendwie wurde dieser Traum gerade recht beängstigend, und das in zweierlei Hinsicht..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 10.03.2009, 21:54


    "JA, meinen Traum!", giftete er das Mädchen leicht genervt an. Himmel, er wollte nun wirklich kein Gespräch mit diesem tollpatschigen Ding führen. "Traum, verstehst du? Die man träumt, wenn man schläft! Schon mal von gehört? oO Und jetzt entschuldige mich, ich -" Gerade, als Ace sich umdrehen wollte, erklangen von hinten lauten Geräusche: Rufe, Waffenklirren, Schritte vieler Menschen. Eine Schar von Männern - vermutlich Soldaten oder soetwas - kreiste gerade einen einzelnen Mann ein, der hilflos in ihrer Mitte stand. Dieser Mann hatte etwas unheimlisches an sich, mit seinen Katzenartigen Augen und seinen langen Fingernägeln. Doch sein Gesichtsausdruck verriet nichts bösartiges. Er wirkte eher verzweifelt, ja, fast sogar ängstlich... Unter den Soldaten befand sich auch ein Mann ohne Rüstung. Ace dachte sich, dass er wohl irgendwie wichtiger sei als die Soldaten. Dieser Mann ging einen Schritt auf den Mann in der Mitte zu, der sich nun panisch umsah (vermutlich nach einen Fluchtweg), und erhob seine befehlerische, nasale Stimme, über die man fast hätte lachen können, hätte sie nicht diese angsteinflossende Kälte...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 10.03.2009, 22:07


    Sam betrachtete noch eine Weile das Amulett in ihrer Hand, dessen vor kurzem noch grauer Edelstein immernoch schneeweiß schimmerte. Schließlich riss sie sich aber von dem Anblick los und hängte sich das gräuliche Band um den Hals, schob sich das Amulett unters Top. Es fühlte sich inzwischen nicht mehr ganz so warm an, stattdessen schien es sich der Temperatur ihrer Haut anzupassen.
    Wie war das gewesen? Wille, Verteidigung, Gemeinschaft, Weg, Schicksal, hatte die Alte genuschelt. Wahrscheinlich hatte das nichtmal eine Bedeutung - auch wenn die Worte sie irgendwie innerlich berührten…
    Sam schüttelte den Kopf, um diese seltsamen Gedanken loszuwerden und machte sich auf den Weg zum Ausgang des Ladens, bog um ein Regal herum zurück in die Bücherabteilung und...
    rannte fast das rothaarige Mädchen von vorhin über den Haufen.
    „Oh… hi“, machte dieses, anscheinend genauso verdutzt wie Sam, während eine schneeweiße Katze von der Schulter der Rothaarigen auf ihre eigene überwechselte.
    "Hallo du", sagte Sam an die Katze gewandt, als sie deren weiches Fell an der Wange spürte, und strich ihr mit einer Hand über den Kopf. Es schien eine normale Katze zu sein, auch wenn das in einem Traum wie diesem fraglich war; ebenso, ob das Mädchen so normal war wie es aussah. Schließlich sah sie wieder zu der Rothaarigen und grinste schief. "Tut mir Leid, ich hab' dich irgendwie übersehen", entschuldigte sie sich in einem recht lockeren Tonfall, was bei ihr allerdings schon einem Extrem gleichkam.
    "Schon okay. Ich bin ja nicht aus Pudding“, scherzte das Mädchen nur.
    Eine Weile unterhielten sie sich noch, wobei sich herausstellte, dass die Katze ‚Leonie’ und das Mädchen selbst ‚Lucky’ hieß und betrachteten zusammen das weitere Angebot (unter anderem haufenweise mysteriöse Bücher und coole Monster-Eingeweide – das wirkte tatsächlich mal wie etwas, das sie sich selbst ausgedacht hatte).
    Doch auf Dauer wurde der Traum trotzdem ungewöhnlich öde. Wenn sie sich richtig erinnerte, waren ihre Träume normalerweise ein bisschen actionreicher.
    Kaum hatte sie das gedacht, drang Lärm durch die noch einen Spalt offen stehende Ladentür herein, Fußgetrappel, Rufe und ein Klirren, das irgendwie entfernt an das von Rüstungen oder Waffen erinnerte... Irritiert blickte Samantha zur Tür, ging dann die paar Schritte zum noch etwas näher gelegenen Fenster und blickte nach draußen, wo sich ihr ein gleichzeitig faszinierender und erschreckender Anblick bot:
    In der Mitte des Geschehens stand ein einzelner Mann. Auf den ersten Blick sah er völlig normal aus, doch wenn man näher hinsah, erkannte man die gelben schlitzförmigen Augen und die langen, beinahe krallenähnlichen Fingernägel. Um ihn herum standen mehrere Personen in blau-silbernen Rüstungen - halt, nein, eine der Personen trug nur einen Mantel in Blau-silber. Der Mann in der Mitte, der mit den gelben Augen, sah ziemlich verzweifelt aus, wogegen die Gesichter der anderen ihm eher regungslos zugewandt waren.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 10.03.2009, 22:08


    Mickie war gerade am überlegen, ob sie dem Jungen - vor dem sie eigentlich am liebsten weggelaufen wäre, wäre das hier kein Traum gewesen - sagen sollte, dass sie dachte, dass das eigentlich ihr Traum sein sollte, als sie Geräusche hörte, die sie in dieser Traumwelt bisher noch nicht gehört hatte.
    Schritte, Schreie, ein metallisches Klirren. Waren das Waffen? Schwerter?
    In einigen Büchern, die sie gelesen hatte, wurde der Klang von Waffen immer so ähnlich beschrieben.
    Irritiert sah in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war.
    Da standen gepanzerte Männer in Rüstungen, blau-silber waren sie und mit einem merkwürdigen Wappen. Und da stand noch einer, der keine Rüstung, sondern eine Art Gewand an hatte und irgendwie aussah, als hätte er einen höheren Rang als die umstehenden Soldaten.
    Und der ging jetzt mit einem reichlich beiläufigen Gesichtsausdruck in die Mitte des Kreises, den die Männer gezogen hatten, die da standen, als wären sie aus Stein gemeiselt, so ausdruckslos blickten sie den an, der da von ihnen eingeschlossen auf dem Marktplatz stand.
    Das nämlich war ein Mann, ziemlich hager und blass, mit Schlitzen als Augen und ziemlich langen Fignernägeln. Er blickte sch ziemlich verzweifelt um und wich einen Schritt zurück, als der Mann mit dem Mantel weiter auf ihn zu ging und anfing, etwas zu reden. Der Kreis der Soldaten schloss sich daraufhin wie durch einen lautlosen Befehl sofort etwas enger.
    "Ah, das gelbe Schlitzauge.. Da haben wir es ja", sagte der Mann, dessen Stimme mindestens ebenso kalt war wie die von dem Jungen, den sie umgerannt hatte. Nur klang die Stimme dieses Mannes ziemlich genäselt, sodass er sich wohl ziemlich komisch anhören musste, wenn er die Kälte und den Befehlston in seiner Stimme mal abstellte.
    Falls er das konnte..
    "Was.. was machen die da?", fragte Mickie, halb den Jungen, von dem sie allerdings keine wirkliche Antwort erwartete - und wenn, dann keine besonders nette - halb sie sich selbst.
    Langsam fing diese Welt wirklich an, ihr Angst zu machen.
    Die ganze Wesen, der Junge mit den Silberaugen, der so alles andere als freundlich war, und jetzt das..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 10.03.2009, 22:09


    Sam konnte drinnen im Laden die näselnde Stimme nicht hören, sah nur die Gesichtsausdrücke der Leute; die ausdruckslosen Blicke der Soldaten, das fast ebenso ausdruckslose Gesicht des Befehlshabers, in dessen Augen es jedoch irgendwie gleichzeitig kalt und hämisch blitzte, die kurzen Blicke der Leute, die vorbeikamen, aber möglichst schnell wieder wegschauten und weitergingen... und die verängstigte Miene des Mannes mit den Katzenaugen, zu denen Sam sie soeben erklärt hatte. Und irgendwie konnte sie gar nicht anders, auch wenn es ihr kurz schwer fiel ihren Blick loszureißen, als zur Ladentür zu gehen, diese ganz aufzustoßen und nach draußen zu treten, es war fast wie ein Zwang. Fragte sich nur, was sie jetzt machen sollte. Die Soldaten hatten sie noch nicht bemerkt oder ignorierten sie schlichtweg.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 12.03.2009, 21:46


    "Weiß ich doch nicht!", zischte Ace da Mädchen leicht abwesend an, was die Schärfe in seiner Stimme allerdings nicht linderte. Mit seinen ganzen Sinnen konzentrierte er sich auf das Geschehen vor ihm. Dort redete der Befehlshaber immer noch auf das 'Schlitzauge' ein. "... Wenn du denkst, du könntest dem wachsamen Blick des Königs entfliehen, dann hast du dich geirrt! Er hat seine Augen überall.." Bei dem letzten Satz ließ der Mann seinen Blick bedrohlich über die vorbeigehenden Leuten schweifen, wie eine Drohung. Dann wandte er sich wieder dem verängstigten Mann zu. "Und du willst uns wirklich nichts mehr verraten?" Immer noch ängstlich, aber entschlossen verneinte der katzenartige Mann. "Na gut... wenn das dein letztes Wort war... Abführen!" Das letzte Wort war an die Soldaten gerichtet und diese folgten den Anwesiungen des Befehlshabers ohne zögern. Den Mann in der Mitte ergriff die Panik, er rief, während die Soldaten ihn packten: "Nein! Ich weiß noch etwas! Bitte nicht! Ich weiß, wer es war! Ich werde es euch sagen! Bitte! Lasst mich gehn! Ich bin unschuldig!" Doch die Gepanzerten ließen nicht von ihm ab, packten ihn erbarmungslos und zerrten ihn weg. Der Mann in dem Gewand raunte einem der Soldaten noch etwas zu, aber Ace konnte es verstehen, weil er nah genug dran war. "Und... sorgt dafür, dass er still ist." Ein Schrei ertönte. Und dann hörte man nur noch sich entfernendes Rüstungsklappern zusammen mit dem Geräusch eines über den Boden schleifenden Körpers...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 12.03.2009, 22:10


    Mickie ging nicht weiter auf die scharfen Worte des Jungen ein sondern beobachtete weiter das Geschehen auf dem Marktplatz.
    'Den wachsamen Augen des Königs'? Also gab es hier.. einen König?
    Wohl einen König mit nicht besonders netten Untertanen.
    Denn besonders freundlich gingen die Kerle nicht mit dem katzenäugigen Mann um, und Mickie bekam schon richtig Mitleid mit ihm, als er verzweifelt versuchte, den Soldaten klar zu machen, dass er nichts wusste. Oder eben doch noch etwas wusste, was wohl eine Art Notlüge war.
    Nur wovon wusste er nichts? Oder eben doch?
    Als die Soldaten den Mann wegzerrten, wollte Mickie am liebsten wegsehen, aber das ging nicht. Sie hätte ja gerne etwas für den Mann getan, aber was? Sie konnte ja sowieso nichts ausrichten. Außerdem hätte sie sich dass nie getraut.
    Der Mann mit dem Umhang sagte noch etwas mit "Dafür sorgen" und "still" zu einem der Gepanzerten, was das Mädchen nicht genau verstand. Aber daraus konnte sie sich schon das meiste ausmalen.
    Als dann plötzlich ein ziemlich grässlicher Schrei ertönte, erschrak Mickie so heftig, dass sie wahrscheinlich ziemlich unübersehbar zusammenzuckte.
    Als sie sich vorstellte, was die Kerle wohl mit dem Katzenauge gemacht hatten, wurde ihr schlecht.
    Was war das bloß für ein Traum? Ein Albtraum war es, und auch noch einer, der sich ziemlich echt anfühlte.
    "Meinst du, die haben ihn...?", fragte Mickie den Jungen, dessen Namen sie immer noch nicht kannte.
    Vielleicht war es nicht besonders klug, ihn das zu fragen, aber er war der einzige hier, der noch halbwegs normal war, wenn man mal von seiner doch recht rauen Art absah.
    Aber damit konnte sie leben, so neu war ihr diese Art ja nicht. So lange es nicht auf Dauer war.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 12.03.2009, 22:18


    Fasziniert und abgeschreckt zugleich beobachtete Sam weiterhin das Geschehen, ihre Blicke folgten den Soldaten, als 'Schlitzauge' abgeführt wurde.
    Es gab hier offensichtlich einen König, einen ziemlich grausamen König, wenn man seinen Augen und Ohren hier trauen konnte. Kaum hatte Sam dies gedacht, war in einiger Entfernung ein Schrei zu hören; aus ihren Überlegungen aufgeschreckt, zuckte sie leicht zusammen und hielt sich selbst mit einer Hand den Mund zu, um nicht aufzuschreien. Auch einige der umstehenden Leute fingen jetzt an zu tuscheln und in die Richtung zu sehen, in der die Soldaten mit ihrem Gefangenen verschwunden waren, doch die meisten schienen das Thema schnell fallenzulassen und weiter ihren Angelegenheiten nachzugehen... was Sam absolut nicht verstehen konnte. Das, was da gerade passiert war, war doch nichts Alltägliches gewesen, das man schnell wieder vergessen konnte... oder?
    Sie schüttelte den Kopf, ließ die Hand wieder sinken, fühlte sich hin und hergerissen - irgendwie spürte sie den Wunsch, den Soldaten zu folgen, andererseits war das nicht gerade ungefährlich. Allerdings war das hier auch ein Traum (wenn auch ein merkwürdiger). Da konnte doch gar nichts passieren.
    Deshalb drehte Sam sich entschlossen wieder zur Ladentür rum und sah hinein, wo sie hinter dem Türrahmen in Deckung das Mädchen von vorhin entdeckte. "Lucky", murmelte sie nun, halb schon ihre bescheuerte Idee verfluchend. "Ich will wissen, wo sie ihn hinbringen. Kommst du mit?"
    "Darauf kannst du dich verlassen", grinste das Mädchen, rannte kurz darauf ihrer Katze hinterher nach draußen und rempelte prompt einen Soldaten an. Wobei das irgendwie geplant zu sein schien.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 12.03.2009, 22:42


    "Gut moglich", meitne Ace schulterzuckend. Moment.. wieso redete er eigentlich mit der da? Er hatte doch wirklich besseres zu tun, geschweige denn, dass er Lust hatte, mit diesem Mädchen zu reden. ZUmindest schien sie doch irgendwie eine größere Rolle in seinem Traum zu spielen. Schließlich sah sie vollkommen normal aus und verhielt sich auch so. Un wie der Zufll es wollte, ist sie genau mit ihm zusammengestoßen... Ace' Gedankengang wurde unterbrochen, als er beobachtete, wie ein Mädchen, welches einer Katze hinterher lief, mit einem Soldaten zusammenprallte. Und eben dieses Mädchen erschien ihm auffallend normal in dieser Welt - genau wie der Tollpatsch neben ihm. Vielleicht sollte er ihr hinterher gehen... "Normal, sie scheint nomal zu sein...", murmelte er, während er sich noch einmal zu dem Mäsdchen umwande, das eben mit ihm zusammen gestoßen war. "Ich werde ihr unauffällig folgen, und DU kommst mit. Die Betonung liegt auf unauffällig." Ace war sich selbst nicht ganz im Klaren, warum er diesem Mädchen befahl, ihm zu folgen. Wahrscheinlich, weil sie ebenfalls normal war, so wie er und das Mädchen mit der Katze. Jedenfalls schlenderte er nun weiter an den Ständen vorbei, in die Richtung, in der der Soldat und das Mädchen waren. Er versuchte, sich so unauffällig wie möglich zu verhalten, was nicht besonders schwer war, da die Menschen um ihn herum wieder ihren Geschäften nachgingen, und sich nicht weiter um ihre Mitmenschen kümmerten. Was war mit dieser Welt los?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 12.03.2009, 22:46


    Es kam ja nicht einmal etwas total abweisendes als Antwort. Immerhin. Sie träumte wirklich von seltsamen Leuten..
    Als etwas kleines durch ihr Blickfeld huschte wurde auch sie auf die Katze und das Mädchen, welches ihr hinterher lief, aufmerksam.
    Als kurz darauf das Mädchen mit dem Soldaten zusammenstiess, befürchtete Mickie schon das schlimmste, aber es sah nicht so aus, als wollte der Mann sie genauso verschleppen wie den Katzenaugenmann.
    Erst, als sie das Mädchen mit der Katze genauer betrachtete, fiel ihr auf, dass sie für diese Welt auch ganz schön normal aussah.
    Die Worte des Jungen schreckten sie schließlich aus ihren Gedanken.
    Folgen? Dem Mädchen? Vielleicht gar keine so schlechte Idee.
    "Ähm, ja, gut..", antwortete sie also vorsichtig und beeilte sich, ihn einzuholen, als er schon fast zwischen den ganzen Wesen verschwunden war.
    Unauffällig verhalten.. wie ging das am besten? In so einer Welt war es wahrscheinlich sowieso nicht besonders einfach, nicht aufzufallen, wenn doch alle so anders aussahen als die Menschen, die sie aus ihrer Nicht-Traumwelt kannte.
    Sie beschloss, einfach das selbe zu tun, was sie auch vor dem Zwischenfall getan hatte - nämlich sich die ganzen Dinge anzuschauen, die es hier zu sehen gab. Und davon gab es nicht zu wenige, man hätte bestimmt einen ganzen Tag lang über den Marktplatz laufen können, und selbst dann hätte man noch nicht alles gesehen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 12.03.2009, 22:50


    Samantha verließ jetzt die 'Deckung' des Ladens und steuerte auf das Mädchen mit der Katze zu, Lucky und Leo, blieb dann vor ihnen stehen.
    "Ehm... was, bitte, hat das jetzt gebracht?", fragte sie irritiert und schielte in die Richtung, in der der Soldat abgezogen war. Sie musste sich beeilen, wenn sie die Typen nicht verlieren wollte... hoffentlich hielt Lucky sie nicht auf, dann hätte sie es sich auch sparen können, sie zu fragen, ob sie mitkommen wollte. Aber Sam hatte nunmal so ein Gefühl gehabt... arg.
    "Also wenn du dir die Leute hier anguckst sind ziemlich viele von denen halb tierisch. Wenn sie auch die Sinne eines Tieres haben erinnern sie sich sicher an den Geruch von diesem Typen und der führt uns zu dem gesamten Heer", erklärte Lucky und wedelte mit einem Stofffetzen vor ihrem Gesicht herum. "Und wenn wir jetzt losgehen finden wir eventuell auch frische Spuren", fügte sie hinzu - und lief los. Der Plan war logisch und dieser Traum war merkwürdig, also würde das schon irgendwie hinhauen... Sam beeilte sich Lucky zu folgen, wobei man sich zwischenzeitlich schon wieder an den ganzen Leuten vorbeiquetschen musste, die die Straßen bevölkerten und während der Gefangenname auf mysteriöse Weise verschwunden waren, zumindest die meisten.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 12.03.2009, 22:53


    Mickie sah sich also weiterhin so unauffällig wie möglich die Stände an.
    Die vielen Dinge hier erstaunten sie noch immer.
    Irgendwann kam sie an einem Spiegel vorbei, der halb mit einem Tuch verhängt war. Es war ein großer, runder Spiegel, der mit Ranken verziert war und gegen einen Stand gelehnt stand.
    Der Besitzer des Standes war ein Wesen, dass in einen schwarzen Umhang gehüllt war; sein Gesicht wurde von einem hohen, in die Stirn gezogenen Zylinder verdeckt.
    Aber Mickie glaubte, zwei grün leuchtende Augen unter dem Hut zu erkennen.
    Aber viel mehr als der Standbesitzer erregte der Spiegel ihre Aufmerksamkeit.
    Da, wo er nicht von dem Tuch verdeckt wurde, war er aus schwarzem Glas, indem man sich aber trotzdem spiegelte.
    Das Mädchen blieb kurz stehen, um sich den Spiegel genauer anzusehen.
    Auf einmal verschwamm ihr Spiegelbild und stattdessen erschien etwas, was sie am ehsten mit einem Geistergesicht verglichen hätte.
    Dort, wo der Spiegel halb verhängt war und sich theoretisch das zweite Auge befinden musste, lief auf einmal eine Art rote Flüssigkeit - Blut? - unter dem Tuch hervor, und Mickie meinte, etwas wie einen Schrei zu hören.
    Ein Geist. Ganz klar, da musste ein Geist in dem Spiegel sein.
    Angst packte Mickie.
    Auf der Stelle drehte sie sich um und lief so schnell wie möglich wieder zu dem Jungen, der schon etwas weiter vorraus sein musste.
    Dabei sah sie sich so hekisch um, dass sie vergaß, nach vorne zu schauen, lief an dem Jungen vorbei und geradewegs in ein Mädchen hinein.
    Erneut fiel sie hin und sah ängstlich zu der Person hoch, die sie umgelaufen hatte.
    "E-e-entschuldigung...", stammelte sie, noch immer ziemlich verängstigt von diesem Spiegel.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 13.03.2009, 23:49


    Ace folgte den Mädchen unauffällig. Aus dem Augenwinkel erhaschte er dann und wann einen Blick auf das Mädchen von vorhin, was ihn umgelaufen hatte.
    Sie versuchte anscheinend unauffällig zu wirken. Sie spielte ihre Rolle gar nicht mal so schlecht, das musste er zugeben. Ace schaute sich sich mit gespieltem Interesse auf dem Markt um und wirkte, als würde er nach etwas suchen, was er anschließend kaufen könnte. Er ging an einem Stand vorbei, an den ein seltsamer Spiegel angelehnt war. Diesem Spiegel schenkte er jedoch keine Aufmerksamkeit; er war voll und ganz auf sein Vorhaben kontzentriert. Und er hoffte, dass dieses Mädchen dies auch war - Etwas lief hektisch an ihm vorbei und streifte ihn mit seinem Ellbogen. Im ersten Moment wollte er dieses Etwas entzürnt anfauchen, dass es doch gefälligst aufpassen solle, als er erkannte, wer dieses Etwas war: Das Mädchen. Na super, sie wirkte ja sehr unauffällig... und sollte sie nicht eigentlich HINTER ihm gehen? Gerade als er sie genervt zurückholen wollte, knallte sie ein weiteres Mal in eine Person. Stammelnd entschuldigte sie sich und ihm war diese Szene war ihm nur zu gut bekannt. Bevor er dieses dumme, tollpatschige Ding daran hindern konnte, einen noch dümmeren Fehler zu begehen, wurde ihm schlagartig klar, WEN sie da angerempelt hatte. Diese.. argh. Hoffentlich gab das mal keinen Ärger... Naja, zumindest würde so oder so eine Konfrontation stattfinden müssen - also warum nicht jetzt?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 14.03.2009, 20:45


    Sam hatte gerade in eine andere Richtung geschaut, hörte nur einen dumpfen Schlag und eine gestammelte Entschuldigung. Davon mal abgesehen war Lucky auf einmal weg.
    Hö? Verwundert drehte Sam sich um und realisierte die Situation; Lucky auf dem Boden, ein anderes Mädchen ebenfalls auf dem Boden, offensichtlich waren sie in einander gerannt oder die eine in die andere. Als könnte sie jetzt eine Ablenkung brauchen!
    "Jaja, sie verzeiht dir", sagte Sam deshalb genervt in Richtung des braunhaarigen, etwas dünn geratenen Mädchens, das sich vorhin entschuldigt hatte und sah ungeduldig zu Lucky, was soviel wie 'Jetzt mach hinne' bedeuten sollte.
    Ace fiel ihr gar nicht auf, wie auch in dem Gedränge.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 14.03.2009, 20:49


    Wieso musste sowas auch immer ihr passieren?
    Jetzt war sie auch noch genau in das Mädchen hineingerannt, welches sie eigentlich nicht bemerkten sollte. Weil sie es verfolgt hatte.
    Und das andere Mädchen schien auch nicht gerade besonders erfreut darüber. Und der Junge war bestimmt auch sauer.
    Und alles nur, weil sie schon zum zweiten mal in diesem Traum nicht aufgepasst hatte.
    Wieso lief in diesem Traum schon wieder alles schief? Sie war doch sonst auch nicht so unvorsichtig und tollpatschig.
    Aber sonst waren ja auch keine Geister in Spiegeln, auch wenn sie es sich oft eingebildet hatte.
    "Ich wollte das wirklich nicht, ich hab nur nicht nach vorne geguckt und.. naja..", fing sie an und beschloss, die Sache mit dem Spiegel besser nicht zu erwähnen. Die würden sie bestimmt für total verrückt erklären.
    Stattdessen hielt sie dem Mädchen mit der Katze, dass sie umgerannt hatte, die Hand hin, um ihr beim Aufstehen zu helfen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 14.03.2009, 20:49


    Sam verdrehte demonstrativ die Augen und klopfte mit der Fußspitze auf den Boden. "Lucky. Wir. Haben. Keine. Zeit!", sagte sie mit zusammengebissenen Zähnen.
    Alles klar, Sam war eindeutig genervt. Aber wenn dieses Mädchen sich auch nicht beeilte! Und dann lachte sie auch noch, als wäre das hier alles ganz alltäglich und ließ sich von dem anderen Mädchen in aller Ruhe beim Aufstehen helfen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 14.03.2009, 20:51


    Das Mädchen lachte doch tatsächlich. Anscheinend gab es in ihrem Traum auch Menschen, die einen nicht gleich anmeckerten, wenn man etwas falsch machte.
    Irgendwie mochte Mickie das Mädchen mit der Katze.
    Doch die Stimme des anderen Mädchens unterbrach sie in ihren Gedanken. Sie war wohl recht genervt, das hörte man.
    Keine Zeit? Aber warum keine Zeit? Wo mussten sie denn hin?
    Mickie hätte zu gerne gefragt, aber sie traute sich nicht.
    Immerhin wusste sie jetzt, dass das Mädchen mit der Katze wohl Lucky hieß. Lucky.. Glücklich. Der Name passte irgendwie zu ihr.
    Aus den Augenwinkeln sah sie sich nach dem Jungen um. Er stand ganz in ihrer Nähe, und er hatte wohl mitbekommen, was sie wieder angestellt hatte.
    Ihr fiel auf, dass sie nichtmal seinen Namen wusste.
    Aber was nun? Mickie wusste nichts anderes, als stumm auf den Boden zu schauen.
    Wenn ich etwas sage, reißen die mir bestimmt den Kopf ab..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 14.03.2009, 23:00


    Ace hatte das ganze leicht amüsiert beobachtet. Das Katzen-Mädchen - Lucky - lachte, was ihm völlig fehl am Platze schien. Und das andere Mädchen schien ziemlich ungedulig und genervt zu sein - schon eher das, was er meinte. Wenn die nicht langsam voran machten, war der Soldat über alle Berge. Aber wo sich doch jetzt die perfekte Möglichkeit bot (und es merkwürdig aussehen würde, wenn das Mädchen - Ace wusste noch nicht mal ihren Namen, fiel ihm auf - ein weiteres Mal mit den beiden zusammen stoßen würde), warum sollten sie sich ihnen nicht gleich ganz offiziell anschließen? Er trat einen Schritt vor und wandte sich an das genervte Mädchen. "Wir kommen mit", sagte er kühl. Es fiel ihm nicht leicht, den Tollpatsch und sich als 'wir' zusammen zu fassen, aber sonst würde sie wahrscheinlich denken, dass sie nicht mitkommen sollte, begriffstutzig, wie sie bestimmt war.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 15.03.2009, 00:20


    AAAAAAAARG! Was wollte jetzt auch noch... wer auch immer?
    Fuchsteufelswild drehte Sam sich um und blickte dem 'Neuling' ins Gesicht. Dem Neuling mit den silbernen Augen.
    Moment... silberne Augen!? Aber in diesem Traum war sowieso alles extrem merkwürdig. Sam atmete einmal tief durch, um wieder etwas runter zu kommen, musterte den Typen vor sich etwas genauer und hob eine Augenbraue.
    "Wer zum Teufel bist du und was fällt dir ein, das einfach so zu bestimmen?", fragte sie dann geradeheraus, wie es eben ihre Art war; sie würde nie auf die Idee kommen, ihre Meinung für sich zu behalten. Jedenfalls normalerweise nicht.
    Lucky, die nun etwas davon faselte, wie iel besser und lustiger es wäre, wenn die mitkämen, warf sie einen leicht finsteren Blick zu, ignorierte sie aber sonst.
    Was sollte denn hieran lustig sein, bitte!?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 15.03.2009, 00:21


    Mickie schaute schweigend zwischen den drei anderen hin und her.
    Jetzt stritten die sich auch noch alle.. Na toll.
    Ob sie irgendetwas sagen sollte?
    Besser nicht. Das würde nur noch mehr Ärger geben.
    Auch, wenn das hier nur ein Traum war, und es ihr in einem Traum eigentlich egal sein sollte, was die anderen von ihr dachten, aber auch wenn es nur ein Traum war, kam ihr dieser Traum einfach zu echt vor.
    Also hielt sie einfach mal ihre Klappe.
    Sie wusste sowieso nicht, was sie großartiges sagen sollte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 15.03.2009, 22:20


    Ace hätte fast laut los gelacht, als das Mädchen sich so entzürnt umdrehte. Keine Ahnung warum, eigentlich passte das gar nicht zur Situation. Deshalb unterdrückte er auch das Lachen und wurde wieder ernst. Spöttisch sah er zu ihr runter. Gut, dass er groß war. Wäre er klein, wäre er ja nicht groß, und somit könnte er nicht so schön herablassend gucken.. Aber zum Glück war er ja groß. Er wollte schon fast etwas nicht sher nettes erwidern, als Lucky ihm dazwischen kam. Naja, auch gut. Wahrscheinlich war es besser so, ansonsten hätten sie sich noch ziemlich in die Haare bekommen.
    "Baker. Und, sie sagte es schon, warum nicht?", meinte er, unheimlich bemüht, nicht zu unfreundlich zu sein. Schließlich wollte er ja soetwas wie zusammenarbeiten mit den Mädchen... Moment, warum waren hier eigentlich nur Mädchen? Sie entsprachen ganz sicher nicht seiner Vorstellung einer Traumfrau, also warum träumte er von ihnen? oô...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 15.03.2009, 22:31


    Sam baute sich in ihrer vollen Größe vor diesem arroganten Ar... auf. Er war zwar größer als sie, aber egal, sie hatte die geistige Größe. Und irgendwie konnte sie den Kerl auf Anhieb nicht leiden, was bei ihr eigentlich eher selten vorkam. Sie überlegte, ob sie jetzt einen Streit vom Zaun brechen sollte, aber dann würden sie nur noch mehr Zeit verlieren und das wäre definitiv nicht gut.
    Daher warf die Schwarz- bzw. Schwarzgrünhaarige noch einen düsteren Blick in die Runde, drehte sich wieder um und beeilte sich, weiter in die Richtung zu kommen, in der der Soldat verschwunden war... wenn die anderen ihr nicht folgten, auch gut. Dann würde sich dieser Traum vielleicht doch noch zum Guten wenden.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 15.03.2009, 22:39


    Und jetzt nahm sie sich die Frechheit, einfach wegzugehen! Naja, vielleicht gut so. Sie hatten es schließlich eilig. Und sie hatte nicht gesagt, dass sie ihr nicht folgen durften. Er wäre ihr zwar auch dann gefolgt, aber egal...
    Er warf der Braunhaarigen noch einem kurzen, auffordernden Blick zu und ging dann der Schwarzhaarigen nach. Hoffentlich holten sie diesen Soldaten noch ein... Seltsamer Traum, wirklich setsamer Traum. Und er benahm sich so schrecklich nett den ganzen Leuten gegenüber, dass war ja furchtbar x.x...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 16.03.2009, 23:16


    Baker hieß der Junge also. Wobei das wohl nur der Nachname war.
    Und das Mädchen mit den schwarzen Haaren und der grünen Strähne war wohl ziemlich sauer, als sie sich einfach so umdrehte und wegging.
    Wahrscheinlich sollten sie ihr jetzt nachgehen.. oder?
    Dem Blick des Jungen, der ihr kurz darauf folgte und Luckys Lächeln nach wohl schon.
    Mickie lächelte zurück, irgendwie mochte sie diese Lucky.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 18.03.2009, 21:34


    Statt die anderen irgendwie zu beachten, marschierte Sam weiter voraus und hielt nach der Rüstung des Soldaten Ausschau, die sie schließlich sogar sichtete, wenn auch nur, weil alle ihm schleunigst Platz machten. Trotzdem ließ er sich Zeit und das war gut so, denn sonst hätten sie ihn sicher längst verloren. Was aber eindeutig nicht Sams Schuld war. Wie konnte man nur von solchen nervigen Leuten träumen?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 19.03.2009, 22:56


    Je länger sie gingen, desto leerer wurden die Gassen, durch die sie gingen. Mickie unterhielt sich derweil mit Lucky über die verschiedensten Dinge - zum Beispiel meinte das Mädchen, mal eben aus dem Stand einen Haufen Soldaten verprügeln zu können, was Mickie ihr allerdings nicht recht abnahm.
    Dennoch mochte sie Lucky mit ihrer Katze - sie waren die einzigen freundlichen Wesen, die ihr bisher in diesem Traum begegnet waren. Ob sich das wohl noch ändern würde? Wahrscheinlich eher nicht.
    Aber es war ja schließlich auch nur ein Traum, und da war es doch irgendwie egal, ob die Leute darin nett waren oder nicht..?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 19.03.2009, 23:01


    An zweiter Stelle schritt Ace in die Gasse. Ursprünglich hatte er sich vorgenommen, die Führung zu übernehmen oder ganz hinten, abseits der anderen, zu gehen. Nur hatte es sich jetzt so ergeben, dass diese beiden Tollpatsche, Lucky und Tollpatsch, ziemlich rumtrödelten. Dieses Katzenmädchen stellte sich als ebenfalls so großer Tollpatsch heraus, zudem wollten Tollpatsch und Tollpatsch 2 anscheinend lieber miteinander tratschen, als dem eigentlichen Plan zu folgen. Er konnte einfach nichts anderes tun als sie zu Überholen. Allerdings schien Miss Grünhaar eindeutig selbst die Führung zu behalten wollen und Ace hatte irgendwie keinen Nerv dazu, ihr diese streitig zu machen. Also einfach dem Soldaten folgen.. Und nun waren sie in der Gasse angelangt. Sie war ziemlich eng, rechts und links von Ace blieben nur zirka je ein halber Meter. Dafür war sie umso höher. An beiden Seiten ragten hohe, steinerne, etwas zerfallene Hasuwände empor. Fenster fehlten an dieser Seite der Gebäude. Der Weg vor Ace erstreckte sich in die Dunkelheit, er konnte nicht bis zum Ende der Gasse blicken. Und es stank. Es stank furchtbar. Nach Urin, Kot und verwesendem Fleisch. Moment, verwesendes Fleisch...? Uärgh, hier lagen bestimmt eine Menge toter Ratten herum. Zumindest hoffte Ace, dass es Ratten waren... Nicht, dass er sich Ekeln würde oder etwa Angst vor dem Anblick toter Wesen gehabt hätte. Neiiin... Alles in allem einnerte ihn diese Gasse so ziemlich an selbige in New York. Wobei diese meistens Sackgassen waren... Oh himmel, hoffentlich war keine Sackgasse! Vielleicht wusste der Soldat das selber nicht und würde gleich zurückkehren. Und Ace hatte keine Waffe dabei... Wobei das ganze ziemlich unrealistisch wäre. Außerdem ist das ganze nur ein Traum, vergiß das nich immer, schalt er sich selber zurecht. Es ist nur ein Traum, was soll schon passieren? Es ist nur ein Traum... Nur ein Traum...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 19.03.2009, 23:02


    'Miss Grünhaar' machte einen großen Schritt, um nicht mitten in eine Pfütze zu treten. Und nach dem Geruch eben jener Pfütze wollte sie nicht unbedingt wissen, woraus genau sie bestand; so konnte man sich wenigstens noch einreden, dass das nur reichlich schmutziges Wasser war. Gelb-grün-braunes Wasser. Eine einzige Pampe. Nicht, dass sie sich ekeln würde oder so, aber es war schon ziemlich widerlich. Sam wusste schon, warum sie sich normalerweise nicht gerne in so kleinen dunklen Gassen aufhielt und wenn sie zu Hause war, musste sie dringend unter die... Halt, stopp, unterbrach Sam diesen Gedanken. Denk keinen Stuss, das hier ist nur ein Traum. Wenn du aufwachst, ist der Gestank weg. Also wirklich, womit sie hier schon anfing!
    Kopfschüttelnd machte Sam einen kleinen Schlenker um eine weitere Pfütze, sah wieder auf - und blickte direkt vor eine Wand. Die Gasse teilte sich hier in zwei weitere Gassen, eine nach links, eine nach rechts, nach vorne ging es nicht weiter. Na toll, und wo waren die Soldaten jetzt langgegangen...?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 19.03.2009, 23:06


    Mickie blieb recht ratlos ein paar Schritte hinter 'Miss Grünhaar' stehen.
    Klasse. Eine Weggabelung.. Das musste ja so kommen.
    Wenn das hier ein guter Traum war, würden sie sich für die richtige entscheiden.
    "Und wo gehen wir jetzt lang?", fragte Mickie vorsichtig und lauschte, ob sie noch irgendwelche Schritte hören konnte.
    Natürlich nicht, die Soldaten waren bestimmt schon viel zu weit weg als das man sie noch hören konnte.
    Dann hatten sie jetzt wohl ein Problem.
    Wenn sie Pech hatte, fingen der Junge und das Mädchen mit der grünen Haarsträhne jetzt auch noch zu Streiten an, wo sie denn lang gingen.
    Sie würde es den beiden auch zutrauen.
    Wie kam sie nur dazu, von solchen Leuten zu träumen?
    Merkwürdig, wirklich merkwürdig..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 19.03.2009, 23:07


    Sam sah planlos von links nach rechts und wieder zurück. Wo sollte sie langgehen? Die Soldaten könnten den Typen überall hingeschleppt haben.
    "Keine Ahnung", meinte sie und kickte wütend gegen einen Stein, der mit einem leisen Klacken wieder von der Wand vor ihr abprallte. "Entweder trennen wir uns oder wir losen." Was für wunderbare Möglichkeiten. Aber wenn dieser Traum irgendeinen Sinn hatte, würde sie schon in die richtige Richtung gehen. Oder einfach aufwachen, je nachdem.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 19.03.2009, 23:09


    Wegverzweigung. Na super, besser hätte es ja nicht kommen können. Der eine Weg endete mit einem endlosen Abgrund, an dem Ende des anderen erwartete ihn Glück und Fröhlichkeit. Und mit seinen Glück erwischte er wahrscheinlich die erste Variante. Zumindest war das in den meisten seiner Träume so... Wobei dieser Traum von Anfang an ganz anderes als jeder zuvor geträumte Traum war. Und dann kam auch noch Miss Grünhaar mit ihren tollen Vorschlägen an. "Entweder trennen wir uns oder wir losen." Na klasse, super, das waren ja mal richtig gute Ideen. Wenn sie sich trennen würden, wäre er wahrscheinlich genau auf dem falschen Weg. Ganz zu schweigen davon, dass die Tollpatsche Sympathien füreinander zu empfinden schienen, was heißen würde, er müsste mit dieser Offizierin eine Gruppe bilden. Nein, das ging überhaupt nicht. Für das Losen war eigentlich keien zeit mehr, außerdem könnten sie dann genauso gut irgendeinen Weg einschlagen. Wobei das wiederum keine so gute Idee war, schließlich würde ihre selbsternannte Anführerin bestimmt wieder ihren Kopf durchsetzen wollen. ARGH!
    "Das sind scheiß Ideen. Aber mir fällt auch nichts ein... Oh, fuck", machte er seinem Ärger also Luft und hoffte insgeheim einfach darauf, dass den anderen noch was einfallen würde. Die Tollpatsche könnten schließlich auch mal was sagen, genau.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 19.03.2009, 23:14


    Die anderen hatten also genauso wenig Ahnung wie sie. Toll.
    Aber irgendwas sagte ihr, dass sie nach rechts gehen sollten.
    Schließlich waren die Männer nicht besonders freundlich gewesen, und in der Politik waren die 'Rechten' ja auch die Rechtsradikalen und die Rechtsextremen.
    Gut, das war zwar eine absolut irrsinnige Theorie, Orte hingen schließlich nicht von politischen Einstellungen ab, aber für irgendeinen Weg mussten sie sich ja entscheiden, und zwar so schnell wie möglich, sonst würden sie die Soldaten nie mehr einholen. Außerdem war das hier immer noch nicht mehr und nicht weniger als ein Traum.
    "Ich würde sagen, wir gehen nach rechts", schlug sie also zögernd vor, auch wenn sie erwartete, Protest von allen Seiten zu bekommen.
    Was immerhin dazu führen würde, dass die anderen ihr widersprachen und nach links gingen. Dann wäre das Problem mit der Wegfrage allerdings auch gelöst, von daher war es so oder so egal.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 19.03.2009, 23:20


    Sam verdrehte als Kommentar zu Aces Worten nur die Augen und wandte sich dem Mädchen zu, das sich zu Wort gemeldet hatte. "Na gut, von mir aus", entgegnete sie und zuckte mit den Schultern. Es war ja egal, wo sie langgingen, denn was immer dieser Traum bezweckte, es würde so oder so passieren. Vermutete Sam zumindest, wenn sie darüber nachdachte. Dem Traum sollte eigentlich egal sein, welchen Weg sie sich aussuchten.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 19.03.2009, 23:31


    Ha, er bekam Hilfe von unerwarrteter Seite. Der Tollpatsch schlug vor, den rechten Weg einzuschlagen. Es hätte genauso gut jeder andere irgendeinen der beiden Wege nennen können, aber so war es ihm viel lieber, als wenn diese Grünhaarige etwas vorgeschlagen hätte. Außerdem klang rechts doch ganz gut, joa. Also gut, der rechte Weg. Wenn es jetzt nicht der Weg war, den die Soldaten eingeschlagen haben, wäre der Traum ziemlich sinnfrei, irgendwie. Denn, was auch immer es mit diesem Mann und den Soldaten auf sich hatte, ihr Auftritt musste doch was mit dem ganzen Traum zu tun haben. Das war wie in einem Film. Wenn am Anfang irgendwelche Schurken sich zum Beispiel in einem mysteriösen Lager trafen, konnte man sicher sein, dass diese Schurken im verlaufe des Filmes nocheinmal vorkamen. Das Lager übrigens auch. Also musste dieser Weg einfach der richtige sein. Oder nicht? Argh, ich denke wirres Zeug.. Ich sollte mir nicht so viele Gedanken über diesen beschissen Traum machen, der sowieso ziemlich sinnlos ist. Man bedenke, dass ich freiwillig nicht von diesem Grünhaar träumen würde. Nein. Niemals.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 19.03.2009, 23:34


    Eine Zustimmung hatte sie immerhin bekommen, und der Junge sagte gar nichts.
    Konnte man das jetzt einfach als ein 'ja' deuten?
    Hoffentlich..
    "Also rechts?", fragte Mickie noch einmal, ging aber davon aus, dass ihr niemand widersprechen würde.
    Was in der Realität wohl nicht so gewesen wäre, aber das hier war ja schließlich auch nur einer von ihren bekloppten Träumen. Einer von der sehr komplexen Sorte..
    "Dann.. sollten wir uns vielleicht etwas beeilen..", fügte sie noch hinzu. Normalerweise hätte sie soetwas niemals im Leben zu Fremden Leuten gesagt, aber wie gesagt, das war alles nur ein Traum. Und wenn sie aufwachte, war alles wieder vorbei und niemand konnte auf irgendeine Weise sauer auf sie sein. Ja.
    Im Grunde genommen war das also ein sehr schöner Traum.
    Aber ich glaube, ich denke etwas zu viel über diesen Traum nach, rief sich Mickie ins Gedächtnis und wartete einfach erstmal auf eine Reaktion der anderen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 19.03.2009, 23:35


    Sam zuckte nochmal mit den Schultern, um zu signalisieren, dass es ihr egal war, und setzte sich wieder in Bewegung, denn das schien sonst niemand vorzuhaben. Nach rechts, wobei sie aufpassen musste, nicht in einer Schlammpfütze auszurutschen, deren genaue Konsistenz sie gar nicht so genau wissen wollte. Leider wurde die Gasse immer schmaler und es war kein Platz, um in einem Bogen drumherumzulaufen. Nun ja, sie war ja nicht sonderlich zimperlich. Trotzdem würde sie ihre Schuhe hinterher wegschmeißen.
    Oder eher in meinem nächsten Traum, dachte Sam in einem Anflug von Humor.
    Schließlich wurde die Gasse wieder etwas breiter und als sie um eine Ecke bog, entdeckte Sam meherere Türen in diversen Hauswänden.
    "Eine von den Türen ausprobieren oder weiterlaufen?", fragte sie deswegen die anderen, die Tür, vor der sie stand, genauer musternd. Sie war aus Holz, nur der Griff aus Metall, allerdings so verrostet, dass er aussah, als würde er jeden Moment abfallen. Auch das Holz sah nicht gerade neu aus, splitterte an einigen Stellen und Sam meinte, am unteren Rand Schimmel zu entdecken.
    Also diese Tür werden wir sicher nicht ausprobieren...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 20.03.2009, 22:51


    Ace folgte also ebenfalls dem rechten Weg, während er mehrmals durch mysteriöse, manchmal mehr fest als flüssige "Pfützen" lief. Toll, seine Trunschuhe konnte er auf jeden Fall wegschmeißen- nein, könnte er, wenn dies Realität wäre, was es natürlich nicht war. Morgen würde er aufwachen und auf saubere, in die Ecke geschmissene Turnschuhe blicken können. Irgendwann blieb die Grünhaarige (nein, sie hat natürlich nur eine grüne Strähne..) stehen und im nächsten Moment sah auch Ace, warum: Vor ihm breitete sich wie immer eine Hausfassade aus, allerdings waren diesmal Türen in die schmutzigen Wände eingelassen. Daneben ging der Weg ganz normal weiter, doch schon wieder standen sie alle vor einer Entscheidung. Bevor er irgendetwas sagen konnte, übernahm Miss Grünhaar dies und sprach aus, was sich wohl alle fragten.
    "Eine von den Türen ausprobieren oder weiterlaufen?"
    Schon wieder hatten sie so tolle Alternativen und schon wieder könnte ihnen die falsche Entscheidung großes Unglück bescheren.
    "Na scheiße, schon wieder. 'Ne Tür würde mal was Abwechslung bringen, aber was sollten diese Kerle in diesen Häusern wollen? Die sahen eher so aus, als würden sie zu irgendeiner Burg oder so gehören. Zitat Anfang: >Wenn du denkst, du könntest dem wachsamen Blick des Königs entfliehen, dann hast du dich geirrt!<, Zitat Ende. Wenn ihr kapiert, was ich meine. Aber vielleicht haben sie auch ein paar Folterkammern hinter diesen Türen?", sagte er etwas genervt, mit einem kleinen Anflug von Interesse, der gewohnte Kühle und einem leisen, hämischen Lachen bei dem letzten Satz. Allerdings war das schon wieder keine Antwort, wie ihm auffiel. Also fügte er noch hinzu: "Wie wärs mit weitergehen?"
    Er musste sich entschieden zu lange mit dieser Truppe von Versagern abgeben... aber er musste wohl oder übel so lange mit ihnen zusammenarbeiten, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Was hoffentlich ins absehbarer Zeit passierte. Dieser Traum war sowieso schon viel zu lange und viel zu detailiert dafür, dass er spätestens nach einem Tag alles, was mit diesem Traum zusammenhing, vergessen würde. Zumindest war das so bisher immer mit seinen Träumen gewesen und was sollte bei diesem Traum schon anders sein?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 20.03.2009, 22:54


    Mickie folgte also den anderen durch die rechte der beiden Gassen.
    Zwischendurch trat sie öfter in merkwürdige Schlammpfützen, und schon bald wusste sie, dass sie ihre Schuhe wohl vergessen konnte.
    Bis sie sich in den Kopf rief, dass das hier ja immer noch nichts weiter als ein Traum war.
    Als sie schließlich um eine Ecke der Gasse gebogen war, bemerkte sie, dass das Mädchen mit der grünen Haarsträhne stehen geblieben war.
    Rechts und links von ihr zogen sich Hauswände mit etlichen Holztüren in die Luft, zwischen denen eine Art Straße weiter führte.
    Ihr genaues Ende war nicht abzusehen, denn nur einige Meter weiter machte sie schon wieder eine Biegung nach rechts.
    Schon wieder standen sie vor so einer Entscheidung.
    Aber eigentlich war es doch egal, was sie machten, rein theoretisch mussten sie ja so oder so den richtigen Weg wählen, oder..?
    Der Junge schlug vor, weiter zu gehen. Und er sah nicht so aus, als ob es ihm gefallen würde, wenn sie jetzt widersprechen würden.
    Langsam wurde er ihr wirklich unheimlich.
    Sein Lächeln bei dem Satz mit den Folterkammern hatte ihr eine richtige Gänsehaut über den Rücken gejagt. Was der wohl normalerweise in seiner Freizeit machte..?
    Das Mädchen mit der grünen Haarsträhne war ihr auch nicht sehr viel sympatischer. Was war das nur für ein Traum..?
    "Wenn es Folterkammern wären, müsste man doch eigentlich jemanden schreien hören, oder..? Wir können ja mal eine Tür ausprobieren..", schlug Mickie vor und öffnete eine der alten, morschen Holztüren, vor der sie gerade stand.
    Die Scharniere quietschten fürchterlich, und ihr schlug ein modriger Geruch entgegen.
    Das Tageslicht viel nur ein paar Meter weit in den Raum hinein, Mickie konnte einen gefliesten Boden erkennen, auf dem einige kaputte Holzbretter lagen, der Rest des Raumes lag in einem tiefen schwarz.
    "Sieht ziemlich verlassen aus", stellte Mickie fest und lugte vorsichtig in den dunklen Raum. Bestimmt war irgendetwas böses darin.
    Das war immer so an dunklen Orten. Gleich würden bestimmt zwei rote Augen aufleuchten, dann würde irgendetwas herrauskommen, sie anspringen und auffressen und..
    Mit einer schnellen Bewegung zog Mickie die Tür wieder zu.
    "Ich glaube, wir sollten wirklich weiter gehen...", sagte sie und machte schonmal einen Schritt in Richtung 'Weg von der Tür'.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 20.03.2009, 22:55


    "Wer weiß schon, was das für ein König ist", meinte Sam auf den Kommentar von Baker (^^), und marschierte gut gelaunt durch eine weitere Matschpfütze, wobei sie scheinbar zufällig etwas von der Brühe in Richtung des Angesprochenen spritzte. Als dann aber auch noch die Braunhaarige sagte, dass sie weitergehen sollte, nickte sie knapp. "Gut, dann eben weiter..."
    Trotzdem stieß sie, als sie an einer weiteren Tür vorbei kam, diese kurz auf und lugte in den Raum dahinter; allerdings konnte man kaum weiter als einen Meter sehen und innerhalb diesen Meters war nichts zu entdecken außer ein paar Staubflocken. Nun gut.
    In diesem Moment hörte Sam so etwas wie - ja, wie Waffen-oder Rüstungsgeklirr. Näherten sie sich doch wieder den Soldaten? Allerdings war es nur ganz kurz gewesen, dann schon wieder vorbei. Jetzt hörte sie nur noch zwei tiefe Stimmen, die gedämpft miteinander sprachen.
    "Habt ihr das auch gehört?", wandte sie sich deshalb an die anderen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 20.03.2009, 22:57


    "Wer weiß, was das schon für ein König ist", entgegnete dieses Mädchen mit der grünen Strähne und verpasste seiner Hose anscheinend extra ein paar Schlammspritzer, als sie durch eine weitere der ominösen Pfützen lief. "Grrr!", knurrte Ace und ballte entzürnt seine Fäuste.
    "Pass besser auf, wo du hinläufst! Meine Kleidung ist schließlich nicht aus dem Müllcontainer gefischt so wie dein.." Er beendete den Satz nicht, sondern schaute abfällig auf sie hinab, mit einem Blick, der mehr als eindeutig sagte, was er von ihrem Aufzug hielt. Aber zu weiteren Machtkämpfen kam es nicht, da sich nun auch der Tollpatsch fürs Weitergehen entschied. Trotzdem schaute Grünhaar noch - Ace hatte es nicht anders erwartet - in eine der Räume hinter den Türen hinein, bevor auch sie scheinbar weitergehen wollte. Doch stattdessen wandte sie sich zu ihnen um und fragte: "Habt ihr das auch gehört?" Ja, Ace hatte es gehört. Das Geräusch von aneinander klappernden Rüstungsteilen und dann zwei tiefe Stimmen. Scheinbar waren sie am Ziel.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 20.03.2009, 22:58


    Sam hatte bei Ace' Kommantar zu ihrer Kleidung nur nicht minder abfällig zurückgeschaut und sich dann entschieden, dass er einfach keiner Antwort würdig war. Sie mochte ihre Klamotten, wie abgegammelt sie auch sein mochten, und wenn das jemandem nicht passte, sollte er eben wegschauen. Oder, noch besser, in einer der Schlammpfützen ausrutschen.
    So, wie die anderen nun schauten, schienen sie die Geräusche ebenfalls mitbekommen zu haben, deshalb schlich Sam vorsichtig zur Hausecke vor sich und schielte drumherum, den Kopf jedoch gleich wieder zurückziehend. Dort befand sich nämlich ein kleiner freier Platz und an seinem anderen Ende ein Gebäude, vor dem zwei Soldaten anscheinend Wache schoben. Das Gebäude hatte zwei Eingänge; eine normale Tür und eine zweite, die allerdings etwas tiefer gelegen war, weshalb eine Treppe hinabführte, wahrscheinlich ein Keller oder etwas ähnliches.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 20.03.2009, 22:58


    Oje. Der Junge und das Mädchen mit der grünen Strähne verstanden sich anscheinend nicht allzu blendend.
    Hoffentlich ging das gut..
    Schweigend lief sie hinter den anderen her und blieb stehen, als das Mädchen ihren Kopf hinter einer Hausecke zurück zog.
    Zu gerne hätte sie auch geschaut, was dort war, aber das Mädchen wäre wohl weiter gegangen, wäre dort nichts gewesen, was irgendwie gefährlich sein könnte.
    "Was ist da?", fragte sie also, und ohne es zu wollen sprach sie ziemlich leise.
    Nachher war dort eine ganze Armee Soldaten versammelt, die nur darauf wartete, sie alle umzubringen..
    Aber halt, das alles hier war immer noch nur ein Traum. Ein Traum, nicht mehr und nicht weniger. In Wirklichkeit lag sie in ihrem Bett und schlief tief uns fest, und nichts konnte ihr passieren. Ja.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 20.03.2009, 22:59


    "Wachen", entgegnete Sam genauso leise, wenn nicht sogar leiser als das braunhaarige Mädchen. "Die sehen genauso aus wie die Soldaten von vorhin - wahrscheinlich haben sie ihn hierhin gebracht."
    Mit 'ihn' meinte sie natürlich immernoch den Gefangenen, den katzenartigen Mann, der so verängstigt ausgesehen hatte, und das vermutlich zu recht. Jetzt stellte sich nur die Frage: Was nun? Sollten sie versuchen, in das Gebäude einzubrechen und den Typen zu befreien? Das wäre wohl nicht gerade ungefährlich. Und selbst wenn sie es versuchten, wie sollten sie da rein kommen?
    Von wegen 'nicht ungefährlich', schimpfte Sam sich selbst aus. Das ist ein Traum, nichts als ein Traum. Es kann überhaupt nichts passieren, also können wir ruhig einbrechen, wenn's Spaß macht. Oder ICH kann einbrechen und die anderen mitnehmen, ist schließlich MEIN Traum.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 20.03.2009, 23:02


    Wachen also. Verständlich, dass das Mädchen sich sofort wieder zurück gezogen hatte..
    Aber was jetzt? Eigentlich konnten sie einfach dort hineinspazieren. War ja nur ein Traum.
    Kurz bevor die Soldaten sie töten würden, wäre sie so oder so aufgewacht. Das war bei Träumen immer so. Kurz bevor man starb, wachte man immer auf. Ja.
    Trotzdem.. Mickie beschloss, ihre Frage einfach mal auszusprechen.
    "Und jetzt?", flüsterte sie und sah die anderen ratlos an.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 20.03.2009, 23:04


    Das grünsträhnige Mädchen schaute vorsichtig um die Hausecke und zog schnell den Kopf wieder zurück. Auf die Frage der Braunhaarigen antwortete sie: "Wachen." Ah, endlich. Sie hatten ihr Ziel also erreicht. Oder zumindest so gut wie - schließlich trennte sie eine Hausecke noch von den Soldaten.
    "Und jetzt?", ertönte die gesenkte Stimme des Braunhaarigen Mädchens, worauf sie einen ratlosen Blick in die Runde warf. Na super, schon wieder so eine Entscheidung. Langsam ging das einem echt auf die Nerven... Aber zumindest schienen die bisherigen Entschlüsse wie erwartet alle richtig zu sein - schließlich waren sie hier und die Soldaten waren es ebenfalls. Kann es sein, dass die Entscheidungen auch irgendwie die ganze Zeit an ihm hängen blieben...? Oh, verdammt. "Wir spazieren jetzt zu denen, fragen sie höflich, was sie mit dem komischen Kerl gemacht haben und veranstalten danach eine Teaparty. Bei mir zu Haus und alle sind eingeladen", sagte Ace spöttisch und verzog die Lippen zu einem kleinen, abfälligen Lächeln. Das Kommentar an sich wr gar nicht so sehr gegen die Braunhaarige gerichtet, sondern gegen diesen ganzen, abgedrehten Traum. "Aber im Ernst... wir können nur noch umkehren oder uns dem Feind stellen. Und jetzt umzukehren fänd ich ziemlich dämlich. Was haben wir denn gedacht, was uns erwarten würde, wenn wir am Ziel wären?" Ace klang schon fast wie irgendein Truppenführer in so einem Fantasy-Roman, der seine Mannen motivieren wollte. "Wir brauchen... einen Plan, oder so...", überlegte Ace laut.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 20.03.2009, 23:05


    Sam dachte über die Frage des Mädchens nach, als dieser Baker-Typ auch schon antwortete - mehr oder weniger.
    "Ich wäre ja eher für Grillen", meinte sie zu seinem ersten Kommentar mit einem recht sarkastischen Unterton. Wieso nur kam so ein Honk in ihrem Traum vor? So jemanden würde sie sich niemals ausdenken!
    Allerdings folgte darauf dann noch eine sogar halbwegs sinnvolle Aussage, auch wenn sie ihnen nicht sonderlich weiterhalf. Überhaupt, dem Feind stellen; waren sie in einem von diesem Fantasy-Romanen gelandet, in denen ständig irgendwelche Leute aus Gefängsnissen befreit und Schlachten von Kerlen, die irgendetwas von Ehre faselten, geführt wurden? Wahrscheinlich hatte sie einfach schon zu viele davon gelesen, Graffitti hatte ihr schon oft genug erläutert, dass das auf Dauer zu Halluzinationen führen konnte. Oder so ähnlich.
    "Aber im Ernst...", wiederholte sie Bakers Satzanfang. "Ein Plan oder so wäre nicht schlecht, aber darauf wären wir wohl auch ohne deine unnötige Melodramatik gekommen. Am besten lenkt einer von uns irgendwie die Wachen ab..."



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 20.03.2009, 23:06


    Bei dem Satz vom dem Jungen mit der 'Teaparty' zog Mickie unwillkührlich den Kopf ein. Vielleicht hätte sie besser doch nichts sagen sollen..
    Das mit dem 'Grillen' von dem Mädchen setzte dann noch einen drauf.
    Die beiden mochten sie nicht, so viel war klar. Was war das nur für ein Traum? Konnte sie nicht endlich aufwachen?
    ..ein Plan. Ja, sie brauchten wohl einen.. Jemand lenkte die Wachen ab? Toller Plan. Derjenige, der das machen musste, hatte ja nicht gerade die schönste Aufgabe.
    Leider fiel ihr im Moment auch nichts besseres ein.
    Es musste ihr aber auch nichts besseres einfallen, denn in diesem Moment hörte sie Schritte. Schwere, dumpfe Stiefelschritte, dann das Klappern von Waffen. Schwerter, die gegen eine Rüstung schlugen. Dann jemand, der sein Schwert zog.
    Das alles kam von hinter der Wand. Also von um der Ecke, hinter die das Mädchen mit der grünen Strähne geschaut hatte.
    Waren sie zu laut gewesen? Hatte man sie bemerkt? Aber.. wie?
    Erschrocken ließ sie ihren Blick zwischen den anderen hin - und herwandern, unfähig, irgendetwas zu sagen.
    Selbst wenn sie es gekonnt hätte, ihr wäre nichts eingefallen, was in dieser Situation gepasst hätte.
    Und die Schritte kamen immer näher.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 20.03.2009, 23:07


    Sam war gerade am Überlegen, wie man die Wachen gut ablenken konnte, als sie Schritte hörte. Schritte und Waffengeklirr, das näher kam. Erschrocken blickte Sam zu den anderen, die es anscheinend auch gehört hatten - also keine Halluzinationen - da bogen die Soldaten schon um die Ecke. Es waren die gleichen wie vorhin, oder zumindest sahen sie genauso aus, mit ihren Rüstungen. Alle hatten sie ihre Schwerter gezogen und schauten sie finster an. Finster und gefühllos, so erschien es Sam jedenfalls. In diesem Moment erhob einer von ihnen die Stimme:
    "Im Namen des Königs; Ihr seid festgenommen."
    Festgenommen... das klang nicht gut, und offensichtlich meinte dieser Kerl das ernst. Sie waren doch aufgeflogen... bemerkt worden. Gleich würden sie sie umbringen und dann würde dieser Traum zuende sein. Ja. Zuende.
    Sam wollte gerade den Mund auf machen, um etwas zu sagen, als sie neben sich eine Bewegung bemerkte. Es war das rothaarige Mädchen, Lucky, mit der Katze auf der Schulter. Sam konnte so schnell gar nicht sehen, was sie eigentlich tat, sie wusste nur, dass es etwas absolut Dummes war - und das war es. Auf einmal ging alles ganz schnell.
    "HALT!", brüllte einer der Soldaten, die anderen gerieten in Bewegung, Schwerter wurden gehoben...
    Und im nächsten Moment lag Lucky am Boden. Sam sah nur das Blut, das sich rasch als Pfütze unter ihrem Körper bildete. Rotes Blut... Sam konnte nichts tun als dastehen und sie anstarren. In Träumen sollte so etwas nicht passieren. Aus Träumen wachte man auf, wenn die Gefahr zu groß wurde. Aus Träumen...

    Sam schlug die Augen auf. Sie spürte, wie das Herz in ihrer Brust heftig und schnell schlug, ihr Atem ging hastig, einige Haare klebten ihr an der feuchten Stirn.
    Einen Moment brauchte sie, um zu realisieren, dass der Traum vorbei war. Endlich. Sie war zu Hause, lag in ihrem warmen Bett... die Leuchtanzeige auf ihrem Wecker behauptete, es sei schon zehn Minuten nach acht, zum Glück hatte sie Semesterferien, sonst wäre sie zu spät zu ihrer Vorlesung gekommen. Nun hatte sie noch ein Stündchen, bevor sie sich langsam auf den Weg ins Café machen musste, um halb zehn begann erst ihre Schicht.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 20.03.2009, 23:09


    Was sollten sie jetzt machen? Was?
    Die Schritte kamen näher und näher, und noch bevor Mickie irgendeine Entscheidung treffen konnte, standen die Soldaten vor ihnen.
    Die Soldaten in ihren blau-silbernen Rüstungen, mit Schwertern in der Hand.
    Das ist nur ein Traum, nur ein Traum, gleich wirst du aufwachen, gleich, gleich.. es wird nichts schlimmes passieren, nichts!, versuchte Mickie sich einzureden.
    'Im Namen des Königs; Ihr seid festgenommen.' Diese Stimme. Diese eisige, gefühlslose Stimme, wie die einer Maschine. Genau so kalt wie der Blick des Mannes.
    Mickie schauderte. Wo war sie hier gelandet? Sie konnte sich nicht erinnern, ein Buch gelesen zu haben, in dem soetwas vorkam.
    Aus dem Augenwinkel sah sie, wie das Mädchen mit der Katze sich bewegte, anscheinend wollte sie sich umdrehen, weglaufen. Verständlich. Mickie wäre auch am liebsten weggelaufen, aber sie konnte sich nicht bewegen. Unmöglich.
    'Halt!', brüllte einer der Soldaten. Die anderen setzten sich in Bewegung. Hoben ihre Schwerter. Ein silberblauer Blitz streifte sie, dann spürte sie etwas warmes auf ihrer Haut. Es war rot. Blut.
    Als sie sich umdrehte, lag Lucky in einer Blutlache auf dem Boden. Sie bewegte sich nicht mehr. Ihre Katze lag neben ihr. Der Kopf des Tieres war abgetrennt worden und einige Fußbreit weiter gerollt.
    Mickie wollte schreien, konnte nicht schreien. Wieso war sie nicht aufgewacht? Wieso war sie immer noch in diesem Traum? Wieso? Wieso? Wieso war Lucky jetzt tot? Sie spürte, wie eine Träne über ihr Gesicht lief, wollte wegschauen, konnte es nicht, konnte einfach nur auf die Leiche starren, konnte -

    Piep. Piep. Piep. Piep. Piep.. Ein monotones, schnelles piepen. Mickie fuhr aus dem Schlaf, setzte sich aufrecht im Bett auf. Ihr Gesicht war schweißnass, ihre Haare zerzaust und verklebt.
    Langsam beruhigte sich ihr rasendes Herz etwas. Sie schaute auf ihren Wecker - 8:11, zeigte sie Leuchtanzeige an.
    Sie wandte ihren Kopf wieder nach vorne.
    Vorbei. Endlich war der Traum vorbei. Er war vorbei, und er würde nie wieder zurück kommen. In Wirklichkeit war niemand gestorben, in Wirklichkeit -
    "Mickie, jetzt stell doch endlich deinen Wecker aus!"
    Die wütende Stimme ihres Vaters. Erst jetzt bemerkte das Mädchen, dass ihr Wecker immer noch klingelte. Hastig streckte sie eine Hand aus und drückte auf den 'Aus'-Knopf.
    Sie wollte gerade ihren Arm wieder zurück ziehen, da bemerkte sie dunkle Flecken auf diesem. Spritzer. Blutspritzer.
    Langsam drehte sie ihren Arm. Dort, wo der Soldat sie im Traum gestreift hatte, war ein Kratzer. Genau dort.
    Mickie schüttelte den Kopf, schaltete das Licht an, sah noch einmal hin.
    Kein Zweifel. Da war ein Kratzer, da waren Blutspritzer.
    Träumte sie immer noch? Was sollte das?
    Bestimmt war das nur Farbe. Sie hatten gestern in der Schule Kunst gehabt. Ja, nur Farbe, nur Farbe. Die war dann beim Schwimmen eben nicht ganz abgegangen. Und der Kratzer.. Nun, es gab viele Möglichkeiten, wo der herkommen könnte.
    Mickie schaute noch einmal auf den Wecker. 8:12.
    Ein Schreck durchfuhr Mickie: Sie musste doch verdammt nochmal zur Schule! Und sie hätte eigentlich schon vor einer halben Stunde aufstehen müssen!
    Wieso hatte sie ihren Wecker nicht gehört? Hatte sie ihn zu spät eingestellt?
    Hastig wühlte sie sich aus ihren Decken, stand auf und lief in die Dusche.
    Erstmal duschen. Es war nur ein Traum. Ein Traum, nichts weiter..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 20.03.2009, 23:10


    Sam blieb noch eine Weile liegen, dann rollte sie sich langsam zur Seite und schlug die Decke zurück. Ihre nackten Füße berührten den eiskalten Boden - brrr.
    Vorsichtig stand sie auf und tapste in Richtung Badezimmer, drehte den Wasserhahn auf, klatschte sich eine Ladung Wasser ins Gesicht und betrachtete sich im Spiegel. Aus eben diesem Spiegel blickte ihr eine müde Achtzehnjährige mit verwuschelten schwarzen Haaren (und einer grünen Strähne links) entgegen, an deren Nasenspitze ein einzelner Wassertropfen hing. Plopp; jetzt war er im Waschbecken gelandet.
    Leicht den Kopf schüttelnd, um die Müdigkeit loszuwerden, schnappte Sam sich die Haarbürste und während sie sich kämmte ging sie in Wohn- und Esszimmer, wo sie gleich mal die Musik aufdrehte, zwei Toasts in den Toaster warf und die Kaffeemaschine anstellte. Kaffee... das war es, was sie jetzt brauchte. Überhaupt brauchte sie jetzt etwas Realität, um die Erinnerungen an diesen Traum loszuwerden.
    Ja, dieser merkwürdige Traum. Immernoch stand ihr das Bild vor Augen, von Lucky und ihrer Katze, tot.
    Aus einer Ecke ertönte ein forderndes Quieken und Fiepen. Sam lächelte, pfefferte die Haarbürste auf den Küchentisch und öffnete den Käfig, aus dem sofort die beiden Farbratten Minky und Lola ihren Arm hinaufgeflitzt kamen und sich auf ihrer Schulter niederließen.
    "Hmm... ihr zwei habt Hunger, was?"
    Eine der beiden schnüffelte wohl an ihrem Hals, zumindest kitzelte es dort ziemlich, als Sam das Futter der Ratten in ihre Schälchen füllte und ihnen neues Wasser gab. Sie hielt die Hand in den Käfig und die beiden rannten wieder hinunter, sich sofort auf ihr Fressen stürzend, als hätten sie seit Wochen gehungert. Pling. Das war der Toast.

    Etwa eine halbe Stunde später war Sam gewaschen, gesättigt, vollgepumpt mit Koffein und angezogen.
    Sie trug eine hellblaue Bluse und eine schwarze Hose, dazu ebenso schwarze Schuhe. In diesen Klamotten fühlte sie sich nicht so sonderlich wohl, aber sie konnte schlecht in ihren Freizeitsachen kellnern. Wenigstens störte sich niemand an ihrer grünen Haarsträhne und an ihren gigantischen blauen Ohrringen, da in das Café sowieso meist nur 'Stammgäste' kamen, mit denen man fast schon per du war.
    Obwohl sie noch etwas früh dran war, schlüpfte Sam in ihre dunkelblaue Jacke, schnappte sich ihr Schlüsselbund vom Haken und machte sich auf den Weg in die Garage. Es konnte auch nicht schaden, etwas zu früh zu kommen. Vielleicht würde sie das etwas von den Gedanken über den Traum ablenken. Der Traum, ja. Es war nur ein Traum gewesen und Sam wusste selbst nicht, warum sie sich das immer wieder einreden musste.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 20.03.2009, 23:22


    Grillen. Ja, grillen war auch nicht schlecht... "Am besten lenkt einer von uns irgendwie die Wachen ab", sprach Grünhaar weiter. Aber bevor Ace äußern konnte, dass er diese Aufgabe auf jeden Fall nicht übernehmen würde, erklangen seltsame Geräusche jenseits der Hausecke - das Klappern von Rüstungen, Schwerter, die gezogen wurden. Und dann sich nähernde Schritte. Sie warn aufgeflogen. Aber ehe irgendjemand von ihnen etwas sagen oder weglaufen konnte, standen die Soldaten schon vor ihnen. "Im Namen des Königs, ihr seid festgenommen!" Ohh... fuck. Aus irgendeinem Grund fiel Ace der Mann vom Stadttor wieder ein - Glorion. Er sollte sagen, dass er Acerios hieß und bei einem Waffenschmied in der Lehre sei, auf den er gerade warten würde... Doch bevor Ace sich eine vernünftige Ausrede zusammen reimen konnte, geschah etwas, das keiner vorher gesehen hatte. Das Katzenmädchen, Lucky, machte eine schnelle Bewegung, einer der Soldaten schrie: "Halt!", ein Schwert flog durch die Luft - und dann lag sie vor ihm am Boden. Aus einer Wunde an ihrem Hals floß unaufhaltsam Blut. Neben ihr lag der tot Körper ihrer Katze - ein sauberer Schnitt hatte ihren Kopf von den Schultern getrennt. Anscheinend waren sie durch denselben Hieb getötet wurden. Und Ace starrte auf sie hinab, presste die Hände gegen die Schläfen und versuchte den Blick von ihr zu wenden - vergebens. Er hatte gehofft, solche Bilder nie mehr sehen zu müssen... Und jetzt... Jetzt war dieser Traum wieder nicht anders, als all die anderen Alpträume... Dieser... Traum...


    Didididi, didididi! "AH!" Ace schreckte durch das schrille Piepen seines Weckers auf, rollte unsanft von seinem Bett runter und landete neben irgendetwas Stinkendem. Er sprang auf und sah, dass es seine eigenen Schuhe waren - völlig verdreckt. Ace war wohl gestern im Dunkeln in irgendeine Pfütze getreten... Komicherweise war er total Adrenalin geladen und nicht - wie üblich nach dem Aufstehen - völlig übermüdet. Andererseits fühlte er sich auch erschöpft, als wäre er die ganze Nacht wach gewesen. Einen kurzen Blick auf die Uhr werfend - es war kurz nach Acht - schlenderte er in sein kleines Badezimmer und machte sich fertig. Pünktlich zum Schulanfang um 9.00 musste er in der Schule sein - in diesem spießigen Internat voller Schönseln. Aber so sehr er sich auch beeilte, er traf mal wieder erst nach dem Lehrer ein. Schweigend setzte er sich hin, außerhalb der 'Klassen-Cliquen', er hatte sozusagen ein Terretorium für sich allein. Er versuchte so gut es ging dem Unterricht zu folgen, musste abe rimmer wieder an den schrägen Traum von letzter Nacht denken. Komisch, dieses Mal hatte er nicht vergessen worüber er geträumt hatte... Im Gegenteil, alles war noch klar in seinem Gedächnis, so als wäre es wirklich geschehen...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 21:25


    Nachdem Mickie schnell geduscht, sich umgezogen und sich die Zähne geputzt hatte, hastete sie in die Küche.
    Niemand saß am Küchentisch - kein Wunder, ihre Schwester durfte noch nicht wieder in die Schule, ihre Mutter arbeitete nicht mehr und ihr Vater musste erst später als sie los - und das Mädchen schnappte sich nur einen Apfel und einen Müsliriegel, oder zumindest irgendwas in der Art, sie hatte nicht genau hingeschaut, schnappte sich ihren Rucksack und rannte dann aus dem Haus.
    Es war 8:35, vor fünf Minuten hatte der Unterricht angefangen.
    Und dabei war sie noch nie in ihrem Leben zu spät zur Schule gekommen, im Gegenteil, eigentlich war sie immer mehr als pünktlich gewesen.
    Und jetzt..?
    Mickie lief in die Garage, hohlte ihr Fahrrad herraus, stieg auf und radelte los. Sie wohnte ziemlich am Rand von New York, und allzu weit hatte sie es nicht zur Schule.
    Hier kam man mit dem Fahrrad noch schneller vorran als mit den meist ziemlich überfüllten Straßenbahnen.
    Schnell fuhr sie um ein paar Straßenecken, vorbei an unzähligen Mietshäusern, weiter ins Stadtinnere hinein. Vorbei an einem Internat, von dem sie wusste, dass es dort recht strenge Sitten gab.
    Nachdem sie um eine weitere Hausecke gebogen war, musste sie eine Straße überqueren. Ohne richtig zu schauen fuhr sie los - und bemerkte erst zu spät, dass gerade ein Motorrad auf sie zu fuhr.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 21:27


    Sam fuhr in mehr oder weniger gemäßigten Tempo die Straße entlang, auf ihrem heißgeliebten dunkelroten Motorrad - aber nein, sie war nicht so albern, der Maschine einen Namen gegeben zu haben. Heute blieb sie sogar mal innerhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn auch hart an der Kante. Durch mehrere Blocks mit Mietshäusern hindurch, langsam begenete man sogar schon vereinzelten Autos und Fußgängern. Gut gelaunt kurvte Sam um eine Ecke, gab nochmal ein bisschen Gas, nur so zum Vergnügen; vor ihr war eine Fahrradfahrerin, die anscheinend die Straße überqueren wollte, doch die würde schon -
    Sam vollführte eine eher weniger elegante Vollbremsung, bei der sie gleichzeitig scharf nach links abbog, um dem Mädchen auszuweichen, das sie wohl doch nicht bemerkt hatte. Sie konnte nur ihren Reflexen vertrauen, als das Motorraddabei zur Seite kippte und ein Stück weiterschlitterte, doch glücklicherweise hatte sie beim Karate gelernt, richtig zu fallen, auch, wenn die Straße immernoch ziemlich hart war.
    Ein paar Sekunden blieb Sam liegen, dann fiel ihr ein, was sie vorhin noch gehört hatte, nach dem Quietschen der Bremsen; einen dumpfen Knall. Hoffentlich hatte sie das Mädchen nicht erwischt.
    Besorgt rappelte sie sich hoch und sah zu ihr hinüber.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 21:31


    Als Mickie bemerkte, dass da ein Motorrad auf sie zukam, war es schon zu spät.
    Da der Fahrer zum Glück noch gebremst hatte, erwischte es sie nicht allzu stark, aber es reichte, um sie vom Fahrrad zu werfen.
    Mit einem relativ harten Aufprall landete Mickie auf der Straße und wurde kurz darauf von ihrem Fahrrad begraben.
    "Aua..", murmelte sie und schob das Fahrrad von sich herunter.
    Ihre Hände, ihr eines Knie und ihr Ellenbogen taten zwar ziemlich weh, aber sie hatte sich wohl nichts gebrochen.
    So weit so gut. Nur ihr Fahrrad hatte den Unfall nicht so wirklich überstanden. Ihr Vorderrad glich mehr einer 0 als einem Reifen, der Lenker war verbogen und im Metall befanden sich etliche Kratzer.
    Aber das interessierte Mickie momentan eher nebensächlich.
    Was war mit dem Fahrer der Maschine, war er in Ordnung? Hatte er sich verletzt?
    Das Mädchen richtete sich halb auf und sah sich suchend um, bis sie durch den Helm in das Gesicht der Person blickte.
    "Entschuldigung, dass ich ihnen vors Motorrad gefahren bin, ich -"
    Sie stockte, als sie die Person, zu ihrer Überraschung war sie weiblich, genauer betrachtete.
    Grüne, leuchtende Augen. Schwarze Haare. Mit einer grünen Strähne.
    Das Mädchen aus ihrem Traum stand vor ihr.
    Aber.. wie war das möglich? Das ging doch gar nicht. Sie hatte dieses Mädchen noch nie zuvor gesehen.
    Und jetzt.. Nein, nein, vollkommen unmöglich. Das musste ein Zufall sein.
    Es musste einfach.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 21:34


    Sam atmete auf, als das Mädchen sich wieder aufrichtete und blickte zu ihr herunter. Der Mund blieb ihr einen Moment offen stehen.
    Theoretisch war es ein Mädchen, wie es tausende gab; relativ klein und dünn, kurze braune Haare, große, dunkelblaue Augen. Doch praktisch war es das Mädchen aus ihrem Traum. Oder das hätte Sam zumindest gedacht, wäre es nicht vollkommen unmöglich.
    Ein Hupen riss sie aus ihren Gedanken und sie drehte sich um. Der Fahrer eines gelben Fiat fand es offensichtlich nicht so toll, dass ihr Motorrad mitten auf der Straße rumlag.
    "Jajaaa, tut mir Leid", rief Sam mit einem Wink in seine Richtung, hievte ihre Maschine wieder hoch und schob sie an den Rand, dann wandte sie sich wieder dem Mädchen zu, ihren Helm abnehmend.
    Es konnte unmöglich das Mädchen aus ihrem Traum sein. Und wenn doch, dann hatte sie sie bestimmt schonmal irgendwo vorher gesehen und nur unterbewusst wahrgenommen. Genau, das war es.
    "Schon gut, ist dir was passiert? Bist du verletzt?" Sam beschloss einfach mal, das Mädchen zu duzen, zumindest sah es jünger aus als sie selbst. Nebenbei registrierte sie das zerbeulte Fahrrad, da war ihr Motorrad mit seinen paar Kratzern im Lack vergleichsweise glimpflich davon gekommen (allerdings wollte Sam gar nicht wissen, wie ihre schöne, ordentliche Hose nun aussah).



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 21:36


    Mickie konnte gar nicht anders, als die junge Frau weiterhin anzustarren.
    Ihre Bewegungen, wie sie das Motorrad hochhievte, wie sie ging, alles genau wie in ihrem Traum.
    Und als sie dann den Helm abnahm, war sie sich voll und ganz sicher; dass war das Mädchen aus ihrem Traum.
    Wenn auch etwas anders gekleidet.
    Die Braunhaarige war so in Gedanken versunken, dass sie beinah die Frage der anderen überhört hätte.
    "Äh, nein, geht schon", brachte sie herraus, die Grünsträhnige immer noch anstarrend.
    "Und.. Ihnen? Und ihrem Motorrad?", fragte sie nach und schielte zu der Maschine herrüber.
    Ein paar Kratzer hatte es mindestens abbekommen. Und das Fahrzeug sah nicht gerade billig aus... Sie hatte anscheinend ein Problem. Ihr Fahrrad war nämlich auch mehr als kaputt.
    Ganz abgesehen davon, dass sie jetzt noch mehr als zu spät in die Schule kommen würde.
    Aber immerhin hatte sie jetzt eine gute Ausrede..
    Nämlich, dass sie von jemandem, dem sie im Traum eine Nacht zuvor schon einmal begenet war, angefahren wurde. Wie glaubwürdig das doch klang..
    Aber sie konnte sie einfach nicht vorher gesehen haben. Sie war schließlich gerade erst hier her gezogen, kannte noch so gut wie niemanden.
    Aber wie..?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 21:38


    Jetzt, wo sie darauf achtete... die Stimme des Mädchens hörte sich auch genauso an, wie in ihrem Traum. Oh, verdammt, was war das hier bloß? Versteckte Kamera? Würde gleich jemand hinter einer Hausecke hervorspringen und 'Reingefallen!' schreien? Hoffentlich.
    "Ach, uns ist nichts passiert, nur ein paar Kratzer", sagte sie, womit sie sowohl sich als auch das Motorrad meinte. Wenn sie Mickies Gedanken über den Preis gehört hätte, hätte sie wahrscheinlich gelacht, da das Ding ursprünglich vom Schrottplatz kam und sie es nur... naja, umgangssprachlich ausgedrückt, etwas aufgemotzt hatte.
    "Sicher, dass bei dir alles in Ordnung ist?", hakte Sam dann nochmal nach, zu dem Fahrrad hinüberblickend. "Dein Rad sieht nicht so gut aus... ah, du musst bestimmt zur Schule. Soll ich dich hinbringen?"
    Was war eigentlich los mit ihr? Hatte sie heute ihren sozialen Tag? Vielleicht hatte sie auch nur ein schlechtes Gewissen, weil sie das Mädchen angefahren hatte, noch gepaart mit ihrer kompletten Verwirrung, das war das wahrscheinlichste. Aber zumindest hatte sie immernoch etwas Zeit, um pünktlich zur Arbeit zu kommen, daher würde sie wegen der Sache nicht in Schwierigkeiten kommen, es sei denn, die Eltern des Mädchens kamen auf die Idee sie zu verklagen oder so. Dann wiederum konnte es nicht schaden als nett und hilfsbereit rüberzukommen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 21:40


    Nur ein paar Kratzer.. bei so einem Motorrad. Toll. Das war bestimmt schon schlimm genug.
    Naja, immerhin sah das Mädchen nicht so aus, als sei ihr etwas passiert.
    Ob alles in Ordnung mit ihr war?
    "Ja, geht schon.. Nur ein paar Schrammen", antwortete sie auf die erste Frage. Gut, das war vielleicht etwas verharmlost, ihr rechtes Knie tat nämlich ziemlich weh. Und es blutete auch noch. Genau wie ihr Ellenbogen. Das würde bestimmt brennen beim Schwimmen..
    Allerdings sah Mickie in angesicht der Tatsache, dass die Motorradfahrerin ihr immer bekannter vorkam, als vollkommen unwichtig an.
    Und jetzt wollte sie sie auch noch zur Schule bringen. War ja ganz schön nett, diese -
    "Mist, ich muss ja zur Schule!", fiel es ihr plötzlich wieder ein. Und sie trödelte hier immer noch rum.
    "Das wäre sehr nett, aber Sie müssen doch bestimmt auch zur Arbeit oder sowas..?", fragte Mickie besorgt und blickte zu der Fahrerin auf.
    Sie saß nämlich immer noch auf dem Boden, wie ihr gerade auffiel.
    Und ihr Fahrrad.. Nun, ihre Eltern waren bestimmt nicht glücklich darüber. Aber es war ihre Schuld gewesen, von daher war sie sich nicht sicher, ob irgendeine Versicherung zahlen würde. Aber sie konnte so oder so mal ein neues Fahrrad gebrauchen.
    ...egal, was sie auch dachte, immer wieder kehrten ihre Gedanken zu dem Traum von letzte Nacht und dem Mädchen zurück.
    Im Traum hatte sie nicht so freundlich gewirkt, eher im Gegenteil. Wenn sie daran dachte, wie sie sich mit dem Jungen gestritten hatte..
    Wenn sie es so sah, konnte Mickie fast Angst vor der Fahrerin bekommen. Aber es war ja auch eben nur ein Traum gewesen.
    Nur ein Traum, nichts weiter.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 21:41


    "Wenn du meinst", sagte Sam leicht misstrauisch zu der Sache mit den Schrammen. Notfalls hätte sie ja auch noch einen Erste-Hilfe-Kasten dabeigehabt, aber wenn das Mädchen meinte, dass es in Ordnung war...
    "Ich bin sowieso relativ früh dran, das macht nichts." Sie hielt dem Mädchen die Hand hin, da es ja immernoch auf dem Boden saß. "Ich glaube, dein Fahrrad müssen wir hier liegen lassen, aber wahrscheinlich kostet es sowieso weniger, ein neues zu kaufen... wo gehst du denn zur Schule?"
    Sie hatte sich tatsächlich bereit erklärt, dieses fremde (naja, mehr oder weniger fremde) Mädchen zur Schule zu fahren. Naja, wahrscheinlich hätte das jeder halbwegs nette Mensch das getan, vermutete Sam zumindest. Sie konnte froh sein, dass keinem von ihnen etwas passiert war.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 21:43


    Ob das mit dem 'früh dran' stimmte..?
    Hoffentlich. Wenn sie wegen ihr zu spät zur Arbeit kommen würde, dann, dann.. dann wäre das nicht gut. Um es milde auszudrücken.
    Mickie ergriff mit einem halblauten "Danke" die Hand der jungen Frau und zog sich wieder auf die Füße.
    Sie klopfte sich kurz den Staub von der Kleidung, bis sie den nächsten Satz hörte.
    Zu der Sache mit ihrem Fahrrad nickte sie nur, da es sowieso schon so ziemlich am Rand der Straße lag, würde sie es da wohl auch liegen lassen können. Störte bestimmt niemanden.. Falls es nach der Schule noch da lag, würde sie es nach Hause schieben und dann irgendwann auf einen Schrottplatz bringen. Oder sowas.
    "Ähm, auf die Greenway High School, ein paar Blocks weiter.. kennen Sie die?", entgegnete Mickie auf die Frage, wo sie zur Schule ging.
    Jetzt brachte diese Fremde - naja, fast Fremde - sie doch tatsächlich zur Schule. Eigentlich hatte sie ja gelernt, dass man nicht bei Fremden Personen mit ins Auto stieg. Aber zum einen war das kein Auto, und zum anderen hatte sie nicht das Gefühl, als würde diese Motorradfahrerin sie irgendwohin verschleppen. Sie war ja hier nicht in einem Gruselfilm.. Oder sowas.. Außerdem kannte sie sie ja praktisch. Halb-praktisch. Ob sie ihr davon erzählen sollte, dass sie von ihr geträumt hatte?
    ..es wäre vielleicht keine schlechte Idee gewesen, aber Mickie traute sich nicht. Sie kam sich jetzt schon blöd genug vor, und wahrscheinlich würde die Frau sie nur auslachen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 21:43


    Greenway High School. Soweit Sam wusste, war das eine ziemliche gute Schule, zumindest sah sie auch von außen... na ja, nicht wie eine Schule aus, wie einer dieser grauen Klötze, den sie besucht hatte.
    "Ich glaube schon. Das ist in der Baker Street, oder?"
    Bei der Wort 'Baker' musste sie sich unwillkürlich an den Baker aus ihrem Traum erinnern... zum Glück stand der nicht leibhaftig vor ihr, sonst hätte es vermutlich Kleinholz gegeben.
    "Hmm", überlegte Sam noch einen Moment. "Ich habe keinen zweiten Helm dabei, am besten setzt du einfach meinen auf." Mit diesen Worten hielt sie dem Mädchen ihren ebenfalls dunkelroten Helm hin. Sie würde das Stückchen wohl auch ohne überleben und das letzte, was sie gebrauchen konnte, war ein Mädchen mit einer Kopfwunde.
    "Ich heiße übrigens Sam. Du kannst mich ruhig duzen, sonst komme ich mir so alt vor", fügte sie noch mit einem Grinsen hinzu, während sie sich schonmal aufs Motorrad schwang. Hoffentlich ließ sich irgendwo Lack in der Farbe auftreiben, diese Kratzer waren bei näherem Hinschauen nicht gerade klein.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 21:44


    "Äh, ja", meinte Mickie und musste unwillkührlich an den Jungen aus ihrem Traum denken.
    Hatte der nicht auch gesagt, er hieß Baker..?
    Bisher hatte sie immer nur an die Baker Street gedacht, in der Sherlock Holmes gewohnt hatte. 221b war das gewesen, soweit sie sich erinnern konnte.
    Mit einem leichten Zögern nahm sie den Helm entgegen.
    Sie hätte eigentlich gerade fragen wollen, was denn mit ihr selbst war, stellte sich die Fahrerin als Sam vor. Sam also.. Und Du. Nicht Sie.
    Das war Mickie ehrlich gesagt auch lieber.
    "Ich heiße Mickie", meinte das Mädchen nun und lächelte vorsichtig, während sie sich den Helm aufsetzte und sich dann hinter Sam auf das Motorrad setzte.
    Ziemlich komisch, so einen Helm zu tragen. Motorrad gefahren war sie bisher auch noch nie.. Aber es sah irgendwie gefährlich aus.
    Hoffentlich würde das gut gehen. Und hoffentlich passierte jetzt nichts mehr, denn sonst.. sonst.. sonst hatte sie ein Problem.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 21:45


    Mickie hieß das Mädchen also. Leider hatte es sich im Traum nicht vorgestellt, sonst wäre sie jetzt entweder erleichtert oder komplett verwirrt gewesen.
    "Okay, Mickie, dann halt dich mal fest", sagte sie gut gelaunt, warf den Motor an und fuhr los, diesmal allerdings noch etwas sorgsamer auf die Geschwindigkeitsbegrenzung achtend - wenn ihnen ein Polizist begegnete, würde der sie schon lynchen, weil sie keinen Helm trug, außerdem hatte sie heute keinen Nerv auf einen weiteren Unfall.
    Sie fuhren also weiter ins Stadtinnere, langsam ließen sich sogar mehr Menschen auf den Straßen sehen, an mehreren Laternen und Wänden waren diverse Werbeplakate aufgehängt, die allen möglichen Schrott anpriesen.
    Sam gab ein bisschen Gas, um noch über eine Ampel zu kommen, bevor diese auf Rot sprang, schaltete den Blinker ein, bog dann nach rechts ab.
    "Als nächstes müssen wir links, oder?", fragte sie vorsichtshalber hinten nach, da sie sich trotz ihrem wirklich guten Orientierungssinn nicht hundertprozentig sicher war.
    Wieder einmal fiel ihr die Verrücktheit der ganzen Situation auf; hinter ihr auf dem Motorrad saß ein Mädchen, das sie nie zuvor gesehen, von dem sie aber geträumt hatte. Mickie. Der Name sagte ihr rein gar nichts, mal abgesehen von der Erinnerung an Micky Mouse. Es war einfach unmöglich, dass sie vonihr geträumt hatte. Erst letztens hatte sie doch irgend so einen Artikel über Déjà-vus gelesen, mit einer ziemlich schlüssigen Erklärungfür so etwas. Den musste sie sich nochmal ansehen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 21:54


    So gut es ging hielt Mickie sich an Sam fest und betrachtete im Fahren die vorbeiziehenden Häuser und Straßenlaternen.
    Zum Glück fuhr das Mädchen nicht so schnell, und Mickie hoffte inständig, dass sie keinem Polizisten begegnen würden.
    Als Sam plötzlich schneller fuhr, anscheinend, um noch über eine rote Ampel zu kommen, erschrak sich Mickie so sehr, dass sie fast nach hinten runtergekippt wäre, hätte sie sich nicht an der Fahrerin der Maschine festgehalten.
    "Ich glaube ja, ich wohne hier noch nicht so lange", antwortete Mickie dann auf Sams Frage, ob sie als nächstes Links mussten.
    Hoffentlich stimmte das jetzt.
    Sie war den Weg zur Schule noch nie mitten auf der Straße gefahren, sie war immer mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs gewesen.
    Sie erinnerte sich noch daran, wie sie sich an ihrem ersten Schultag erstmal bis zur Schule durchgefragt hatte, wie sie dann alleine vor der ganzen Klasse stand und irgendetwas über sich erzählen musste..
    Keine schönen Erinnerungen. Mickie versuchte, sie zu verscheuchen, aber dann kamen unweigerlich die Erinnerungen an den Traum. An diesen merkwürdigen Traum..
    Irgendwie merkwürdig. Ziemlich merkwürdig.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 21:56


    "Echt? Wo hast du denn vorher gewohnt?", fragte Sam, während sie nach links abbog, nicht nur aus purem Interesse, denn vielleicht würde Mickie ihr doch einen Hinweis geben, wo sie sie schonmal gesehen haben konnte. Dann hatte sie sie vielleicht nur zufällig in ihren Traum eingebaut und war ihr heute ebenso zufällig begegnet... genau. Nur hatte sie eben keine Ahnung, wo sie sie schonmal gesehen haben konnte.
    Urlaub gemacht hatte sie noch nicht sonderlich oft und nach dem Tod ihrer Mutter gar nicht mehr, das war also eher unwahrscheinlich. Aber vielleicht irgendwo, wo sie mal zu Besuch gewesen war, bei Verwandten oder so...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 22:05


    "In der Nähe vom Central Park, in einem recht großen Haus der Fifth Avenue", antwortete Mickie, verwundert, dass sie überhaupt jemand soetwas fragte.
    Normalerweise fragte sie nie irgendjemand irgendwelche Sachen.
    Außer in der Schule einige Mitschüler, ob sie nicht irgendwelche Hausaufgaben abschreiben durften...
    In der neuen Schule genau wie in der alten. Schrecklich.
    "Wo musst du jetzt eigentlich hin?", traute sich Mickie zu fragen. Vielleicht war sie dort, wo Sam arbeitete, ja irgendwann schonmal gewesen und hatte daher von ihr geträumt..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 22:06


    Sam kannte die Gegend zwar, aber wann war sie da schonmal? So gut wie nie. Das war also extrem unwahrscheinlich und fast ärgerte sie sich darüber - es wäre ungemein erleichternd gewesen, zu wissen, dass ihr Mickie einfach schonmal über den Weg gelaufen war. Da kam die Gegenfrage, wo sie nun hinmusste.
    "Ich arbeite im Café Willow Tree, das ist in der Larkstreet, ein paar Blocks von unserer kleinen Unfallstelle entfernt", erklärte sie. "Na ja, normalerweise müsste ich jetzt im College sitzen, aber ich hab' Ferien."
    Wow, das entwickelte sich ja zum regelrechten Smalltalk. Gleich würden sie anfangen, sich über das Wetter zu unterhalten, Sam sah es schon kommen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 22:18


    Willow Tree.. Hatte sie noch nie etwas von gehört. Was wohl nicht daran lag, dass es ein kleiner Laden war, sondern eher daran, dass Mickie sich so gut wie gar nicht in dieser Gegend auskannte.
    Das einzige, was sie wusste, war, wo es hier Schwimmbäder gab.
    Und das war im Grunde genommen auch das einzige, was sie interessierte.
    "Achso", meinte Mickie also, und kurz darauf entdeckte sie aus einiger Entfernung ihre Schule.
    "Da hinten ist sie", meinte sie und hätte fast auf das große Gebäude gedeutet, bis ihr einfiel, dass sie Sam besser nicht losließ, wenn sie nicht gleich auf der Straße liegen wollte.
    Also beließ sie es bei dem Satz.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 23.03.2009, 22:20


    Gerade in diesem Augenblick, in dem Mickie das sagte, hatte Sam die Schule auch entdeckt, blinkte also wieder brav und bog auf den Parkplatz davor ein, auf dem ansonsten nur ein paar Autos standen, von denen einige allerdings nicht gerade billig aussahen - verwöhnte Schüler von reichen Eltern. Die hatten wahrscheinlich noch nie einen Motor von innen gesehen.
    "Also dann", meinte Sam, als sie angehalten hatte, um Mickie vom Motorrad steigen zu lassen. "Vielleich seh'n wir uns nochmal."
    Auch wenn ich dir nicht nochmal im Traum begegne, fügte sie in Gedanken hinzu, aber wenn sie das gesagt hätte, hätte es wohl reichlich albern geklungen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.03.2009, 22:22


    Sam bog auf den Parkplatz vor der Schule ein - dort standen nur einige wenige, aber dafür ziemlich teure Autos - auch Mickies Vater hatte mal so ein Auto gefahren, hatte es dann aber vor kurzem verkaufen müssen.
    Nachdem Sam gehalten hatte, stieg Mickie von dem Motorrad und nahm den Helm wieder vom Kopf, um ihn dem Mädchen zurück zu geben.
    "Ja. Noch mal entschuldigung, dass ich so unvorsichtig war.. und danke fürs herbringen.
    Und ich glaube, irgendwann sehen wir uns bestimmt nochmal, so weit weg ist deine Arbeit ja nicht von meinem Haus", meinte Mickie und lächelte Sam zu.
    "Naja, tschüss dann!", meinte sie noch zum Abschied.
    Nachdem Sam sich auch verabschiedet hatte und wieder weggefahren war, lief Mickie so schnell wie möglich - ihre kleinen Verletzungen ignorierend - in die Schule, einige Treppen hinauf und dann zu ihrem Klassenzimmer, von dem aus sie schon die Stimme ihres Mathelehrers hören konnte.
    Vor der Tür blieb sie kurz stehen, wartete, dass sich ihre Atmung wieder beruhigt hatte und klopfte dann, als der Lehrer gerade eine kurze Pause machte, an die Tür.
    Nach einem fragenden "Herein?" ihres Lehrers öffnete sie die Tür und betrat vorsichtig den Klassenraum.
    Vierunddreißig Gesichter starrten sie an, dreiunddreißig Jungen und Mädchen - und ein Lehrer.
    "Tut mir Leid, dass ich zu spät gekommen bin, aber ich wurde auf dem Weg hier her von einem Motorrad angefahren und -"
    Der Lehrer schnitt ihr mit einer Handbewegung das Wort ab.
    "Setz dich einfach hin, ja?", sagte er nur. Keine Strafe. Kein Eintrag ins Klassenbuch. Das hatte Mickie nicht erwartet.
    Aber als sie durch die Tischreihen zu ihrem Platz ging, fing sie mit halbem Ohr das gemurmel ihrer Mitschüler auf.
    "Was, die Micky Mouse kann auch zu spät kommen? Was für eine Schande für das kleine, wohlerzogene brave Mädchen", war die ironische Gesamtbotschaft, die durch den Raum ging. So etwas hatte sie erwartet.
    Als sie bei ihrem Platz angekommen war, packte sie ihre Sachen aus und bemühte sich, so gut es in ihrer jetztigen Verfassung ging, dem Unterricht zu folgen.
    Das war nur nicht ganz einfach, wenn einem dauernd die Gedanken an einen Traum im Kopf herumschwirrten..
    Aber jetzt begann erstmal der Schulalltag. Das hieß: Aufpassen, sich Gedanken machen, sich melden und dazu noch etwas lernen.
    Wie immer. Nichts besonderes..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 24.03.2009, 21:30


    Ein lautes, erlösendes Ding, Dang, Dong erklang, worauf exakt 416 Schüler aufsprangen, sich ihre Taschen schnappten und laut schwätzend ihre Klassenräume verließen. Die Schulklingel war völlig elektronisch, es hingen keine Schellen mehr in den Klassenräumen, denn das Läuten erklang durch einen Lautsprecher. Auch alles andere an diesem Gebäude war modern - die Schule war reich genug, sowie die Eltern der Kinder, die diese besuchten. 416 Schüler verteilten sich nun einerseits auf ihren Zimmern, in der Mensa oder in anderen Räumen, manche hatten noch Unterricht und bewegten sich in ihre Klassenräume. Wieder andere - jene, die nicht auf dem Internat wohnten - stürmten nach draußen, wo sie von aufgedonnerten Müttern mit Paris-Hilton-Brillen erwartet wurden, die vor einer Reihe von schwarzen, glänzenden Cabrios oder zweckentfremdeten Jeeps standen. Nur der 417. Schüler nicht. Ace Baker verließ betont lässig als letzter seinen Klassenraum und bewegte sich ebenfalls zu dem Schuleingang. Doch auf ihn wartete hier niemand. Seine Vormünder waren zwar reich, schickten ihn auf dieses Internat und bezahlten es auch, hatten es ihm außerdem erlaubt, in einer kleinen eigenen Wohnung zu leben - aber sie scherten sich nicht um ihn. Sie waren froh gewesen, mit diesem Internat eine schicke Lösung gefunden zu haben und noch glücklicher, als er den Wunsch geäußert hatte, in einer eigenen Wohnung zu leben. Diese allerdings bezahlte er selber (oder versuchte er zumindestens), er wollte es so. Mitten auf dem Bereich vor der Schule, einen einsamen, kleinen Fahrradständer blockierend, stand sein Motorrad. Natürlich durfte er es dort nicht abstellen, aber es fuhr sowieso niemand auf dieser Schule mit dem Fahrrad (er hatte es getan bis er sein Motorrad gekauft hatte). Der schwarze Lack glänzte in der Sonne und das ganze Aussehen des Gefährt ließ einen unvermittelt erkennen, dass jemand dafür eine Menge Geld hingeblättert hat. Es war ein Geschenk zu Ace' 16. Geburtstag gewesen - außerdem nachträglich für alle davor und für alle vergangenen Weihnachtsfeste. Von seinen Adoptiveltern, natürlich. Außer ihnen gab es niemanden, der ihm irgendwas irgendwann schenken würde - wieso auch? Er verschenkte ja auch nichts - besonders keine Nettigkeit. Den ebenfalls schwarzen Helm aufsetzend, schwang Ace sich auf das Motorrad und startete den Motor. Mit dem Gedanken, dass er vielleicht seine Vormünder anrufen sollte, damit sie ihm etwas Geld für die Wohnung liehen, fuhr er los. Oder vielleicht sollte ich mir überhaupt eine neue Wohnung suchen...? Etwas mit weniger... kaputten Aufzügen, abblätternder Tapete und nervenden Vermietern... Ace Ziel lag in großer Entfernung zu dem Internat, zu dem reichen Viertel, aber auch abseits der 'Ghettos' - Gebiete mit Wohnhäusern wie seines oder noch schlimmer. Er fuhr geradewegs zu einem kleinen Hallenbad, dass morgens und vormittags zum Schulschwimmen diente und nachmittags und abends Ziel von Hobby- und Leistungs-Schwimmern, deren Geldbeutel nicht so prall gefüllt war, war.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 24.03.2009, 21:37


    Ding, Dang, Dong, Dang
    Endlich. Die Schule war aus. Dieser Schultag war Mickie so lang vorgekommen wie selten einer zuvor. Dabei machte ihr das Lernen normalerweise Spaß.. Aber heute hatte sie einfach nur gewollt, dass dieser Schultag so schnell wie möglich zu ende war.
    Das Mädchen packte ihre Sachen zusammen, stand auf, schob ihren Stuhl an den Tisch und verließ dann - so ziemlich als letzte - den Klassenraum. Alle anderen waren pünktlich mit dem Klingelzeichen aus dem Zimmer gestürmt, um nur schnell nach Hause zu kommen, wo sie wieder von ihren Eltern - oder Butlern, je nachdem - von oben bis unten verwöhnt wurden. Ja, dies war eine Schule, auf die nur Kinder recht wohlhabender Eltern gingen. Und Mickies Eltern hatten unbedingt gewollt, dass sie auch auf diese Schule ging. Aber Mickie wusste, dass ihre Eltern längst nicht mehr so viel Geld hatten wie noch vor der Erkrankung ihrer Schwester.
    Langsam trottete das Mädchen die Gänge entlang, bis sie bei ihrem Spint ankam. Sie schloss ihn auf und hohlte eine dunkelblaue Umhängetasche heraus, in der ihre Schwimmsachen waren. Sie schloss die Tür wieder zu und ging dann aus der Schule.
    Zum Glück war es von hier bis zu dem Schwimmbad, in das sie wollte, nicht weit.
    Es war kein teures Schwimmbad, sondern eins, in das Schulklassen für den Schwimmunterricht kamen und indem Nachmittags nur einige Hobbyschwimmer waren, vereinzelt auch trainierende Leistungsschwimmer.
    Ihr Fahrrad, hatte sie beschlossen, würde sie danach abhohlen. Es würde schon niemand klauen, und selbst wenn wäre dass auch nicht mehr schlimm. So kaputt, wie es war..
    Nach etwa zehn Minuten Fußweg sah sie die Schwimmhalle langsam näher kommen. Es schien nicht besonders viel los zu sein, aber das war ihr nur recht. Es war viel schöner, wenn es nicht so voll war und man nicht dauernd aufpassen musste, gegen irgendjemanden zu schwimmen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 26.03.2009, 23:09


    Ace stellte sein Motorrad vor der Schwimmhalle ab und fuhr sich durch das vom Helm platt gedrückte Haar. An der Kasse - er war der einzige, der anstand und er musste, wie es häufig der Fall war, erstmal darauf warten, dass die 'Kassiererin' kam - ließ er das Eintrittsgeld von seiner Jahreskarte abbuchen und schloss seine Wertsachen in einem kleinen Schließfach im selben Raum ein. Durch ein Drehkreuz kam er in einen mehr oder weniger langen Gang, in dem die Luft noch mal sehr viel feuchter, heißer und stickig war als im Vorraum. Nach rechts gingen ein paar Gänge auf: Die ersten drei Gänge waren für Frauen - in jedem Gang gab es eine entsprechende Zahl von Spinde und ein paar Umkleidekabinen. Die nächsten drei Gänge waren für Männer, darauf folgten zwei Sammelumkleiden - eine für Mädchen, eien für Jungen. Ace wählte den zweiten 'Männergang'. Der erste Spind war verschlossen, ein hinterer ebenfalls, sonst waren alle leer. Ace verschwand erstmal in einer Umkleidekabine und kam in schwarzen Badeshorts, welche bis kurz über seine Knie reichte und links und rechts einen weißen Streifen hatte, heraus. Seinen Rucksack und seine Kleidung schmetterte er in einen Spind und half noch etwas nach, als die Tür nicht zugehen wollte. Das Schlüsselarmband band er sich um sein Handgelenk, dann duschte er sich ab und trat in den eigentlichen Schwimmraum. Links konnte man in ein kleines, nicht sehr tiefes Becken gehen, welches für Nichtschwimmer gedacht war. Vor Ace breitete sich ein schon recht großes Becken aus. Ganz am Ende standen ein 3-Meter-Sprungturm und ein 1-Meter-Sprungturm, außerdem drei Springböcke. Die letzte Bahn war abgetrennt; Dort wurden ein paar Jugendliche unterrichtet. Ace scherte sich nicht drum, er wusste aus Erfahrung, dass sie gleich fertig sein müssten. Sie die dunkelblaue Taucherbrille überziehend glitt er ins Wasser und schwamm mit kraftvollen Zügen seine Bahnen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.03.2009, 23:54


    Vor dem Eingang zur Schwimmhalle standen gerade mal sechs Fahrräder und ein schwarzes Motorrad. Schien wirklich leer zu sein heute.
    Mickie ging in den Eingangsbereich, und zu ihrer Verwunderung stand sogar eine Kassiererin an Tresen.
    Mickie reichte ihr kurz ihre Jahreskarte - gleich, nachdem sie hier hergezogen war, hatte sie sich eine besorgt - und ging dann durch das Drehkreuz, hinter dem ein mäßig langer Gang bis hin zu zwei Sammelumkleiden führte.
    Mickie ging in den dritten Gang, der für Frauen war, und da in eine der Einzelumkleiden.
    Schnell zog sie sich um, stopfte ihre Kleidung in ihre Schwimmtasche und trat dann wieder hinaus auf den Gang.
    Jetzt trug sie einen dunkelblauen Badeanzug, der keinerlei Verzierungen aufwies. In der Hand hatte sie eine Schwimmbrille, die sie sich gleich nach dem Duschen aufsetzen würde.
    Vorher schloss sie noch ihre Sachen in einen Spint ein - es war nur einer in der ganzen Reihe belegt, und Mickie fragte sich nicht zum ersten mal, warum dieses Schwimmbad noch nicht dicht gemacht hatte. Wahrscheinlich lag das nur an den Schulklassen, die hier unterrichtet wurden.
    Mickie band sich das Band mit dem Schlüssel daran um ihr linkes Fußgelenk und ging dann durch den Gang weiter zur Dusche.
    Nachdem sie sich kurz darunter gestellt hatte, ging sie in die eigentliche Schwimmhalle und dort direkt auf das große Becken zu, an dessen Ende zwei Sprungtürme und drei Sringböcke waren.
    Eine Bahn war abgetrennt, dort erzählte gerade ein Schwimmlehrer etwas vom Kraulen.
    Mickie setzte sich ihre Schwimmbrille auf - sie war dunkelblau, genau wie ihr Badeanzug - und glitt dann mit einem eleganten Kopfsprung ins Wasser.
    Das klare, kühle Wasser umfing sie, und Mickie tauchte erst noch eine kurze Strecke, bevor sie mit den richtigen Bahnen begann. Sie liebte das Schwimmen einfach, im Wasser hatte man fast das Gefühl, man könnte fliegen. Außerdem konnte sie sich so endlich von dem Traum ablenken, beim Schwimmen bekam sie nämlich meistens einen klaren Kopf.
    Heute sollte das nicht so sein.
    Denn schon nachdem sie zwei Bahnen geschwommen hatte, bemerkte sie einen Schwimmer auf der Bahn neben sich. Bisher hatte sie nicht auf ihn geachtet, aber nun, als sie nach einer kurzen getauchten Strecke den Kopf wieder aus dem Wasser nahm und ihn direkt ansah, hätte sie fast vergessen, sich weiterhin über Wasser zu halten.
    Das war doch..
    Ja, ohne Zweifel, da kam grade der Junge aus dem Traum, dieser Baker, auf sie zugeschwommen. Mit den nassen Haaren hätte sie ihn fast nicht erkannt, aber sein Gesicht, die grau-silbrigen Augen.. kein Zweifel, das war er. Oder hatte sie jetzt Halluzinationen? Erst hatte sie heute morgen dieses Mädchen, Sam, getroffen, und nun...?
    Träumte sie immer noch? Was sollte das alles?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 27.03.2009, 21:22


    Ace schwomm seine Bahnen, eine nach der anderen, ohne auf seine Mitmenschen zu achten, einfach stumpf geradeaus.
    Sein nasses Haar klebte platt in seinem Nacken, andererseits war das Gel nicht ganz heraus gewaschen, sodass es merkwürdig in sich noch etwas hoch stand, was es seltsam zottelig aussehen ließ. Sich dessen bewusst blieb Ace mitten in der Bahn stehen - oder nein, hörte auf zu schwimmen - und strich sich leise fluchend das Haar glatt.
    Im Endeffekt sah er aus wie ein Butler, mit streng nach hinten gegeltem Haar. Aber wieso kümmerte er sich in einem Schwimmbad um sein Aussehen, konnte ihm doch egal sein, was die anderen denken! Außerdem war er aus einem anderen Grund hier. Mist, er hatte jetzt bestimmt total eitel gewirkt - naja, das war er ja schon, aber... Ach, verdammt, war doch auch egal, er war doch hier um zu schwimmen - also sollte er dies jetzt einfach tun.
    Mit diesem Ziel kraulte Ace los, kam aber nicht sehr weit - nach ein paar Zügen verharrte sein Arm plötzlich mitten in der Luft, dann ließ er ihn sinken. Geschockt rieb er sich über die Augen, einmal zweimal - nein, das war nicht möglich!
    Genau vor ihm, neben 'seiner' Bahn stand das Braunhaarige Mädchen aus seinem Traum gestern - seinem Alptraum - und sah ihn anscheinend auch geschockt an. Das war nicht möglich!
    Ihr braunes Haar hing nass herunter, ihre Augen wurden vor dem Wasser von einer dunkelblauen Schwimmbrille geschützt, aber dennoch erkannte Ace sie sofort - es war das tollpatschige Mädchen aus seinem Traum gestern, die kleine, zierliche Braunhaarige. Das Mädchen, das ihn auf dem Markt angerempelt hatte, mit dem er zusammen Miss Grünhaar und dem Katzenmädchen gefolgt war und mit dem er anschließend zusammen mit den beiden den Soldaten hinter her gelaufen war. Sie war dabei gewesen, als der Traum eine schreckliche Wendung genommen hatte... Sie...
    Schnell rief Ace sich alle möglichen Erklärungen für dieses Phänomen ins Gedächnis: Das Mädchen war ein ziemlich häufig vorkommender 'Typ', also könnte er einfach... Nein, sie war es. Die großen, dunkelblauen Augen erkannte er sofort wieder. Vielleicht kannte er sie ja? Oder wahrscheinlicher: Er hatte sie vielleicht schon einmal gesehen? Aber nein, er erinnerte sich nicht daran, sie jemals vorher gesehen zu haben. Womöglich unbewusst? Jaah, genau, das könnte sein. Ace wollte schon beruhigt weiter schwimmen, als ihm etwas einfiel. Die Braunhaarige wurde gestern ebenfalls verletzt: Ein und derselbe mächtige Hieb, der die Katze geköpft und Lucky die Kehle aufgeschnitten hatte, hatte das Mädchen am Arm gestreift. Ha, genau! Wenn sie keinen Schnitt am Arm hatte, konnte sie unmöglich im Traum gewesen sein. Obwohl, es war doch nur ein Traum..? Trotzdem... Ace ließ seinen Blick verstohlen zu ihrem Arm wandern - und erstarrte.
    Das war nicht möglich!



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 27.03.2009, 21:27


    Das das nicht möglich war, dachte Mickie in diesem Moment auch.
    Langsam wurde das ganze viel zu unwirklich, zu unreal, zu.. naja, unlogisch eben. Das ging nich. Es war schlicht und einfach komplett unmöglich.
    Sie konnte doch wohl nicht von zwei Menschen träumen, die sie noch nie gesehen hatte, und sie dann am Tag darauf live und in Farbe treffen..?
    Nein, nein, nein, ganz ausgeschlossen.
    Wie mechanisch ließ sie ihre Hand unter Wasser zu ihrem Arm gleiten und Kniff hinein. Es tat weh.
    Aber.. wenn das hier wirklich die Realität war, was war das dann für ein Traum gewesen?
    An einen Zufall glaubte Mickie langsam nicht mehr. Das waren ja wirklich ziemlich viele Zufälle für einen Tag. Mehr als zu viele.
    Erst das Blut, dann die kleine Verletzung an ihrem Arm, dann Sam und jetzt dieser.. Baker? Ja, Baker. Er hatte sich als Baker vorgestellt.
    Aber was sollte sie jetzt machen? Ihn ansprechen? Ihn weiterhin anstarren und darauf warten, dass er etwas sagte?
    Es musste ziemlich bescheuert aussehen, wie sie da so im Wasser waren und sich gegenseitig schweigend anstarrten.
    "...Baker?", fragte sie leise, und es war fraglich, ob der Junge sie verstanden hatte. Aber lauter traute sie sich nicht. Was, wenn er gar nicht Baker hieß und das doch alles nur ein Zufall war?
    Das war doch alles komplett durchgedreht!



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 27.03.2009, 21:52


    "Baker?" Langsam erwachte Ace aus seiner Erstarrung und kam wieder zu sich. Das konnte nicht sein! Es war so gewesen: Er hatte das Mädchen unbewusst schon Mal gesehen und in seinen Traum eingebaut. Der Schnitt war nur zufällig - man schnitt sich doch häufig mal, es musste doch nichts bedeuten. Und sie kannte seinen Namen, weil...?
    Schon wieder bröckelte die mühsam aufgebaute Erklärung. Aber gut, dass war doch einfach. Sie hatte irgendwo gehört, dass er Baker hieß. Bestimmt war sie sogar auf seiner Schule, das würde alles erklären - dass er sie mal gesehen hatte und dass sie seinen Namen kannte.
    Aber so oft er auch versuchte, sich dies einzureden - er hatte so ein dumpfes Gefühl, dass ihm sagte, dass es nicht so war. Sich wieder lockernd sagte er bestimmt: "Ja, genau der bin ich. Tut mir leid, Autogramme gibt's später - ich will jetzt weiter schwimmen!"
    Damit drehte er sich um um weiter zu schwimmen, zögerte aber kurz. Schließlich schnaubte er leise, wie um das alles als Blödsinn ab zu tun und hob den Arm um weiter zu schwimmen.
    Jaah, er würde nur noch diese Bahn zuende schwimmen und dann hier verschwinden. Das würde ihm zu Merkwürdig - und selbst wenn es nur ein "Fan-Girlie" war, darauf hatte er auch keinen Bock.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 27.03.2009, 21:59


    Noch bevor der Junge antwortete, beschloss Mickie, am besten gar nichts mehr zu denken. Das war alles viel zu durcheinander und bescheuert.
    Sie wollte sich grade etwas noch viel bescheuerteres überlegen, als der Junge antwortete.
    Er klang genauso arrogant wie in dem Traum. Und mindestens genauso unfreundlich.. Als ob sie ein Autogramm von ihm haben wollte. Merkwürdiger Typ.
    Aber er war es.. er war der Junge aus ihrem Traum. Aber was sollte sie jetzt machen? Er hatte ja wohl nicht das gleiche wie sie geträumt.
    Und einfach zu sagen: 'Hey, ich hab dich zwar noch nie gesehen, aber ich hab gestern Nacht von dir geträumt, und da waren so ein paar Soldaten, und hey, weißt du, ich habe heute noch jemanden getroffen von dem ich geträumt hatte, und deswegen hol´ jetzt mal bitte die lieben Männer in den weißen Kitteln, die -' Halt, stop. Was dachte sie da für einen Müll?
    Wenn sie das wirklich sagte, würde er sie wahrscheinlich für eine wirkliche Verrückte abtun. Aber vielleicht war sie das ja auch, zumindest kam sie sich in ihrem jetztigen Zustand so vor.
    War sie über Nacht wahnsinnig geworden? Aber, aber..
    Der Junge hob den Arm, er wollte wohl weiter schwimmen. Klar Mickie, das hat er ja auch gerade gesagt.
    Aaaah! Egal was sie jetzt machen würde, er würde sie für komplett bescheuert halten. Und das wollte sie nicht. Nachher würde er das irgendwie in ihrer Schule verbreiten und dann.. Nein. Nein!
    Vielleicht war es das beste, einfach weiter zu schwimmen und so zu tun, als wäre nichts gewesen.
    Wobei.. sie hatte eine Idee. Lucky. Lucky war nicht nur ein Name, sondern auch ein normales Wort. Wenn sie es irgendwie geschickt in einen Satz einbauen könnte.. Allerdings musste der auch im Kontext zumindest etwas Sinn ergeben. Und viel Zeit hatte sie nicht.
    "Well, if it makes you lucky..", sagte sie halblaut und hoffte, dass er die Andeutung und die merkwürdige Wortwahl erkennen würde. Normalerweile würde man ja eher 'happy' sagen, 'lucky' benutzten eigentlich viel eher Ausländer, die mit dem Wort nichts anzufangen wussten. Wenn er also nichts von ihrem Traum wusste, was allzu wahrscheinlich war, würde er sie einfach für eine Ausländerin halten, die nicht besonders gut Englisch konnte. Sie hatte ja bisher noch nichts Englisches gesagt, also konnte er sie auf dem sprachlichen Gebiet schlecht beurteilen.
    Hoffentlich klappte das jetzt..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 27.03.2009, 22:03


    Ace stoppte mitten in der Bewegung. Das Mädchen hatte etwas total alltäglich gesagt - und andersherum etwas total abstruses. Lucky...
    Sie hatte ganz bestimmt diese Wortwahl gewählt und nicht etwa gesagt 'happy'. Lucky, so wie das Katzenmädchen. Wenn das nicht ein Wink mit dem Zaunpfahl war.
    Aller Logik zu trotz war sich Ace sicher, dass dieses Mädchen - und kein anderes - gestern in seinem Traum gewesen war und dass dieses Mädchen das ebenso wusste. Nein, Moment... Nicht etwa sie war in seinem Traum gewesen - sie beide waren in diese Traumstadt gegangen!
    Und wenn er nun nicht geträumt hatte, sondern unter Droge gestellt wurden war und in irgendeine Stadt gebracht wurde und vor dem Morgengrauen wieder zurück...?
    Egal was passiert war, dieses Mädchen war auch dabei gewesen. Und diesen einzigen Hinweis durfte er jetzt nicht verlieren. Sie mussten ein offenes Gespräch miteinander führen - aber nicht hier, nicht mitten auf der Bahn. Die Leute schauten schon komisch, manche anscheinend besorgt, ob er vielleicht gleich eine Prügelei anzetteln wollte.
    "Vor dem Schwimmbad", sagte er leise und schwamm mit ein paar Zügen zum Beckenrand.
    Wenn sie diese Nachricht nicht verstand und weiter schwimmen würde, dann war das alles nur ein seltsame Zufall, beschloss Ace für sich. Noch einen unauffälligen Blick nach hinten zu dem Mädchen werfend trat er in die Dusche.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 27.03.2009, 22:06


    ...er hatte verstanden! Aber das hieß ja, dass.. dass.. dass er das gleiche geträumt haben musste wie sie. Das er also wusste, das mit Lucky passiert war. Das er genauso verrückt war wie sie.
    ..nun, letzteres vielleicht nicht, aber er hatte den gleichen Traum gehabt. Und er wollte sie vorm Schwimmbad treffen.
    Tausende Gedanken schossen Mickie durch den Kopf. Wie war das alles möglich?
    Ohne noch etwas zu dem Jungen zu sagen, nickte sie, schwamm ihre Bahn zu ende und drehte dann nochmal um, um noch eine weitere zu schwimmen, damit es nicht auffiel, dass sie dem Jungen direkt folgte.
    Nachher dachten die Leute hier noch sonstwie was.
    Vollkommen verwirrt stieg Mickie am Ende der Bahn aus dem Wasser und beeilte sich, aus dem Schwimmbad zu kommen.
    Unter der Dusche fiel ihr auf, dass die Pflaster, die sie sich in der Pause aus dem Krankenzimmer geholt und auf ihre Verletzungen geklebt hatte, abgegangen waren. Sie hatte sie vollkommen vergessen, aber jetzt, als der Duschschaum, den sie sich in aller eile ins Haar geschmiert hatte, darüber lief, brannten sie doch wieder ganz schön.
    Mickie ignorierte das, trocknete sich ab und lief zu dem Spint, in den sie ihre Sachen eingeschlossen hatte.
    Als sie ihn aufmachte, fiel ihr ihr Schulrucksack entgegen.
    Mit einem leisen Fluch - moment, seit wann fluchte sie? - sammelte sie ihre Sachen ein und ging dann in eine der Einzelumkleiden, wo sie sich schnell umzog und ihre Schwimmsachen wieder zurück in die Tasche packte.
    Ihre nassen Haare hatten schon jetzt ihr T-Shirt, dass sie trug, auf dem Rücken halb durchnässt - normalerweise hätte sie sie noch etwas trocken gerubbelt, aber immoment war sie viel zu verwirrt. Naja, würde schon so wieder trocknen.
    Sie kontrollierte nochmal schnell, ob sie alles anhatte; man sah das ja oft in Filmen, dass jemand in der Eile vergessen hatte, sich eine Hose anzuziehen. Aber sie hatte alles an. Also setzte sie ihren Rucksack auf, nahm ihre Tasche und ging dann auf den Gang, von dem man aus die ganzen anderen Umkleiden erreichen konnte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 27.03.2009, 22:40


    Ace duschte und zog sich in Rekordzeit an. Er konnte es gar nicht erwarten, dass Mädchen zu fragen, was sie von diesem ganzen... Komplott wusste. Schnell rubbelte er sich sein Haar etwas trocken, stylte es wie üblich (wobei es dieses Mal seiner Stimmung gleich etwas durcheinander und aufgeregt aussah) und packte seine Sachen zusammen.
    Schon wollte er auf den Gang hinaus treten, als ihm auffiel, dass er den Chip vergessen hatte, den man vorne zum rein- und rausgehen brauchte und den man ebenfalls für die Schließfächer benötigte. Schnell ging er zurück, holte ihn, schloss draußen seine Wertsachen aus und blieb draußen vor dem Schwimmbadeingang stehen.
    Er war seltsam aufgeregt und verwirrt - das war er eigentlich nie, egal, was Absurdes gerade passiert war. Doch jetzt fiel ihm merhmals fast der Rucksack runter und er ertappte sich dabei, wie er immer wieder durch die Glastür reinlugte.
    Die Braunhaarige war ihm nicht sofort gefolgt - das war klug und gut so. Oder sie hatte ihn für verrückt abgestempelt und sich dazu entschieden, einfach weiter zu schwimmen und ihn zu vergessen. Er hoffte, dass es nicht so war...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 27.03.2009, 22:46


    Schließlich lief Mickie zu dem Drehkreuz, steckte den Chip in den dafür vorgesehenen Automaten, oder wollte das zumindest, den bevor sie das tun konnte, fiel ihr das Ding runter. Schnell hob sie es auf und steckte es nun wirklich in den Automaten, woraufhin ein leiser Klick ertönte und Mickie durch das Drehkreuz in den Vorraum gelangen konnte.
    Seit wann war sie eigentlich so ungeschickt?
    Sie atmete einmal tief durch und versuchte, sich etwas zu entspannen, während sie nach draußen ging.
    Schon durch die Glastür konnte sie den Jungen erkennen. Er hatte sich wieder die Haare hochgestylt, und jetzt sah er dem Jungen, den sie im Traum getroffen hatte, schon viel ähnlicher.
    Kurz musterte sie ihn; seine Haare schienen etwas unordentlich und seine Augen waren nicht ganz so silbernd wie im Traum, sondern eher grau, aber er war es.
    Mickie sah sich noch einmal vorsichtig um und trat dann zu ihm heran. Wie er wohl reagieren würde? Was er wohl wusste? Hoffentlich mehr als sie. Aber hoffentlich war er nicht wieder so.. unfreundlich. Arrogant. Mickie mochte Menschen, die sich so benahmen, nämlich ganz und gar nicht. Das Problem war nur, dass sie gerade mit so einem Menschen zu tun hatte. Mehr oder weniger zwangsläufig.
    Aber da musste sie jetzt durch.
    "Ähm - Hallo."
    Wow. Was besseres war ihr wohl nicht eingefallen.. Aber es war ihr spontan wirklich nichts anderes eingefallen.
    Aber höchstwahrscheinlich hält er mich sowieso schon für total bescheuert, dachte sie und seufzte innerlich.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 27.03.2009, 23:46


    Ah, endlich kam das Mädchen. Gerade rechtzeitig, denn Ace hatte schon geglaubt, vor Neugier, Ungeduld, Nervösität - oder was auch immer das für ein Gefühl war, das ihn durchdrang - platzen zu müssen.
    "Äh, jah. Um zum Punkt zu kommen: Ich weiß nicht, was hier los ist, aber es ist ziemlich schräg. Ich habe irgendso einen dummen Al-, eh, Traum und dann treff ich urplötzlich im Schwimmbad auf eine der Person daraus!"
    Ace fuhr sich einmal schnell durchs Haar - es war eine Geste, die er nur dann tat, wenn er sehr aufgeregt, verständnislos und verwirrt war ((wenn er sich aus Eitelkeit durchs Haar fährt sieht das anders aus)).
    Beinahe hätte er schon angefangen, nervös hin- und her zu laufen, besann sich dann aber seiner Würde und blieb stehen.
    Unruhig ließ Ace den Blick über die Umgebung gleiten. Plötzlich blieb sein Blick auf dem Mädchen haften, er sah ihr direkt in die Augen und beobachtete jede Regung ihres Gesichtes.
    "War es bei dir genauso? Hattest du auch diesen Traum? Was weißt DU darüber?!?", sagte er mit der unverwechselbaren Kühle in der Stimme, ruhig, als würde er sie verhören. Doch eigentlich fiel es ihm schwer, nicht zu brüllen.
    Er wollte die Wahrheit erfahren, er wollte endlich wieder alles geordnet und verständlich haben. Er wollte verdammt noch mal seine geliebte Logik zurück!



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 27.03.2009, 23:47


    Hilfe..
    Da kam sie raus und wurde sofort ausgefragt. Und es klang auch noch so, als hätte sie irgendetwas verbrochen. Oder, als wäre sie einfach nur irgendein dummes Mädchen, was man mal eben fertig machen konnte. War sie das nicht auch? Schließlich wusste sie selber nicht mehr als er..
    "Also, im Grunde genommen weiß ich gar nichts.. Aber ich vermute mal stark, das wir den selben Traum hatten, nur eben aus anderen Perspektiven", begann Mickie vorsichtig sich zu erklären. Ihr Blick war dabei nicht auf Ace, sondern eher in Richtung Boden gerichtet - der Kerl machte ihr doch etwas Angst.
    "Und heute morgen.. Naja, ich wurde von einem Motorrad angefahren. Das ist zwar nichts tolles, aber die Fahrerin.. Es war das Mädchen aus dem Traum mit der grünen Haarsträhne. Sam heißt sie.
    Und als ich jetzt auch noch dich getroffen habe..
    Naja, ich denke mal, du weißt, wie überrascht ich war. Oder immer noch bin. Ich kann mir auf die ganze Sache nämlich keinen wirklichen Reim machen.."
    Jetzt fing sie auch noch an Vorträge zu halten, die vollkommen uninformativ waren. Nervös drehte sie sich eine ihrer nassen, dunklen Haarsträhnen um den Finger.
    Aus den Worten des Jungen schloss sie, dass er auch nicht viel mehr wusste, ihn zu fragen würde sie also nicht viel weiter bringen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 28.03.2009, 00:00


    "Also, im Grunde genommen weiß ich gar nichts.. Aber ich vermute mal stark, das wir den selben Traum hatten, nur eben aus anderen Perspektiven", erklärte das Mädchen.
    Aha, als gehörte sie zumndest nicht zu denen, die sie unter Droge gestellt hatten - oder wer auch immer was auch immer getan hatte. Dann war die Braunhaarige zumindest nicht seine Feindin. War ja schon mal gut zu wissen.
    Ace war ganz in Gedanken versunken, als sie weiter erzählte: "Und heute morgen.. Naja, ich wurde von einem Motorrad angefahren. Das ist zwar nichts tolles, aber die Fahrerin.. Es war das Mädchen aus dem Traum mit der grünen Haarsträhne. Sam heißt sie."
    Ace klappte der Mund auf. Sie waren anscheinend nicht die einzigen, die unter Droge gestellt worden waren.
    Dann sprach das Mädchen weiter: "Und als ich jetzt auch noch dich getroffen habe.. Naja, ich denke mal, du weißt, wie überrascht ich war. Oder immer noch bin. Ich kann mir auf die ganze Sache nämlich keinen wirklichen Reim machen."
    "Miss Grünhaar also auch... Sam...", dachte Ace laut nach.
    Dann wandelte sich sein Blick von Überraschung und Nachdenklichkeit in Zielstrebigkeit.
    "Sie ist auch in die Sache verwickelt - also müssen wir sie irgendwie ausfindig machen. Hat sie dir vielleicht irgendetwas erzählt, irgendwelche Hinweise in Bezug auf ihren Wohnort, ihre Arbeitsstelle oder soetwas gegeben? Oder vielleicht hat sie dir auch ihren Nachnamen verraten...?"
    Es hatte etwas von einem Krimi, wie sie dort versuchten, Hinweise zu finden und sich einen Reim auf das ganze zu machen. Ace hatte Detektiv-Geschichten nie sonderlich gemocht - sie waren immer so unrealistisch gewesen, seiner Meinung nach. Und jetzt as hier... Mit diesem unrealistisch realistischem Traum... Was für eine Ironie.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 28.03.2009, 00:34


    "Miss.. Grünhaar?", fragt Mickie leise nach der Äußerung ihres gegenübers, mehr sich selbst als den Jungen. Miss Grünhaar.. Interessanter Spitzname. Er mochte sie anscheinen wirklich nicht besonders.. Was sie dann wohl erst für einen Spitznamen bekommen hatte?
    Nach der Frage von Ace erinnerte sie das alles hier immer mehr an die Sherlock Holmes Bücher, die sie gelesen hatte. Vielleicht waren sie auch in so einer Art Krimi, und irgendwo auf der Welt saßen jetzt Leute vorm Fehrnseher und machten sich über sie lustig..? Hoffentlich nicht.
    Übers Nachdenken hatte Mickie fast vergessen, Baker zu antworten. Gut, dass sie sich gemerkt hatte, was Sam gesagt hatte - sonst würde sie jetzt ziemlich blöd dastehen.
    "Sie hat gesagt, dass sie im Café 'Willow Tree' in der Larkstreet arbeitet. Vielleicht ist sie dort ja noch.. Und wenn nicht, können wir ja fragen, wie sie heißt und wo sie wohnt. Irgendwer müsste das ja wissen", erzählte sie also und überlegte kurz, wie lange sie wohl zu Fuß bis dorthin brauchen würden. Genau genommen hatte sie keine Ahnung, da sie noch nie etwas von der Larkstreet gehört hatte. Ganz abgesehen davon wusste sie nichtmal, ob der Junge auch zu Fuß war, so wie sie.
    "Ach, ähm - ich heiße übrigens Mickie", sagte sie noch, in der Hoffnung, dass der Junge sich auch vorstellen würde. Die ganze Zeit nur von einem Baker zu denken kam ihr irgendwie blöd vor.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 28.03.2009, 13:04


    Nachdem sie Mickie, das Mädchen aus ihrem Traum, bei der Schule abgesetzt hatte, machte Sam sich auf den Weg zu dem Café, in dem sie arbeitete. Davor stellte sie ihr Motorrad ab und betrachtete ihre Hose, die nicht mehr allzu sauber aussah nach dem Sturz - aber damit würden sie leben müssen.
    "Morgen zusammen!" Die Mitarbeiter-Hintertür schwang auf und ließ freie Sicht auf die weiß-blau geflieste Küche, in der gerade eine junge dunkelhaarige Frau das Waffeleisen anstellte, eine weitere, mit dunkelblonden Locken, einen Teller abspülte und ein vielleicht sechzehnjähriger Junge an der Kaffeemaschine herumhantierte. Alle drei drehten sich nun herum und erwiderten ihre Begrüßung; die mit den dunkelblonden Locken stellte ihren Teller promt zur Seite, trat auf Sam zu und umarmte sie. "Sammy! Was hast du denn gemacht?" Nach diesen Worten ging sie einen Schritt zurück und deutete auf die Flecken auf ihrer Hose.
    "Nur ein kleiner Unfall, Susie", entgegnete Sam. "Ein Mädchen ist mir mit ihrem Fahrrad in den Weg gefahren - keine Sorge, nichts passiert, nur das Rad ist hin." Sie grinste ihre beste Freundin beruhigend an. Susanne Michaels, von allen schlicht 'Susie' genannt, war die einzige, die ihren Namen zu einem Sammy verniedlichen durfte, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Sie kannten sich seit der Junior High und obwohl es wahrscheinlich keine zwei unterschiedlicheren Mädchen geben konnte (und sie sich am Anfang auch nicht so sonderlich gut verstanden hatten) waren sie inzwischen praktisch unzertrennlich.
    "Du sollst doch nicht andauernd Leute überfahren, Sam." Dieser Spruch kam aus Richtung Kaffeemaschine.
    "Aaaach, halt die Klappe, Bobby, sag mir lieber, wo zum Henker ihr mein Namensschild versteckt habt", war Sams Kommentar hierzu, gefolgt von einem suchenden Blick zur Pinnwand, an der die Dinger normalerweise alle klebten, wenn sie gerade nicht getragen wurden.
    "Oh, das ist mir vorhin runtergefallen... hier. Susie, ab zur Spüle, da kommt schon Sal mit schmutzigem Geschirr." Die Schwarzhaarige, die durch ihr eigenes Schild als 'Tracy' ausgewiesen wurde, reichte Sam das Schild, das diese sich an ihre Bluse pinnte, und verkrümelte sich wieder in Richtung Waffeleisen. Eine andere junge Frau gab nun bei Susie das Geschirr ab und sah zu Sam. "Gut, dass du da bist, ich muss los. Du kannst die Tische eins bis sieben übernehmen, acht bis fünfzehn erledigt Alicia. Fast alles voll, heute morgen wollen irgendwie alle außer Haus frühstücken..."

    Damit begann die Hektik eines typischen Arbeitstages im Café Willow Tree, noch ein bisschen hektischer als sonst, weil erstens die Besitzerin Marian Martinson, Tracys Mutter, krank war und zweitens ihr bester Kaffeemacher Alec seine Ferien in Florida verbrachte. Mistkerl, fanden sie alle, vor allem seit er ihnen eine Postkarte mit äußerst schadenfrohen Kommentaren geschickt hatte (die befand sich auch an der Pinnwand und schien die Arbeitenden zu verhöhnen). Schließlich, als die Uhr 12:30 anzeigte, begann ihre Mittagspause.

    Sam gähnte und ließ ihren Blick über den Speiseraum wandern. Fünfzehn Tische standen da, scheinbar kreuz und quer über den Raum verteilt. Die gesamte rechte und linke Seite zogen sich große Fenster entlang, die so viel Licht wie möglich hereinließen, neben ihnen dunkelgelb-orange Vorhänge, passend zu der hellgelben Tapete. In den Ecken standen viele Pflanzen, ebenfalls eine auf dem Tresen, in dem Nachmittags der Kuchen ausgestellt wurde. Neben dieser lag eine Zeitung, in die Susie gerade einen Blick warf.
    "Kann ich auch mal sehen?", fragte Sam und nahm sie entgegen.
    "Hast du's heute schonmal gelesen? Sie haben ein totes Mädchen gefunden, wohl erstochen. Und neben ihr eine Katze, geköpft."
    Sam sah nicht hin, aber sie konnte sich vorstellen, wie ihre Freundin das Gesicht verzog. Das war es nicht, was sie in der Bewegung innehalten und dann eilig nach der Seite suchen ließ. Morde waren in New York keine Seltenheit. Nein, es war das zweite, was Susie gesagt hatte. Und neben ihr eine Katze, geköpft. Immernoch stand ihr dieses Bild vor Augen, der Kopf, der über den Boden rollte.
    Endlich hatte sie den Artikel gefunden. Das Foto, das irgendein Reporter, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen war, gemacht hatte, sprang ihr sofort ins Auge: Ein rothaariges Mädchen lag auf einem Holzfußboden, mit offenen, glasigen Augen, direkt daneben der Körper einer Katze ohne Kopf. Die tödliche Wunde war nicht mit auf dem Bild, doch Sam wusste, wie sie aussah. Und wie sie entstanden war.
    Nein, das ist unmöglich. UNMÖGLICH., schrie eine Stimme in ihrem Kopf, obwohl es keinen Zweifel gab: Es war Lucky, auf dem Bild. Lucky, aus ihrem Traum.
    Kurz überflog sie den Artikel. Anscheinend waren einige Katzen um ein Baumhaus in einem Park herumgestreunt und hatten ein furchtbares Theater veranstaltet, bis ein Fußgänger sich gewundert und mal nachgesehen hatte. Dort hatte er Lucky - nein, das Mädchen gefunden, das vermutlich ein Straßenkind war, zumindest hatte es auch keinen Ausweis oder dergleichen dabeigehabt. Ihr Alter wurde auf vierzehn bis fünfzehn Jahre geschätzt.
    "Sammy?"
    Sam schüttelte kurz den Kopf und sah auf. Erst jetzt bermerkte sie, dass sie die ganze Zeit die Luft angehalten hatte. "Ja, hast du was gesagt?"
    Susie sah sie prüfend an, als wollte sie sichergehen, ob mit ihr alles in Ordnung war, doch Sams Gesichtsausdruck war schon wieder völlig normal. Nur ihre Gedanken waren woanders. Ganz woanders. "Ich habe gefragt, ob wir zusammen Mittagessen wollen."

    Die ganze Zeit, beim Essen und wieder nachmittags im Café, war Sam nicht ganz anwesend. Sie vermutete, dass die anderen es merkten, aber es war ihr im Prinzip schnuppe. Sie dachte schon wieder über ihren Traum nach, diesen seltsamen Traum, der so real gewirkt hatte - und nun vielleicht auch real gewesen war. Erst hatte sie Mickie getroffen, dann in der Zeitung gelesen, dass Lucky (oder ein Mädchen, das genauso aussah) umgebracht worden war. Eigentlich fehlte nur noch Baker, um den Irrsinn komplett zu machen.
    Vielleicht ist das hier ja auch ein Traum, überlegte Sam, während sie mit abwesendem Blick eine Bestellung aufnahm. Zwei Stück Käsekuchen und zwei Cappuccino, einer mit Sahne, einer ohne. Vielleicht habe ich nur geträumt, dass ich aufgewacht bin, eigentlich liege ich immernoch im Bett. Wenn das so war, dann zog sich dieser Traum ganz schön in die Länge. Aber trotzdem war es wahrscheinlicher, als dass sie von Außerirdischen entführt und einer Gehirnwäsche unterzogen worden war - oder, dass alles tatsächlich passierte. Sie musste nur warten bis der Wecker klingelte. Genau. Aber trotzdem hatte es sich sehr echt angefühlt, als sie sich vorhin an den Scherben von dem heruntergefallenen Glas geschnitten hatte...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 29.03.2009, 20:59


    "Das ist gut", sagte Ace kurz angbunden auf die Informationen des Mädchens und war in Gedanken schon dabei, auf sein Motorrad zu steigen und Miss Grünhaar zur Rede zu stellen.
    Dann ließ die Braunhaarige noch verlauten, dass sie Mickie hieß. Ace schielte mit einem Auge spöttisch auf sie herunter, als hätte sie gerade etwas sehr dummes und ziemlich überflüssiges gesagt.
    "Super. Als würde mich das interessieren", sagte er herablassend und ließ etwas von seiner Baker-Überheblichkeit auf sie herab regnen.
    Dann wandte er den Blick zu seinem schwarzen Motorrad, wie es dort stand, protzig und doch unantastbar, vollkommen auf Ace abgestimmt. Wenn er jetzt zu diesem Café fahren wollte, musste er diese Mickie wohl darauf mitnehmen. Ace grauste bei dem Gedanken. Nicht, dass er speziell etwas gegen dieses Mädchen hatte - eher hatte er etwas gegen die ganze Menschheit. Aber er kam wohl nicht drum herum.
    Schnell warf er noch einen kurzen Blick auf seine Uhr - sie war schwarz, sportlich und digital.
    Es war schon halb drei, aber er hatte es nicht eilig, nach Hause zu kommen.
    Nach Hause..., dachte er spöttisch. Da erwartete ihn sowieso niemand - oder vielleicht der Vermieter, der ihn zur Rede stellen wollte. Keine allzu verlockende Aussicht. Notiz an sich selbst: unbedingt die Kings anrufen. (So unangenehm es auch ist...)
    Es stellte sich jetzt nur die frage, ob diese Mickie nicht vielleicht zu Hause schon von ihrer Mommy vermisst wurde.
    "Musst du irgendwie nach Hause?", fragte er also gezwungerner Maßen - nein, es interessierte ihn kein bißchen, auch wenn diese Information notwendig war. Das letzte, was er jetzt wollte, war Stress mit irgendwelchen hysterischen Eltern. Nein, danke.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 02.04.2009, 15:43


    Super. Als würde mich das interessieren.
    Na toll. Das ihn das nicht interessieren würde, war ihr auch klar gewesen. Niemand interessierte sich für ihren Namen. Und wenn ihn jemand erfuhr, dachten sowieso alle nur an Mickey Mouse.
    Aber sie wollte den Namen des Jungen wissen. Jetzt nochmal zu fragen traute Mickie sich allerdings auch nicht.
    Muss ich mich wohl doch weiterhin mit 'Baker' abfinden.., dachte das Mädchen und seufzte innerlich.
    Und dann fragte er sie, ob sie nicht irgendwie nach Hause müsse.
    Wahrscheinlich hielt er sie für ein kleines, verwöhntes Kind, dessen Eltern vor Sorge die Polizei alarmierten, wenn sie auch nur eine Sekunde zu spät kam.
    Oder er wollte sie ganz einfach wieder loswerden. Verständlich. Irgendwie glaubte Mickie, dass es eher das zweite war, was der Junge wollte.
    Aber so leicht ließ sie sich nun doch nicht abschütteln.
    Zu Hause würde niemand die Polizei anrufen, ihr Vater war auf der Arbeit und ihre Mutter kümmerte sich den halben Tag lang nur um ihre Schwester, kochte, putzte, machte den Haushalt und versank ganz nebenbei in ihrem Selbstmitleid.
    Nein, da wartete gewiss niemand auf sie.
    Also schüttelte sie kurz dem Kopf und wartete, was er nun tun würde. Wahrscheinlich sich ärgern, dass sie nicht nach Hause musste. Eigentlich wäre sie ja sowieso noch länger Schwimmen gewesen, von daher war die Frage eigentlich vollkommen irrsinnig. Aber gut.
    Erstmal abwarten. Hoffentlich war er jetzt nicht allzu wütend..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 02.04.2009, 20:28


    "Na dann." Es war keine Aufforderung, noch eine Frage, einfach eine Tatsache.
    Aus seinem Rucksack holte er sein Schlüsselbund und warf es mit einer Handbwegung gekonnt hoch und fing es wieder auf - das sah wohl etwas übertrieben angeberisch aus, aber in Zusammenhang mit Ace bekam es noch eine andere Bedeutung. Schlichte Überlegenheit zu jedem anderen Wesen dieser und - falls vorhanden - anderer Welt.
    Ace nahm seinen Helm und drückte ihn Mickie in die Arme. Es war wirklich mehr ein Drücken als ein Geben, da er es nicht sehr sanft tat und er das Mädchen auch gut hätte umstößen können.
    "Ich hoffe mal du hast keine Kopfläuse oder andere Mitbewohnter", sagte er verächtlich und steckte den Schlüssel rein.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 02.04.2009, 20:55


    Stillschweigend sah Mickie zu, wie der Junge, dessen Namen sie immer noch nicht kannte, einen Schlüsselbund aus der Tasche hohlte und ihn wirklich übertrieben lässig in die Luft warf und wieder auffing.
    Heimlich hatte Mickie sich gewünscht, er würde ihn nicht fangen. Vielleicht hätte das seine Arroganz mal etwas angekratzt.. Aber er hatte ihn gefangen.
    Als er ihr dann einen Helm in die Hand drückte, und zwar so, dass Mickie sich fragte, warum er sie nicht gleich damit beworfen hatte - wohl schlicht und einfach, weil ihm sein Helm dafür zu Schade war - schloss sie daraus, dass das schwarze Motorrad wohl im gehörte.
    Gut, vielleicht hatte er es auch geklaut.. Zuzutrauen wäre es ihm. Aber daran wollte Mickie jetzt lieber nicht denken.
    Sie dachte viel mehr daran, dass sie nun schon zum zweiten mal an einem Tag mit einem Motorrad fahren würde.
    War heute vielleicht Motorrad-Tag oder sowas in der Richtung..?
    Und wie war das mit dem 'Man soll nicht bei Fremden Leuten ins Auto steigen'..?
    Naja, Motorräder waren nur immer noch keine Autos. Und in gewisser Weise kannte sie den Jungen ja. Leider.
    Ich hoffe mal du hast keine Kopfläuse oder andere Mitbewohner, drang die verächtliche Stimme ihres Gegenübers an ihr Ohr.
    "Nicht, das ich wüsste", gab sie halblaut zurück und setzte sich den Helm auf den Kopf.
    Sie hatte nur nasse Haare. Aber das war ihm wohl bewusst gewesen, als er ihr das Ding 'gegeben' hatte.. Und rein aus Trotz fragte sie deswegen jetzt nicht nochmal nach, auch wenn sie es wohl bei jedem anderen Menschen getan hätte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 03.04.2009, 22:53


    "Gut", gab Ace trocken von sich.
    Mit einer gekonnten Bewegung schwang er sein linkes Bein über das Motorrad, so dass er aufsaß. Mit einer wedelnden Handbewegung deutete auf den freien Platz hinter sich.
    "Setzen."
    Mit der anderen Hand zog er den Verschluss seiner Jacke hoch - im Fahrtwind ist es immer ziemlich kühl.
    Noch bevor Mickie sich hinter Ace setzen oder was auch immer sie vorhat tun konnte, ließ Ace schon den Motor des Gefährts aufheulen.
    Die Maschine vibrierte unter seinem Körper und ein summendes Geräusch ertönte.
    Vielleicht würde dieser ganze Wahnsinn hier bald ein Ende haben - vielleicht hatte Sam ja eine plausible Erklärung für das alles hier. Schließlich musste es doch viele logische Alternativen zu der geben, die, naja, nichts damit zu tun hatten, dass sowohl Ace als auch Mickie verrückt waren. (Und bei nicht wenigen würde es so enden, dass Ace Sam umbringt..) Logik - Ich komme!



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 12.04.2009, 00:00


    Langsam begann Mickie sich zu fragen, wo dieser Typ wohl aufgewachsen war. Sie kam sich vor, als wäre sie ein einfacher, dummer und nichtsnutziger Soldat und er ihr Kommandant.
    Setzen. Allein schon dieser befehlsartige Ton.. Und er war wohl auch kein Fan von zu vielen Worten.
    Was der wohl für Eltern gehabt haben musste..?
    Wortlos folgte das Mädchen seiner Aufforderung und setzte sich hinter ihm auf das Motorrad, das bereits kurz zuvor angelassen wurde.
    Ihr widerstrebte sie Vorstellung, sich an ihm festhalten zu müssen.
    Nur leider gab es bei diesen Fahrzeugen gar keine andere Möglichkeit.
    Hoffentlich war der Weg bis zu dem Café, in dem Sam arbeitete, nicht allzu weit. Und hoffentlich war sie auch wirklich da..
    Nachher war der ganze Unfall nur eine Halluzination gewesen?
    Vielleicht hatte sie sich ja einfach nur eingebildet, das Sam so aussah wie das Mädchen in ihrem Traum?
    Wobei die grüne Strähne doch recht auffällig war.. Aber es gab bestimmt noch ein paar mehr Menschen mit einer grünen Strähne im Haar.
    Hoffentlich wusste Sam mehr als sie. Hoffentlich..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 01.05.2009, 02:34


    Mickie folgte seinem 'Befehl' gott sei dank ohne Maulen und ließ sich hinter ihm auf dem Motorrad nieder.
    "Gut festhalten", sagte er noch mit hörbarem Widerstreben. Wahrscheinlich war es unnötig, aber wer weiß wie viel dieses Mädchen von Motorrädern verstand. Außerdem gefiel es ihm, Leuten das Gefühl zu geben, dumm zu sein. Dann fühlte er sich immer so herrlich.. mächtig.
    Auf der anderen Seite war das Objekt, an dem Mickie sich festzuhalten hatte, er. Das war dann wiederum nicht so angenehm.
    "Fertig?", fragte er noch einmal sicherheitshalber. Nicht, um für die Sicherheit des Mädchens zu garantieren, sondern die seiner Motorrads.
    Mickie könnte seinem edlen Gefährt schließlich Kratzer zufügen, wenn sie irgendwie runter flog oder so.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 01.05.2009, 23:00


    Vielleicht sollte sie sich extra nicht fest genug fest halten, damit sie runter fiel und der Kerl dann Ärger bekam..
    Moment, was dachte sie da eigentlich? Sie war doch sonst nicht so. Aber sonst waren die Leute, mit denen sie zu tun hatte, auch nicht so. Was wohl daran lag, dass sie kaum mit Leuten zu tun hatte, da sie ihnen in den meisten Fällen einfach aus dem Weg gehen konnte...
    Aber in irgendeiner Weise hätte dieser Kerl es ja verdient.
    Nein Mickie, hör auf sowas zu denken, sonst bist du auch nicht viel besser als der Kerl selbst, rief sie sich zur Ordnung.
    Fast hätte sie als Antwort auf die Frage des Jungen genickt, aber ihr fiel gerade noch rechtzeitig ein, dass dieser ja vor ihr saß und sie so nicht sehen konnte.
    "Ja", meinte sie also kurz und gerade so laut, dass ihre Stimme den Motor der Maschine übertönte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 21.05.2009, 21:46


    Das Mädchen bejahte seine Frage und hielt sich dann tatsächlich fest.
    Ace zuckte unter der Berührung zusammen, auch wenn er das so sehr wie möglich zu unterdrücken versuchte.
    Es war ja nicht so, dass Mickie ihm wehtun würde, doch bloß berührt zu werden, von einem anderen Menschen, dass war so... so fremd, so völlig unbekannt.
    Ace versuchte das ganze zu überspielen, indem er sich räsuperte und Gas gab um loszufahren.
    Zumindest wusste er ungefähr wo die Larkstreet war, sonst hätte er noch fragen müssen und dass wäre ja total entürdigend gewesen.
    Ace fuhr also in zügigem Tempo los, Richtung Larkstreet.
    Der Weg war nicht allzu weit und sie würden wahrscheinlich bald dort sein.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 22.05.2009, 21:19


    Mickie spürte, wie der Junge zusammenzuckte, als sie sich an ihm festhielt. Dabei hatte sie ihn nicht einmal besonders doll berührt oder sowas..
    Nun, bei seiner Art wurde er wahrscheinlich nicht allzu oft berührt, vielleicht war das der Grund dafür.. Oder er war ganz einfach nicht besonders Menschenfreundlich.
    Aber eher beides.
    Leicht amüsiert merkte Mickie, wie der Junge sich bemühte, möglichst schnell loszufahren, wohl, um damit sein Zusammenzucken in den Hintergrund zu schieben.
    Er fuhr relativ schnell, zumindest schneller, als Sam heute morgen gefahren war. Aber das war für ihn bestimmt normales Tempo, wenn nicht sogar langsam.
    Immerhin schien er zu wissen, wo er lang musste. Mickie selbst hatte nämlich absolut keine Ahnung, wo genau sich diese Larkstreet, in der das Café war, befinden sollte.
    Also sah Mickie nach links, wo Häuserblöcke an ihnen vorbeisausten, und hoffte einfach nur, dass diese Fahrt möglichst schnell vorbei war. Und dass sie Sam dort trafen, wo sie sie vermuteten. Das Sam mehr wusste als sie selbst. Das Sam in der Gegenwart des Jungen nicht so nett wurde wie im Traum...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 22.05.2009, 23:24


    Nach einer Weile bog Ace dann endlich in die Larkstreet ein, eine relativ kleine, gerade verlaufende Straße in der sich außer dem Café noch mehrere Wohnhäuser, eine Bar und eine Änderungsschneiderei befanden.
    Am liebsten hätte Ace voll Gas gegeben, als er den Straßennamen las, doch er musste das Tempo drosseln, denn er wusste nicht wie das Café aussah und wo genau es lag und wäre sonst wahrscheinlich einfach daran vorbei gefahren.
    Doch Ace musste nicht lange suchen, da schon relativ am Anfang der Straße ein Schild mit einem Baum und dem Schriftzug 'Willow Tree' auf eben dieses Café verwies.
    Irgendwie erleichtert, aber trotzdem am ganzen Körper angespannt, hielt Ace an. Er stieg von dem Motorrad und schloss es ab, dann wandte er sich zu dem recht unscheinbaren Eingang des Cafés.
    Er dachte gar nicht erst daran, dass die Braunhaarige ihm nicht folgen könnte, und betrat durch den Eingang Willow Tree.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 23.05.2009, 01:51


    Irgendwann, es kam Mickie viel zu lange vor, laß sie dann endlich 'Larkstreet' auf einem der Straßenschilder.
    Die Straße war nicht besonders lang und das Café war auch nicht allzu schwer zu finden, denn ein doch recht großes Schild mit der Aufschrift 'Willow Tree' und einem Baum darauf verwies auf den Laden, in dem Sam arbeiten musste.
    Der Junge parkte sein Fahrzeug vor dem Café, und Mickie ließ den Motorradfahrer so schnell wie möglich los, um dann von der Maschine zu steigen und sich den Helm abzunehmen.
    Da der Junge schon zu dem Eingang des Geschäfts ging und Mickie nicht recht wusste, wohin mit dem Helm, nahm sie ihn kurzerhand mit, als sie Baker folgte und hinter ihm durch den kleinen, fast schon unauffälligen Eingang das Café betrat, in dem sie nun hoffentlich endlich Antworten auf ihre Fragen bekommen würde.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 24.05.2009, 02:32


    Ace ließ kurz den Blick über den Innenraum des Cafés schweifen. Mehrere Tische standen über den Raum verteilt, aber nur ein paar von ihnen war besetzt. Die Möbel waren recht modern und es standen einige Pflanzen in den Ecken. Da die Seiten rechts und links von Ace fast gänzlich von großen Fenster eingenommen wurden, war es hier ziemlich hell, aber die Luft war leicht stickig, als wären hier vor kurzem eine Menge Leute gewesen. Und das stimmte vermutlich auch: Dieses Café hat in der Gegend keine große Konkurrenz.
    Eine Mitarbeiterin verschwand gerade mit einem Block in der Hand am gegenüberliegenden Ende des Raumes durch eine Tür. Dahinter lag wohl die Küche. Zielstrebig schritt er auf diese Tür zu. ihm war klar, dass es verboten war, als Gast in die Küche einzudringen. Dabei konnte man schließlich die Hygiene gefährden. Doch wie er halt so ist, scherte er sich nicht darum.
    Ace stieß die Tür zu der Küche auf und blickte in ein paar verdutzte Gesichter.
    "Wo ist 'Sam'?", fragte er kühl.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 24.05.2009, 17:51


    Mickie sah sich kurz in dem Café um: Es war freundlich und hell hier, über den Raum verteilt standen einige grüne Pflanzen, die, im Gegensatz zu denen in anderen Cafés, sogar ziemlich echt aussahen.
    Tische und Stühle sahen recht modern aus, der Boden war gefliest und die Wände in einem freundlichen orange gestrichen. Hier und da saßen an einigen Tischen Menschen, die etwas aßen, tranken und miteinander redeten oder etwas lasen.
    Zeit, sich genauer umzusehen, blieb Mickie nicht, denn der Junge maschierte bereits los, einer Frau mit einem Block in der Hand hinterher. In Richtung einer Tür. Einer Tür, durch die garantiert keine Gäste gehen durften.. was machte er denn da!? Konnte er nicht ganz normal zum Thresen gehen und dort fragen? Doch bevor das Mädchen Ace aufhalten konnte, hatte dieser auch schon die Tür geöffnet und wurde von einigen überraschten Gesichtern angeschaut. "Wo ist Sam?", fragte er drauf los. Mickie seufzte in sich hinein, während sie hinter dem Jungen in die Küche schaute. Sam konnte sie unter den Anwesenden nicht erkennen.
    "Sie wissen schon, dass Ihnen Betreten der Küche nicht gestattet ist?", fragte eine Frau mit hochgezogenen Augenbrauen, die anscheinend nicht allzu erfreut über den plötzlichen Besuch war. Im Gegenteil, sie sah eher aus, als würde sie den Jungen gleich mit Vergnügen aus dem Café hinausschmeißen. Wenn das mal gut ging..
    Mickie beschloss, besser erst einmal nichts zu sagen und Ace reden zu lassen. Wenn sie jetzt versuchte, irgendetwas zu erklären, würde wahrscheinlich alles nur noch schlimmer werden, als es eh schon war...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 24.05.2009, 20:23


    "Wo ist diese verdammte Sam?", fragte er unbeirrt eindringlich weiter, begann aber schon, das Gesicht der Schwarzhaarigen mit der grünen Strähne zu suchen. Erfolgslos. Unter den anwesenden Mitarbeitern war niemand, der dem Mädchen oder auch eher der jungen Frau aus seinem Traum auch nur im entferntesten ähnlich sah (was keien große Kunst war, da Sam ein eher spezielles Aussehen hatte).
    "Sie ist nicht hier", knurrte er leise zu sich selbst, verärgert, doch keine Lösung für diesen ganzen Psycho-Quatsch gefunden zu haben.
    Aber was, wenn das Mädchen neben ihm log?
    Darüber, wo Sam arbeitet oder gar darüber, Sam getroffen zu haben..?
    Oder vielmehr darüber, überhaupt etwas mit der Sache zu tun zu haben...?
    Mit der Sache, von der er sich womöglich überhaupt nur einbildete, das sie existierte?
    In Ace Kopf verfestigte sich ein Verdacht.
    Nun, da es schon eine Weile her war, da er diesen Traum gehabt hatte...
    Was, wenn er sich die Ähnlichkeit zwischen Micky und dem Mädchen aus seinem Traum nur eingebildet hatte?
    Und das mit 'Lucky' im Schwimmbad nur ein Zufall gewesen war?
    Und dann hatte schließlich er das Thema angesprochen...
    Die Braunhaarige hätte einfach das Spiel mitspielen können, irgendetwas von einem Mädchen mit einer grünen Haarsträhne namens Sam erfinden können. Die Haarsträhne hätte schließlich auch Zufall sein können.
    Halt. Stopp. Jetzt bist du wieder da angelangt, wo du voher warst, unterbrach ihn eine Stimme in seinem Kopf.
    Das stimmte, so weit, dass er an allem zweifelte, war er auch schon im Schwimmbad gewesen.
    Er streifte Mickie mit einem vernichtendem Blick, glaubte aber nicht wirklich, dass dieses Mädchen zu soetwas fähig war.
    Doch trotzdem, er sollte vorsichtiger sein.. sonst wurde er nachher noch irgendwo eingeliefert.
    "Sie scheint... nicht hier zu sein", stellte er fest, an Mickie gewandt.
    Wenn sie wirklich hier arbeiten würde, müssten die Mitarbeiter oder wenigstens der Geschäftsführer wissen, wo sie wohnt.
    Das war das einzige, was sie nun weiterbringen könnte...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 24.05.2009, 20:45


    Der Junge fragte trotzdem weiter. Und die Mitarbeiterin sah wirklich aus, als wäre sie kurz vorm Explodieren.. Wahrscheinlich war sie so oder so schon nicht gut drauf gewesen, und das hatte das Fass jetzt überlaufen lassen.
    Bevor Mickie sich allerdings etwas ausdenken konnte, was die Situation entschärfen könnte, stellte Baker glücklicherweise schon selbst fest, dass Sam anscheinend nicht hier war. Allerdings nicht ohne sie mit einem Blick zu versehen, der ihr einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Sie konnte doch nichts dafür, dass Sam wohl schon Feierabend hatte..? Oder glaubte er etwa, sie hätte ihn angelogen? Oder log er sie nachher die ganze Zeit an? Und es gab gar keine Sam und keinen Ace, denen sie im Traum begegnet war, und irgendwo hing jetzt doch eine versteckte Kamera? ...selbst wenn, mittlerweile hatte sie sich schon so zum Affen gemacht, dass es gar nicht mehr viel schlimmer werden konnte.
    Das Mädchen nickte kurz und sah sich noch einmal in dem Café um, ob sie Sam nicht einfach übersehen hatten oder sie gerade aus einer der anderen Türen herauskam. Aber da war keine Sam.
    "Nein, wie Sie sehen können, ist Sam nicht hier. Würden Sie jetzt bitte die Freundlichkeit besitzen, diesen Raum umgehend zu verlassen? Und nehmen sie auch gleich ihre kleine Freundin mit!", raunzte die Frau den Jungen jetzt an. Aua. Mickie spürte, wie sie rot wurde, auch wenn sie nicht wusste, ob das an der Peinlichkeit der Situation lag oder an der schlichten Tatsache, dass sie es nicht besonders toll fand, als seine 'kleine Freundin' bezeichnet zu werden. Sie wusste schon, was jetzt von ihrem unfreiwilligen Begleiter kommen würde...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 24.05.2009, 21:15


    Nein, wie Sie sehen können, ist Sam nicht hier. Würden Sie jetzt bitte die Freundlichkeit besitzen, diesen Raum umgehend zu verlassen? Und nehmen sie auch gleich ihre kleine Freundin mit!...
    Wah. Ace' Gesicht zuckte kurz, doch sein Ausdruck blieb kühl und distanziert, nur mit leichtem Ärger und dem bekannten, spöttischen Unterton.
    Dann verzogen sich seine Mundwinkel zu einem vor Hohn triefenden Lächeln.
    "Das ist keine Freundin. Glauben sie mir, ich mache das auch nicht freiwillig. Und jetzt würde ich gerne mit dem Geschäftsführer dieses Ladens sprechen, wenn es denn einen gibt. Und zwar umgehend", sagte er eisig und benutzte absichtlich dieselbe Wortwahl der Mitarbeiterin.
    Was fiel der denn auch eigentlich ein?!
    Wer war denn hier der Kunde?!
    Und große Angst vor dieser Frau hatte er auch nicht - musste er auch nicht haben.
    Mit etwas schlimmerem als Hausverbot konnten sie ihn nicht bestrafen und das würde er sich sogar frewillig bei diesem Laden auferlegen.
    Die sollte sich mal nichts auf dieses kleine, verdreckte Loch einbilden..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 24.05.2009, 21:37


    Eine ruhige, fließende Melodie erfüllte die Luft. Die sinnlichen Töne drangen aus einem schwarzen Flügel, der, wenn er auch nur eine Ecke des Raumes ausfüllte, ein paar Momente lang im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit war.
    Auf dem unbequemen, zu tiefen Holzstuhl vor dem Flügel saß eine schlanke Gestalt. Der Spieler war von einer enormen, innerlichen Ruhe erfüllt, die auch auf sein Äußeres abfärbte. Er wiegte seinen Kopf sanft im Takt zu der Melodie und schneeweiße Locken umspielten sein Gesicht. Seine Augenlider waren geschlossen, während die langen, dunklen Wimpern einen kurzen Schatten auf seine alabasterfarbene Haut warfen. Die zarten Hände des Musikers verloren sich in einem leidenschaftlichen Tanz mit den Tasten, drückten sie sanft nieder, nur um sich unmittelbar danach wieder von ihnen zu entfernen.
    Dieses Zusammenspiel aus Klang und Optik steigerte sich zusehends von ruhig zu tiefgreifend, die feingliedrigen Finger flogen immer schneller über die Klaviatur. Man konnte den Ablauf kaum mehr verfolgen, als die Melodie wieder sanfter wurde und nach ein paar letzten, harmonischen Tönen ausklang.
    Die Augen wieder öffnend ließ der Spieler seine Finger noch ein paar Momente regungslos auf der Klaviatur ruhen. Er hielt den Blick gesenkt, wollte nicht sehen, was vor ihm lag, wohl wissend, was für eine Reaktion dies nur hervor rufen würde.
    „Sehr schön, Jamael. Dafür notiere ich dir eine gute Eins. Ist das in Ordnung so?“, sagte der älterer Herr, der an dem Lehrerpult saß und dessen Kopf nur noch spärlich von Haar bedeckt wurde. Der Weißhaarige Junge, Jamael, erhob sich und nickte leicht. Dann nahm er den Stuhl, auf dem er zuvor gesessen hatte und ging mit diesem zu seinem Platz zurück. Kurz flatterte sein Blick zu den achtundzwanzig Schülern, die ihn teilweise anstarrten und teilweise mit ihren Sitznachbarn beschäftigt waren, bevor er sich niederließ.
    „Freak“, flüsterte ein Junge und ein paar andere kicherten.
    „Ruhe bitte! So, nach Jamaels musikalischem Beitrag würde ich nun gerne mit dem Unterricht fortfahren. Unser Thema ist immer noch ‚Musik zum weghören’. Jason, würdest du gerne wiederholen, was wir letzte Stunde durchgenommen haben?“, ertönte die Stimme des Lehrers.
    Jamael starrte schweigend vor sich hin. Er bemerkte, dass immer noch einige Blicke auf ihn gerichtet waren. Auf ihn, den Streber, den Albino, den Looser, den Freak. Das war eine dumme Idee. Ich hätte nicht vorspielen sollen. Was für eine unendlich dumme Idee…, wiederholte er in seinen Gedanken immer und immer wieder.
    Im Verlaufe der Schulstunde hob er irgendwann wieder den Blick seiner großen, dunkelblauen Augen und konnte relativ gefahrlos zu seinen rund zwei Jahre älteren Mitschülern hinüber blicken. Keiner starrte ihn mehr an und es schien auch keiner mehr über ihn zu reden. Aber das hieß wohl keineswegs, dass sich dieses Thema nun erledigt hatte.
    Wenn man etwas falsch machte oder ein anderes Verhalten aufwies als der Rest, wusste dies meist binnen eines Tages die ganze Schule. Dabei würde man doch denken, dass es wahrlich interessantere und wichtigere Themen als ihn gab. Zum Beispiel, wer der neue Präsident der vereinigten Staaten wurde. Oder so.

    Seufzend zog Jamael die Tür hinter sich zu. Sein Kopf hämmerte immer noch wegen dem Volleyball, der ihn in der letzten Stunde voll gegen den Hinterkopf getroffen hatte. Sie hatten Sport gehabt und einer seiner Teammitglieder hat den Volleyball ‚aus Versehen’ gegen seinen Kopf gebaggert. Daraufhin ist er umgekippt – gegen das Netz oder besser in das Netz. Dieses war nämlich anscheinend nicht fest genug befestigt gewesen und ließ unter seinem Gewicht nach.
    Die Folge war, dass er samt Netz zu Boden fiel und von diesem auch erstmal nicht wieder aufstand, weil sich – im Eifer des Gefechts – auch noch verheddert hatte. Das war eigentlich ziemlich unrealistisch gewesen. Ein einzelner Mensch konnte nicht so viel Pech haben – nicht binnen weniger Sekunden.
    Aber anscheinend ja doch.
    Er legte den Hausschlüssel auf die Ablage und räusperte sich kurz. Dann rief er, mit einer einigermaßen klaren Stimme: „Ich bin wieder zu Hause!“ Keine Antwort folgte. Doch Sekunden später hörte er trippelnde Schritte und ein achtjähriges Mädchen kam ihm entgegen gelaufen. Die blonden Locken trug sie zu einem nachlässigen Zopf zusammen gebunden. Erwartungsvoll blickten die großen, dunkelblauen Augen zu Jamael auf. Jeanys äußerliche Ähnlichkeit zu ihm war unübersehbar, wenn sie auch längst nicht so blass war wie er. „Jama~! Wie war dein Vorspiel? Du hast doch heute im Musikunterricht vorgespielt, richtig?“, quietschte sie heiter. Jamael verzog die Mundwinkel zu einem Lächeln. „Es war gut. Ja, das Vorspiel war gut. Den anderen hat es auch gefallen…“



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 20:59


    "Eins, zwei, drei, vier..."
    Die Musik hallte in der Garage wider, in der die Band regelmäßig probte und in der es auch so aussah: Überall flogen Notenblätter herum, in einer Ecke standen Getränkekisten und ein Kühlschrank, auf dem Boden lagen Sitzkissen.
    Sie spielten einen fetzigen Rocksong, richtig zum Austoben für alle; die blonde Sängerin, die in ihr Mikro schmetterte, den rothaarigen Schlagzeuger mit seinem Schlabber-Shirt, die übertrieben aufgestylte Gitarristin, den schwarzen Bassisten, der als einziger nicht auf die Noten schaute, und die ebenfalls schwarze Keyboarderin.
    Leanns Finger flogen über die Tasten und hämmerten die Akkorde hinein. Wie immer trug sie mehrere Armbänder, von denen einige im Licht glitzerten. Die leicht gewellten Haare trug sie heute ausnahmsweise offen, sodass sie über die von einem blauen Shirt mit Dreiviertelärmeln bedeckten Schultern fielen. Die weiße Aufschrift auf dem Shirt war unmissverständlich: 'live to dance', darunter eine Achtelnote.
    Sie mussten sich etwas konzentrieren, denn dieses Lied spielten sie heute zum ersten Mal in der Gruppe - was sich in diesem Moment durch einen extrem schiefen Ton auf Richtung der Gitarristin verdeutlichte. Leann zuckte zusammen und griff mit einem Finger daneben, worauf ein erneutes Zusammenzucken folgte. Nun kam die Band entgültig ins Stocken.
    "Sorry", murmelte die Gitarristin und kartzte sich am Hinterkopf. "An der Stelle hakt's noch ein bisschen."
    "Das haben wir bemerkt", entgegnete der Bassist trocken.
    "Überspringen wir die Stelle?", fragte der Drummer.
    Allgemeines Schulterzucen und Nicken war die Folge.
    "Wir haben eh nicht mehr viel Zeit zum Proben... müssen wir nächstes Mal machen."
    "Dann ab Takt Zwanzig - eins, zwei, drei, vier..."

    Die Band probte noch eine Weile, bis sie sich schließlich voneinander verabschiedeten. Leann steuerte direkt auf ihr Fahrrad zu, das an der Hauswand lehnte, schloss es auf und fuhr los, gähnte kurz hinter vorgehaltener Hand. Was sollte sie den restlichen Tag machen? Vielleicht ein bisschen für die Schule lernen... das konnte nicht schaden.
    Sie seufzte leise, als sie um die Ecke bog. Kurz musste sie an den seltsamen Traum von letzter Nacht denken, an den sie sich ungewöhnlich klar und deutlich erinnerte: Sie war auf einem Markt gewesen, mit allen möglichen seltsamen Wesen, wie aus einem Fantasyroman entsprungen. Oder eher aus mehreren. Bei vielen der Wesen und Dinge konnte Leann sich kaum vorstellen, dass sie sie sich selbst ausgedacht hatte, jedoch konnte sie sich genausowenig erinnern, sie irgendwo anders her zu kennen - das Unterbewusstsein machte schon seltsame Sachen.
    Die Sechzehnjährige musste über sich selbst grinsen und schüttelte leicht den Kopf, dass irh eine schwarze Haarsträhne ins Gesicht flog und sie ihhn gleich nochmal schütteln musste. Was für schwachsinnige Gedanken. Sie sollte lieber darüber nachdenken, wo sie heute Abend was zu Essen herbekommen sollte, schließlich gingen ihre Eltern aus... am besten würde sie was bestellen, sie war in Hinsicht aufs Kochen einfach unfähig. Nein, mehr als unfähig. Gemeingefährlich. Noch dazu musste sie auf ihre kleinen Brüder aufpassen, weil ihre Schwester noch im Internat war, wie immer außer am Wochenende... Mist.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 21:07


    Sie hatte es gewusst. Sowas hatte ja kommen müssen. Der Junge musste ganz schön sauer sein, wenn er jetzt sogar schon zum Geschäftsführer wollte.. Aber das war ja nicht anders zu erwarten gewesen. Hoffentlich passierte jetzt nichts schlimmes..
    Die Frau vor ihnen versuchte sichtlich, sich zu beherrschen, damit sie nicht gleich vollkommen austickte. Allerdings schien ihr das nicht so ganz zu gelingen.
    "Der Geschäftsführer ist zur Zeit nicht anwesend. Und selbst wenn er anwesend wäre, würde er sich nicht mit Personen wie Ihnen herumschlagen. Allerdings bin ich seine Stellvertreterin. Also raus jetzt! Da ist der Hintereingang. Sie müssen mit Ihrer Arroganz nicht auch noch unsere Gäste stören. Raus!"
    Die Stimme der Frau wurde zum Ende hin immer lauter, und bei den letzten Worten deutete sie auf eine Tür, über welcher ein grünes 'Notausgang' Schild auf sie herab leuchtete.
    Ich glaube, mittlerweile stört sie die Gäste mehr als er, dachte Mickie mit einem Blick in das Café, wo schon mehrere Leute zu ihnen herüber sahen. Aber wahrscheinlich war es besser, jetzt wirklich zu gehen. Das MÄdchen sah zu ihrem Begleiter hoch, ein 'Jetzt-lass-uns-bitte-gehen' im Blick. Auch wenn sie aus irgendeinem Grund bezweifelte, dass er das sah. Hoffentlich war er vernünftig genug, um einzusehen, dass das hier nichts mehr bringen würde. Aber so, wie sie ihn bis jetzt einschätzte, wäre er durchaus in der Lage, diese Frau jetzt zusammen zu schlagen, nur um seinen Stolz zu bewahren und seine Informationen zu bekommen. Hoffentlich nicht..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 21:08


    Mit einem lauten Krachen fiel die Tür ins Schloss.
    Den Jungen, der dafür verantwortlich war, schien das nicht zu stören. Er lief mit schnellen Schritten die Treppe hinauf in das zweite Stockwerk, öffnete eine Tür, dann noch eine, warf die Sachen, die er zum Tennis mitgenommen hatte, in eine Ecke und stapfte dann wieder hinaus.
    Auf dem Weg zur Dusche zog er sich das Stirnband über den Kopf und löste den Zopf, zu dem er seine kurzen, weißen Haare zusammengebunden hatte. Die Tür zum Badezimmer knallte eben so laut wie die Haustür, aber das schien ihn immer noch nicht zu stören.
    Schnell streifte er sich seine Kleidung vom Körper, drehte den Hahn auf und stellte sich in die Duschkabine.

    Endlich Ruhe. Der ganze Tag heute war vollkommen für den Arsch gewesen. In der Schule hatte es angefangen - eine 4- in der Englischarbeit. Nur, weil er das Thema des Aufsatzes verfehlt hatte. Die Pausen waren wie üblich nervig gewesen. Als diese Quälerei dann endlich vorbei war, war er zum Tennis gegangen - auch nicht viel besser. Er hatte so miserabel gespielt wie lange nicht mehr. Sein Trainer hatte ihm dafür eine Standpauke verpasst, bald habe er doch ein wichtiges Spiel und er könne es sich nicht leisten, sich so gehen zu lassen. Immerhin hatten die anderen ihren Spaß gehabt, als er einen Ball voll gegen den Kopf bekommen hatte, weil einer von ihnen ihn abgelenkt hatte. Auch wenn er schon die ganze Zeit ablenkt gewesen war. Und vollkommen übermüdet. Er hatte die letzte Nacht durchgemacht, nur, weil er heute eine Mathearbeit geschrieben hatte. Die allerdings dann auch nur durchschnittlich verlaufen war. Scheiße aber auch.

    Nach einiger Zeit fühlte er sich dann endlich so weit wieder beruhigt, dass er die Dusche ausstellte, sich abtrocknete und dann in sein Zimmer tappte, wo er sich frische Kleidung anzog. Seufzend ließ der Junge sich aufs Bett fallen und starrte an die Decke. Im Grunde genommen wollte er einfach nur noch schlafen.. Aber das ging nicht. Er musste leider noch Hausaufgaben machen - so sehr im das auch missfiel.
    Aber nicht jetzt..
    Finley stand schwerfällig wieder auf und ging zu seinem Schreibtisch, auf dem sein offener Geigenkasten lag. Er nahm das Musikinstrument heraus, spannte den Bogen und brachte die Schulterstütze an. Er stimmte die Violine kurz - wobei es da nicht viel zu stimmen gab, sie klang eigentlich ziemlich gut - und begann zu spielen. Geige spielen war eine wunderbare Möglichkeit, um den Kopf frei zu bekommen.
    Fin spielte erst ein Lied aus "The Lord of the Rings", er mochte die Filmmusik sehr gerne, dann ein paar traditionelle Lieder.
    Wenigstens das Geige spielen klappte, so, wie es immer klappte. Da musste er nicht mehr für trainieren, die Stücke, die er konnte, konnte er. Und über diese Tatsache war er sehr froh. Finley lief durch das Zimmer und spielte ein Lied nach dem anderen, so lange, bis er schließlich ein Auto vorfahren hörte. Fast hätte er es überhört, so ganz in Gedanken versunken - glücklicherweise hatte er gerade ein etwas leiseres Stück gespielt. Schnell räumte er das Instrument wieder ein, setzte sich an seinen Schreibtisch und kramte irgendwelche Schulhefte heraus, die er dann aufschlug und so tat, als würde er sie voller Eifer studieren.
    Kurz darauf klopfte es an der Tür und eine Frau, etwa anfang vierzig, betrat das Zimmer. Sie hatte mittellange, dunkelblonde Haare, war relativ vornehm gekleidet und kam nun auf den Jungen zu.
    "Ich bin wieder da Schatz~", begrüßte sie ihn, ging zu Fin und wuschelte ihm durch die Haare.
    "Hmm", kam die Antwort des Weißhaarigen, der immer noch so tat, als würde er mit aller Sorgfalt das Lesen, was er in einem seiner Hefte notiert hatte. Latein war es, glaubte er.
    "Ich sehe schon, du bist beschäftigt", sagte die Frau leicht eingeschnappt und ging wieder in Richtung Tür. "Dann bis später", sagte sie noch, und kurz darauf war sie verschwunden.
    Finley seufzte und klappte das Heft wieder zu. Wirklich nervig war sie manchmal, diese Frau.. Was musste sie auch schon so früh wieder von der Arbeit kommen?
    Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Das konnte ja noch ein schöner Abend werden..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 21:10


    Es war nicht mehr allzu weit bis nach Hause. Leann fuhr gedankenverloren um eine Hausecke - und bremste irritiert, als ein merkwürdiges Geräusch an ihrem Fahrrad ertönte. Sie blickte nach unten und stellte fest, dass ihre Kette herausgesprungen war. Na toll.
    Eine Sekunde später ertönte ein weiteres Geräusch und zwar ein lautes Klirren, wie von zerbrechendem Glas.
    Vielleicht zehn Meter vor ihr standen drei Jungen, die soeben offensichtlich irgendetwas in das Fenster eines großen Backsteinhauses geworfen hatten. Nun blickten sie allerdings leicht erschrocken zu ihr hinüber, wobei das Erschrecken nur für einen Moment anhielt, denn als sie wegrannten, lachten sie schon wieder.
    "Hey!", rief Leann ihnen nutzloserweise hinterher. Die Jungen waren vielleicht zwölf oder dreizehn Jahre alt und kamen sich gerade vermutlich unheimlich toll vor. Im Gegensatz zu ihr, die sie da mit ihrem kaputten Fahrrad stand. Sie würde wohl schieben müssen... na gut, dann verging wenigstens etwas mehr Zeit, in der ihre Brüder ihr nicht auf den Geist gehen konnten, das war durchaus ein Vorteil. Positiv denken.
    Sie fing also an, ihr Fahrrad weiterzuschieben, leise seufzend. Kurz darauf kam sie auch an dem Haus vorbei, vor dem die Jungen gestanden hatten: Das Fenster war hinüber, die Besitzer würden vermutlich begeistert sein.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 21:11


    Na klasse. Jetzt konnte er nicht einmal mehr Geige spielen.. Seine Mutter - seine 'Mutter' - konnte es nicht leiden, wenn er das tat. Sie hatte sowieso keinen Sinn für Musik, er konnte froh sein, dass er überhaupt eine Geige besaß. Spielen durfte er allerdings nur, wenn sie nicht zu Hause war und er sie nicht mit seinem "gequietsche" nerven konnte.
    Argh. Was sollte er denn jetzt machen? Dann wohl doch Hausaufgaben.. Und dann ins Bett. Schlafen.
    Finley kramte sein Physikbuch heraus und schlug es auf. Dann wühlte er einen Stift und seinen Block aus der Tasche und laß sich die Aufgabe durch, die sie auf hatten.
    "Zwei kleine metallisierte Kugeln (Masse m=1,0g) hängen an Seidenfäden der Länge l, die in einem Punkt befestigt sind. Werden die Kugeln an einem Pol einer Stromquelle aufgeladen, dann bilden die Aufhängefäden den Winkel α.
    Berechne für l=60cm und α=20° die Coulombkraft auf einer Kugel.
    F=1,73*10^-3 N"
    Finley seufzte. Das war nicht besonders schwer, aber aufwendig. Viel zu aufwendig, wenn man bedachte, wie müde er war..
    Er wollte gerade mit dem Rechnen anfangen, als plötzlich ein ohrenbetäubendes Klirren ertönte.
    Erschrocken drehte der Junge sich um - seine Fensterscheibe war zersprungen. Mitten in seinem Zimmer lag ein etwa faustgroßer Stein, zwischen einem Haufen von Scherben.
    Fin sprang auf und rannte, schon fast aus Reflex, nach unten.
    Wer war das?, schoss es ihm durch den Kopf, während er die Treppe hinunter stolperte. Bestimmt irgendjemand aus seiner Klasse, der ihn nicht leiden konnte. Bestimmt. Irgendsojemand, der ihn ärgern wollte..
    Seine Mutter schien davon nichts mitbekommen zu haben. Wahrscheinlich war sie schon längst wieder aus dem Haus, einkaufen oder sowas.
    Wütend riss Finley die Tür auf und lief nach draußen auf die Straße. Lange musste er sich nicht umschauen: Praktisch direkt vor dem Gartentor war ein Mädchen, dunkle Haut, schwarze, gewellte Haare und einen Haufen Armbänder ums Handgelenk. Sie schob ein Fahrrad neben sich her.
    "Was sollte das?", fauchte er sie an, öffnete das Gartentor und ging auf die Schwarze zu.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 21:13


    In dem Moment, in dem Leann an die Hausbesitzer dachte, kam auch schon einer von ihnen nach draußen gerannt: Ein Junge in ihrem Alter, vielleicht auch etwas älter, mit schneeweißem Haar, das unter einer Cap hervorschaute, und blass wie ein Gespenst.
    Kurz irritierte Leann dieser Anblick, bis es in ihrem Gehirn einrastete: Es war ein Albino. Der sie jetzt anfauchte, als hätte sie irgendwas verbrochen. Moment - dachte er etwa, sie hätte die Scheibe eingeworfen...?
    "Was sollte was?", fragte sie schnippisch zurück und hob eine Augenbraue, den Jungen nun etwas genauer musternd. Er trug ein graues T-Shirt und eine schwarze Sweatjacke, von der sich seine weiße Haut nur noch mehr abhob. Der kriegt bestimmt schnell Sonnenbrand, schoss es ihr unwillkürlich und völlig sinnlos durch den Kopf. Eigentlich sollte sie sich lieber darauf konzentrieren, den Kerl davon zu überzeugen, dass sie die Scheibe nicht eingeworfen hatte... theoretisch könnte sie auch einfach verduften. Aber hinterher zeigte er sie noch an, das wäre nicht so gut...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 21:13


    Was sollte was. Na was wohl? Wie schwer von Begriff konnte man eigentlich sein?
    "Das mit der Scheibe, was sonst?", schnappte er zurück, und bereute seine Reaktion schon fast wieder. Wenn er sich jetzt aufregte, war dass genau das, was sie hatte erreichen wollen. Wobei.. er konnte sich eigentlich gar nicht mal sicher sein, dass sie es überhaupt war. Es wäre nämlich ziemlich dumm, einfach hier zu bleiben, wenn man einen Stein in ein Fenster geworfen hätte. Auch wenn das nur Tarnung sein könnte.. Andererseits.. Fin ließ seinen Blick nochmal genauer über das Mädchen wandern. Sie trug ein blaues Oberteil mit der Aufschrift 'Live to Dance' und einer Achtelnote, dazu eine dunkle Jeans und Chucks. Ihre dunklen Augen passten zu ihrem restlichen Aussehen und sahen sie mit einer Mischung aus Verwunderung und Ärger an. Nein. Je länger er dieses Mädchen betrachtete, desto sicherer war er, dass er es noch nie vorher gesehen hatte. Also sollte sie eigentlich keinen Grund gehabt haben, ihm ein Fenster einzuwerfen. Vielleicht war sie aber auch angagiert worden? Den Typen aus seiner Klasse würde er nahezu alles zutrauen.
    Als er jedoch das Fahrrad der Schwarzhaarigen betrachtete, entdeckte er, dass die Kette herausgesprungen war. Wahrscheinlich der Grund, warum sie nicht einfach weitergefahren war. Tarnung..? Irgendwie alles eher undwahrscheinlich.
    Mal abwarten, was sie jetzt sagen würde. Aber bloß nicht aufregen. Ruhig bleiben..



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 21:14


    Leann schaute den Jungen einen Moment finster an, bevor sie zur einer Antwort ansetzte. Dieser weißhaarige Hornochse dachte wirklich, dass sie das gewesen war. Sah sie so dämlich aus, in aller Ruhe stehen zu bleiben und zu warten, nachdem sie eine Scheibe eingeworfen hatte. Sah sie überhaupt so aus, als würde sie in ihrer Freizeit Scheiben von wildfremden Leuten einwerfen!? Als hätte sie nichts Besseres zu tun!
    Würde Leann Streit nicht so hassen, hätte sie den Albino längst zusammengestaucht. Aber sie war nunmal Leann, darum beließ sie es dabei, ihn mit mörderischen Blicken zu durchlöchern und in einem nicht sonderlich höflichen Tonfall zu sprechen.
    "Ich weiß nicht, was das sollte, weil ich das nicht war, du Intelligenzbestie. Die Kette von meinem Fahrrad ist rausgesprungen, sonst stände ich gar nicht hier. Wenn du unbedingt wissen willst, was das sollte" - Sie machte eine Kunstpause und deutete in die Richtung, in die die Steinewerfer gerannt waren - "dann lauf denen hinterher, die das Ding geworfen haben, anstatt mich zu beschuldigen."
    Ihretwegen konnte der Typ quer durch New York rennen, wenn er sonst keine Hobbys hatte. Na gut, zugegeben, sie wäre auch sauer, wenn jemand das bei ihr gemacht hätte, aber das Gehirn komplett ausschalten würde sie trotzdem nicht gleich...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 21:16


    Ich weiß nicht, was das sollte, weil ich das nicht war, du Intelligenzbestie. Die Kette von meinem Fahrrad ist rausgesprungen, sonst stände ich gar nicht hier. Wenn du unbedingt wissen willst, was das sollte, dann lauf denen hinterher, die das Ding geworfen haben, anstatt mich zu beschuldigen.
    Tss. Sowas hatte er ja erwartet. Das hätte von jedem kommen können, auch von jemandem, der eben gerade sein Fenster eingeschmissen hatte.
    "Das werde ich nicht tun", gab er zurück, seine Stimme war schon wieder recht ruhig. "Selbst wenn du die Wahrheit sagst - Die werden mittlerweile schon längst weg sein. Außerdem könntest du genau so gut nur noch hier stehen, um mir das zu sagen, damit ich weg renne und du dich schrott lachen kannst. Auch wenn ich dich nicht kenne, ich kenne dafür genug Leute, die andere beauftragen würden mir Steine ins Fenster zu werfen.
    So oder so, ich werde wohl kaum rausfinden, wer es war. Allerdings kann ich dich noch Fragen, wie die aussahen, die den Stein geworfen haben. Wenn du es nicht warst."
    Was redete er da eigentlich? Sein kleiner Monolog klang sowas von eingebildet, dass er sich schon fast fragte, ob er es wirklich war, der da redete. Aber wie auch immer. Falls dieses Mädchen ihm jetzt Personen beschrieb, die er kannte, dann war sie es wohl nicht gewesen. Natürlich konnte auch dahinter wieder ein Trick stecken, aber er hielt seine Mitschüler nicht für so schlau, dass sie so weit denken konnten. Und selbst wenn, würden sie nicht so viel Denkarbeit dafür verwenden, ihm einen Stein ins Fenster zu werfen. Nein, wirklich nicht.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 21:16


    "Interessant, was du für Leute kennst", entgegnete Leann trocken. Ob der Junge wohl wegen seines Aussehens ausgeschlossen wurde? Das würde erklären, dass er gleich jede dahergelaufene Person verdächtigte, ihm Steine ins Fenster werfen zu wollen. Wegen dieser Vermutung verkniff sie sich ein bissiges 'Dann frag doch' und wandte sich stattdessen der Beschreibung zu.
    "Es waren drei Jungen, vielleicht zwölf, dreizehn Jahre alt." Sie runzelte die Stirn, ums ich an weitere Details zu erinnern. "Einer mit schwarzen Haaren, relativ südländischer Typ. Ein Wuschelkopf mit roten Haaren und ein Braunhaariger - das war der größte. Zufrieden?"
    Wenn er jetzt erwartete, dass sie das Ganze noch detaillierter anging, hatte er sich geschnitten, denn mehr hatte sie sich auf die Schnelle sowieso nicht gemerkt. Und wenn er weiter so eingebildet daherfaselte, würde sie sich hier grußlos verkrümeln.
    Sie stützte sich also lässig auf ihr Fahrrad und sah den Albino abwartend an.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 21:17


    Interessant, was du für Leute kennst.
    Was ein Kommentar. Er hatte es sich unter Garantie nicht ausgesucht, solche Leute zu kennen. Im Gegenteil. Viel lieber wäre er immer noch in Afrika, in dem kleinen Dorf, in dem er als Kind einmal gelebt hatte..
    Es waren drei Jungen, vielleicht zwölf, dreizehn Jahre alt. Einer mit schwarzen Haaren, relativ südländischer Typ. Ein Wuschelkopf mit roten Haaren und ein Braunhaariger - das war der größte. Zufrieden?
    Schon bei der Beschreibung des zweiten Jungen machte es in Finleys Kopf 'klick'. Elende Kleinkinder. Zu seinem Leidwesen gingen die Drei auf seine Schule, vielleicht in die siebte Klasse, und man sah sie eigentlich nie alleine. Der Schwarzhaarige hieß Alan, Fin hatte ihn schon einige male beim Klauen beobachtet, der Rothaarige Mark, ein kleines Arschloch schlechthin, und der dritte Simon, oder Sy, wie seine Freunde ihn immer nannten. Alle drei konnten ihn nicht leiden - und er sie auch nicht. Aber Fin hatte nicht gewusst, dass sie hier in der Gegend wohnten; bisher waren sie ihm nur in der Schule über den Weg gelaufen.
    Finley spuckte aus.
    "Jaja, zufrieden. Drei kleine Scheißkinder aus meiner Schule. Die können morgen was erleben..", meinte er, während er die Straße entlang starrte, in die Richtung, in die die drei anscheinend abgehauen waren.
    Dann sah er wieder zu der Schwarzen. "Tut mir Leid. Du warst es nicht, und ich war zu voreilig." Das war eine knappe, aber ehrliche Entschuldigung. Er hasste es, sich zu entschuldigen. Aber er hasste es auch, unehrlich sich und anderen gegenüber zu sein. Und es tat ihm in gewisser Weise wirklich Leid, dass er so überreagiert hatte. Nicht, wegen dem Mädchen, sondern vielmehr, weil er sich selbst nicht mehr unter Kontrolle gehabt hatte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 21:20


    Leann beobachtete, wie der Junge ausspuckte. Offensichtlich mochte er diese so genannten 'Scheißkinder' nicht sonderlich... Na ja, es machte sie auch nicht sehr sympathisch, dass sie in ihrer Freizeit Steine in die Fenster andererLeute warfen.
    Mehr überrascht als über seine Reaktion war sie über seine Entschuldigung. Er entschuldigte sich tatsächlich und gab zu, zu voreilig gewesen zu sein. Anscheinend tat es ihm wirklich Leid, auch wenn es ihm unangenehm zu sein schien sich zu entschuldigen. Gut, ihr wäre so eine Situation sicher auch unangenehm.
    "Schon gut", meinte sie deshalb, konnte allerdings ihre Neugierde nicht ganz unterdrücken. "Machen die sowas öfter, wenn sie nichts zu tun haben?"
    Beziehungsweise auch bei anderen Leuten?, fügte sie in Gedanken hinzu. Erst jetzt kam ihr auch in den Sinn, dass der Junge vielleicht irgendwas gemacht hatte, weswegen die Knirpse sauer auf ihn waren. Es war natürlich trotzdem keine Lösung, das Fenster kaputtzuwerfen...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 21:21


    Schon gut, entgegnete Die Schwarze nur. Anscheinend verzieh sie ihm wirklich, auch wenn er sich das irgendwie nicht vorstellen konnte. Warum sollte man einem wie ihm verzeihen?
    ..in irgendeiner Weise erinnerte dieses Mädchen Finley an seinen Geburtsort. Dort waren auch sehr viele dunkelhäutige Menschen gewesen - allerdings noch dunkler als sie. Die hatten ihn merkwürdiger Weise akzeptiert.. Egal. Er sollte nicht so viel nachdenken, sondern lieber der Schwarzen auf ihre Frage antworten.
    Ob die Kerle soetwas öfter taten? Eine gute Frage eigentlich. Ihn hatten sie schon öfter geärgert - wie das bei anderen war, wusste er nicht. Aber bei ihm hatten sie eigentlich immer irgendwann Prügel dafür bezogen.
    "Keine Ahnung", setzte Finley also zur Antwort an. "Die drei gehen auf meine Schule. Da machen sie in den Pausen auch öfter mal Ärger - ob sie aber auch bei anderen Leuten Steine in die Fenster werfen, weiß ich nicht. Aber zutrauen würde ich es ihnen. Sie gehen eigentlich jedem, den sie nicht mögen, in irgendeiner Art auf die Nerven. Kleine Kinder eben..", erzählte er - und brach ab, als er merkte, wie viel er eigentlich gesagt hatte. Wieso erzählte er diesem Mädchen jetzt halbe Romane? Weil sie gefragt hatte. Er war doch sonst eigentlich nicht so.. gesprächig.
    Was solls.., dachte er und sah der Schwarzen weiterhin in die Augen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 21:30


    "Aha", machte Leann zu der Erklärung des Albinos. Die Beschreibung der Kinder hörte sich ja wirklich sympathisch an... und anscheinend mochte der Junge vor ihr Kinder sowieso nicht sonderlich.
    Bei diesem Gedanken fiel ihr etwas ein, was er vorhin gesagt hatte:
    Die können morgen was erleben...
    Ob er sie verprügeln wollte...? Hoffentlich nicht. Am besten fragte sie einfach mal nach und redete es ihm notfalls aus. Jaaa.
    "...Was willst du denn machen, wenn du sie wieder triffst?", hakte Leann also vorsichtig nach und sah dem Albino forschend in sein weißes Gesicht. Wenn er die Jungs wirklich verprügeln wollte, wie konnte sie ihn dann aufhalten? Er sah nicht wirklich so aus, als würde er sich von ihr aufhalten lassen. Trotzdem. Vielleicht war dieser weißhaarige Kerl ja gar nicht so seltsam wie er wirkte (und sich im Moment benahm). Vielleicht war er ja ganz vernünftig. Vielleicht...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 21:55


    Was er machen wollte, wenn er sie das nächste mal traf? Das fragte sie noch? Tss. Das war doch im Grunde genommen vollkommen klar.
    "Ihnen eine runter hauen", entgegnete Fin knapp.
    Das machte jetzt wahrscheinlich keinen allzu guten Eindruck. Im Gegenteil, wahrscheinlich hielt das Mädchen ihn jetzt für einen totalen Schlägertypen, der alles und Jeden verprügelte, der ihm über den Weg lief. Und wahrscheinlich sah er auch so aus.
    Und im Grunde genommen schlug er auch so ziemlich jeden zusammen, der ihm irgendwie quer kam. Natürlich nicht so heftig, dass es krankenhausreif war, aber doch so, dass sie es nicht so schnell vergaßen.
    Finley geriet in letzter Zeit immer häufiger in solche Prügeleien, und nicht selten hatte er sie selbst angezettelt. Aber nie ohne Grund. Er tat das nur, weil es keinen anderen Weg gab, solchen Typen verständlich zu machen, dass sie ihn doch gefälligst in Ruhe lassen sollten. Nur leider verstand niemand diese, seine Sichtweise der Dinge. Er war schon einige male beim Schuldirektor gewesen, hatte allerdings nie irgendwelche schlimmen Strafen bekommen. Vielleicht aus 'Mitleid'. Als ob er Mitleid nötig hätte..
    Allerdings gab es an der Schule, auf die er momentan ging, sowieso fast tagtäglich Prügeleien. Es war keine besonders gute Schule, was das Klima unter den Schülern betraf, aber seltsamerweise lernte man dort einiges. Neben diesem ganzen Quatsch wie Mathematik und Physik auch, wie man am besten kleine Kinder zusammenstauchte, wenn sie einem mal wieder 'auf die Nerven gingen'...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 26.05.2009, 22:11


    Nein, die stellvertretende Geschäftführerin würde Ace sicher nicht niederschlagen - und das nicht wegen ihres Ranges.
    Er würde keine wehrlose (wobei sie nicht soo wehrlos aussah) Frau angreifen und überhaupt - Schlägereien waren lästig. Und wozu mit etwas lästigen anfangen, wenn es doch.. naja, lästig war?
    Aber das Miss Stellvertretende Geschäftsführerin sie einfach rauswerfen wollte...
    Gerade wollte Ace zu einer scharfen Antwort ansetzen, bemerkte er im Augenwinkel eine Art Tafel, die sich durch die knallbunten Wörter 'Montag', 'Dienstag', Mittwoch' etc. auszeichnete.
    Links waren Zeitangaben und unter den Wochentagen hatte man mit einem schwarzen Stift Namen eingetragen.
    Es waren nur Vornamen und nicht selten Spitznamen.
    Tracy. Susie. Bobby. Alicia. Und dort...
    Sam.
    Ace kannte diese 'Tafel'. Die scheinbar unauslöschliche schwarze Schrift konnte man mit einem schwarzen, haarigen Teil wegwischen.
    Es waren... die Arbeitszeiten.
    Die Arbeitszeiten der Mitarbeiter und dort, für den heutigen Tag, stand Sams Name.
    Ihre Schicht war schon seit ein paar Stunden vorbei.
    Doch heute war nicht der einzige Tag, an dem sie im Café Willow Tree arbeitete.
    "Ja, wir gehen. Es war wirklich nett mit ihnen gesprochen zu haben, stellvertrendende Geschäftsfüherin", sagte Ace - selbstverständlich nicht ohne Sarkasmus - und marschierte unter dem leuchtenden, grünen Notausgang-Schild hindurch.
    Nein, das war leider nicht sein letzter Besuch in diesem Café.
    Er hatte sich Sams Arbeitszeiten gemerkt. Und er würde hier sein, wenn sie das nächste Mal arbeitete. Das war lästig.
    Aber aus dieser Mitarbeiterin hätten sie nun sowieso nichts mehr heraus bekommen.
    Und manchmal musste man lästige Dinge eben anfangen...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:13


    Ja, wir gehen. Es war wirklich nett mit ihnen gesprochen zu haben, stellvertrendende Geschäftsfüherin.
    ..war das sein Ernst? Hatte er wirklich vor zu gehen..? Hatte er ihren Blick etwa bemerkt? Nein. Nein, hatte er garantiert nicht. Er hatte während der ganzen Auseinandersetzung nicht mal zu ihr hingesehen - da konnte er ihren Blick nur übersehen haben. Und einfach so aufgeben.. Nein, das passte nicht zu ihm. Genausowenig traute sie ihm zu, erkannt zu haben, dass man aus dieser Frau nichts mehr herausbekommen würde, außer durch Gewaltanwendung. Was sie ihm schon wieder eher zutraute. Also musste irgendetwas anderes ihren Begleiter dazu gebracht haben, zum Rückzug zu blasen. Aber was?
    Doch bevor sie nach etwas suchen konnte, was den Jungen zu dieser plötzlichen Entscheidung gebracht haben konnte, marschierte dieser schon in Richtung Ausgang, und Mickie blieb keine andere Wahl, als ihm zu folgen. Die stellvertretende Geschäftsführerin schien ziemlich glücklich darüber zu sein, schnaubend warf sie ihnen noch einen verächtlichen Blick nach, drehte sich dann wieder um und machte sich wieder an ihre Arbeit.
    Im Hinausgehen - hinauseilen, da sie sonst den Jungen verloren hätte - erhaschte die Braunhaarige einen Blick auf eine Tafel. Darauf standen einige Namen und Zahlen, aber das einzige, was Mickie erkennen konnte, waren 'Alica', 'Sam' und ein '7.00 - 14.00'. Dann war sie auch schon an der Tafel vorbei und wieder hinter dem Jungen.
    Sam.
    Waren das Arbeitszeiten gewesen? Hatte er sie gelesen und war deswegen gegangen, weil er wusste, was er wissen wollte..? Wenn er Sams Arbeitszeiten kannte, konnten sie nochmal herkommen, sobald diese zum Café musste. Aber er würde ihr das hoffentlich gleich erklären.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 26.05.2009, 22:14


    Hinter dem Notausgang lag eine Art Hof, welcher sich wiederum in einer ziemlich verlassenenen Seitenstraße befand.
    Eine schwarze Katze hockte hinter einem der Fenster im Erdgeschoss und fixierte mit ihren gelben Augen die Umgebung.
    Über ihr hing eine weiße Oma-Gardine.
    Irgendwie erinnerte sie dieser Ausdruck an jemanden, so herablassend, herrisch, unzufrieden...
    Aber es war ja nur eine Katze.
    Hinter Ace eilte das Mickie durch die Tür.
    Ace schenkte ihr keine Beachtung, bis die Tür sich geschlossen hatte und die Mitarbeiterin, mit der sie eben noch gesprochen hatten, hinter sich zurück ließ.
    Dann drehte er sich zu dem unscheinbaren Mädchen um.
    "Morgen ist Samstag. Sam arbeitet von 7.00 bis 14.00, so steht es auf dem Plan. Also, wir könnten um viertel vor zwei hier sein. Das sollte reichen."
    Natürlich redete Ace mal wieder ziemlich zusammenhanglos.
    Aber wenn man es nicht kapierte, war man halt zu blöd dafür - Ace' Logik.
    Und das Mickie vielleicht keine Zeit haben könnte, daran dachte er gar nicht erst.
    Und sie sollte es auch gar nicht erst wagen, daran zu denken...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:16


    Ein paar Schritte hinter dem Jungen stolperte ein braunhaariges, zierliches Mädchen aus der Tür des Cafés in den kleinen Hinterhof. Die Häuser, die sich hier befanden, sahen schon ziemlich verwittert und heruntergekommen aus, was die ganze Atmosphäre irgendwie etwas gruselig machte.
    Hinter einem Fenster starrten die Augen einer schwarzen Katze die beiden Menschen an, vor dem Haus stand eine kleine Bank mit einem Blumenkübel daneben, dessen Farbenfrohheit so überhaupt nicht in die sonst so düstere Umgebung passte.
    Mickie blieb neben dem Jungen stehen und sah zu ihm hoch. Er war doch ein ganzes Stück größer als sie.
    Direkt nachdem die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen war, begann er auch schon zu reden: Morgen ist Samstag. Sam arbeitet von 7.00 bis 14.00, so steht es auf dem Plan. Also, wir könnten um viertel vor zwei hier sein. Das sollte reichen.
    Hätte Mickie die Tafel nicht ebenfalls gesehen, hätte sie wohl keine Ahnung gehabt, wovon der Kerl redete und woher er das plötzlich wusste. Aber so konnte sie es sich zusammenreimen: Er musste ebenfalls die Arbeitszeiten gesehen haben, und zwar länger als sie, sodass er sich die Zeiten und die Tage, an denem Sam arbeitete, hatte merken können. Das 7.00-14.00Uhr, was sie gelesen hatte, waren dann anscheinend ihre Arbeitszeiten von morgen gewesen. Ja, das ergab Sinn.
    Und glücklicherweise hatte sie morgen um diese Zeit nichts zu tun.
    Es wunderte sie allerdings noch viel mehr, dass der Kerl ihr das überhaupt sagte - er hätte ja genau so gut alleine her kommen können.
    "Okay", stimmte Mickie also nur knapp zu. "Ehm, eine Frage noch - wie heißt du eigentlich?"
    Schon bei dem ersten Wort der Frage wünschte die Braunhaarige sich, nichts gesagt zu haben. Wer konnte wissen, wie der Typ auf Fragen reagierte..? Aber es war ja nur eine einfache, schlichte Frage nach dem Namen gewesen. Sie wollte nämlich irgendwie schon gerne wissen, mit wem sie es überhaupt zu tun hatte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 26.05.2009, 22:18


    Die Braunhaarige stimmte Ace zu - gut, sie hatte also alles kapiert. Wow.
    Ace war schon drauf und dran, zu seinem schwarzen Motorrad zu gehen, als Mickie noch einmal die Stimme erhob.
    "Ehm, eine Frage noch - wie heißt du eigentlich?"
    Es war eine ganz einfache Frage gewesen. Sie klang etwas unsicher.
    Hallo, ich bin Mickie. Wollen wir Freunde sein?
    Ehm, eine Frage noch - wie heißt du eigentlich?..
    Sie krachte ein wie ein Blitz und ließ Ace' Körper erstarren.
    Nicht, dass er irgendwie Angst hätte, seinen Namen zu nennen, Unwille..
    Dass irgendwas schlimm dran wäre...
    Wieso fragt sie das?
    ...Wieso?
    Ich habe ihr doch unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich mich nicht für ihren Namen interessiere - warum also fragt sie?
    Was...
    Verdammt, er dachte sich wieder irgendeinen Scheiß zurecht.
    Dann fragte sie halt, schön.
    Sollte er ihr antworten? Naja, warum auch nicht, sonst wäre das wohl ziemlich kindisch.
    "..Ace Baker", sagte er also. Kalt, emotionslos, nebenbei.
    Dann schlenderte er aus dem Hinterhof raus.
    Rechts von dem Café war eine kleine Seitengasse, die wieder zu ihrem Ausgangspunkt führen würde. Vor das Café, zu dem Motorrad.
    Diese Gasse strebte Ace jetzt an.
    Er fühlte sich seltsam. Die Frage, die schlichte, einfache Frage eben hatte eine seltsame Reaktion in ihm wach gerufen.
    Und er konnte sich nicht erklären, wie und warum.
    Dann wandte er seine Gedanken zu einem anderen Punkt.
    Er würde jetzt mit seinem Motorrad nach Hause fahren, aber was war mit dem Mädel..?
    Er hatte Mickie hergefahren und wer weiß, vielleicht lebte sie ja am anderen Ende der Stadt. Zu Fuß wäre das nicht so schön.
    Aber...
    Er schauderte.
    Ugh, möglicherweise müsste er...
    Nein, niemals.
    "Soll ich dich irgendwo..."
    NEIN, er würde doch nicht..?!?
    "...absetzen oder so?"
    Er hat.
    Verdammt, warum sage ich das?!? Ich hinterlasse ja schon 'ne Schleimspur... Außerdem habe ich überhaupt keine Lust für diese Göre durch die Stadt zu gurken... Das bin ich ihr überhaupt nicht schuldig, sie kann ruhig zu Fuß gehen!
    Aber die Worte... waren draußen.
    Fuck!
    Wenigstens, und das war nur ein kleiner Trost, war sein Tonfall sehr kühl und herablassend gewesen.
    Ace ging duch die Gasse zu seinem Gefährt.
    Wenn dieser Tollpatsch aus seinem Traum mitfahren möchte, weil er sonst jeden Meter auf die Fresse fliegt, dann schön...
    Nur wehe diese Mickie würde nur einen Kratzer in sein Motorrad machen!
    (Gut, die erste Fahrt hatte sein Fahrzeug ganz gut überstanden.)
    Während Ace den Schlüssel drehte, fiel ihm noch etwas auf.
    Es war das erste Mal seit Jahren, dass jemand ihm so eine Frage gestellt hatte, so eine unwichtige Frage.
    In der Schule waren immer wieder mal Mädchen oder Jungen, vor allem Mädchen, auf ihn zu gekommen und wollten eine Unterhaltung führen.
    Er hatte alle abgewiesen, bis SO schließlich jeder, einschließlich der Lehrer, seine verdammte Laune satt hatte.
    Es ist das erste Mal, dass ich überhaupt so richtig wieder mit jemandem gesprochen habe...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:23


    Der Junge hatte sich schon umgedreht und war am weggehen, sodass Mickie schon dachte, er würde ihre Frage einfach ignorieren. Aber dann blieb er doch noch einmal stehen.
    "Ace Baker", sagte er nach einem kurzen Schweigen. Es klang noch kälter als die anderen Aussagen, die er sonst immer machte.
    Ace.
    Ace Baker.
    Ace also.. Erinnerte sie an 'Ice'. Das passte ja.. Eis. Eiskalt. Genau so, wie der Typ sich verhielt.. Ob der immer so war? Oder lag das an ihr, dass er so unfreundlich war? Nein, zu der Geschäftsführerin war er auch nicht besonders freundlich gewesen. Wobei.. vielleicht war das auch einfach seine Art, mit Leuten umzugehen, die er nicht kannte. Oder mit Leuten, die er schon auf den ersten Blick nicht ausstehen konnte.. Und wahrscheinlich fielen die Geschäftsführerin und sie in diese Kategorie.
    Ace hatte sich mittlerweile wieder umgedreht und ging durch eine kleine Seitengasse, die neben dem Café lag, wieder zurück zu seinem Motorrad. Unaufgefordert folgte Mickie ihm - sie hatte ja schließlich den gleichen Weg.
    "Soll ich dich irgendwo.. absetzen oder so?", fragte der Junge plötzlich. Absetzen.. Hmm. Wen denn eigentlich?
    Eine Sekunde später realisierte Mickie, dass sie gemeint war. Klar, hier war ja auch sonst niemand.. Allerdings hatte sie sich nicht wirklich angesprochen gefühlt. Er? Sie irgendwo absetzen? War das sein Ernst, oder machte er sich gerade über sie lustig..?
    Eigentlich war keine Ironie in seiner Stimme mitgeschwungen. Aber das passte nicht zu ihm.. Hatte er irgendwas.. schlimmes mit ihr vor..?
    Aber irgendwie konnte Mickie sich das nicht vorstellen. Sie konnte sich vorstellen, dass er alles und jeden verprügelte - aber sie konnte sich nicht vorstellen, dass er jemanden wie sie verprügelte. Jemanden, der ihm sowieso maßlos unterlegen war.. Oder.. so. Warum also nicht? Bis zu ihr nach Hause war es ein ganz schönes Stück, wenn man zu Fuß ging. Eine halbe Stunde brauchte sie bestimmt. Außerdem kannte sie sich in der Gegend hier nicht aus. Was bedeuten würde, dass sie sich verlief. Und da hatte sie nun wirklich nicht auch noch Lust zu.
    "Ähm.. Wenn es keine Umstände macht.. Das wäre nett", antwortete sie mit einem leichten Lächeln, auch wenn Ace das wahrscheinlich nicht sah, da sie schräg hinter ihm ging. Sie musste sowieso so schnell wie möglich nach Hause. Sie musste noch Hausaufgaben machen, und ihre Mutter war bestimmt schon stocksauer, weil sie nicht da war.. Schließlich musste sich jemand um ihre Schwester kümmern. Und jemand musste den Haushalt schmeißen. Und das war alleine nicht einfach, das wusste Mickie.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 22:24


    Die Antwort des Jungen fiel eher kurz aus - sie bestand aus ganzen vier Worten, war aber umso durchschlagendert. Im wahrsten Sinne des Wortes.
    Ob der Junge öfter Leute zusammenschlug...? Wenn er das so locker sagte, bestimmt. Der Albino wirkte auch nicht gerade wie ein Unschuldslamm.
    Das Problem war: Wenn sie jetzt mit Sprüchen à la 'Gewalt ist keine Lösung' anfing, würde er sie mit Sicherheit nur auslachen. Vielleicht würde er ihr dann ebenfalls eine runterhauen... na gut, das war sehr unwahrscheinlich, so brutal sah er nun auch nicht aus. Also auf in die Schlacht!
    "Aber... meinst du nicht, dass sie sich dann erst recht rächen wollen und sich irgendwas Neues ausdenken?", fragte Leann den Albino behutsam. "Dann schlägst du sie wieder und sie rächen sich wieder und dann habt ihr einen Kleinkrieg am Laufen", prophezeite sie außerdem. "In zwanzig Jahren endet das Ganze in Mord und Totschlag!" Na schön, zugegeben, jetzt übertriebsie vielleicht etwas. Aber es stimmte nunmal, Gewalt war keine Lösung. Aus der Steinzeit, in der sie mit Keulen hatten herumfuchteln müssen um ihr Gebiet zu verteidigen waren sie doch inzwischen heraus.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 26.05.2009, 22:26


    Als Ace schon auf seinem Gefährt Platz genommen hatte, antwortete Mickie endlich.
    "Ähm.. Wenn es keine Umstände macht.. Das wäre nett."
    Aus dem Augenwinkel glaubte Ace, ein Lächeln zu sehen.
    Aha... sie fühlt sich jetzt wohl total cool deswegen... =.='
    Der Braunhaarige nahm den schwarzen Helm zur Hand und reichte ihn dem Mädchen.
    Abermals steckte nicht viel Sanftheit in dieser Geste, aber es war nicht so schlimm, dass er sie fast umgeworfen hätte, wie beim ersten Mal an diesem Tag.
    Und schon wieder startete der Motor, bevor Mickie sich gesetzt hatte.
    Aber dieses Mal hielt sich Ace nicht mehr mit Befehlen wie "Setzen" oder "Festhalten" auf, den dass würde sie ja wohl noch wissen.
    Na gut, zutrauen würde er es ihr, dass sie dies in der kurzen Zeit wieder vergessen hätte...
    Strohdumm, wie sie war.
    "Wohin?", fragte Ace und in seiner Stimme schwang Desinteresse mit.
    Denn es interessierte ihn auch nicht wirklich...
    Es war nur so, dass er diese Information benötigte.
    Sonst hätte er ja gar nicht gefragt.
    Und wenn sie ihm jetzt keine präzise Straßenangabe gab, dann...
    Dann irgendwas.
    Zumindest wollte er jetzt diesen Tollpatsch los werden, trotz der noch recht frühen Stunde zu Bett gehen und dann schlafen... und dann würde es Samstag sein.
    Samstag.
    Der alles entscheidende Tag.
    Sam würde alles wissen, was sie wissen wollten. Genau.
    Und dann wäre wieder alles logisch.
    Dann würde diese Mickie wieder nichts mit ihm zu tun haben.
    Dann würde er endlich wieder allein sein.
    Allein sein.
    Allein...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:28


    Abermals drückte der Junge ihr seinen Helm in die Hand.
    Diesesmal allerdings immerhin etwas sanfter als vorhin. Dennoch wusste Mickie nicht, warum er sie nicht gleich mitsamt dem Helm zu Boden warf. Er will mich wohl einfach nur so schnell wie möglich loswerden, dachte sie, setzte sich den Kopfschutz auf, setzte sich dann zum dritten Mal an diesem Tag auf ein Motorrad und hielt sich an Ace fest. Mit Widerwillen.
    Wohin?, fragte die kühle Stimme des Jungen, und man konnte deutlich hören, dass er diese Frage aus reiner Zweckmäßigkeit stellte. Nun, warum sollte es ihn auch interessieren, wo sie wohnte..?
    "26 Silverstreet", antwortete sie. "In einem Neubaugebiet, ein paar Blocks weiter von hier."
    Hoffentlich reichte ihm das an Informationen. Und hoffentlich wusste er, wo er da langfahren musste - sie selbst hatte nämlich keine Ahnung, wie sie ihm das erklären sollte. Sie kannte ja selber nur die ganz Grobe Richtung, und falls er sie irgendwann mal fragen sollte, in welche Richtung er abbiegen müsse, würde sie absolut keine Ahnung haben.
    Ihre Ortskenntnisse hier waren nämlich Nahe dem Nullpunkt.
    Was Ace dann wohl von ihr denken würde..? Wahrscheinlich würde er sie für einen totalen Trottel halten, der nichtmal den Weg nach Hause findet.
    Wobei er sie sehr wahrscheinlich so oder so schon für einen totalen Trottel hielt. Oder noch für schlimmeres..
    Egal. Morgen würde sich das ganze bestimmt aufklären, und dann würde sie nie wieder etwas mit ihm zu tun haben.
    Und dann konnte es ihr auch egal sein, was er von ihr hielt.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:29


    Kleinkrieg. Mord und Todschlag.
    In was für eine Welt lebte dieses Mädchen denn eigentlich?
    Das war vielleicht früher mal so gewesen, als diese ganzen Adligen meinten, ihr Geschlecht rächen zu müssen oder so. Aber doch nicht heute, um 21. Jahrhundert?
    Schön, dass sie sich rächen würden, war nicht ganz ausgeschlossen..
    "Ich bezweifle, dass es so weit kommt", entgegnete Finley skeptisch.
    "Und falls sie sich rächen sollten, wissen sie, was darauf folgt. Irgendwann hören sie auf - Irgendwann haben alle aufgehört", setzte er noch hinten drann. Wobei er jetzt in ihrer Vorstellung bestimmt zu einem Kleinkriminellen wurde, der andere so lange belästigte, bis sie schließlich doch aufgaben.
    Nun, sollte dieses Mädchen doch denken, was sie wollte. Er würde sich nicht von seinem 'Plan' abbringen lassen, ganz egal, was sie ihm noch alles erzählen sollte.
    Aber es war schon irgendwie lustig, wie sehr sich dieses Mädchen um die drei Jungen sorgte. Sie kannte sie ja schließlich gar nicht. Ob sie wohl genau so denken würde, wenn sie wüsste, wie die drei Jungs normalerweise so drauf waren?
    Es waren die größten Arschlöcher, die man sich vorstellen konnte. Nun, natürlich gab es auch noch schlimmere Leute, aber die drei gehörten schon zu der schlimmeren Sorte.
    Erwürgen sollte man sie, mitsamt diesen ganzen kleinen nervigen Kindern, die einem ständig vor die Füße latschten und einen nervten. Jawohl.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 22:30


    Irgendwann hören sie auf - Irgendwann haben alle aufgehört.
    Leann starrte den Jungen halb fasziniert, halb schockiert an. Also war er tatsächlich öfter in solchen Situationen und... schlug Leute zusammen. Na toll.
    Theoretisch wäre dies der perfekte Moment gewesen um aufzugeben, aber Leann hasste Niederlagen. Sie würde diesen Albino jetzt von seinem gewalttätigen Vorhaben abbringen und damit basta.
    Gerade wollte sie die Hände trotzig in die Hüften stämmen, als ihr auffiel, dass sie die eine Hand ja eigentlich brauchte, um ihr Fahrrad festzuhalten, aber da war es schon zu spät: Die Finger, die reflexartig zupackten, hielten es zwar in der Schieflage gerade noch fest, doch die Tasche rutschte vom Gepäckträger und etwa zehn lose Notenblätter aus ihr heraus.
    "Neeeeiiiiiin!", stöhnte Leann verzweifelt, ließ ihr Fahrrad doch noch fallen und hechtete über es drüber, um die Blätter aufzuheben, bevor irgendein dämlicher Windstoß sie davonwirbeln konnte.
    Warum musste sie nur so ein Tollpatsch sein...? Und warum in aller Welt war sie zu schusselig ihre Tasche richtig zuzumachen? Arg!



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 26.05.2009, 22:30


    Auf seine Frage hin, wo das Mädchen wohne, antwortete sie mit: "26 Silverstreet."
    Gut. Sie hatte was gelernt. Eine präzise Angabe.
    Schnell durchsuchte Ace seine Erinnerungen nach 'Silverstreet' und rief sich eine Art Stadtplan von New York auf (nur war dieser Plan ziemlich lückenhaft - sooo tolle geographische Kenntnisse hatte er nicht.)
    Und ja, es gab wirklich eine solche Straße ein paar Blocks weiter, auch wenn er dort noch nie gewesen ist.
    Und die Hausnummer 26 würde er auch schon finden.
    Das hieß, er konnte sich sparen, nach dem Weg zu fragen.
    Das wäre viel zu ernidriegend gewesen - nachdem er schon angeboten hatte, sie irgendwo abzusetzen.
    Geez. Dieses Kind regte ihn auf.
    Also besser, umso schneller er in dieser Silverstreet war.
    "Ah", gab er noch von sich - ein Ton, der vielleicht herablassend klang - und fuhr los.
    Dass er dabei wahscheinlich nicht den klügesten Weg nahm, war ihm klar aber das war jetzt auch nicht das Wichtigste.
    Während sie gerade dem Lauf einer unregelmäßig gepflasterten Straße folgten, bemerkte Ace, dass es langsam zu dämmern anfing.
    Hmm... es wird auch immer kälter. Aber gestern Nacht war es ganz sicher nicht Herbst...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:32


    Das Mädchen starrte ihn mit einer Mischung aus Entsetzen und noch etwas anderem an, was Finley nicht genau definieren konnte. War es Wut? Ärger darüber, dass er anscheinend so brutal war?
    Der Weißhaarige hatte sie gerade auf eine Antwort gefasst gemacht, als die Schwarze ganz plötzlich aus unerfindlichen Gründen ihr Fahrrad los ließ. Etwas perplex sah Fin zu, wie sie es kurz vor dem Boden doch noch auffing, dadurch allerdings eine Tasche vom Gepäckträger fiel und ihren Inhalt in Form von einigen Zetteln auf der Straße verteilte.
    "Neeeiinn", stöhnte die Schwarze, warf ihr Fahrrad dann schließlich doch hin und kletterte darüber, um die Zettel wieder aufzusammeln.
    Finley verstand zwar nicht wirklich, was genau da jetzt vor sich gegangen war - schließlich versendeten Fahrräder keine elektrischen Stromstöße oder irgendetwas, was Grund dazu gegeben hätte, sie auf einmal loszulassen - allerdings dachte er auch nicht wirklich daran, dem Mädchen zu helfen. Als jedoch einer der Zettel fast direkt vor seine Füße flog, hob er ihn doch auf, allerdings nicht ohne dabei einen Blick darauf zu werfen.
    Es waren Noten. Genauer gesagt waren es Keyboardnoten für ein anscheinend ziemlich rockiges Stück.
    Er spielte sich den Anfang kurz im Kopf vor, aber es war kein Lied, dass er kannte - wahrscheinlich irgendwas selbstgeschriebenes.
    Fin trat auf die Schwarzhaarige zu und hielt ihr das Notenblatt hin. "Du spielst Keyboard?", fragte er dabei, nicht, weil es ihn wirklich interessierte - das Mädchen würde wohl kaum Noten mit sich herumschleppen, wenn sie nicht selbst spielte - , sondern eher, weil er keine Lust hatte, dass sie gleich wieder anfing, ihn mit Dingen wie 'Gewalt ist keine Lösung' vollzuplappern.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:33


    Ohne noch viele Worte zu verlieren fuhr der Junge los. Einige Kurven nahm er so scharf, das Mickie beinahe vom Motorrad gefallen wäre, hätte sie sich nicht an Ace festgeklammert. Immerhin kam sie so schneller zu Hause an. Das war aber auch der einzige Vorteil an der halsbrecherischen Fahrweise des Herrn Baker.

    Nach ungefähr zehn Minuten Fahrt gelangten sie in die Silverstreet, und ohne weitere Erklärungen von ihr hielt der Junge vor dem Haus mit der Nummer 26.
    Vor ihrem Haus. Es unterschied sich fast in keinsterweise von anderen Häusern in diesem Block. Es sah noch recht neu aus, eine Hecke verdeckte den Blick auf den kleinen Garten und als Eingang diente ein Eisernes Tor, hinter dem ein gepflasterter Weg zur Haustür führte. Bei genauerem Hinschauen erkannte man aber doch einige Unterschiede. Anstelle einer Treppe führe eine Schräge zur Haustür hinauf – ihre Eltern hatten diese extra für ihre Schwester bauen lassen, damit sie ohne Probleme das Haus verlassen – und auch wieder hineinkommen konnte. Außerdem war der Türgriff des Eingangstores etwas niedriger als normal, damit ihre Schwester heran kam. Anstatt eines normalen, kleinen Autos hatten sie ein recht großes, das genügend Stauraum für den Rollstuhl bot. Auch wenn man in ihr Haus hinein ging gab es dort keine Stufen oder enge Türen, es war alles sehr behindertengerecht gebaut worden – etwas, was ihre Eltern ohne große Überlegungen wegen des Geldes hatten einrichten lassen.
    Wenn sie jetzt aber damit ankam, dass ihr Fahrrad..
    Mickie stieg vom Motorrad, nahm den Helm ab und hielt ihn dem Jungen hin. „Danke fürs Herbringen“, sagte sie mit einem sanften Lächeln.
    „Also.. dann.. bis morgen, viertel vor zwei am Café“, wiederholte sie noch einmal, um sicher zu gehen, dass sie sich nichts falsches gemerkt hatte.
    Hoffentlich klärte sich das morgen alles auf.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 22:34


    Hektisch sammelte Leann alle Seiten auf, die am Boden herumlagen und hoffte, dass nicht doch welche weggeweht waren. Gerade war sie dabei die geretteteten wieder in die Tasche zu stopfen, als ein paar Beine vor ihr auftauchten und ihr kurz darauf ein Zettel hingehalten wurde. Ein Zettel mit Noten drauf, um genauzu sein.
    Leann blinzelte nach oben - die Beine gehörten dem Albino, der tatsächlich so sozial gewesen war, eins der Blätter aufzuheben und der jetzt fragte, ob sie Keyboard spiele. Das bedeutete, dass der Junge wohl zumindest ein bisschen Ahnung von Musik haben musste. Ein merkwürdiger Kerl.
    "Nein... ich trage die nur zum Spaß rum", entgegnete sie mit einem Anflug von Humor, stand auf und nahm ihm die Noten mit einem hinzugefügten "Danke" aus der Hand. Was hatte sie eigentlich gerade nochmal sagen wollen...? Achja, sie hatte den Jungen von seinen Plänen bezüglich der Kinder abbringen wollen. Vielleicht hatte er gerade deswegen das Thema gewechselt... wenn, dann war das sehr geschickt von ihm. Aber er würde ihr nicht entkommen. Ha. So leicht ließ sie sich nicht abwimmeln. Und außerdem machte dieser seltsame Kerl sie neugierig.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 26.05.2009, 22:34


    Ace fand das Haus ohne größere Probleme. Und das Mädchen stieg auch sofort von dem Motorrad ab und gab ihm den Helm. Ace widerstand dem Drang, "brav" zu sagen.
    Nur ganz leicht interessiert schaute er zu dem Haus herüber.
    Es sah ziemlich normal aus. So wie diese ganzen anderen Häuser in dem Block. Aus irgendeinem Grund scannte er es kurz innerlich durch und verglich es mit den Nebenhäusern. Irgendwas schien doch anders zu sein...
    Ah, ja, dort war anstatt einer Treppe eine Schräge eingebaut.
    Zumindest schien niemand sie durch das Fenster hindurch anzustarren.
    Gelangweilt nahm er den Helm an sich und machte ihn hinten an seinem Motorrad fest.
    "Danke fürs Herbringen", sagte Mickie und lächelte ihn nett an.
    Pah. Sie glaubte wohl, sowas hatte er nötig.
    "Also dann.. bis morgen, viertel vor zwei am Café."
    Zugegeben, sie lernte schnell. Oder vielleicht war sie auch von vornherein so.
    Dann war sie möglicherweise eine gar nicht sooooo unerträgliche Mitfahrerin.
    "Ja. Tschüss", sagte er kühl und setzte noch einen leicht abfälligen Blick dazu auf.
    Einen Moment lang überlegte er, wie es wäre, wenn sie doch beobachtet werden würden.
    Was würden die Leute denken? Bestimmt, dass er ihr Freund wäre, der sie zu Hause absetzt. Es wären heute schließlich nicht die Ersten, die sie für eine Art... Paar hielten.
    Uah. Er kannte dieses Mädchen doch erst seit heute und schon machte sie so nervige Sachen.
    Aber wenn er jetzt losfahren würde...
    Er schoss auf seinem Motorrad davon, bevor diese Mickie überhaupt weggehen konnte.
    Mwuaha. Dann hätte er sie zumindest einfach stehen lassen.
    Nach einer Weile stellte er das Motorrad wieder am Straßenrand ab.
    Er war schon um eine Ecke gebogen und dadurch außer Sichtweite.
    WAS zum Teufel mache ich da? Was, was, was?!? Was geht bitte mit mir ab...?
    Einen Moment lang stand er unschlüssig da.
    Ach, zum Teufel...
    Zu Fuß legte er die paar Meter zu der Ecke zurück und schaute die Straße entlang. Mickie stand nicht mehr auf der Straße und die Tür eines Hauses fiel gerade hinter jemandem zu.
    Ob es Mickies Haus war, hatte er vergessen, es war aber gut möglich.
    Ich hab sie nicht mehr alle... Ich verliere den Verstand. Und das liegt ganz allein an diesem dämlichen Traum. Warum träume ich auch von toten Mädchen und rollenden Katzenköpfen?
    Schnaubend ging er zurück zu seinem Motorrad und fuhr los.
    Er hatte keinen Helm auf und genoss es, dass der Wind ihm ins Gesicht peitschte.
    Als der Braunhaarige bei sich zu Hause ankam, fand er alles wie gewohnt vor.
    Home sweet home, dachte er, als er seine Haustür aufschloss.
    Er drehte das Radio an, ignorierte es aber eher. Irgendwas kam über den neuen Präsidenten der USA. Er war der Erste schwarze Präsident, viel mehr wusste er aber nicht über dieses Thema.
    Zumindest war sein Konkurrent ein ehemaliger Kriegsheld und solange der nicht Präsident wurde, war ihm das auch egal.
    Leicht resignierend ließ er den Blick über seine beschauliche Wohnung schweifen. Er hatte keinen Computer. Noch nicht mal einen Fernseher.
    Aber ein Laptop wäre eigentlich nicht schlecht...
    Wenn er ins Internet wollte, musste er erbärmlicherweise immer in ein Café.
    Und das war nicht nur erbärmlich sondern auch teuer.
    Ich wollte noch die Kings anrufen..., erinnerte er sich. Keine Lust.
    Ace stellte das Radio aus und wählte die Nummer der Kings auf seinem Mobiltelephon.
    Es dauerte eine Weile bis jemand dranging und Ace wollte schon genervt auflegen.
    "Ähh... hallo? Ja, hallo, wer ist denn da?", meldete sich die kindliche Stimme eines Jungen. Es musste einer der Zwillinge sein.
    Die Kings hatten nämlich zwei Söhne im Alter von neun Jahren.
    Matthew und Jonathan. Matt und John.
    Aber da sie Zwillinge waren wusste er beim besten Willen nicht, wen von beiden er am Apparat hatte.
    Diese Klischee-Typen sahen nämlich exakt gleich aus und klangen auch gleich.
    "Hol deine Mutter ans Telefon", knurrte Ace.
    "Es ist Ace! Oh, achso, da steht ja auch: 'Handy Ace.' Maaamaaaa~!"
    Es dauerte einen Moment, dann hörte er im Hintergrund eine weitere Stimme.
    "Ja, Joey, was ist denn?" Das war sie. Mrs. King. Und sie hatte anscheinend noch viele Ideen, wie man Jonathan abkürzen konnte.
    Kein Wunder, denn diese Lausbuben stellten immer viel Unfug an. Und da musste man sie schon mal zurecht rufen. Dafür war Jonathan viel zu lang.
    "Telefooo~n!"
    "Wer ist denn dran?"
    "Ace. Er will mit dir reden!"
    "Oh..."
    Stille. Dann Geknister. Dann konnte Ace die Stimme seiner Adoptivmutter ganz klar am Telefon hören.
    "Hallo, Ace! Du hast dich lange nicht mehr gemeldet, ich wollte eigentlich schon längst angerufen haben, die Tage..."
    Jaja.
    "Viel zu tun. Schule."
    "Achso... Wie läuft es denn so in der Schule?"
    "Gut."
    Argh. Als ob sie das interessieren würde. Diese Frau nervte.
    "Und wie läuft es mit deiner Wohnung? Ist alles klar mit dem Vermieter?"
    "Deshalb rufe ich an."
    "Brauchst du Geld?"
    "..."
    "Vielleicht solltest du wieder bei uns einziehen... Ich weiß ja nie, ob du überhaupt genug Essen hast und so. Möglicherweise ist das ganze gar keine so gute Idee, darüber habe ich mir schon die ganze Woche Gedanken gemacht. Das Jugendamt ruft ja immer wieder mal an und ich höre ja so selten was von dir..."
    "Mit der Wohnung ist alles in Ordnung. Es ist... bald Weihnachten."
    Eine Weile schwieg die Frau. Dann schien es bei ihr 'Klick' zu machen.
    "Oh, ja. Ich habe mich schon gefragt, ob du dir etwas wünschst..."
    Sicher.
    "Ich habe da letztens einen Laptop gesehen.. aber ich weiß nicht."
    "Soso."
    "Ja. Also, mir geht es gut, bis dann. Tschüss."
    Sein Gegenüber verabschiedete sich noch, dann legte Ace schnell auf.
    Die Sache mit dem Laptop war gebongt. Aber was war das jetzt mit dem Jugendamt? Sie konnten ihn doch nicht wirklich dazu zwingen, wieder bei den Kings einzuziehen, oder?
    Diese Angelegenheit machte ihn schon etwas... unsicher.
    Um sich abzulenken, machte er aus irgendeinem Grund seine Hausaufgaben. Es war Wochenende und er... erledigte sie wirklich selten, aber irgendwie war ihm gerade danach.
    Als er fertig war, legte er sich ins Bett und dachte nach.
    Über diese komische Sache mit dem Traum und darüber, wie es wäre, wenn er wieder bei den Kings wohnen würde.
    Und dann dachte er über dieses Mädchen, Mickie nach. Aber nur kurz.
    Bevor ihm die Augen zufielen, fiel ihm ein, wofür man sich eine Schräge einbaute: wenn ein Rollstuhlfahrer in dem Haus wohnte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:34


    Ein leichtes, halbechtes Lachen schlich sich auf Finleys Gesicht. Sie trug die Noten also doch nur so zum Spaß mit sich herum. Hmm.
    Eigentlich mochte er diese Art von Humor nicht sonderlich. Im Gegenteil, normalerweise wandte er sich bei solchen Leuten einfach nur genervt ab. Aber dieses Mädchen - nun, er wusste nicht recht, ob er sie jetzt einfach so schnell wie möglich wieder loswerden oder nur verhindern wollte, dass sie ihm jetzt irgendwelche Voträge hielt. Vielleicht beides. Aber irgendwie war es ja schon ganz nett, mal mit jemandem zu reden, der einen nicht gleich als merkwürdigen Idioten abstempelte. Was nicht hieß, dass er die Dunkelhaarige mochte. Er kannte sie ja nicht mal.
    Er beschloss, ihren Kommentar zu ignorieren und einfach weiter nach irgendwelchen belanglosen Dingen zu fragen. Vielleicht vergaß sie dann ja seinen Kommentar was die Jungs anging. Oder kam zumindest nicht mehr darauf zurück.
    "Kommst du gerade vom Unterricht?", fragte er also mit einem leicht interessierten Ton. Das war jetzt zwar keine sonderlich tolle oder aufschlussreiche Frage, aber besser, als wenn er jetzt nichts sagte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 22:35


    Der Junge lachte. Tatsächlich. Na ja - fast. Aber zumindest ein bisschen und das war ein gutes Zeichen. Sie konnte ihn bestimmt noch dazu bringen, die Kinder nicht zu verprügeln, beziehungsweise überhaupt niemanden mehr zu verprügeln. Jawohl.
    Mitten in diesen Gedankengang geriet eine Frage des Albinos, nämlich, ob sie gerade vom Unterricht käme.
    "Nein", entgegnete Leann deshalb. "Von einer Probe unserer Schulband." Ob der Typ wohl auch ein Instrument spielte oder so? Zumindest hatte er ja gleich erkannt, dass es Keyboardnoten waren (was man wahrlich nicht von jedem dahergelaufenen Kerl erwarten konnte). Sollte Musik nicht angeblich beruhigen und entspannen? Entweder klappte das dann anscheinend bei ihm nicht oder er brauchte noch viel, viel, viel mehr Musik... das sollte sie in Erfahrung bringen.
    "Spielst du auch irgendwas?", hängte Leann also in einem interessierten Tonfall hintendran und sah den Weißhaarigen fragend an. Jetzt hielt er sie vermutlich für neugierig und aufdringlich, aber das konnte ihr ja egal sein. Vermutlich würde sie dem Jungen sowieso nie wieder begegnen, nachdem sie ihm erstmal ihre Gehirnwäsche verpasst hatte. Zumindest war das sehr unwahrscheinlich...



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:36


    Soso. Schulband also.. Finley musste an die Schulband aus seiner Schule denken. Eine richtige Band war es nicht mal, eher ein zusammengewürfelter Haufen Hippies, die meinten, ach so toll auf einer E-Gitarre spielen zu können oder ja eine so tolle Stimme hätten. In Wirklichkeit hörte sich das ganze an.. als.. ihm fiel kein Vergleich dazu ein. Jedenfalls klang es grauenhaft.
    Ob das Mädchen auch in so einer Schulband spielte..? Gute Frage. Das, was er an Noten gesehen hatte, wirkte jedenfalls nicht wie eines dieser abgedrehten, schlechten, selbstgetexteten Sachen.
    Aber wer wusste, was die anderen Instrumente so an Noten hatten..
    Spielst du auch irgendwas?, unterbrach das Mädchen ihn in seinen Gedanken. Was ein nerviges Ding.. Konnte sie nicht einfach endlich.. abhauen? Ihn in Ruhe lassen? Er hatte nun wirklich keine Lust, ihr auf die Nase zu binden, dass..
    "Geige", sagte er knapp. War doch auch scheißegal. Er kannte das Mädchen nicht, würde sie nie wieder sehen und sie wirkte nicht wie jemand, der sich einen Spaß daraus machte, andere Leute runterzuputzen. Nicht mit ihrem Gewalt-ist-keine-Lösung-Tick. Im Gegenteil, sie wirkte eher wie eine von diesen Öko-Tanten.. Wahrscheinlich engagierte sie sich in ihrer Freizeit auch noch für Umweltschutz oder für die Rettung der Wale. Oder sowas in der Richtung. Vorstellen konnte Fin es sich.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 22:36


    Die Antwort fiel eher knappe aus und war einigermaßen überraschend: Geige, sagte der Kerl. Geige!?
    Das wollte nun so gar nicht zu ihrem Schlägertyp-Bild von ihm passen, weshalb sich ein verdutzter Ausdruck kurzzeitig auf ihrem Gesicht ausbreitete, dann hatte sie sich wieder gefangen.
    "Oh... cool", sagte sie schließlich lächelnd und meinte es sogar ehrlich. "Früher wollte ich auch immer Geige lernen." Das stimmte. Als Kind hatte sie das Instrument total toll und die Musik wunderschön gefunden, einen Schnupperkurs hatte sie auch mal gemacht (der ziemlich in die Hose gegangen war). Allerdings hatte sie es sich dann doch anders überlegt und lieber mit Klavier angefangen, worüber sie im Nachhinein auch ganz glücklich war. Ernsthaft, Geige passte einfach nicht zu ihr.
    Genauso wenig wie zu dem Jungen, wenn man ihrem ersten Eindruck trauen durfte. Der war ja noch seltsamer als sie gedacht hatte! Wie sollte man aus so einem Menschen schlau genug werden, um ihn einer Gehirnwäsche unterziehen zu können?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:37


    Sie sah ziemlich überrascht aus, die Schwarze. Verständlich, Geige war wirklich kein Instrument, was zu ihm zu passen schien. Halbkriminelle Schlägertypen spielten keine Geige.
    Was für ein Bild sie jetzt wohl von ihm hatte? Wahrscheinlich ein ziemlich seltsames. Aber anstelle der erwarteten Du spielst Geige!? - Reaktion sagte sie nur: Oh... cool. Früher wollte ich auch immer Geige lernen.
    Leicht überrascht sah Fin das MÄdchen an. Solchen Menschen war er noch nicht oft begegnet. "Wie bist du dann zum Klavier gekommen?", fragte der Albino, langsam wirklich aus halbem, nicht gespielten Interesse.
    Verrückt. Ganz und gar verrückt, diese ganze Szene. Er stand auf der Straße, hatte gerade ein Fenster eingeschmissen bekommen und redete mit einem Mädchen, einer Schwarzen, die praktisch das komplette Gegenteil von ihm war. Die er nicht kannte. Noch nie zuvor gesehen hatte. Und er unterhielt sich mit ihr über Musik. Mal ehrlich: Wie bescheuert war das?
    Finley fiel darauf keine Antwort ein. Außer der, dass es nicht nur bescheuert, sondern auch noch absolut unlogisch war.
    Wie sollte er überhaupt seiner Mutter die Sache mit der Fensterscheibe erklären..? Am besten, er sagte ihr die Wahrheit. Oder zumindest die Teil-Wahrheit. Dass er die Typen kannte, die dafür verantwortlich waren, und dass sie auch noch einen halbwegs gerechtfertigten Grund dazu hatten, brauchte sie ja nicht zu wissen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.05.2009, 22:37


    Der Junge schien von ihr genauso überrascht zu sein wie sie von ihm, zumindest war das aus seinem Gesichtsausdruck zu folgern. Dabei hielten doch viele Kinde Geige für ein tolles Instrument und überlegten es sich später anders, da war Leann kein Sonderfall - nur würden Viele es vielleicht nicht zugeben.
    "Na ja", antwortete sie auf die Frage des Albinos, wie sie zum Klavie rgekommen sei. "Nachdem ich einmal auf 'ner Geige rumgequietscht hatte, habe ich mir gedacht, dass das nichts für mich ist. Ein Klavier hatten wir sowieso schon zu Hause stehen und da hat sich das irgendwie ergeben."
    Leann zuckte mit den Schultern. Sie hätte jetzt auch noch erklären können, dass es nicht nur bei Klavier geblieben war, aber das kam ihr etwas bescheuert vor. Einem Wildfremden, den sie gerade auf der Straße getroffen hatte, ihre halbe Lebensgeschichte zu erzählen, wäre ja auch bescheuert. Nun gut, vielleicht nur ihre viertel Lebensgeschichte...
    Hmpf. Wenn welche von den Nachbarn uns sehen, denken die sich bestimmt auch ihren Teil, dachte sie vor sich hin und betrachtete noch einmal die kaputte Fensterscheibe. Wie würden die Eltern des Albinos wohl reagieren?



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.05.2009, 22:38


    Fin hörte schon gar nicht mehr richtig zu, als Leann ihm erklärte, wie sie zum Klavier gekommen sei - seine Gedanken waren schon wieder abgedriftet, in Richtung seines Fensters und seiner Mutter.
    Erstmal würde sie stocksauer sein, und er würde einige Schimpftiraden über sich ergehen lassen müssen. Die würden zwar nicht gegen ihn gerichtet sein, aber es würde trotzdem nervig werden. Dann würde er wohl eine neue Scheibe brauchen.. Aber das durfte sie dann erledigen, sie hatte ja sowieso nichts besseres zu tun, als den ganzen Tag an diesem oder jenem rumzumeckern. Gleich würde er erstmal die Scherben aufsammeln müssen.. Und dann auch noch die Hausaufgaben. Was für eine Freude. Vielleicht sollte er dieses Mädchen langsam mal loswerden.. Er redete sowieso schon unnormal lange mit ihr. Außerdem begann es langsam zu dämmern.
    Deswegen nickte er nur kurz zu den Worten der Schwarzen, um dann zu sagen: "Ah. Aber.. ich muss jetzt mal wieder rein. Da warten noch Hausaufgaben und Scherben auf mich."
    So. Damit wäre das auch geregelt. Jetzt konnte er nur hoffen, dass sie schnell abhauen würde - aus welchem Grund hatte er sich überhaupt so lange mit ihr unterhalten? - damit er endlich wieder seine Ruhe hatte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 06.06.2009, 22:25


    Ace nahm den Helm an sich und machte ihn an seinem Motorrad fest.
    Wozu hatte er eigentlich einen Helm mit, wenn er ihn nicht aufsetzte? Oder gehörte das irgendwie zum Outfit...?
    Mickie kam nicht dazu, ihn danach zu fragen - was sie wohl so oder so nicht getan hätte, aber gut -, denn der Junge sagte nur noch "Ja, tschüss" und war weg. Er hatte es wohl ziemlich eilig. Oder, er wollte sie einfach nur so schnell wie möglich loswerden. Wahrscheinlich war es das.
    Das Mädchen sah ihm noch kurz nach, bis er schließlich um die nächste Ecke gebogen war. Sie drehte sich um und legte die paar Meter zum Eingang ihres Hauses zurück.
    "Ich bin wieder da!", rief sie durch den Flur. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es gerade kurz vor acht war. "Ah, Mickie!", tönte die Stimme ihrer Mutter durch die Wohnung. "Kannst du bitte Essen machen?"
    Sie seufzte innerlich. Wahrscheinlich hatte sie schon die ganze Zeit darauf gewartet, dass ihre Tochter nach Hause kam, um Essen zu kochen. "Ja, Mom", antwortete sie und ging in die Küche. Ihre Sachen stellte sie im Flur ab. Ein kurzer Blick in die Schränke sagte ihr, dass ihre Mutter sie bald wieder zum Einkaufen schicken würde - viel hatten sie nicht mehr da. Also entschloss sie sich für Spaghetti mit Tomatensauce. Das war schnell gemacht und schmeckte trotzdem recht gut.
    Während sie wartete, dass das Wasser kochte, dachte sie noch einmal über den vergangenen Tag nach. Er war wirklich seltsam gewesen. Erst hatte sie dieses Mädchen, Sam, getroffen, war mit einem Motorrad gefahren, zu spät zur Schule gekommen - das war ihr noch nie passiert! - und dann hatte sie beim Schwimmen auch noch diesen Kerl getroffen, hatte herausgefunden, das er wohl das gleiche wie sie geträumt hatte, war zum zweiten mal an diesem Tag - und in ihrem Leben - mit einem Motorrad gefahren und würde morgen hoffentlich herausfinden, was das ganze zu bedeuten hatte.
    Gerade noch rechtzeitig merkte sie, dass ihr fast das Wasser übergekocht wäre und stellte die Platte etwas runter, um dann die Nudeln ins Wasser zu tun.
    Zwanzig Minuten später stand das Essen fertig serviert auf dem Tisch, und Mickie konnte ihre Mutter und ihre Schwester zum Essen holen. Ihr Vater war noch nicht wieder von der Arbeit nach Hause gekommen.
    Das Essen verlief ziemlich normal. Ihre Schwester war die ganze Zeit eher am Plappern als am Essen, ihre Mutter versuchte, sie irgendwie zum Essen zu bewegen, und sie selbst aß schweigend ihre Portion auf.
    Als sie mit dem Essen fertig waren, musste sie ihre Schwester ins Bett bringen - keine allzu leichte Aufgabe. Tracy wollte nie schlafen gehen. Meist erzählte sie ihr dann immer eine Geschichte - ein Märchen, eine Fabel, irgendwas, was ihr gerade einfiel. Das war nicht immer ganz leicht, da ihr recht schnell die Ideen ausgingen - aber es klappte. Ab und zu las sie ihr auch etwas vor, das war einfacher. Heute entschloss sie sich für das Märchen vom "Lumpengesindel", sie war der Meinung, dass ihre Schwester die Geschichte noch nicht kannte. Gegen halb Zehn hatte sie es dann endlich geschafft - Tracy lag schlafend im Bett, die Küche war ordentlich und sie hatte noch etwas Zeit für sich. Ihre Tasche mit den Schwimmsachen fiel ihr ein. Sie hängte die Sachen, wie üblich, zum Trocknen auf und tappte dann in ihr Zimmer, um sich umzuziehen und dann ins Bett zu gehen. Zum Glück war morgen Samstag, sonst hätte sie noch Hausaufgaben erledigen müssen, und dazu hatte sie nun wirklich nicht mehr die Nerven. Sie mochte Tracy schon, keine Frage, aber sie war auch anstrengend.
    Als sie endlich im Bett lag, nahm sie sich noch ein Buch vor. Sie las gerade 'His Dark Materials', aber viel schaffte sie nicht mehr, ihr fielen bereits nach dem ersten Kapitel die Augen zu. Also legte sie das Buch weg, machte das Licht aus und glitt ins Land der Träume.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 08.06.2009, 21:57


    Ah. Aber.. ich muss jetzt mal wieder rein. Da warten noch Hausaufgaben und Scherben auf mich, verkündete der Junge, nachdem sie fertig erzählt hatte, und Leann nickte.
    „Jaaa, ich müsste auch mal nach Hause. Tschüss, dann.“ Sie lächelte leicht und hob ihr Fahrrad auf. Ihr war nämlich gerade aufgegangen, dass sie sich tatsächlich etwas beeilen musste, hinterher würden ihre kleinen Brüder noch die ganze Wohnung auseinander nehmen – oder in die Luft jagen. Denen war alles zuzutrauen.
    Leann machte sich also auf den Heimweg und fragte sich, ob ihr der Albino wohl nochmal über den Weg laufen würde.

    Schließlich schob sie ihr Fahrrad in die Garage und betrat das Reihenhaus, das man von den anderen eigentlich nur wegen der Schaukel im Garten unterscheiden konnte.
    „Anniiiieeeee!“, tönte es sogleich durchs ganze Haus und einer der neunjährigen Zwillinge kam die Treppe hinuntergestürzt, gefolgt von einem schwanzwedelnden Dalmatinermischling. „Shawn hat meine Süßigkeiten versteckt!“
    Aus dieser Aussage schloss Leann, dass es sich bei dem Jungen um Keyl handelte – selbst sie konnte die beiden nicht immer auseinander halten, zumindest nicht, wenn sie nicht zum Vergleich nebeneinander standen.
    „Shawn, gib Keyl seine Süßigkeiten wieder!“, rief Leann also, platzierte Jacke, Tasche und Schuhe an der Garderobe, kraulte den Hund kurz hinter den Ohren und ging in die Küche, wobei sie das „Keyl hat aber zuerst mein Spiel kaputt gemacht!“ von oben sorgsam ignorierte, ebenso wie den Redefluss des anderen Knirpses, der ihr hinterher taperte.
    „Wir haben versucht Terry beizubringen durch den Reifen zu springen, aber er wollte viel lieber fangen spielen und dann ist Shawn durch den Reifen gelaufen und Terry ist hinterher, aber alleine wollte er trotzdem nicht… Was gibt es zu essen?“
    „Wir bestellen Pizza“, verkündete Leann.
    „Pizza? Ehrlich?“, fragte Shawn begeistert und steckte den Kopf zur Tür herein.
    „Ja“, seufzte Leann bloß und wählte die Nummer des Bringdienstes, die sie längst auswendig kannte, als die Kochniete, die sie war.

    Einige Zeit später hatte Leann ihre Brüder in die Betten befördert und lag nun in ihrem eigenen. Glücklicherweise war morgen Samstag, weshalb sie das Lernen für die Schule doch noch auf einen anderen Zeitpunkt verschoben hatte. Morgen würde auch ihre Schwester Nancy fürs Wochenende aus dem Internat kommen – sonst kam sie meistens schon Freitagnachmittag, nur heute hatte sie irgendeine AG oder so gehabt. Aber wie auch immer, erstmal ausschlafen…



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 09.06.2009, 18:32


    Tatsächlich machte sich das Mädchen aus dem Staub. Strike, das war ja recht einfach gewesen.
    Finley drehte sich um und stiefelte wieder zurück ins Haus. Da passierte auch schon das, was er hatte vermeiden wollen: Seine Mutter kam ihm entgegen. "Was war denn gerade los, Schatz? Ich habe so laute Geräusche aus dem Garten gehört..." Ihre vermeintlich besorgte Mine ließ ihn die Augen verdrehen. "So Kinder haben mein Fenster eingeschmissen. Ich räums schon wieder auf." Zornesröte breitete sich auf dem Gesicht der Frau aus. "Was!? So eine Frechheit! Was fällt denen eigentlich ein! Kennst du sie? Weißt du, wer es war? Los, raus damit!"
    "Weiß nicht."
    "Diese Mistkinder! Meinem Sohn die Scheibe einzuwerfen! Wieso denken eigentlich alle Leute..."
    Den Rest ihrer Schimpftirade bekam Fin schon nicht mehr mit; er wusste sowieso, dass jetzt noch einige Äußerungen über Rassismus und Ausländerfeindlichkeit bis hin zu der miesen Politik der USA kommen würden. Das musste er sich nicht schon wieder antun. Also war er auf sein Zimmer geschlichen, wo er jetzt begann, die Scherben vorsichtig wieder aufzusammeln und sie dann in den Mülleimer zu befördern.
    Schließlich stand er etwas unschlüssig im Zimmer und betrachtete die Überreste seines Fensters. Hoffentlich kommt sie wenigstens neben der ganzen Schimpferei auf die Idee, jemanden anzurufen, der ein neues einsetzt, dachte er sich und zog die Rolläden herunter, damit er nicht die ganze kühle Luft ins Zimmer bekam. Der Albino warf einen schnellen Blick zu seinem Schreibtisch und den angefangenen Hausaufgaben. Musste das denn jetzt wirklich noch sein...? Er hatte ja jetzt mal gar keine - hey, halt. Heute war Freitag, richtig? Hah, das hieß, er musste sie gar nicht bis morgen haben. Das Herz des Jungen machte einen Freudensprung. Das hieß, er konnte den Rest des Abends mit anderen Dingen zubringen. Stellte sich nur die Frage, was man mit so einem angefangenen Abend noch anfangen konnte. Im Grunde genommen nicht mehr wirklich viel. Mist. Da hatte man schonmal keine Hausaufgaben, und dann gab es nichts, was man stattdessen tun könnte.
    Motivationslos warf sich Fin auf das kleine Sofa in seinem Zimmer und schaltete das Fehrnsehn an.
    >>Acht Uhr, die Nachrichten. Die heutigen Themen: Barack Obama ist der neue Präsident der USA. Die Klimakatastrophe ist laut einigen Forschern kaum noch abzuwenden. Die Kriege im Irak...<<
    Etwas desinteressiert blickte Fin auf den Bildschirm und wollte gerade weiterschalten, als ein Bericht aus seiner Gegend kam.
    >>Heute wurde ein auf etwa fünfzehn Jahre geschätztes Mädchen tot in einem Stadtpark in New York aufgefunden. Ihr wurde auf brutale Weise der Kopf abgeschlagen. Neben ihr fand man eine Katze, ebenfalls kopflos. Die Polizei vermutet, dass es sich um einen Gelegenheitsmörder handeln könnte, tappt aber bei ihren Ermittlungen noch vollkommen im Dunkeln. Am Tatort konnten keinerlei Spuren gefunden werden, die auf ein Verbrechen hindeuten...<<
    Jetzt zappte er doch weiter. Uninteressant. Sollten sie doch dummen Mädchen die Köpfe abhacken, hatte er kein Problem mit.
    Finley schaltete sich noch weiter durch diverse Kanäle, aber es kam - wie üblich - nur Schwachsinn im Fehrnsehn. Als seine Mutter ihn schließlich zum Essen rief, erschien ihm das schon fast wie eine willkommene Abwechslung. Seine Mutter regte sich noch einmal ordentlich über das Fenster auf, meinte aber auch, dass sie für morgen jemanden bestellt hatte, der eine neue Scheibe einsetzen würde. Sein Vater nickte immer nur beipflichtend, schwieg aber sonst.
    Fin war froh, als das Abendessen endlich beendet war und er auf sein Zimmer verschwinden konnte. Entgegen seiner Gewohnheiten beschloss er, heute früh ins Bett zu gehen - schließlich hatte er die ganze letzte Nacht durchgemacht und war dementsprechend müde.
    Der Albino zog sich also um, putzte sich die Zähne und warf sich auf sein Bett. Trotz seiner Müdigkeit gelang es ihm eine ganze Weile nicht, einzuschlafen. Stattdessen starrte er an die dunkle Zimmerdecke und musste ständig über diese drei dummen Kinder und das Mädchen nachdenken. Doch schließlich fiel er in einen unruhigen, noch traumlosen Schlaf.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 13.06.2009, 21:22


    Sam spießte die letzten Nudeln auf und wischte mit ihnen die Sauce vom Teller, ständig beobachtet von den beiden schwarz-weißen Ratten, die vor ihr auf dem Tisch saßen und an Bananenstücken herumknabberten. Die Schwarzhaarige sah ihnen dabei noch eine Weile zu, bis sie schließlich fertig waren – dann streckte sie ihnen die Hand hin, auf die sie nacheinander sprangen und den Arm hinauf zu Sams Schulter flitzten. Eine der beiden – wahrscheinlich Lola – tippte immer wieder gegen den großen Ohrring, so dass er hin- und herschaukelte, bis Sam die Ratten zurück zu ihrem Käfig getragen und hineingesetzt hatte.
    Daraufhin räumte sie das Geschirr in die Spülmaschine und verzog sich ins Badezimmer, wo das übliche abendliche Ritual stattfand: Waschen, Zähne putzen, Ohrringe abmachen, Kontaktlinsen rausnehmen, Schlafanzug anziehen.
    Bevor sie ins Bett ging, klappte sie allerdings noch den Laptop auf, warf einen kurzen Blick auf das morgige Wetter (10°C, bewölkt, windig, Niederschlagsrisiko 67%; also das absolute Traumwetter) und sah dann ihre E-Mails nach.
    Drei Neue waren im Posteingang gelandet, zwei davon nervige Werbung, die sofort gelöscht wurde, und eine von ihrem Kumpel Lucas, der es anscheinend für nötig befand, sie darüber zu informieren, dass er nächstes Wochenende zur Hochzeit seiner Cousine musste und darum jetzt irgendwas Vernünftiges zum Anziehen brauchte.
    Sam fragte sich, ob er erwartete, dass sie ihn modisch beriet, oder so. Irgendwie bezweifelte sie es ja, aber bei diesen Typen konnte man das nie so genau wissen… möglicherweise war ihm gar nicht aufgefallen, dass ihre Klamotten meistens so aussahen, als wäre ein Laster darüber gefahren…?
    Nun ja, das konnte sie immer noch in Erfahrung bringen. Jetzt fuhr sie den Laptop erst einmal wieder herunter, ging ins Schlafzimmer und kuschelte sich dort gemütlich unter die Decke, nachdem sie die Nachttischlampe eingeschaltet und ihr Buch hervorgeholt hatte. Sie hatte gerade Tintenblut, den zweiten Band der Tintenwelt-Trilogie, angefangen und wollte jetzt noch ein bisschen lesen, da sie fand, dass man dabei immer noch am besten einschlafen konnte.
    Nach einer Weile legte sie es dann schließlich zur Seite, schaltete das Licht aus und schloss die Augen, und während sie ins Reich des Schlafes hinüber glitt, fragte sie sich halb, ob sie wohl wieder so einen seltsamen Traum haben würde wie letzte Nacht.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 16.06.2009, 00:19


    Mit einem Seufzen landete der letzte Teller in der Spülmaschine und die Tür wurde von einer Alabasterfarbenen Hand geschlossen.
    Der weißhaarige Jamael drehte sich um und wäre prompt in ein kleines Mädchen gelaufen, das ihn mit leuchtenden, blauen Augen anschaute. Er verzog die Mundwinkel zu einem Lächeln und nahm eine kleine Hand von Jeany in seine, damit sie nicht anfing, ihm damit am Hemd rumzuzupfen. Das tat sie nämlich oft, wenn ihr nicht sofort volle Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
    „Was ist denn, Jeany?“
    Die Blonde zog einen Schmollmund.
    „Du hast versprochen, mir noch bei den Hausaufgaben zu helfen. Hast du gesagt!“
    In Gedanken verdrehte Jamael leicht die Augen. Eigentlich benötigte seine Schwester nie Hilfe bei ihren Hausaufgaben, sie kam mit ihnen immer sehr gut klar. Trotzdem musste der große Bruder täglich dabei sitzen und sagen, ob die Lösungen falsch oder richtig waren.
    „Ja, gut. Setz dich schon mal an den Tisch und pack deine Sachen aus, okay?“
    Seine Schwester nickte heftig und tat, wie geheißen. Da es Freitag war, musste er seine eigenen Hausaufgaben wenigstens nicht mehr an diesem Tag erledigen. Einen Moment lang fragte er sich, wie seine Klassenkameraden reagieren würden, wenn er sie einmal nicht gemacht hätte. Die würden bestimmt denken, der echte Jamael wäre von Aliens entführt und durch eine billige Kopie ausgetauscht worden. Obwohl er so oder so schon Kommentare, von wegen er wäre einem anderen Stern oder sowas, gehört hatte.
    Der Weißhaarige stellte noch ein paar Sachen in der Küche an die Plätze, an die sie gehörten, und setzte sich dann zu seiner Schwester an den Tisch.
    „Worum geht es denn…?“, fragte er freundlich lächelnd und besah sich die Aufgabenstellung.
    Mathematik.
    Ahja.
    Nachdem sie gemeinsam ein paar Aufgaben gelöst hatten, ertönte plötzlich ein zerberstendes Geräusch aus einem anderen Zimmer. Jamael zuckte heftig zusammen, drehte sich dann wieder zu seiner Schwester um und setzte ein falsches Lächeln auf.
    „Die anderen Aufgaben schaffst du auch alleine, denke ich…“
    Das achtjährige Mädchen, deutliches Unbehagen in den Augen, nickte vorsichtig. Der Albino stand von seinem Stuhl auf und machte sich eilig auf den Weg in das Zimmer, aus dem das Geräusch gekommen war.
    „Mom...?“, rief er leise. Im nächsten Moment hätte er am liebsten geflucht, als sich etwas Scharfes schmerzhaft in seine Fußsohle bohrte. Er hob diesen Fuß an, unter dem eine zerschellte Vase lag.
    Einzelne Blutstropfen fielen von Jamaels Wunde auf eine der Scherben herab. Sonst war allerdings kein Blut zu erkennen. Leicht humpelnd bewegte er sich weiter durch das dunkle Zimmer, um eine Ecke herum. Das gedämpfte Licht offenbarte eine wimmernde Gestalt, die zusammengekrümmt auf dem Boden saß.
    „Tut mir leid, tut mir leid“, hauchte sie. „Ich wollte nur… aber… jetzt ist alles kaputt!“
    Jamael zog die Mundwinkel zu einem Lächelnd hoch, doch es sah eher gequält aus.
    „Die Vase ist dir… heruntergefallen? Ist… ist nicht schlimm. Ich… räume mal eben die Scherben weg, okay?“
    Es war keine Reaktion von der fort wimmernden Gestalt auszumachen, also ließ sich Jamael in die Knie sinken, berührte die Frau vor sich sanft an der Schulter und entfernte sich wieder.
    Nachdem er die Reste der unglücklichen Vase zusammengeräumt hatte, legte er schnell noch einen leichten Verband um seinen Fuß – der Schnitt war nicht tief, blutete aber wie Sau – und kehrte zu Jeany zurück. Mit einem Lächeln ließ er sich neben ihr auf dem Stuhl nieder.
    „Eh… ja, wo waren wir stehen geblieben?“

    Liebevoll deckte er das jüngere Mädchen zu und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
    „Dann schlaf gut, Jeany.“
    Bevor er gehen konnte, packte eine kleine Hand die seine und hielt ihn zurück.
    „Jamael?“, fragte sie, ihre Stimme zitterte leicht.
    Unbeirrt lächelte der Junge weiter. „Es ist schon spät, du musst jetzt schlafen. Es… alles ist in Ordnung und das wird auch so bleiben. Bis morgen.“
    Schweigend ging er aus dem Kinderzimmer heraus und zog die Tür hinter sich zu. Dann betrat er das Zimmer, in dem er schon gewesen war, bevor er Jeany ins Bett gebracht hatte. Eine blasse, kränklich aussehende Frau lag dort in ihrem Bett, die Züge entspannt und friedlich schlummernd. Jamael blieb eine ganze Zeit lang im Türrahmen stehen, bis er beruhigt ins Badezimmer schlenderte und sich seinerseits nun fertig machte.
    Als er endlich im Bett lag, war es reichlich spät und ihm fielen vor Müdigkeit direkt die Augen zu.
    So wie jeden Tag.
    Kurz zuckte ihm der Gedanke an den Traum, den er letzte Nacht gehabt hatte, durch den Kopf. Es war ein lustiger, bunter Traum gewesen und er hat sich auf einem Marktplatz befunden, an dem lauter seltsame Wesen herumgelaufen sind. Das komische an dem Traum war, dass er sich, bis auf die Tatsache, dass er nicht einem einzigen Menschen, sondern nur Fabelwesen begegnet war, völlig an die hier geltenden Naturgesetze gehalten hatte. In den meisten Träumen Jamaels befand er sich in völlig verdrehten Welten, in denen er sogar fliegen konnte oder so was.
    [i]Aber das ist ja jetzt eigentlich auch egal[i], dachte er noch, bevor er endgültig von der Müdigkeit übermannt wurde und sich dem Schlaf hingab.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 22.08.2009, 23:37


    Leann schlug die Augen auf und sah sich einem dunkelhäutigen Mädchen gegenüber, das sie verwirrt anblinzelte. Es trug eine dunkle Hose und ein blaues T-Shirt, dessen Ärmel bis knapp über die Ellenbogen gingen. An den Handgelenken befanden sich mehrere Armbänder, die schwarzen Haare waren zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden.
    Es war ihr Spiegelbild.
    Die Mundwinkel des Mädchens verzogen sich zu einem schwachen Lächeln und es drehte sich von dem Spiegel weg, in den es hineingesehen hatte. Jetzt erinnerte Leann sich auch, dass ihr Traum von letzter Nacht an genau dieser Stelle aufgehört hatte – sie war vor diesem Stand stehen geblieben, an dem Spiegel in allen möglichen Größen und Formen verkauft wurden, von kleinen Taschenspiegeln bis bestimmt drei Meter hohen Dingern. Der Verkäufer, der sie gut gelaunt angrinste, sah sogar fast aus wie ein normaler Mensch, mal davon abgesehen, dass zwischen seinen Haaren kleine Hörner hervorschauten und seine Zähne etwas spitzer waren als sie eigentlich sein sollten.
    Leann nickte dem Mann zu und sah dann eilig zu, dass sie weiterkam. Merkwürdig, dass sich der Traum von letzter Nacht einfach fortsetzte… normalerweise träumte sie immer unterschiedliche, müllige Sachen. Aber normalerweise wusste sie auch nicht, dass es ein Traum war, während sie sie träumte, und hatte am nächsten Morgen nur eine verschwommene, bruchstückhafte Erinnerung, ganz anders als in diesem Fall. Verrückt.
    Sie lief noch eine ganze Weile weiter, blieb immer mal stehen und betrachtete die merkwürdigen Dinge (oder Leute), die man hier finden konnte, bis sie irgendwann leise Musik hörte. Verwundert sah sie von einem unförmigen Ding in einer Flasche auf, dass ihr einer der Händler unter die Nase gehalten hatte, und ging in die Richtung, aus der die Musik kam. Irgendjemand schien da Geige zu spielen. Das war ja mal eine Abwechslung.
    Sie warf nun nur noch flüchtige Blicke auf all die Merkwürdigkeiten – auf Dauer gewöhnte man sich fast daran – bis sie an einer Straßenkreuzung kam. Und hier entdeckte sie auch die Quelle der Musik.
    Es war ein dünner, blasser Junge mit weißen Haaren, der dort Geige spielte (er spielte nicht schlecht, das musste sie zugeben) und im ersten Moment fiel ihr sein Aussehen gar nicht sonderlich auf. Doch dann realisierte Leann, dass sie diesen Jungen kannte. Es war dieser Albino, der sie beschuldigt hatte, sein Fenster mit einem Stein eingeworfen zu haben.
    Leann lachte leise in sich hinein. Dass der Junge in ihrem Traum vorkam, konnte man sogar einmal verstehen – nur dass er auf dem anscheinend internationalen Markt der Fantasywesen selbige mit seinem Geigenspiel unterhielt war einfach zu bescheuert. Was sie sich nicht alles ausdachte.
    Und wenn er hier sowieso schon in ihren Traum hineinplatzte, konnte sie ihn ja gleich mal ansprechen. Ob der Traum-Albino wohl genauso war wie der echte? Sonst war es in ihren Träumen oft so, dass die anderen Leute auf einmal ganz seltsame Dinge taten, die sie eigentlich nie tun würden – das konnte lustig werden.
    „Hey!“, sagte sie gut gelaunt und ging zu dem Musikanten hinüber. „So sieht man sich also wieder, was?“



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 29.08.2009, 22:36


    Ein Rondo in C-Dur von Mozart schallte über den belebten Marktplatz. Die Töne wurden von der Geige davongetragen und verklangen in der Masse der Menschen.
    Nein, es waren keine Menschen.
    Es waren...
    Figuren aus "Der Herr der Ringe"!? Nein. Es liefen zwar einige Gestalten herum, die Hobbits recht ähnlich sahen, aber der Großteil der Masse war einfach irgendwie seltsam. Einige hatten Katzenohren, blaue Haut mit dunklen Flecken, Masken, die seltsamste Kleidung und einige sahen sogar so merkwürdig aus, dass er sich weigerte, sie als menschlich zu bezeichnen.
    Wo war er denn hier gelandet? Und wo kam überhaupt diese Musik her? Er mochte dieses Stück zwar halbwegs, konnte es auch spielen, aber warum hörte... -
    Erst jetzt, wenige Sekunden, nachdem er sich an diesem seltsamen Ort wiedergefunden hatte, merkte er, dass er es war, der spielte. Vor ihm stand ein geöffneter Geigenkasten, in dem einige Münzen und andere Dinge lagen, von denen er nicht sicher war, ob es Edelsteine oder einfach irgendwelche Steine waren.
    Da er nicht wusste, was er sonst tun sollte, spielte er weiter und ließ dabei seine Augen über den Platz schweifen. Überall waren Stände, Händler boten ihre Ware an. Es war ein Traum.
    Natürlich war es ein Traum, wenn auch ein sehr außergewöhnlicher. Normalerweise hatte er in seinen Träumen nicht so viel Bewusstsein, und normalerweise handelten seine Träume nicht von irgendwelchen abstrusen Fantasywesen, die zum einkaufen in die Stadt gingen. Aber das idiotische Rumstehen und Geigespielen passte doch irgendwie. Und dass jetzt das schwarze Mädchen von heute Nachmittag auf ihn zugelaufen kam, auch.
    "Hey!", begrüßte sie ihn gut gelaunt. "So sieht man sich also wieder, was?"
    Hach ja. Musste das sein? Warum waren Träume denn nur dazu gut, geschehene Dinge zu verarbeiten? Musste er sich jetzt unbedingt mit dieser Schwarzen unterhalten? Konnte er nicht einfach aufwachen?
    Mit einem langezogenen C beendete er das Rondo und ließ sein Instrument sinken.
    "Ja, ganz wundervoll, dass wir uns jetzt wiedersehen. Ich hatte dich schon richtig vermisst", entgegnete er genervt. Immerhin war es nur ein Traum, da war es egal, was er den Leuten alles ins Gesicht warf. In Wirklichkeit wussten sie es ja doch nicht.
    Warum konnte er nicht an einem Mallorcastrand sein, wenn dieser Traum schon so echt war? Das würde wenigstens schön sein. Aber nein, er hatte das Pech, dass er sich auf einen Marktplatz voller Irrer träumte. Irrer und einem schwarzen, viel zu gutgelaunten Mädchen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 20.10.2009, 00:48


    Ein Wimpernschlag und Ace sah sich wieder derselben Szenerie gegenüber, mit der sein Traum letzte Nacht geendet hatte. Das Blut, die Leichen, die Soldaten - und um den Braunhaarigen herum Sam und Mickie, das Mädchen, das ihn aus seinem Traum heraus in die Wirklichkeit verfolgt hatte. Er kniff seine Augen wieder zusammen, so fest, dass es schon fast wehtat, und hoffte, dass das Bild aus seinem Kopf verschwand. Erst als er sich des Druckes an seinen Schläfen bewusst wurde, bemerkte er, dass er seine Hände gegen diese presste. Dies war keine Erinnerung, erkannte Ace – er war da, wirklich da. Er befand sich schon wieder in dieser verschissenen Traumwelt! Langsam ließ er seine Hände sinken und drehte den Kopf weg, öffnete erst dann wieder die Augen. Tatsache war, dass er jetzt genau auf Mickie herab starrte, die wirklich noch genau so aussah, wie er sie in Erinnerung gehabt hatte. Sie hatte ihren Blick ebenfalls auf die Leichen gerichtet und ein weiterer Blick von Ace‘ Seite bestätigte, dass dies auch bei Sam der Fall war. Aber… wie konnte das passieren? Wie konnten sie schon wieder hier gelandet sein? Dass er entführt und unter Drogen gestellt wurde, hätte vielleicht eine Erklärung sein können, wäre das hier nur ein einziges Mal passiert – aber dass er schon wieder hier stand widerlegte diese Theorie eindeutig. Wie dämlich es wäre, jemanden zu entführen, zurückzubringen und dann wieder zu entführen. Also musste es eine andere Erklärung dafür geben - es musste doch eine logische Erklärung für diese Scheiße hier geben…
    Mit einem Mal wurde Ace bewusst, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt war, um sich über solche Dinge Gedanken zu machen, denn sie standen schließlich immer noch einer Gruppe von schwer bewaffneten Soldaten gegenüber, die gerade eben – oder ist es nicht schon einen Tag her? – eine aus ihrer Runde ermordet hatten. Aber was bedeutete das denn eigentlich – gab es eine Lucky, diese Lucky, auch in ihrer wirklichen Welt? Was war nun mit ihr? Ace erschauerte innerlich, als er sich an die Verletztung an Mickies Arm erinnerte, die sie im Traum davon getragen, aber auch im wirklichen Leben gehabt hatte. Oder vielleicht war das nur ein Zufall gewesen.
    „Worauf wartet ihr noch?! Ergreift sie!“, schnitt plötzlich eine Stimme durch die Stille – erst dadurch fiel Ace auf, dass in den letzten Minuten niemand ein Wort gesprochen hatte. Die Soldaten, die durch den vermutlich wirklich nicht beabsichtigten Mord an Lucky schon ziemlich aus dem Konzept geworfen waren, besannen sich nun wieder auf ihre Aufgabe und gingen auf Sam, Mickie und ihn zu. Ace sah nur, wie ein paar der Männer sich auf die Mädchen zubewegten, dann wurde seine Sicht von den auf ihn zustürzenden blockiert.
    „Lasst eure dreckigen Pfoten von uns, ihr Wichser!“, brüllte Ace, als seine Arme auf seinen Rücken gedreht wurden und er sich durch Tritte und Windungen zu befreien versuchte. Er war zwar immer der Meinung gewesen, er sei stark – aber aus diesem eisernen Griff von, so schien es ihm, hunderten Männern (in Wahrheit waren es wohl allerhöchstens zwei), konnte er sich einfach nicht entwinden. Für jede versuchte Verteidigung bekam er nur Tritte und Schläge verpasst, so dass er bald keuchend vorn über gebeugt stand. Er schmeckte Blut, seine Lippen waren wohl aufgeplatzt.
    „Wehrt euch nicht!“, rief er Sam und Mickie zu, unwissend, wo und in welcher Lage sie sich gerade befanden. Er bezweifelte zwar stark, dass die Soldaten überhaupt etwas von den lächerlichen Befreiungsversuchen dieser beiden Mädchen mitbekommen würden – falls sie überhaupt etwas dergleichen unternahmen, so schwächlich wie sie sein mussten – doch der Gedanke, dass diese Männer ihnen etwas tun könnten, machte ihn fast so wütend wie seine derzeitige Hilflosigkeit. Also beließ er seine Zeichen des Widerwillens auf wütendes Knurren.
    „Führt sie da lang…“, hörte Ace eine Stimme im Hintergrund und im nächsten Moment stolperte er durch einen Tritt in den Rücken vorwärts.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 25.10.2009, 03:07


    Sie war zurück.
    Alles war, wie sie es verlassen hatte.
    Die Soldaten, Sam, Ace.
    Lucky und ihre Katze. Tot.
    Mickie konnte nichts anderes tun, als bewegungslos auf die beiden Leichen zu starren. Sie wollte wegrennen, wollte irgendwo anders sein, aber nicht hier, wollte aufwachen. Aber sie wachte nicht auf.
    Aus den Augenwinkeln sah sie, wie Ace die Hände an die Schläfen presste, Sam stand nur regungslos da.
    Sie war wieder hier. Aber wie konnte das sein? Das man einmal einen merkwürdigen Traum hatte, in Ordnung. Das man dann Personen aus diesem Traum in der Wirklichkeit wieder traf und zumindest eine von ihnen auch noch den selben Traum gehabt zu haben schien, war schon etwas merkwürdig.
    Aber das dieser Traum sich jetzt auch noch fortsetzte, und zwar auf eine nicht besonders fröhliche Weise, war doch Wahnsinn.
    Mickie konnte nicht sagen, wie lange sie dort gestanden hatte, aber auf einmal hörte sie die Stimme eines der Soldaten.
    "Worauf wartet ihr noch? Ergreift sie!"
    Einen kleinen Moment zögerten die Männer, bis sie endlich begriffen, was sie zu tun hatten. Sie sah, wie vier der Soldaten auf sie und Sam zukamen, einige weitere gingen indessen auf Ace zu.
    Mickie trat einen Schritt zurück. Und noch einen. Doch die Männer kamen immer näher, bis sie schließlich mit dem Fuß gegen eine Wand stieß.
    Unterbewusst nahm sie war, wie Ace irgendetwas fluchte, doch ihre Aufmerksamkeit galt ganz und gar den beiden bewaffneten Kerlen vor ihr. Was hatten sie vor? Wollten sie sie auch noch umbringen?
    Aufwachen! Warum wachte sie denn nicht auf!? Panisch sah sich Mickie nach einem Fluchtweg um. Es gab keinen.
    Grob wurde sie an den Armen gepackt und von der Wand weggerissen. Verzweifelt versuchte sie, sich aus dem Griff der Männer zu entwinden - das war doch nur ein Traum, wie konnte das so sehr weh tun? - doch ihre Bemühungen beeindruckte die Männer nicht im geringsten.
    "Lasst mich los...!", schrie sie, doch ihr wurden nur die Arme auf dem Rücken gedreht und dort festgehalten. Mickie stemmte die Füße in den Boden, als die Männer sie zu den anderen ziehen wollten, doch sie wurde hochgehoben, als wäre sie nicht schwerer als eine Katze, und mitgenommen.
    Schließlich gab sie ihre Versuche, sich zu befreien, auf. Es nütze doch nichts. Sie konnte um sich treten und zappeln, so viel sie wollte, die Soldaten schienen es nicht einmal zu bemerken.
    "Wehrt euch nicht!", hörte sie eine vertraute Stimme zwischen den Soldaten. Einen Moment später entdeckte sie Ace, ebenfalls auf den Rücken gedreht, Blut lief ihm über das Kinn. Ein weiterer Stich der Furcht durchzuckte sie. Also hatte auch er es nicht geschafft, ihnen zu entkommen. Ob es sich stark verletzt hatte? Was war mit Sam?
    Ein Blick nach links bestätigte ihre Befürchtung - auch sie war in den Händen der Soldaten.
    "Führt sie da lang", hörte Mickie eine tiefe Stimme sagen, und einen Moment später wurde sie, mittlerweile wieder auf ihren eigenen Füßen, in die Richtung geschubst, in die sie eigentlich hatten gehen wollen.
    Sie wurden um die Ecke der Gasse herum über einen kleinen, freien Platz geführt, an dessen anderen Ende ein etwas größeres Gebäude stand.
    Verglichen mit den anderen Häusern, die es in dieser Gegend zu geben schien, war dieses recht vornehm. Es bestand aus grauem Stein, und die hölzerne Eingangstür wurde von zwei Säulen umrahmt. Es schien insgesamt drei Stockwerke zu geben, doch die Fenstern, durch die man ins Innere hätte schauen können, waren aus seltsam dunklem Glas, sodass man nicht hinein sehen konnte. Etwas weiter rechts führte eine kleine Treppe zu einer weiteren Tür hinab, welche, im Gegensatz zu der verzierten Doppeltür links, keine Besonderheiten aufwies. Auf diese steuerten sie jetzt zu. Der Soldat, der ihre kleine Truppe anführte, stieß sie auf, und sie erwartete Dunkelheit.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 06.12.2009, 21:37


    Sam schlug die Augen auf und alles war wieder da. Es war, als habe sie nur einmal geblinzelt, während sie nach wie vor Luckys Leiche anstarrte. Blut. Überall war Blut. Unter dem Körper des Mädchens bildete sich rasch eine Lache und Sam hatte das irritierende Gefühl, dass irgendwer irgendwas tun sollte, um sie zu retten. Als wäre das noch möglich.
    „Worauf wartet ihr noch?! Ergreift sie!“
    Erst dieser Befehl erinnerte sie wieder daran, dass es mit Luckys Tod noch nicht vorbei war. Dass sie in verdammten Schwierigkeiten steckten.
    Hastig sah Sam auf und beobachtete aus den Augenwinkeln, wie sich gleich einige Männer auf Baker stürzten, der irgendetwas herumbrüllte, was sie nur teilweise verstand. Auf sie und Mickie gingen jeweils (wesentlich gemächlicher) zwei Soldaten zu. Ohne großartig darüber nachzudenken, schob Sam ihren linken Fuß ein wenig zur Seite, um einen festen Stand zu bekommen, und musterte die beiden Männer, die sich ihr näherten. Sie waren wesentlich größer als sie und vermutlich auch noch mindestens 30kg schwerer. Davon mal abgesehen, dass sie Waffen trugen, auch wenn sie nicht so aussahen, als wollten sie die in nächster Zeit benutzen. Wenn sie hier entkommen wollte, musste sie es ausnutzen, dass sie sie unterschätzten und dann verschwinden, bevor die anderen etwas mitbekamen – so zumindest die Theorie. In der Praxis war das Vorhaben, sich zu wehren, vermutlich einfach nur idiotisch. Aber wer weiß… das ist ein Traum.
    „Lasst uns gehen. Wir haben nichts getan!“, forderte sie die Männer sinnloserweise auf. Die ignorierten sie natürlich und griffen nach ihren Armen.
    Jetzt.
    Bevor die verdutzten Soldaten reagieren konnten, ging Sam ein wenig in die Knie und zog dem einen mit einer schnellen Bewegung des Beins die Füße weg, gleichzeitig packte sie den Arm des anderen und warf ihn über die Schulter gegen seinen Kollegen, so dass dieser sich gar nicht wieder aufrichten konnte und die beiden erst einmal in einem Gewühl aus Armen und Beinen zu Boden gingen.
    So weit, so gut.
    Allerdings hatten diese wohl gut ausgebildeten Soldaten doch eine schnellere Reaktionszeit als sie gedacht hatte – zumindest tauchte plötzlich schräg hinter ihr schon wieder einer von der Sorte auf.
    Reflexartig drehte sie sich halb um und verpasste dem Kerl einen Ellenbogenschlag in den Magen. Anders als beim Training stoppte sie nicht kurz vorher, fixierte ihre Kraft auf einen Punkt, wie sie es gelernt hatte. Und ächzte vor Schmerz, als sie mit voller Wucht gegen die Rüstung stieß, die sie während des Ausführens der antrainierten Bewegungsabläufe vollkommen vergessen hatte.
    Der Soldat zeigte sich dementsprechend unbeeindruckt und nutzte den Moment, um ihr so heftig mit der Faust ins Gesicht zu schlagen, dass sie ein paar Schritte zurückstolperte. Dort stand bereits jemand, der sie jetzt doch packte und mit dem Gesicht voran gegen eine Hauswand stieß, um ihr gleich darauf die Arme auf den Rücken zu drehen. Weder ihr Fluchen noch die ungezielten Tritte nach hinten halfen, letztere hatten stattdessen zur Folge, dass sie mit mehr Kraft gegen die Wand gedrückt wurde und kaum noch Luft bekam. Letztendlich gab sie auf und hoffte mal wieder, dass dieser Albtraum bald vorbei sein möge. Dabei sollte das alles in einem Traum eigentlich gar nicht erst so verdammt weh tun.
    „Wehrt euch nicht!“, kam passenderweise aus Bakers Richtung und weckte in Sam den Wunsch, selbigem in den Arsch zu treten. „Führt sie da lang.“ Bei dieser Anweisung wurde sie zwar von der Wand weggerissen, die Person hinter ihr verdrehte Sams Arme jedoch so, dass sie vor Schmerz aufkeuchte und nur noch gebückt stehen konnte. Vermutlich eine Warnung, sich nicht nochmal zur Wehr zu setzen. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass Baker und Mickie in einer ähnlichen Position waren wie sie selbst, dann wurde sie vorwärts geschubst, ironischerweise in die Richtung, in die sie sowieso hatten gehen wollen.
    Über einen kleinen Platz gingen sie auf ein graues, mehrstöckiges und recht vornehm aussehendes Gebäude zu, dessen Eingangstür von zwei Säulen umrahmt wurde. Diese Eingangstür ließen sie allerdings links liegen und wurden stattdessen eine Treppe hinuntergeführt, dann durch eine eher unauffällige, kleine Tür, hinein in einen dunklen Gang, der nur von einigen Fackeln beschienen wurde. Im ersten Moment erkannte Sam überhaupt nichts und stolperte erst einmal über eine Unebenheit im Boden, wurde aber grob wieder hoch gerissen. Schließlich hatten sich ihre Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt.
    Diesem Gang folgten sie eine Weile, kamen an ein paar Abzweigungen vorbei und bogen um mehrere Ecken, so dass Sam sich schon fragte, ob die sie einfach aus Spaß einem Labyrinth aussetzen wollten, dann stießen sie irgendwann wieder auf eine Treppe, welche nach oben führte.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 28.12.2009, 16:42


    Am Ende der Treppe erwartete sie eine schwere Eisentür, von deren Oberfläche etwas Rost abblätterte, als einer der Soldaten nach ihrer Klinke griff, um sie zu öffnen. Ihre Farbe wirkte in der Dunkelheit geradezu schwarz, was der Tür ein bedrohliches Aussehen verlieh. Um die ganze Szenerie noch mehr ins Klischee zu ziehen, gab besagte Tür noch ein in den Ohren schmerzendes Quietschen von sich, bis sie sich endgültig öffnete. Zwei der Soldaten gingen voran und Ace wurde hinter ihnen durch die Türe geschubst.
    Er war nicht wenig überrascht von dem, was er hinter der Tür vorfand. Statt in einem schmutzigen, alten Kerker - was Ace angesichts der vorangegangenen Ereignisse für sehr wahrscheinlich gehalten hatte - waren sie in einer riesigen Halle gelandet, in der die unterschiedlichsten Wesen umhereilten.
    Manche von ihnen waren nahezu menschlich, andere so skurril, dass Ace sich zusammenreißen musste, um ihnen nicht hinterher zu starren. Also kurz gesagt: Hier liefen dieselben seltsamen Typen herum wie auf dem Straßenmarkt, auf dem Ace Mickie und später Sam getroffen hatte.
    Die Halle an sich diente anscheinend auch für Handelszwecke, denn Ace konnte Reihen von Ständen erkennen, die jedoch wertvollere Waren als draußen anboten.
    Hinter Ace kamen noch Sam und Mickie aus dem Gange, sowie die restlichen Soldaten. Viel Zeit zum Bestaunen der fremdartigen Waren hatten sie allerdings nicht - und eigentlich hatte Ace auf dem Straßenmarkt auch schon genug davon bekommen - denn, nachdem alle Soldaten durch die Tür getreten waren und diese hinter sie geschlossen hatten, wurden sie, die Gefangenen, auch schon wieder weitergeschubst.
    Die Menge machte ihnen unaufgefordert Platz und die meisten der Wesen blieben kurz stehen, um sie anzustarren, bevor sie weitereilten.
    Die Soldaten führten sie zu einem extrem großen Glaswürfel, der sich in der Mitte der Halle befand, und öffneten eine kleine Tür an dessen Seite. Ace konnte sehen, dass das Glas extrem dick war - geradezu wie Panzerglas, bevor er hinein gestoßen wurde.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 03.01.2010, 01:50


    Zusammen mit den anderen wurde Mickie durch einen kleinen Gang geführt, der nur von einigen Fackeln an den Wänden erhellt wurde und nicht so aussah, als würde besonders viel Wert auf seine Instandhaltung gelegt werden.
    Schließlich gelangten sie zu einer kleiner, dunklen Tür, deren Quietschen Mickie einen kalten Schauer über den Rücken jagte.
    Doch die kalte, graue Gefängniszelle, die sie erwartet hatte, blieb aus - stattdessen befanden sie sich jetzt in einem großen Saal. Der Fußboden bestand aus Mamor, an den mit Ornamenten verzierten, hellen Wänden hingen tiefblaue Vorhänge und einige Fenster gestatteten einem den Blick auf eine Grünanlage. Rechts und links führten zwei große, geöffnete Flügeltüren in weitere Räume.
    Noch viel seltsamer als dieser Ort waren allerdings die Wesen, die sich an diesem aufhielten. Es waren die gleichen, die auch auf dem Marktplatz umhergeeilt waren, nur, dass sie alle etwas edler gekleidet zu sein schienen. Sofern sie Kleidung hatten.
    Sie alle eilten geschäftigt durch die Gegend, machten ihrem kleinen Zug aber sofort Platz, als die Soldaten voran schritten und sich ihren Weg durch die Menge bahnten.
    Die drei Gefangenen wurden zu einem großen Glaskasten geführt und durch eine kleine Tür in diesen hinein gestoßen. Mit einem hellen, schrillen Laut fiel die Tür ins Schloss, welches dann von den Soldaten verriegelt wurde. Ohne ein weiteres Wort wurden sie zurück gelassen.
    In ihrem Gefängis war es erstaunlich still, kein einziges Geräusch drang durch die scheinbar sehr dicken Glaswände. Ratlos und ziemlich verwirrt sah Mickie sich um.
    Sie waren nicht alleine, in einer Ecke saß eine große, dürre Gestalt, die Arme um die Knie geschlungen, den Kopf nach unten geneigt. Sie sah nicht einmal zu ihnen auf.
    Durch die krausen, schwarzen Haare hindurch konnte Mickie sechs kleine Hörner erkennen, und die Haut des Wesens schien von einem hellen grau zu sein. Ansonsten sah das Wesen aber recht normal aus - soweit sie dass von ihrer Position aus sagen konnte.
    Gut.
    Da das alles hier immer noch ein Traum war, wenn auch ein sehr seltsamer, musste es einen Weg hinaus geben. Sie mussten ihn nur finden. Es wäre schließlich sinnfrei, wenn sie den Rest ihres Traumlebens in diesem Kasten sitzen würden.
    Mickie streckte die Hand aus, um das Glas zu berühren, zuckte aber augenblicklich zurück, als sie eine sengende Hitze spürte, welche von der Wand ausging, aber eigentlich keinen sichtbaren Grund hatte, überhaupt zu existieren. Mit einer Mischung aus Entsetzen und Erstaunen sah sie erst die Galswand, dann Sam und Ace an.
    "Sie.. Die Wand ist heiß", bemerkte sie, für den Fall, dass einer der beiden gleich versuchen würde, die Tür aus den Angeln zu treten oder etwas derartiges.
    Mickie blickte wieder zu dem Wesen herüber, das immer noch regungslos da saß und sie gar nicht zu bemerken schien.
    "Ehm - Entschuldigen Sie...?", beschloss Mickie schließlich, das Wesen anzusprechen. Doch obwohl sie nicht unbedingt leise geredet hatte und es in diesem Glaskasten sowieso sehr ruhig war, wurden sie immer noch ignoriert. Entweder, das Ding wollte nicht mit ihnen sprechen, oder es hörte sie ganz einfach nicht.
    Unsicher sah Mickie erneut zu ihren beiden Gefährten.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 26.01.2010, 22:03


    Nach der Treppe kam eine Tür und nach dieser Tür kam – zu Sams Überraschung – eine Art Saal, in dem sich ein ähnlicher Markt befand, wie der, den sie draußen gesehen hatten. Bedeutende Unterschiede waren eigentlich nur, dass die Waren etwas wertvoller aussahen (soweit Sam das beurteilen konnte) und auch die Käufer und Händler etwas besser gekleidet waren… davon einmal abgesehen, dass das Ganze sich in einem Saal mit Marmorfußboden und gigantischen Flügeltüren abspielte und nicht auf der Straße.
    Bevor Sam die Möglichkeit hatte, sich noch näher umzusehen, wurden sie und ihre beiden Mitgefangenen weiter gestoßen und zwar zu einem großen… Glaskasten. Ein Glaskasten mit einer Tür.
    Wie bescheuert, fuhr es Sam durch den Kopf, als sich herausstellte, dass dieser Kasten tatsächlich ihr Ziel war und sie in ihn hineingeschubst wurden. Jeder normale Tyrann würde uns in einen Kerker sperren, aber nein – es muss ein Glaskasten sein.
    Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss. Immernoch ungläubig rieb Sam sich die Arme (vermutlich würde sie handförmige blaue Flecken bekommen – sehr modisch) und betastete vorsichtig ihr Gesicht, wobei sie feststellte, dass die rechte Wange wohl aufgeschürft war, während die linke bei jeder Berührung schmerzte und vermutlich anschwellen würde (noch modischer). Dann fasste sie die Situation mit einem einzigen Wort zusammen: „Fuck.“
    Schließlich entschloss sie sich, sich dieses Gefängnis mal etwas genau anzusehen. Gerade als Sam die Hand nach der Tür ausstreckte, merkte Mickie allerdings an, dass sie Wand heiß sei. Also ließ sie sie wieder sinken und drehte sich zu den anderen beiden um. Zu den anderen dreien, wie sie nun feststellen musste: In einer Ecke hockte mit gesenktem Kopf eine große, dürre Gestalt mit gräulicher Haut und mehreren Hörnern auf den Kopf. Diese Gestalt nahm allerdings keinerlei Notiz von ihnen, auch nicht, als Mickie sie ansprach.
    „Hey, du da“, schnauzte Sam den Typen an. Bestimmt hatte der Informationen, die sie brauchten, um hier raus zu kommen – andernfalls hätte seine Existenz in ihrem Traum keinerlei Sinn. „Sie redet mit dir, also antworte gefälligst.“ Einen Moment lang wartete sie, ob er vielleicht doch noch eine Reaktion zeigen wollte, dann wedelte sie mit der Hand vor seinem Gesicht herum.
    Blitzartig schoss eine gräuliche, knochige Hand vor und umklammerte ihren Unterarm mit einem erstaunlich festen Griff, was Sam so überraschte, dass sie nur verblüfft innehielt. Das Wesen hob langsam den Kopf und sah sich um – sah erst zu Baker, dann zu Mickie und schließlich zu Sam. Im ersten Moment war ihr gar nicht klar, was an diesem Blick so unheimlich war, aber dann realisierte sie, dass das Wesen keine Pupillen besaß. Graue Iris, aber keine Pupillen. Es zischte irgendetwas, das sie nicht verstand – das einzige, was sie zu verstehen glaubte, war das Wort „Träumer“ – dann ließ es seine Hand wieder sinken und begann erneut mit seiner Tätigkeit, den Boden anzustarren.
    Verdutzt blieb Sam stehen und wünschte sich, endlich wieder aufzuwachen.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 02.03.2010, 12:11


    Der Albino schien von ihrem plötzlichen Auftauchen nicht so dermaßen begeistert zu sein. Genau genommen wirkte er sogar ein klein wenig schlecht gelaunt und erklärte mit einer Spur Sarkasmus, dass er sie schon richtig vermisst habe.
    Konnte man daraus jetzt auf den Eindruck schließen, den Leann bei ihrer kurzen Unterhaltung von ihm bekommen hatte? Schließlich sollte man in Träumen angeblich die Ereignisse des Tages verarbeiten. Fraglich war allerdings, warum sie in ihrem Traum überhaupt über so etwas nachdachte.
    Leann lächelte nur (ob sie dieser Traumgestalt auf die Nerven ging, war schließlich egal) und betrachtete den geöffneten Geigenkasten, der auf dem Boden stand und in dem sich die bisherige Ausbeute des scheinbaren Straßenmusikers befand: einige Münzen, sowie mehrere farbige Steine, die teilweise sogar ganz hübsch aussahen.
    „Sind das Edelsteine?“, fragte sie interessiert ins Blaue hinein. Sie hatte keine Ahnung von so etwas, theoretisch konnten es ebenso gut gewöhnliche Steine sein, die bunt angemalt worden waren – allerdings wäre es leicht sinnfrei, jemanden mit so etwas zu bezahlen. Andererseits wäre es ebenso seltsam, jemanden mit Edelsteinen zu bezahlen, auch wenn es in diese Welt passen würde.
    Irgendwo im Hintergrund ertönten laute Stimmen, es klang wie ein Streit. Als Leann den Kopf wandte, entdeckte sie allerdings nur einen Händler, aus dessen Hosenbeinen statt Füßen Hufe hervorschauten, und einen Mann, dem etwas auf der Schulter hockte, was einer violetten, übergroßen Eidechse ähnelte, und der anscheinend ein potentieller Kunde war. Wild gestikulierend redeten die beiden aufeinander ein, schienen um irgendeine der Waren zu feilschen. Kopfschüttelnd ob der merkwürdigen Detailvielfalt in diesem Traum, wandte Leann sich wieder ab.
    „Was hast du da eben eigentlich gespielt? Es kam mir irgendwie bekannt vor“, fügte sie anschließend zu ihrer vorherigen Frage hinzu und sah wieder zu dem Albino.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 17.10.2010, 16:03


    Was für ein Chaos das doch war. Finley wusste schon gar nicht mehr, wo ihm der Kopf stand in diesem verrückten Traum. Überall waren seltsame Wesen, seltsame Gegenstände und seltsame Gebäude, und das einzig normale, was in diesem Traum auftauchte, war ein viel zu gut gelauntes schwarzes Mädchen, das meinte, ihm jetzt auf den Geist gehen zu müssen.
    Na super.
    Konnte er denn keine normalen Dinge träumen? Und vor allem Dinge, bei denen er nicht glaubte, er wäre wach? Wobei es ja schon irgendwie ganz unterhaltsam war. Nur hatte er die Befürchtung, dass er, wenn er aufwachte, nicht das Gefühl haben würde, wirklich geschlafen zu haben.
    „Sind das Edelsteine?“, unterbrach die Schwarze seine Gedanken, und Fin sah, dass ihr Blick auf seinem geöffneten Geigenkasten ruhte. Sofern es denn seiner war, aber da er immerhin die Geige in der Hand gehalten hatte, als er hier ‚angekommen’ war, ging er einfach davon aus.
    Während er darüber nachdachte, ob es wohl wirklich sein Instrument war, vergaß er vollkommen, dem Mädchen zu antworten. Das schien diese aber nicht zu stören, denn sie ließ nur ihren Blick über den Markt schweifen, schüttelte ohne erkennbaren Grund den Kopf und wandte sich wieder ihm zu.
    „Was hast du da eben eigentlich gespielt? Es kam mir so bekannt vor“, fragte sie und Fin brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass er gemeint war, da er ja auch, aus welchem Grund auch immer, gerade Geige gespielt hatte.
    „Rondo in C-Dur von Mozart“, entgegnete er knapp und hockte sich dann neben den Geigenkasten, um sich dessen Inhalt genauer anzusehen. Die Münzen, die darin lagen, gehörten zu keiner Währung, die er kannte, und waren außerdem in den verschiedensten Farben und Formen vorhanden. Etwas wie einheitliches Geld schien es in diesem Traum also nicht zu geben – aber warum sollte es auch? Die Steine, die in dem Kasten lagen, sahen zum Teil aus wie Edelsteine, zum Teil aber auch wie gewöhnliche Kiesel, die man von der Straße aufgehoben hatte. Da dies ein Traum sein musste, ging er davon aus, dass all diese Merkwürdigkeiten keinen Sinn hatten, es also vergeblich war, nach einem zu suchen.
    Dennoch wurde sein Blick von etwas anderem angezogen, was ebenfalls in dem Geigenkasten lag: einer kleinen Sanduhr. Fin nahm sie in die Hand, sie war überraschend leicht, und betrachtete sie genauer. Sie bestand aus dunklem Holz, das in Handarbeit zu kunstvollen Schnitzereien ausgearbeitet worden war, und in dem Glasbehälter befand sich feiner, pinker Sand. Spaßeshalber drehte er sie auf den Kopf und ließ den Sand hindurch laufen.
    „Keine Ahnung, was das für Steine sind, aber das hier scheint mir unwesentlich interessanter“, sagte er zu dem Mädchen, während er immer noch die Sanduhr anstarrte. Als der Sand schließlich durchgelaufen war, warf er sie der Schwarzen zu – immerhin schien sie in diesem Traum so etwas wie seine Gesprächspartnerin zu sein, ob er wollte oder nicht – und kippte dann den Kasten aus, um die Geige, die er noch immer in der Hand hielt, darin zu verstauen. Dann betrachtete er noch einmal die auf dem Boden liegenden Steine und Münzen und beschloss, sie mitzunehmen – wer wusste schon, wozu er sie in diesem Traum noch gebrauchen konnte. Vielleicht konnte man damit ja Dinge kaufen, die das alles hier etwas interessanter gestalteten.
    Finley schloss also den Kasten und öffnete die Tasche an diesem, musste jedoch beim Aufheben der Münzen feststellen, dass einige von ihnen so schwer waren, dass er sie unmöglich mitnehmen konnte.
    Nachdem er also die leichten in seinem Koffer verstaut und den Reißverschluss zugezogen hatte, beschloss er, die schweren in die Menge zu werfen, um zu schauen, was passieren würde. Es war immerhin nur ein Traum.
    Zu seinem Erstaunen konnte er kurz darauf dabei zusehen, wie eine Horde kleiner blauer Wesen, die Ähnlichkeit mit Wieseln hatten, den Münzen hinterher jagte, und das vollkommen lautlos. Fasziniert sah Fin ihnen nach, als sie in der Menschenmenge, die nicht aus Menschen bestand, verschwanden.
    Dann richtete er sich wieder auf, schulterte den Geigenkasten und blickte wieder zu dem schwarzen Mädchen hinüber.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 11.03.2012, 03:09


    Ace blieb in der Mitte ihres Glas Gefängnisses stehen, aufrecht, die Schultern zurückgezogen, um durch seine Haltung bloß keine Schwäche auszustrahlen.
    Dabei würde er sich im Moment am liebsten hinsetzen und die wunden Stellen reiben, die duch den eher unsanften Transport hierher neu entstanden waren. Aber wie diese Soldaten mit ihnen umgesprungen waren, war schon würdelos genug gewesen, und er wollte ihnen nicht auch noch diesen Triumph geben, also ignorierte er das heiße Pochen an Armen und Rücken und versuchte sich einen Überblick über seine Situation zu schaffen.
    Er war eingeschlafen. Sein verdrehtes Gehirn hatte ihn schon wieder in diese Dreckssituation versetzt und hatte nun scheinbar auch noch Spaß daran, ihm imaginäre Schmerzen zu verursachen. Er saß in einem bizarren Glaskasten inmitten einer Markthalle fest und um das Ganze noch zu steigern zusammen mit Miss Grünhaar und der Tollpatschigen...
    ...und einem seltsamen Monster, welches gerade von ersterer drangsaliert und beschimpft wurde.
    Einen Moment lang wägte Ace ab, ob er eingreifen sollte, als das Ding Sam packte und irgendwas – er war sich nicht sicher, ob es eine fremde Sprache war oder einfach nur Kauderwelsch, das einzige, was er verstand war „Träumer“ – faselte, doch dann wurde ihm klar, dass das vollkommen ohne Belang war, und wandte sich einer anderen Aufgabe zu: einen Schwachpunkt in dem Glaskasten zu suchen, um hier raus zukommen.
    Sehr schnell erwies sich das Unterfangen jedoch als aussichtslos, denn schließlich war es ein Glaskasten in einer belebten Markthalle.
    Also hörte er auf, die Glaswände anzustarren und wandte sich seinen Mitgefangenen zu.
    Der Disput zwischen Sam und dem Ding schien beglichen, da dieses nun den Boden ihres gläsernen Gefängnisses anstarrte. Eigentlich dürfte Ace diese ganze Szenerie nicht wundern – so intensiv er sich den Tag über mit seinem verrückten Traum und der Tatsache, jemanden aus diesem Traum getroffen zu haben, beschäftigt hatte, war es nur verständlich, dass er dies nun wiederum in seinen Träumen verarbeitete. Trotzdem – das Ganze war mehr als schräg und er konnte sich des Gefühls nicht erwehren, dass irgendwas nicht stimmte, so ganz und gar nicht stimmte.
    Ace verschränkte die Arme vor der muskulösen Brust und durchbohrte abwechselnd Sam und Mickie mit einem finsteren Blick aus seinen grauen Augen, so als seien sie und nur sie allein an dieser Situation schuld.
    Dann, obwohl er nicht wusste, ob es überhaupt etwas bringen würde, Gestalten aus seinem Traum anzusprechen, fragte er, mit gewohnt kühlem Unterton: „Was zum Teufel soll das Ganze hier eigentlich?“



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 14.03.2012, 20:05


    Mickie wusste nicht wirklich, was sie mit dieser neuen Situation anfangen sollte. Aus den Worten des Wesens hatte sie nichts entnehmen können, es klang fast, als hätte es eine andere Sprache gesprochen, und etwas anderes als dieses Wesen gab es hier nicht.
    Was sollten sie jetzt also tun? Es schien keinen Weg aus diesem Glasgefängnis heraus zu geben. Sollten sie jetzt also die ganze Zeit hier drinnen warten? Aber auf was den warten? Und wenn sie sich jetzt jede Nacht in diesen Glaskasten träumen würde?
    "Was zum Teufel soll das Ganze hier eigentlich?"
    Bei den Worten des Jungen zuckte Mickie ungewollt zusammen. Seine Stimme klang immer noch so furchtbar... kalt. Gefährlich. Obwohl das hier nur ein Traum war und obwohl sie sich, als sie noch wach gewesen war, eigentlich an ihn hätte gewöhnen müssen, machte er ihr immer noch Angst.
    Aber mit dem was er sagte, sprach er auch ihre Gedanken aus, abgesehen davon, dass sie es wahrscheinlich etwas anders formuliert hätte. Was sollte das alles hier? Warum träumte sie diesen verrückten Traum weiter? Warum war alles hier so echt, warum träumte sie von Menschen, die sie erst am Tag darauf zum ersten Mal getroffen hatte und warum schienen diese Menschen sie ebenfalls zu kennen?
    "Ich... weiß es nicht", sagte Mickie vorsichtig, einfach, um irgendetwas zu der Situation zu sagen.
    "Aber, das alles hier ist nicht echt. Es ist nur ein Traum, nicht wahr? Wenn auch ein ziemlich seltsamer... Und alles andere... war bestimmt nur Zufall. Und ihr seid auch nur ein Produkt meiner Fantasie."
    Mehr als zu den anderen sagte Mickie das zu sich selbst, denn schließlich war es den anderen egal, was sie sagte. Es gab sie immerhin nicht. Nicht wirklich.
    Zumindest nicht hier, in ihrer Traumwelt.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 30.07.2012, 17:24


    Vorsichtig schob Riku sich zwischen den Wesen, die durch die große Halle schlenderten und mal hier, mal da an einem der Stände stehen blieben, hindurch in Richtung des Gefängnisses. Es war nicht ganz einfach gewesen, hier her zu kommen. Dieser Markt war, so hatte er herausgefunden, einer bestimmten, wenn auch für ihn nicht näher definierbaren Gruppe von Händlern vorenthalten, sodass er nicht einfach hatte hineinspazieren können. Stattdessen hatte er sich eine Weile vor dem Eingang positioniert, um herauszufinden, woran man diejenigen, die Eintritt gewährt bekamen, erkennen konnte.
    Er war es bereits gewöhnt, dass es Welten gab, in denen es keine nachvollziehbaren Gesetzmäßigkeiten gab, doch diese hier war wirklich eine der extremen Sorte. Alle, die in die Markthalle hinein wollten, zeigten dem Wächter am Eingang einen beliebigen Gegenstand vor. Mal war es ein Stein, ein Stück Papier oder eine Glasscherbe, mal aber auch ein Buch, ein Gefäß oder etwas Essbares. Einige wurden hereingelassen, andere wieder abgewiesen, doch an der Art der Gegenstände konnte es nicht liegen, denn von zweien, die der Wache exakt die gleiche Gabel vorhielten, durfte nur einer die Halle betreten. Solange Riku die Prozedur auch beobachtet hatte, er hatte kein Muster ausmachen können, nachdem die Wesen eintreten durften oder abgewiesen wurden. Daher hatte er diese Suche aufgegeben, denn seine Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass es in solchen Fällen einfach kein Muster gab. Also hatte er es auf einen Versuch ankommen lassen, sich einen Stein vom Boden genommen und war zu dem Wächter gegangen, um ihm eben diesen Gegenstand zu zeigen. Er war weggeschickt worden.
    Als nächstes hatte er es mit einem Ast versuchen wollen, doch eine zweite Wache, die in der Nähe stand, hatte ihn gar nicht erst wieder vorgelassen. Anscheinend war die Chance, in die Halle zu gelangen, einmalig. Oder zumindest auf einen Versuch für einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Oder, er wurde auch hier willkürlich zurückgeschickt. Aber gut.
    Da auf legale Weise für ihn kein Weg in den Markt führte, musste er zwangsläufig einen anderen finden. Er hatte das Gebäude zwei Mal umrundet und war dabei auf einen kleinen, von Pflanzen verdeckten Gang in der Mauer gestoßen, gerade so breit, dass er hinein passte. Am Ende dieses Gangs war eine kleine Falltür im Boden, welche er aufklappte und über die Stufen dahinter in einen kleinen unterirdischen Raum gelange, von dem zwei Gänge nach rechts und links sowie eine Treppe nach oben verliefen.
    Diese war er nach oben gestiegen und plötzlich hatte er sich mitten in der Menge der umhergehenden Wesen befunden.
    Nun musste er nur noch den Glaswürfel finden, in dem sich, laut den Informationen, die Zach ihm gegeben hatte, die Träumer befinden sollten. Was sich als nicht allzu schwierig herausstellte, da er durch seine Größe kaum zu übersehen war.
    Riku zog sich die Kapuze seines schwarzen Umhangs noch etwas tiefer ins Gesicht. In allen anderen Welten hätte er das absolut auffällig empfunden, aber in dieser hier liefen so viele seltsame Gestalten durch die Gegend, dass er sich unerkannt durch die Menge bewegen konnte.
    Als er sich dann schließlich zwischen einem hochgewachsenen Halbmensch und einem blauhäutigen Wesen hindurchschob, stand er vor dem Kasten. Und tatsächlich. Darin standen drei Menschen. Außerdem hockte in einer Ecke noch eines der Wesen, groß, dürr, mit grauer Haut und Hörnern auf dem Kopf. Aber das war erst einmal nicht so wichtig. Da waren tatsächlich noch andere Träumer! Es waren zwei Mädchen und ein Junge, und sie schienen gerade dabei zu sein, irgendetwas auszudiskutieren.
    Jetzt musste Riku nur noch einen Weg finden, sie aus diesem Kasten raus und dann bestenfalls in die Welt zu bringen, in der Zach auf ihn wartete. Vorsichtig streckte er die Hand nach dem Glas aus, zuckte aber zurück, als er merkte, dass dieses heiß war. Zudem schien es auch noch sehr stabil, es zu zerstören war also keine Möglichkeit.
    Riku ging um den Kasten herum, bis er an der Seite eine kleine Tür fand, die mit einem Schloss verriegelt war. Nur ein einfaches Schloss. Unauffällig sah Riku sich um, konnte aber keine Soldaten in der Nähe erkennen. Jetzt kam ihm der Umstand, dass hier so viele Wesen waren, sehr zugute, denn es schien niemandem aufzufallen, als er sich hinkniete, sein Messer aus der Tasche zog und begann, damit das Schloss zu öffnen. Wie genau es funktionierte, wusste er selbst nicht, aber er hatte gemerkt, dass ihm dieses Messer schon öfter in Situationen geholfen hatte, in denen er es nicht erwartete. So auch dieses Mal. Mit einem leisen ‚Klick’ sprang das Schloss auf, und niemand schien davon Notiz zu nehmen. Auch die Träumer schienen ihn noch nicht bemerkt zu haben. Nun kam allerdings der schwierige Teil. Er musste es irgendwie schaffen, die drei unauffällig nach draußen zu bringen. Riku entschied sich für die Taktik, die ihm dabei am sinnvollste erschien.
    Schwungvoll zog er die Tür auf und trat einen Schritt in den Glaskasten, hob sein Messer und richtete es auf die Menschen.
    „Hey, ihr da“, sagte er mit lauter, befehlender Stimme.
    „Mitkommen. Sofort.“



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 03.08.2012, 21:56

    Sam
    Bevor Sam Baker für seinen ätzenden Blick und seine Frage anschnauzen konnte, nahm Mickie es auf sich, diese zu beantworten.
    „Produkt deiner Fantasie?“, sagte Sam daraufhin, inzwischen gehörig angepisst, hatte aber schon wieder keine Gelegenheit, weiterhin ihre Meinung kundzutun, da plötzlich jemand die Tür aufstieß, ein Messer auf sie richtete und sie aufforderte mit ihm zu kommen. Einen Moment lang starrte Sam die, der Stimme nach zu urteilen männliche, Person an. Obwohl er einen schwarzen Kapuzenumhang trug, der den größten Teil seiner Gestalt verbarg, wirkte er nicht sonderlich einschüchternd und sah bei weitem nicht so aus, als könnte er alle vier Insassen des Glaskastens unter Kontrolle halten.
    Sam blickte sich unauffällig um. Nein, er hatte keine Soldaten dabei… obwohl man sich da wegen der dichten ‚Menschenmenge‘ nicht vollkommen sicher sein konnte. Wenn er tatsächlich alleine war und nicht irgendwelche besonderen Fähigkeiten besaß, von denen sie nichts ahnten, sollte es kein Problem darstellen, ihm das Messer aus der Hand zu schlagen und ihn zu überwältigen. Selbst wenn er stärker war als er aussah, waren sie in der Überzahl - Obwohl sie mit Mickie und dem merkwürdigen Wesen vielleicht nicht rechnen konnte, aber zumindest mit Baker, sofern seine ganzen Muskeln zu irgendetwas gut waren.
    Nachdem Sam einen Blick in Richtung der anderen geworfen hatte – Baker sah aus als hätte er vor, dem Typen zu folgen, Mickie wirkte einfach nur verschreckt und das merkwürdige Wesen so emotionslos wie eh und je – entschied sie sich, erst einmal mitzuspielen, und tat einen Schritt auf den Ausgang zu. Wenn der Umhangträger wirklich allein war, musste sie nur abwarten, bis sie aus der Menge heraus waren.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Sammy - 02.11.2012, 01:14

    Ace
    Gerade als Ace, zusehends gereizt von der Situation und der Unfähigkeit seiner Gegenüber, vernünftig mit ihm zu kommunizieren, ein verächtliches Schnauben ausstieß und seine Hände genervt hinter seinem Kopf verschränkte, erklang eine Stimme hinter seinem Rücken.
    Etwas überrumpelt drehte Ace sich langsam um, jeden Muskel seines Körpers angespannt. Zu seiner Überraschung stand vor ihm nur ein einziger, nicht besonders großer Mann, gekleidet in einem schwarzen Umhang, der sein Gesicht verhüllte und ein Messer in einer Hand.
    Lächerlich. Hielten diese Leute hier wirklich so wenig von ihnen, dass sie sie von einer einzigen Wache abholen ließen? Vielleicht warteten außerhalb des Glaskastens noch mehr Wachen auf sie, das war schwer zu sagen in dem Menschenmeer. Doch so wie die Dinge jetzt standen, sollte es ein Leichtes sein, den Kerl auszuknocken.
    Er hatte zwar ein Messer, war aber um einiges schmaler als Ace. Ein Kinderspiel.
    Dann ist es wohl das beste, wenn wir ihm folgen und so tun, als würden wir keine Probleme bereiten…
    Ace drehte sich zu Mickey und Sam um und warf ihnen einen vagen Blick zu, der – so hoffte er –seine Pläne andeutete, nickte dann dem schwarz gekleideten Kerl zu und begann, diesem hinterher zu gehen. Es erweckte auf ihm den Eindruck, als wäre Sam selbsticher und kampfbereit, während Mickie eher verängstigt wirkte.
    Ich hoffe, sie reißt sich zusammen, dachte Ace zähneknirschend, als er dem Mann durch die Menschenmenge hindurch folgte.
    Sie gingen auf eine Treppe, die nach unten führte, etwas abseits in der großen Halle zu und anschließend in einen kleinen, spärlich beleuchteten Raum.
    Ace sah sich um: Sie waren tatsächlich allein, keine weitere Wache war ihnen gefolgt. Nur er, Sam, Mickie und der komische Kerl. Auch die Kreatur, die mit ihnen eingesperrt gewesen war, war nicht mehr da. Sie hatte sich scheinbar in der Menge aus dem Staub gemacht.
    Das war ihre Möglichkeit.
    Der Schwarzgekleidete drehte sich zu ihnen um und in diesem Moment schnellte Ace hervor, packte ihn am Kragen und presste ihn gegen die Wand. Bevor der Kerl den Mund öffnen konnte, um etwas zu sagen, traf Ace‘ Faust ihn ins Gesicht.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Nightmare - 26.12.2012, 05:49

    Riku
    Sein Plan funktionierte erstaunlich gut. Ohne weitere Widerworte folgten ihm die Träumer aus dem Glaskasten heraus, und niemand schien sich großartig daran zu stören. Auch das Wesen, was mit ihnen im Glaskasten gefangen gewesen war, folgte ihm. Das war nicht geplant gewesen, aber gut, ihm sollte es egal sein, ob es frei oder gefangen war. Daher störte es ihn auch nicht, als es sich nach einigen Metern von der kleinen Gruppe absetzte und in der Masse verschwand - da die drei Träumer davon nichts mitbekamen, schien seine Autorität, sofern er denn welche hatte, nicht darunter zu leiden.
    Mit schnellem Schritt, sich immer wieder zu den dreien umdrehend, führte er die kleine Gruppe durch die Menge hin zu der Treppe, von der er gekommen war.
    Es klappte. Ungesehen führte er sie die Stufen hinunter und in den kleinen Raum, aus dem man durch die Falltür wieder nach oben gelangen konnte. Geschafft. Nun war es wohl an der Zeit, seine Rolle aufzugeben und ihnen zu erklären, wer er war und was er vor hatte.
    Gerade wollte er sich zu den dreien umdrehen, als er am Kragen gepackt, hochgehoben und gegen eine Wand gepresst wurde. Es ging alles so schnell, dass er keine Chance hatte, sich zu wehren.
    Riku blieb für einen Moment die Luft weg, als die Faust auf sein Gesicht traf. Der Schmerz explodierte in seiner linken Wange, er schmeckte Blut in seinem Mund. Die Kapuze war ihm vom Kopf geflogen, die schwarzen Haare hingen ihm ins Gesicht und er hörte ein Klingeln in seinem linken Ohr.
    "Ich -", setzte er an, doch da riss ihm schon ein zweiter Schlag die Worte aus dem Mund. Riku zwang sich, nicht aufzuschreien - er durfte keine Aufmerksamkeit erregen - und doch tat es unglaublich weh. Der Junge, der ihn geschlagen hatte, war kräftig, sehr kräftig, er sah durchtrainiert aus und hätte bestimmt kein Problem damit, ihm das Genick zu brechen, wenn er nur wollte.
    Gerade holte er zu einem dritten Schlag aus.
    "Warte, bitte", sagte Riku schnell und war erstaunt, wie ruhig seine Stimme klang. Zu seinem Glück stoppte die Faust des Jungen, sodass Riku den Kopf heben und in seine silbergrauen Augen schauen konnte. Sie waren kalt und regungslos, Gewalt schien für ihn nichts besonderes zu sein. Aber das galt auch für Riku.
    "Ich will euch helfen, aber dafür müsst ihr mir vertrauen. Ich bin ein Träumer, genau wie ihr, und ich kann euch alles erklären - aber dafür müssen wir von hier abhauen, und zwar schnell. Euer Verschwinden wird bestimmt nicht allzu lange unbemerkt bleiben. Da oben ist eine Falltür, durch die geht es nach draußen", erklärte er mit gepresster Stimme und sah den Jungen, der scheinbar die Führung der drei übernommen hatte, eindringlich an.



    Re: Just A Dream? - Wenn Träume wahr werden

    Daydream - 01.06.2013, 22:42

    Sam
    Sam dachte gerade, dass nun ein guter Moment wäre, m den Typen zu überwältigen, als Baker ihr damit zuvorkam, indem er den Umhangträger am Kragen packte und ihm zweimal ins Gesicht schlug. Vor dem dritten Schlag (die Kampfsportlerin in Sam konnte nicht anders als zu denken, dass das nicht sehr effizient war – ein gezielter Schlag sollte es tun) wurde allerdings unterbrochen.
    Sam betrachtete den schwarzhaarigen Jungen, dessen Gesicht nun n icht mehr von der Kaputze verdeckt wurde und fand, dass er relativ glaubwürdig wirkte. Das musste allerdings nichts heißen.
    „Halt ihn fest, Baker, ich seh‘ mal nach dieser Falltür“, sagte sie darum und tat genau das, indem sie ein paar Stufen hinaufging, die sie zuvor gesichtet hatte, und besagte Falltür ein Stück anhob, um erst einmal einen Blick nach oben zu werfen. Was sie dort sah war jede Menge Grünzeug, aber keine Füße, weshalb sie es wagte, die Tür komplett zu öffnen (was einfacher kling, als es war – das Ding war sehr solide und entsprechend schwer) und der Umhangträger schien tatsächlich die Wahrheit gesagt zu haben: Als sie komplett nach oben stieg und ein paar Pflanzen zur Seite schob, ständig damit rechnend, plötzlich aus dem Hinterhalt angesprungen zu werden, fand sie sich auf einem Weg wieder, der anscheinend außen um die ‚Markthalle‘ herum führte.
    „Hier geht’s wirklich nach draußen“, rief sie darum leise nach unten – so leise wie man eben rufen konnte.



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