Engelstränen

Maya und Domenico
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    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 23.02.2009, 14:31

    Engelstränen
    naja, ich hab i-wann mal ne geschichte angefangen, find ich jetzt zwar net wirklich toll, würd aba trotzdem gern mal eure meinung hörn:
    Prolog:

    Er war online. Automatisch begann ihr Herz schneller zu schlagen. Ach, was machte sie sich schon wieder Hoffnungen! Was sollte er, der coolste Typ der Klasse, denn gerade von ihr wollen? Von ihr, der grauen Maus, die nur in Begleitung ihrer Freundinnen auffiel, von ihr, dem Mädchen, das schon ein Leben lang allen egal gewesen war? Unwillkürlich schaute sie, wer noch on war: keiner. Und schon wieder begann sie zu träumen. Nein, es war einfach unmöglich, wahrscheinlich war er auf 5 Seiten gleichzeitig angemeldet und chattete mit hübschen Mädels aus der ganzen Welt.
    Frustriert trank sie noch einen Schluck aus der halbvollen Flasche. Es war schon die dritte heute, sie machte Fortschritte. Wenn Alkohol doch bloß alle Probleme in Luft auflösen könnte. Oh nein, jetzt fing sie auch schon an, das durfte ja wohl nicht wahr sein. Nein, du trinkst den ganzen Scheiß nur, weil du deine Schwester liebst. Verzweifelt versuchte sie die ganzen bedrückenden Gedanken aus ihrem Kopf zu verbannen.
    Doch was war das? Eine Chateinladung? Nanu? Nein, das konnte nicht sein, das lag alles nur am Alkohol. Entsetzt schloss sie die Augen und bereitete sich auf eine weitere Enttäuschung vor. Doch als sie die Augen öffnete stand es immer noch auf ihrem Bildschirm. Er wollte mit ihr chatten. Nach einem weiteren Schluck, schaffte sie es letztendlich auf „Einladung annehmen“ zu klicken.
    Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie heute gar nicht in der Schule gewesen war. So ein Mist, hoffentlich dachten die andern jetzt nicht, sie hätte die Schule geschwänzt. Obwohl, eigentlich hatten sie ja Recht. Ach, sollten die Anderen doch denken was sie wollten, die sollten erst einmal mit ihr tauschen, dann konnten sie weiterlästern. Naja, auch egal, sie hatte jetzt auf jeden Fall wichtigeres zu tun.

    Er: Hi
    Sie: Zurück
    Er: Und, wie geht´s dir so?
    Sie: Hält sich in Grenzen, und dir?
    Er: Ebenfalls
    Sie: Irgendwie is der Chat leicht komisch
    Er: Stimmt
    Sie: Hm
    Er: Und, was machst du gerade wenig so?
    Sie: Willst du das ernsthaft wissen?
    Er: Schon
    Sie: Gut, wie du willst
    Er: Also?
    Sie: Ich sitze vor´m PC und versuch so viel Alkohol wie möglich zu trinken.
    Er: DU auch????????
    Sie: Wie meinst du das????????
    Er: Naja, du bist so gut in der Schule und da denkt man halt, dass bei dir daheim alles glatt läuft, nicht so wie bei mir.
    Sie: Schön wär´s. Also, was ist los?
    Er: Ach, des is einfach alles scheiße. WARUM müssen Erwachsene nur immer so einen Scheiß machen. Es nervt.
    Sie: Ich weiß. Glaubst du bei mir is des anders???????????? Also, wer??????
    Er: Mei Stiefvater, bei dir?
    Sie: Mei Adoptivvater
    Er: Du bist adoptiert????
    Sie: Ja…
    Er: und dei „mutter“?
    Sie: tot
    Er: Oh, das tut mir leid
    Sie: Ne, passt scho, kannst du ja net wissen
    Er. Trotzdem
    Sie: Und eine Eltern?
    Er: Mei Vater is tot, aba scho länger und mei mutter ?????????????
    Sie: oh………………… lass mich raten: eine kleine schwester?
    Er: hm
    Er: scheiße, der kommt, ich muss weg, omg, war cool bb
    Sie: hm, bb

    Nanu, das konnte doch nicht sein, das hatte sie bestimmt alles nur geträumt. Erst jetzt fielen ihr die vier Flaschen auf dem Schreibtisch auf. Ach du Scheiße, so viel hatte sie schon gesoffen? Naja, besser sie als ihr „Vater“. Da klopfte es an ihre Tür. „ Was ist denn?“ wollte sie missmutig wissen. „ Kann ich rein“, flüsterte es hinter der Tür. Oh Mann, warum war ihre kleine Schwester denn immer noch nicht im Bett, es war halb 2! Ihr Vater konnte jederzeit kommen. Hektisch sah sie sich im Zimmer um. Schließlich rollte sie die vier leeren Flaschen zu den anderen unter´s Bett. „ Klar, was ist denn los?“, antwortete sie und ehe sie sich´s versah, war ihre Schwester auch schon auf ihr Bett gehuscht. „ Ich hab solche Angst“
    Natürlich wusste sie, was das bedeutete. Sie würde wohl noch eine Nacht auf dem Teppich verbringen müssen. „ Also gut, du kannst mit bei mir schlafen, wenn du morgen in die Schule gehst“-„Muss das sein? Die mögen mich alle nicht“-„ Ja, es muss sein und jetzt schau das du schläfst, Papa kommt gleich nach Hause“ Oh, wie sie es verabscheute, den Namen „Papa“ auch nur zu denken. Nein, diesen Namen hatte er nicht verdient. Naja, eigentlich war er ja ein armes Schwein. Aber diese Art! Wie wenn Alkohol und Sex alle Probleme lösen könnten. Obwohl sie selbst nicht viel besser war. Doch, sie war besser. Er war nicht ihr Vater. Aber er war der Vater ihrer kleinen Schwester, was ihn nicht davon abhielt, sie beide regelmäßig zu verprügeln.
    Nein, das schlimmste daran war nicht der Schmerz, daran war sie von klein auf gewöhnt, Prügeleien kamen im Heim täglich vor; das Schlimmste war das Geschlagen werden, die Wehrlosigkeit, die Hilflosigkeit, die sie in solchen Momenten verspürte. Das Gefühl, ihrer Schwester helfen zu müssen und die Gewissheit, es nicht zu können. Das war das schlimmste. Sie hatte von klein auf immer alles alleine gekonnt, früh genug gelernt, dass man anderen Menschen nicht trauen sollte, sie war nie auf Hilfe angewiesen gewesen. Sie hatte es sogar geschafft, ihr inneres so zu verstecken, das kein Mensch gemerkt hatte, dass sie die Hälfte ihres bisherigen Lebens im Heim verbracht hatte.
    Irgendwann war sie dann fast wieder weit genug gewesen, andere Menschen zu lieben, langsam und vorsichtig hatte ihre Mutter es so weit gebracht, sie zu akzeptieren. Als Mama! Sie hatte diesen Titel verdient, sie, und keine andere. Und dann war sie, wie alle Menschen, die ihr im Leben wichtig gewesen waren, gestorben. Autounfall! Der Schmerz war fast unerträglich gewesen. Zum vierten Mal im Leben hatte sie komplett den Boden unter den Füßen verloren. Aber sie war stark. Sie war eine Kämpferin. Und sie hatte es erneut geschafft, sich wieder aufzurichten. Fast ganz. Nach außen hin mochte sie vielleicht wieder normal wirken, aber die seelischen Wunden waren größer als nie zuvor.
    Aber wem sollte das schon auffallen. Ihr Leben hatte sie allein ihrer Schwester zu verdanken, dem Gefühl, für sie da sein zu müssen, der Angst, dass es ihrem Schützling genauso ergehen könnte wie ihr selbst. Allerdings war das vielleicht wieder ein Fehler von ihr gewesen, sich erneut an einen Menschen zu binden. Ihre größte Angst war, ihre Schwester könnte sterben. Sie wusste nicht, ob sie es danach wieder schaffen würde, Fuß zu fassen, oder ob sie es einfach lassen würde. Aber jetzt tat der Alkohol endlich seinen Dienst und sie wurde müde. Trotz des harten Teppichs schlief sie auf der Stelle ein.



    Re: Engelstränen

    Prissi - 23.02.2009, 15:06


    Kraasss ! Das hört sich ja schlimm an. Ich bin mal auf den Jungen aus ihrer Klasse gespannt ;-)
    Schreib weiter.



    Re: Engelstränen

    Vivi - 23.02.2009, 15:59


    ja bitte, das ist echt gut!



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 23.02.2009, 21:23


    danke, danke!!!!!!!!!! Ich schau mal ob ich´s schaff gscheit weiterzuschreiben, OK? aba ich kann nix versprechen



    Re: Engelstränen

    Vivi - 23.02.2009, 21:44


    okay, versuch es zu einer richtig hammer geschichte zu schreiben^^



    Re: Engelstränen

    claudi - 23.02.2009, 22:52


    cih find den sreibstil komisch... er: sie: er: sie: -.. naja mach mal weiter :wink:



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 24.02.2009, 18:19


    ehrlich gesagt sin mir keine namen eingefalln, aba wenn ich jetzt weiterschreib werd ich wohl namen brauchen......
    muss ich mal überlegen



    Re: Engelstränen

    Vivi - 24.02.2009, 18:24


    ja, also namen sind schonmal keine schlechte idee :D



    Re: Engelstränen

    claudi - 24.02.2009, 18:53


    ja find ich auch. ist ja ziemliiiich wichitg :lol: :lol:



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 24.02.2009, 19:30


    ok, ich hab mal ein bisschen versucht weiterzuschreiben:
    1.Kapitel
    „ANGELIKA“, donnerte Gerhards Stimme durch das ganze Haus. Erschrocken blickte Angel auf. Was sollte das? Wollte ihr Vater sie etwa schon wieder verarschen? Sie hieß Angel, nicht Angelika! Das war schon immer so gewesen, und daran würde niemand etwas ändern!
    Trotzdem stand sie auf und ging zu dem besoffenen Mann in der Küche. „Was ist?“, es gelang ihr nicht, den Hass in ihrer Stimme zu verbergen. „Wo ist mein Bier?“, es war ihm anzusehen, dass er gleich explodieren würde. Nein, diesen Gefallen würde Angel ihm nicht tun. „Weiß ich nicht, vielleicht hast du es…….ausgetrunken?“
    Innerlich grinste sie in sich hinein. Wenn der wüsste. Doch mit Gerhard war nicht zu spaßen. Völlig von Sinnen stand er auf und kam auf das Mädchen zu. Wie klein sie ihm gegenüber wirken musste. Ihr Adoptivvater war groß und fett, das Gesicht von den vielen Schlägereien komplett entstellt. Die Klamotten hatten dringend eine Wäsche nötig, genau wie seine Haare und er selbst. Er wirkte einfach nur völlig verwahrlost. Und dieser Mann ging gerade auf die 14jährige, relativ kleine Angel los. Angel war hübsch. Die schwarzen Haare gingen ihr bis zur Taille und standen perfekt im Kontrast zu ihren tiefblauen Augen. Doch jetzt wirkte ihr sonst so beherrschtes, zierliches Gesicht vor Angst, Hass und Wut ganz entstellt. Die Schläge waren hart, doch Angel wehrte sich nicht. Das hatte keinen Zweck, dann würde es nur noch länger dauern. Also wartete sie ab, was passieren würde. Letztendlich ging Gerhard zu Boden. Er hatte wohl wieder ein bisschen zu viel getrunken um solchen körperlichen Belastungen standzuhalten. Erleichtert atmete Angel auf. Nachdem sie sich wieder halbwegs gesammelt hatte stand Angel auf.
    Eigentlich hatte sie heute in die Schule gehen wollen, aber das konnte sie jetzt ja vergessen. Da erst fiel ihr der Schmerz im Arm auf. Mist, er hatte ihr wohl den Arm gebrochen. Sie seufzte und suchte nach dem Verbandskasten.
    Vielleicht konnte sie dann ja doch in die Schule, wenn sie behauptete, auf dem Weg gestürzt zu sein. Dann konnte sie den Arm jetzt aber noch nicht verbinden. Nach einem kurzen Blick auf den Stundenplan, war ihr Plan beschlossene Sache. In der ersten Stunde war Deutsch, da hatte Angel ihre Lieblingslehrerin, das dürfte kein Problem werden.
    Als sie in der Schule ankam, hatte der Unterricht schon begonnen. Also klopfte sie an und wartete. Frau Kießling öffnete ihr die Tür. Als Angel ihr entsetztes Gesicht bemerkte, begann sie zu erklären. Doch ihre Lehrerin bestand darauf, dass die Schülerin zum Arzt müsse. Also wurde sie zum Arzt gebracht, der ihr schließlich den gebrochenen Arm schiente und ihr eine Salbe für die restlichen Verletzungen gab.
    Schließlich kam sie zur dritten Stunde wieder in die Schule: Mathe! Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Doch die nächsten beiden Stunden war sie hauptsächlich damit beschäftigt ihrer Freundin Lilli zu erklären, wo sie die letzten drei Tage gewesen war. In der Pause musste Angel die ganze Geschichte von ihrem Sturz auch noch dem Rest der Klasse erzählen. Als sie dann aber Maria, ihre Schwester, suchte um diese zu warnen, konnte sie diese nirgends finden. Also hatte die kleine Göre mal wieder die Schule geschwänzt.
    „ Na warte“, murmelte sie halb im Spaß und wollte zum Physiksaal gehen. „Worauf?“, fragte da plötzlich eine Stimme hinter ihr. Angel drehte sich um und ihr stockte der Atem; vor ihr stand Stefan, der beliebteste Junge der Unter- und Mittelstufe.



    Re: Engelstränen

    Prissi - 25.02.2009, 11:36


    Oooooh...Jetzt wirds interessant ;-)



    Re: Engelstränen

    Vivi - 25.02.2009, 13:15


    au ja, das ist gut!

    aber du könntest auf Absätze achten, das ist wichtig ;)

    z.B.

    Eigentlich hatte sie heute in die Schule gehen wollen, aber das konnte sie jetzt ja vergessen. Da erst fiel ihr der Schmerz im Arm auf. Mist, er hatte ihr wohl schon wieder den Arm gebrochen. Sie seufzte und suchte nach dem Verbandskasten. Vielleicht konnte sie dann ja doch in die Schule, wenn sie behauptete, auf dem Weg gestürzt zu sein. Dann konnte sie den Arm jetzt aber noch nicht verbinden. Nach einem kurzen Blick auf den Stundenplan, war ihr Plan beschlossene Sache. In der ersten Stunde war Deutsch, da hatte Angel ihre Lieblingslehrerin, das dürfte kein Problem werden.

    ABSATZ

    Als sie in der Schule ankam, hatte der Unterricht schon begonnen. Also klopfte sie an und wartete. Frau Kießling öffnete ihr die Tür.



    Des ist mir an mehreren stellen aufgefallen, aber sonst ist das richtig gut, freu mich schon auf nen nächsten teil :)



    Re: Engelstränen

    claudi - 25.02.2009, 13:55


    gute namen.. angelika(angel) stefan.. ist okay!^^



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 25.02.2009, 23:40


    na dann, freut mich, wenn´s euch gefällt
    @vivi: ich werd mich bemühen es besser zu machen :lol: :lol:



    Re: Engelstränen

    mari - 26.02.2009, 14:18


    ey des is eine schöne story....gefällt mir echt
    mach schnell weiter



    Re: Engelstränen

    claudi - 26.02.2009, 15:16


    *nick*
    find ich auch... weiter



    Re: Engelstränen

    mari - 02.03.2009, 16:11


    auf jeden Fall weiter.... =D>



    Re: Engelstränen

    claudi - 03.03.2009, 15:08


    klar weiter!!!^^



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 05.03.2009, 22:37


    ja, des kann jetzt aba weng dauern, ham grad voll den schulstress, sorry
    danke für eure ganzen kommentare



    Re: Engelstränen

    claudi - 06.03.2009, 13:44


    ist ok wirwarten



    Re: Engelstränen

    Lili - 07.03.2009, 14:12


    Ïch ahb gerade deine Story gelesen und ich bin beeindruckt! Freu mich schon wenns weiter geht! :P :lol: 8)



    Re: Engelstränen

    claudi - 08.03.2009, 19:23


    joup ichauch :lol:



    Re: Engelstränen

    Lili - 09.03.2009, 13:44


    :wink: :lol: :D :) :P



    Re: Engelstränen

    claudi - 09.03.2009, 15:29


    :lol:



    Re: Engelstränen

    Lili - 09.03.2009, 19:28


    :wink:



    Re: Engelstränen

    claudi - 10.03.2009, 14:56


    ich will ne vortsetzung^^



    Re: Engelstränen

    Lili - 10.03.2009, 18:35


    ja weiter! :D



    Re: Engelstränen

    claudi - 11.03.2009, 14:15


    :wink: :lol: :D



    Re: Engelstränen

    mayamausi96 - 11.04.2009, 17:21


    ich will auch ne fortsetzung :wink:



    Re: Engelstränen

    claudi - 12.04.2009, 13:55


    na klar!



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 07.07.2009, 16:08


    ok hab endlich mal weitergeschrieben. Weiß net, des gefällt mir i-wie nimma so gut aba ihr könnt ja mal schaun:


    Angel stand eine halbe Ewigkeit einfach nur da, in ihrem Kopf drehte sich alles. Mensch, sah der schon immer so gut aus? Das haute einen ja glatt um. Doch dann fiel ihr der Chat in der Nacht zuvor wieder ein und sie bekam vor Scham einen roten Kopf. Wie blöd sie doch gewesen sein musste! Dieser verdammte Alkohol!
    Stefan stand immer noch da. Warum fiel Angel eigentlich keine passende Erwiderung ein? Sie hatte doch sonst immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Ihr Mund war wie ausgetrocknet sie brachte keinen Ton hervor. Oh Mann, wie blöd konnte man eigentlich sein?
    Jetzt hatte sie es sich verschissen! In diesem Moment erklang der Gong.
    Stefan drehte sich um und ging in den Physiksaal, Angel wie in Trance hinter ihm her. Lilli kam ihr entgegen: „Was bitte sollte das denn?“ Sie hatte also die „Unterhaltung“ mit angehört! Angel drehte sich einfach nur um und ging. Weg aus diesem Zimmer, weg aus dieser Schule, einfach nur weg.
    Nachdem sie stundenlang umhergeirrt war, konnte sie nicht mehr. Sie setzte sich auf eine Bank, irgendwo, sie hatte keine Ahnung mehr wo sie war. Angel wühlte verzweifelt in ihren Schulsachen, dann hatte sie es gefunden. Es lag schwer in ihrer Hand, kalt und verlockend. Es war einfach unglaublich welche Anziehungskraft es besaß. Angel blickte sich um und als sie keinen Menschen bemerkte holte sie es heraus.
    Voller Verzweiflung rammte sie das Messer in die Haut ihres Unterarmes. Und ein Zweites Mal und ein drittes Mal. Irgendwann hörte sie auf zu zählen. Es tat so gut. Das Blut floss in Strömen über ihren „unverletzten“ Unterarm. Es war warm und dunkelrot. Auch wenn kein Mensch nachvollziehen konnte, warum sie das tat, war es so ein wunderschönes Gefühl.
    Es ging so leicht. Das Gehirn setzte einfach aus, die Gedanken, der Selbstzweifel, der Hass, einfach alles war verschwunden. Und dann kam der Moment des Erwachens.
    Der Moment in dem die Wunden zu brennen begannen, der Moment, wo der Schmerz nicht mehr schön war. Der Moment, in dem man sich das Messer am liebsten in die Brust gerammt hätte aus Wut über sich selbst, aus Wut, schon wieder dem Verlangen nachgegeben zu haben.
    Diesen Moment kannte Angel allzu gut. Und es kostete sie jedes Mal wieder Überwindung, nicht weiterzumachen, sich nicht einfach gehen zu lassen.
    Dieses Mal war es besonders schlimm. Angel dachte an ihre Schwester, Maria, die Gerhard ohne sie hilflos ausgeliefert gewesen wäre. Das wirkte immer. Angel zog das Messer aus ihrem Arm und schleuderte es ins Gebüsch. Geschafft! Sie hatte überlebt! Doch was jetzt? So konnte sie sich auf keinen Fall irgendwo blicken lassen.
    Seufzend griff Angel zu ihrer Jacke. Es ging nicht anders. Sie zog den Mantel direkt über ihren blutüberströmten Arm. Ein stechender Schmerz durchfuhr sie. *, wie konnte man bloß so blöd sein und sich selbst so etwas antun. Jetzt musste sie sich beeilen. Es würde nicht lange dauern, bis das Blut den Mantel durchweicht hatte. Angel rannte in Richtung der nächsten Straße.
    Irgendwann entdeckte sie eine U-Bahn Station. Dort gab es bestimmt eine Toilette. Und tatsächlich: Angel entdeckte ein Schild mit der Aufschrift „WC Damen“. Sie ging hinein und zog den Mantel aus. Es war ein enger stickiger Raum und es stank erbärmlich. Doch das war ihr im Moment ziemlich egal. Sie drehte den Wasserhahn auf und hielt ihren Arm unter das eiskalte Wasser. Sie rubbelte und scheuerte und nach einer Viertelstunde war wirklich kaum noch etwas zu sehen außer den immer noch blutenden Schnittwunden. Sie holte aus ihrem Rucksack Taschentücher und wickelt sie sorgfältig um ihren Arm. Schließlich zog sie den Mantel, den sie ein bisschen versucht hatte auszuwaschen, wieder an.
    Jetzt galt es herauszufinden wo sie sich befand, was kein großes Problem war, als sie den Fahrplan studiert hatte. In zehn Minuten fuhr die nächste Bahn in die Richtung, wo sie hinmusste. Das bedeutete noch genug Zeit für eine Flasche Bier.
    Suchend blickte sie sich um, ob wohl jemand bekanntes in der Nähe war. Angel hatte viele Bekannte, nicht unbedingt Freunde, aber Kumpels mit denen man Spaß haben konnte. Viele von ihnen lebten auf der Straße oder waren, genau wie Angel so gut wie nie daheim. Meistens befanden sie sich an Orten wie diesen hier; versifft und dunkel, all die Orte, wo sich andere Menschen nur ungern aufhielten, waren ihr zuhause. Nach längerem Suchen sah sie ein paar Teenies, die herumlungerten. Sie ging zu ihnen hinüber. Tatsächlich waren 2 dabei die sie schon ein paar mal gesehen hatte mit denen sie sich recht gut verstand. Der eine davon, Lukas, winkte ihr zu: „Hi Angel! Komm doch mit zu uns!“ Auf dieses Angebot hatte sie schon gewartet. Sie gesellte sich zu ihnen. Nach kurzem Smalltalk machten die ersten Bierflaschen die Runde. Angel machte sich gar keine Gedanken mehr dabei. Wenn ihre Mitschüler sie jetzt so sehen könnten, wäre ein Großteil davon vermutlich geschockt, aber die hatten bis jetzt ja auch ein angenehmes Leben gehabt: von Mami und Papi verhätschelt und verwöhnt. Den Leuten hier ging es allen mies, es wollte nur keiner zugeben. Lieber trank man da mal eine Flasche Bier oder ähnliches, härteres Zeug, als auf der Straße als verweichlicht zu gelten. Das war das schlimmste was man tun konnte, sich öffentlich als Weichei zu zeigen. Für die meisten von ihnen war das schon lange kein Problem mehr, aber wer gerade erst neu dazugekommen war, konnte sich dabei schon sehr hart tun.
    Nachdem kein Bier mehr da war, wurde es interessant. Was kam als nächstes? Gewöhnliche Zigaretten? Oder härterer Alk? Oder gar etwas ganz anderes, wo natürlich keiner drüber sprach. Angel hoffte auf letzteres, da es ihr im Moment nicht sonderlich ging und eine kleine Ablenkung nicht schaden konnte. Doch da kam sowieso, die U-Bahn, mit der sie fahren wollte. Angel verabschiedete sich von den anderen und stieg ein.
    Sie war sich noch nicht sicher wo sie hinwollte. Nach Hause oder zu ihren Kumpels am Hauptbahnhof. Da sie keine Lust hatte Gerhard zu sehen, beschloss sie zum Bahnhof zu gehen.
    Dort angekommen ging sie gleich zu dem Platz, wo eigentlich immer jemand zu finden war. Unter der Treppe bei den Schließfächern im Untergeschoss. Auf dem Weg dorthin besorgte sie sich bei ihrem Freund im Zeitungsladen noch fünf Flaschen Bier und zwei Flaschen Whisky. Unten angekommen wurde sie gleich von allen Seiten begrüßt. Die ausgelassene Stimmung war auffallend. Anscheinend waren die Dealer wieder da. Angel packte ein bisschen von dem Stoff aus, den sie dabeihatte und war sofort umringt von den andern.
    Plötzlich kam es zu einer Schlägerei. Efkan schlug sich mit einem der Dealer. Anscheinend ging es mal wieder ums Geld. Jeder wusste, dass Efkan selten Geld hatte und jeder wusste wie viel Heroin im Moment kostete. Eine Schlägerei war immer lustig. Johlend stiegen die anderen Teens mit ein. Die einen, weil sie Efkan eins auswischen wollten, die anderen weil sie ihn unterstützen wollten. Angel kämpfte auf seiner Seite. Sie schlug und trat wild um sich, es war ihr egal, wer dabei verletzt wurde. Der ganze Zorn musste raus. Da ertönte auf einmal eine Stimme: „Achtung! Hier ist die Polizei, hören sie bitte sofort auf!“ Die Polizei? Angel stutzte einen Augenblick. Was machten denn die hier? Es interessierte sie doch sonst nicht, was bei den Schließfächern abging. Hier störten die Teens niemanden. Doch niemand dachte auch nur im entferntesten daran aufzuhören. Stattdessen wurden die Polizisten schlicht und einfach überrannt. Auf einmal waren sie wieder eine Gruppe und es ging darum, das Revier zu verteidigen.
    Angel mischte vorne mit. Zusammen mit Efkan und eineigen anderen verprügelten sie den ersten Polizisten. Es entstand ein richtiges Chaos. Keiner konnte die Menge nun noch bändigen. Inzwischen hatte sich auch eine Menge Schaulustiger um die kämpfende Masse versammelt. Dann fiel der erste Schuss.



    Re: Engelstränen

    mayamausi96 - 08.07.2009, 17:48


    schön es geht weiter :D :D :D .. die arme kann sie nicht aufhören mir ritzen... oh jetzt wirds spannend... hoffentlich wird sie nich mit aufs revier genommen...



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 05.09.2009, 14:44


    ok, hab noch weng weiter gschriem und außerdem is mir evtl a titel eingefalln: engelstränen!
    weil angel heißt ja auch engel und i-wie find ich den namen lol
    schreibt bitte komis dass ich weiß was net so gut is und wies euch gfällt!! Thx
    Ok und etzt die story weiter:

    2. Kapitel
    Geschockt hielt Angel inne. Binnen Sekunden war ihr Kopf voller Fragen: Wer hatte geschossen? Die Polizei? Oder einer von ihnen? Wurde jemand verletzt? Was sollte sie jetzt tun? Verzweifelt schaute sie um sich, doch die anderen sahen genauso geschockt aus wie sie selbst.
    Da ergriffen die Polizisten ihre Chance und begannen die Jugendlichen festzunehmen. Da kam Leben in die Menge. Angel blickte sich um und rannte. Weg von hier, bloß weg. Hinter ihr ertönte die Stimme des Polizisten: „Halt junge Dame nicht so schnell!“, aber Angel nahm ihn nicht wahr. Sie rannte schon das zweite Mal an diesem Tag um ihr Leben. Doch diesmal wusste sie wohin.
    Ein paar Straßen weiter war der Friedhof, das musste sie einfach schaffen. Angel ging nicht gern auf den Friedhof, die Erinnerung war einfach noch zu schlimm aber in diesem Moment musste es sein.
    Keuchend öffnete sie das schwere Eisentor und ging hindurch. Sie blickte sich um und als sie niemanden sah, ging sie langsam zwischen den Gräbern hindurch. Ganz hinten links in der Ecke, bei der großen Eiche, da wollte sie hin. In Gedanken war sie diesen Weg schon Millionen Mal gegangen, doch in der Realität nicht mehr seit der Beerdigung ihrer Adoptivmutter.
    Am Grab angekommen raubte ihr der Schmerz fast den Atem. *, warum tat das bloß so weh? Angel kauerte nieder und berührte mit ihren Händen die nasse Erde. Vor ihrem Auge tauchten viele Bilder auf, sie selbst als dreijähriges Kind, an der einen Hand ihre Mutter, an der anderen Hand ihren Vater, alle drei lachend auf einer Wiese beim Blumenpflücken; sie und ihre Mutter im Krankenhaus an Vaters Sterbebett; sie selbst mit 4 Jahren ganz allein am Grab ihrer Mutter, am Boden zerstört; im Kinderheim als 10jährige als sie ihre Adoptivmutter das erste Mal gesehen hatte; als 11jährige mit einem Koffer in der Hand ganz verloren beim Einzug in die neue Familie, und schließlich, 3 Jahre später, am Sarg ihrer Adoptivmutter, die kleine Schwester schützend im Arm.
    Entsetzt schlug sie sich die Hände vors Gesicht; nein, nicht diese Bilder, bitte nicht. Das war so schrecklich, so traurig, es tat so weh.
    Sie kroch ins Graß und legte sich hin, zusammengekauert wie ein kleines Kind. Sie wollte nichts mehr tun, einfach hier liegen bleiben, ganz nah bei den Menschen, die sie einst geliebt hatte.
    Nachdem sie eine Weile so dortlag und den alten Zeiten hinterhertrauerte, hörte sie auf einmal Schritte. Sie widerstand dem Drang sich umzudrehen, blieb einfach liegen und wartete ab was passierte. Vielleicht war es nur eine alte Oma die das Grab ihres verstorbenen Mannes gießen wollte. Vielleicht würde dieser jemand Angel gar nicht bemerken, vielleicht kam er gar nicht bis in den hinteren Teil des Friedhofs. Vielleicht war es auch die Polizei, doch selbst das störte Angel im Moment wenig. Sollten die doch alle machen was sie wollten. Oder auch nicht. Konnte nicht einfach jemand kommen der sie verstand und der ihr half? Jemand der ihr zuhörte und jemand der sie in den Arm nahm?
    Die Schritte kamen immer näher. Langsam stieg in Angel trotz allem die Panik hoch. Doch sie bewegte sich nicht. Nein, das wäre viel zu anstrengend. „Hey, was is los?“, plötzlich eine besorgte Stimme hinter ihr. Angel erkannte ihn sofort. An seinem Geruch und an seiner Stimme. Verzweifelt überlegte sie was sie nun tun sollte. Stefan sollte sie so nicht sehen. Aber jetzt war es zu spät! *, ging denn heute alles schief?
    Langsam drehte Angel sich um und setzte sich hin. Stefan stand einfach nur da und sah sie an. Er wirkte nicht schadenfroh, so wie wohl die meisten ihrer „Freunde“ reagiert hätten wenn sie Angel in diesem Zustand vorgefunden hätten. Er stand einfach nur da.
    Angel suchte verzweifelt nach etwas das sie jetzt sagen könnte ohne sich lächerlich zu machen. Die Wahrheit? Nein, das war zu gewagt. Aber was in aller Welt sollte sie ihm bloß erzählen? Mir war grad danach mich auf den Friedhof zu legen und vor mich hin zu starren? Nein, das ganz sicher auch nicht!
    Was war bloß los mit ihr? In Gegenwart dieses Jungen brachte sie keinen vernünftigen Ton von sich. Ihr Körper schien auszusetzen. Betriebsfehler! Unfähig irgendetwas zu tun.
    Jetzt bewegte sich Stefan. Er hielt ihr die Hand hin, dass sie aufstehen konnte. Auch wenn es sie einige Überwindung kostete griff Angel schließlich danach und zog sich hoch. Jetzt wäre es eigentlich an der Zeit Danke zu sagen, doch sie brachte weiterhin keinen Ton hervor. Wieder war es Stefan der das Schweigen unterbrach.
    „Hey, ganz ruhig bleiben. Du musst mir nichts erzählen, es stört mich nicht. Komm wir gehen zu meinem Geheimversteck, dir ist bestimmt kalt:“
    Tatsächlich registrierte Angel dass sie zitterte. Kein Wunder, war sie gerade ja auch mit dem noch halbnassen Mantel auf dem kalten Graß gelegen. Dankbar nickte sie. Da passierte etwas mit dem keiner gerechnet hätte. Stefan stellte sich vor sie hin: „Komm, Huckepack! Du kannst ja kaum stehen wie willst du da laufen können!“ Angel war zu erschöpft um ihm zu Widersprechen. Sie ließ sich einfach von ihm tragen, fort von diesem Friedhof, an einen Ort den anscheinend nur Stefan kannte und vermutlich bald auch sie.



    Re: Engelstränen

    Lala - 05.09.2009, 17:54


    ich hab nur die beiden gelesen-echt cool
    hehe^^ab jetz gehör ich au zu deinen stammlesern :D



    Re: Engelstränen

    mayamausi96 - 06.09.2009, 13:34


    oh es geht weiter *freu...*der neue teil is echt spannend und i-wie romantisch geschrieben... freu mich schon voll auf den nächsten teil...



    Re: Engelstränen

    mari - 13.09.2009, 20:02


    ist schon lange her seit ich das letzte Mal gelsen habich finde die Stry echt toll
    man kann Angel echt gut verstehen
    freu mich auf den nächsten Teil



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 15.09.2009, 14:42


    thx für eure liebn kommis :lol: :lol: :lol: :lol:



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 30.09.2009, 17:27


    also, hier gehts weiter:

    Stefan trug sie durch die Gassen, am Anfang kannte sie sich noch ziemlich gut aus, doch schon bald hatte Angel jegliche Orientierung verloren. Stefans Kraft schien keine Grenzen zu kennen. Er trug sie weiter und weiter, ohne dass er auch nur einmal zu schwächeln schien. Unter normalen Umständen wäre Angel spätestens jetzt misstrauisch geworden oder hätte Panik bekommen, da sie es hasste anderen Menschen voll und ganz zu vertrauen. Doch bei Stefan lagen die Dinge anders. Auch wenn Angel ihn nicht wirklich gut kannte vertraute sie ihm, egal was er tat, sie war überzeugt davon, dass es zu ihrem besten war.
    „ So, ab hier werde ich dich wohl nicht mehr tragen können, glaubst du, dass du wieder laufen kannst?“, Stefans Frage riss Angel aus ihren Gedanken. Sie sah sich um und dann nickte sie. Stefan ließ sie sanft auf den Boden gleiten. Sie waren noch in der Stadt, jedoch ziemlich am Rand, zwischen den Häusern wurden die Abstände größer, es gab mehr Gärten und Grünanlagen. In solchen Vierteln gab es keine Reihenhäuser. Hier hatte jeder sein eigenes Haus und seinen eigenen Garten. Auf dem Gehsteig gegenüber führte eine alte Dame ihren Hund spazieren. Doch Angel konnte sich nicht vorstellen, dass ausgerechnet Stefan hier wohnen könnte. Nach allem was sie über ihn wusste, lebte er genau wie sie in einer kleinen versifften Wohnung.
    „Komm mit, hier geht es lang; und pass auf dass dich keiner bemerkt“, mit diesen Worten schlüpfte Stefan in ein Loch in einer Hecke, die zwei Grundstücke voneinander trennte. Schnell blickte sie sich um und kletterte hinterher. In der Hecke blickte sie sich überrascht um. Es war wie in einem kleinen Raum. Die Hecke bildete „Mauern“ an allen Seiten, doch in der Mitte war ein richtiger Hohlraum, nur ab und zu von ein paar Ästen durchbrochen. Stefan kauerte dort und wartete auf sie. „Komm, weiter!“ drängte er sie. Angel kroch so schnell sie konnte hinter ihm durch die Hecke. Doch auf einmal war Stefan verschwunden. Verwirrt blickte Angel sich um.
    „Schneller“, zischte es schließlich von der anderen Seite der Hecke. Jetzt erst bemerkte Angel das relativ kleine Loch in der Seitenwand durch das Stefan verschwunden sein musste. Sie bog die Äste der Hecke auseinander und kletterte hinaus.
    Dort draußen stand Stefan und machte sich an der Hintertür eines Apartmenthauses zu schaffen. Angel wusste sofort was er da tat und es störte sie auch nicht. Schließlich war die Tür offen und die beiden Jugendlichen stolperten ins Dunkle.
    Stefan nahm Angels Hand: „So, jetzt haben wir es so gut wie geschafft, komm!“ Er führte sie durchs Dunkle und auf die Art und Weise wie er Hindernissen geschickt auswich, erkannte Angel dass er diesen Weg wohl schon öfter genommen hatte. Schließlich standen sie in einem hell erleuchteten Treppenhaus.
    Geblendet schloss Angel die Augen. Doch Stefan lief weiter, die Treppen hoch immer höher und höher, bis er auf dem Dachboden des Hauses angelangt war. Angel folgte ihm, kam keuchend oben an. Sie wusste was er vorhatte. Sie wusste es von Kumpels, die das auch gerne taten. Sie selbst hatte es noch nie ausprobiert. Herumtreiben auf den Dächern, frei sein wie ein Vogel. Und wirklich, Stefan öffnete ein Dachbodenfenster und kletterte heraus. Angel blickte skeptisch nach oben. Bisher hatte sie sich immer geweigert, aus Angst ihre Höhenangst nicht mehr kontrollieren zu können. Andererseits hatte Stefan sie bereits in einem Zustand gesehen, wie sie nie gesehen werden wollte und selbst da hatte er nichts gesagt. Er hatte es verstanden.
    Also kletterte auch Angel durch das Fenster, was ihr mit dem gebrochenen Arm nicht ganz so leicht fiel.



    Re: Engelstränen

    Lala - 01.10.2009, 16:31


    ein neuer teil!!!cool!mir gefällt er :D !!



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 07.10.2009, 16:56


    ok, das ist jetzt nicht ganz so viel aber immerhin etwas, hier kommt der Rest vom 2. Kapitel:

    Stefan zog sie auf das Dach. „Vertrau mir“, flüsterte er ihr ins Ohr. Angel hatte keine Angst. Alle Erschöpfung und Schmerzen waren auf einmal verschwunden. Es war als hätte sie irgendwo neue Kraft getankt. Wo sie vorhin noch nicht einmal 2 Schritte tun konnte, hatte sie nun dass Gefühl, sie könnte Bäume ausreisen.
    Doch erst einmal stand sie nur da und blickte hinunter. Die Stadt sah schön aus von hier oben. So friedlich. So, als ob es dort keine schlechten Dinge geben würde. Es stimmte, auf dem Dach fühlte man sich frei. Stefan stand hinter ihr und hielt sie fest. Angel ließ es zu, warum auch nicht? So hatte sie schon lange keinem Menschen mehr vertraut.
    „Komm, ich muss dir noch was zeigen, das war noch nicht alles!“, Stefan nahm Angel an die Hand und zog sie mit sich. Sie rannten über die Dächer und sprangen von einem zum nächsten als wäre nichts dabei. Angel ließ ihre Haare im Wind flattern. Ein Hochgefühl erfasste sie. Was konnte die Welt dort unten ihr schon antun? Hier war sie sicher, hier war Stefan, alles andere war auf einmal nicht mehr wichtig. Das ist besser als jede Droge, schoss es ihr durch den Kopf. Doch so schnell der Gedanke gekommen war so schnell verschwand er auch wieder. Alle Gedanken wurden vom Wind weggepustet.
    Dann kamen sie zu einem Haus mit Flachdach. Und auf diesem Dach stand eine kleine Hütte. Einfach so, mitten auf dem Dach, wie wenn sie dort hingehörte. Stefan blieb stehen und öffnete die Tür. „ Willkommen in meinem Geheimversteck, entschuldige, wenn nicht aufgeräumt ist, aber wir haben hier selten Gäste!“

    Würde mich sehr über kommis freun was euch gefällt,bzw. was nicht so gut ist. thx



    Re: Engelstränen

    mari - 07.10.2009, 17:41


    ist echt gut mein kompliment=)
    das mit den Gefühlen, also das mit "besser als jede Droge" das fand ich toll



    Re: Engelstränen

    Lala - 08.10.2009, 16:11


    jep-mir gefällt es au :) besonders so auf den Dächern renn...*träum*



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 08.10.2009, 19:07


    und weiter gehts, und bitte schreibt weiterhin kommis
    thx für alle bisherigen kommis

    3. Kapitel
    Einen Moment lang hielt Angel inne. Er hatte „wir“ gesagt. Wen meinte er noch? Doch die Frage beantwortete sich von selbst als eine kleine kohlrabenschwarze Katze schnurrend aus der Hütte herauskam. Sie sah unheimlich süß aus und Angel verliebte sich sofort in das kleine Tierchen.
    „Darf ich vorstellen?“, Stefan deutete auf das Fellknäuel, das ihn mit großen Augen anschaute, „das ist Twix, meine Katze, ich hab sie auf der Straße gefunden. Twix, das ist Angel und jetzt schau nicht so, du bekommst gleich was zu fressen!“- „Deine Katze heißt Twix, wie der Schokoriegel?“ Angel war gleichzeitig erleichtert und überrascht, dass sie einen Ton hervorbrachte. „Ja, sie liebt die Dinger.“ Stefan lachte, hob Twix hoch und betrat die Hütte. Angel folgte ihm.
    In der Hütte war es warm, doch Angel konnte den Grund dafür nicht herausfinden. Sie blickte sich um. In der Ecke stand ein kleiner Tisch, vollgestapelt mit allem möglichen Zeug. Zettel, Stifte, Tesafilm, Chips, ein paar leere Bierflaschen und noch ein paar Dinge, die ein normaler Teenager halt so besaß. Unter dem Stuhl standen zwei Schälchen. Eines gefüllt mit Wasser und das andere wurde gerade mit Katzenfutter für Twix gefüllt. An der Wand stand ein Sofa, darauf lagen ein paar Decken und Kissen, Angel vermutete, dass Stefan hier nicht selten übernachtete. Daneben stand ein kleines Körbchen für Twix. Sonst befanden sich noch ein Schrank und mehrere Bücherregale in Stefans Geheimversteck. Im Schrank befanden sich anscheinend die Essensvorräte für Stefan und Twix. Die Möbel sahen nicht aus wie neu, also waren sie wahrscheinlich vom Wertstoffhof oder vom Sperrmüll. Das war keine Seltenheit, die Kids, die ihren Großteil der Zeit auf der Straße verbrachten, hatten meistens ganz gute Kontakte zu den Menschen, die an solchen Plätzen arbeiteten und dann sprang auch schon mal das eine oder andere Möbelstück dabei heraus.
    Angel ging zu den Bücherregalen, gespannt, was Stefan wohl für Bücher lesen würde. Die meisten davon, waren zu Themen wie Religion oder Ethik, was Angel verwunderte. Doch sie fand es nicht schlecht, sie hatte einfach nur zu wenig Ahnung davon. Und doch fiel ihr die Vorstellung schwer an einen Gott zu glauben, der all dies zuließ, was ihr und ihren Kumpels geschehen war.
    „Und, was ist, gefällt es dir?“, unbemerkt war Stefan hinter sie getreten. „Ja, es ist wunderschön“, Angel drehte sich um. Das meinte sie Ernst. „So etwas hätte ich auch gerne“, seufzte sie und setzte sich auf die Couch. „Du bist hier immer willkommen, du kannst kommen und gehen wann du willst.“ Erstaunt sah Angel Stefan an. „Ist das dein Ernst?“ Er wirkte nicht so als wollte er scherzen. Ernst blickte er sie an. „Ja, es ist mein Ernst, ich habe das Gefühl du brauchst so etwas genauso wie ich. Obwohl, es gibt eine Bedingung!“ Angel hatte es gewusst, so ein Angebot musste einen Haken haben. Jetzt wurde es bestimmt fies. „Und die wäre?“ misstrauisch sah Angel Stefan an. Dieser begann zu grinsen: „Twix muss dich mögen und du sie.“ Erleichtert atmete Angel auf, das war ja gar nicht so schlimm. In diesem Moment hatte Twix fertig gefressen. Sie kam aus der Ecke und sprang mitten auf Angels Schoß.
    „Damit wäre das dann auch geklärt“, murmelte Stefan und stand auf.



    Re: Engelstränen

    Lala - 08.10.2009, 19:29


    Cool :D *Kompliment*



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 09.10.2009, 20:54


    thx



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 14.10.2009, 20:12


    ok, es geht mal wieder weng weiter, find ich etzt aba net so toll, ich weiß auch net. Und bitte sagt mir wenn Widersprüche auftauchen. Ich bemüh mich zwar, dass sich nicht allzuviel widerspricht, aber wenn euch was auffällt bitte sagen. Und weiterhin kommis wie´s euch gefällt.
    Ok, jetzt der neue teil

    Angel blieb noch eine Weile sitzen und streichelte Twix. Das Kätzchen war einfach zu niedlich. Doch schließlich stand Angel auf und folgte Stefan, der hinaus aufs Dach gegangen war. Er stand dort, in der einen Hand eine Zigarette, rauchte und blickte auf die Stadt hinunter. Angel trat neben ihn.
    „Willste auch eine?“ Fragend sah Stefan sie an und hielt ihr die Zigarettenschachtel hin. Dankbar nahm sich Angel eine, zündete sie an und rauchte. Das Rauchen war das geringste ihrer Probleme. Es störte sie wenig, nur ab und zu bemerkte sie, dass ihre Lunge nicht mehr ganz so arbeitete wie früher einmal.
    „Es ist so wunderschön hier. So still, so friedlich!“, stellte Angel fest. Sie registrierte, dass es langsam dämmerte, doch das war ihr egal. Maria würde bestimmt auch einmal eine Weile ohne sie auskommen.
    Stefan sah sie an: „Irgendwie habe ich gedacht, dass du ganz anders drauf bist. Als ich dich das erste Mal gesehen habe, hab ich gedacht was du wohl schon wieder für eine Streberin bist. Irgendwann wurde mir dann klar, dass du es zu Hause wohl auch nicht ganz leicht hast. Dann fand ich dich ziemlich abgebrüht. Ich wusste, dass du auf der Straße einen großen Teil deiner Zeit verbringst mit lauter Leuten, die einfach richtig heavy draufwaren. Eine Zeit lang hab ich auch mit ein paar von ihnen abgehangen, doch irgendwann hab ich mir dann einen Platz gesucht, wo ich hinkann. Ein Ort, ganz alleine nur für mich.“ Angel musste lachen. Genau das Selbe hatte sie zuerst auch von Stefan gedacht. Irgendwie war es komisch, wie sich ihre Lebensgeschichten auf so überraschende Weise ähnelten.
    „ Ich weiß. Das hab ich mir auch schon oft gewünscht. Aber irgendwie brauch ich einfach Kumpels, ich brauch Trubel um mich herum, sonst dreh ich durch.“, das war eine Ansage, die sie zu keinem anderen Menschen gesagt hätte. Erstaunt über sich selbst hielt Angel inne.
    Stefan sah sie verständnisvoll an. Er fragte nicht. Das war es, was ihn für Angel so vertrauenswürdig machte. Er stellte keine Fragen. Er wusste, das sie alles irgendwann erzählen würde, das eine früher, das andere später.
    Schließlich fuhr sie fort: „Die Leute auf der Straße sind echt nett, wenn man dazugehört, wenn man…einer von ihnen ist. Keiner lebt grundlos auf der Straße, jeder hat seine Geschichte, das verbindet einfach.“
    Die Zigarette war schon längst zu Ende geraucht. Langsam war es auch richtig dunkel geworden. Und richtig kalt. Angel fröstelte.
    „ Ich geh dann wohl mal besser und du solltest auch gehen, ich glaube du brauchst jetzt einfach einmal ein warmes Zimmer.“, es war als könnte Stefan ihre Gedanken lesen. „Komm, ich bring dich heim.“
    Und schon waren sie wieder auf dem Weg zurück über die Dächer. Diesmal nahm Stefan eine Abkürzung. Angel beschloss, sich den Weg genau einzuprägen, was ihr keine großen Schwierigkeiten bereitete. Viel zu schnell standen sie vor der Haustür des verdreckten Mietshauses, in dem Angel wohnte. Darin befanden sich nur Sozialwohnungen für Penner, so wie Angels Adoptivvater. Trotzdem hatte Angel es geschafft, ein winzig kleines Zimmer zu ergattern, das sie sich meistens mit ihrer Schwester teilte, da diese sonst in einem Zimmer mit ihrem Vater schlafen müsste, wovor sie panische Angst hatte.
    Angel verabschiedete sich von Stefan mit einem kurzen Ciao und verschwand im Inneren des Gebäudes.



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 28.10.2009, 18:17


    ok, es geht mal wieder weiter, weiß zwar net obs noch jemand liest, aber wie gesagt, wenns jemand liest und euch was auffällt bitte kommis dalassn, danke....

    Sie ließ die Haustür hinter sich ins Schloss fallen und sank zu Boden. Einen kurzen Moment lang war sie froh, dass das Glasfenster in der Haustür verdreckt war und Stefan sie so auf keinen Fall sehen konnte. Nicht, dass ihr der Ausflug mit ihm keinen Spaß gemacht hatte, es war einfach nur, Angel konnte ihre Gefühle nicht mehr einordnen. So hatte sie noch nie empfunden. Es war komplett neu für sie und davor hatte sie Angst. Nur zu gut wusste sie, dass Liebe letztendlich immer mit Schmerz und Trauer endete. Und dennoch keimte in ihr ein wenig Hoffnung auf, nicht viel, nur ein ganz kleines bisschen. Konnte es denn sein, dass sie auch einmal Glück hatte?
    Verwirrt stand Angel auf. So schön war es hier schließlich doch nicht um stundenlang herumzulungern und sich den Kopf zu zerbrechen. Was sollte Angel nun tun? Sie überlegte, ob sie nach oben in die Wohnung gehen sollte und nachsehen ob Maria oder Gerhard da waren. Doch eigentlich waren das Letzte, das sie jetzt brauchen konnte, Schläge von ihrem Stiefvater. Außerdem war sie sich ziemlich sicher, dass dieser durchdrehen würde, wenn er den geschienten Arm sah.
    Natürlich konnte sie auch zurück zum Bahnhof oder in den Park, wo sich ihre Leute gerne aufhielten. Allerdings hatte sie die Schießerei heute Mittag noch nicht vergessen und wenn die Dealer dort waren, kam es immer wieder zu kleineren Zwischenfällen, die Angel an Tagen wie heute den letzten Nerv raubten. Andererseits war es eine günstige Gelegenheit um an gewisse Mittelchen zu kommen. Doch eigentlich reichte Angel im Moment der Stoff, den sie noch hatte, wenn sie sich Nachschub holte war die Chance abhängig zu werden einfach gleich wieder größer. Nicht, dass sie so vernünftig war und an ihre Gesundheit dachte, nein, die war ihr bei der Sache egal. Aber Abhängigkeit kostete und das wusste Angel nur allzu gut.
    Alle Mädels die abhängig waren, mussten wohl oder übel letztendlich anschaffen gehen. Und dass war das Allerletzte, das Angel im Moment wollte.
    Angel schreckte aus ihren Gedanken auf, als Luise und Marc die Treppe nach unten torkelten. Die zwei waren eigentlich voll in Ordnung, sie wohnten in der Wohnung ein Stockwerk unter Angel. Doch in betrunkenem Zustand war mit ihnen nicht zu spaßen. Also beschloss Angel notgedrungen die Treppe nach oben, an den beiden vorbei zu nehmen, statt womöglich von ihnen verfolgt zu werden.
    Womit sich die Entscheidung erübrigte, ob sie in ihre Wohnung oder zurück auf die Straße gehen sollte.
    Oben angekommen zog Angel den Schlüssel aus der Jackentasche und schloss auf. Leise schlich sie in die Wohnung, nichts war zu hören. Anscheinend hatte sie Glück, Gerhard schlief entweder noch oder er war schon gegangen. Ein Blick in die Küche zeigte ihr, dass Zweiteres der Fall war. Seufzend ging Angel weiter in ihr Zimmer in der Hoffnung, Maria dort vorzufinden. Aber ihre kleine Schwester war nicht da und auch keine Nachricht von ihr.
    Es war bei weitem nicht das erste Mal, dass die kleine Ratte sich mehrere Tage nicht daheim blicken ließ. Angel machte sich jedes Mal Sorgen, doch das würde sie nie zugeben.
    Deshalb setzte sie sich locker vor den Computer, holte ein paar Bierflachen aus dem Versteck im Badezimmer und ging online.

    hoff euch gefällts xDDD



    Re: Engelstränen

    Lala - 29.10.2009, 15:52


    MIR gefällt es!!! :D Echt voll schön!! Also deine schreibweise und die geschichte...



    Re: Engelstränen

    Grinsekatze - 29.10.2009, 18:30


    find die geschichte auch ganz gut - nur manches kommt mir ein bisschen unrealistisch vor ;) also so sachen wie "er hatte ihr MAL WIEDER den arm gebrochen" und sie kriegt das ganz locker auf die reihe oder dass sie erst von stefan getragen wird, weil sie kaum laufen kann und dann mit ihm über die dächer hüpft :)
    aber ist eigentlich nicht schlimm, sonst find ich die geschichte nämlich gut - vom schreibstil wie vom inhalt!



    Re: Engelstränen

    mari - 30.10.2009, 16:39


    klar ließt noch jemand deine Geschichte!!!!
    Sie ist dich schön=)



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 31.10.2009, 16:07


    danke leute,
    vor allem dir Grinsekatze, is mir selber noch gar nich sooo aufgefalln, aba etzt wo du´s sagst, is vllt manchmal weng krass und widersprüchlich, ich schau mal ob ichs weng ändern kann xDDDD
    danke, danke, danke, danke....



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 03.11.2009, 23:58


    ok es geht weiter, bitte weiterhin kommis schreiben, freu mich über alle rückmeldungen :lol: :lol:

    hier der neue teil:
    4.Kapitel

    Am nächsten Tag wachte Angel zu spät auf um noch in die Schule gehen zu können. Doch die Schule war im Moment auch das letzte ihrer Probleme. Ihrem Kopfschmerz nach zu urteilen musste sie gestern wohl noch ziemlich viel getrunken haben. Ein Blick auf den Schreibtisch bestätigte ihre Vermutung.
    Angel wurde wütend auf sich selbst. Warum tat sie das eigentlich * noch mal? Warum musste sie sich jeden Tag wieder zumüllen mit allem möglichen Scheiß?
    Warum konnte sie nicht einfach sagen: Stopp! Bis hierhin und nicht weiter!
    Gleichzeitig wusste sie, dass Warum-Fragen ihr nicht das geringste bisschen helfen konnten. Viel zu oft hatte sie auf solche Fragen schon keine Antworten gefunden.
    Nachdem sie die Bierflaschen vom Vortag unters Bett gerollt hatte, schlich sie leise durch die Wohnung um zu sehen ob sie alleine war. Doch leider wurde sie enttäuscht. Auf dem Sofa lag Gerhard und schnarchte laut. Von Maria fand Angel keine Spur.
    Nachdem sie keine Lust hatte zu warten bis ihr Adoptivvater aufwachte, nahm sie ihre Jacke und schlich sich aus der Wohnung. Vor der Haustür überlegte sie einen Moment wohin sie jetzt gehen sollte. Ein blick auf die Kirchturmuhr sagte ihr, dass jetzt Pause sein müsste. Deshalb machte sie sich auf den Weg zur Schule um sich unter Marias Freundinnen umzuhören, ob die wohl was von ihrer Schwester gehört, bzw. sogar gesehen hatten.
    An der Schule angekommen stellte sie sich im Schutze des Gebüschs an den Rande des Pausenhofs. Sie wusste wo Maria sich normalerweise mit ihren Freundinnen in der Pause aufhielt. Da kam auch schon Caro, eine von Marias besten Freundinnen mit der sich auch Angel glücklicherweise recht gut verstand.
    Sie brauchte nur einmal leise nach dieser zu rufen, als diese Angel auch schon entdeckt hatte und zu ihr kam. „Hey Angel was gibt’s?“ - „Hey Caro, weißt du was von Maria, wann war sie das letzte Mal in der Schule?“ Einen Moment lang schien Caro zu überlegen.
    Angel ließ ihre Augen über den Pausenhof gleiten, konnte ihn jedoch nicht finden, was sie nicht sonderlich verwunderte, denn auch Stefan hatte mehr Fehltage als erlaubt, genau wie sie.
    „Äh, ich glaub das letzte Mal hab ich sie am Montag gesehen, seitdem war sie nicht mehr da, sorry. Und ich hab auch keine Ahnung wo sie sein könnte. Sie ist wohl wieder verschwunden?“ Angel nickte nur kurz und verschwand dann wieder im Gebüsch. Caros aussage hatte sie schockiert. Nicht, dass sie mit etwas anderem gerechnet hätte, aber die Wahrheit war immer härter wenn man es 100prozentig wusste.
    Heute war Freitag, seit gestern früh war Maria nun nicht mehr zu Hause gewesen. Angel befürchtete nicht, dass ihrer Schwester etwas passieren könnte. Sie hatte einfach Angst, dass es auch sie auf die Straße zog. Ihre Befürchtungen schienen sich nur leider immer mehr zu bestätigen: Maria ging immer seltener in die Schule und blieb auch immer häufiger mal für eine Woche weg. Und auch Erfahrungen mit Alkohol und vermutlich auch Drogen hatte die Kleine zur Genüge gemacht.
    Angel lief los zum Hauptbahnhof einerseits um sich mit ihren Kumpels auszutauschen und irgendetwas zu tun, andererseits aber auch um sich umzuhören ob jemand was von Maria wusste.



    Re: Engelstränen

    Lala - 10.11.2009, 17:49


    spannend!!Ich war richtig enttäuscht als der teil schon wieder durchgelesen war :wink:



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 10.11.2009, 19:24


    danke, danke. Hab auch mal wieder hier wieder weng weitergeschrieben.... :lol: :lol:

    hier der nächste teil:
    Über verschiedene Schleichwege und Abkürzungen schaffte Angel den Weg locker in 10 Minuten, normalerweise brauchte man ein bisschen mehr als eine halbe Stunde. Da hatten die Straßenkids entscheidende Vorteile gegenüber der Normalbevölkeung.
    Doch wenn man einen von ihnen fragen würde, ob sie ein normales Leben oder ein Leben, wie sie es führten lieber hätten, würden sich wohl die meisten für ein stinknormales Leben entscheiden. Angel gehörte dazu. Wie oft hatte sie sich schon gewünscht, einfach zu leben wie jeder andere auch. Zu Hause sein, wann man wollte, ohne ständig Angst zu haben; das musste herrlich sein.
    Deshalb verstand sie auch manche ihrer Freunde nicht, die vor ein paar Monaten einfach abgehauen waren, weil es ihnen zu Hause nicht mehr gefiel. Wie blöd musste man sein, um so etwas zu tun? Mit diesem Schritt verbaute man sich alles.
    Doch das war jetzt nicht wichtig. Um diese Zeit war Hochbetrieb am Hauptbahnhof. Nicht bei den Zügen, nur unten bei den Schließfächern. Dann waren nicht nur die üblichen Leute dort, sondern auch häufig noch ein paar Schulschwänzer.
    Doch heute war kaum etwas los. Vielleicht 15Mann waren da, einen Großteil davon kannte Angel. Und sie ahnte, dass es wohl mit der ausgearteten Schlägerei gestern zu tun haben musste, dass heute keiner da war.
    Als Angel ankam, kamen ein paar ihrer besten Kumpels gleich zu ihr um sie zu begrüßen und ihr Alk anzubieten. Dankbar nahm sie an. Erst später fiel ihr wieder ein, dass sie ja eigentlich hatte aufhören wollen. Sie ließ sich von ihren Kumpels schildern, was gestern geschehen war, nachdem sie abgehauen war.
    Es musste ziemlich heftig gewesen sein. Ein Großteil der Leute hatte wohl versucht abzuhauen, einige wurden von der Polizei erwischt und mitgenommen. Darunter waren auch 2Mädels, mit denen sich Angel echt gut verstanden hatte. Die meisten würden hoffentlich demnächst wieder freigelassen werden, doch einige würden sich wohl aufgrund gewisser Vorstrafen nie wieder blicken lassen und in den Knast wandern.
    Geschockt blickte sie ihre Kumpels an, die noch verblieben waren und nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche, die immer mal die Runde machte.
    Doch die wichtigste Frage war noch nicht geklärt: „Wer hat geschossen?“, Angel musste es einfach wissen. Und als sie die Antwort hörte, war sie mehr als geschockt. Es war Efkan gewesen. Niemand hätte ihm das zugetraut. Eigentlich war er ein sehr liebenswürdiger und friedlicher Typ gewesen. Leider war er nur ständig pleite und zusätzlich auf Heroin.
    Jetzt erst erinnerte sich Angel daran, warum sie eigentlich hergekommen war. Sie wollte sich nach Maria erkundigen. Doch irgendwie hatte sie gerade ein ziemlich ungutes Gefühl, wenn sie an ihre Schwester dachte.

    naja, bin gespannt was ihr davon haltet, ich weiß nich so wirklich.... :(



    Re: Engelstränen

    Lala - 10.11.2009, 19:28


    heftig!!! Ich will wissen was mit maria is!!!*aufstampf* :wink: :wink:



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 10.11.2009, 19:29


    huch, warst du etzt schnell, ahbs doch grad erst rein......
    tja, ich schreib demnächst weiter vllt erfährst du ja dann was mit maria is xDDDD
    aba ich nehm des etzt mal als kompliment xDDD danke :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 15.11.2009, 16:57


    ok, hab grad weitergeschrieben, was komplett anderes als ich eigentlich wollte, aher ich fand des gar net mal soo schlecht xDD
    Naja, könnt ja mal sagen wie ihrs findet xDD.

    Trotzdem beschloss sie schließlich sich an einen ihrer besten Kumpels zu wenden, an Andy. Ihn kannte sie schon seit sie fünf Jahre alt war. Er war ein Jahr älter als Angel und offiziell lebte er immer noch in dem Heim, in dem auch Angel aufgewachsen war. Doch dort war er so gut wie nie, im Sommer pennte er am Bahnhof oder im Park, im Winter suchte er Unterschlupf bei Kumpels, die noch ein zuhause hatten, ab und zu eben auch bei Angel.
    Nachdem sie sich endlich überwunden hatte, stellte Angel ihm dann die für sie so wichtige Frage: „Sag mal Andy, du kennst doch Maria, meine Schwester, oder? Hast du sie zufällig in den letzten Tagen irgendwo gesehen? Oder weißt du vielleicht, wo sie sein könnte?“
    Andy schaute sie an und überlegte. „Hey Angel, etzt laber mal nik imma sou hochgestochn. Hast wohl vergessn wo de bist? Nee, aba wou dei sis is hab ik a ka ahnung. Oda wart mal, neulikst hab ich se glaub ik mal bei den annern gsehn, du weißt scho.“
    Angel musste schmunzeln als sie seinen Dialekt hörte. Es war eine lustige Mischung aus allem. Was jetzt am meisten wusste sie nicht so genau. Andy hatte seine eigentliche Herkunft immer verschwiegen.
    Doch schon im nächsten Moment verging ihr das Grinsen. Bei den anderen hatte Andy gesagt. Das bestätigte Angels schlimmste Vermutung. Die Anderen kannte sie nur allzu gut. Und dort hatte Maria ihrer Meinung nach überhaupt nichts zu suchen.
    Angel wusste nicht, was sie tun sollte. Sich die Höhle des Löwens wagen? Sie war sich nicht sicher, ob sie das konnte. Zu viele üble Erinnerungen kamen in ihr hoch, wenn sie an ihre ehemaligen Freunde dachte. Doch sie konnte auf keinen Fall Maria mit denen alleine lassen. Sonst würde mit ihrer Schwester das Gleiche passieren, wie mit ihr damals.
    Andy blickte sie besorgt an. Er war der einzige, der darüber bescheid wusste. Er wusste, was diese Leute ihr angetan hatten. Und er sah die Angst in ihren Augen. „Angel,... du…du musst det nik tun, dei sis, sie….ihr…“, er wusste nicht, was er sagen sollte. Angel schaute ihn einfach nur an, einen Moment lang, sie wusste, dass er sie verstand. Dann stand sie auf und ging davon.



    Re: Engelstränen

    mari - 16.11.2009, 18:00


    ui spannend!!!
    Was ist den damals passiert und wer sind die anderen???



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 17.11.2009, 16:30


    tja, so sicher weiß ich das ehrlich gesagt selber nonich, also so grob weiß ichs zwar schon aba ich muss die idee noch weng ausfeilen xDD



    Re: Engelstränen

    Lala - 17.11.2009, 17:34


    ich bin wieder gespannt :) :respekt:



    Re: Engelstränen

    berry_milkshake - 17.11.2009, 20:28


    ja ich auch :D



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 18.11.2009, 00:24


    hey, hab grad weitergeschrieben, den neuen teil find ich sogar mal ganz gut, mal schaun was ihr davon haltet, auch wenn keine eurer Fragen beantwortet werden xDDD:

    Angel war sich immer noch nicht sicher was sie tun sollte. Schon allein bei dem Gedanken, zu den Anderen zu gehen wurde ihr kotzübel und die panische Angst kam wieder hoch. Sie hatte so gehofft dieses dunkle Kapitel ihres Lebens, vielleicht sogar das dunkelste von allen, zu vergessen und ihm nie wieder Bedeutung zukommen zu lassen.
    Und jetzt das. Maria, ihre kleine -eigentlich ja Adoptiv-Schwester, war auf die selben billigen Tricks hereingefallen. Angel war wütend, auf sich selbst, dass sie Maria nicht gewarnt hatte, auf Maria, die genauso blöd war wie ihre große Schwester, auf Andy, dass er sie einfach im Stich ließ und auf die ganze Welt, dass so eine Scheiße immer nur ihr passierte und nichts so funktionierte, wie sie gerne wollte.
    Auf einmal blieb Angel vor einem Haus stehen. Verwundert blickte sie sich um. Vor lauter Wut hatte sie gar nicht geschaut, wo sie hingelaufen war. Überrascht stellte sie fest, dass sie genau vor dem Haus stand, von dem aus sie den Weg zu Stefans Geheimversteck wusste. Angel überlegte nicht lange. Sie schlich sich durch den Garten bis zur Hintertür. Ins Haus zu gelangen war auch für sie eine Kleinigkeit, das Schloss war alt und mal wieder diente der Draht in der Hosentasche seinem Zweck. Angel rannte die Treppen nach oben, in der Hoffnung, auf den Dächern wieder die quälenden Gedanken für eine Weile loszuwerden.
    Auch wenn sie genau wusste, dass sie damit ihre Schwester elendig im Stich ließ konnte Angel nicht anders, sie kletterte durch das Fenster hinaus aufs Dach und ließ sich die Gedanken vom Wind wegblasen.
    Angel rannte über die Dächer und wieder durchströmte sie dieses Glücksgefühl, doch dieses mal wirkte es fast schon fehl am Platz. Viel zu schnell war sie bei Stefans Hütte angekommen. Außer Atem klopfte das Mädchen an die Tür. Von drinnen war nichts zu hören, lediglich ein kurzes „Mau“ von Twix, das Angel als „Herein!“ deutete.
    Zaghaft öffnete sie die Tür und betrat den überraschenderweise immer noch warmen Verschlag. Stefan war nicht da, nur Twix schaute Angel erwartungsvoll an, vermutlich um Futter bittend. Da Angel jedoch nicht sicher war, ob Stefan es gut finden würde, wenn sie in seinen Sachen rumkramte, setzte sie sich aufs Sofa, nahm das Kätzchen auf den Schoß und streichelte es.
    Twix zappelte weder herum, noch gab sie irgendeinen Laut von sich. Die Katze schien wohl zu verstehen, dass Angel gerade ein ziemliches Problem hatte und im Moment einfach etwas benötigte, was sie tun konnte und ihr das Gefühl gab, dass das Leben noch Sinn hatte.
    Dennoch konnte wurde Angel immer mehr von der Angst um ihre Schwester und ihren trüben Gedanken eingeholt, doch noch immer hatte sie keine Lösung gefunden und so blieb sie einfach sitzen, starrte vor sich hin und streichelte Twix.
    Plötzlich fiel ihr Blick auf die Bücher im Regal. Regelrecht magisch angezogen streckte sie die Hand aus und zog ein beliebiges Buch heraus. Es war die Bibel. In diesem Moment hatte Angel eine Idee. Wenn es wirklich so etwas wie einen Gott geben sollte, dann lag es jetzt an ihm, eine Lösung für ihr Problem zu finden.
    Wie ein kleines Kind faltete die große, sonst so starke Angel jetzt die Hände und begann zu beten:
    „Hey Gott, ich hab keine Ahnung wie man mit dir redet und es war mir bis jetzt auch immer scheißegal, aber jetzt hab ich eine Bitte: Wenn es dich wirklich gibt, dann helf meiner Schwester! Du musst nichts für mich tun, aber tu es für Maria, sie hat das nicht verdient. Wenn du so ein gerechter Gott bist, dann sorg doch verdam** noch mal wenigstens dieses eine Mal für Gerechtigkeit.“
    Den letzten Satz hatte Angel fast geschrien. Jetzt würde sich ja zeigen, ob es so einen Gott überhaupt gab und wenn ja, dann hatte sie noch einige Fragen an ihn. Fragen, auf die ihr niemand bis jetzt eine Antwort geben konnte.



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 20.11.2009, 21:46


    und nochmal gehts weiter xDDD
    viel spaß beim lesen:

    „Oh, hi Ang…“, mitten im Satz hielt Stefan inne und sah Angel an. Diese saß immer noch auf dem Sofa, die Bibel lag neben ihr. Stefan setzte sich neben sie und wischte ihre Tränen weg. Überrascht blickte Angel auf. Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sie begonnen hatte zu weinen. Doch bei Stefan war es ihr egal. Er hatte sie inzwischen schon in so vielen Ausnahmesituationen erlebt und nie etwas gesagt.
    Doch dieses Mal schien er zu merken, dass Angel seine Hilfe brauchte. Denn jetzt begann er zaghaft Fragen zu stellen: „Angel, was ist denn passiert?“ mit sorgenvollen Augen schaute er sie an. Angel hielt inne. Schon lange hatte sich niemand mehr auf diese Weise für sie interessiert. Konnte es sein, dass eine solch menschliche Reaktion sie überraschte?
    Doch trotzdem war sie froh reden zu können, zumal sie wusste, dass Stefan sich mit dem zufrieden geben würde was er hörte und nicht ewig nachbohren würde. Sie vertraute ihm. Nie hätte sie geglaubt, dass überhaupt jemals wieder auf solche Art und Weise zu können. Und doch war es passiert.
    „Es ist…es war…also es geht um“, sie hatte keine Ahnung wo sie anfangen sollte. Hilflos blickte sie Stefan an, doch der nickte ihr nur zu und sah sie an. Also redete Angel einfach darauf los: „Naja, also, Maria…“, fragend schaute sie ihn an. „Deine Schwester?“, riet Stefan und Angel nickte. „Sie ist jetzt in der fünften Klasse und langsam…langsam tritt sie in meine Fußstapfen. Immer öfter kommt sie tagelang nicht mehr nach Hause, sie geht kaum noch in die Schule, sie hat schon viel mehr Alk getrunken, als ein Mädchen in diesem Alter sollte und…ich habe das Gefühl sie eifert mir nach und das war das Dümmste, was sie tun konnte glaub mir.“ Angel machte eine Pause und schüttelte sorgenvoll den kopf. Stefan sah sie weiterhin verständnisvoll an.
    Jetzt ging es ans Eingemachte. Angel fasste ihren ganzen Mut zusammen und erzählte weiter: „Also, seit gestern früh habe ich sie nicht mehr gesehen. Das kommt ja eigentlich häufiger vor, aber dieses Mal hatte ich ein ziemlich ungutes Gefühl. Ich bin zur Schule, doch da hat sie sich seit Montag nicht mehr blicken lassen und dann bin ich zum Bahnhof.“
    Angel holte tief Luft. Wie sollte sie den nächsten Teil der Geschichte bloß erklären? Sie ließ es drauf ankommen und begann: „Naja, und da hab ich Andy gefragt, einen echt guten Kumpel von mir, wir kennen uns schon…also noch aus meiner Zeit im Heim.“ Wieder musste sie schlucken. Wusste Stefan überhaupt davon?
    Ängstlich sah sie ihn an, doch auf seinem Gesicht war keine Regung zu erkennen. Also fuhr sie fort: „Er…er hat gesagt er hat Maria gesehen, vor kurzem erst. Sie war…sie war…bei den Anderen.“ Das letzte Wort war nur noch ein Flüstern. Wieder liefen Angel die Tränen über die Wangen. Stefan sagte nichts. Er nahm sie einfach nur in den Arm und wischte ihre Tränen ab. So saßen die beiden eine Weile auf dem Sofa.
    Dann stellte Stefan, leise aber bestimmt, noch eine weitere Frage, die Frage, vor der sich Angel so sehr gefürchtet hatte: „Du hast gesagt die Anderen. Angel, wenn ich dir helfen soll, dann musst du mir sagen, wer das ist. Ich stelle auch keine Fragen, versprochen.“
    Angel schluckte. Und sie holte tief Luft. Dann atmete sie wieder aus. Und schluckte wieder. Nahm einen weiteren tiefen Atemzug. Atmete aus, langsam. Dann begann sie wenigstens das Wichtigste zu erklären, was ihr jedoch sichtlich schwer fiel: „Die Anderen, das ist eine Clique Jugendlicher. Überwiegend Jungs. Sie haben ihr Quartier unten bei der großen Zugbrücke. Keiner von denen wohnt wirklich auf der Straße. Sie tun nur so. Und sie tun alles, um neue Mitglieder zu gewinnen, um mehr zu werden als wir, die normalen Straßenkids sozusagen.“
    Bis jetzt war es relativ einfach. Der schwere Teil kam erst noch.
    Doch sie wusste, dass sie Stefan eine Erklärung schuldete. Und deshalb erzählte sie weiter: „Naja, als ich noch kleiner war...in etwa so alt wie Maria jetzt, vielleicht sogar noch ein wenig jünger, da…da hab ich auch zu denen gehört.“ Wieder begannen die Tränen zu fließen. Die Erinnerungen waren einfach noch zu lebendig. Als sie sich halbwegs wieder beruhigt hatte, fuhr sie fort: „Am Anfang war es richtig cool. Doch dann ist etwas richtig Übles passiert, schlimmer als alles, was ich bis dahin erlebt hatte.“ Angels Stimme brach. Das Mädchen begann hemmungslos zu weinen. Stefan hielt sie fest, er wusste, dass er jetzt nicht mehr für sie tun konnte.
    Doch er begann die Anderen zu hassen, für das, was sie diesem Mädchen angetan hatten, das sowieso schon so viele Schicksalsschläge erleiden musste. Was auch immer es gewesen sein mochte.



    Re: Engelstränen

    Lala - 23.11.2009, 19:09


    tolll!!schon wieder gänsehaut!Wie machst du das blos??Echt genial geschrieben!!



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 23.11.2009, 23:11


    danke :oops:
    ich weiß auch nicht, die Teile gingen wie von selber, hatte ich eigentlich gar nicht vor des zu schreiben, eigentlich sollte etwas komplett andres geschehen. doch dann hab ichs mir durchgelesen und gedacht: hey, is ja gar nich so schlecht, lässt sich bestimmt was draus machen xDDD



    Re: Engelstränen

    Ticktackgirl - 19.04.2010, 20:20


    auch hier hab ich scho weiter geschrieben, am laptop vo meine eltern, die ham nur ka i-net ghabt :-(

    des ende von dem kapitel:

    Irgendwann hatte sich Angel auch wieder halbwegs beruhigt. Sie zitterte zwar immer noch am ganzen Körper, doch die Tränen hatten aufgehört zu fließen. Und Stefan schaffte es erneut, sie mit seiner liebevollen, fürsorglichen Art zu überraschen.
    „Sollen wir zusammen hingehen? Und deine Schwester holen? Sie können dir nichts tun, wenn ich dabei bin, glaub mir.“
    Angel sah ihn an. Er schien zu wissen, von was er sprach. Doch in seinen Augen konnte sie erkennen, dass er nicht hundertprozentig von dem überzeugt war, was er sagte. Und dennoch taten ihr diese Worte gut. Außerdem mochte sie Menschen, die nicht so schwer durchschaubar waren, wie die meisten ihrer Freunde. Denn Straßenkids konnten auch mit den Augen lügen. Nur keine Gefühle zeigen, so lautete hier die Devise. Und das das bei Stefan ganz anders war überraschte Angel immer wieder.
    Schließlich nickte sie und stand auf. Sie hatte einen Entschluss gefasst. Stefan stand auch auf und gemeinsam verließen die beiden die kleine Hütte auf dem Dach. Twix sah ihnen wehmütig nach, als sie über die Dächer liefen, Angel woraus und gleich hinter ihr Stefan.

    und das nächste kapitel:

    Geschockt
    Als sie dem Lager der Anderen immer näher und näher kamen, wurde Angel immer nervöser. Irgendwann mussten sie den sozusagen sicheren Weg über die Dächer verlassen. Angel kletterte durch ein Dachfenster in ein Haus, von dem sie hoffte, dass es sich um ein Apartmenthaus handelte. Stefan kletterte ihr hinterher.
    Wieder an der frischen Luft, nur ein paar Stockwerke tiefer, atmete Angel ein letztes Mal tief durch, dann begann sie, sich zu verändern. Ihr Gesichtsausdruck wurde kalt, nicht die geringste Gefühlsregung ließ sich darin erkennen. Die Augen waren ausdruckslos. Sie richtete sich auf, zog die Schultern nach hinten und hielt den Kopf hoch, was ihr einen arroganten Eindruck verlieh.
    Stefan sah ihr interessiert zu, er hatte noch nie so eine Verwandlung gesehen. Er wusste zwar, wie sich die Straßenkids benahmen und wie sehr sie Gefühle verabscheuten, doch er hatte außer Angel noch keines außerhalb der Bahnhöfe und U-Bahn-Stationen gesehen.
    Als er sie nun so betrachtet, spürte er diese Kälte die von ihr ausging. Genau deshalb hatte er sich damals sein Versteck gesucht. Er hasste diese Gefühlskälte und die Leute auf der Straße konnte er nicht als Freunde betrachten, da er keine Ahnung hatte, wie sie fühlten oder dachten.
    Jetzt lief Angel entschlossenen Schrittes los. Stefan lief neben ihr und obwohl sie es nicht zeigte, wusste er, dass sie froh darüber war. Irgendwann standen sie vor der großen Eisenbahnbrücke unter der sich die Anderen aufhielten. Stefan hatte eine starke Vermutung, um wen es sich dabei handelte.
    Angel zeigte immer noch keine Gefühlsregung und lief geradewegs weiter, mitten ins Gebüsch unterhalb der Brücke. Stefan merkte, wie bekannt ihr der Weg hierher sein musste, da sie sofort die Stelle fand, an der die Büsche nicht so dicht standen.
    Sie ging hindurch und Stefan hinterher. Nach relativ kurzer Zeit standen sie vor einer einfachen Hütte, vielleicht ein ehemaliges Wasserhäuschen, groß genug, dass 50 Leute drin Platz finden konnten. Angel hatte Stefan keines Blickes gewürdigt, seit die beiden die Dächer verlassen hatten. Er vermutete, dass dies daran lag, wie sie sich verändert hatte.
    Jetzt drehte sie sich zu ihm um: „Versteck dich im Gebüsch und komm nur raus, wenn es nötig wird, ok?“ Ihre Stimme klang barsch und befehlshaberisch und trotzdem spürte Stefan den panischen Unterton. Jeodch nickte er und blieb dort stehen, wo er sich gerade befand. Angel trat aus den Büschen heraus. Weiter tat sie gar nichts. Anscheinend wusste sie, dass sie gesehen werden würde.
    Und tatsächlich, kurze Zeit später kam eine Gestalt aus dem Gebäude. Es war ein Junge, er war groß, braun gebrannt und hatte schwarze Haare. Seine Kleidung entsprach nicht der, die Straßenkids normalerweise trugen. Es handelte sich vielmehr um teure Mode. Stefan brauchte nicht lange hinsehen, um ihn zu erkennen. Es war Rollo, der Sohn von einem erfolgreichen Geschäftsmann, mit dem Stefans Vater eine Zeit lang befreundet gewesen war.
    Und dementsprechend wusste Stefan, dass er eine gewisse Macht auf diesen Typen ausüben konnte, da er seinen Vater kannte. Und jetzt konnte sich Stefan auch denken, um welche Clique es sich handelte. Ihm schauderte bei dem Gedanken, dass Angel diesen Typen im Moment ausgesetzt war. Doch trotzdem hielt er sich noch zurück.
    In diesem Moment begann Rollo zu sprechen. „Ach sieh nur Einer an. Die kleine Angel ist also auch noch am Leben? Was für ein Glück. Die andern werden sich freuen dich zu sehen, Jasper ganz besonders.“ Seine Stimme triefte nur so von Schleim und man merkte, wie sehr es ihm Spaß machte, Angel zu ärgern.
    Doch die ging darauf nicht ein. Sie stand einfach nur da und ließ keinen in ihre Gefühlswelt blicken. Stefan konnte nur vermuten, wie sie sich tief im innersten fühlte. So verzweifelt, wie sie vorhin gewesen war, musste sie gerade die reinste Tortur durchleiden. Er konnte sich vorstellen, wie alle Gefühle auf einmal hochkamen, so überwältigend, dass jeder andere Mensch zusammengebrochen wäre. Und Angel, dieses starke Mädchen schaffte es tatsächlich, diese Gefühle nicht mal annähernd zu zeigen. Irgendwie fand Stefan das beängstigend. Doch anscheinend war das die einzige Möglichkeit auf der Straße zu bestehen.
    Dann begann Angel zu sprechen, laut und bestimmt, ihre Stimme zitterte nicht das geringste bisschen. „Ich will Maria wieder!“ Nichts weiter. Rollo sah sie an. Ihre Stimme hatte ziemlich Furcht einflößend und entschlossen geklungen. Und jetzt fiel es besonders auf, dass es sich bei dieser Clique nicht um echte Straßenkids handelte. Denn in Rollos Geicht zeichnete sich eine Reaktion ab. Ein Fehler, der Angel und ihren Freunden nie unterlaufen wäre.
    Rollos Mundwinkel zuckte einen kurzen Augenblick lang. Dann rief er die Anderen heraus. „Hey, Leute, guckt mal wen wir hier haben!“ Und da kamen sie. In etwa 20 Mann, doch zur Stammclique gehörten Stefans Wissen nach nur fünf. Und genau diese fünf kamen jetzt auf Angel zu. „Was gibt´s denn Süße?“, Jaspers Stimme klang verlockend, doch auch darauf stieg Angel nicht ein. „Ich will Maria wieder!“. Die Selbe eiskalte Stimme wie vorhin. Jasper sah sie an. „Ach komm, Baby, sei hier mal nicht immer so abweisend. Geht das denn nicht auch ein bisschen netter zu deinen Freunden?“ Bei diesen Worten schlich er wie eine Katze um Angel herum, so nah, dass er sie dabei berührte.
    Stefan wusste, wie groß Angels Panik gerade sein musste. Und doch blieb sie einfach so stehen, ohne jede Regung. Das heißt, fast ohne. Denn jetzt erst fiel Stefan auf, dass sie die Hand zur Faust geballt hielt. Und wenn sie so viel „Schwäche“ zeigte, bedeutete das wirklich Alarmstufe rot. Deshalb beschloss Stefan nicht länger zu warten und jetzt einzugreifen. Mal sehen, wie viel er in seiner Zeit auf der Straße gelernt hatte. Auch er bemühte sich, die gerade, arrogante Körperhaltung einzunehmen und trat nun aus den Büschen hervor.
    „Oh nein, Jasper, ich glaube, das geht ganz und gar nicht.“ Überrascht drehte sich Jasper zu ihm um. Auch Angel sah ihn jetzt an, immer noch ohne jede Regung. Jasper verzog sein Gesicht: „Was willst du denn hier, Kießling? Ist das in etwa deine Freundin?“
    Seine Stimme war ein einziges Zischen und Stefan spürte den Hass, der darin lag. Doch noch hatte er sich relativ gut unter Kontrolle und so schaffte er es, weiterhin Herr seines Körpers zu bleiben. „Nimm deine Finger von ihr weg. Und rück ihre Schwester raus! Sonst…“
    Weiter sprach er nicht. Denn er wusste genau, dass Jasper ihn verstehen würde. Und dieser verstand ihn. Er erschrak sichtlich. Wieder ein Fehler, denn dadurch zeigte er, dass er sich angegriffen fühlte.
    Jetzt sprach Angel klar und deutlich ihre Forderung aus: „Ich. Will. Maria. Wieder. Und zwar sofort!“ Der drohende Unterton in ihrer Stimme ließ Stefan aufhören. Und auch Jasper schien langsam weich zu werden. Und deshalb setzte Stefan zum letzten Hieb an: „Du hast gehört, was sie gesagt hat. Du hast noch genau eine halbe Minute. Also…“
    Wieder brach er mitten im Satz ab. Und er hatte sein Ziel erreicht. Jasper gab seinen Leuten einen Wink, dass sie Maria holen sollten. Angel und Stefan hatten gewonnen.



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