Tiberas

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    Re: Tiberas

    Aresander - 16.02.2009, 21:39

    Tiberas
    Tiberas





    Prolog: Kritos Erbe


    8 Mondumlauf des 981 Zyklus



    Fernab der großen Städte Alagäsias mitten im dunklen Wald des Buckels marschierte Yaevinn, ein junger Jägerssohn durch die Nacht.
    Das Laub machte unter seinen geübten Schritten keinen Laut während er ging. Auch wenn es keinen Grund dafür gab.
    Er war gar nicht auf der Jagd, auch wenn der Kurzbogen auf seinem Rücken darauf schließen lies.
    Vielmehr mehr genoss er einfach die Stille und die Harmonie des Waldes.
    Das gleichmäßige hin und her der Blätter im Wind, der Gesang der Vögel.
    Dies alles zusammen ergab für ihn der Inbegriff von Ruhe und Ausgeglichenheit.
    Und er vermied es so gut er konnte diesen Frieden mit seinen Schritten zu stören.
    Er blieb stehen und sog den Geruch der Moose und Farne ein.
    Er hob den Blick und sah zwischen den Bäumen hindurch zur Wetterspitze, einem kleinen Hügel, der jedoch groß genug war um von dort aus bis zu den Städten blicken zu können.
    Die Städte... Yaevinn mochte diese Orte nicht.
    So schön die dort gebauten Häuser und gut gekleidet die Menschen auch waren. Sie waren Schauplatz von Verbrechen, Heuchelei und Betrug.
    Vor allem zu dieser Zeit waren die Straßen unsicher.
    Tumulte herrschten im Land. Die verschiedenen Völker stritten unter einander. Die Menschen waren unzufrieden über die von den Drachenmenschen und Elfen ausgeübte Herrschaft.
    Auch wenn es dafür seines Erachtens keinen Grund gab.
    Dem Volk ging es gut und lebte im verhältnismäßigem Wohlstand.
    Den Menschen gefiel anscheinend nur der Gedanke nicht, das sie von jemandem regiert wurden, der anders war als sie. Mit den Knurlan, den Zwergen war es genau so.
    Sie hatten sich nie in das Machtgefüge einpassen wollen. Aber sie waren loyal.
    Und noch etwas schien den Menschen zu wiederfallen.
    Die Shaikan, die zusammen mit dem Rat das Volk regierten waren unbekannter als er.
    Niemand außerhalb des Rates kannte ihre Namen, noch wusste jemand wie sie außsahen.
    Er selbst hatte noch nie einen solchen Shaikan gesehen und war auch relativ froh darüber.
    Er hasste sie zwar nicht, geheuer waren sie ihm aber trotzdem nicht.
    Der Gedanke einem Wesen gegenüber zu stehen, was einfach nach Belieben in seinem Kopf schauen konnte war ihm unheimlich.
    Das einzige was er wusste war, das sie den Drachen bis auf wenige Merkmale ähnlich sahen wenn sie es denn wollten.
    Drachen waren große geflügelte, feuerspeiende Echsen, die es in allem Größen und Farben gab.
    Einmal, hatte es einen Drachen in ihr Dorf verschlagen, als Yaevinn noch ganz klein war.
    Dieser Drache war von einem so hell blau leuchtendem Schuppenkleid bedeckt, das er selbst zu leuchten schien. Yaevinn konnte sich nur zu gut erinnern, wie er den Drachen beobachtet hatte.
    Er hatte einfach nur da Gelegen und hatte sich angelengentlich geputzt und ansonsten einfach geschlafen. Nur einmal, als Yaevinn ganz nah an ihn heran gegangen war um ihn genauer zu betrachten hatte der Drache ihn angesehen.
    Bis zu diesem Tage hatte Yaevinn immer geglaubt das Drachen eine Art Tier waren.
    Doch als er den Blick des Drachen gesehen hatte wusste er, das sich hinter den glatten Schuppen ein intelligentes Wesen und ein gewiefter Jäger versteckten.
    Doch damals hatte der Drache sofort wieder das Interesse an ihm verloren und war gegangen.
    Yaevinn schrak aus seinen Tagträumen und marschierte genauso leise wie vorher weiter.
    Über den Hang vor ihm schlängelte sich ein kaum sichtbarer Trampelpfad, der bis hoch zur Spitze führte. Yaevinn war diesen weg schon dutzende Male gegangen und kannte ihn beinahe so gut wie seine Hand. Als er ungefähr die Hälfte des Weges geschafft hatte, lies er den Blick über den Wald schweifen. Hier und dort machte er zwischen den Blättern einzelne Tiere aus die friedlich durch den Wald streiften. Eine Windböhe schlug Wellen in das Grüne Dach des Waldes unter ihm und trug die einzelnen Gerüche zu ihm herauf.
    Etwas langsamer setzte er seinen Weg fort bis er am Ziel war. Zufrieden stellte er seinen Tornister auf dem Boden ab und lies den Blick über das Land schweifen.
    Im Süden sah er Abastor, eine der größten Städte und gleichzeitiger Stützpunkt der Shaikan.
    Weiter im Osten lag der uralte Wald, den die Elfen ihre Heimat nannten.
    Und irgendwo im Westen, da wohin sein Auge nicht blicken konnte, lag das Meer.
    Yaevinn kannte es nur aus den Erzählungen des seltsamen Pärchens, das jedes Jahr das Dorf besuchte. Yaevinn mochte sie.
    Nicht nur wegen der tollen Geschichten die sie erzählten von den Kriegen gegen die Schatten und den Tyrannen, der einst dieses Land regierte, sondern auch wegen ihrer Art. Sie waren ihm garnicht einmal so unähnlich, fand er.
    Auch wenn sie beide wohl das genaue Gegenteil eines typischen Menschen waren, wie er es war.
    Beide hatten Rabenschwarze Haare und Augen in den seltsamsten Farben.
    Yaevinn glaubte das sie zum Teil Elfen waren. Diese Halbelfen, wie man sie nannte waren das Mittelstück zwischen Mensch und Elf, was ihren Namen auch so passend machte.
    Aber insgeheim munkelte man das die beiden in den Diensten des Herrscherhauses standen.
    Auch wenn er sich das nicht vorstellen konnte. Dafür waren die beiden zu auffällig in ihrem Verhalten. Außerdem wurde seine Theorie, dass die beiden Halbelfen waren durch den Umstand bestärkt, das sie seit fünf Jahren, nicht um einen Tag gealtert waren.
    Yaevinns Blick wanderte am Waldrand entlang bis ihm etwas seltsames auffiehl.
    Er kniff die Augenlider zusammen um erkennen zu können was es war.
    Von weitem betrachtet sah es aus wie ein normales Stück Stoff das sich im Geäst eines Baumes verfangen hatte. Aber, wie kam es hier her?
    Von hier bis zum nächsten Dorf waren es gut zwanzig Meilen in Richtung Talausgang.
    Und hier hinten gab es doch nichts, wohin man gehen konnte?! Irgendwann stand man unweigerlich vor den abschüssigen Felswänden des Buckels.
    Er nahm seinen Rucksack und marschierte wieder Bergab zum Waldrand wo er sich eine Antwort auf das Phänomen erhoffte.
    Es war schwieriger als der Aufstieg, da er dieses mal über den unebenen Abhang klettern musste.
    Hin und wieder begegnete er Kaninchen und anderen Tieren, die am Hang ihre Höhlen hatten und Baue hatten. Dann endlich war es geschafft und der vor ihm liegende Weg wurde flacher.
    Als er die ersten Bäume passiert hatte fiel ihm ein Geruch auf den er nicht so richtig deuten konnte, ihm aber nicht fremd war.
    Vorsichtig griff er nach dem braungelben Fetzen der im Zweig hing und nahm ihn in die Hand.
    Der Stoff war weich und der Farbton gleichmäßig.
    Anscheinend war dies das Handwerk der Elfenweber, da nur wenige Menschen es schafften die Stoffe so gut zu verarbeiten wie die Elfen.
    Doch dieses Stück übertraf sogar das Handwerk der Elfen bei weitem.
    Das Gewebe war überhaupt nicht zu sehen.
    Wüsste er nicht das es sich um Stoff handelte, was er zumindest hoffte, hätte er gesagt das es ein Stück gefärbte Haut war. Nicht einmal die Ränder waren verfasert.
    Er musterte den Stoff noch etwas genauer, dann kam er langsam wieder zu sich und sein Blick wanderte zu Boden.
    Mehrere Stiefel hatten hier das Laub zerwühlt und tiefe Abdrücke hinterlassen.
    Leise zog er sein Messer und folgte den Spuren bis er zu einer Stelle kam wo der gesamte Boden aufgewühlt war, als hätte jemand mehrere schnelle Drehungen gemacht. Die Rinde eines Baumes wies eine seltsame Kratzspur auf. Es sah aus als hätte jemand mit einem sehr scharfen Messer einfach gegen den Baum gehauen. Doch die Fasern im Stamm waren nicht zerdrückt, so wie es eigentlich hätte sein müssen.
    Ob es hier einen Kampf gegeben hatte, und einer der Kontrahenten den Baum gestreift hatte?
    Er schnupperte erneut, nahm dieses mal jedoch nichts außer dem vertrautem Geruch des Waldes wahr. Langsam nahm er wieder die Verfolgung der Spur auf und drang immer tiefer in den Wald ein. Hier und dort trennten sich die Spuren, dann waren sie auf einmal wieder zusammen.
    Nach einer viertel Stunde des Schleichens war Yaevinn versucht einfach die Sache auf sich beruhen zu lassen und um zudrehen, doch seine Neugier trieb ihn weiter voran.
    Der Wind drehte und bließ ihm nun von Vorne ins Gesicht.
    Yaevinn erstarrte, als er einen schweren metallenen Geruch in der Luft wahrnahm.
    Er blieb still stehen und lauschte in die Nacht.
    Doch er hörte nichts außer den Blättern die sich im Wind wiegten. Vorsichtig stellte er seinen Rucksack ab, damit dieser ihn nicht behinderte, sollte er angegriffen werden.
    Langsam schlich er vorwärts.
    Irgendwo vor ihm hörte er ein leises aber beständiges Tropfen, doch ansonsten war es still.
    Der Geruch von Blut lag immer noch schwer in der Luft.
    Yaevinn fuhr erschrocken zusammen als ihm etwas auf die Wange tropfte.
    Er fuhr sich mit der Hand über die Wange, konnte im Dunkeln aber nicht mehr erkennen.
    Langsam hob er den Blick.
    Mit einem Schrei machte er einen Satz zurück und stolperte.
    Über ihm hing ein an einem Aststumpf aufgespießter Körper hinab.
    Er fiel zu Boden und landete auf irgendetwas weichem.
    Hastig sah er hinter sich um zu sehen was es war, als er auch schon wieder aufsprang.
    Unter ihm lag der Körper einer Frau. Vorsichtig streckte er die Hand aus und stupste sie an der Schulter an. Nichts passierte.
    Ängstlich vor dem was er gleich sehen würde hob er den Blick und sah sich um.
    Er musste würgen als er sich des Leichenfeldes bewusst wurde in dem er saß.
    Fünf Leichen zählte er, manche bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.
    Leise sandte er ein Stoßgebet zum Himmel dass das was das angerichtet hatte nicht mehr in der Nähe war. Langsam drehte er sich um und ging wieder zu seinem Rucksack.
    Als er ihn gefunden hatte verließ er den Wald so schnell wie er konnte.
    Als er wieder auf dem Trampelpfad war rannte er so schnell er konnte zurück in Richtung des Palancar Tales. Immer wieder spukten ihm die Bilder des gesehenen durch den Kopf.
    Was mochte die Gruppe soweit fernab der Städte gewollt haben?
    Nach ungefähr einer Stunde entschied Yaevinn das es zu dunkel war um weiter ziehen. Der nun vor ihm liegende Teil des Weges war uneben und mit Erdlöchern übersäht. Wenn er sich hier den Fuß verstauchte oder gar brach war er verloren.
    Im fahlen Mondlicht sah er sich nach einer geeigneten Stelle für ein Nachtlager um und entdeckte eine kleine Baumgruppe etwas abseits des Weges. Er ging jedoch nicht direkt zu dem Versteck, sondern ging vorsichtig, mehrere Kurven und Haken schlagen über die Ebene um so eventuelle Verfolger abzuschütteln.
    Seufzend lies er seinen Rucksack zu Boden fallen der ein dumpfes Plumpsendes Geräusch von sich gab, als er auf den Boden aufkam.
    Müde lies er sich neben dem Rucksack nieder und sah noch einmal über die Schulter ob auch wirklich nirgends der Schein einer Fackel zu sehen war.
    Als er sich sicher was das er nicht verfolgt wurde, räumte er den Boden frei um sein Lager auf zu schlagen. Gerade als er sich hin kniete und nach dem Rucksack griff um die Decken heraus zu holen, hörte er ein schabendes Geräusch. Sofort fuhr seine Hand zu seinem Messer.
    Gehetzt sah er sich um, doch nirgends war etwas zu sehen.
    Vielleicht doch nur Zweige die aneinander rieben?
    Müde packte er seinen Rucksack und griff hinein und zuckte zusammen als er ein Erschrockenes Quieken hörte. Auch das noch, eine Ratte bei seinem Essen.
    Langsam nahm er die Kante des Rucksacks in die Hand und öffnete den Verschluss noch weiter um schnell rein greifen und den Nager packen zu können, damit er ihn nicht beißen konnte.
    Yaevinn spannte die Muskeln dann griff er hinein und packte zu.
    Er war gleich mehrfach überrascht.
    Was auch immer er da festhielt war keine Ratte. Die Haut des Tieres war vollkommen glatt und hatte kein Fell und es streubte sich garnicht. Langsam zog er seinen Arm aus dem Rucksack und hob das Tier ins faale Licht des Mondes.
    Er brauchte einen Moment bis er begriff was das da war was vor ihm in der Luft baumelte, dann setzte er den kleinen Drachen hastig ab.
    Der Winzling hockte vor ihm und sah neugierig zu ihm auf, während Yaevinns Gedanken sich überschlugen. Das der Drache bei ihm war konnte Ärger für ihn bedeuten.
    Wenn die Eltern des kleinen nach ihm suchten und ihn hier bei ihm fanden, könnten sie glauben das er ihr Junges gestohlen hatte. Aber ihn einfach hier sitzen lassen ging auch nicht.
    Wenn ihm etwas widerfuhr würde man ihm genauso die Schuld geben.
    Der Drache indes legte den Kopfs schräg und sah ihn weiter unverwandt an.
    Was soll ich nur tun? Dann hatte er eine Idee.
    Die Geschichtenerzähler. In einem halben Monat würden sie wieder bei ihnen im Dorf sein.
    Wenn jemand wusste was in einem solchen Fall zu tun war, dann die beiden.
    Sie hatten nach ihren Aussagen schon oft mit Drachen zu tun gehabt und wussten sicher eine Lösung für sein Problem.
    Yeavinn fuhr zusammen als er einen leichten Druck zwischen den Beinen spürte.
    Der Drache, dem das ganze anscheinend zu langweilig wurde, hatte sich einfach auf seinen gekreuzten Beinen niedergelassen und stieß ein kleines Rauchwölkchen aus.
    Im Mondlicht glommen die auf ihn gerichteten Augen wie Bernstein, wenn man ihn gegen das Licht hielt. Einen Moment starrten sie sich an, dann drückte der Drache den Kopf gegen seinen Bauch und fing lautstark an zu summen.
    Yaevinn konnte gar nicht anders als zu schmunzeln. Auch wenn er wusste das der Drache wahrscheinlich einen Haufen Ärger für ihn bedeutete, war es trotzdem ein seltsames Erlebnis.
    Solange er den Morgigen Tag überlebte konnte es gar nicht mehr schlimmer werden.
    Wenn er mit dem Drachen im Dorf war, konnte ihn niemand mehr verfolgen und die beiden Wanderer würden ihm sicherlich helfen.
    Wie du wohl heisst?, fragte sich Yaevinn leise, dann fuhr er dem Drachen vorsichtig mit dem Zeigefinger über den Rücken, was der Winzling mit einem zufriedenem Maunzen quittierte.



    Re: Tiberas

    Aron - 16.02.2009, 22:35


    So ares finde ich echt klasse das du nochmal was angefangen hast.

    Die Geschichte ließ sich flüssig und die Beschreibungen der Gegenden sowie der Details sind echt gut.
    Gleichzeitig lässt das bisherige darauf schließen das es ein Interessanter Geschichtenverlauf wird.
    Auch den Teil mit den Leichen hast du schön beschrieben, also das was Yaevinn denkt.

    Ich habe die geschichte jetzt noch nicht bewertet werde es aber beim nächsten Teil nachholen. Auch wenn meine entscheidung schon fast steht. Mach weiter so Ares. :)



    Re: Tiberas

    Aresander - 19.02.2009, 18:03


    Mmhh... hatte mir irwie mehr Erfolg erhofft, nja, mal sehen vllt kommt ja noch was



    Re: Tiberas

    Anonymous - 19.02.2009, 18:12


    Huhu^^

    habs jetzte auch gelesen und Ares... woah, mit abstand das beste was ich von dir bis jetzte gelesen habe ^^



    Re: Tiberas

    Aresander - 19.02.2009, 18:18


    Ja mal sehen... morgen kann ich endlich mal weiterschreiben ^^



    Re: Tiberas

    Kaya - 20.02.2009, 21:56


    So ich habs jetzt auch mal gelesen^^ Ich finde die Geschichte bis jetzt schon gut! Wie Aron schon gesagt hat es ist alles so gut beschrieben. Man kann es sich richtig gut vorstellen.
    Ich bin echt schon gesannt wie es mit Yaevinn und dem Drachen weitergeht :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 21.02.2009, 17:42


    Danke das ihr alle ne ritik bzw en Kommentar abgegeben habt, werde mich bemühen das Niveau aufrecht zu halten oder zu übertreffen ^^



    Re: Tiberas

    Anonymous - 21.02.2009, 19:13


    na das ist doch mal en Wort ^^



    Re: Tiberas

    Lee - 22.02.2009, 23:22


    ich finds nicht schlecht aber wenn ich ehrlich bin reißts mich auch nich vom hocker... vllt liegts einfach nur an dem Tag oder keine ahung
    ich werd auf jeden fall weiterlesen :yes: :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 22.02.2009, 23:55


    thx, ja will es diesmal etwas ausführlicher angehen und nicht so holterdipolter wie in den anderen büchern ^^



    Re: Tiberas

    Aresander - 23.02.2009, 20:44


    Boten der Dunkelheit

    8 Mondumlauf des 981 Zyklus


    Am nächsten Morgen wurde Yaevinn unsanft geweckt. Um ihn herum herrschte ein trübes Licht und seine Klamotten klebten nass an seinem Körper.
    Über ihm hörte er das Rascheln der Blätter im Regen der eingesetzt hatte.
    Mürrisch zog er sich hoch und erschrak als etwas in seinen Schoß plumpste.
    Verdattert sah er nach unten zu einem kleinen, weißen Drachen der ihn vorwurfsvoll ansah.
    Die Bernstein farbenen Augen sahen fragend zu ihm auf während der Schweif des Drachen hin und her zuckte. Geistesabwesend strich Yaevinn dem kleinen über den Kopf, welchen der Drache mit einem lauten Quieken zurück zog.
    Anscheinend will er wohl nicht angefasst werden, dachte Yaevinn mürrisch.
    Um ihn als Schlafplatz zu benutzen, war er ihm anscheinend gut genug, aber anfassen lassen wollte er sich wohl nicht. Yaevinn musterte den kleinen Drachen noch einmal, bis ihm ein brauner Streifen auf dessen Stirn auffiel. Er drehte seine Hand um und musterte die verdreckte Innenseite.

    Er rieb sich den Schmutz an der Hose ab und streckte die Hand ernet nach dem kleinen Drachen aus. Diesmal kam ihm der Zwerg sogar entgegen.
    Yaevinn musste schmunzeln. Anfassen lies er sich , nur nicht von dreckigen Händen.
    Das passte auch zu dem Verhalten des Drachens den Yaevinn im Dorf einst beobachtet hatte.
    Anscheinend waren Drachen sehr reinliche Tiere.
    Doch wie er ihn ansah bemerkte er das er nicht weiß war sondern von einem reinen hellen silbernem Farbton.
    Doch dann erinnerte er sich an das was die Geschichtenerzähler gesagt hatten, die Drachen unterstützten ihre Reiter mit ihrer Weisheit.
    Demnach konnte es sich, so unwahrscheinlich es in seinen Augen auch aussah kein Tier sein.
    Von der Größe des Drachens und dessen verspieltheit, konnte es sich nur um ein sehr junges Exemplar handeln.
    Seufzend griff Yaevinn dem Drachen kurzerhand unter den Bauch und hob ihn von sich herunter.
    Resignierend stellte er fest dass der Regen das Feuer gelöscht hatte.
    Im Stillen dankte seinem Vater der ihm jedesmal wenn er auf die Jagd oder Reisen ging ein kleines Fläschchen Öl mitgab. Er sammelte schnell ein paar dünne Äste zusammen und häufte sie auf, dann nahm er das Fläschen und schüttete etwas von dem Inhalt auf das dürre Holz. Schnell nahm er seine Zunderbüchse und schlug funken. Ein paar versuche später leckten die Flammen gierig nach dem Holz. Vorsichtig legte Yaevinn einen größeren Scheit nach während der kleine Drache die Flasche mit dem Öl musterte. Er schnupperte und stieß dann ein leises Fiepen aus.
    Statt sich die Flasche weiter anzusehen tapste er zu dem kleinen Feuer und kugelte sich keine zwei Hand breit vom Feuer entfernt zusammen.
    Zuerst wollte Yaevinn ihn weiter vom Feuer wegschieben, dann erinnerte er sich jedoch daran das diese Wesen selbst in der Lage waren, Feuer zu speien.
    Ob einem Drachen Feuer etwas ausmacht, fragte er sich.
    Doch er hatte keine Lust den kleinen bei einem Versuch zu verletzen.
    Lustlos kaute er auf dem Kanten alten Brotes herum, das sein Vater ihm mitgegeben hatte.
    Das war das Problem mit Brot. War es schon einen oder zwei Tage alt schmeckte es nicht mehr so gut, machte aber genauso satt wie frisches Brot. Yaevinn schmunzelte als er sich erinnerte wie er mit einer Gruppe Kindern beim Dorfbäcker ein Frisches Brot stibitzt hatten. Es hatte so gut geschmeckt das die vier den gesamten Leib innerhalb von wenigen Minuten aufgegessen hatten.
    Es war einfach so, bei frischem Brot konnte man nicht mehr aufhören zu essen.

    Entfernt nahm Yaevinn ein Grollen eines fernen Gewitters wahr. Das bedeutete das er seinen Unterschlupf verlassen musste.
    Wiederwillig packte er seine Sachen zusammen und trat das gerade erst entzündete Feuer wieder aus. Der Drache sah ihn fragend an, als er fertig war.
    Was nun, sollte Yaevinn ihn wirklich mitnehmen?
    Er überlegte einen Moment, dann machte er eine einladende Geste.
    Der schräg gelegte Kopf des Drachens richtete sich Augenblicklich wieder auf, dann stand er auf und kam langsam zu ihm.
    Yaevinn lächelte und bahnte sich mit dem Arm einen Weg durchs Geäst.

    Als er im freien Stand wanderte sein Blick über das sich im Wind stark neigende Gras.
    Die dunkle Wolkenfront war bereits näher als er gedacht hatte.
    Mit einem seufzen zog er sich die Kapuze seines Umhangs über den Kopf und sah noch einmal nach seinem kleinen Begleiter.
    Der kleine Stand immer noch an der selben Stelle, hatte ihm aber nun den Rücken zugewandt. Sein Blick schien sich auf den in der Ferne liegenden Wald zu heften. Die Schwanzspitze zuckte hin und her. Yaevinn wartete noch einen Moment. Wieder sah er zum Himmel hinauf.
    Das Gewitter war nun beinahe über ihnen.
    Wieder sah er zu dem Drachen, dann fragte er, „Kommst du“.
    Einen Moment langsam passierte nichts, dann langsam setzte der kleine sich in Bewegung.
    Als er wieder zu ihm kam hatte der kleine die Ohren angelegt.
    Yaevinn sah noch einmal in die Richtung in der kleine Gesehen hatte, konnte dort in der Ferne aber nur den Dunklen Waldrand ausmachen. Nun im schummrigen Licht des Unwetters wirkte der Wald unheimlich auf ihn. Bilder der vergangenen Nacht blitzten wieder in seinem Geist auf.
    Die Toten die überall auf der Lichtung verteil waren.
    Ob sie vielleicht von den Eltern des Drachens getötet wurden?
    Yaevinn wurde kalt. Was wenn sie ihn fanden? Was wenn sie dasselbe auch mit ihm machen würden? Er wurde mit einem Mal aus seinen Gedanken aufgeschreckt als ein Ohrenbetäbendes Donnern jedes andere Geräusch verschlang.
    „Na komm, gehen wir“, der Drache kam sofort das letzte bisschen Weg zu ihm und lief dann neben ihm her. Wie war das Unwetter so schnell gekommen?
    Yaevinn hatte zwar schon viele Unwetter gesehen doch dieses war vollkommen anders, anders als alles was er jemals zuvor gesehen hatte.
    Der Wind heulte über die verwahrloste Landschaft und verschluckte beinahe jedes Geräusch.
    Wieder sah Yaevinn zu seinen Füßen um nach dem Drachen zu sehen, doch er war nicht mehr da.
    Er drehte sich um und sah wie der kleine sich mühsam vorarbeitete. Den Kopf angezogen stemmte er sich mühsam gegen den Wind im Versuch zu ihm zu kommen.
    Yaevinn drehte um und ging zu dem Drachen der einfach stehen geblieben war und zu ihm aufsah.
    Yaevinn zögerte noch kurz, dann fasste er dem kleinen vorsichtig unter die Arme und hob ihn hoch.
    Das Drachenkind gab keinen Laut von sich und drückte sich als Yaevinn die Arme vor seinem Körper verschränkte an ihn.

    Yaevinns Beine fühlten sich taub an, völlig ausgelaugt von der gewaltigen Kraftanstrengung sich gegen den Wind vor zu arbeiten.
    Das Heulen um ihn herum war immer lauter geworden und ein paar Male hatte er geglaubt etwas in den Regenschleiern gesehen zu haben, aber immer wenn er wieder hinsah war dort nie etwas.
    Dumpf erinnerte er sich an die Geschichten die, die alten immer erzählten.
    Hier in den Bergen sollten unheimliche Mächte ihr Unwesen treiben.
    Eine ganze Armee war dieser unsichtbaren Macht zum Opfer gefallen, erzählte man.

    Du bist ein Narr, schimpfte er sich selber. Machst dir auch noch selber Angst, das sind doch alles Märchen.

    Entfernt meinte Yaevinn ein Heulen zu hören das nicht das des Windes war.
    Warscheinlich ein Wolf der sein Rudel verloren hatte, dachte er sich und ging weiter.
    Den Drachen schien das was um ihn herum passierte nicht weiter zu stören.
    Wie es aussah hatte der vorherige Gewaltmarsch den kleinen ziemlich erschöpft.
    Ob er wohl schlief? So friedlich wie er war. Er hatte sich nun bald seit einer Stunde nicht mehr gerührt. Langsam nahte der Abend und auch der Regen hatte zu Yaevinns Freude etwas nachgelassen. Der Wind jedoch bließ ihm weiter unvermindert entgegen und machte das Vorankommen schwerer als sonst. Irgendwo vor ihm musste der kleine Hain liegen der vor dem Taleingang des Palancar Tales lag. Wenn er ihn bis zum Abend erreichte würde er zumindest einen Windschutz für die Nacht haben.
    Dann einen weiteren Tagesmarsch entfernt lag Therinsford. Eine halbe Stunde später erreichte er die Mündung ins Tal und den dort liegenden Hain.
    Immer noch in die behaglichen Gedanken versunken trugen ihn seine Füße immer weiter auf den Wald zu.
    Das gemütliche Gasthaus, ein Feuer und warmes Essen..., Yaevinn schreckte aus seinen Gedanken hoch als der Zwerg ruckartig den Kopf hob und sich umsah.
    „Was ist denn mit dir los hast du“, das laute Heulen eines Wolfs schnitt ihm das Wort ab.
    Yaevinn hob den Blick und ihm wurde kalt. Er stand mitten im Hain, mitten in der Nacht ohne nennenswerte Waffen. Der Bogen war durchnässt vom Regen und würde schon beim ersten Schuss zersplittern. Und das Messer das er bei sich hatte war vielleicht zum Brot schneiden gut, um es mit einem ausgewachsenen Wolf auf zunehmen jedoch unbrauchbar.
    Der Drache stieß ein ängstliches Wimmern aus und kauerte sich zusammen.
    Panisch versuchte Yaevinn den kleinen ruhig zu halten doch der kleine wollte sich nicht beruhigen. Die kleinen Ohren drehten sich immer wieder, der Kopf huschte hin und her, dann mit einem Satz sprang er von seinem Arm und kletterte so schnell wie ein Eichhörnchen den nächsten Baum hinauf.
    Das war es. Yaevinn war schon dabei es ihm gleich zu tun, als er ein rythmisches Trappeln hörte das schnell näher kam, dann mit einem Mal endete und einen Kurzen Augenblick lang Stille herrschte.
    Dann krachte ihm etwas schwer in den Rücken und er fiel zu Boden. Er hörte wie vor ihm etwas über den Boden schabte und hob den Blick.
    Ein Wolf, groß und mit gefletschten Zähnen, stand die Beine zum Sprung gebeugt vor ihm und funkelte ihn an. Yaevinn merkte das es ein mageres Tier war. Wahrscheinlich war er Verletzt und so nicht in der Lage Beute wie Hirsche zu erlegen.
    Er neigte den Kopf nach vorne um seine Kehle zu verdecken, dann langsam stand er auf.
    Vorsichtig griff er nach dem in seinem Gürtel steckenden Dolch und zog ihn langsam.
    Der Wolf setzte sich langsam in Bewegung und begann ihn zu umkreisen.
    Wenn er jetzt einen falschen Schritt machte, war er tot, dessen war sich Yaevinn bewusst.
    Dann ohne Vorwarnung sprang der Wolf auf ihn zu und schnappte nach ihm.
    Yaevinn versuchte ihn mit dem Messer zu treffen schlug aber daneben.
    Eiskalter Schmerz fuhr durch sein Bein, im nächsten Moment verlor er den Halt und fiel.
    Der Wolf zerrte noch einmal an seinem Bein, dann ließ er ihn los und sprang auf ihn und versuchte nach seiner Kehle zu schnappen.
    Mit aller Kraft die Yaevinn noch hatte hielt er den Wolf zurück.
    Doch das Tier wand sich und drückte seine Arme langsam zurück.
    Immer näher kam das aufgerissene Maul seinem Hals.
    Immer wieder schnappte das Maul zu und gerade als Yaevinns Arme kurz davor waren den Dienst zu versagen fiel dem Wolf etwas von oben auf den Kopf.
    Yaevin erkannte für einen kurzen Augenblick den kleinen Drachen, dann sprang der Wolf mit einem lauten Jaulen von ihm und schüttelte sich wie wild.
    Der Drache hielt sich einen Moment auf dessen Kopf wo er sich hartnäckig verbissen hatte, dann schleuderte ihn eine ruckartige Bewegung des Tieres durch die Luft und er schlug auf den Boden auf. Wütend auf den Störenfried schnappte der Wolf nach dem Drachen, bekam ihn zu packen und schüttelte ihn ein paar Mal.
    Die Taktik um der Beute das Genick zu brechen. Doch im nächsten Moment lies er ihn lso und wandte sich wieder Yaevinn zu.
    Benommen richtete er sich auf und rutschte von dem ihm folgendem Tier fort, bis ihm etwas in den Rücken stach. Yaevinn rutschte hastig ein wenig zur Seite und dann weiter weg, als er in seinem Rücken einen festen breiten Stamm fühlte.
    Der Wolf nahm Anlauf und sprang. Panisch griff Yaevinn in die Luft nach irgendetwas mit dem er sich verteidigen konnte und bekam einen Ast zu fassen.
    Er riss ihn an sich, konnte ihn aber nicht abreißen. Ängstlich kniff Yaevinn die Augen zusammen.
    Im nächsten Moment krachte der Wolf in ihn hinein, ein Lautes Jaulen, dann drückte der schwere Körper des Wolfs ihn an den Baumstamm.
    Zitternd wartete er auf den finalen Biss, doch nichts passierte. Ängstlich öffnete Yaevinn die Augen und sah das der Wolf an ihn gelehnt vor ihm stand.
    Keine Regung außer einem an gelegentlichen Zucken ging durch den Körper. Yaevinn senkte den Blick um zu sehen was der Wolf tat als er sah das der Kopf des Tieres leblos nach unten hingen.
    Aus dem Maul des Tieres tropfte eine rote Flüssigkeit, die er anhand des Geruches eindeutig als Blut erkannte. Vorsichtig schubbste er das Tier, doch keine Regung folgte.
    Dann spürte er etwas hartes an seiner Seite und sah nach unten.
    Neben ihm ragte aus dem Stamm des Baumes ein Ast der sich schräg zwischen seinem Arm und seiner Brust hindurch in die Brust des Wolfs gebohrt hatte.
    Langsam schob Yaevinn den Wolf von sich fort, der dann als der Ast aus seinem Körper glitt einfach zu Boden fiel.
    Zittrig versuchte Yaevinn sich aufzurichten, hielt aber inne als sein Unterschenkel heftig pochte.
    Wieder sah er zu dem Wolf, um sicher zu sein das er wirklich tot war.
    Als er sich die Schnauze und die Stirn des Tieres ansah bemerkte er das sie komplett mit blutigen zerfurchten Wunden überseht war. Der Drache hatte ihm wohl ganz schön zugesetzt.
    Der Drache. Hastig suchte Yaevinn den Waldboden nach dem kleinen ab, konnte jedoch nichts sehen. Mit aller kraft hievte er sich auf die Beine und sah sich erneut um.
    Vorsichtig machte er einen Schritt um zu testen ob er schlimmere Schäden davon getragen hatte, doch der Schmerz war erträglich. Er hatte nur ungefähr gesehen wo der Wolf den Drachen hin geschleudert hatte und ging in die Richtung. Er beschleunigte sein Tempo als er im Dunkeln etwas helles aus zu machen glaubte. Ein leises klagendes Fiepen drang an sein Ohr.
    Dann endlich stand er über dem auf der Seite liegenden Drachen.
    Vorsichtig beugte er sich nach vorne und hätte beinahe das Gleichgewicht verloren, als er nach dem Frischling griff und ihn behutsam anhob.
    Doch kaum hatte er ihn angehoben begann der Drache um sich zu schlagen und sich in seinen Händen zu winden. Wieder und wieder spürte Yeavinn wie die Klauen des Drachen ihm die Haut auf rissen. „Ruhig, ganz ruhig“, wie auf Kommando hielt der Drache still und sah kurz zu ihm, dann ließ er den Kopf einfach hängen und rührte sich nicht mehr. Erschrocken hob Yaevinn ihn auf Augenhöhe und legte ein Ohr an die Flanke des Drachenkindes.
    Das Herz schlug immer noch.
    Vorsichtig bettete er den Drachen auf seinen Armen, dann ging er rasch los, bevor der Geruch von Blut weitere Tiere anzog.
    Schritt um Schritt schleppte er sich durch das Unterholz bis er endlich an die Straße nach Terinsford gelangte. Erschöpft sah er zum am Himmel dämmernden Morgengrauen und dann wieder zu dem Drachen in seinem Armen. Mit einem Schrecken viel ihm ein das er den kleinen noch gar nicht auf Verletzungen untersucht hatte.
    Der ihm zugewandte Bauch zeigte keinerlei Verletzungen. Vorsichtig drehte Yaevinn das Bündel herum und blieb entsetzt stehen. Über den Rücken verlief eine lange verschorfte Wunde, deren Ränder sich unnatürlich nach außen Bogen.
    Die Wunde war verdreckt und eiterte schon wie er anhand des Wundsekretes erkannte.
    Die Verletzung musste gereinigt werden wenn der Drache überleben sollte.
    Doch wie? Yaevinn hatte nur grobe Tücher dabei die dem kleinen nur noch mehr Schmerzen bereiten würden. Dann kam ihm die Idee. Vorsichtig hob er den Drachen wieder auf Augenhöhe und streckte die Zunge heraus. Dann berührte sie den Geschuppten Rücken und fuhr vorsichtig über die Wunde. Yaevinn stöhnte auf als er ein Brennen an seiner Zungenspitze wahrnahm.
    Sie brannte als hätte er sich verbrüht. Doch er biss die Zähne zusammen und versuchte den Schmerz zu ignorieren. Als er endlich fertig war, war seine Zunge taub und pochte Beinahe im Gleichtakt zu seinem Bein. Doch die Wunde des Frischlings war sauber und blutete nicht mehr.
    Vorsichtig drückte er den Frischling an sich und sah wieder zum Himmel der sich erneut ob des heran nahenden Unwetters verdunkelte. Müde machte er sich auf den Weg.

    Laut trommelte der Regen gegen seinen schweren Umhang während er sich weiter die Straße entlang quälte. Schwer lag der Kalte Körper des Drachens auf seinen Armen.
    Yaevinn wusste das es dem kleinen schlecht ging.
    Anfangs hatte der Drache noch gefiept und gewinselt als sie losgegangen waren. Doch nun gab er keinen Laut mehr von sich. Yaevinn war sich nicht einmal mehr sicher ob er nicht schon tot war.
    Wieder sah er zu dem kleinen Bündel, das Regungslos dalag.
    Als er den Blick wieder hob machte sein Herz einen gerade zu einen Sprung.
    Vor ihm konnte er eine Laterne sehen.
    „He, helft mir bitte“, er konnte nicht erkennen ob die Personen stehen geblieben waren oder ihn überhaupt gehört hatten.
    Alles um ihn herum verschwamm. „Helft uns, bitte“, er stolperte, drehte sich mit letzter Kraft im Fall noch auf die Seite und schlug dann auf dem weichen Matschigen Weg auf.
    Er sah nur noch wie das Licht verlosch. „Bitte, kommt zurück“.
    Dann wurde es dunkel um ihn herum.



    Re: Tiberas

    Anonymous - 23.02.2009, 21:17


    ok, die überschrift kapiere ich nicht, aber das kapitel ist echt knorke :)



    Re: Tiberas

    Kaya - 23.02.2009, 21:42


    Boa also ich muss sagen Ares das Kapitel ist echt hammer! :o:
    -die Länge ist einfach nur spitze
    -es ist super beschrieben
    -nicht langatmig aber trotzdem detailiert
    Kurz gesagt: *mehrlesenwill* und schreib weiter so! :yes:



    Re: Tiberas

    Aron - 23.02.2009, 22:02


    Jub stimme den beiden voll zu ares mach weiter so vorallem mit de länge :D

    weis etz net wa sich noch sagen soll bin mal echt sprachlos^^
    Naja die Details hast noch shcon hinbekommen, mal kucken was aus den beiden noch wird ;)

    WEITER



    Re: Tiberas

    Lee - 24.02.2009, 01:38


    *hechel* ... joa die Länge ist echt der Hammer... aber echt gut geschrieben und joa.. lässt sich gut lesen :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 24.02.2009, 22:12


    also nehme ich an gefällt es dir doch noch ^^

    _____________________________________________________


    Wächter

    8 Mondumlauf des 981 Zyklus


    Yaevinn wusste nicht wie lange er geschlafen hatte, nur das er sich grässlich fühlte.
    Es war bitterkalt und nass um ihn herum. Träge öffnete er die Augen und sah vor sich die Straße nach Therinsford. Steif rappelte er sich auf und biss die Zähne zusammen als gleißender Schmerz durch sein rechtes Bein fuhr.
    Verbissen versuchte er sich ins Gedächtnis zu rufen, wie er hier her gekommen war.

    Dann erinnerte er sich. Der Wolf. Vorsichtig setzte er sich auf und begutachtete sein Bein.
    So war nicht viel zu sehen außer dem verschmierten Stoff der Hose.
    Vorsichtig beugte er sich vor und hob das Hosenbein an.
    Ein Schauer fuhr seinen Rücken hinab als er die entzündete Bisswunde sah.
    Aber wie war das eigentlich passiert? Wo war der Wolf?
    Dann fiel es ihm wieder ein. Hastig sah er sich nach dem Drachen um und fand ihn einen knappen Meter vor sich im Dreck liegen. Ächzend hievte er sich auf die Knie und robbte zu dem kleinen Geschöpf. Doch nun musste er es einsehen. Der kleine war tot.
    Vorsichtig schob er seine Hand unter den Bauch des kleinen und hob ihn an.
    Er würde ihn mitnehmen und irgendwo am Rande des Dorfes begraben, das war er ihm dafür das er ihm das Leben gerettet hatte schuldig.
    Schwer fällig stand er auf und musste einen Schrei unterdrücken.
    Tränen stiegen ihm in die Augen. Wie sollte er es jemals bis nach Therinsford schaffen?
    Mutlos humpelte er den Weg entlang wobei er es tunlichst vermied nach unten zu sehen.

    Mit der freien Hand wischte er sich das Wasser aus den Augen und versuchte etwas vor sich zu erkennen. Was hatte er nur getan das sich anscheinend alles gegen ihn verschworen hatte.
    Zuerst dieser war gewordene Alptraum im Wald, dann der Wolf und der Verlust seiner Vorräte und nun regnete es immer heftiger.
    Sein Körper kam ihm so schwer wie Blei vor, genau wie der Drache in seinen Armen.
    Was würde man sich wohl für Geschichten um ihn ausdenken? Wenn man ihn und den Drachen Tod vor fand. Sein Blick senkte sich auf den kleinen kalten Körper in seinen Armen.
    Auch wenn er ihn gerade erst gefunden hatte, überkam Yaevinn ein Gefühl der Trauer.
    Und warum hatte dieser Zwerg das getan. Er kannte Yaevinn ja kaum und hatte ihm doch geholfen.
    Auch wenn er sich leer fühlte, konnte er nicht anders als den Drachen für seinen Mut zu bewundern.
    Müde hob er eine Hand und strich dem Drachen beinahe zärtlich über den Hals.
    Der Drache blinzelte und sah zu ihm nach oben.
    Yaevinn war starr vor Schreck. „Du bist ja gar nicht tot“, rief er beinahe freudig aus.
    Der Drache schnüffelte und legte dann den Kopf wieder in seine Armbeuge.

    Yaevinn konnte nicht anders als zu lächeln. Die Tatsache das sein Begleiter noch lebte, hatte ihm neuen Willen gegeben. Schneller als er es selbst in seinem Zustand für Möglich gehalten hatte, machte er sich wieder auf den Weg.
    Nach einer halben Stunde jedoch war er gezwungen eine Pause zu machen, da seine Sicht vor Entkräftung schon zu flackern begann.
    Müde sah er zum Horizont wo die Sonne gerade begann hinter den Bergen zu verschwinden.
    Er würde es nicht mehr schaffen Therinsford zu erreichen und eine weitere Nacht ohne Schutz und Decken würde er nicht überstehen.
    Müde setzte er sich auf einen Baumstamm und sah wieder auf den Drachen in seinen Händen hinab.
    Die Brust hob und senkte sich langsam, aber er lebte.

    Vorsichtig drehte er ihn herum um nach seiner Verletzung zu sehen. Erst hatte Yaevinn geglaubt seine Augen würden ihm einen Streich spielen, doch die Wunde war schon zum größten Teil verheilt. Kein Wundbrand und kein Eiter waren zu sehen.
    Ob der kleine es doch noch schaffen würde? Im Moment schien er in besserer Verfassung zu sein als er selbst. Resignierend stand er auf und sah nach Norden. Dahin wo irgendwo Therinsford liegen musste. Langsam setzte er sich wieder in Bewegung. Ein Schritt nach dem anderen und jeder kam ihm endloser vor als der andere zuvor.
    Er musste sich irgendwie ablenken sonst würde er noch vor der nächsten Abbiegung einfach zusammen brechen.
    „Wo wohl deine Eltern sind“, was war das denn für eine dämliche Ablenkung die ihm da eingefallen war. Sprach mit einem Drachen der ihn wahrscheinlich nicht verstand und gar nicht sprechen konnte.

    Ob ich den Morgen noch erleben werde?
    Hilfe suchend sah er zum Himmel, doch niemand kam oder antwortete ihm.
    Die Sonne war bereits schon untergegangen und normalerweise sollte man dann nicht mehr weiter ziehen, doch was blieb ihm anderes übrig.
    Blieb er stehen und machte eine Pause würde er einschlafen und einfach erfrieren.
    Müde hob er den Blick und erstarrte.
    Vor ihm schaukelte ein Licht hin und her. Eine Laterne!
    Mit aller Kraft schrie Yaevinn, rannte dem Licht hinterher doch wenige Augenblicke später war es verschwunden. „Nein, kommt zurück“!
    Yaevinn fiel verzweifelt auf die Knie herab und begann zu weinen. Normalerweise hätte er sich geschämt, weinen war etwas für Kinder und Mädchen. Doch er war so verzweifelt das er nicht mehr anders konnte. „Kommt zurück, bitte“, krächzte er, doch niemand kam.
    Mit einem letzten Versuch rappelte er sich auf und versuchte die Leute einzuholen doch er stolperte und fiel wieder in den Dreck.
    Der Drache purzelte über den Boden und stand dann auf und sah zu ihm.
    Yaevinn versuchte wieder auf zu stehen doch dann musste er es einsehen. Er hatte keine Kraft mehr.
    Der Drache legte den Kopf schräg und musterte ihn eingehend, dann drehte er um und verschwand in der Dunkelheit.
    „Nicht du auch noch“, murmelte er. Doch der Drache kam nicht zurück.
    Doch darüber konnte sich Yaevinn keine Gedanken mehr machen.
    Er war zu müde um irgendetwas zu machen. Würde er nun sterben?

    Immer wieder sah und hörte er seltsame Dinge. Trommeln und wilde Schreie. Menschen deren Geischter seltsam tätowiert waren. Ein junger Mann, der am Rande einer Klippe stand und in den Abgrund sah. Eine Frau die eine Maske trug und Feuer. Überall war Feuer.Eigentlich sagte man immer dass wenn man starb, das Leben an einem vorüber zog doch das waren nicht seine Erinnerungen. Weitere Bilder stürmten auf seinen Geist ein.
    Er sah auf die Erde hinab, wie ein Vogel, dann rasend schnell flog die Landschaft unter ihm davon. Er sah Felder und Hügel. Berge, Täler Flüsse und dann eine rießige Stadt. Mehrere Verteidigungsringe umgaben die Ansammlungen von gewaltigen Häusern und Straßen.
    Dann schnellte das Bild zu einem Turm in der Mitte der Stadt.
    Auf einem schmalen Balkon stand eine Elfenfrau, so glaubte er.
    Ihr Schulterlanges schwarzes Haar wehte im Wind und verbarg ab und zu ihr Gesicht.
    Trotzdem erkannte Yaevinn das sie weinte.
    Ein Mann trat durch eine Tür auf den Balkon und nahm sie in die Arme.
    Auch er schien ein Elf zu sein, doch bei beiden waren die Gesichtszüge nicht so schmal wie bei den Elfen. Doch bevor er sie weiter hätte mustern können, verschwand das Bild und es wurde dunkel um ihn herum. Stille, diese friedliche Stille.
    Ein leises Maunzen wie das des Drachens drang an sein Ohr.
    Yaevinn musste lcheln wie er an den kleinen bei ihrer ersten Begegnung dachte.
    Yaevinn musste schmunzeln. Er hatte einen Drachen getragen, zwar einen kleinen aber er hatte wirklich mit einem Drachen zu tun gehabt.
    Das hätte ihm bestimmt keiner im Dorf geglaubt. So hatte er sich sein Ableben eigentlich nicht vorgestellt. Er lag nicht weich aber bequem und es war warm.
    Wohlig streckte er sich und seufzte zufrieden. Wieder hörte er ein Fiepen von dem Drachenkind.
    Nun wollte er etwas ausprobieren, wenn er wollte das der Drache bei im war, würde er es wirklich sein wenn er die Augen öffnete? Der Dorfpriester sagte immer, das ein frommer Mensch nach seinem Tod in einem Paradies leben würde, wo alle seine Wünsche in Erfüllung gehen würden.
    Er konzentrierte sich und blinzelte dann.
    Vor ihm, auf einer Decke lag der kleine zusammengerollt und musterte ihn.

    Das hatte also schon einmal funktioniert. Aber was sollte er sich nun vorstellen? Er überlegte doch so recht wollte ihm nichts einfallen.
    Der Drache stand auf und kam auf ihn zu getapst. Yaevinn wunderte sich. Er konnte die Schritte des kleinen auf seiner Brust wirklich spüren.
    Als der Drache genau auf seiner Brust saß, stieß sein Kopf wie bei einer angreifenden Schlange vor und stubbste ihn an der Nase an.

    „Ich glaube er will das du ihm mehr Aufmerksamkeit schenkst“, murmelte eine raue Stimme. Yaevinn zuckte zusammen und sah sich nun genauer um. Über ihm bewegte sich eine Zeltplane und neben ihm saß eine Frau. Ihre weißen Haare vielen in einem Zopf gebunden auf ihren Rücken.
    Im halbdunklen machte Yaevinn ein Paar grüne Augen aus die ihn ruhig musterten.
    „Wer bist du? Wir haben dich Bewusstlos auf der Straße gefunden nachdem er uns zu dir geführt hat“, sie deutete auf den Drachen.

    „Yaevinn Toriksson, aus Carvahall“, antwortete er knapp.
    Die Stimme der Frau kam ihm vertraut vor, doch genau konnte er sie nicht zuordnen.
    Einen Moment lang herrschte Schweigen in dem Yaevinn zu seinem kleinen Schützling sah. Die Wunde auf seinem Rücken war gut verheilt.
    Die beiden Endstücke der Verletzung waren bereits nur noch als dunkler Strich auf dem Schuppenkleid zu sehen. Und er hatte wenn er die Frau richtig verstanden hatte ihm schon wieder das Leben gerettet. „Bist ein guter Junge“, der Drache zog ruckartig den Kopf zurück und Yaevinn war verwirrt. Diese Bewegung machte er nur wenn er verwirrt war.
    Doch dann kam ihm der Einfall, war das überhaupt ein Männliches Exemplar oder hatte er jetzt ein Drachenmädchen vor sich das mit der Bemerkung nichts so recht anzufangen wusste?
    Dann jedoch entspannte das Junge sich wieder und versuchte seine Schnauze unter seine Finger zu schieben. Lächelnd folgte er der Aufforderung und strich ihm über die Flanke.
    Yaevinn spürte das Vibrieren dass das Summen im Brustkorb des kleinen Auslöste.
    Dann aber beschäftigte ihn eine andere Frage, wer war sein Retter?

    Draußen meinte er Schritte zu hören die schnell näher kamen, dann wurde die Zeltplane zur Seite gezogen und ein hochgewachsener Mann trat ein.
    Das Rabenschwarze Haar hing ihm in Strähnen ins Gesicht und umrahmte zwei hellblaue Augen.
    Drei helle Narben zogen sich über seine rechte Gesichtshälfte und gaben seinem markanten Gesicht einen verwegenen Schliff.
    Er kannte den Mann, Yaevinns Blick huschte zu der Frau und musterte sie erneut.

    „wie ich sehe sind unsere beiden Abenteurer wieder aufgewacht“, der Mann warf den schweren Mantel ab wrang sich das Wasser aus den Haaren.

    Yaevinn glaubte nicht was er sah. Sie waren es, die Geschichtenerzhler!
    Jene von denen er sich Hilfe erhofft hatte und sie aufsuchen wollte, hatten ihn gefunden.



    Re: Tiberas

    Aron - 24.02.2009, 22:48


    So bin wieder durch Ares, war zwar nicht ganz so lang ist aber auch nicht schlimm. Zum inhalt find eich gut wie du das rübergebracht hast und jetzt bin ich mal gespannt was die beiden Geschichtenerzähler so alles berichten können und mir scheint es so als würde der kleine Darche sich jemanden ausgesucht haben bei dem er bleibt bei Yaevinn :lol: :D

    Mach weiter so ares



    Re: Tiberas

    Kaya - 24.02.2009, 23:37


    Ich fand es schon wie das vorherige Kapitel richtig gut beschrieben. Vor allem von der Wortwahl!
    Hätte nicht damit gerechnet das die Geschichtenerzähler jetzt schon vokommen^^
    Schreib weiter so :yes:
    Der Drache ist mal total süß :D



    Re: Tiberas

    Lee - 25.02.2009, 00:04


    :clap: habs jetz auch geschafft und du hast recht.. könnte mir doch noch gefallen
    aber iwie erinnert mich der Drache n bissl an Kiina
    trotzdem gut gelungen und die abtrennungen bei den Absätzen find ich gut, dann verrutsch ich nicht und komm schneller durch :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 25.02.2009, 14:27


    warum an Kiina :hm: hat doch garnichts mit ihr gemein o.O



    Re: Tiberas

    Lee - 25.02.2009, 23:46


    hmm doch die Sache mit dem Junge und Mädel



    Re: Tiberas

    Aresander - 26.02.2009, 07:28


    achso das ^^



    Re: Tiberas

    Aresander - 01.03.2009, 21:27


    Geschichten Vergangener Tage

    9 Mondumlauf des 981 Zyklus


    „Ihr seid dieses Jahr früh dran meine Dame“, der Gastwirt schenkte ihnen ein warmes Lächeln und putzte mit einem Lappen einen der Bierkrüge aus.
    „Ja, wir sind etwas in Eile. Wisst ihr ob Rayla noch in Therinsford ist? Wir wollten sie besuchen“?
    Der Mann setzte einen nachdenklichen Blick auf, dann antwortete er, „Nein, ich glaube sie habe ich das letzte Mal vor einem guten halben Jahr gesehen. Keiner weiß so genau wo sie hin entschwunden ist. Ihr kennt sie ja, sie ist beinahe noch mehr auf Reisen wie ihr. Nanu, habt ihr euch einen neuen Partner gesucht oder was“, der Wirt sah zu Yaevinn.

    Die Frau lachte, „Nein, er ist zwar niedlich, aber nicht meine Altersklasse. Mein Mann will erst noch ein paar Sachen erledigen bevor er wieder kommt. Habt ihr noch einen Tisch frei für uns“.
    Der Wirt lächelte. „Immer doch, dort drüben in der Ecke ist noch einer. Darf ich euch etwas bringen“? „Ein starker Schnapps wär mir recht, und du willst du auch was haben“?
    Yaevinn überlegte. „Ich hätte auch gerne einen Schnapps“, der Wirt lachte.
    „Hälst du das für eine gute Idee, ich habe nur starken Schnapps“, die Frau lachte.
    „Gebt ihm lieber einen Tee und habt ihr vielleicht einen kleinen Brocken rohes Fleisch“, der Mann sah sie verwundert an. Dann jedoch hellte sich sein Blick auf. „Natürlich ich bringe euch gleich alles an den Tisch“. Die Frau nickte, schlug Yaevinn zweimal auf die Schulter und ging schnurstracks durch den Raum. Yaevinn seufzte, dann begann er mit seiner behelfsmäßigen Krücke ihr durch den Raum zu folgen.
    Als er es geschafft hatte lies er sich auf den Stuhl fallen und legte den Kopf in den Nacken.
    Dann sah er an seiner Seite hinab nach dem Beutel indem sein kleiner Freund lag und schlief.
    Yaevinn wusste nicht ob es klug war ihn hier zu zeigen und hatte ihn deshalb in die Tasche bugsiert, wo das Junge zu seiner Beruhigung still liegen blieb.

    Er hörte Schritte, dann bemerkte er den Wirt der mit einem Tablett zu ihrem Tisch gekommen war.
    Darauf stand ein Fläschchen und eine Dampfende Tasse, sowie ein Teller mit einem Brocken Fleisch, daneben zwei Schälchen mit Salz und Pfeffer.
    Als er alles auf dem Tisch abgestellt hatte ging er ohne ein weiteres Wort und verschwand aus Yaevinns Sichtfeld. Im Gasthaus saßen verschiedene Leute, Jäger, Dörfler und normale Bauern.

    „Er wird Hunger haben, los hol ihn endlich aus der Tasche“, Yaevinn sah erstaunt auf.
    Die Frau nickte ihm zu und hob dann das Fläschchen an den Mund und nahm einen kräftigen Schluck und seufzte dann.

    Vorsichtig hob Yaevinn den Beutel auf den Tisch und stellte ihn dort ab. Sofort begann der Drache sich darin zu bewegen und bald schob sich eine silberne Schnauze aus dem Beutel und schnupperte interessiert in die Luft. Vorsichtig griff er dem Drachen unter den Bauch und hob ihn heraus.
    Die Frau runzelte die Stirn und setzte sich wieder auf.
    „So solltest du ihn nicht anfassen, du könntest ihn so verletzten. Drachen hebt man so hoch, merk dir das“, sie schob seine Hand zurück und griff nach dem Nacken des kleinen Drachens. Als sie zupackte und ihn hoch hob dachte Yaevinn sie würde ihm die Haut vom Fleisch reißen, als diese sich seltsam in die Länge zog.
    Doch der kleine sah nur verwundert zu ihr auf und gab sonst keinen Laut von sich.
    Als sie ihn komplett aus dem Beutel befreit hatten, setzte sie ihn auf der Tischplatte ab wo er ganz ruhig einfach sitzen blieb.

    Die Frau nahm den Teller mit dem Stück Fleisch und schob es dem kleinen zu, der sich ohne Umschweife darüber her machte.
    Kaum zwei Minuten später war das Handtellergroße Stück Fleisch verschwunden und der Bauch des Dachen wölbte sich weit nach außen.
    Zufrieden legte er sich hin und rollte sich zusammen.

    „Wo hast du ihn eigentlich her“? Sie setzte wieder die Flasche an und nahm einen kräftigen Zug.
    Yaevinn stöhnte als der warme Tee über seine verletzte Zunge floss.
    Als der Schmerz nachlies sah er zu ihr.
    „Ich war in der Nähe des Tas Merun, irgendwo dort hat er sich in meinem Rucksack versteckt“, er überlegte. „Dort hat es einen Überfall gegeben, ich habe mehrere Leichen gefunden“, die Frau suefzte.
    „So etwas kommt von Zeit zu Zeit leider vor“, sie strich dem Drachen sanft über den Rücken. Doch darauf reagierte der Zwerg garnicht.

    „Aber was soll ich jetzt mit ihm machen“, die letzten Tage über hatte Yaevinn die Gefahr die von dem kleinen Ausging beinahe vergessen.
    „Was wenn seine Eltern ihn suchen? Was wenn sie ihn bei mir finden“?
    Die Frau biss sich nachdenklich auf die Unterlippe, dann pustete sie sich eine Strähen aus dem Gesicht. „Das einzige Lösung die mir einfallen würde, wäre ihn nach Vard ab Frist zu bringen.
    Die Heimat der Drachenreiter und die Hauptstadt unseres Landes“.

    Ein wenig wehmütig sah Yaevinn zu dem Drachenkind das schlafend vor ihm auf dem Tisch lag.
    „Dann heisst es wohl abschied nehmen“, die Frau schenkte ihm ein Lächeln.
    „Er wird sich bestimmt an dich erinnern und dich besuchen kommen. Auch wenn Drachen einen unnahbares Aussehen haben, sind ihnen Gefühle wie Verbundenheit, Liebe und Freundschaft nicht fremd, aber ja, du wirst dich von ihm verabschieden müssen“.

    Yaevinn versuchte zu Lächeln und strich dem Drachenkind behutsam über den Rücken. Der Drache hob den Kopf, kam zu ihm und begann den Kopf an seinem Arm zu reiben.
    „Er mag mich wohl“, Yaevinn lächelte und sah auf.
    Eigentlich hatte er von ihr erwartet das sie einen amüsierten oder entzückten Gesichtsausdruck ob der dargebotenen Zärtlichkeit des kleinen zeigen würde, stattdessen war es jedoch ein nachdenklicher und unsicherer Ausdruck.

    „Sag, als du ihn berührt hast das erste mal, wurde dir vielleicht kalt oder bist du gar ohnmächtig geworden“? Yaevinn schüttelte verwundert den Kopf.
    Sie murmelte leise etwas und griff vorsichtig nach dem Drachen und drehte ihn zu sich.
    Der zog den Kopf ein wenig zurück und machte das Maul auf.
    Eine Reihe kleiner weißer Zähne blitzten im Licht des Kaminfeuers auf.

    Fragend sah er zu ihr, „Alles in Ordnung. Wir hatten vergessen nachzusehen ob mit seinen Zähnen alles in Ordnung ist“, sie lächelte.
    „Leider werden wir dich ob der nun herrschenden Umstände leider nicht nach Carvahall bringen können. Im Moment drängt es mehr das wir ihn in die Hauptstadt bringen“, Yaevinn nickte.
    „Wir haben aber jemanden gefunden der dich nach Carvahall begleiten wird, um sicher zu stellen das du heil dort ankommst“, Yaevinn nickte dankbar und fuhr sich dann mit der Zunge über die trockenen Lippen.
    Die Frau runzelte die Stirn und fragte dann, „Was hast du denn mit deiner Zunge gemacht? Die Verbrennung sieht ja schlimm aus“.
    Yaevinn wusste nicht wie er es erklären sollte.
    „Als wir von dem Wolf angegriffen wurden, wurde auch er verletzt. Die Wunde hatte sich entzündet und ich hatte nichts mehr um sie zu reinigen. Also habe ich die Wunde sauber geleckt“.
    Einen Moment saß sie still da, dann setzte sie ein schiefes Grinsen auf. „Aua“, Yaevinn nickte bestätigend. „Aua“.

    Sie hob den Blick zu einer Stelle hinter Yaevin und er drehte sich um, um zu sehen was sie sah.
    Ein Mann in einem schwarzen Kaputzenmantel war eingetreten und hielt direkt auf sie, hinter ihm ein junger Mann, der vielleicht zwei oder drei Jahre älter war als Yaevinn.
    Die Frau stand auf und ging auf sie zu. Sie redeten kurz, dann zeigte sie auf ihn.
    Der Mann sah zu ihm, dann griff er in seine Tasche und holte einen verdreckten Zettel heraus.
    Er faltete ihn auseinander und gab ihn ihr.
    „Angus, würden sie bitte zu uns kommen“?
    Der Wirt sah von seinem Tresen auf und kam gemächlich mit einem Lappen über dem Arm auf ihren Tisch zu. Indess hatte die Frau den Zettel gelesen wie Yaevinn vermutete. Die Augen waren Schreckensgeweitet. Langsam hob sie den Blick sie haben es getan? Dann ist er...“?
    Sie sahen beide zu Yaevinn. „Was kann ich euch bringen mein Herr“, der schwarz haarige holte Luft
    , dann antwortete er so leise das Yaevinn es gerade noch hören konnte, „Habt ihr das Paket noch was ich einst hier aufbewahren lies“?

    Der Wirt straffte sich, „Natürlich. Ich habe es aufbewahrt, so wie ihr es wolltet. Ich werde es sofort holen“. „Gut, dich brauche ich nicht mehr. Hier ist die versprochene Belohnung“, er klopfte dem Jungen Mann auf die Schulter und gab ihm ein paar gold Münzen.
    „Gute Reise“, der Mann nickte dem Schwarz Haarigen zu und drehte sich um und ging.

    „Ich kann es einfach nicht fassen“, die Frau ließ sich auf den Stuhl fallen und warf das Stück Papier über die Schulter in den Ofen. Sie packte die Flasche und leerte den restlichen Inhalt in einem Zug.

    Dann schüttelte sie dden Kopf und sah zu ihrem Partner der vor dem Tisch in die Hocke gegangen war und den Drachen anstarrte.
    „Eka i fricay un Scarablaka. Eit nem un skulblaka du shurtugal“?
    Der Drache sah ihn an und legte den Kopf schräg, dann blinzelte er mehrmals.

    Der Mann mann murmelte etwas, dann neigte er kurz den Kopf und stand auf.
    „Du wirst uns begleiten müssen Yaevinn“, dann drehte er sich um und ging aus dem Gasthaus.

    Yaevinn war völlig perplex, dann jedoch fasste er sich wieder. „Aber ich kann nicht mit euch kommen, ich muss zurück zum Hof meines Vaters. Ich habe keine Zeit für eine Reise zur Hauptstadt“! Die Frau musterte ihn, dann sah sie wieder an ihm vorbei und kurz darauf kam der Wirt wieder an ihren Tisch und legte einen langen in Leder gewickelten Gegenstand auf den Tisch. Gerade als er gehen wollte, sagte rief die Frau ihn zurück.

    „Bringt mir bitte noch zwei Flaschen von dem E`yt und beeilt euch“, sie sah ihn wieder an.
    „Wir werden deiner Familie einen Brief zukommen lassen, der ihnen erklärt wo du bist“.
    „Aber ich bin verletzt, ich kann jetzt nicht reisen, mein Bein ist frühesens vielleicht in einem Monat wieder zu gebrauchen“. Die Frau setzte eine Grimmige Miene auf und Yaevinns Gedanken überschlugen sich als einen Grund dafür suchte.

    „Liegt dir etwas an dem kleinen“? Sie deutete auf den Drachen.
    Yaevinn nickte. „Willst du, das er stirbt? Und nicht einfach so stirbt. Wenn wir recht haben, mit unserer Vermutung und du dich jetzt von ihm trennst, wird er langsam und qualvoll eingehen.
    Er braucht dich, mehr als du glaubst“!
    Yaevinn war starr vor Schreck über das gehörte. Als er antwortete war seine Stimme heißer und zittrig. „Aber warum“?

    Die Frau sah zu dem Wirt der gerade wieder kam und zwei Flaschen vor ihr abstellte.
    „Hier das ist für euch“, sie drückte ihm ein kleines Säckchen in die Hand.
    Er öffnete es und sah hinein, dann sah er sie zweifelnd an.

    Dafür das ihr unser Gepäck bewacht habt über die Jahre, haben wir noch ein wenig mehr drauf gelegt als vereinbart war“, der Wirt schloss den Beutel wieder.
    „Ich danke euch. Werdet ihr abreisen“?
    Die Frau nickte, „Ja, sobald wir ausgetrunken haben werden wir abreisen. Ich möchte mich für die Gastfreundschaft bedanken Angus, die du uns all die Jahre entgegen gebracht hast“, sie stand auf und schlug sich mit der Faust auf die Brust. Der Wirt hatte eine ausdruckslose Miene aufgesetzt und tat es ihr dann gleich. Dann ging er ohne ein weiteres Wort.

    Die Frau sah ihm nach, dann murmelte sie leise, „Pass auf dich auf Angus“.
    Dann setzte sie sich wieder und sah betreten in ihren Schoss.
    Einige Momente vergingen, dann sah sie wieder auf und nahm eine der Flaschen.
    „Yaevinn, würde es einen anderen, einfacheren Weg geben, glaube mir. Ich würde ihn deinetwegen einschlagen, aber es geht nicht anders. Er muss hier aus dem Tal verschwinden, so schnell wie möglich. Und du musst mit ihm gehen... Trink, er schmeckt herrlich und wird deine Sorgen vertreiben“, sie deutete auf die Flasche.

    Yaevinn streckte zitternd die Hand aus und griff nach der Flasche.
    Vorsichtig hob er sie zum Mund und roch daran. Es war ein fruchtig milder geruch, der ihn an Körbe voll mit Waldfrüchten erinnerte.
    Vorsichtig nahm er einen Schluck, es schmeckte wie Holundersirup.
    „Wer seid ihr“? Sie sah zu ihm, dann senkte sie wieder den Kopf.

    „Wenn du unsere Namen meinst, die können wir dir hier nicht nennen, ansonsten sind wir Beobachter, mehr nicht“, Yaevinn nahm noch einen Schluck.

    „Aber warum muss ich bei ihm bleiben“?
    Langsam wurde ihm schwindelig, konnte aber noch still sitzen bleiben.
    „Das darf ich dir auch noch niht sagen, es würde dich nur in Gefahr bringen“, Yaevinn blinzelte mehrere Male, dann fielen ihm einfach die Augen zu.
    „Es tut mir leid, aber das ist der einzige Weg“.



    Re: Tiberas

    Kaya - 01.03.2009, 21:43


    So also erstmal wie Lee schon sagte das mit den Absätzen find ich toll :yes:
    Jetzt ist es aber mal echt interessant was mit Yaewin und dem Drachen passiert. Das Kapitel an sich fand ich wieder sehr gut und ausführlich beschrieben. Gefällt mir richtig gut ;)



    Re: Tiberas

    Aron - 01.03.2009, 22:29


    So ich stimme Kaya in vollen Zügen zu :D

    Ist echt gut geworden vorallem wa sich fies finde und gut zugleich das Yaevinn nicht gleich alles erfgährt und einfach schachmatt gesetzt wird xd

    Bin echt gespannt und hab eso meine Vermutungen was den Darchen angeht und so paar andere dinge :lol: :D

    Mach ja schnell weiter ares



    Re: Tiberas

    Aresander - 03.03.2009, 22:33


    Der Drache ohne Reiter

    Mondumlauf des 981 Zyklus


    Als Yaevinns Geist langsam zu ihm zurück kehrte spürte er wie sein Kopf hin und her geworfen wurde. Er saß, so glaubte er auf dem Rücken eines Pferdes.
    Vorsichtig blinzelte er und schloss geblendet die Augen.
    Alle Geräusche drangen nur gedämpft an sein Ohr, er schluckte und aufeinmal drang lautes Hufgetrappel an seine Ohren.
    Sein Kopf schien zu explodieren und er biss die Zähne zusammen. Er beugte sich vor, wurde aber an der Schulter gepackt und sofort wieder zurück gezogen.
    Er sah nach links und sah neben sich die Frau auf einem Schimmel neben seinem Pferd hergaloppieren. Rechts vor ihm preschte der Mann auf einem schwarzen Pferd her, die Zügel von Yaevinns Pferd an seinem Sattel festgebunden.
    Träge sah sich Yaevinn um und fuhr wie elektrisiert zusammen. Sein Kopf drehte sich zu schnell nach hinten und pochte im Rhythmus zu dem Tritt der Pferde.
    Dann hob er wieder den Blick. Das konnte doch nicht sein.
    Um ihn herum war nichts, nur eine Flache Ebene mit nichts als Gras und vereinzelten Büschen. Träge versuchte er zu verstehen was er sah, dann spürte er wie etwas gegen seine Brust schlug. Müde sah er nach unten und sah das um seine Brust eine Art Tasche geschnallt war. In ihr lag zusammen gerollt der Drache.
    Dann sank sein Kopf wieder auf seine Brust und er schlief wieder ein.

    „Glaubst du es geht ihnen gut“?

    Yaevinn kniff die Augen zusammen und versuchte sich zu erinnern was passiert war.

    „Ich bin mir sicher, sie wissen wie man auf sich aufpasst, aber je eher wir ankommen desto besser. Ich frage mich nur ob es klug ist was sie da versuchen“, Stille.
    „Wir können es nur hoffen, aber noch ist nicht aller Tage Abend“, er hörte wie jemand hustete, dann ein Krächzen.
    Einen Moment herrschte Stille, „Ich mache mir einfach sorgen, ich weiß ich weiß, sie sind fähiger als wir und auch keine Kinder mehr aber...“, er hörte wie der Mann leise lachte.

    „Es ist gut das du dich um sie sorgst. Ich werde noch einmal nach dem Bein des Jungen sehen bevor ich mich schlafen lege, du kannst mich dann in vier Stunden wecken“.
    Jemand stemmte sich hoch und kam auf Yaevinn zu.
    Dann spürte er wie jemand sich an seiner Hose zu schaffen machte.
    Der Mann stieß einen leisen Fluch aus, dann sagte er, „Wenn du schon lauschst, dann sie nicht so faul und stell dich nicht schlafend“, die Frau fing an zu lachen.

    Yaevinn blinzelte verlegen, dann hob er den Kopf und sah zu seinen Füßen wo der Mann saß und damit beschäftigt war die Bandagen seines Beines zu wechseln.
    Er bedeutete ihm das Bein zu heben und Yaevinn gehorchte.
    Als die Bandgane abgenommen waren musterte der Mann seine Wade, dann nickte er zufrieden und warf die Bandagen ins Feuer.

    „Und, müssen wir es amputieren“, fragte die Frau von der anderen Seite des Feuers.
    Yaevinn wurde heiß und kalt zu gleich.
    „Nein, es ist alles verheilt. Hör auf ihm Angst zu machen“, er stellte Yaevinns Fuß auf dem Boden ab und stand auf, klopfte ihm aber noch einmal aufmunternd auf die Schulter.
    Verwundert zog Yaevinn das Bein an und musterte die verletzte Wade.
    Nichts war geblieben als saubere rosige Haut, nicht einmal Narben oder Striemen waren zu sehen. Vorsichtig strich er darüber und streckte dann das Bein entzückt wieder aus.

    Doch bevor er etwas sagen konnte schob sich ein Holzteller in sein Sichtfeld.
    Darauf lagen verschiedene Gemüse und Obstsorten.
    Er hob den Blick und sah in das Gesicht der Frau die ihn ihrerseits freundschaftlich anlächelte. Zaghaft nahm er den Teller und griff nach einem Stück Obst und hob es zum Mund. Dann jedoch stockte er. Das letzte Mal als er etwas von ihnen gegessen hatte, war einfach eingeschlafen. Er roch an dem Obst, konnte jedoch nichts auffälliges riechen.
    Doch der Misstrauen siegte und er stellte den Teller auf dem Erdboden ab.

    Er verschränkte die Arme vor der Brust und starrte ins Feuer.
    Die Frau hielt mitten im Kauen inne, und sah fragend zu ihm herüber.
    „Hast du keinen Hunger“, Yeavinn schnaubte.
    „Doch, aber als ich das letzte mal etwas von euch entgegengenommen habe, habe ich mich als ich wieder aufgewacht war im Sattel eine Pferdes wiedergefunden. Wer sagt mir das ihr es nicht wieder versucht“, die beiden wechselten einen Blick, dann sagte die Frau, „Du wolltest doch einen Schnapps, ich war auch überrascht als du einfach im Gasthaus eingeschlafen bist. Angus und ich hatten ganz schön zu schaffen um dich dort raus zu kriegen, ohne das dein Kopf andauernd irgendwo angeschlagen wäre“.

    „Aber ich... ich, versteht doch. Ich weiß nicht einmal eure Namen und doch schleppt ihr mich durchs Land“. Einen Moment herrschte Stille dann jedoch begann der Mann zu lächeln. Eigentlich hatte Yaevinn ihn für einen abgebrühten, verwegenen Kerl gehalten, doch seine Stimme klang freundlich und verständnisvoll zugleich.
    „Ich kann dich verstehen, nur zu gut. Aber zu unserer Verteidigung muss ich sagen dass du uns auch nicht nach unseren Namen gefragt hast“?

    „Hat er“, warf die Frau von der Seite her ein.
    „Was? Hat er“? „Im Gasthaus hat er mich gefragt wer wir sind. Ich hielt es jedoch für zu gefährlich es ihm zu sagen“, der Mann zog die Stirn kraus.
    „Ja das ist auch wieder wahr“, dann wandte er ihm wieder den Blick zu.
    „Der Name meiner Gefährtin lautet Mya, mein Name ist Artas“, Yaevinn wunderte sich über die seltsamen Namen.

    „Du sagtest kurz bevor du den Drachen gefunden hast, hättest du Leichen gefunden.
    Waren dort eine Frau und ein Junge ungefähr deines Alters dabei? War die Frau in eine purpurne Robe gehüllt“?
    Yaevinn begann zu zittern als er sich das Bild ins Gedächtnis zurück rief.
    Die Frau und der junge Mann der an dem Baum hing.
    „Ja – Aber was hat das alles mit mir zu tun“?
    „Alles zu seiner Zeit. Als wir in Therinsford waren ereilte uns die Nachricht das eine Gruppe von Magiern, darunter ein junger Drachenreiter und sein Drache am Rande des Buckels verschwunden seien. Jetzt wissen wir was aus ihnen wurde“.

    „Aber wenn sie Magier waren, warum konnten sie sich nicht gegen die Räuber wehren“?

    Ein Schatten legte sich auf Artas Gesicht, dann antwortete er.
    „Weil, es keine Räuber waren. Es war eine Gruppe von Anhängern des Blutmondes.
    Eine aggressive Gruppierung welche die Schattenwesen der Vergangenen Epoche anbeten. Bis vor ein paar Tagen waren sie nicht mehr als ein Gerücht doch nun haben sie anscheinend Systematisch begonnen die Drachenreiter an zugreifen. Mit Erfolg wie wir vermuten“.

    „Und was tun die Reiter dagegen“?

    „Nichts, sie sind im Moment damit beschäftigt ihre Schüler wieder zurück in die HaupyXC tstadt zu holen. In der Wildnes sind sie ein gefundenes Fressen für die Anhänger der Sekte“, Yaevinn zögerte. „Und die Shaikan, was ist mit ihnen“, die Frau seufzte.
    „Sie tun was sie können aber sie sind zu wenige als das sie efizient gegen die Gruppierung vorgehen könnten“.

    „Zu wenige, wie konnten sie dann Krieg gegen die Schattenwesen gewinnen“?

    „Durch Glück, der Sieg stand auf Messers Schneide. Du musst wissen, bis vor wenigen Dekaden waren die Shaikan vom aussterben bedroht. Am Ende waren gerade einmal drei übrig. Deshalb ist ihre Identität das am besten gehütete Geheimnis Alagäsias. Wenn
    sie sterben bedeutet das den Untergang eines ganzen Volkes“, Yaevinn war erstaunt wie sehr die beiden Kenntnisse über das im Lande geschehende hatten.

    „Habt ihr schon einen Shaikan gesehen? Wie sehen sie aus? Man sagt sie seien Halb Drache und halb Mensch“, bei diesem Wort stutzte er und sah sich suchend nach dem Drachen um. Er lag neben ihm auf einem Haufen schwarzen Stoffes den Yaevinn als den Mantel von Artas identifizierte.
    Vorsichtig strich er ihm über den Hals und wunderte sich als er den Drachen genauer musterte. Er war größer geworden, nicht viel aber er war gewachsen.

    „Weder noch, sie können sich als Mensch oder aber als Drache zeigen. In ihrer menschlichen Form ist es beinahe unmöglich einen Shaikan von einem normalen Menschen zu unterscheiden“, Artas sah zu dem Drachen und schmunzelte.
    „Wir haben des weiteren heraus gefunden das er noch keinen Namen hat. Vielleicht solltest du ihm einen Namen geben“!?

    „Wieso denn ich, ich meine ich“, er spürte wie ihm jemand in die Seite stuppste und sah zur Seite. Der Frischling saß neben ihm und sah mit schräg gelegtem Kopf zu ihm auf. „Weil er anscheinend in dir seinen Herrn sieht. Drachen die an einen Reiter gebunden sind folgen ihrem Partner und lernen durch sie. Normalerweise bedeutet der Tod eines Reiters für seinen Drachen dasselbe, da... da die Drachen den Verlust nicht ertragen können.
    Zum Glück war dieser hier noch nicht lange genug mit seinem Reiter zusammen um Schaden zu nehmen“.

    „Und weshalb braucht ihr dann mich“?

    Die Frau schmunzelte. „Er hat dich als seinen Partner akzeptiert. Er erwartet davon das du dich um ihn kümmerst und dass er von dir lernen kann. Und deswegen müssen wir dich so schnell wie möglich nach Abastor bringen, damit du und der kleine nicht auch den Kultisten zum opfer fallt“.



    Re: Tiberas

    Aron - 03.03.2009, 22:48


    Also Ares so schlecht wie du meinst ist es auch nicht, es ist einfach ein normales Kampitel was man auch braucht um dinge aufzuklären oder so.

    Ich finds gut das ein paar Sachen aufgedeckt werden udn die Namen der beinden "Elfen" hast ja schön gemacht *gg*

    Also mach weiter und du weist das mich noch was brennend interessiert :clap:



    Re: Tiberas

    Kaya - 03.03.2009, 22:52


    Aron hat folgendes geschrieben:
    Also mach weiter und du weist das mich noch was brennend interessiert :clap:

    Ja und mich erst :lol:

    Schönes Kapitel. Es ließt sich schön und man erfährt etwas mehr :yes:
    Immer schön so weiterschreiben :D



    Re: Tiberas

    Aresander - 05.03.2009, 20:42


    also irgendwie gehen mir die Ideen aus...


    ________________________________________________



    Familienbande

    9 Mondumlauf des 981 Zyklus

    „Ist es denn noch weit bis Abastor“, Yaevinn gähnte laut und sah dann wieder in die Tasche vor seinem Bauch. Der kleine schlief immer noch.
    „Ein paar Meilen sind es noch, aber wir werden es morgen erreichen“, Yaevinn brummte missmutig. Seit nunmehr elf Tagen saßen sie im Sattel, ohne auch nur einmal ein Dorf besucht zu haben. Sein Körper sehnte sich nach Erholung und Yaevinn konnte die Feldkost langsam aber sicher nicht mehr sehen.

    „Wir sollten uns langsam einen Lagerplatz suchen, es wird bald dunkel“, Mya setzte sich träge im Sattel auf. Dann nieste sie laut und murmelte dann, „Ich würde es begrüßen“.
    Schon als Yaevinn das erste mal nach dem er wieder aufgewacht war mit ihr geredet hatte, klang die Frau ungesund, doch inzwischen schien die Erkrankung langsam die Oberhand zu gewinnen. Sie war beinahe immer Schweißgebadet und ihre Bewegungen wirkten fahrig auf Yaevinn. Auch Artas war die Sorge um seine Gefährtin deutlich an zusehen, doch jedes mal wenn sie ihretwegen eine Pause einlegen wollten, hatte sie angefangen sich auf zu regen und zu schimpfen.

    Eine halbe Stunde später stieg Yaevinn hölzern vom Rücken seines Pferdes und nahm das Gepäck aus den Satteltaschen. Artas war indessen bereits verschwunden um Feuerholz zu sammeln.

    Wieder hörte er den Keuchenden Husten der Frau. Er drehte sich um und sah wie sie versuchte den Riemen der ihre Decke an den Sattel band zu lösen. Er stellte sein Gepäck auf den Boden und ging zaghaft zu ihr hinüber.
    Er sah ihr noch einen Moment zu, dann griff er vorsichtig nach der Schlaufe und löste sie mit ein paar Geschickten Handgriffen.

    Mya murmelte etwas unverständliches und nahm die Decke entgegen. Sie begann ihr Lager aus zu breiten und Yaevinn machte sich weiter daran ihr Gepäck vom Rücken ihres Pferdes zu holen. Es raschelte lautstark hinter ihm. Wahrscheinlich lies sie wieder ihren Unmut über ihre Erkrankung an der Decke aus. Yaevinn drehte sich um und wollte sie gerade aufziehen als er erschrocken inne hielt.

    Mya lag zusammen gekauert auf ihrer Decke und starrte ins Nichts.
    Yaevinn kannte diesen Blick. Entsetzt lies er das Gepäck fallen und kniete sich neben sie.
    Wie wild rüttelte er an ihrer Schulter und betete zum Himmel das sie aufwachen würde, doch nichts geschah.

    „Artas! Artas“, wieder rüttelte er an ihrer Schulter.
    Yaevinn machte einen Satz nach hinten als Mya ohne Vorwarnung aufschrie und sich hin und her warf. Ihre Haut färbte sich rot und wies kleine, beinahe kaum sichtbare Risse auf.
    Was war das für eine Teufelei? Das konnte niemals etwas sein was die Elfen beabsichtigten.

    Vorsichtig lehnte er sich vor und drückte ihre Schultern auf den Boden.

    Er hörte wie hinter sich ein Busch raschelte, dann kniete Artas neben ihm und schob ihn bei Seite. Er griff Mya am Arm und zog sie an sich.
    Das Zucken erstarb und sie hing leblos in Artas Armen.
    Sanft drückte er sie an sich und verharrte so.

    „Ist sie ... ist sie tot“, vorsichtig rutschte Yaevinn näher?
    Artas antwortete nicht, verharrte weiterhin mit ihr in den Armen.
    Yaevinn sah wie der Drache vorsichtig zu ihnen schlich und dann interessiert den Kopf hob.
    Dann stieß er einen leisen klagenden Laut aus.

    Was war hier nur passiert? Vorsichtig legte er Artas eine Hand auf die Schulter, doch er reagierte nicht. Er zeigte auch keine Trauer.
    Dann verschlug es Yaevinn jedoch die Sprache. Die Tod geglaubte blinzelte und erwiederte dann die Umarmung ihres Partners.

    Wie zwei verliebte hielten sie sich fest und schmiegten sich an einander.
    Yaevinn zog verwundert seine Hand zurück, als der kleine Drache ihm den Kopf in die Hand drückte und um Beachtung bettelte.
    Yaevinn schmunzelte und strich ihm sanft über die Flanke.

    „Yaevinn, gib mir bitte deine Decke“, Yaevinn schüttelte sich kurz um den letzten Rest des Schocks zu überwinden und gab ihm dann die Decke.
    Sanft legte er Mya wieder auf ihrem Lager ab und legte die Decke doppelt über sie. Er strich ihr sanft noch einmal über die Wange, dann griff er nach seinem Tornister und holte mehrere Sachen hervor.
    Es waren eine Feder, Pergament und ein kleines Tintenfaß.

    Er schrieb drei Zeilen, dann nahm er das Pergament und rollte es zusammen.

    Yaevinn folgte ihm als Artas zu Myas Pferd ging und nach den Zügeln griff.
    Doch anstatt das Pferd ins Lager zu holen schnallte er es los und band ihm dann das Pergament mit einem roten Bändchen ans Geschirr.

    „Ganga frame, Abastor un Varden. Ganga, ganga, ganga“, er ließ das Pferd los und als hätte dem Tier jemand die Sporen gegeben bäumte es sich auf und rannte los.
    Ohne ein weiteres Wort ging Artas wieder ins Lager zurück und begann seinen Tornister zu durchwühlen und die Sachen auf zwei Haufen zu sortieren.

    Als er fertig war, packte er die Gegenstände des einen Haufens wieder in seinen Tornister, den anderen lies er einfach liegen.
    „Pack alles was wir nicht dringend brauchen aus deinem Rucksack. Wir dürfen nur noch mit leichtem Gepäck reisen“, Yaevinn tat wie ihm geheißen und durchwühlte den Inhalt seines Rucksacks. Als er fertig war, war Artas gerade damit beschäftigt Mya in den Sattel seines Pferdes zu heben und sie dort fest zu binden.

    Stöhnend wuchtete Yaevinn seinen Rucksack wieder auf den Rücken seines Pferdes als ihm am Horizont mehrere kleine Lichter auffielen.
    Er rief Artas und machte ihn auf die Lichter aufmerksam. Einen kurzen Augenblick starrte er ihnen entgegen, dann fing er an zu fluchen.
    „Los, schnapp deinen Drachen und reite los, wir kommen gleich nach“.

    Yaevinn sah sich suchend nach dem Zwerg um und fand ihn schon in seiner Tasche sitzend vor. Schnell schnallte er sie sich um, dann schwang er sich in den Sattel und preschte los. Das Pferd schien wie von alleine zu rennen und den Weg zu kennen.
    Was ihm jedoch missfiel war das es direkt in das innere des Waldes zu hielt und ohne Bremsung durch die Baumgrenze brach.

    Was war das bloß für ein Tier, kein normales Pferd konnte auf einem solchen Untergrund ein derartiges Tempo erreichen. Dann lichteten sich die Bäume und offenbarten Yaevinn einen unbeschreiblichen Anblick. Vor ihm, etwa in fünf bis sechs Kilometern Entfernung lag eine rießige Stadt. Er hatte viele Geschichten über Abastor gehört, aber dies übertraf alle seine Vorstellungen. Rund um die Stadt waren breite Verteidigungsringe gezogen auf denen mächtige Wurfmaschienen aufgebaut waren.

    Er hörte wie hinter ihm etwas aus dem Unterholz brach, wenig später hatte Artas mit Mya vor sich im Sattel sie eingeholt. Er reitete näher an sie heran, dann ohne Vorwarnung schlug er Yaevinns Pferd in die Flanke. Das Tier schrie auf und legte noch einmal an Tempo zu. Gerade als er Artas fragen wollte was das sollte, viel ihm ein roter Schein hinter ihnen auf. Er drehte sich im Sattel herum und erbleichte.
    Etwa zwanzig Meter hinter ihnen verfolgte sie eine Gruppe von Reitern.

    Immer wieder sah Yaevinn blanken Stahl aufblitzen, dann wandte er sich wieder nach vorne und beugte sich noch etwas tiefer über den Rücken seines Pferdes.
    Jedoch bemerkte er jedes mal wenn er zurück sah das die Reiter näher gekommen waren.
    Wenn es zu einem Kampf kommen sollte, brauchte er eine Waffe.
    Aber alles was er hatte war ein stumpfes Brotmesser, dass nicht einmal seinen Zweck zu erfüllen vermochte.

    An das darauf folgende konnte Yaevinn sich nicht mehr erinnern.
    Er wusste nur noch das der sichere Rücken des Pferdes auf einmal unter ihm nachgab und er im vollen Galopp auf den Boden fiel.
    Neben sich hörte er mehrere Dumpfe Aufpralle, dann kam es ihm so vor als wäre ein Baumstamm über seinen Arm gerollt.

    Er versuchte den Arm an zuziehen doch irgend etwas drückte ihn fest auf den Boden.
    Yaevinn rieb sich mit der anderen Hand den Dreck aus den Augen und blinzelte, bis er sah was passiert war. Ein Pfeil steckte im Nacken seines ehemaligen Reittiers, da wo er noch wenige Augenblicke vor dem Zusammenbruchs des Tiers sein Kopf war.
    Nun lag der schwere Körper auf seinem Arm und hielt ihn so fest.

    Vorsichtig hob er den Blick und kam sich im nächsten Moment wie ein verletztes Kaninchen vor Rudel hungriger Wölfe vor.
    Um ihn herum hatten sich sechs der Maskierten Reiter auf gestellt und sahen auf hinab.
    Dann steig einer ab und kam langsam auf ihn zu, musterte ihn kurz und griff dann nach dem Beutel in dem der Drache saß.
    Yaevinn schlug den Arm weg und zog den Sack näher an sich heran.
    Doch indem Moment als er die freie Hand auf den Boden legte trat der Mann ohne aus zuholen ihm auf die Finger. Yaevinn wurde beinahe von den Schmerzen Ohnmächtig, sah aber noch wie der Mann den Beutel abschnitt und den Stiefel von Yaevinns Hand nahm.

    Yaevinn heulte auf als er versuchte die Finger zu bewegen und musste gegen die aufsteigenden Tränen kämpfen.
    Dann vergaß er jedoch seinen Schmerz, als er sah wie der Mann vor ihm kniete und den zappelnden Drachen auf den Boden drückte. Er wollte gerade etwas unter seinem Mantel hervor ziehen als ein lautes Rauschen die Stille der Nacht durch trennte. Der Mann sah nach oben und fluchte. Yaevinn folgte seinem Blick und erstarrte.

    Als er wieder zu dem Mann sah, wurde er nur noch Zeuge wie er leblos zusammen sank.
    Der kleine Drache kam auf Yaevinn zu gerannt und versteckte sich unter seinem Arm, was Yaevinn einen neuerlichen Schmerzensschrei abrang. Alles vor ihm wurde unscharf.
    Alles was er wahrnahm waren grausame Schreie.
    Ein Brüllen, welches ihm beinahe das Trommelfell zerriss ließ alles erzittern.
    Dann hörte er ein lautes Schnaufen und ein darauf folgendes kehliges Knurren.

    Er blinzelte mehrere Male und versuchte zu erkennen was vor ihm war, doch alles was er wahrnahm war Finsterniss. Er spürte wie der Druck auf seinem linken Arm wich und instinktiv zog er ihn an.

    Er spürte wie ihm jemand sachte auf die Wange schlug und langsam kam seine Sehschärfe zurück. Vor ihm kniete Artas und sah ihn besorgt an.
    „Fehlt dir irgendetwas“?
    Yaevinn musste ein paar Male schlucken bevor er einen Ton hervor brachte.
    „Meine Finger sind gebrochen, wenn nicht die ganze Hand. Wo sind sie“, Yaevinn blieb das Wort im Munde stecken als er das Wesen hinter Artas ausmachte.
    Hinter ihm saß ein gut drei Meter großer, saphirblauer Drache und putzte sich das Blut von den Pfoten. „Starr ihn nicht an, dass mag er nicht“, Yaevinn wandte schnell den Blick von ihm ab und sah wieder zu seinem eigenem Schützling der zitternd in alle Richtungen starrte. „Ihm geht es gut, er hat nur einen gewaltigen Schrecken bekommen“, Artas stand auf und ging zu dem blauen Drachen der ihn interessiert ansah.
    Artas sagte einige Worte, die beinahe schon stolz klangen und der Drache fletschte die Zähne, leckte Artas jedoch dann durchs Gesicht.

    Dann drehte er sich wieder um und kam zu ihnen zurück.
    „Komm, den Rest werden wir zu Fuß zurück legen müssen, aber es ist nicht mehr weit“, mit diesen Worten griff er ihm unter die Achseln und hob ihn auf die Füße.



    Re: Tiberas

    Anonymous - 05.03.2009, 21:25


    ehm wie jetzt, Ares ist der Akku leer, wieso hörst du da denn jetzt auf ? :no:



    Re: Tiberas

    Kaya - 05.03.2009, 21:50


    Also ich kann nur sagen ich finds gut und es bleibt auf jeden Fall spannend. Muss sagen des Ende fand ich nicht schlecht, da fragt man sich gleich was so alles im nächsten Kapitel passieren wird :yes:



    Re: Tiberas

    Aron - 05.03.2009, 21:56


    So habs auch durchgelesen und finde die reise ja doch ganz interessant ;)

    Immerhin fällt Mya in oHnmacht oder was ihr da wiederfahren ist und sie werden von Leuten verfolgt ich nehme an die Schattenwesen (so in die richtung) und von einem Drachen gerettet.

    Und das die die Ideen ausgehen... wehe dir xd

    Also ich bin fürs weitermachen ares :D



    Re: Tiberas

    Aresander - 08.03.2009, 00:09


    Abastor

    9 Mondumlauf des 981 Zyklus


    Yaevinn kam trotz seiner Schmerzen nicht aus dem staunen heraus. Wenige Momente bevor sie durch das gewaltige Tor des äußersten Verteidigungsrings gingen, schob sich die Sonne über den Horizont und tauchte das graue Gebäude in ein warmes Orange.

    Bei jedem Schritt den der Drache machte, bebte der Boden unter ihnen obwohl er dabei so anmutig wie irgend möglich aussah.
    Als sie das Tor passiert hatten schlug mit einem lauten Knall das Fallgatter wieder nach unten und trennte so die gesamte Stadt von der Außenwelt ab.

    Sie waren kaum ein paar Schritte gegangen als eine bewaffnete Einheit auf sie zugeeilt kam. Vorneweg ein in ein langes Kettenhemd gewandeter Offizier mit weißem Überwurf.
    „Herr, geht es euch gut? Wir haben eure Gefährtin so versorgt wie es die Ratsmitglieder verlangt haben. Sie ist auf dem Weg der Genesung, die Fürstin selbst hat sich um sie gekümmert heißt es“, Artas öffnete mit einem Ruck seine Gürtelschnalle und lies ihn zu Boden fallen. Danach legte er den Mantel ab, las seine sachen vom Boden auf und legte sie über seinen Sattel.

    „Herr was ist mit ihm da“, der Offizier deutete auf Yaevinn.
    „Er gehört zu mir. Lasst den Rat zusammenkommen, wir haben Kunde aus der nördlichen Region“, der Offizier salutierte und eilte mit zwei Wachen davon während der Rest bei ihnen blieb.
    „Können wir nicht vielleicht, ... meine Hand versorgen“, fragte Yaevinn kleinlaut.
    Auch wenn er ein Dörfler aus einer der hinteren Regionen des Landes war, wusste er das der Offizier einen hohen Rang bekleidete. Und das Artas anscheinend nicht minder mit Befugnissen und Rechten ausgestattet war.

    Artas drehte sich um und streckte auffordernd die Hand aus.
    Yaevinn brauchte einen Moment bis er sich überwunden hatte und streckte vorsichtig den Arm mit der verletzten Hand aus.
    Behutsam griff Artas nach seinem Handgelenk und musterte die einzelnen Finger, dann murmelte er etwas und sagte, „Setz dich dort auf den Schemel, das wird ein klen wenig weh tun“, Yaevinn tat wie ihm geheissen auch wenn ihm die Vorstellung von einem nicht Heiler versorgt zu werden Angst einjagdte. „Wäre es nicht besser einen Heiler zu rufen ich meine, dann müsst ihr euch nicht damit rumplagen“.
    Yaevinn spürte ein seltsames Ziepen in den Fingern, dann lies Artas seufzend sein Handgelenk los. „Das wars auch schon“, Yaevinn musterte kritisch seine Finger, dann zog er sie vorsichtig an.

    „Hör um Himmelswillen auf mich wie einen Herrn anzureden, das tun hier schon genügend. Komm jetzt, wir müssen uns eilen“.
    Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging den Hauptweg zur Rampe des nächsten entlang.

    Yaevinn folgte ihm wenn auch etwas verwirrt.
    Als sie den zweiten Ring betreten hatten offenbarte sich vor ihnen eine Art Garten, voll mit
    Bäumen und grünem Gras.
    Hier und dort arbeiteten jetzt schon trotz der frühen Morgenstunde Gärtner, die sich um die Bewässerung der Pflanzen kümmerten.

    Als sie den dritten und letzten Ring betraten wusste Yaevinn garnicht mehr wo er hinsehen sollte. Vor ihm lag ein rießiger Platz an dessen Rändern sich mehrere große Gebäude reihten. Es waren beeindrucktende und doch schlichte Bauten aus hellem Stein.
    Manche waren so glaubte er Ratshallen, andere wiederum gewöhnliche Wöhnhäuser.

    Ein frischer Wind zog durch die Gassen und ließ die vereinzelten in Tröge gepflanzten Büsche und Blumen sich bewegen.
    Dann jedoch pustete ihm etwas unangenehm in den Nacken und Yaevinn drehte sich um.
    Er erschrak als er genau in die blauen Augen des Drachen sah, der sie gerettet hatte.
    Doch dieser war irgend wie anders, als Yaevinn sie in Erinnerung hatte.

    „Kioma lass ihn, ihr könnt nachher Freundschaft schliessen, jetzt müssen wir zu den Shaikan“, der Drache schnaubte und stapfte dann einfach an Yaevinn vorbei.
    Nach einer Weile die Yaevinn wie eine Ewigkeit vorgekommen war, öffnete sich die Häuserschlucht vor ihm und gewährte ihm die Sich auf eine aus Marmor erbaute Statue.
    Sie zeigte eine Frau, einen Mann und ein Drachenjunges das zu ihren Füßen schlief.
    Bei genauerer Betrachtung fielen erst die feinen Konturen auf, die der Steinmetz mit größter Sorgfalt in den Stein geschlagen hatte.

    „Das ist ein Denkmal, welches an den Tag des Bündnisses zwischen den Elfen, Shaikan, Menschen und den Drachen geschlossen wurde. Es war ein bedeutsamer Tag in der Geschichte unseres Landes“, Yaevinn sah zu Artas der das Monument musterte.

    „Aber komm, der Rat wartet auf uns und unseren Bericht“, Yaevinn stockte.
    „Unseren Bericht? Was soll ich ihnen denn sagen“, Artas drehte sich zu ihm herum und schmunzelte. „Nur das was du uns auch erzählt hast, aber vielleicht wollen sie mehr sehen. Sie werden sich deine Erinnerungen vielleicht ansehen, aber keine Sorge. Es wird nicht wehtun, wenn du sie überhaupt etwas spüren solltest“.

    Beide sahen auf als ein Junge auf sie zugerannt kam.
    Als er bei ihnen war, verbeugte er sich leicht und überreichte Artas dann eine Schriftrolle.
    Er bedankte sich und öffnete sie dann, überflog die Zeilen und steckte die Rolle dann in seine Hosentasche und ging weiter.

    Mit einem Schmunzeln schickte er den Jungen fort un setzte sich selbst wieder in Bewegung. Yaevinn folgte ihm. Während sie durch die Gassen marschierten begegneten ihnen immer wieder die verschiedensten Sorten von Menschen.
    Manche trugen edle Gewänder, andere wiederum Arbeitskleidung.

    Sie bogen um eine weitere Hausecke und Yaevinn wollte gerade fragen wie lange es noch dauern würde als er ein großes rundes Gebäude sah, auf das Artas zielstrebig zu hielt.

    „Wir sind da. Pass gut auf was du sagst. Und vor allem nur etwas wenn du gefragt wirst“, Yaevinn nickte gehorsam. Dann standen sie vor der Türe des Ratsgebäudes.
    „Hol ihn heraus und schmeiss diese Tasche endlich weg. Er ist kein Haustier das man mit sich trägt. Die Abgeordneten der Shaikan könnten schlecht darauf reagieren“, Yaevinn tat was Artas ihm sagte und setzte den verschlafen blinzelnden Drachen auf dem Boden ab.

    „Werden auch Drachen da drinnen sein“?
    „Nein, ich denke nicht, die Drachenreiter sprechen meißt für die Drachen, da es nur noch wenige wilde Exemplare gibt, für sie mit“, mit diesen Worten öffnete er das Tor und trat in die darauf folgende Halle. Yaevinn folgte ihm in die kurze Halle bis sie vor einer neuerlichen Tür standen, die dieses mal jedoch von zwei Wachen flankiert wurde.

    Sie blieben kurz stehen, dann griff Artas nach dem Türgriff und öffnete das Tor.


    ________________________________


    So das ist das Ende von Yaevinns Reise, hoffe es hat gefallen = )



    Re: Tiberas

    Lee - 08.03.2009, 00:16


    mach mal nich so schnell *heul* ich komm nich mehr mit lesen mit *keine.Zeit.hab* aber so weit ich bin isses immer noch gut :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 08.03.2009, 00:17


    is ja das letzte kapitel, hast alle Zeit der Welt



    Re: Tiberas

    Lee - 08.03.2009, 00:20


    das LETZTE!? :o: .. na wenn du meinst :(



    Re: Tiberas

    Aron - 08.03.2009, 01:48


    Also ich finde das Kapi wieder echt gelungen ares. Alles schön beschrieben vorallem was ins Detail geht das du schreibst das sich die Pflanzen in den Gassen durch den wind bewegen. Das sind so kleine unterschiede die die guten geschichten auszeichenn finde ich.
    Und ich freue mich auf das letzte Kapi und finde es super das das der Proolog war und die hauptgesichte erst beginnt^^


    Ja Lee ich weis mehr hehe :lol: :lol: :lol: :D


    Also Ares lass es kreachen und schreib weiter :clap:



    Re: Tiberas

    Kaya - 08.03.2009, 12:25


    So hab das Kapitel auch endlich gelesen^^ Boa und ich dacht du schreibst nicht mehr weiter *heul* aber zum Glück ist es ja nur der Prolog *freu*
    Schreib auf jeden Fall so spannend weiter wie bisher ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 08.03.2009, 23:23


    Der Rat

    9 Mondumlauf des 981 Zyklus

    Yaevinn konnte sich einen Laut der Verwunderung nicht verkneifen als er durch die große Türe trat. Für einen Rat von ältesten sahen die meisten anwesenden doch ziemlich jung aus. Es waren acht Ratsmitglieder die ihm an einem halbkreis förmigen Tisch gegenüber saßen.

    Zwei Elfen, drei Menschen, zwei Zwerge und ein Mann neben dem ein verweister Stuhl stand, sah weder wie ein Elf noch wie ein Mensch aus. Er wirkte leicht nervös und rutschte andauernd auf dem Stuhl hin und her.

    Als sie näher getreten waren erhoben sich die Ratsmitglieder bis auf einen der wie wild etwas auf ein Stück Pergament schrieb.
    „Wir grüßen dich, Ares von den Davion. Wir haben uns hier versammelt um deinem Bericht an zuhören. Über das was in der Nähe des Palancar Tales passiert ist und dem Zusammenstoß mit den Angreifern vor Abastor.

    Wer war Ares? Yaevinn verstand nicht, doch in diesem Moment neigte Artas den Kopf und schlug sich dann mit der Faust auf die Brust.
    Dann begann er zu erzählen was auf seiner Reise passiert war, bis er zu der Stelle kam, an der er und Mya Yaevinn gefunden hatten. Den Rest danach lies er aus und kam zu dem Zeitpunkt kurz vor ihrer Flucht vor den Angreifern“, als er geendet hatte schwiegen die Ratsmitglieder eine Weile.

    „Wo ist der Drache“, fragte einer der Elfen.

    Yaevinn sah nach unten wo der Drache um seine Beine strich. Das Junge schien kein allzu großes Interesse an dem geschehenden zu haben.
    „Zeige ihn uns“, Yaevinn sah auf. Alle Blicke ruhten auf ihm.
    Artas stand still neben ihm. Er überlegte einen Moment, dann bückte er sich und griff vorsichtig nach der Nackenhaut des Drachen und hob ihn hoch.

    Ein Raunen ging durch die Menschenmenge und er überlegte einen Moment ob es vielleicht unsittlich hier war, einen Drachen als Mensch einfach am schlawittchen zu packen und hoch zu heben. Doch dem kleinen schien das ganze nichts aus zu machen.

    Langsam trat er näher und setzte den Drachen dann auf dem Boden ab wo er ihn fragend ansah. Vorsichtig ging Yaevinn zwei Schritte zurück, doch der kleine folgte ihm sofort und setzte sich neben seine Füße. Eigentlich hatte Yaevinn Gemunkel oder Geflüster erwartet doch es blieb toten still.

    „wie ist dein Name Knabe“, Yaevinn schluckte und antwortete dann. „Yaevinn, Herr“, er verbeugte sich leicht. „Wo hast du ihn gefunden“?

    Yaevinn erzählte die Erlebnisse erneut auf worauf wiederum schweigen folgte.
    „Also haben wir einen weiteren Schüler verloren. Wir danken dir das du Niam wieder zu uns zurück gebracht hast. Wir werden alles für deine Heimreise vorbereiten lassen und dir Niam werden wir einen neuen Reiter zuteilen“.

    „Yaevinn sollte sein Reiter werden“, Artas machte einen Schritt nach vorne und legte Yaevinn eine Hand auf die Schulter.
    „Ich denke nicht das es bei euch liegt zu entscheiden wer sein nächster Partner wird“, Artas straffte sich, dann holte er gelassen Luft.
    „Mit allem nötigen Respekt, Shurtugal aber er hat sich bereits einen neuen Partner ausgesucht und dass ist wie man sehen kann Yaevinn. Glaubt ihr, ihr könnt einfach gegen den Willen des Drachens entscheiden“, Yaevinn wollte gerade etwas sagen als der Braunhaarige Mann neben dem leeren Stuhl aufstand und um den Tisch herum kam.

    Er stellte sich vor Artas und murmelte etwas in einer Yaevinn unbekannten Sprache.
    Yaevinn glaubte zu wissen was er sagte, doch als Artas lächelte verwarf er den Gedanken.
    Der Mann kniete sich nieder und streckte eine Hand aus.
    Das Drachenjunge musterte ihn eingehen, dann stuppste er den Mann mit der Nasenspitze an der Hand an.
    Sie verharrten einen Moment dann stand er wieder auf und wandte sich dann Yaevinn zu.

    Er musterte ihn einen Moment, dann begann er mit einer ausgeglichenen vollen Stimme zu sprechen. „Und du, glaubst du dass du stark genug bist um die Tradition der Drachenreiter fort zuführen. Und deinen Partner zu unterstützen, ihn zu verteidigen so wie er dich verteidigen würde? Glaubst du dass du stark genug für diese Aufgabe bist?
    Du wirst nie wieder ein normales Leben führen können... erscheint dir dieser Preis zu hoch oder würdest du einwilligen“?

    Die hellgoldenen Augen bewegten sich nicht eine Sekunde von ihm als sie ihn eingehend musterten. Yaevinns Gedanken überschlugen sich als er Fieberhaft über das gehörte nachdachte. Alles was er jemals geglaubt hatte, wie sein Leben weiter verlaufen würde war über den Haufen geworfen worden.

    Er spürte wie ihn etwas an der Hand berührte und er sah stockend nach unten.
    Der Drache stuppste ihn vorsichtig an und sah zu ihm auf.
    Yaevinn biss sich auf die Lippe, dann sah er zu dem Ratsmitglied auf, er zitterte.
    Dann nickte er langsam. „Gut“, er stand auf und ging wieder zu seinem angestammten Platz. Keiner sagte etwas dann, ohne Vorzeichen standen alle Ratsmitglieder auf.

    „Der Rat der Ältesten hat entschlossen das als Nachfolger des Reiter Irmstat, Yaevinn als neuer Partner für den Drachen Niam fungieren soll.
    Die Zeremonie wird noch heute abgehalten um weitere Verletzungen zu verhindern.
    Bis zum Zeitpunkt der Vereinigung werdet ihr dafür Sorge tragen, das ihnen nichts zustößt“, Artas verbeugte sich und auch Yaevinn tat es ihm eilig gleich.

    Dann verschwanden die Ratsmitglieder einer nach dem anderen durch eine Seitentür bis sie alle, mit Ausnahme des einzelnen Verschwunden waren.
    Der Mann saß entspannt in seinem Stuhl und sah zu ihm herüber.

    „Ist er ein Halbelf“? Artas sah zu ihm hinab. „Komm, ich stell dich ihm vor“, Yaevinn hielt ihn kurz fest. „Ja aber welchem Volk gehört er an“?
    Artas schmunzelte, dann sagte er, „Ich dachte du wolltest immer schon einmal einen Shaikan sehen“.

    Er gab ihm einen sachten Stoß in den Rücken und ging dann auf den Shaikan zu.
    Als sie vor ihm standen, erhob er sich von seinem Stuhl und musterte sie erneut aus seinem goldenen Augen. „Ihr habt genau den Richtigen Zeitpunkt erwischt um zu den Feierlichkeiten zu erscheinen, besser ging es gar nicht mehr“, Artas lachte leise.

    „Wann ist es so weit gewesen“?

    Der Shaikan wandte den Blick von ihnen ab und sah zur Decke, dann wackelte er mit dem Kopf und meinte, „Es scheint gerade los zu gehen, wenn ich es richtig deute“.
    Artas lächelte. „Hast du vielleicht etwas von Mia gehört“?
    Der Shaikan setzte ein freundliches Lächeln auf. „Ich habe mich persönlich darum gekümmert, sie schläft..“, indem Moment flog die Türe hinter ihnen auf und Mya kam in den Raum gestürmt. „Ok, sie schläft nicht mehr“.

    Als Mya bei ihnen stand schnaufte sie als wäre sie gerannt.

    „Was habe ich verpasst? Haben sie zugestimmt“, dann bemerkte sie erst den Shaikan zu ihrer Rechten.
    Sie wollte gerade etwas sagen als er ihr zuvor kam, „Es ist noch nicht soweit. Yaevinn wurde als Niams neuer Reiter anerkannt“.

    Reiter, dachte Yaevinn. Hätte man ihm vor einem Monat gesagt das er einen Drachen finden und dessen neuer Partner werden solle, er hätte es nicht geglaubt.
    „Mia, habe ich dir nicht gesagt du sollst im Bett bleiben“, Mya schnaubte.
    „Und das hier verpassen“, sie sah zu Yaevinn.
    „Hast du es ihnen eigentlich schon gesagt, ich meine das wir ihnen nicht unsere echten Namen genannt haben“?

    „Ares und Mia, so heißt ihr in echt oder? Warum habt ihr es mir nicht gesagt“?
    Yaevinn konnte sich einen gewissen heraus fordernden Unterton nicht verkneifen.

    Ares seufzte und sagte dann, „Das werden wir dir später erklären, aber nun komm. Wir müssen dich für heute Abend vorbereiten“.
    „Und ich werde oben mal nach dem rechten sehen. Mia, Ares, Yaevinn“, er verneigte sch leicht und verschwand dann durch die Türe durch sie vorhin herein gekommen waren.

    Als sie später in einem Gasthaus saßen und zu Mittag aaßen, fragte Yaevinn die beiden welche Aufgabe sie wirklich hatte.
    „Wir? Wir tun das wonach uns beliebt. Wir ziehen durchs Land, mal hierhin mal dorthin und sehen nach dem Rechten“, er wurde von einem Laufburschen wie Yaevinn vermutete unterbrochen der zu ihnen geeilt kam.

    „Meister Garyu schickt nach euch. Ihr sollt so schnell wie möglich zu ihren Gemächern kommen. Noch bevor er fertig war hatte Mia den Drachen und Ares Yaevinn gepackt und schleppten sie aus dem Gasthaus.
    „Hey, Moment was soll das. Bleibt doch mal stehen“, Yaevinn kam stolpernd auf die Füße und trabte neben ihnen her. „Was ist denn los, wohin gehen wir“?

    „Garyu hat nach uns gerufen und uns in sein Quartier bestellt, anscheinend gab es Komplikationen und sie brauchen unsere Hilfe“, doch zu weiteren Fragen kam Yaevinn nicht mehr, als die beiden losrannten. Angestrengt versuchte er mit ihnen Schritt zu halten.

    Dann endlich machten sie vor einem Gebäude halt und Mia hämmerte gegen die Türe.
    Eine Zoofe öffnete ihnen und geleitete sie durch die Flure des Hauses bis sie vor einer Zimmertüre standen. „Was ist passiert“?
    Die Frau lächelte nur, dann sagte sie, „Seid leise, sie schlafen“.
    Sie deutete auf eine Türe und ging dann von dannen.
    Leise traten sie in den Raum ein und Garyu war verwundert wie seltsam der Raum eingerichtet war. Das einzige Möbelstück war ein großes besticktes Kissen auf dem eine junge Frau saß. Neben ihr lagen mehrere Decken und ihr direkt gegen über saß Garyu.

    Beide sahen auf das Bündel hinab, dann hob die Frau den Blick und Yaevinn erschrak zutiefst als ihn ein paar blutroter Auegn musterte. Zuerst wirkte die Haltung wütend doch dann entspannte die Frau sich und stand leicht zittrig auf und kam auf sie zu.
    Dann als sie vor Mia stand murmelte sie etwas und sah zu Boden.

    „Hör auf dich zu entschuldigen und lass dich beglückwünschen meine kleine“, die Frau schenkte Mia ein breites Lächeln und umarmte sie dann sanft.
    Als sie sich wieder gelöst hatten wandte die Frau sich Ares zu und murmelte das selbe noch einmal. Er lächelte, „Wie könnte ich meiner Tochter böse sein, vor allem an so einem besonderen Tag“, ohne ein weiteres Wort umarmte er sie und Yaevinn war nun völlig perplex. Die Frau war eine Shaikan und Ares bezeichnete sie als seine Tochter.

    „Moment, du bist auch ein Shaikan“, beide sahen zu ihm.

    „Saria, darf ich dir unseren jungen Freund Yaevinn vorstellen, er ist einer der neuen Drachenreiter“, wie auf Kommando drückte der Drache sich wieder an ihn.
    „Es freut mich euch kennen zu lernen“, warf Yaevinn schnell und wesentlich leiser ein. Doch die Frau lächelte nur und verneigte sich leicht. Yaevinn tat es ihr hastig nach.

    „Und, zeigst du es uns nun“, Mia stand neben Garyu und sah ungeduldig zu ihnen herüber. Saria nickte und kam zu ihr.
    Mia und Ares folgten ihr und auch Yaevinn kam ein Stückchen näher.
    „Zwillinge“? Die junge Frau nickte eifrig. In ihrem Gesicht lag ein Zug den Yaevinn nur als pures Glück deuten konnte. Garyu nahm sie in den Arm und sie legte den Kopf auf seine Schulter. Vorsichtig versuchte Yaevinn die Shaikankinder zu sehen doch er erkannte nichts. „Du darfst ruhig näher kommen“, die jungen Eltern sahen auffordernd zu ihm herüber. Yaevinn lächelte und trat leise näher und sah von Oben auf das Kissen herab.
    Vor ihm lagen zwei identische Drachenjunge die verschlafen zu ihnen aufblinzelten.
    Als eines der Jungen ihn musterte machte Yaevinn die Augenfarbe der beiden aus, die sie anscheinend von ihrer Mutter geerbt hatten.

    „Und, wie heißen die beiden“, Yaevinn hatte die Frage ausgesprochen bevor er nachgedacht hatte und konnte nun spüren wie er vor Scham rot anlief.
    Die umherstehenden schmunzelten jedoch nur verständnisvoll dann sagte Saria.
    „Sie heissen Kaya und Aron“.

    Sie blieben noch eine Weile, bis Ares beschloss das sie die Eltern und ihre Kinder in Frieden lassen wollten. Als sie vor dem Haus standen brach Mia das schweigen.
    „Eure Verbindung soll noch heute Abend stattfinden? Dann solltest du dich noch ein wenig ausruhen. Das wird eine harte Nacht für dich“.

    „Wird es wehtun“? Beide schüttelten den Kopf.
    „Nein, aber es ist leicht verwirrend“, antwortete Mia.
    Dann machte sie eine Einladende Geste und sie gingen wieder in die Gärten zurück wo sie Yaevinn erklärten, was passieren würde.



    Re: Tiberas

    Aron - 08.03.2009, 23:46


    :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

    einfach geil ares echt war einfach geil, grins mich hier grad tod :D

    Das kapi ist wirklich gut geworden und schön lang. Jetzt weis ich endlich was du mit meinem Namen vorhattest und mit kayas xd. Mach nur weiter soo kan nur besser werden wirklich, als wenn es net gut wär :D ;)

    Gibt escht nichts zu bemänglen zumindest von mir, freue mich schon auf das nächste wenn die vereinigung stattfindet :clap: :clap:



    Re: Tiberas

    Kaya - 09.03.2009, 18:51


    Aron hat folgendes geschrieben:
    einfach geil ares echt war einfach geil, grins mich hier grad tod :D


    Dito :yes: :clap:

    Ja ein tolles Kapitel! Vor allem das Ende ^.^ Freu mich schon total auf das nächste Kapitel.
    Schreib so weiter ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 10.03.2009, 22:46


    Notfalllösung


    ________________________________


    Niam

    9 Mondumlauf des 981 Zyklus


    „Werdet ihr bei mir bleiben“? Yaevinn sah fragend zu Ares und Mia auf die neben dem Bett standen in dem er lag. Sie waren zwar gerade einmal zwei Wochen zusammen und doch kam es Yaevinn so vor, als würde er sie schon viel länger kennen.
    „Natürlich bleiben wir, vor allem um auf zu passen das auch nichts schief läuft“, gab der Shaikan zurück.

    Es klopfte und, dem wunderschönen Aussehen zu urteilen eine Elfe trat ein.
    Sie stellte eine kleine Tasche ab und musterte dann Yaevinn, wie ihm unangenehm auffiehl missbilligend. Auch seinen Begleitern schien der Ausdruck im Gesicht der Elfe aufzufallen. Doch bevor jemand etwas sagen konnte verschwand sie wieder zur Türe hinau. „Wer war das“?

    Beide schwiegen einen Moment, dann antwortete Mia leise, „Lenya, die Schwester von Niams ehemaligem Reiter. Anscheinend missfällt es ihr das sie ihn so schnell durch dich ersetzen“.

    Niam... Was sie wohl gerade mit ihm machten? Ob es ihm gut ging?
    Um die Verbindung zwischen ihnen zu ermöglichen hatte man alle Reste der einztigen Verbindung beseitigen müssen. Vor gut einer Stunde hatte Mia den kleinen weg gebracht nachdem sie ihn in eine Art Schlaf versetzt hatte.

    Ares zog Yaevinns Aufmerksamkeit auf sich als er verwundert zur an den Hof angrenzenden Wand sah. Dann schmunzelte er und sah wieder auf die Bücher die einem Regal schräg gegenüber von seinem Bett stand.
    „Was ist denn“, der Shaikan hob den Kopf und lächelte.
    „Kioma wartet unten im Hof darauf das du und Niam rauskommt. Er ist ziemlich neugierig für sein Alter, findest du nicht“?

    Yaevinn wusste einen Moment lang nicht was er sagen sollte, bis er begriff das er garnicht gemeint war. Mia lächelte vom Fenstersims hinüber und sagte dann, „Ich habe lieber einen verspielten als einen mürrischen oder aggressiven Sohn“.
    „Er ist auch ein Shaikan“?
    Mia schüttelte den Kopf, „Er ist ein Drache und mein jüngster Sohn. Eigentlich auch mein einziger“, sie sahen alle zur Tür als sie laute Schritte auf dem Flur hörten.

    Dann öffnete sich die Tür und ein Elf trat ein, auf seinen zusammengelegten Händen lag auf einem Kissen Niam und schlief.
    Vorsichtig trat er an Yaevinns Bett und legte den Drachen neben Yaevinn ab.
    Doch mehr passierte nicht, der Elf verschwand wieder durch die Tür und schloss diese wieder hinter sich.

    Mia kam vom Fenster an sein Bett getreten und beobachtete ihn.
    Yaevinn wurde unter ihrem Blick unruhig. Um ihrem Blick aus zu weichen sah er zu Niam und streckte dann den Arm nach ihm aus.
    Dann strich er ihm über dem Flanke und ein leichtes Kribbeln fuhr durch seine Finger.
    Dann ohne Vorwarnung wuchs das Kribbeln zu einem Brennen an das sich über seinen ganzen Körper ausbreitete.

    Es kam ihm vor als würde sein Kopf in zwei brechen, dann ließ das Brennen nach und hinterlies ein seltsames Gefühl in seinem Geist, es kam ihm so vor, als wäre etwas neues dort, etwas was nicht ganz er war.
    Und dieses etwas war neugierig. Wehement versuchte Yaevinn die auf ihn einbrechenden Empfindungen zu ignorieren, doch er scheiterte.

    Er spürte auf einmal Gliedmaßen, die er gar nicht besaß.
    Als eine neue Welle an erdrückenden Empfindungen über ihn hinweg rollte, stieß er einen Schrei aus, den er als zehnfaches Echo erneut hörte.
    Dann langsam lies der Ansturm von Gefühlen und Empfindungen nach.
    Doch ganz verschwand er nicht. Es kam ihm so vor, als würde jenseits seines Geistes etwas bedrohliches Lauern.

    Yaevinn begann unkontrolliert zu zucken als ein Fremdes Wesen in seinen Geist eindrang und ihn erforschte. Doch was immer er suchte, Yaevinn fühlte sich nicht bedroht von ihm.
    Als der fremde Geist seine Suche beendet hatte, sandte er ihm einen Fragenden Gedanken. „Bist du nun mein Reiter oder nicht“?

    Yaevinn war verwirrt und erst nach und nach verstand er das dies Niams Geist war der ihn so interessiert erforschte. „Ja, ich bin dein Reiter“.

    „Warum verschließt du dich dann vor mir“, Yaevinn wusste nicht was er meinte.
    Wieder versuchte der Geist des Drachens in ihn ein zu dringen und er verstand.
    Langsam hörte er auf sich gegen das Vordringen des Drachen zu wehren und dieses Maö kam ihm dessen Anwesenheit nicht mehr erdrückend oder beängstigend vor.

    Die Reiz Fetzen verschwanden und Yaevinn spürte nur noch seinen eigenen Körper.
    Wieder spürte er den Geist des Drachens deutlicher der sich vorsichtig und sacht dem seinen nährte und sich Yaevinn dann öffnete. Es kam ihm wie eine schützende Umarmung vor, dann spürte er wieder etwas neues.

    Er konnte spüren was Niam spürte. Fühlen was er fühlte und hören was er dachte, ein wenig zumindest. Doch das was er hörte stimmte ihn unruhig.
    Eigentlich hatte Yaevinn geglaubt das es für Niam schön wäre wenn er wieder einen Reiter bekäme, doch obwohl der zärtlichen Umarmung spürte er den Misstrauen des Drachen. Und noch etwas. Angst.

    Doch welche Art von Angst es war konnte Yaevinn nicht deuten.
    Aber er schenkte dem Umstand keine weitere Bedeutung.
    Er selbst war auch alles andere als ruhig, weshalb sollte es bei Niam anders sein.

    Doch je länger er seinen Gedanken lauschte wurde er müder, bis er einschlief.
    Er spürte nur noch wie sich Niams Geist zurück zog, dann sank er in die Dunkelheit.


    Als Yaevinn wieder erwachte war ihm schwindelig und übel.
    Verschlafen blinzelte er und sah neben seinem Bauch Niam zusammen gerollt schlafen.
    Der Drache hatte seinen Geist durchsucht und ergründet wie er fühlte.
    Nun wollte es Yaevinn genau so wissen, wie es bei seinem Drachen war.
    Seinem Drachen, daran würde er sich noch lang gewöhnen müssen.

    Vorsichtig versuchte er nach Niams Geist zu tasten, spürte aber nichts.
    Immer weiter versuchte er seinem Geist zu finden, doch alles schien ihm wie am vorherigen Tag. Er streifte weiter durch seinen Geist als ihm etwas seltsames Auffiel.
    Er hatte die Gedanken seines Partners gehört, aber warum reagierte er auf seine nicht?
    Schlief er noch oder ignorierte er ihn gar?

    „Nein, du musst dich einfach nur noch ein wenig an mich gewöhnen“, Yaevinn fuhr zusammen als er die Stimme in seinem Kopf hörte.
    Im Vergleich zum vorherigen Tag kam ihm Niam nun viel entspannter vor, wenn er jedoch immer noch nicht seine Scheue abgelegt hatte.

    Er musste den Gedanken erraten haben als Niam ihm einen Gedanken zeigte, der sich ein wenig von den anderne unterschied.
    Es war kein Gedanke, sondern eine Erinnerung, das wurde Yaevinn bewusst als er Niams ersten Reiter aus dessen Augen sah.
    Der Junge Mann wirkte wütend auf Yaevinn, dass was dann passierte, entlockte ihm ein entsetztes Seufzen.

    Der Mann brüllte ihn an und griff ihn am Flügel als Niam von ihm weg rutschte.
    Dann war es vorbei und er sah wieder den silbernen Drachen der nun die Vorderpfoten auf Yaevinns Hüfte gelegt hatte.

    „Er wollte mich nicht. Ich war nicht gut genug in seinen Augen. Irmstadt war ein sehr Zielstrebiger Elf. Es stimmte ihn unzufrieden, das die anderen Drachen seiner Mitschüler schneller lernten als ich. Eines Tages, sagte er mir dass ich mich mehr anstrengen solle, oder er mich aber aussetzen würde“, eine Welle der Traurigkeit trieb in Yaevinns Geist.

    „Mochtest du ihn“? Niam sah zu ihm.
    „Anfangs war er gut zu mir. Hatte sich über mich gefreut. Aber irgendwann, als ich immer noch nicht reden konnte, verlor er das Interesse an mir. Er ließ mich nicht mehr an sich heran und ließ mich alleine“.

    „Aber warum erzählst du das mir“?

    Vorsichtig drückte Niam ihm den Kopf in die Hand und kuschelte sich dann an ihn, eine Antwort erhielt Yaevinn jedoch nicht.
    „Damit du verstehst das ich nicht einfach so aus einer Laune heraus meinen Reiter wechseln würde. Ich habe gespürt was du empfindest. Ich will bei dir sein. Dein Freund und Begleiter sein. Dasselbe was ich mir auch von dir erhoffe“, Yaevinn lächelte leicht.
    „Ich werde mein bestes geben“, der Drache leckte ihm über die Wange und legte dann den Kopf auf Yaevinns Brust und schlief wieder ein.



    Re: Tiberas

    Aron - 10.03.2009, 23:01


    Also Ares das Kapi finde ich nicht schlecht weil du richtig schön die Gedanken der beiden beschreibst und zusammenfürst, das ist eine Flüssige handlung bei der man schön mitkommt. Auch das du noch was vom alten Partner von Niam sagst, wie er in etwa war. Und einen Jammerlappen sehe ich beim bessten willen nicht. :)

    Mach weiter so :clap: :clap: ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 11.03.2009, 18:39


    Heimweh

    1 Mondumlauf des 982 Zyklus

    Betrübt sah Yaevinn aus dem Fenster seines Quartiers in das Schneetreiben hinaus.
    Es war das erste Jahr das er die Jahreswende ohne seine Familie hatte feiern müssen.
    Zwar hatte er seinen geliebten Niam, aber auch er konnte einfach nicht die Fehlende Stimmung ersetzen. Auch die Shaikan waren nicht da, sie waren zusammen mit dem vor drei Monaten geschlüpften Nachwuchs auf Reisen gegangen.
    Dies war für sie nur zu dieser Jahreszeit möglich, da nun ob der Wetterverhältnisse keine Botschaften mehr zu ihnen kamen, außer sie waren von äußerster Dringlichkeit.

    „Es tut mir Leid, dass du wegen mir nicht bei deiner Familie sein kannst“, er hob den Blick und sah zu Niam der mit seiner gebrochenen Pfote auf seinem Kissen lag.
    „Ich mache dir deswegen keinen Vorwurf. Du konntest nichts dafür und hast es erst recht nicht mit Absicht getan“, er ging zu ihm und kraulte den Drachen am Kinn.

    Vorsichtig setzte Yaevinn sich zwischen die Vorderbeine seines Gefährten und nahm den Zettel, auf den er sich die Wörter der alten Sprache geschrieben hatte, aus seiner Brusttasche und entfaltete ihn.

    „Willst du dir nicht einmal jetzt etwas Ruhe gönnen. Du lernst fast nur noch und nimmst dir kaum noch Zeit für etwas anderes“, Yaevinn schmunzelte.
    Er hatte beinahe vergessen das es für Niam eine Qual war den ganzen Tag nur herum zu liegen und nichts zu tun und er deshalb um so mehr Yaevinns Nähe suchte.
    „Du hast recht. Vielleicht sollte ich mir wirklich einmal eine Pause gönnen und mich den wirklich wichtigen Sachen widtmen, was meinst du“?

    Sanft strich er dem Drachen über den Muskulösen Hals.
    Niams Kehle vibrierte als er ein tiefes Summen ausstieß und behaglich die Ohren hängen lies. „Yaevinn, ich wollte dir schon lange sagen dass ich froh bin, dass du mein neuer Reiter geworden bist“, er fuhr ihm mit der weichen Nase über die Wange.
    Er drückte den Kopf gegen Niams und das Summen des Drachens wurde noch einmal lauter. Seufzend stand Yaevinn auf und ging zum Kamin um ein weiteres Stück Holz nach zulegen.

    Gerade als er sich wieder niederlassen wollte, fiel sein Blick auf die Sanduhr die auf der kleinen Kommode stand. Die Zeit war um und er musste die Salbe wieder auf die geschwollene Stelle auf Niams Pfote reiben. Der Drache beschwerte sich nicht, jedoch sah Yaevinn nur zu genau wie die Leftzen seines Partners immer zuckten, wenn seine Hand über die gebrochene Stelle rieb.

    Lustlos stapfte er zur Kommode und drehte die große Sanduhr wieder um, so das sie von neuem zu zählen begann. Er nahm den Topf mit der von ihm selbst gefertigten Salbe und ging wieder zu Niam hinüber.
    Er kniete sich neben die verletzte Pfote und öffnete Vorsichtig den Knoten der den Verband zusammen hielt.
    Es war eine schwere und mühsame Arbeit, da Yaevinn peinlich genau darauf achtete die verletzte Pfote nicht zu berühren und Niam so Schmerzen zu zufügen.

    Als er endlich mit allem Fertig war, stand er auf und lies sich sofort wieder auf den nächst besten Stuhl fallen. Er fühlte sich ausgelaugt und erschöpft.
    Hatte er sich vielleicht doch übernommen?
    Er hatte es schon so schwer, da er mit seinen vierzehneinhalb Jahren noch sehr jung war und das Training schwer. Doch am meisten machte ihm das Heimweh zu schaffen.

    Vor drei Monaten hatte er seine Familie zuletzt gesehen. Man hatte ihm zwar erlaubt sie zu sich ein zu laden, doch sie konnten nicht. Die Großeltern konnten nicht allein gelassen werden, genau so wenig wie seine jüngeren Geschwister. Er wusste nicht einmal wie seine Eltern auf die Tatsache reagiert hatten, das er ein Drachenreiter war.
    Aber immerhin hatte er Eltern. Sein Drache war, wenn es so einen Ausdruck bei Drachen überhaupt gab Weise. Seine Eltern waren schon vor vielen Jahren im Krieg gefallen.
    Außer ihren Namen war nichts mehr bekannt von ihnen. Manche munkelten sogar das sie Shaikan waren, und allzu unwahrscheinlich fand Yaevinn nicht.
    Immerhin hatte Niam selbst für den Drachen eines Reiters ein sehr ruhiges und sanftes Gemüt. Das war aber auch alles was er mit einem Shaikan gemein hatte.

    Er spürte das Niam etwas sagen wollte, unterbrach ihn jedoch bevor er etwas sagen konnte. Er setzte sich an Niams Flanke und kitzelte ihn am Flügelansatz.
    Der Drache sah ihn jedoch nur besorgt an. Yaevinn wich seinem Blick aus und sah zu Boden. Es war beinahe unmöglich für ihn, sein Heimweh vor Niam abzuschirmen.
    Inzwischen konnte er auch spüren was Niam spürte, und sagte leise, „Ohne dich wäre es noch schlimmer“. Er legte den Kopf an seine Flanke und versuchte sich am Takt von Niams Herz zu beruhigen. Doch es funktionierte nicht.

    Er spürte nun was Niam fühlte. Ob er glücklich oder traurig war, aber auch wie es ihm ging. Er konnte sich erinnern wie er in die Knie gegangen war als ein Schneidender Schmerz durch seine Hand gefahren war, just indem Moment indem Niams Pfote von einem herunterfallendem Stein gebrochen wurde.

    Als Yaevinn wieder aufsah war es bereits finster vor dem Fenstersims “Ich bin bald wieder zurück“, verabschiedete er sich und strich dem dösenden Drachen über die Nase.
    Dann verlies er leise den Raum und ging zum Speisesaal.
    Die Gänge waren dunkel und kalt, da kaum mehr ein Schüler sich im Gebäude aufhielt.
    Die meissten waren bei ihren Familien oder mit ihren Kameraden unterwegs.
    Yaevinn war eigentlich auch zu so einem Ausflug eingeladen, doch Niams Verletzung lies eine solche Reise jedoch nicht zu.

    Als er in den Speisesaal eintrat war außer dem Schankwirt nur ein Mann in seltsamer Kleidung in dem Raum. Er saß mit dem Rücken zu ihm vor dem Kamin und starrte in die Flammen. Yeavinn blieb einen Moment stehen, dann ging er weiter zu der kleinen Theke um sich etwas zu essen zu nehmen.
    Da beinahe niemand mehr da war, gab es nur Brot mit Fleisch, doch Yaevinn beklagte sich nicht.

    Hin und wieder schweiften seine Gedanken wieder zu seiner Familie ab, doch er versuchte sie weiterhin zu unterdrücken. Was konnte er auch anderes machen.

    Jetzt wo er wieder an Niam dachte, konnte er auch nicht mehr die Erinnerung unterdrücken. Wie man ihn zu ihm brachte und wie er dasaß. Die blutige Pfote angehoben hatte er darauf warten müssen das er zu ihm kam und ihm half.
    Zorn wallte in ihm auf, keiner der sich in der Nähe befindenden Magier oder Reiter hatte auch nur versucht dem jungen Drachen zu helfen.

    Er erinnerte sich noch zu gut wie Niam gewimmert hatte, als er ihm die Wunde mit Alkohol hatte reinigen müssen. Er war zäh, das wusste Yaevinn doch man hatte ihn eine dreiviertel Stunde mit der gebrochenen Pfote dasitzen lassen. So etwas hielt nicht einmal ein Drache über einen so langen Zeitraum aus.

    Aber es war nicht nur bei ihnen so. Keinem der Drachen kam Hilfe außer von ihren Reitern zugute. Nur einmal hatte einer der ausgebildeten Reiter eingegriffen, als ein Drache wegen einer Verletzung am Hals im sterben lag.

    Yaevinn schreckte aus seinen Gedanken auf als er laut hallende Schritte hörte.
    Er hob den Blick und sah wie der Mann, der eben noch vor dem Feuer gesessen hatte
    langsam die Tischreihen hinab kam.
    Er ging langsam und trat nicht einmal fest auf und doch hallten seine Schritte wie die eines umher springenden Zwerges.

    Als er sich das Gesicht des Mannes ansah, erschrak er zutiefst. Es war ein junger Mann, vielleicht gerade einmal zwanzig Sommer alt, doch sein Gesicht wurde von schwarzen Zeichen und Symbolen geziert. Sie standen für Verrat, Mord und Niederlage.
    Aber warum sollte ein freier Mensch sich so etwas ins Gesicht tätowieren lassen.
    So etwas würde man vielleicht in einem abgelegenem Teil des Landes mit Verbrechern machen, doch aber so jemand würde nicht einfach hier herum spazieren.

    Er sah dem Mann nach bis er aus der Türe verschwunden war. Er überlegte noch einen Moment und versuchte dann sich wieder seinem Essen zu widtmen.
    Er biss noch ein Paar Male lustlos in sein Brot, dann legte er es frustriert ab und stand wieder auf. Nachdem er den Teller bei dem Schankwirt abgegeben hatte, marschierte er wieder in Richtung seiner Unterbringung als ihm etwas auffiel.

    Hinter sich spürte er jemanden. Er drehte sich um, um zu sehen wer es war, doch niemand war außer ihm auf dem Flur.
    Er spähte noch einen Moment in die Dunkelheit, dann ging er weiter.
    Doch das Gefühl beobachtet zu werden ließ nicht nach.
    Wieder und wieder sah er nach hinten doch nie war dort jemand.

    Stirnrunzelnd ging er weiter und erreichte bald ihr Quartier.
    Als er eintrat schlief Niam ruhig. Yaevinn lächelte und schloss leise die Türe.
    Niam hatte den Schlaf dringend nötig und er auch.
    Vorsichtig streifte er sein Wams ab und legte sich dann aauf sein Bett, von wo aus er den silbernen Drachen beobachtete. Dann langsam schlief er ein.



    Re: Tiberas

    Aron - 11.03.2009, 23:23


    Na echt nicht schlecht ares bin mal gespannt wer der Rätselhafte man ist *gg* bestimmt ein Kopfgeldjäger xd

    Na auf jeden fall will ich wissen wie es weiter geht , zu bemängeln habe ich ... nichts. doch eine sache, mach weiter so ;) :D



    Re: Tiberas

    Kaya - 12.03.2009, 21:02


    Also die letzten zwei Kapitel waren wie alle einfach nur toll. Super beschrieben, vor allem Gedanken und Gefühle. Es macht richtig spaß deine Geschichte zu lesen :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 15.03.2009, 22:55


    Geschichten

    1 Mondumlauf des 982 Zyklus


    Ein lautes Klopfen riss Yaevinn aus seinen Träumen. Verwirrt sah er zur Türe als Niam verschlafen den Kopf hob. „Kommt herein“, rief er verschlafen, schwang die Beine über die Bettkante und setzte sich auf.
    Die Tür öffnete sich und Ares kam herein, immer noch in Reisekleidung wie ihm auffiel.
    Anscheinend waren die Shaikan erst gerade eben wieder zurück gekehrt.

    „Was kann ich für euch tun, Ares Elda“?
    Der Shaikan verzog das Gesicht. „Hör bloß auf damit. Es ist schon schlimm genug das die Elfen mich so nennen. Jedesmal wenn sie es tun komme ich mir zehn Jahre älter vor“.
    Er sah neugierig zu Niam. Yaevinn erahnte die Frage und antwortete gleich, „Er hat sich die Pfote gebrochen“, der Shaikan verzog das Gesicht.

    „Dann warst du also nicht...“, Yaevinn schüttelte den Kopf.
    „Nein, ich konnte ihn nicht alleine lassen“, der Shaikan gab ein resignierendes Geräusch von sich. „Und wie war es mit den kleinen? Hatten sie ihren Spaß“, Ares schnaubte amüsiert. „Sie schon, wir weniger. Der Schnee lag so hoch das sie sich darunter verstecken konnten. Für sie war das ein riesen Spaß aber für uns...“, nun musste Yaevinn schnauben als er sich vorstellte wie vier Shaikan hinter den Frischlingen her rannten.

    Ares wollte gerade wieder gehen, als ihm der seltsame Mann vom vorherigen Tag wieder einfiel. Als er Ares nach ihm fragte sagte er, dass es sich um eine Art Mönch handle, der schon seit einem Halben Jahr in der Stadt war und die Archive durchforstete, auf der Suche nach einem Hinweis über ein verschollenes Artefakt.
    Über die Tätowierungen wusste er jedoch nichts.


    Den ganzen Tag über trafen mehr und mehr Leute wieder ein und auch seine drei Mitschüler kamen gegen Abend bei ihm vorbei um nach Yaevinn zu sehen und Niam eine gute Genesung zu wünschen.
    Zuerst kam Irwin, ein für sein Alter großer, blonder Jugendlicher der schon seit einem Jahr in der Ausbildung war. Er war ein bärbeißiger rauer Mensch, der für jeden Spaß zu haben war. Er war so wie man sich normalerweise einen Jäger vorstellte.

    Danach war Zega gekommen. Er war ein typischer junger Mann, wie jeder andere.
    Er war ihm und den anderen Schülern um einiges voraus was Kampf und Magie anbelangte, da er aus einer Linie von Magiern stammte.

    Doch am meisten hatte er sich gefreut als ihn Leo besuchen kam.
    Nur Niam stand ihm von den Leuten in der Festung noch näher als Leo.
    Leo hatte sich bereits in den ersten Tagen als freundlicher und kameradschaftlicher Mitschüler erwiesen. Er teilte viele der Interessen die auch Yaevinn hatte, wie zum Beispiel die Jagd. Vor allem war Leo anders als die anderen elfischen Reiter, diese waren immer Ernst und zeigten kaum eine Regung.
    Ganz und gar im Gegensatz zu ihm. Auch Niam mochte Leo und dessen Partnerin Ksha sehr. Leo hatte ihm sogar ein Stück Kuchen abgegeben, welches ihm eigentlich seine Mutter als Proviant für die Reise mit gegeben hatte.
    Wo genau er herstammte wusste Yaevinn nicht. Zwar hatte Leo ihm den Ort genannt, doch Yaevinn hatte einfach noch nie von ihm gehört.

    Bevor sie sich jedoch hätten austauschen können war ein Laufbursche ins Zimmer geeilt und hatte nach Leo verlangt.
    Der Halbelf war dem Jungen gefolgt und seitdem nicht mehr aufgetaucht.
    Langsam dämmerte es Yaevinn das er ihn an diesem Tage wohl nicht mehr sehen würde und er behandelte noch einmal Niams Pfote bevor er sich umzog und ins Bett gehen wollte. Er fühlte sich wie er sich früher gefühlt hatte wenn er von einer langen Wanderung
    zurück kam, von seiner Familie empfangen und versorgt und dann in sein Zimmer entlassen wurde.

    Yaevinn konnte ein lautes Schniefen nicht unterdrücken und sah bekümmert zum Fenster hinaus. Er starrte eine Weile in die Dunkelheit als ihn von hinten etwas am Wams packte und auf sich zu zog. Als er hinter sich schaute, sah er wie ihn Niam mit dem Maul am Wams gepackt hatte. Dann lies er ihn los, hob einen Flügel an und legte ihn um Yaevinns Schulter und zog ihn zu sich heran.

    Er brauchte einen Moment bis er begriff was der Drache von ihm wollte.
    Vorsichtig daraf bedahct nicht den verletzten Arm zu berühren hockte er sich neben Niam und legte sich dann an seine Seite. Der Drache deckte ihn mit seinem Flügel zu und es wurde dunkel um Yaevinn herum.
    „Danke“, er spürte, das Niam sich sorgen um ihn machte.

    Es klopfte an der Türe als er am nächsten Morgen aufwachte.
    Niam hob den Flügel leicht um ihn heraus zu lassen als die Tür auch schon aufging und Leo herein gestürmt kam.
    Der Elf wirkte aufgeregter als Yaevinn ihn jemals gesehen hatte und es dauerte einen Moment bis Leo wieder genug Luft bekam um einen Ton hervor zu bringen.
    „Yaevinn! Ich habe meinen ersten Auftrag erhalten“, Yaevinn brauchte einen Moment bis er begriff, dann schlug er dem Elf freudig auf die Schulter.

    „Was sollst du tun“?

    „Ich soll mit einem anderen Schüler einen Gelehrten von Tarnag hierher bringen“, man sah dem Halbelf nur zu gut an das er sich schwer tat seine Aufregung zu verbergen.
    „Und wen haben sie euch als Gefährten zugeteilt“?
    Yaevinn konnte sich eine Spur Neid nicht verkneifen. Während ihrer Lehrzeit kamen sie nur wenig aus der Feste heraus. Ein Auftrag, vor allem ein so leichter, war da wie ein Ausflug.

    „Oberot hat mir freie Wahl gelassen und ich würde, dich gerne mitnehmen“, einen Moment
    lang schlug Yaevinns Herz schneller. Dann erinnerte er sich jedoch an Niams Verletzung und schüttelte den Kopf.
    „Es geht nicht. Ich kann ihn nicht allein lassen“, Niam protestierte lautstark in seinem Kopf doch Yaevinn ignorierte ihn einfach.

    „Ich habe sofort an dich gedacht als sie mich gefragt haben und ich habe Niam nicht vergessen. Ich bat darum das der Beginn der Reise um zwei Wochen verschoben wird.
    Er wäre zwar noch nicht ganz gesund aber bewegungsfähig.
    Und es drängt nicht, Wir könnten uns Zeit lassen und Niam Zeit geben sich zu erholen.
    Außerdem wird es Ksha und ihm gut tun wenn sie mal wieder aus der Feste heraus kommen. Nun, kann ich mich auf dich verlassen“?
    Der Elf setzte ein erwartungsvolles Lächeln auf und wartete.

    „Yaevinn, wenn du möchtest...“, Yaevinn sah zu Niam.
    „Bist du dir sicher das du das schaffst? Wenn wir erst unterwegs sind, wird es schwer dir zu helfen wenn die Stelle wieder bricht“.

    Niam brauchte einen Moment bis er antwortete, „Solange ich nicht wie ein Karnickel herum hüpfe wird schon nichts passieren“.
    Yaevinn sah zögernd zu dem wartenden Elf, dann nickte er freudig, „Wir werden dich begleiten“.

    „Dann ist es abgemacht, ich werde es Oberot mitteilen und dir sagen wann es losgeht und das du mir ja keinen Unsinn machst“, sagte er zu Niam gewandt, was dieser mit einem spöttischen knurren beantwortete.
    Als der Halbelf das Zimmer verlassen hatte sah Yaevinn wieder zu Niam.
    „War das wirklich klug? Was wenn uns etwas passiert oder du Probleme mit deinem Fuß bekommst“? Der Drache blinzelte kurz, dann sagte er ruhig, „Mir wird schon nichts passieren, und wenn doch kann ich auch auf drei Beinen laufen“, Yaevinn murmelte noch etwas und nickte dann zustimmend.

    Als sie später zum Hauptgebäude gingen um sich zurück zu melden fiel Yaevinn auf das Niam noch vorsichtiger war als so schon um seine Pfote nicht zu verletzen.
    Als sie sich endlich durch die Straßen gearbeitet hatten wirkte Niam müde.
    Die Zeit die er nur gelegen hatte, hatte dem jungen Drachen viel von seiner Stärke geraubt. Doch Yaevinn war sich sicher das er bis zu ihrer Reise wieder vollkommen genesen sein würde, oder zumindest so weit das er wieder normal laufen konnte.

    Als er vor dem Hauptgebäude angekommen war herrschte dort ein Tumult, den er nicht erwartet hatte. Sicherlich war er sich im klaren das die Schar von Schülern und deren Drachen sich austauschen wollten, doch hier sah es aus wie in einer Ratshalle, wenn die Verhandlungen gescheitert waren und sich alle nur noch anbrüllten.

    Als er endlich die Aufmerksamkeit eines Schülers bekommen hatte und er ihn fragte was los sei , sagte dieser „Es sind Attentate auf uns verübt worden, fünf von uns hat es erwischt und drei sind gerade so mit dem Schrecken davon gekommen“.
    Yaevinn brauchte einen Moment bis er das gehörte verarbeitet hatte, dann harkte er nach, „Aber wer sind die Angreifer“, der Schüler schüttelte den Kopf.
    „Das versucht man gerade heraus zu bekommen aber...“, alle schwiegen als das Hauptor aufflog und Oberot, der Älteste Lehrmeister, heraus trat. Hinter ihm kam Leo heraus und schlich leise in die Menge der Wartenden.

    „Mit sofortiger Wirkung sind alle Schüler und Drachen vom Unterricht entbunden und werden abnsofort im Haupthaus Quartier beziehen. Es werden jeweils zwei Reiter und zwei Drachen in einem Quartier untergebracht. Desweiteren ist es keinem von euch, egal welchen Reifegrad er schon hat gestattet sich alleine in der Festung oder gar außerhalb der Zitadelle auf zu halten. Ihr werdet gleich euren Quartierpartner und euer Quartier zugeteilt bekommen, geht danach unverzüglich dorthin und verlasst diese nicht mehr.
    Eure Lehrmeister werden nachher zu euch kommen und euch alles andere erklären“.

    Mit diesem Wort drehte er um und verschwand wieder im Gebäude.



    Re: Tiberas

    Aron - 15.03.2009, 23:20


    O.o Was hast du den vor ares? :lol:

    Das wird ja interessant kaum kommen Yaevinn und Niam aus dem Haus sind sie schon wieder einquatiert xd


    Zu bemängeln habe ich nichts ist echt gut schreib weiter so bin schon auf den nächsten teil gespannt :clap: :D



    Re: Tiberas

    Kaya - 15.03.2009, 23:28


    Ich bin auch mal gespannt was da los ist^.^ Von mir auch nur gute Kritik :yes:
    Mach weiter so ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 16.03.2009, 17:31


    Heute abend gibt es das nächste :)



    Re: Tiberas

    Aresander - 16.03.2009, 20:42


    Zeichen des Sturmes

    2 Mondumlauf des 982 Zyklus


    Missmutig sah Yaevinn von seinen Schriftrollen auf zum Fenster an dessen außen Seite das Wasser herablief.
    Das war das einzig gute an dem Ausgangsverbot, sie hätten so oder so nicht raus gekonnt. Was ihn wirklich ärgerte war der Verlust seiner Privatsphere.
    Egal was er machte, er durfte nie alleine sein.
    Sein Zimmerpartner den man ihm zugeteilt hatte war noch erregter wegen der Angelegenheit und spottete sich den Frust von der Seele.

    Yaevinn hatte eigentlich gehofft das er Leo als Zimmergefährten bekommen würde doch stattdessen hatte man ihm den launischen Thurien zugeteilt.
    Er und sein Drache waren das was sich Yaevinn unter Einzelgängern vorstellte.
    Außer den gemurmelten Flüchen von ihm wenn Yaevinn ihn bei etwas störte hatte er eigentlich noch kein Wort von ihm gehört.

    Aber eigentlich war sich Yaevinn auch nicht sicher ob er etwas von ihm hören wollte.

    Statt mit ihm unterhielt sich Yaevinn die ganze Zeit mit Niam, der genauso wenig mit Thuriens Drachen anfangen konnte.
    Am meißten ärgerte ihn an den beiden jedoch der unverholene Spott ihnen gegenüber, bei allem was sie machten. Jedesmal wenn Yaevinn Niam kraulte oder ihm liebevoll über den Hals strich begann der ältere Reiter zu grinsen.



    Als es dunkel draussen wurde und Yaevinn gerade das Essen verspeißte was ihnen ein Küchenhelfer gebracht hatte, nahm er auf einmal eine Unruhe in seiner Umgebung war.
    Zuerst hatte er mit einem Anschlag gerechnet, dann jedoch wandelte sich das Gefühl mehrfach von Angst in Bewunderung und Respekt.

    Ein Zittern ging durch die Möbel des Zimmers, dann hörte Yaevinn ein lautes Rumpeln außerhalb des Gebäudes und noch eins und noch eins.
    Angestrengt versuchte er etwas zu erkennen doch es war zu dunkel draussen.
    Dann fuhr sein Blick jedoch zum Himmel und seine Bewegung erstarrte. Über dem Gelände, welches die Drachen zum Starten und Landen nutzten bewegte sich ein rießiger Schemen. Er hatte auch die Form eines Drachen doch das Ausmaß dieser Erscheinung war gigantisch. Yaevinn brauchte einen Moment biss er sich gefangen hatte.

    Dieses Exemplar musste eine Flügelspannweite von gut sechsundfünfzig Fuß haben, beinahe doppelt so groß wie ein normaler Drache.
    Er wollte gerade Thurien herbei rufen als die Erscheinung in einer Wolke verschwand.
    Dann konnte er sich endlich losreißen.
    „Niam was war das für ein“, doch sein Partner unterbrach ihn.
    „Ich weiß es nicht. Ich konnte ihn nur für einen Kurzen Moment spüren, dann schien es mir als sei er einfach verschwunden. Vielleicht war es ja Evalia“?

    Yaevinn erinnerte sich an die rießige wilde Drachin die er einmal kurz nach seiner Ankunft zu Gesicht bekommen hatte.
    Sie war so die Geschichte die Urmutter des Drachenvolkes. Fast alle Drachen die es gab stammten von ihr ab. Auch Leos Drachin Ksha war eine Urenkilin dieser Drachendame.
    Doch wenn er sich nicht getäuscht hatte, war der Drache den er gesehen hatte um vieles größer als Evalia.

    Als er Niam seine Gedanken mitgeteilt hatte vibrierte die Kehle des Drachen und er sah zum Fenster in die Dunkelheit hinaus.

    „Hast du das eben gesehen“, Thurien sah entnervt zu ihm auf.
    „Was gesehen“? „Den Drachen“, er lies die Schultern hängen und sah zu Niam und wollte etwas sagen, hielt jedoch inne und sah dann zu seinem Drachen Sathé.
    „Ja ich sehe einen Drachen, und nun“, Yaevinn biss die Zähne zusammen und spürte die Entrüstung Niams über die versteckte Beleidigung.

    „Nicht hier drinnen, sondern dort draussen. Er war riesengroß“, der andere Reiter winkte ab und sah wieder auf seine Schriftrollen.
    „Davon gibt es viele, sieh dir Meister Oberots Windu an. Und irgendwann wird Sathé auch so groß sein, so ist das nun einmal bei Drachen“.

    „Ich weiß wie groß Drachen werden, dieser war rießig, beinahe doppelt so groß wie Windu“, der Reiter ihm gegenüber begann zu prusten.
    „Dann wäre er ja größer als Evalia, die Urmutter des Drachenvolkes selbst. Hör auf zu phantasieren und mich mit deinen Märchen aufzuhalten“, die Aroganz des Reiters trieb Yaevinn die Zornesröte ins Gesicht.

    Er stand auf machte ein Paar Schritte nach vorne riss sich dann zusammen und versuchte seine Wut unter Kontrolle zu bringen.
    Ohne weiter darüber nach zu denken ging er zur Tür und verlies das Zimmer.
    Er hörte noch wie Thurien ihm etwas hinterher rief doch er ignorierte es.
    Als er ein paar Schritte gegangen war hörte er wie sich Niam durch die Tür schob und hinter ihm her stolperte.

    „Yaevinn! Yaevinn jetzt warte doch mal“, Niam stieß ein leises Fauchen aus was ihn endgültig zum stehen brachte.
    „Wir dürfen das was wir tun nicht, hast du vergessen was uns Meister Oberot gesagt hat“?
    „Nein“, der Drache führte eine Bewegung mit seinem Kopf aus die annähernd wie ein Nicken wirkte. Eine Geste die er sich schon früh bei ihm ab geschaut hatte.

    „Und warum tust du es dann? Wegen diesem Geck und seinem eingebildetem Partner“?
    Yaevinn konnte den vorwurfsvollen Ton nicht überhören.
    Niam hieß seine Entscheidung nicht gut.

    Yaevinn seufzte. Können wir wenigstens kurz zu den Waschräumen gehen? Ich habe keine Lust Thurien darum zu bitten mich zu begleiten“, Niam schüttelte leicht den Kopf.
    „Yaevinn du weißt genau was Meister Oberot gesagt hat, wir“, Yaevinn fuhr unwirsch mit der Hand durch die Luft. „Nur dieses eine Mal. Was soll uns passieren? Soll ein Attentäter durch die Abflussrohre kommen“?

    „Yaevinn, kannst du dich nicht durchringen Thurien zu fragen“, der bittende Unterton ließ ihn weich werden. „Ist es dir lieber das ich erniedrigt werde und du auch?
    Er macht sich eh über dich lustig weil du dir die Pfote verletzt hast, was glaubst du wird er sagen nachdem wir jetzt schon hier waren und dann wiederkommen um ihn zu bitten mit zu kommen“?
    Nun konnte Yaevinn den Zweifel des Drachen spüren und merkte das er gewann.
    „Na gut, aber beeile dich“, Yaevinn nickte und ging langsam, damit Niam Schritt halten konnte voraus. Als sie bei den Baderäumen angekommen waren hörte Yaevinn wie eine Tür Lautstark ins Schloss fiel. Wahrscheinlich hatte sie Thurien die Nachtruhe nicht beachtend einfach zugeworfen.

    Als er sich erleichtert hatte trat er wieder nach draußen wo Niam merklich Unruhig auf ihn wartete. Ohne ein Wort gingen sie wieder den Gang hinab zu ihrem Zimmer.
    „Bestimmt hat er sich schnell ins Bett gelegt um uns gleich wieder für die Störung schimpfen zu können“, murmelte Yaevinn leise und Niam stimmte ihm brummend zu.

    Als sie vor ihrer Türe standen schnaubte Niam und straffte sich.
    Yaevinn spürte das er unruhig war und versuchte den Augenschein zu wahren.
    Langsam öffnete er die Tür und sah ins Innere des Zimmers.
    Wie erwartet waren die Lampen gelöscht und nur das Feuer spendete noch etwas Licht. Leise trat er ein und sah sich im Zimmer um.

    Sathé lag immer noch in seiner Ecke und schlief wie es schien während Thurien wider erwarten nicht im Bett lag sondern auf einem Schämel vor dem Feuer saß und in die Flammen starrte. Er wirkte nun ruhig und gelassen, nahm aber keinerlei Notiz von Yaevinn. Niam schnupperte mehrfach die Luft und kostete diese dann mit seiner Zunge.
    Ein kühler Luftzug trug den Geruch regennasser Luft zu ihm heran und sein Blick fiel auf das offene Fenster.

    „Wir sind wieder da, sagte Yaevinn leise da es den Anschein hatte das der Reiter sie nicht bemerkt hatte. Langsam senkte Thurien den Kopf, antwortete jedoch nicht.
    Wie es schien war er eingeschlafen.
    Durch Yaevinns Gesicht zog sich ein Schadenfrohes Grinsen. Leise schlich er an den Reiter heran und stieß ihn dann leicht ins Kreuz und rief „Buuh“.
    Doch wider seiner Erwartung kippte Thurien nach vorne.

    „Yaevinn es stinkt nach Blut“, schrie Niam auf einmal in seinen Gedanken.
    Alles was Yaevinn spürte war Panik, dann packte er Thurien und schüttelte ihn.
    Yaevinn stieß einen Schrei aus als Thuriens Kopf zur Seite und dann einfach abfiel.
    Gerade als er aufstehen wollte brüllte Niam, dann war sein Kopf über ihm und der Drache stieß ein lautes Jaulen aus.
    Rotes Blut tropfte auf Yaevinn hinab während Niam nach einem für Yaevinn nicht sichtbaren Angreifer schnappte.

    Es polterte laut, als jemand ins Zimmer gestürmt kam. Yaevinn sah nur noch wie ein dunkler Schemen auf das Fenster zurannte und dann in der Dunkelheit verschwand.

    Ohne Vorwarnung entflammten alle Kerzen in ihren Haltern und erhellten den Raum.
    In der Tür standen der Shaikan Garyu und Meister Oberot und sahen zu ihm hiab.
    „Yae...vinn...“, Mit einem lautem Plumps fiel neben ihm Niam zu Boden und blieb reglos liegen. Yaevinn entfuhr ein Schrei des Entsetzens als sein Kamerad zu Boden ging.

    Schnell rutschte er zu ihm hinüber und fühlte am Hals nach einem Puls.
    „Geh weg Junge“, Meister Oberot schubbste ihn grob zur Seite und drehte Niams Kopf leicht, so das für Yaevinn ein stark Blutender Schnitt im Gesicht sichtbar wurde.
    Innerhalb von Momenten hatte Oberot den Zauber gewirkt und die Wunde schloss sich.
    Der Drachenreiter legte einen Finger an Niams Hals und suchte nach einem Puls, und nahm zu Yaevinns Erleichterung die Hand nahc einem kurzen Augenblick fort und seufzte.
    Dann hob er den Blick und sah zu Garyu hinüber, der neben Sathé stand.
    „Zu spät, sie sind beide tot“, kam die quälend langsame Bestätigung.

    Auch wenn Yaevinn sie nicht leiden konnte schockte ihn das Bild. Der Mann und der Drache, die eben noch lebendig waren und sich über ihn und Niam lustig gemacht hatten, lagen nun tot da. Innerhalb von drei Minuten ausgelöscht, die er mit Niam fort war.

    „Wie konnte das passieren“, fragte Oberot leise und ausgeglichen wie immer.
    „I... Ich weiß es nicht“, die Augen des Großmeisters wurden zu Schlitzen.
    Einen Moment lang starrte er Yaevinn nur an, dann sagte der Älteste, „Ihr habt den Raum alleine verlassen, oder“? Beide, der Älteste und Oberot standen da und sahen auf ihn hinab. Was sollte er jetzt sagen.

    Stotternd versuchte er Worte zu formen doch er bekam keinen Ton hervor.
    Gerade als er einen neuerlichen Versuch unternehmen wollte, kam ein Trupp Soldaten ins Zimmer gestürmt. Zwei gingen zum Fenster und spähten in die Dunkelheit zogen dann die Fensterläden zu und verriegelten sie von innen.

    „Yaevinn, habt ihr den Raum verlassen, ja oder nein“?
    Zitternd nickte er leicht und Oberot fragte erneut, „Seid ihr, du und Niam alleine gegangen“? Wieder nickte er.
    „Warum? Es war eine ganz klare, unmissverständliche Anweisung“?

    Yaevinn wusste um was es nun ging. Wenn er jetzt die Falschen Antworten lieferte würde man ihn verstoßen und Niam von ihm trennen. Alleine der Gedanke daran trieb ihm die Tränen in die Augen. Von Niam getrennt werden nach alle dem was sie erlebt hatten.
    „Wir haben uns gestritten und ich...“, Garyu unterbrach ihn.
    „Was war der Grund für den Streit“?

    Yaevinn brauchte einen Moment um zu überlegen und sagte dann, „Als ich am Fenster saß bemerkte ich einen Drachen, glaube ich. Er war schwarz und größer als Evalia.
    Als ich Thurien darüber erzählte verspottete er mich und Niam.
    Ich war wütend und bin ohne zu überlegen auf den Flur gerannt“.

    „Und da seid ihr geblieben bis ihr wieder ins Zimmer gekommen seid“, Yaevinn schüttelte den Kopf. „Ich musste austreten. Als wir dann wiederkamen, fanden wie sie tot vor“.

    „Warum hast du Thurien nicht gebeten mit dir zu kommen“?
    Yaevinn schwieg.
    „Verstehe ich richtig, das ein Reiter und ein Drache, wegen deines gekränkten Stolzes und eurer Unachtsamkeit ihr Leben lassen mussten“?

    Yaevinn kämpfte verbittert gegen die Tränen an während Oberot immer noch auf eine Antwort wartete. „Ich konnte nicht, er...“.
    Yaevinn zuckte zusammen, als Oberot aufbrauste. „Und ob du konntest Yaevinn! Ein Mensch hat immer die Wahl das richtige oder das falsche zu tun“. Oberot schwieg und rang, so glaubte es Yaevinn zumindest um Fassung.
    „Entschuldigt Meister“, war alles was er hervorbringen konnte.

    Yaevinn hob den Blick und sah das Oberot ihm den Rücken zugewandt hatte und zu Sathé hinübersah. Yaevinn folgte dem Blick und sah das man dem Drachen mit einem gezielten Stich in die Achselhöle das Herz durchbohrt hatte.

    „Du weisst welche Strafe auf einen solchen Ungehorsam folgt“, Yaevinn sah mit Tränenüberströmten Gesicht zu Oberot auf.
    „Bitte Meister, bitte. Es tut mir Leid und wird nie wieder vorkommen“, flehte Yaevinn, doch er fürchtete das es aussichtslos war.
    Oberot seufzte. „Wäre es dir lieber ich würde dir zur Strafe eine Tracht Prügel verabreichen und einen Monat Kerker bei Wasser und Brot“?

    „Ja, Meister“, Oberot kam auf ihn zu, hob den Arm und Yaevinn machte sich schon darauf bereit von ihm bestraft zu werden als er eine Berührung an der Schulter spürte.
    Oberot stand ihm direkt gegenüber und hatte ihm eine Hand auf die Schulter gelegt.

    „Eigentlich müsste ich dich fortjagen... aber die Gegebenen Umstände und die Tatsache das dein Drache eine weitere Trennung wahrscheinlich nicht mehr überleben würde, mildern die Strafe. Aber sie wird kommen. Yaevinn, du bist am Tot zweier Lebewesen schuld. Womöglich sogar noch mehr, da wir nicht wissen ob noch mehr der Angreifer es durch euer Zimmer in das Gebäude geschafft haben. So etwas wird normaler Weise als Verrat gewertet“, Yaevinn schluckte.

    „Du weißt genau so wie ich das darauf eigentlich die Todesstrafe steht. Aber da du noch ein Kind bist, wird man diese nicht an dir ausüben. Aber ungeschoren wirst du auch nicht davon kommen, aber das liegt nicht an mir zu entscheiden. Wir warten nun noch bis dein Drache wieder zu sich kommt und bringen euch dann in der Wachstube unter“, ohne ein weiteres Wort drehte er um und ließ ihn mit Niam, dem Ältesten und den Soldaten zurück.



    Re: Tiberas

    Aron - 16.03.2009, 21:13


    So Also Ares ich muss sagen langsam herscht suchtpotenzial wenn man das hier so ließt und dann hörst du imemr an stellen auf das ist fies xd

    Bin echt gespannt was er für eien strafe bekommt udn was es mit dieser erscheinung auf sich hat.

    warte schon echt gespannt auf das nächste Kapi :clap: :D



    Re: Tiberas

    Kaya - 16.03.2009, 21:46


    So endlich bin ich auch mal durch...man wird doch immer wieder abgehalten *grummel*
    Als ich find das Kapi echt super. Vor allem weil ich auch unbedingt wissen will was da für ne schöne Strafe wartet ^.^
    Und will wissen wen da Yaevinn gesehen hat!
    Freu mich ganz doll auf das nächste Kapitel



    Re: Tiberas

    Anonymous - 17.03.2009, 20:16


    Also zu 2/3 echt begeistert, zu einem drittel verwirrt und zwar was die Namensgebung deiner Kapitel anbelangt :?:

    Aber die letzten Kapitel waren echt gut :yes: Ist aber irgendwie Schade das außer drei Leuten das anscheinend niemand liest :hm:



    Re: Tiberas

    Aresander - 17.03.2009, 20:31


    Mhh, jaaa das hatten wir gestern schon einmal das Thema :D

    freut mich aber wenn es dir gefällt



    Re: Tiberas

    Aresander - 17.03.2009, 21:03


    Verurteilt


    1 Mondumlauf des 982 Zyklus

    Yaevinn hockte still und starr auf dem Boden der Wachstube neben Niams Kopf.
    Der Drache schlief immer noch, auch wenn er sich ab und an hin und her warf.
    Durch Yaevinn schaffte es nur Halbherzig sich um ihn zu kümmern.

    Noch war ihre Zukunft ungewiss. Zwar hatte Oberot ihm seine Hilfe zugesagt, doch seine Tat, auch wenn unbabsichtigt wog schwer.
    Sobald die Sonne aufging würde man ihn vor Gericht stellen, wo über sein weiteres Schicksaal entschieden wurde. Und Niams vor allem.
    Bereits jetzt legte sich Yaevinn sich eine Entschuldigung für Niam zurecht.

    Jemand klopfte ihm auf die Schulter und Yaevinn schrak zu sammen.
    Ein Soldat stand neben ihm und hielt einen Teller mit Speisen in der einen Hand, den er Yaevinn dann in die Hand drückte.

    Yaevinn musterte die Nahrung und stocherte Lustlos in dem Essen herum, stellte es dann ab und sah wieder zu Niam. Seine gesamte Schnauze war immer noch Blutverschmiert.
    Ihn hätte er verloren, hätte Oberot ihm nicht geholfen.

    Es war Yaevinns Schuld das Niam verletzt und Thurien und Sathé getötet wurden.
    Einen langen Moment kämpfte er erneut vor Wut gegen die Tränen an, dann jedoch riss ihn Niam aus seinen Gedanken.
    Der Drache schlug die Augen auf und begann lautstark zu knurren.

    „Ruhig, es ist vorbei, wir sind in Sicherheit. Der Drache sah sich verwirrt um und sah dann zu ihm. „Was ist passiert“?
    „Thurien und Sathé sind tod, du wurdest bei dem Angriff der Mörders verletzt und bist ohnmächtig geworden. Es tut mir so leid, Niam. Das wollte ich nicht. Wäre ich nicht so arrogant gewesen wärst du nicht verletzt worden“.

    „Das war nicht deine Schuld Yaevinn. Hör auf dich verantwortlich zu machen. Ich habe genauso zugestimmt wie du auch. Bei mir musst du dich nicht entschuldigen“, dankbar schlang Yaevinn die Arme um seinen Hals und legte den Kopf an seine Wange.
    Der Drache summte behaglich und senkte den Kopf ein wenig, damit Yaevinn besser an ihn heran kam.

    „Sie wollen uns... mich vor den Ältestenrat stellen um zu entscheiden was aus uns werden soll. Niam, was wenn sie uns voneinander trennen“?
    Der Drache schwieg einen Moment, dann antwortete er: „Über soetwas mache ich mir erst Gedanken wenn es soweit ist, nicht jetzt. Ansonsten können wir nur warten und auf Gnade hoffen“, er leckte ihm mit der weichen Zungenspitze über die Wange.

    Dann erzählte Yaevinn ihm was genau passiert war. Sein Gespräch mit dem Meister und das danach Geschehene. Niam hörte ihm leise zu, dann rollte er sich zusammen.
    „Mit Oberoth haben wir eine gute Chance auf ein mildes Urteil, aber der Vorwurf wiegt schwer“, er brach ab als die Türe auf schwang und zu Yaevinns Überraschung Saria eintrat.

    Die Shaikan sah sich einen Moment lang um, nickte der Wache die auf sie beide aufpasste zu und näherte sich ihnen dann.
    Yaevinn stand hastig auf und verneigte sich, so wie es die Regeln der Höflichkeit verlangten. Saria erwiederte jedoch keine der Gesten und setzte sich auf den Teppich unter ihren Füßen.

    Yaevinn war einen Moment lang verwundert, tat es ihr dann aber gleich.
    Die roten Augen musterten ihn eingehend, dann sagte sie, „Ich habe gehört was vorgefallen ist. Ich dachte mir das du vielleicht mit jemanden reden willst, der deine Lage verstehen kann“.

    „Verstehen kann“?
    „Ja“, die Shaikan rutschte hin und her um eine gemütlichere Sitzposition zu finden und sah dann wieder zu ihm hinüber. Sie holte Luft und zeufzte dann, bevor sie begann.
    „Vor knapp einhundertfünfzig Jahren, als ich ungefähr acht Monate alt war passierte mir etwas ähnliches wie dir“, Yaevinn brauchte einen Moment bis er die Zahl überhaupt begriff. Saria sah wenn es hoch kam gerade einmal so aus wie Anfang Zwanzig und sollte in wirklichkeit älter als Hundertfünfzig sein?

    „Damals, herrschte noch Krieg gegen den Tyrannen dieses Landes und die Schatten.
    Wir kämpften an den Hängen des Beor Gebirges. Miadra, meine Mutter, Garyu und noch ein paar andere, die hierbei jedoch keine große Rollespielen.
    Es war mir eigentlich untersagt, den Kampfort aufzusuchen, da ich ziemlich angeschlagen von einem Kampf zuvor war, als es passierte. Ich wurde überrumpelt und Dämon war drauf und dran mich zu fangen, als meine Mutter sich dazwischen warf.
    Der Dämon verschonte mich, nahm jedoch meine Mutter mit sich fort“, sie senkte den Kopf.

    „Mir wurde von einem Mitglied meiner eigenen Familie der Verrat an der Führerin meines Volkes vorgeworfen und wäre ich nicht Mias Tochter, bin ich mir sicher das ich heute nicht mehr hier stehen würde. Es war keine Abischt von mir Schaden anzurichten, und doch passierte es. Dasselbe ist nun dir wieder fahren. Ich wollte nur das du weißt das es jemanden gibt... Verzeih, noch jemanden außer dir gibt, Niam, der versteht was in dir vorgeht“, sie schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln.

    Yaevinn war ihr dankbar dafür, das ssie sich die Zeit vor allem zu so früher Stunde genommen hatte um ihm beistand zu leisten, obwohl sie eigentlich bei ihren Jungen sein musste.

    „Werdet ihr bei der Verhandlung auch dabei sein“, ein kleiner Hoffnungschimmer leuchtete in ihm auf. Hatte er vielleicht noch einen Fürsprecher gefunden?
    „Werden wir und wir werden alles tun um dafür zu sorgen das ihr nicht verbannt werdet“, Yaevinn nickte dankbar und kraulte Niam Geistesabwesend hinter dem Ohrlappen.
    Doch der Drache blieb still. Niam vermutete das er sich mit der Shaikan unterhielt und wartete der Höflichkeit halber bis sie fertig waren.

    Eine Weile später verabschiedete die Shaikan sich und Yaevinn wartete auf den Morgen und den Beginn seiner Anhörung.




    Es war der selbe Saal wie bei seiner ersten Begegnung mit dem ältesten Rat, nur das dieses mal die Mitglieder wie versteinert auf ihren Plätzen saßen und ihn musterten.
    Neuerdings waren auch Wachen im Raum postiert.
    Niam stand ein Stück weiter neben ihm und starrte den Ratsmitgliedern entgegen.

    Dann ohne Vorwarnung standen die Ratsmitglieder auf und der selbe Sprecher wie beim letzten mal, Yaevinn wusste nun das es Magister Tycus war, begann zu reden.
    „Wir sind heute hier um die Bestrafung des Drachenreiters Yaevinn und seines Drachens Niam festzulegen. Die Straftat besteht in Verrat, Missachtung eines stehenden Befehls und Gefährdung der Gemeinschaft, das Wort hat Yaevinn, um sich zu erklären.

    Yaevinn fasste sich und sah noch einmal unsicher in die Runde, als sein Blick an dem harten Gesicht Sarias hängen blieb. Hatte sie vielleicht ihre Meinung geändert?
    Dann begann er den Vorfall zu berichten, so wie er ihn in der Nacht Oberot geschildert hatte. Als er geendet hatte herrschte brütendes Schweigen im Ratssaal.

    Dann begann Tycus selbst, als niemand das Wort ergriff zu sprechen.

    „Ich kann dein Handeln unter den gegebenen Umständen nach vollziehen, es aber nicht gutheißen Yaevinn. Oberot hat mir berichtet das du sonst ein vertrauensvoller und zuverlässiger Schüler bist, der sonst die Regeln achtet und ich vertraue seinem Urteil.
    Deswegen finde ich das die Höchststrafe nicht angemessen ist, jedoch, da dein Handeln den Tod eines Reiters und seines Drachens herbeiführte wird es eine Strafe geben, die eigentlich an Reitern und Drachen bei verstößen Gegen ihren Schwur ausgeübt wird.

    Yaevinn wusste was das bedeutete. Kerker, Pein und Einsamkeit.
    „Ich, verstehe und danke euch für euer Urteil“, presste Yaevinn einerseits dankbar, andererseits verängstigt hervor.

    Tycus nickte und erhob sich dann um sich mit den anderen Ratsmitgliedern in einem Hinterzimmer zu beraten. Es kam Yaevinn wie eine Unendlichkeit vor, bis die Türe sich endlich wieder öffnete und die Ratsmitglieder heraustraten.

    „Hiermit wird Yaevinn, aufgrund seiner Taten in der vergangenen Nacht zu zwölf Hieben am Schandpfahl und anschließend zehn Tagen Kerker verurteilt.
    Das Urteil wird heute am Nachmittag des Tages vollstreckt.
    Den Arrest im Kerker wird Yaevinn alleine verbringen, seinem Drachen ist es nicht gestattet ihn zu besuchen oder Kontakt mit ihm auf zunehmen“, damit verschwanden die Ratsmitglieder zu den Seitentüren hinaus und Yaevinn stand alleine da.

    Nur einer war geblieben. Oberot stand hinter seinem Platz und kam dann langsam auf ihn zu. Bevor er jedoch bei ihm war, wurde Yaevinn von zwei Wachen an den Armen gepackt und zum Tor hinaus geschleift, über den Hof hinüber zu den Kerkern.
    Als sie angekommen waren, wurde ihm das Hemd ausgezogen und seine Hände mit einem Seil zusammen gefesselt, was dann am oberen Ende des Schandpfahles eingehangen wurde.

    So der Länge nach ausgestreckt stand er da, mitten auf dem Platz, von den Soldaten abgeschirmt vor den Neugierigen und Schaulustigen.
    Stunde um Stunde verging und Yaevinn taten bereits jetzt schon alle Muskeln weh als er einen großen Schatten neben sich wahrnahm.

    Er drehte erschöpft den Kopf und sah zu Niam der ihn reglos musterte.
    Keiner sagte ein Wort, dann stuppste ihn der Drache zärtlich mit der Nasenspitze an und zog sich dann widerwillig zurück.
    Yaevinn wollte ihn bitten bei ihm zu bleiben, doch Niam hatte sich bereits am Rande nieder gelassen und sah wehmütig zu ihm hinüber.

    Dann war es so weit. Der Wachhabende Offizier kam und klopfte ihm noch einmal auf die Schulter und trat dann einen Schritt zurück und holte aus.
    Ein lautes Summen erschall und Yaevinns Körper betrog ihn einen Moment in dem er garnichts spürte, doch dann brach der Schmerz wie ein Berg über ihm zusammen.

    Er versuchte sich los zu reißen und weg zurennen um den Schmerzen zu entkommen doch die Stricke hielten. Wieder zischte es und diesmal spürte er den Biss der Peitsche sofort. Yaevinn schrie erstickt auf und sank im nächsten Moment zusammen.
    Er spürte wie die Peitsche wieder und wieder auf seinen Rücken herabfuhr, dann wurde er ohnmächtig und sank in die ihm Schutz versprechende Dunkelheit.



    Re: Tiberas

    Aron - 17.03.2009, 23:08


    Huii nette strafe *gg* also da kann man sich reidneken udn dann tut es weh wenn er mit Niam weder reden darf noch sehen. Aber trotzdem war echt gut bis auf nen kleinen Namens dreher. Der aber passieren darf ^^


    Also ares mach weiter hoffe das du trotzdem noch zeit findest auch wnen du stress hast udn haben wirst wegen Klausuren und sowas. ;)


    :clap: :clap:



    Re: Tiberas

    Kaya - 18.03.2009, 21:30


    Nette Strafe oO Das ist ja mal echt grausam...
    Ist super geschrieben aber wenn man sich so reindenkt ist es schon heftig...
    Will unbedingt wissen wies weitergeht...und schreib so weiter :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 19.03.2009, 22:32


    Der Verdammte


    1 Mondumlauf des 982 Zyklus

    Mit einem Keuchen kam Yaevinn wieder zu sich. Es war kalt und feucht um ihn herum. Schlagartig fühlte er sich wie an jenem Tag, an dem er mit Wundbrand durch den Regen gestapft war. „Niam...“, doch er verstummte als er sich bewusst wurde, wo er war.

    Widerwillig schlug er die Augen auf und starrte auf die ihm gegenüber liegende Wand.
    Nun wurde Yaevinn auch erst wirklich klar das er immer noch halb entkleidet auf dem Bauch lag. Sein Hemd lag zusammen gekneult vor ihm auf den Boden.
    Eigentlich hatte er gehofft das es nicht ganz so schlimm werden würde.

    Vorsichtig zog er die Arme nach vorne und stellte erleichtert fest das man ihm wenigstens keine Fesseln angelegt hatte.
    Er verharrte einen Moment, dann stemmte er sich auf die Ellenbogen und musste einen Schrei unterdrücken.

    Als er die Rückenmuskulatur angspannt hatte, kam es ihm so vor als hätte man ihm gerade noch einen Hieb verpasst. Entkräftet lies er sich wieder zu Boden sinken und drehte den rechten Arm auf den Rücken und tastete vorsichtig nach den Striemen.
    Yaevinn drehte den Kopf und versuchte etwas zu erkennen, doch es war zu dunkel.

    Über seinen Rücken zog sich ein seltsames Geflecht von verschorften Wunden, die sich leicht nach außen drückten und als kleine Hügel auf seinem Rücken lagen.

    Yaevinn schreckte auf als ihn ein leises Klirren aus seinen Gedanken riss.
    Noch jemand war hier. Schwerfällig versuchte er sich auf zu setzten als er neben sich eine raue Stimme hörte.
    „An deiner Stelle würde ich noch ein wenig warten bevor du aufstehest“, Yaevinn sah zur Seite durch Die Gitterstäbe hindurch in die nächste Zelle.

    Ein Mann stand dort in der Dunkelheit und musterte ihn wie es schien.
    Instinktiv versuchte Yaevinn die Gedanken des Mannes zu erforschen, doch als er in dessen Geist eindrang war das was er dort sah zu entsetzlich.
    Erinnerungen, Gefühle und Gedanken stürmten auf ihn ein, bis sein Geist, von der Menge an Emotionen überwältigt zusammenbrach.



    Yaevinn musste husten und öffnete dann schwerfällig die Augen.
    Seine Kehle war vollkommen ausgetrocknet und seine Zunge fühlte sich pelzig an.
    Als er wieder in die andere Zelle sah, war diese leer.

    Habe ich mir das eingebildet, oder...
    Er verwarf den Gedanken als er sich des Geruches der in der Luft lag bewusst wurde.
    Er blinzelte mehrere Male bis er vor sich bei der Zellentür ein Tablett ausmachte.
    Darauf standen ein Krug eine Schüssel und ein paar Scheiben Brot.

    Vorsichtig stemmte er sich wieder auf die Ellenbogen ud dieses mal war der Schmerz erträglich. Vorsichtig darauf bedacht keine schnellen Bewegungen zu machen robbte er durch die Zelle bis er bei dem Tablett war. Es war eine Gemüsesuppe und frische Milch.
    Einen Moment lang überlegte er warum er als eingesperrter solch gutes Essen bekam.
    Ob die Shaikan oder sein Meister dafür verantwortlich waren?

    Hastig aß er auf und sah sich dann weiter in der Zelle um.
    Sein Hemd lag immer noch auf dem Boden, an der Stelle wo er eben noch gelegen hatte.
    In einer anderen Ecke stand ein Feldbett mit einer dünnen Matratze darauf.
    Eine Decke gab es nicht, auch kein Kissen.

    Yaevinn hoffte inständig das es bereits Nacht war und es nicht noch kälter würde.
    Mühsam schleppte er sich zu dem Feldbett und wuchtete sich darauf.
    Er hatte sich gerade einmal durch die Zelle bewegt und fühlte sich als hätte er einen Gewaltmarsch hinter sich. Müde legte er den Kopf auf das Laken und schloss die Augen.

    Als er wieder aufwachte schüttelte ihn die herein gebrochene Kälte und seine Zähne klapperten hörbar auf einander. Er sah sich nach etwas um mit dem er sich zudecken konnte, doch er fand nichts. Dann fiel sein Blick jedoch auf das am Boden verteilte Stroh.
    Langsam setzte er sich auf und versuchte vergebens sich auf die Beine zu bringen.
    Vergeblich. Am Ende war er wieder auf allen vieren und zerrte mühsam die Matratze vom Bettgestell herunter und in eine der Ecken des Raumes.

    Dann machte er sich mühsam daran das Strom vom Boden mit der Hand in die Ecke zu rechen. Als er gerade die Hälfte des Bodens bewältigt hatte waren seine Hände von der Reibung geschwollen und dick.
    Als er endlcih auch das letzte bisschen Stroh in die Ecke gebracht hatte legte er sich auf die Matratze und verteilte das Stroh auf sich.

    Es piekte unangenehm durch seine Kleidung, doch es hielt die Kälte wenigstens ein wenig fern. Langsam schlief er ein und wurde mit einem ruhigen Schlaf beschenkt.
    Als er die Augen wieder aufschlug sah er verwundert an die Decke seines Zimmers, daheim in Carvahall. Er sah sich verwundert um.

    Alles war dort wo es hingehörte. Dann hörte er Schritte auf der Treppe und sah erwartungsvoll zur Türe. Die Klinke wurde nach unten gedrückt und seine jüngere Schwester kam ins Zimmer gerannt und sprang auf sein Bett.
    „Yaevinn, spielst du mit mir“? Er brauchte einen Moment bis er wieder bei sich war.
    „Natürlich Irina, ich komme gleich“, er lies den Blick durch sein Zimmer schweifen.

    War all das nur ein Traum gewesen? War er nie in den Buckel aufgebrochen?
    Alles nie passiert? Hatte Niam nie existiert.
    Konzentriert versuchte er die Geister der anderen Bewohner zu erspüren, doch, es ging nicht. Es war als wolle er durch eine Wand sehen, er konnte es einfach nicht.

    Doch dann passierte etwas seltsames. Alles verschwamm. Auf einmal sah er seine Familie vor sich, daneben Niam. Der Drache wirkte zusammen gesunken und verängstigt, während seine Augen auf den Boden starrten.
    Yaevinn machte ein paar Schritte auf ihn zu als seine Familie nach ihm zu rufen begann.
    Was sollte das?

    „Yaevinn, lass den Drachen, komm lieber zu uns. Wir sind deine Familie“, Yaevinn sah irritiert zu ihnen und dann wieder zu Niam.
    Doch ehe er etwas machen konnte zerfloss das Bild und es wurde dunkel um ihn herum.

    Als er die Augen aufschlug lag er wieder in seiner Zelle und starrte zur Decke.
    „Hey, kleiner. Weshalb haben sie dich eingebuchtet“?
    Yaevinn sah sich verwirrt um bis er erkannte das es der Gefangene aus der Benachbarten Zelle war. Doch er wusste nicht wer das war und antwortete ihm nicht.

    „Mache ich dir Angst oder was ist“, fragte der Mann erneut.
    „Nein. Ich rede nur nicht mit Verbrechern“, der Mann lachte glucksend.
    „Und ich eigentlich nicht mit Verrätern. Ich weiß wer du bist und was du getan hast“, Yaevinn schwieg, dann fragte er, „Was willst du von mir“?

    „Zum einen das du nicht wieder unerlaubt versuchst in meine Gedanken einzugreifen“, Yaevinn runzelte die Stirn.
    Der Mann musste in der Magie geschult sein.

    Er bemerkte eine Bewegung im Dunkeln und sah das der Mann langsam auf die Gitter zukam und so ins Licht trat. Gerade als der Lichtschein sein Gesicht zu erhellen begann blieb er stehen.

    „Woher kennst du meinen Namen? Wer bist du“?
    Selbst im dunkeln sah er, wie der Mann lächelte.
    „Der Jenige der mir den Auftrag gab nach dir zu sehen hat ihn mir genannt. Sie wollen sicher gehen das du hier unten nicht stirbst“.

    „Die Attentäter“, fragte Yaevinn stockend. „Weisst du ob es Niam gut geht“?
    „Deinem Drachen“, Yaevinn nickte.
    Der Mann hob leicht den Kopf. „Die Frage wird sich bald von selbst klären. Sie kommen“.
    Yaevinn erstarrte. „Sie sind hinter Niam her“?
    „Auch, aber vorrangig wollen sie dich. Ich werde nun gehen. Man darf mich hier unten nicht mit dir sehen. Aber wir werden uns schon irgend wann wieder treffen, Auf bald“, der Mann drehte sich um und ging langsam wieder in die Dunkelheit zurück.

    „Warte, ich weiß immer noch nicht deinen Namen“, der Mann blieb stehen und sah zu ihm.
    Dann kam er langsam zurück und trat nun komplett ins Licht.
    Yaevinn schluckte als er die grausamen Tätowierungen im Gesicht des Mannes sah.
    „Meinen Namen? Ich habe viele. Manche nennen mich Garad, eine Zeit lang nannte man mich Tigo, aber du kannst mich Kritos nennen“, er drehte sich um und ging.

    Im nächsten Moment hörte Yaevinn Schritte, dann tauchte eine Wache gefolgt von Oberot vor der Zellentür auf. Yaevinn versuchte sich auf die Ellenbogen zu stützen und auf zu stemmen, als Oberot in die Zelle kam.
    „Das wars. Die zehn Tage sind um“, er schnupperte kurz. „Und als erstes stecken wir dich in einen Zuber“, er drehte sich um und ging.



    Re: Tiberas

    Aron - 20.03.2009, 16:16


    Sehr interessant Ares, Jetzt geht es also los hehe mit Kritos, was mich aber interessieren würde was ist an Niam und vorallem an Yaevinn so interessant das man sie fangen will? Also jetzt kommst nimm aus mach weiter so :lol: :D :D

    Zur handlung selbst gibts nichts zu sagen auser das sie top ist vorallem die beschriebungen sind schön detailreich :)



    Re: Tiberas

    Kaya - 20.03.2009, 20:28


    Also das Kritos auftaucht hätt ich nicht gedacht...Das Kapitel ist echt super! Die Gedanken von Yaewinn toll beschrieben vor allem das mit dem Traum.
    Man kann es sich immer so gut vorstellen. Einfach top :yes:
    Schreib weiter so ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 21.03.2009, 13:48


    Die Reisekleidung



    2 Mondumlauf des 982 Zyklus

    Als man ihn aus den Kerkern brachte lauschte Yaevinn nach den Geräuschen der Stadt.
    Man hatte ihm eine Augenbinde angelegt um seine von der Langen Dunkelheit lichtempfindlichen Augen zu schützen.

    Hin und wieder hörte er leises Geflüster und Getuschel, doch niemand schien sich ihnen nähren zu wollen. Zu beiden Seiten hatte in jeweils ein Soldat unter den Arm gegriffen und bugsierten ihn so zu den Schülerunterkünften.
    „Wo ist Niam“, fragte Yaevinn leise, doch niemand antwortete.

    Dann hörte er schnelle Schritte auf sich zu kommen und wäre beinahe umgefallen als ihn jemand anrempelte. „Keiner darf zu ihm, bis er sich erholt hat“, kam die Harsche Mahnung einer der Soldaten.
    „Aber er ist mein Freund“, Yaevinn hob leicht den Kopf. „Leo, bist du das“?
    „Ja“, er hörte wie die Soldaten etwas grummelten, dann blaffte einer, „Steh uns nicht im Weg und lass ihn in Ruhe“.

    Ohne Vorwarnung ging es weiter bis die Soldaten erneut mit ihm stehen blieben und Yaevinn das Quietschen eines Türscharnieres hörte. Nun hallten die Schritte der beschlagenen Stiefel laut auf dem Boden, dann wurde wieder eine Tür geöffnet und Yaevinn kam eine Welle warmer Luft entgegen.

    Er spürte wie die Soldaten ihn losliesen und anstatt ihrer warme, weiche Hände seine Arme griffen und ihm beim laufen halfen.
    Er spürte wie ihm die Kleider abgenommen wurden, dann setzten sie sich wieder in Bewegung bis seine Füße warmes Wasser spürten. Vorsichtig führte man ihn ins Wasser bis es ihm bis zur Hüfte stand.

    Weiter lies man ihn nicht. Es plätscherte laut und er spürte wie jemand mit einem Lappen über seinen Rücken rieb. Seine Helfer waren vorsichtig zu werke und nicht einmal fuhr ein Lappen über die verschorften Stellen.
    Als sie fertig waren führte man ihn wieder aus dem Becken heraus, trocknete ihn ab und kleidete ihn ein. Es waren keine Gewänder wie er sie sonst trug. Der Stoff war sehr weich und kratzte nicht wie sein Hemd auf den Wunden.

    Vorsichtig lozte man ihn durch die Gänge des Gebäudes bis eine neuerliche Tür aufging.
    Man führte ihn hinein und setzte ihn dann auf ein Bett.
    Bereitwillig lies Yaevinn sich zurück sinken und war bevor er es richtig mitbekam eingeschlafen.

    In seinen Träumen sah er einen Mann und eine Frau. Der Mann war wenn er sich nicht irrte jener aus dem Kerker, nun war jedoch nichts von den Tätowierungen zu sehen.
    Die Frau lehnte an seiner Seite und zusammen sahen sie auf die Ebene vor Abastor.
    Der Blickwinkel veränderte sich und zeigte den Mann nun von vorne.
    Ein glückliches, zufriedenes Lächeln lag in seinen Zügen.

    Liebevoll legte er den Kopf auf den der Frau.
    Gerade als sie sich berührten hörte Yaevinn ein leises Heulen und öffnete die Augen.
    „Es war dunkel um ihn herum, doch die Augenbinde trug er nicht mehr.
    Er lag in seinem Zimmer, bevor man ihn in das Quartier mit Thurien gesteckt hatte.

    Ein lautes Schnauben lies ihn in die Richtung von Niams Kissen schauen und sein Herz machte vor Freude einen Sprung.
    „Niam“! Die Augen des Drachens glommen im Mondlicht als er zu ihm sah.
    Aber er schwieg. Langsam erhob sich Niam und humpelte zu ihm herüber.
    Besorgt sah Yaevinn zu seiner Pfote und fürchtete schon das sich in der ganzen Zeit niemand um ihn gekümmert hatte, stellte dann jedoch erleichtert fest das die Bandagen frisch waren.

    Als der Drache vor seinem Bett stand und immer noch nicht mit ihm geredet hatte, setzte sich Yaevinn unruhig auf.
    „Ist... ist alles in Ordnung mit dir“, fragte er zaghaft.
    „Es geht mir gut. Es tut mir so Leid, Yaevinn. Wir beide haben eine Dummheit begangen, aber du musstest die Strafe alleine tragen. Das ist nicht gerecht und es tut mir Leid“.

    Durch die geistige Verbindung spürte er das Verlangen des Drachens zu ihm zu kommen, sich mit ihm auszutauschen und wieder vereint zu sein. Doch Niam traute sich nicht.
    Vorsichtig versuchte er auf zu stehen, doch Niam hielt ihn mit seiner Nase auf dem Bett. „Oberot sagt das du noch nicht aufstehen darfst“.

    „Niam, was ist los, freust du dich nicht mich wieder zu sehen“, der Drache senkte den Blick und sah zu Boden. Mit einem Mal viel ihm das Bild aus seinem Traum ein.
    Der Drache wirkte unsicher und erschöpft als er den Kopf hob und zu Niam sah.
    „Ich hätte bei dir sein müssen, mich trifft genau so Schuld wie dich“, Yaevinn biss sich auf die Lippe. „Niam. Ich bin dir nicht böse, falls du das befürchtest. Ich habe dich dazu gedrängt und dich überredet. Es ist schon gut. Außerdem bist du mit deiner Verletzung schon genug gestraft und ich hätte nicht gewollt das sie dich noch mehr strafen“.

    Niam wich seinem blick aus und Yaevinn packte ihn vorsichtig aber bestimmt am ledrigen Ohr und Niam kniff ein Auge zu.
    Vorsichtig zog er den Kopf des Drachen zu sich heran und brachte ihn dazu ihn anzusehen. „Willst du das ich mich noch länger einsam fühle? Wenn nein, hör auf dich zu grämen und noch weiter einen Gedanken an solche Dinge zu verschwenden, hörst du“.

    „Du bist mein Reiter. Außer dir habe ich niemanden“, vorsichtig drückte er den Kopf zwischen Yaevinns Arm und Bauch und er strich ihm sanft durch die Mähne.
    „Bist ein guter Junge“, Yeavinn war einen Moment verwundert, dann lächelte er aber ob des Lobes. Er beugte sich vor und legte den Kopf an Niams Hals.
    „Was hast du die Zeit über gemacht“?

    „Gewartet. Leo und Ksha haben mich manchmal besucht und mit mir geredet. Er hat sich auch um meine Verletzung gekümmert“.
    „Ich werde mich sobald ich ihn wieder sehe bei ihm bedanken. Niam was ist mit dir“?
    Yaevinn sah zu wie die Träne über Niams Nasenrücken lief.
    Dann jedoch bemerkte er das es nicht Niam war, der weinte, sondern er selbst.
    Erst jetzt wude ihm bewusst wie sehr er seinen Freund vermisst hatte.

    Sie verharrten eine ganze Weile so als Niam plötzlich den Kopf wegzog.
    „Du musst schlafen“, Yaevinn protestierte doch der Drache stubbste ihn solange mit der Schnauze vor die Brust bis er wieder auf seinem Bett lag.
    Vorsichtig legte der Drache seinen Kopf neben ihn und stieß ein kleines Rauchwölkchen aus. Yaevinn lächelte zufrieden und spürte wie Niam sich langsam wieder lockerte und sacht seinen Geist berührte. Zärtlich strich Yaevinn Niam mit den Fingern um die Nüstern.
    Niams Nase zuckte kurz, dann hob er ruckartig den Kopf an und drehte ihn gerade noch rechtzeitig weg, als ein Flammenstrahl aus seiner Nase fuhr.

    Yaevinn war einen Moment wie erstarrt, dann lachte er lauthals los.
    „Niam du hast Feuer gespien“! Yaevinn fand es ur komisch das der Drache durch ein Niesen zu seinem Flammen Atem gekommen war.
    Niam rümpfte mehrmals die Nase.
    „Ich bin stolz auf dich mein großer“, Niam erstarrte.
    Er spürte das der Drache sich ob der seltsamen Umstände, genierte. Sich aber über das Lob freute.

    Niam legt seinen Kopf neben Yaevinns Brust und musterte ihn noch einmal, dann schloss der Drache die Augen und Yaevinn tat es ihm gleich.



    Re: Tiberas

    Kaya - 21.03.2009, 19:43


    Ein echt schönes Kaptiel. Endlich sind Niam und Yaewinn nicht mehr getrennt :yes:
    Freu mich schon auf das nächste und will unbedingt wissen wie es mit den Beiden weitergeht ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 22.03.2009, 00:37


    Kritos

    2 Mondumlauf des 982 Zyklus


    Yaevinn lag mit dem Oberkörper unbekleidet auf dem Bauch und lies die Beine in der Luft baumeln. Seine Blicke huschten aufgeregt über die Seite Pergament die ihm ein Laufbursche ihm am frühen Morgen gebracht hatte und die er nun las.

    Niam schlief immer noch seelenruhig, trat nur ab und an im Schlaf leicht mit den Hinterbeinen aus.
    Er träumt wohl wie es ist wieder rennen zu können, dachte Yaevinn sich und sah wieder auf die Zeilen hinab.


    Yaevinn

    Es freut uns alle das du wohlauf bist und das es dir gut geht.
    Wir haben uns gesorgt nachdem du eine Woche lang verschwunden warst.
    Wie bist du nach Abastor gekommen und ist das ein Scherz, mit dem Drachen?
    Schreib uns bitte wieder und erzähl uns alles was dir passiert ist

    Mit lieben Grüßen
    Deine Familie


    Yaevinn verzog das Gesicht als die frisch behandelten Wunden auf seinem Rücken wieder zu jucken begannen.
    Das Verlangen sich zu kratzen war groß, doch er widerstand dem Drang und nahm sich eine der Schriftrollen die Oberot ihm hatte bringen lassen.
    Die meissten Handelten von Drachenreitern, Magiern oder gelehrten, dann jedoch entdeckte er eine viel versprechende Ettikierung.

    Die Erzählungen von Esthaldi Menoa, ein gerettetes Werk aus der zerstörten Bibliothek Ellesmeras. Eilig nahm er das Band ab und rollte die Rolle auseinander.
    Auf dem ersten Stück Pergament stand erneut der Titel der Aufzeichnung, sowie ein vermerk von der Authorin selbst.

    Verfasst im 978 Jahr nach Zeitmessung der Elfen


    Dann folgte eine Auflistung der Abschnitte.

    Geschichte der Shaikan
    Kampftechniken
    Unterschiede zu den Drachen
    Erkennungs Merkmale
    Bekannte Shaikan



    Yaevinn überflog die Punkte und entschied sich für den zweiten.

    Detailliert wurde hier beschrieben welche Arten von Rüstungen sie verwendeten und welche Art von Waffen. Yaevinn hatte eigentlich nicht geglaubt das sie es nötig hätten, sich materialer Waffen zu bedienen, da ihre magischen Fähigkeiten immens waren.
    Doch dann rollte er die Schriftrolle weiter aus einander und ein Bild wurde sichtbar.

    Es zeigte zwei Kurzschwerter, beide so schwarz wie die Nacht und tödlich für alle, die den Waffen nicht entfliehen konnten
    Unter dem Bild war ein kleiner Schriftzug. Dolmir und Inagi, geschmiedet von Rhunön.

    Es folgten weitere Bilder von Schwertern, Äxten und Lanzen, doch diese waren nicht so beeindruckend wie die beiden Waffen am Anfang.
    „Was liesst du da“?
    Yaevinn schreckte auf und sah zu Niam hinüber der verschlafen zu ihm auf blinzelte.
    „Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, es scheint eine Art Nachschlagewerk zu alln Fragen über Shaikan zu sein.

    Der Drache Blinzelte. „Doch nicht etwa das Werk von Esthaldi Menoa“?
    „Doch, genau dieses“, „Yaevinn! Wo hast du das her? Leg es weg sofort“!
    Yaevinn erschrak ob der Unruhe die der Drache ausstrahlte.
    „Was ist denn damit“?

    „Yaeinn, das ist eines der geheimsten Bücher in der ganzen Feste. Dwern hat einmal davon erzählt. Niemand darf es lesen außer dem Ältestenrat und den Shaikan selber.
    Woher hast du das“?

    „Oberot hat es mir gegeben“? „Er hat es dir gegeben, einfach so“?
    „Ja, also weswegen sollte ich mir sorgen machen“?
    Niam schwieg einen Moment, dann fragte er neugierig, „Und was steht darin“?

    Yaevinn lächelte. „Alles. Wie sie kämpfen, die Geshcichte ihres Volkes“, er rollte die Pergament Rolle weiter aus einander.
    „Sogar Bilder von ihnen sind dabei“, rief er als er Ares und Mia wieder erkannte.
    Er sah sich die folgenden Bilder an, bis er an einem hängen Blieb.
    „Das kann doch nicht wahr sein“, murmelte er.
    „Was denn“? Yaevinn tippte auf das Bild von Kritos.
    „Er hier war unten bei mir in den Kerkern“, der Drache sah ihn fragend an.
    „Und was wollte er“? Yaevinn schüttelte den Kopf.
    „Er sagte das er auf uns aufpassen solle aber im Moment bin ich mir da nicht so sicher ob er die Wahrheit gesagt hat“. Yaevinn schluckte, als er die Zeilen erneut durchlas.

    Veteran der Kriege gegen die Schatten der ersten Epoche. War vorher als Massenmörder unter den Drachen bekannt und bekam ob seiner Gräultaten den Namen Blutfürst, obwohl er keiner war. Nun verstand Yaevinn was die Tätowierungen bedeuteten.

    „Er ist ein Drachenmörder“, sagte Yaevinn leise.
    Dann las er weiter bis er zum nächsten interessanten Punkt kam.
    Kritos dient seit der ersten Epoche dem Fürstenhaus. Er starb in Erfüllung seiner Pflichten, bei der Verteidigung seines Herrn, im Land der Schatten.

    Wurde später von der Tochter seiner Herrin als junger Shaikan wieder gefunden und zurück in seine Familie gebracht.

    Hier endete der Eintrag.


    Yaevinn sah zu Niam gefasst auf das Bild hinab sah. Dann schnaubte der Drache.
    „Ich will ihn nicht zum Feind haben“, meinte der Drache.
    „Geht mir genau so“, erwiederte Yaevinn.

    Dann rollte er weiter bis er ein Bild von Saria sah.
    Neugirig rollte er weiter bis die Geschichte zu ihr kam.

    Saria war alleine im Kriegsgebiet von Ellesmera aufgewachsen. Wurde später von dem Tyrannen gefangen genommen und misshandelt. Trug jedoch keine bleibenden Schäden davon. Wurde später während der Schlacht um Farthen Dur getötet und von dem damaligen Fürsten gerettet.
    Yaevinn las weiter und glaubte nicht was er las.

    Diese Wesen konnten über Leben und Tod entscheiden, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Er überflog den Text bis er zu einer Stelle kam, die ihn interessierte.
    Sie war die Herrin über alle Shaikan!
    Und er hatte sie getroffen. Die wohl mächtigste Person in dieser Festung, wenn nicht gar sogar im ganzen Land.

    Er las noch ein wenig weiter, dann legte er die Schriftrolle beiseite und kraulte Niam hinter den Ohren. „Lass das lieber sonst wird er wirklich noch ein Schmusedrache“.
    Beide sahen zur Tür durch die gerade Leo marschiert kam.

    Niam schnaubte empört, zog jedoch die Leftzen hoch und grinste auf seine Art.
    Der fröhliche Blick erstarb als sein Freund auf seinen Rücken sah und einen resignierenden Laut von sich gab.

    „Es ist nur halb so schlimm wie es aussieht. Oberot meint das ich morgen wieder das Bett verlassen darf“, Leo zog eine Grimasse.

    „Deswegen bin ich hier, wegen unserer Reise meine ich“, Yaevinn erschrak.
    „Sie wollen uns doch nicht verbieten mit zukommen oder“?
    Leo winkte sofort ab. „Nein, aber heute Abend wird Oberot uns einweisen, ich wollte dir nur bescheid sagen“, Yaevinn nickte und plauderte dann noch ein wenig mit seinem Freund.



    Re: Tiberas

    Aron - 22.03.2009, 02:09


    Also ares zum ersten Teil^^

    Ist echt gut geworden kann man nichts sagen, vorallem die Gefühle hast du gut rüber bekommen. Und zum zweiten Teil da kann ich auch nur sagen weiter so. was mir da gefallen hat war das mit der Schriftrolle über die shaikane die bestimmt nicht auf dem eigentlichen weg zu Yaevinn gelangt ist ;)

    Mach weiter so :)



    Re: Tiberas

    Kaya - 22.03.2009, 13:11


    Kann mich Aron nur anschließen sehr schön beschrieben und das mit der Schriftrolle war auch toll, das die in der Geschichte vorgekommen ist.
    Ein großen Lob von mir :yes: ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 22.03.2009, 15:39


    Geht jetzt leider aus privaten Gründen ne Zeit lang nit weiter :??:



    Re: Tiberas

    Aresander - 25.03.2009, 20:16


    Begegnungen

    Am Abend des selben Tages


    Langsam ging Yaevinn von Leo gestützt durch den Gang zum Ratsraum der Drachenreiter. Keiner sagte ein Wort.
    Der Elf war still, was normalerweise für Elfen normal war, für ihn jedoch nicht.
    Niam und Ksha hatten sie vor dem Gebäude zurück gelassen, da sie nicht durch die Gänge des Gebäudes passten, ohne dabei die Einrichtung zu ruinieren.

    Als sie endlich vor der Türe standen hörten sie mehrere Stimmen. Eine war definitiv die von Oberot, die andere kam Yaevinn bekannt vor, doch ihm wollte nicht einfallen wer es war. Leo hob die Hand und wollte gerade klopfen als die Tür nach innen auf schwang und ihnen einen Blick in den dahinter liegenden Raum gewährte.

    Vor ihnen standen Oberot, Saria und ein für Yaevinn fremder, alter Mann der wohl der Gelehrte sein musste, den sie geleiten sollten.
    Langsam traten sie ein und man bot Yaevinn einen Stuhl an den er dankbar annahm.
    Nach vorne gebeugt stützte er sich auf seine Knie und sah in die Runde.

    Oberot unterhielt sich noch leise mit Saria während der Gelehrte, ein Mönch wie Yaevinn glaubte, interessiert die Bücher in den Regalen musterte.
    Als Oberot fertig war, verlies Saria mit einem Zwinkern den Raum und schloss die Türe hinter sich. Wie ähnlich sie in ihrer Art ihrer Mutter doch war, dachte Yaevinn.

    Der Mönch kam zu Oberot und dieser breitete die Arme aus.
    „Geht es euch gut“, fragte er freundlich.
    Beide nickten und Oberot musterte Yaevinn mit hoch gezogenen Augenbrauen.
    Dann jedoch schmunzelte er und fuhr fort.

    „Ich habe Leo ja schon mitgeteilt was eure Aufgabe bei dieser Reise sein wird. Ihr sollt Meister Debin nach Terinsford bringen, wo er seine Studien weiterführen möchte“, Yaevinn horchte auf. Therinsford. Es lag gerade einmal einen Tagesmarsch von seiner Heimat entfernt, wenn man flog gerade einmal eine Stunde.

    „Es sollte eine ungefährliche Reise werden, vor allem da die Kultisten seit einer Woche nichts mehr von sich hören liesen. Vielleicht haben sie sogar ihr Vorhaben aufgegeben und haben sich zerstreut“.
    Er räusperte sich, dann sprach er weiter.

    „Wenn ihr ihn sicher nach Therinsford gebracht habt, werdet ihr sofort wieder naach Abastor aufbrechen. Das ganze sollte nur drei Tage dauern, es sei denn ihr verweilt einen Tag in Therinsford. Das war alles. Ihr werdet in anderthalb Wochen aufbrechen“, Oberot wollte gerade die Türe öffnen als Yaevinn aufstand und schwankend auf ihn zugetaumelt kam. Er legte sich schnell seine Worte zurecht, dann fragte er, „Meister... ich habe eine Bitte. Wegen Niams Verletzung war es mir nicht möglich meine Familie zu besuchen“, er wartete einen Moment.
    Oberot wandte sich zu ihm um, „Fahre fort“.

    „Mein Dorf liegt gerade einmal eine Flugstunde von Therinsford entfernt. Ich würde sie gerne nur kurz besuchen und sie mal wieder sehen. Ich weiß ich habe mir das mit meinem Tun der letzten Zeit nicht verdient, aber...“, er sah bittend zu seinem Lehrmeister auf, der ihn aus unergründlichen braunen Augen zu ihm hinabsah.

    „Ich würde mich daran nicht stören“, warf Leo von der Seite her ein.

    Oberot hob die Hand und bedeutete ihm zu schweigen. Dann sah er wieder zu Yaevinn hinab. „Unter der Bedingung das dein Drache wieder bei voller Gesundheit ist. Carvahall liegt nahe am Niemandsland. Ich werde keine Drachenreiter, vor allem nicht zwei so junge wie euch mit nicht Kampferprobten und Kampfesfähigen Drachen dort hin schicken.

    Niam wird sich beweisen müssen. Ksha hat diese Prüfung und die erste Stufe des Kampftrainings bereits hinter sich. Von dir weiß ich das u kämpfen kannst, Yaedvinn.
    Von deinem Drachen weiß ich es nicht.
    Wenn er es nicht schafft einen ebenbürtigen Gegner zu besiegen oder zumindest in Schach zu halten, werden wir einen anderen Partner für Leo und Ksha suchen müssen.
    Bist du mit dieser Bedingung einverstanden“?

    Yaevinn schluckte. Konnte er das Niam zumuten?
    Doch! Niam war ein guter Drache und würde sich wacker schlagen, dessen war sich Yaevinn sicher. „Ich bin einverstanden“.

    Später als er wieder in seinem Quartier war. Starrte er aus dem Fenster, hinaus zu den Schemen am Horizont welche die Umrisse des Buckels erkenntlich machten.
    Niam lag auf seinem Kissen und putzte sich die Pfote, die er heute zum ersten Mal ohne Verband benutzen konnte.

    Yaevinn aber plagten nun Schuldgefühle. Er hätte nicht so einfach über Niam hinweg eine Entscheidung treffen sollen. Wenn er ihm nun sagte das er nur nach Hause durfte wenn er gewann, würde er es nur tun um ihm eine Freude zu machen. Würde dabei jedoch nicht auf sich selbst achten.

    Der Drang die Heimat wieder zusehen war groß, doch die Sorge um Niam war größer.
    Ein Brüllen schreckte Yaevinn auf und ließ ihn zu dem Drachen schauen der ihn mit sperrangelweit aufgerissenem Maul ansah.
    „Wa... was ist“? Der Drache klappte energisch das Maul zu und musterte ihn.

    Dann wurde der Blcik jedoch um einiges weicher und leise hörte er Niams Stimme in seinem Kopf fragen, „Du denkst wieder an deine Heimat, oder“?
    Yaevinn brauchte einen Moment, dann nickte er langsam.
    „Ksha hat mir von dem Gespräch mit Oberot erzählt. Ich weiß das du mit ihm einen Handel abgeschlossen hast“, Yaevinn schwieg.

    Niam leckte kurz über sein Handgelenk, dann sah er wieder zu ihm.
    „Ich bitte dich ihm zu sagen das ich nicht antreten kann“, Yaevinn brauchte einen Moment, dann platzte es aus ihm heraus. „Warum“?
    Es war eine Spur zu laut gewesen und Niam legte die Ohren an.
    „Yaevinn, ich weiß wie sehr du dir wünschst, wieder nach Carvahall zu kommen, aber... das schaffe ich nicht.

    Ich habe kaum Training und meine Ausdauer hat auch unter meiner Verletzung gelitten.
    Ich bitte dich, auch wenn es dir nicht gefällt, als Partner, als Freund, bitte sag Oberot das ich noch nicht so weit bin. Es tut mir Leid“, der Drache wartete noch einen Augenblick, und legte dann den Kopf auf das Kissen als Yaevinn nichts erwiederte.

    Yaevinn versuchte die Enttäuschung zu unterdrücken die in ihm aufwallte, doch er konnte enicht. Er hatte fest darauf vertraut das Niam es für ihn tun würde.
    Das er nun ohne es versucht zu haben ablehnte enttäuschte ihn, auch wenn er verstand das Niam es nicht tat um ihn zu ärgern konnte er sich eine Spur Zorn nicht verwehren.

    Er biss die Zähne zusammen und straffte sich dann.
    „Gut“, er sog die Luft ein und öffnete den Mund um etwas zu sagen doch er wusste nicht was. „Yaevinn...“, er hob die Hand und sah zu Boden um seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. „Gut, ich werde es ihm gleich sagen. Wenn du meinst das du das nicht schaffst“, Yaevinn wusste dass das was er gesagt hatte gemein war und murmelte gleich eine Entschuldigung hinter her, welche jedoch nicht all zu verständlich war. Er sah durch den Raum nach etwas woran er sich ablenken konnte und sein Blick blieb an den Schriftrollen hängen die er Oberot zurück bringen wollte. Obenauf die über die Shaikan.

    Ohne ein weiteres Wort oder eines Blicke zu Niam, ging Yaevinn zur Tür und trat in den Flur hinaus. Er stapfte den Gang hinab und durch das Gebäude bis er bei Oberots Arbeitszimmer war.
    Er hob den Arm, hielt dann jedoch noch einmal inne. Nun würde er gleich wieder eine Predigt bekommen, weil er voreilig gehandelt hatte.

    Er klopfte und wurde auch prompt herein gebeten.
    Oberot saß hinter seinem Schreibtisch der mit einem Haufen Pergamentrollen zugeschüttet war. Er kramte wie wild in seinem Schrank herum bis er zu ihm auf sah.
    „Yaevinn, was kann ich für dich tun“, dieser sah sich den Haufen gerade genauer an als er angesprochen wurde.

    „Ich wollte mit euch wegen Niam sprechen“, er sah kurz zu seinen Füßen um den Zorn herunter zu schlucken.
    „Was ist mit ihm“, sein Lehrmeister verschwand wieder hinter dem Haufen Pergament.
    „Er, er kann nicht antreten. Ihr werdet andere Gefährten für Leo und Ksha aussuchen müssen“, Oberot saß mit einem Schlag gerade.

    „Weshalb“, Yaevinn schluckte.
    „Er ist der Meinung das er die Prüfung die ihr ihm auferlegt habt, nicht bestehen wird“.
    Oberot sah nachdenklich auf die Schriftrolle in seinen Händen, dann sah er zu ihm auf.
    „Bist du enttäuscht“? Yaevinn sah kurz genervt zur Seite und nickte dann.
    „Hast du versucht ihn zu überreden es zu versuchen“?
    „Nein. Wenn er glaubt das er nicht bereit ist dafür – akzeptiere ich das. Auch wenn es mir nicht gefällt“, Oberot zog die Augenbrauen hoch.

    „Du kannst ja doch ganz vernünftig sein, wenn du willst“, sagte er munter und auch Yaevinn musste unweigerlich schmunzeln.

    Dann viel Yaevinn der Stapel Pergamentrollen unter seinem Arm ein und er legte sie auf Oberots Tisch.
    „Ich habe sie durchgelesen wie ihr wolltet“, sein Meister nickte.
    „Und, war etwas interessantes dabei“?

    „Oh ja, sehr interessantes sogar. Der Einblick in das Vol der Shaikan war sehr interessant. Vor allem über ihre Fertigkei...“, Yaevinn verstummte als er sah wie Oberot mitten im Suchen inne hielt und wie erstarrt da stand.
    „Das Werk von Esthaldi Menoa?“, Yaevinn nickte.

    „Hast du – es jemandem anderem gezeigt“?
    Yaevinn schüttelte den Kopf. „Niam hatte mir geraten es für mich zu behalten, da er über den Wert des Dokuments wusste“, Oberot kam um den Tisch herum.
    „Gib es mir, bitte“, er streckte die Hand aus und Yaevinn gab ihm die entsprechende Rolle.
    Oberot öffnete sie und rollte sie einmal komplett durch, dann rollte er sie wieder zusammen und verschloss sie.

    „Yaevinn, du musst mir nun einen Schwur leisten. Ich will das du mir in der alten Sprache schwörst, das du niemandem, wirklich niemandem auch nicht Niam, etwas aus diesen Schriften erzählst“. Er sah ihn auffordernd an.
    Yaevinn brauchte einen Moment, dann schwor er ihm in der alten Sprache.

    „Sehr gut. Das was du gelesen und erfahren hast, ist sehr gefährlich und es muss unser Geheimnis bleiben, dass du es weißt. Wenn jemand erfährt, das du im Besitz dieses wissens bist und das du die Shaikan identifizieren könntest, wärst du in großer Gefahr“!
    Yaevinn nickte, dann sagte er, „Ich werde Leo sagen das er sich jemand anderen aussuchen muss“, Oberot lächelte.

    „Was du getan hast war sehr klug, Yaevinn. Nicht viele schaffen es dem Willen anderer nach zugeben wenn sie einen solchen Wunsch haben wie du“, er lächelte.
    „Außerdem hast du ein wenig Erholung nach der Zeit in den Kerkern nötig“, Yaevinn musste sich zusammen reißen.
    „Ihr meint, wir dürfen trotzdem mitkommen“? Sein Meister nickte.
    „Ich werde euch noch jemanden mitgeben, der ein Auge auf euch wirft, dann sollte es alles in Ordnung gehen. Nun geh“.



    Re: Tiberas

    Aron - 25.03.2009, 22:42


    Also das ist echt mal ein schön langes Kapi Ares*gg*

    Gut beschrieben, schön ausfühlich, di egefühle kommen gut rüber, einfach gut.

    Ich warte schon auf das nächste *los weidaaaaaa* :lol: :D :)



    Re: Tiberas

    Kaya - 26.03.2009, 22:07


    Ich hätte nicht gedacht das Yaewinn nachgegeben hat und doch noch zu Oberat wegen Niam gegangen ist. Das fand ich echt toll!
    Und auch das mit den alten Schriften ist sehr interessant :yes:
    Freu mich echt total auf das nächste Kapitel ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 28.03.2009, 00:42


    Zweifel

    Yaevinn schlenderte fröhlich den Gang wieder zurück zu seinem Quartier.
    Was Niam wohl sagen würde, wenn er ihm erzählte das sie doch auf Reise gingen.
    Doch dann kam ihm wieder in den Kopf was erst wenige Minuten zuvor passiert war.
    Yaevinns Frohsinn erstarb jäh als er seinen Geist aussandte und sofort auf Niams Geist stieß. Was hatte er nun wieder angerichtet.

    Vorsichtig drückte er die Klinke nach unten und trat ein. Niam lag mit dem Rücken zum Raum auf seinen Kissen und nahm ob unabsichtlich oder nicht keine Notiz von ihm.
    Leise trat er an ihn heran. „Niam“, fragte er zaghaft.
    Ein Zucken ging durch den Körper des Drachens, dann hob er den Kopf und sah zu ihm.
    „Niam, was hast du getan“, Yaevinn stürzte auf ihn zu als er die blutige Schnauze des Drachens sah, doch ein kehliges Knurren hielt ihn zurück.
    Yaevinn schreckte zurück und musterte den Drachen erschrocken.

    „Niam es tut mir Leid was ich gesagt habe. Komm, lass mich dir helfen“, doch das Knurren erstarb nicht. Yaevinn wartete bis zehn Minuten vergangen waren, doch Niam wollte ihn immer noch nicht an ihn heran lassen.
    „Niam, was ist los? Ich sagte doch das es mir Leid tut“, er zuckte zusammen als Niams lautstark zuschnappte.

    „Es tut dir Leid?! Ich war so stolz auf dich das du anders bist als Irmstad und dann, sagst du mir das ich zu nichts tauge“, Yaevinn erschrak.
    „Das habe ich nicht. Niam wie kommst du darauf das ich soetwas sagen würde“, doch noch mehr erschrak er als er sah das Niam Tränen den Nasenrücken hinabkullerten.

    „Du hast es gedacht. Du hast gedacht was für ein Feigling ich bin das ich es nicht einmal versuche. Was für ein Gefährte ich bin da ich es nicht einmal dir zu liebe versuche, nach allem was passiert ist. Ich dachte wir wären Partner. Ich habe nicht gewusst das man alles was einem Gutes getan wird gleich zurückgegeben werden muss...“, jetzt wurde es Yaevinn zuviel.

    „Niam, das reicht jetzt! Ich war sauer und ich war enttäuscht. Naund? Jeder ist das mal und ich bin nicht so perfekt als das ich solche Gefühle einfach zur Seite schieben könnte. Ich habe dir deinen Willen gelassen und es akzeptiert. Dir zu Liebe, weil ich deinem Urteil vertraue.
    Und nun stellst du mich mit Irmstad auf eine Stufe“?

    Niam wirkte ob Yaevinns Wutausbruch erschrocken und eingeschüchtert.
    Neue Tränen liefen sein schupiges Gesicht hinab.
    Yaevinn wusste das es Niam schlecht gehen musste, doch nun half es ihn zu schimpfen, damit er aufhörte sich selbst zu bemitleiden.

    „Niam, willst du mich vielleicht auch nicht mehr zum Reiter haben“?
    Der Drache schwieg, dann legte er sich hin und streckte den Kopf zu Yaevinn hin., hielt ihn aber auf Hüfthöhe. Das Verhalten der Drachen wenn sie sich jemandem unterordneten.
    „Bitte glaub das nicht von mir, Yaevinn. Aber es ist wie beim letzten Mal und...“, er sah zu ihm auf und suchte seinen Blick.

    Yaevinn war ob der Gefühle die Niam ausstrahlte nun auch zum weinen zumute, doch er beherrschte sich und kniete sich auf den Boden.
    Dann nahm er Niams Kopf und drückte ihn sanft an seine Brust.
    „Das wird schon wieder mein großer. Kannst du mir meine Gemeinheit verzeihen“,, Yaevinn spürte die schwache Bestätigung und ahnte die Gegenfrage bereits und antwortete.

    „Ist schon gut. Aber sag so etwas nie wieder“, er kraulte ihm beruhigend die Ohren bis ihm die Knie vom hocken weh taten und er sich von Niam löste.
    „Es ist meine Schuld, Niam. Ich habe über dich hinweg entschieden, das wird nicht wieder vorkommen, versprochen.
    Der Drache hob den Kopf und fragte, „Wärst du glücklicher wenn ich es doch versuchen würde“? Yaevinn schüttelte entschieden den Kopf.

    „Nein. Aber ich würde mich freuen wenn du mit mir in die Gärten kommst. Jede Bewegung die du jetzt macht wird dir helfen, schneller wieder gesund zu werden. Du wirst es sein müssen wenn wir in zwei Wochen aufbrechen. Sie schicken uns trotzdem mit, ohne das du kämpfen musst“, Niam legte die Ohren leicht an.

    Yaevinn zog sein Taschentuch heraus wischte dem Drachen das Gesicht sauber.
    Eine kleine Platzwunde unterhalb der Nasenwurzel war der Grund für das Blut.
    „Yaevinn, bitte glaub nicht das ich es nicht versuchen würde, wenn ich gesund wäre.
    Aber ich weiß das ich diesen Kampf nur verlieren konnte“, Yaevinn zerzauste ihm die Mähne und lachte. „Hör auf darüber zu sprechen, ja? Mir ist egal ob du besser oder schlechter bist als die anderen Drachen. Für mich bist du der beste Partner den ich mir wünschen kann“.

    Niam drückte seine Nase in Yaevinns Magengrube und kitzelte ihn.
    „Freunde“? Yaevinn wartete. Niam hob den Kopf und stuppste ihn sachte an der Nase an.
    „Nein, keine Freunde – Familie“, die bernstein Augen sahen zu ihm und Yaevinn lächelte.
    „Familie“, flüsterte er.

    Dann ohne Vorwarnung raffte sich Niam auf und streckte sich.
    „Wollen wir dann“, der Drache wirkte wie ausgewechselt. Ein munteres Flackern glomm in seinen Augen und sein Schweif schwang vor Tatendrang hin und her.

    Yaevinn grinste und stand auf und ging zur Türe, gefolgt von Niam. Als sie auf dem Gang standen kam ihnen Mia aus der Richtung entgegen in die sie wollten.
    „Na ihr zwei“? „Na du eine“, erwiederte Niam.
    „Wollt ihr einen Spaziergang machen“? Yaevinn nickte. „Wollt ihr euch uns anschliessen“?

    Die Shaikan verdrehte die Augen. Immer wieder fiel Yaevinn auf das sie vielmehr wie eine Jugendliche, anstatt wie eine Erwachsene wirkte.
    „Kannst du damit nicht endlich aufhören“, Yaevinn schmunzelte.
    „Ich werde mich bemühen. Wo ist Ares“?

    „Gibt Kampfuntericht. Er hilft Saria solange Garyu auf reisen ist“, Yaevinn horchte auf.
    „Wo ist er denn“, Mia schmunzelte. „Wenn es nicht geheim wäre, würdest du es doch wissen oder“? Da wirst du dich wohl gedulden müssen, bis er wieder hier ist“.
    Sie ging ohne zu warten los und Niam und er folgten ihr hastig um mit ihr Schritt halten zu können.

    Als sie das Gebäude verliesen streckte Niam genüsslich die Flügel aus und streckte sich.
    Dann marschierte er nur noch leicht humpelnd hinter Mia her.
    Yaevinn beobachtete ihn während sie liefen und bemerkte das Niams Schritte mit Meter für Meter der hinter ihnen lag schneller und sicherer in seinen Schritten wurde.
    Bis er, abgesehen von einigen kleineren Hölzernen Bewegungen wieder normal lief.

    Yaevinn spürte das Niams Laune sich durch den kleinen Erfolg wieder gebessert hatte und strich ihm über die Flügelmembran.
    Hier und dort grüßte man sie und Yaevinn fühlte sich auch besser.
    Anscheinend hatte niemand der Außenstehenden von dem Vorfall mit Thurien etwas mitbekommen oder aber man nahm ihm den Vorfall nicht zu übel.

    Als sie die Gärten erreichten herrschte dort unerwartet reger Betrieb. Viele Leute lagen auf dem Rasen oder lehnten an den Bäumen und ruhten sich aus.
    Sie marschierten Mia hinterher an allen vorbei bis sie in einen abgeschiedeneren Teil des Gartens kamen.

    „Dürfen hier nur bestimmte Leute her“, fragte er als er niemanden mehr außer ihnen sehen konnte. „Du meinst ob das hier ein Privater Bereich ist? Nein. Den meissten ist nur der Weg zu weit bis hierher. Beim Bau der Festung war der Garten nicht vorgesehen und so wurde auch diese Ebene wie jeder andere Verteidigungsring aufgebaut. Erst später als man merkte, dass die übrigen Ringe jeden Ansturm abhalten würden, entschloss mn sich diesen als Garten um zu bauen. Deswegen sind manche Teile nur mit langen Fußmärschen erreichbar, sowie dieser hier“.

    Sie traten durch einen Torbogen der mitten in eine Hecke geschnitten war und sahen auf einen geschotterten Platz. Mehrere Sitzbänke standen um den Platz herum.
    Doch was Yaevinn noch eher auffiel, war die Kampfübung die hier abgehalten wurde.
    Zwei jugendliche standen einem Mann gegenüber den Yaevinn als Ares erkannte.

    Jeder hatte ein Schwert in der Hand, welches bei den Kindern mit einem Parierdolch ergänzt wurde, welchen die Kinder wenn sie ihn nicht brauchten gekonnt an die Brust drückten, damit der Arm kein unbewaffnetes Ziel darstellen konnte.
    Beide beharkten Ares unablässig mit Schlägen und Hieben die der Shaikan jedoch geschickt abwehrte.

    Yaevinn lies den Blick etwas schweifen und sah Saria auf einer der Bänke hinter den dreien sitzen. Sie hatte eine Feder in der Hand mit der sie etwas auf eine Pergamentrolle schrieb. Mia machte einen großen Bogen um die kämpfenden und ging zu ihrer Tochter.
    Yaevinn und Niam folgten ihr und Yaevinn sah abwartend zu der jungen Shaikan.

    „Yaevinn. Ich habe Mia gebeten dich her zu holen um mit dir über eine Angelegenheit äußerster Dringlichkeit zu sprechen“, sie legte die Feder auf die Bank und hob den Blick.
    „Niam, ich bitte dich mit Mia zu gehen. Das was ich mit Yaevinn zu besprechen habe, geht nur uns beide etwas an. Danke“, Yaevinn wurde kalt.

    Den deutlichen Befehl hatte man nicht überhören können. Eines wusste er, die Shaikan war nicht gerade fröhlich. Er sah zu der Rolle als sie danach griff, und Yaevinn erkannte sie als jene Schriftrolle, die alles Wissen über die Shaikan enthielt.
    „Ich habe sie gelesen. Ich werde keine Geheimnisse über eu...“, Yaevinn verstummte als ein stechender Schmerz sich in seiner Brust ausbreitete. Ein dröhnen in seinen Ohren übertönte jedes andere Geräusch. Seine sichtfeld wurde von einem roten Schleier getrübt. Alles was er spürte war Kälte und Schmerzen.

    Dann lies der Schmerz schlagartig nach und er fand sich auf dem Boden liegend vor.
    Etwas feuchtes leckte ihm durchs Gesicht und er schlug schwerfällig die Augen auf.
    Um ihn herum knieten und standen Saria, Mia und Ares. Yaevinn spürte das Niam neben ihm lag. „Was habt ihr“, doch die Fürstin schüttelte den Kopf.
    „Nicht wir. Du! Du hast Oberot einen Schwur geleistet der dir verbietet irgendjemandem, egal wem, davon zu erzählen das du über dieses Wissen verfügst. Hättest du nur eine Silbe mehr gesagt, wärst du tot gewesen, Yaevinn. Du musst vorsichtiger sein“.

    Sie stand auf und reichte ihm die Hand und Yaevinn nahm sie. Mit einer unvorstellbaren leichtigkeit zog sie ihn auf die Beine und bugsierte ihn dann auf die Bank. Yaevinn hielt sich die Schläfen als ein leichtes Schwindelgefühl über ihn kam.

    Der Shaikan stemmte sich auf die Beine und drehte sich um. „Genug verschnauft. Es geht weiter. Yaevinn sah zur Kampffläche und sah das die beiden Kinder in der Mitte des Kreises saßen. Ares ging zu ihnen und ließ sie einige Bewegungen ausführen.
    „Sie sind groß geworden, oder“? Fragte ihn Saria erwartungsvoll.
    Yaevinn brauchte einen Moment. Sind das deine beiden“, sie nickte.

    „Yaevinn ich glaube ich muss dir nicht mehr erzählen, vor allem nach dem erlebten, dass Stillschweigen hier eine große Dringlichkeit hat.
    Yaevinn nickte zustimmend.

    Yaevinn brauchte einige Minuten bis sein Herzschlag sich wieder gelegt hatte.
    „Hättest du vielleicht Lust auf einen Übungskampf“?
    Yaevinn sah müde zu Ares hinüber, der ihn auffordernd ansah. Yaevinn überlegte einen Moment, dann zuckte er mit den Schultern und stand auf.
    Als er zu Ares ging fand er das erste Mal Zeit die beiden Shaikan Kinder genauer zu mustern, die ihn ihrerseits scheu ansahen.

    „Ich möchte ihnen eine Verteidigungsmethode zeigen. Versuche einfach mich zu treffen“, er hielt Yaevinn einen Anderhalbhänder hin. Yaevinn musterte die schwere Waffe kritisch.
    Dann streckte er die Hände aus und umfasste den Griff des Schwertes und war als Ares die Klinge loslies mehr als Verblüfft.

    Er lies mit der einen Hand los und vollführte eine schnelle Rotation mit der Klinge.
    Sie wog nicht mehr als ein Ast. Verwundert schlug er gegen das Heft des Schwertes.
    Ein leises Summen erklang, dann herrschte wieder Stille.
    Dann stellte er sich dem Shaikan gegenüber der eine beinahe identische Klinge in seinen Händen hielt.

    Er nickte ihm auffordernd zu nachdem die beiden Kinder auf Distanz gegangen waren und Yaevinn ging in Kampfstellung.
    Er verlagerte das Gewicht auf das Hinterbein und überlegte wie er den Shaikan angreifen sollte. Er entschied sich für ein Täuschungsmanöver.
    Doch so schnell er sich ob des geringen Gewichts bewegen konnte, der Shaikan hielt ihn ohne große Probleme auf Abstand.

    Es ging eine Weile so weiter als Ares die Waffen sinken ließ und Yaevinn das Zeichen gab zu stoppen. „Hör auf! Der Junge ist zwar gut aber noch weit von den Qualitäten eines Reiters entfernt“, Yaevinn drehte sich um und sah Kritos, etwas abseits stehen.
    „Wenn du willst kannst du ja versuchen es besser zu machen, alter Mann“.
    Der junge Shaikan schnaubte. „Ein ander Mal vielleicht“.

    Auf einmal liesen Kaya und Aron die Waffen fallen und rannten an Yaevinn vorbei.
    Er drehte sich um und sah wie die beiden ihren Vater umarmten, der zusammen mit Kritos anscheinend gekommen war. „Ich glaube wir können aufhören. Die werden jetzt keinen Deut an Beachtung für Lernen haben“, meinte Ares und stechkte das Schwert in den Kiesboden.



    Re: Tiberas

    Kaya - 28.03.2009, 02:20


    Zuerst muss ich sagen, dass das Gespräch zwischen Yaewinn und Niam echt toll beschrieben ist!
    Sind echt rührend die zwei :clap:
    Und wie in den anderen Kapiteln zuvor auch gute Wortwahl und schön ausführlich.
    Ich freu mich total auf das nächste Kapitel!
    Schreib weiter so :yes:



    Re: Tiberas

    Anonymous - 28.03.2009, 17:58


    Ja habs auch mal wieder geschafft, und muss sagen, echt super ^^
    lässt sich schön lesen, aber Niam kommt mir leicht hysterisch vor



    Re: Tiberas

    Aron - 28.03.2009, 20:04


    Ich kann nur sagen das ich meinen Vorrednern zustimme, ist echt super und freue mich wenns weiter geht.

    Mach weiter so Ares :D :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 30.03.2009, 18:38


    Neue Erfahrungen

    Letzter Tag des 2 Mondumlaufs des 982 Zyklus


    Yaevinn lag schon lange wach als die Weckkugel lautstark zu Sirren begann. Wenn er es genau nahm, hatte er die Nacht über kaum ein Auge zu gemacht.
    Zweifelnd sah er zu dem Ledergebilde, was über der Lehne eines Stuhles hing.
    Er hatte den Sattel bereits zwei Mal in der Nacht überprüft.
    Alles war zu seiner vollsten Zufriedenheit. Immerhin war es ein neuer, extra für Niam gefertigter Sattel.

    Trotzdem kam Yaevinn die Vorstellung seltsam vor, nur von diesem Stück Lederner Handwerkskunst, auf Niams Rücken fest gehalten zu werden.
    Niam hingegen sah dem ganzen gelassen entgegen. Warum auch nicht. Für ihn war zu fliegen wie für Yaevinn zu laufen, und doch.... .

    Seufzend nahm er die Holzkugel und zog sie wieder auf. Dann schwang er sich aus dem Bett und zog sich seine Sachen an. Als er einen prüfenden Blick in den Spiegel warf, fielen ihm die inzwischen spitz zulaufenden Enden seiner Ohren auf.
    Innerhalb von drei Monaten, die er nun mit Niam verbracht hatte, hatte er sich so drastisch verändert.

    Was würde wohl in einem Jahr aus ihm werden? Würde man ihn überhaupt noch als Menschen erkennen? Oder würden seine Eltern wenn er sie mal besuchen kam, in ein völlig fremdes Gesicht schauen?
    Seine Eltern. Was würden sie sagen wenn sie Niam sahen.
    Er hatte keine Ahnung wie sie reagieren würden. Seine Geschwister würden sich freuen, ohne Zweifel, vor allem die kleinen über Niam, doch seine Eltern?

    „Wollen – wir dann“, gähnte Niam lautstark bevor er die Augen öffnete.
    „Bleibt mir denn etwas anderes übrig“?
    „Wenn du so fragst, Nein“, Yaevinn schmunzelte ob des Wortwitzes und wusch sich mit einem feuchten Lappen durchs Gesicht. Träge marschierte er zu dem Stuhl und nahm den Sattel und schwang ihn sich über die Schulter.

    Als sie durch die Gänge des Gebäudes gingen herrschte noch absolute Ruhe. Es war viel zu früh für die anderen Schüler um schon auf zu stehen. Nur sie hatte man schon am frühen Morgen zum Flugfeld bestellt wo sie heute ihren ersten gemeinsamen Flug unternehmen sollten.

    Der Start und Landeplatz der Drachen war eigentlich nichts anderes als eine Art Hof der einzig aus einer großen platt getretenen Fläche bestand.
    Oberot hatte ihn den Prozess wie man den Sattel anlegte am vorherigen Tag wieder und wieder durchführen lassen. Sein Lehrmeister war noch nicht zu sehen und so standen sie einen Moment einfach nur da und ließen den Blick über das verweiste Flugfeld schweifen.

    Yaevinn seufzte, dann drehte er sich zu Niam um und warf ihm den Sattel notgedrungen auf den Rücken. Der Drache war inzwischen fast doppelt so groß wie ein Pferd.
    Yaevinn stellte sich auf die Zehenspitzen und rückte den Sattel zurecht, dann zog er die Riehmen an und sicherte sie.
    Als er fertig war zog und zerrte er hier und dort an den Sattelteilen bis er sich sicher war, das alles fest und sicher angelegt war.
    „Kannst du dich bewegen“? Niam verrenkte den Hals und winkelte die Beine an, dann stand er wieder normal. „Perfekt“.
    Yaevinn nickte und langsam wurde auch er zuversichtlicher das alles gut gehen würde.

    „Wollen wir dann“, fragte Niam erwartungsvoll. Yaevinn seufzte.
    „Kommst du mir wenigstens ein bisschen entgegen“, Der Drache bleckte die Zähne und legte sich auf den Boden. „Natürlich“.
    Als Yaevinn sich in den Sattel schwang bekam er eine Gänsehaut.
    Er musste schmunzeln. „Vor drei Monaten lief das ganze noch genau anders herum. Da habe ich dich getragen“. Der Drache blieb liegen und wartete bis Yaevinn die Riemen um seine Beine fest gezogen hatte.

    „Ja. Und du warst ein guter ... Träger“, Yaevinn schnaubte.
    „Dasselbe erwarte ich auch von dir“, der Drache knurrte glucksend.
    „Bist du fertig“? „Ja, du kannst loslegen“, er hielt sich an dem Sattelgriff fest und wartete auf das nun kommende. „Halt dich gut fest“, Niam streckte den Rücken durch und spannte alle Muskeln an. Yaevinn wurde nach unten gedrückt, und schlug mit dem Gesicht auf Niams Schulterblatt.

    Einen Moment sah er nur Sterne, dann rappelte er sich wieder hoch und sah sich um.
    Auf das, was er nun sah hatte ihn nichts und niemand vorbereiten können.
    Mit einem Mal war der Schmerz in seinem Gesicht vergessen und Yaevinn staunte über die herrliche Aussicht.

    Etwa eine halbe Meile unter ihnen lag Abastor, nun nur noch so groß wie eine Münze.
    „Und, wie gefällt es dir“, Yaevinn hörte Erwartungsvollen Unterton in Niams Frage.
    „Frag mich nachher noch einmal, im Moment bin ich zu begeistert um meine Gefühle aus zu drücken. Niam dreht den Kopf zur Seite. „Es freut mich das es dir gefällt“.
    „Bist du bereit für was lustigeres“, Nun war es ein lauernder Unterton.

    „J ja“, Yaevinn war sich nicht ganz sicher was Niam als lustig empfand.
    „Halt dich gut fest“, ohne weitere Vorwarnung beschleunigte Niam den Schlag seiner Flügel und sie stiegen noch höher zum Himmel hinauf, bis sie beinahe die Wolken berührten. Nun wurde es Yaevinn aber langsam kalt. Er hätte nicht gedacht das es hier oben, nächer an der Sonne kälter war, als unten weiter von ihr entfernt.

    „Achtung. Zieh nochmal alle Schlaufen an deinen Beinen nach“, Yaevinn tat hastig wie ihm geheissen, dann schlug er Niam bestätigend auf den Rücken.
    Niam hörte auf mit den Flügeln zu schlagen und sie segelten langsam wieder hinab. Yaevinn runzelte die Stirn. Sie sanken und sanken bis ein Ruck durch Niams Körper ging.

    Kräftiger als zuvor begann er mit den Flügelen zu schlagen und sie begannen rasend schnell wieder auf zu steigen. Dann zog er die Flügel an und sie wurden langsamer.
    Dann, für einen kurzen Augenblick, standen sie still. Yaevinn fühlte sich schwerelos. Langsam neigte sich Nims Körper nach vorne und sie wurden wieder schneller. Die Ebene unter ihnen kam rasend schneller und erst wenige hundert Meter vor dem Aufprall ris Niam die Flügel auf und sie schossen nun in einer Kurve auf den Boden zu.

    Yaevinn schrie vor angst, so laut wie er nie zuvor geschrien hatte. Dann verschwand die Last die ihn auf Niams Rücken drückte und er blinzelte vorsichtig. Sie flogen keine zwei Meter über dem Boden der Ebene hinweg. „Würdest du – bitte los lassen – du drückst mir die – Luft ab“, Yaevinn erschrak und bemerkte erst jetzt das er die Arme um Niams Hals geschlungen hatte und so fest zugedrückt hatte das er dem Drachen die Luft abgewürgt hatte. Hastig lies er los und lies seinen Drachen wieder zu Atem kommen.

    „Das war nicht komisch“, fauchte Yaevinn. Niam drehte die Ohren nach hinten und sah leicht über die Schulter. „Ich dachte du würdest es - lustig finden“, Yaevinn gingen bald die Augen über. „Niam! Ich hatte gerade Todesangst. Wenn ihr Drachen so etwas als lustig empfindet will ich nicht wissen was für euch schrecklich ist“, Niam sah wieder nach vorne.

    „Es tut mir Leid. Ich hatte wirklich gedacht das es dir Spaß machen würde...“, Yaevinn versuchte angestrengt seine zitternden Gliedmaßen unter Kontrolle zu bringen.
    „Ich bring dich zurück“, sagte Niam nieder geschlagen und drehte die Flügel leicht um den Kurs zu ändern. Da kam Yaevinn eine Idee.

    „Nein. Nochmal“,rief er zu Niam.
    Der Drache wandte ihm ruckartig den Kopf zu. „Aber ich dachte...“, „Du darfst nicht alleine fliegen. Wir müssen es zusammen tun“, einen Moment war Niam verwirrt, dann begriff er was Yaevinn vorhatte und schenkte ihm einen vor Freude strahlenden Gedanken.
    Niams Flügelschläge wurden Schneller, dann befanden sie sich auch schon wieder auf ihrer Startposition und Yaevinn nährte sich mit seinem Geist, dem von Niam bis sie beinahe mit einander verschmolzen.

    Das einzige was sie noch trennte war die Tatsache, das sie selbst jeweils noch dachten.
    So fühlte es sich also an zu fliegen, dachte Yaevinn.
    Da kam ihm eine Idee und er schickte Niam einen Gedanken, „Rolle“?
    Er spürte seine Zustimmung und Yaevinn spürte als wären es seine wie Niam die Flügelstellung änderte.

    Sie drehten sich mehrmals um die eigene Achse, dann konzentrierten sie sich auf den Fall indem sie sich bereits befanden. Weiter. Weiter. Jetzt.
    Yaevinn spürte wie die Luft sich unter Niams Flügeln aufstaute, hörte das Donnern mit seinen Ohren als die Luft unter dem ungeheuren Druck zusammen gepresst wurde. Dann wie die bleierne Schwere nach lies und sich Yaevinn so leicht wie eine Feder vor kam.

    Yaevinn seufzte und entfernte sich aus Niams Geist. „Jetzt verstehe ich was du meinst“, der Drache wandte ihm den Kopf zu während er leicht stieg.
    „Und, hat es dir dieses mal gefallen“, Yaevinn schmunzelte bevor er gespielt gelangweilt antwortete, „Ganz nett. Aber warn mich nächstes Mal vor wenn du solche Spielchen im Sinn hast“, Niam sah wieder nach vorne und hielt nun auf die Festung zu, die im hellen Licht der nun hoch stehenden Sonne weiß leuchtete.

    Als sie zur Landung ansetzten, wartete bereits jemand auf sie. Am Rande des Flugfeldes standen Oberot, Leo und die dunkelgrüne Drachin Ksha.
    „Blamier dich nicht“, meinte er zu Niam. Der Drache brummte und setzte zur Landung an.
    Noch zwei korrigierende Flügelschläge, dann setzten Niams Beine auf dem Boden auf und ihr Flug war vorbei.

    Yaevinn seufzte erleichtert und löste dann die Riemen um seine Beine.
    „Und? Werden wir beide noch einmal zusammen oder habe ich dich zu sehr verschreckt“, fragte Niam halb neckisch halb endtschuldigend.
    „Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt“, sagte Yaevinn als er abstieg und knuffte dann Niam um die Worte zu entschärfen in die Seite. Der Drache stupste ihn seinerseits spielerisch mit der Schnauze an und sie gingen zu den dreien die bereits auf sie warteten.



    Re: Tiberas

    Kaya - 30.03.2009, 19:24


    Super Kapitel! Vor allem wie du den ersten Flug beschrieben hast war echt sehr schön zu lesen xD
    Schreib weiter so....Freu mich schon auf mehr :clap:
    :yes:



    Re: Tiberas

    Aron - 30.03.2009, 22:19


    Jub stimme kaya zu den Flug hast du echt gut beschrieben vorallem was er so denkt und sieht. Mach auf jednefall weiter so ares ist echt schön ;)
    Ich weis schon nimma was ich noch net gut gefunden habe, und zum schlechtfinden finde ich nichts :lol:

    :clap: :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 31.03.2009, 19:55


    danköö ^^



    Re: Tiberas

    Anonymous - 03.04.2009, 19:31


    sehr schön gemacht ^^

    ich weiß, kein sehr einfallsreicher Kommentar aber ist eben so



    Re: Tiberas

    Aresander - 12.04.2009, 22:24


    Leo

    3 Mondumlaufs des 982 Zyklus – 2 Tage vor der Abreise


    Yaevinn büffelte nachdenklich über den alten Formeln für das aufspüren von Giften und Substanzen als er aufgeregt aus dem Fenster hinaus sah.
    Es war ein trüber Tag mit leichtem Windgang. Perfekt für einen kleinen Ausflug, sobald Niam wieder da war.

    Der Drache war noch mit seinem Fluguntericht beschäftigt und Yaevinn musste warten bis er wieder kam. Ihm gegenüber saß Leo am Tisch und studierte ebenfalls eine Schriftrolle.
    Als er den Blick hob schmunzelte der halb Elf und fragte, „Denkst du an frisches Brot oder ans Fliegen“? Yaevinn lachte. Er hatte dem Elfen viel von seinem Zuhause und den Kochkünsten seiner Mutter erzählt. Vor allem von dem herrlichen Brot, das sie backte.

    „Ausnahmsweise ans fliegen. Kommt ihr nachher mit“?
    „Ich denke schon, außer Ksha ist zu erschöpft für einen weiteren Flug“, Yaevinn sah schräg zu ihm hinüber um zu sehen ob Leo sich einen Spaß mit ihm erlaubte, doch der Elf machte nicht den Anschein.

    „Ein Drache der des Fliegens müde wird“, Yaevinn legte die Schriftrolle weg und sah zu ihm hinüber. „Du weißt wie ich das meine“. Yaevinn, runzelte die Stirn.
    „Was ist los mit dir“, Leo hob überrascht den Blick.
    „Was soll mit mir sein“?
    Yaevinn lachte, „Du verhälst dich wie eine übereifrige Henne. Ksha ist kein kleines Mädchen, das man vor bösen Männern beschützen muss. Sie ist ein Drache. Sie ist zum fliegen geboren“.

    „Mag sein, aber auch sie ist ein Geschöpf aus Fleisch und Blut. Auch sie wird Müde von lernen und trainieren. Ich sorge mich einfach um sie“.
    Yaevinn lachte leise was ihm einen bösen Blick von Leo einhandelte.
    „Was ist so komisch“?
    „Nichts, nichts. Also kommt ihr nun mit“?

    „Ich sagte doch das ich sie erst fragen muss“, brauste der Elf ohne Vorwarnung auf.
    Er funkelte Yaevinn wütend an, dann holte er tief Luft.
    „Wir werden sehen“, ohne ein weiteres Wort sah er wieder auf seine Schriftrollen.
    Yaevinn brauchte einen Moment um sich von seinem Schrecken zu erholen, entschied sch aber nichts mehr zu sagen.

    Als eine Stunde später die Drachen sich wieder nahe genug an der Festung befanden, das Yaevinn Niam spüren konnte, war ihm die Lust aufs Fliegen vergangen.
    „Bis morgen dann“, sagte er zum Abschied und ging zur Türe.
    „Ksha hat gesagt das wir noch fliegen können“, rief Leo ihm hinter her doch Yaevinn lehnte ab und schloss die Türe hinter sich.

    Der Grundlose Wutausbruch Leos hatte ihn verwirrt. Sollte die kleine Stichelei der Grund dafür gewesen sein? Nein das konnte es nicht sein. Aber weshalb sonst sollte der Halbelf sich so verhalten?!
    Yaevinn war so in seine Gedanken versunken das er beinahe an Niam vorbei marschiert wäre, der ihn mit der Schnauze am Kragen schnappte.

    „W... was ist“, fragte Yaevinn verdattert.
    „Das will ich ja gerade von dir wissen. Du wärst beinahe in mich hinein geluafen, so sher warst du in deine Gedanken vertieft. Was ist mit dir los“, Yaevinn brauchte einen Moment bis er verstand was der Drache von ihm wollte, dann wich er ihm aus.
    „Ich bin etwas verwirrt“, er schilderte Niam schnell Leos und sein Verhalten.

    Der Drache schwieg einen Moment, dann als wolle er nicht darüber reden sagte er, „Du hast ihn gekränkt – ohne es zu wissen“, fügte er rasch an als er spürte das Yaevinn wieder sprechen wollte. „Hat er dir jemals von seinen Eltern erzählt“?
    Yaevinn dachte nach und musste verneinen.
    „Ksha hat mir das während deiner Gefangenschaft erzählt, als wir über dich und deine Heimat sprachen“.

    „Was genau habt ihr denn über mich besprochen“, wollte Yaevinn wissen.
    Niam rutschte unbehaglich hin und her und sah ihn dann wieder an.
    „Sie hat sich mit mir unterhalten und mich versucht von meinem schlechten Gewissen abzulenken. Dabei hat sie mich zu dir einiges gefragt. Unteranderem auch zu deiner Familie. Wir redeten und so kamen wir auch unweigerlich auf unsere und auch Leos Abstammung. Mehr werde ich dir aber nicht erzählen. Wenn er es will, soll Leo es dir selbst sagen“, der Drache hob den Blick und sagte dann. „Ich warte bei Ksha auf dich Anscheinend will er noch mit dir reden“.

    Yaevinn drehte sich um und sah Leo der den Gang hinab kam und direkt auf ihn zuhielt.
    Einen Moment noch, dann stand er vor ihm. „Wollt ihr vielleicht nicht doch mitkommen? Ksha würde sich freuen“.
    „Und du“? Leo sah kurz zur Seite, „Ich mich natürlich auch“.
    „Was ist mit deinen Eltern? Niam meint das du sauer bist weil ich andauernd von meiner Familie rede“, Leo sah unangenehm berürt zur Seite.
    Dann fasste er sich und sah ihn an, „Ich bin Weise, kommst du nun mit oder nicht“?

    Yaevinn blieb vor Verblüffung der Mund offen stehen. „Du bist ..? Aber deine Mutter hat dir doch immer so gutes Essen mit auf die Reise gegeben“?!
    „Das war von meiner Großmutter. Meine Mutter starb an Fieber und mein Vater verschwand eines Tages einfach. Man fand ihn drei Wochen später ausgeplündert im Wald vor. Aber meine Großeltern sind alt. Die einzige die mir geblieben ist, ist Ksha.
    Vielleicht kannst du jetzt verstehen warum ich mich um sie sorge“.

    Yaevinn nickte perplex und entschuldigte sich mehrmals doch der Elf winkte ab und ging zum Innenhof der Feste, wohin Yaevinn ihm folgte.
    „Und habt ihr euch geeinigt“, fragte Niam neugierig. Neben ihm saß die orange Farbene Partnerin von Leo.

    Wenn man genau hinsah bemerkte man deutlich die Unterschiede bei den Drachen.
    Ksha war im Gegensatz zu Niam relativ schlank und hatte weniger Muskeln was ihr ein Anmutiges Aussehen verlieh. Niam dagegen war robuster gebaut, breiter und muskulöser jedoch nicht Größer oder kleiner. Dieses Thema war auch im Unterricht angefallen.

    Die Weibchen waren wendiger und flinker als die schwereren Männchen, die dafür jedoch von der Natur um dieses Defizit auszugleichen mit mehr stärke und einem dichteren Schupenpanzer ausgestattet.
    „Ja, wenn aber auch anders als ich es mir erhofft hatte. Wusstest du das mit seinen Eltern“, derDrache bestätigte sofort.

    „Ich wusste es habe aber nicht gedacht das ihr Menschen diesem Umstand soviel. Bedeutung zuweist. Ich selbst bin ja auch soetwas wie ein Weisenkind, wenn man es so nehmen will“. Yaevinn überlegte einige Momente.
    „Das erklärt auch warum er Ksha so fürsorglich behandelt“.
    „Tust du doch auch“, gluckste Niam. Yaevinn runzelte die Stirn, „Aber nicht so extrem wie er es tut“. „Das ist auch wieder war. Ich weiß nicht ob ich glücklich wäre wenn du mich so bemuttern würdest wie er es bei Ksha tut. Aber sie versteht seine Lage und lässt ihn“.

    Yaevinn überprüfte noch einmal alle Riemen, dann stieg er in den Sattel und Niam kauerte sich zusammen. „Warte, darf ich es mal probieren“?
    Yaevinn spürte das Niam zögerte, dann zog sein Geist Yaevinn an sich heran und sie kontrollierten wieder vereint ihre Körper. Yaevinn hob den Rechten Arm, oder versuchte es zumindest und anstatt seiner hob Niam den Arm und begann zu taumeln.

    Dann kauerten sie sich zusammen und stießen sich dann ab. Diesesmal genoss Yaevinn den Flug so wie Niam es tat und sein Frust wegen Leos Schicksaal verflog auch bald.
    Sie schwebten über der Ebene dahin, flogen enge Kurven und Spiralen bis ihnen auffiel das Leo und Ksha nicht mehr zu sehen waren.

    Sie suchten lange bis sie die beiden genau hinter ihnen entdeckten. Sie jagten wie es schien hinter ihnen her und holten gerade auf.
    Ausweichmanöver“?
    Im nächsten Moment machten sie ine Rolle zur Seite und gingen in einen schnellen Sturzflug über den sie wie beim letzten Mal.
    Ksha und Leo folgten ihnen einen Moment lang und brachen den Sturzflug ab.
    Niam hielt jedoch weiter auf den Boden zu bis sie nur noch wenige Sekunden hatten.

    Wie die Male davor flogen sie nur wenige Meter über dem Boden und stiegen dann wieder in luftigere Höhen.



    Re: Tiberas

    Anonymous - 13.04.2009, 13:35


    mmh ein mal etwas ruhigeres Kapitel, aber ganz in Ordnung : )



    Re: Tiberas

    Aresander - 13.04.2009, 16:09


    wenigstens noch eien dies liesst = ) :friends:



    Re: Tiberas

    Kaya - 13.04.2009, 19:28


    Nicht nur eine die deine Geschichte noch ließt ^^

    Ich fand es wieder sehr schön beschrieben. Es ist toll das man so viele Einzelheiten von den Charas erfährt vor allem deren Vergangenheit.
    Freu mich schon auf mehr und find es toll das es wieder weitergeht :yes:



    Re: Tiberas

    Aron - 13.04.2009, 21:45


    Jub war wirklich mal was einfaches, aber du hast die kleinen Problemchen die man am Tag so hat schön beschrieben vorallem das zwischen Leo und Yaevinn, so kleine missverständnisse halt.
    aber das diese Drachen immer alles wissen müssen... ist schon gemein da müsste sich doch Yaevinn benachteidigt fühlen oder?^^


    Also mach weiter so Ares :D



    Re: Tiberas

    Aresander - 18.04.2009, 22:56


    Rückkehr

    3 Mondumlaufs des 982 Zyklus


    Yaevinn verstaute eifrig den Proviant den man ihnen gebracht hatte in den Satteltaschen und sicherte die Ladung mit den dafür vorgesehenen Riemen.
    Niam schnaubte aufgeregt und Yaevinn klopfte ihm beruhigend auf die Schulter.
    Neben ihnen warteten Leo und Ksha das auch sie ihre Vorräte bekamen und verstauten diese als die Vorräte an sie übergeben wurden.

    Yaevinn sah wieder zu seinem Sattel und musterte die Waffen die daran befestigt waren.
    Es waren ein Bogen, ein Kurzschwert und ein runder Schild ohne Wappen darauf.
    Aber es waren im Gegensatz zu den Trainingswaffen die sie bis jetzt gesehen hatten echte Waffen. Noch mehr Aufregung als für das bevor stehende Abenteuer empfand Yaevinn als er daran dachte, dass er in zwei Tagen spätestens wieder seine Familie sehen würde.

    Es dauerte noch eine Weile bis Oberot wieder da war. Ihm folgte der Mönch, der in der einen Hand eine Art Seesack, und in der anderen die Zügel seines Pferdes hatte.
    Es war ein Walach, das wusste Yaevinn, aber aus welcher Region das Tier stammte war ihm unklar. Oberot kam zu ihnen während der Mönch seine Sachen verstaute und musterte sie zufrieden.

    „So ihr vier. Denkt an das was wir euch beigebracht haben, zu jedem Zeitpunkt.
    Falls es soweit kommen sollte, versucht Kämpfen aus dem Weg zu gehen und bleibt immer zusammen. Dann wird euch auch nichts passieren. Wenn ihr mit Debin in Therinsford sicher und ohne Zwischenfälle angekommen seid, ist es euch gestattet eure Reise bis zu Yaevinns Dorf fort zu führen und einen Tag lang dort zu verweilen. Danach kommt ihr sofort zurück. Habe ich mich deutlich ausgedrückt“, er sah vor allem Yaevinn an und der nickte.

    „Gut. Nun dann bleibt mir nur noch eines zu tun. Viel Glück ihr vier“, er lächelte und trat zurück. Leo und Yaevinn stiegen in ihre Sättel und befestigten die Riemen an ihren Beinen. Meister Debin war indessen schon los geritten und sie konnten so sofort los fliegen. Zuerst stieß sich Ksha vom Boden ab und erhob sich in die Lüfte.
    Niam spannte die Muskeln an und stieß sich dann so stark vom Boden ab das Yaevinn in den Sattel gepresst wurde.

    Mit kräftigen Flügelschlägen stieg Niam immer weiter in die Luft und drehte dann nach Norden ab, Ksha und Debin, der inzwischen ein gutes Stück Vorsprung hatte, hinterher.
    Yaevinn war beeindruckt von dem Pferd das der Mönch ritt. Es war schnell, wirklich verdammt schnell für ein Pferd. Selbst wenn es ein Elfenpferd oder ein Nachtmahr der Dunkelelfen wäre, wäre es überdurchschnittlich schnell.

    Die Meilen flogen unter ihnen dahin und Yaevinn war immer verblüffter, genau wie Niam.
    Dieses Tier war äußerst seltsam. Es rannte beinahe so schnell wie ein Drache, wenn er es nicht eilig hatte, flog. Und das seit Stunden. Was auch immer das war, Yaevinn würde es sich bei der erstbesten Pause genau ansehen.

    Als es langsam dunkler wurde schwenkte der Mönch etwas nach links, direkt auf einen kleinen zu, den Weg ein und brachte das Tier dann dort zum Stillstand.
    In langsamen Spiralen glitt Niam zum Boden hinab und setzte dann sanft wie immer auf.
    Als Yaevinn abgestiegen war gingen er und Niam zum Fluss und tranken etwas, dann sahen sie zu dem Mönch der sein Lager bereits aufgeschlagen hatte.

    Als Yaevinn zu ihm ging drehte der alte sich um und musterte ihn.
    „Wir werden hier halt machen. Meine alten Knochen brauchen Ruhe“. Als es dunkel war und sie alle um das prasselnde Feuer saßen fragte Leo ihn, „Hast du eigentlich Geschwister“? Er nickte. „Zwei Schwestern“, der Elf sah einen Moment lang gläsern an.
    „Leo bist du dir sicher das du mich begleiten willst. Das Gasthaus in Therinsford ist schön und gemütlich. Bei weitem besser als mein Zuhause und“.

    „Nein ich möchte sehen, wo du herkommst und wie deine Familie ist“, „Ich auch“, warf Niam mit ein. Yaevinn zuckte mit den Schultern. Garnicht einmal all zu weit von hier hatte er Niam getroffen. Er verband Furcht mit diesem Ort des Schreckens. Irgendwo hier lagen die Überreste der Gruppe, mit der einst Irmstat in Begleitung von Niam her gereist war.
    Der Kampf mit dem Wolf und wie mutig Niam sich auf den bei weitem überlegenen Gegner gestürzt hatte.

    Ein Gefühl von Stolz durchfuhr ihn und er lehnte sich an Niams Flanke. Der spürte das Yaevinn glücklich war und fragte ihn was der Grund dafür sei.
    „Ich habe doch allen Grund glücklich zu sein. Ich werde meine Familie wieder sehen und habe einen wunderbaren und mutigen Partner an meiner Seite“.
    Partner... irgendwie drückte das Wort nicht wirklich das aus was Yaevinn für Niam empfand. Er liebte seinen Drachen und das war ja gerade das seltsame. Er war ein Drache, dazu obendrein ein männlicher und er liebte ihn. Bizarr, dachte sich Yaevinn und kraulte Niam leicht hinter dem Ohr worauf hin dieser ihm genussvoll den Kopf zu wandte.

    Yaevinn hatte eigentlich damit gerechnet das Leo wieder Witze deswegen machen würde, doch als er zu dem Halbelf hinüber sah, lag er neben Ksha, die gerade ihren Flügel über ihm ausbreitete und ihn somit zudeckte. Yaevinn sah zu dem Mönch und stellte fest das auch er schon schlief. „Schlaf ruhig. Wir werden diese Nacht die Wache halten“.
    „Seid ihr euch sicher. Ihr seid den ganzen Tag geflogen und braucht auch etwas Erholung“.

    „Mach dir keine Sorgen. So ein – Plausch – ist Erholung genug für uns“, Yaevinn legte den Kopf schräg, eine Bewegung die er sich von Niam angeeignet hatte.
    Es bewies das sich Drache und Reiter mit der Zeit immer ähnlicher wurden.
    „So – über was unterhaltet ihr euch denn“, fragte er mit einem Grinsen.
    „Dies und jenes , wie man am besten Jagd und die Knochen der Beute so zermalmt, das sie einen nicht im Halse stecken bleiben“.

    Yaevinn schluckte unbewusst und Niam knurrte amüsiert. Yaevinn schmunzelte und legte sich neben Niam auf sein Lager, dann breitete auch Niam seine Schwinge über ihm aus und Yaevinn schloss die Augen und dachte nach. Er dachte an das Vergangene und an das Zukünftige.Unweigerlich kam er wieder auf die Erinnerung an den Wolf. Wie er sich durch den Regen geschleppt hatte und... das Bild wie er auf den kleinen Drachen hinab sah, der wie tod in seinen Armen lag.

    Dann erinnerte er sich an den Angriff des Meuchlers, in ihrem Quartier. Thurien und sein Drache und auch an Niam, der bluten da lag und von Oberoth gerettet wurde.
    Yaevinn drückte sich an Niams warmen Körper und versuchte die Geister aus seinem Kopf zu verdrängen.

    „Niam. Was ist wenn auf einer unserer Missionen, was wenn einer von uns...“, der Drache antwortete erst nach einigen Momenten. Eigentlich hatte Yaevinn mit etwas Aufmuntrung gerechnet, doch Niam sagte, „Eines Tages Yaevinn, wird das vielleicht so kommen. Wenn es so nicht sein soll, passiert es vielleicht schon morgen. Wenn wir Glück haben erst in Jahrhunderten. Aber irgendwann wird es wahrscheinlich passieren. Deshalb sollten wir jeden Moment den wir haben genießen“.

    Doch das half Yaevinn nicht über seine Ängste hinweg zu kommen.
    „Ich werde alles mögliche tun das es noch tausende von Jahren sein werden“, murmelte Yaevinn. Er spürte Niams weiche Nase wie sie über seine Wange fuhr und er drückte das Gesicht gegen das seine. Niam tröstete ihn bis er eingeschlafen war.

    Als er am nächsten Morgen aufwachte begrüßte ihn ein eisiger Windhauch. Auch wenn es Früjahr war, hielt nachts immer noch der Frost einzug.
    Yaevinn sha sich um und stellte fest das er der erste war der erwacht war und rappelte sich dann auf. Träge nahm er ein paar Holzscheite und legte sie an den letzten Rest Glut und versuchte ein Feuer zu entfachen.

    Als es nicht klappt hob Niam den Kopf und sah zu ihm herüber.
    „Soll ich“, fragte er gespielt beiläufig. Yaevinn musste grinsen und ging zur Seite.
    Niam hielt den Kopf vor die Feuerstelle und öffnete das Maul, dann spie er seinen Flammenatem auf die Holzscheite und entzündete die Flammen aufs neue.

    Als er fertig war setzte sich Yaevinn davor und streckte die Hände dem wärmendem Feuer entgegen.

    Als die Wärme wieder in seine Glieder fuhr, sah er seine Handfläche an und sah dann wieder ins Feuer. Wenn er doch nur schon Magie wirken könnte.
    „Brisingr“, die Flammen zuckten kurz auf, mehr passierte aber auch nicht.


    Als sie später wieder abflogen nahm sich Yaevinn vor mit Leo später darüber zu reden und ihn danach zu fragen. Doch seine Gedanken wurden unterbrochen als er sie sah.
    Die Rauchsäulen der brennenden Kamine von Therinsford.
    Bald bin ich wieder zu Hause. Als sie vor dem Dorf zur Landung ansetzten erschienen viele der Bewohner der kleinen Stadt am Rande der Siedlung und sahen den Drachen zu wie sie landeten.

    Als Yaevinn abstieg kam ein Mann auf sie zugeilt den er als den Barmann Argus wieder erkannte. Als er bei ihnen war, verbeugte er sich kurz vor Niam und Ksha und wandte sich dann Yaevinn zu. „Mia hat mich informiert das ihr kommen würdet. Wie ist es dir ergangen Yaevinn? Du musst mir alles erzählen was du erlebt hast“, Leo musterte den Barmann misstrauisch und auch Yaevinn war etwas verwundert.

    Ihre Reise war so gut es ging geheim gehalten worden, wieso also hatte Mia es also gerade Argus erzählt das sie hier bald auftauchen würden.
    Doch dann fiel ihm wieder das Gespräch zwischen Mia und Argus ein und wie sie sich verabschiedet hatten. Ob das überhaupt ein Mensch war?

    „Meister Debin“, rief Argus mit einem freudigen Grinsen aus und eilte auf den Reiter zu und wollte ihm bereits aus dem Sattel helfen als der Alte ihn anfauchte.
    „Nimm deine Finger weg Wirt. Ich bin alt aber ich brauch enoch lange keine Pflege“, Argus grinste breit und trat zurück.

    Als der alte unbeschadet abgestiegen war wandte sich Argus wieder Yaevinn und Niam zu und nahm auch Leo und Ksha genauer in Augenschein.
    Dann verbeugte er sich erneut und begrüßte den Halb Elfen, zu dessem Freude in dessen Muttersprache, die er zu Yaevinns Verwunderung gerade zu perfekt beherrschte.

    „Werdet ihr hier bleiben oder reist ihr sofort wieder zurück“?
    „Wir werden Carvahall einen kleinen Besuch abstatten, aber ich für meinen Teil hätte gegen eine Pause und ein gutes Essen nichts ein zu wenden“, Niam brummte zustimmend und auch Leo und Ksha stimmten zu.
    „Hervorragend“, sagte der Wirt in einem seltsamen Tonfall. „Hervorragend. Dann lasst uns gehen“.



    Re: Tiberas

    Anonymous - 19.04.2009, 15:44


    Ouuuuuuhhhh :friends:



    Re: Tiberas

    Kaya - 19.04.2009, 19:31


    Schön das Yaevinn endlich mal wieder nach Hause darf ^^
    Ist wirklich ein sehr gelungenes Kapitel!
    Mach weiter so :yes:



    Re: Tiberas

    Aron - 19.04.2009, 21:17


    Jub finde ich auch sehr gelungen, bin mal gespannt wie das weitergeht, vorallem der wirt scheint ja auch nicht nur so ein "normaler" chara zu sein den man halt einfügt. Auf seine Rolle bin ich gespannt wenn es eine gibt. Des weiteren bin ich gespannt ob wirklich alles so gut läuft was ich nicht glaube.


    also mach weiter :D :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 22.04.2009, 21:33


    Wieder daheim

    am Abend des selben Tages


    Yaevinn und Leo gingen beide schweigend nebeneinander her die Straße von Carvahall entlang. Die Straßen waren zu meisst leer, da die meissten Leute um diese Uhrzeit am Abendtisch saßen. Yaevinn war es eigentlich so ganz recht.
    Wie es aussah hatte niemand ihre Ankunft bemerkt.

    „Wieso wusste deine Familie eigentlich nichts von Niam. Sie mussten doch ihr Einverständnis gegeben haben das du diese Ausbildung anfängst“, Yaevinn horchte auf.
    „Dazu hatten sie nie die Gelegenheit“, und dann erzählte er ihm was damals passiert war, was den Elf sichtlich beeindruckte. „Und wie hast du Ksha kennen gelernt“?
    Der Elf lächelte. „Es passierte als die Bastion nahe Iliron aufgegeben wurde. Sie brachten die Wertvollen Gegenstände nach Abastor. Darunter war auch Kshas Ei. Die Karavane machte bei uns in der Siedlung halt und auf einem der Wagen war diese Truhe.

    Ich fragte die Soldaten was darin sei und der Wachhabende Offizier wollte mich zuerst fortjagen, dann kam aber ein Drachen Reiter dazu, der den Konvoi eskortierte und ging dazwischen. Er zeigte mir das Ei und fragte mich ob ich mein Glück versuchen wolle.
    Ich tat es, aber es passierte nichts. Ich hatte eigentlich auch nicht damit gerechnet das bei mir, einem Halbelf ein Drache schlüpfen würde.

    Doch am Abend, als ich mit Großvater vor dem Haus saß und lernte kam ein Bote angeritten der mich sofort zum Dorfplatz brachte, wo die Karavane ihren Halt eingelegt hatte“, er sah zum Himmel.
    „Ksha war geschlüpft oder“, der Elf nickte. „Ich habe sie nach meiner Mutter benannt. Am nächsten Tag nahm uns der Reiter mit und wir kamen nach Abastor wo wir unsere Lehre anfingen“.

    Dann sah Yaevinn auf und blieb stehen. Vor ihnen lag der Hof seiner Familie.
    Das kleine Haus mit dem Schuppen und dem Garten sah noch genauso aus wie immer.
    Im Garten arbeitete jemand und er erkannte seinen kleinen Bruder Torkil der lustlos Unkraut zupfte. Torkil war gerade neun Jahre alt geworden, kurz bevor Yeavinn zum Buckel aufbrach.

    Leise betraten sie den Hof und blieben hinter dem Jungen stehen.
    „Also etwas sorgfältiger solltest du das schon machen“, der Junge drehte sich um um zu sehen wer ihn da einfach ansprach und musterte Yaevinn einen Augenblick lang.
    Dann stutzte er und sprang im nächsten Moment auf und rannte zum Haus.

    Yaevinn war ein wenig verwundert, grinste dann aber als er lautes Scheppern im Haus hörte. Im nächsten Moment wurde die Haustüre aufgestoßen und seine Mutter und seine Geschwister kamen aus dem Haus geeilt.
    „Yaevinn“, dann umarmte ihn seine Mutter ungestüm und drückte ihn an sich.
    Dann trat sie einen Schritt zurück und nahm sein Gesicht in beide Hände und sah ihn freude strahlend an. „Du bist groß geworden. Da wird Lasslo Augen machen wenn er nachher nach Hause kommt“.

    Dann wurde er von seinem Bruder und seiner Schwester begrüßt.
    „Darf ich euch meinen Freund vorstellen? Das ist Leo“, der Elf trat näher und verbeugte sich leicht. Einen kurzen Moment herrschte schweigen dann ging seine Mutter zu ihm und umarmte auch ihn herzlich. „Willkommen willkommen, Yaevinn hat uns in seinen Briefen schon so viel von dir erzählt. Aber nun kommt erst mal rein .Ich habe heute morgen erst frisches Brot gebacken“, sie folgten ihr ins Haus wo sie mit belegten Broten und frischem Tee bewirtet wurden.

    Dann wurde Yaevinn von allen Seiten bestürmt und gefragt was er erlebt habe. Ob es ihm gut erginge und vor allem, wo sein Drache war.

    Auch Leo wurde vieles gefragt, was dem Elfen jedoch nichts aus zu machen schien. Im Gegenteil schienen dem Elf die Gespräche zu gefallen.
    Dann hörten sie schwere Schritte auf der Veranda. Yaevinn Mutter eilte zur Türe und wartete bis von draussen ein Mann rief. „Macht auf, ich bin es“.

    Seine Mutter beudete ihm die Türe zu öffnen und Yaevinn stand auf und ging an ihr vorbei und schob den Riegel nach hinten. Dann öffnete er die Türe und sah seinen Vater der gerade damit beschäftigt war die Stiefel aus zu ziehen.
    „Und, hast du was erlegt“, fragte Yaevinn.

    Sein Vater hielt mitten in der Bewegung inne und sah dann zu ihm auf. „Yaevinn, was machst du denn hier“? Dann im nächsten Moment lachte er lauthals los und schloss ihn in die Arme. „Mein Junge, lässt du dich auch mal wieder blicken“, er ließ ihn los und musterte ihn. „Deine Lehrer ham dich ja ganz gut rangenommen“, bemerkte er als er Yaevinn musterte.

    Dann traten sie wieder in die Stube ein und Leo stellte sich seinem Vater vor der ihn mit einem Händedruck willkommen hieß. Als sie dann alle zusammen saßen viel ihm auf das seine Schwester Leo immer wieder verstohlene Blicke zuwarf.
    Yaevinn musste schmunzeln und daran denken wie er sich verhalten hatte als er das erste Mal eine Elfe gesehen hatte.

    Es wurde gelacht, erzählt und die Zeit verging schneller als im Fluge.
    Als es spät wurde verabschiedeten sich Yaevinn und Leo und gingen auf Yaevinns Zimmer wo man für Leo ein Behelfsmäßiges Bett aufgestellt hatte. Niam und Ksha würden die Nacht irgendwo im Wal verbringen wo sie sich die Zeit mit jagen und umher streifen vertrieben.

    Als sie in sein Zimmer traten musterte der Elf alles genauestens.
    „Tut mir Leid das wir dir nichts besseres anbieten können, meinte Yaevinn als er das Btt musterte. Der Elf setzte sich darauf, legte sich dann drauf und versicherte ihm das man angenehm darauf lag. „Im Vergleich zu letzter Nacht ist das ein Bett für einen König“, scherzte er und zog sich die Reisekleidung aus, während Yaevinn sich eines seiner alten Hemden aus dem Schrank nahm und ein weiteres Leo gab damit er nicht in seiner normalen Kleidung schlafen musste.

    Als sie in ihren Betten lagen meinte Yaevinn, „Danke das du mich mitgenommen hast. Es tut gut mal wieder zu hause zu sein“. Der Elf lachte.
    „Ich habe zu danken. Deine Familie ist großartig und freundlich“, Yaevinn lächelte, doch ihm wurde unwohl bei dem Gedanken morgen schon wieder aufbrechen zu müssen.
    Yaevinn räkelte sich behaglich unter der Decke als er am nächsten Tag aufwachte.
    Es war dieses vertraute Gefühl der Geborgenheit was er die ganze Zeit in der Feste vermisst hatte. Dann saß er senkrecht im Bett als ein Schrei ihn aufschrecken lies.
    Leo saß genau so wie er senkrecht und sah zu ihm. Dann sprangen beide aus dem Bett, griffen nach ihren Waffen und rannten nach unten.

    Yaevinn rechnete schon mit Angreifern im dem Haus. Doch es war niemand zu sehen. Dann spürte er das Niam da war, direkt vor dem Haus.
    Yaevinn stürzte nach draussen und sah Torkil der auf dem Rücken lag und zu Ksha hoch starrte die vor ihm stand und ihn belustigt musterte.
    „Lieber Drache. Bitte friss mich nicht. Yaevinn würde das nicht gut finden“, Ksha lachte knurrend und bleckte die Zähne.

    „Ksha hör sofort auf damit“, Leo stürmte nach vorne und schob sie von Torkil weg der kreidebleich sitzen blieb. „Es tut mir schrecklich leid. Normalerweise ist sie besser erzogen“, sagte der Elf und sah Ksha böse an während Yaevinn nach Torkil sah.
    „Komm steh auf“, Sanft zog er seinen kleinen Bruder auf die Beinde der sich sofort hinter ihm versteckte.

    Ksha indes setzte sich und sah zur Seite. Anscheinend führten sie und Leo ein Gespräch das der Drachin unangenehm war. Torkil klammerte sich auf einmal noch fester an Yaevinn. Verwundert sah er zur Seite und sah das Niam an seinem Bruder schnupperte und ihn musterte. Dann stupste er ihn an und hob dann wieder den Kopf und rollte sich zwei Meter von ihnen entfernt auf dem Hof zusammen und beobachtete das treiben.

    „Ist das Niam“, fragte sein Bruder leise und sah zu dem silbernen Drachen hinüber.
    „Ja, das ist er. Willst du ihn kennen lernen“?
    Torkil zögerte, dann sagte er leise, „Später vielleicht, ich muss Mutter in der Küche helfen“, mit diesen Worten verschwand er im Haus, machte jedoch einen weiten Bogen um Niam.
    „Ist alles in Ordnung mit ihm“, kam Leos besorgte Frage.

    Yaevinn seufzte und nickte. „Er hat nur einen Schrecken bekommen. Was sollte das ihr zwei“? Niam hob überrascht den Kopf und sah zu ihm herüber.
    „Wir hatten uns unterhalten, über euch Menschen. Ksha war der Meinung das wir böse auf euch wirken. Wir wirken doch nicht böse. Oder villeicht doch“, zuerst hatte Yaevinn geglaubt das Niam sich heraus reden wollte, doch dann spürte er das der Drache über das Geschehene verwirrt war.

    „Dein Bruder ist sehr schreckhaft oder“, Yaevinn zog eine Grimasse.
    „Niam er ist noch ein kleiner Junge. Und ihr seht mit euren Schuppen, so schön sie auch schimmern und euren Reißzähnen nicht gerade freundlich aus, wenn man euch nicht kennt“, fügte er rasch an . „Ich weiß das du ein lieber Kerl bist, Niam“, er kraulte ihn leicht hinter dem Ohr, „Aber für ihn bist du Furchteinflößend“.

    „Aber du hast keine Angst vor mir gehabt als wir uns das erste Mal sahen“, Yaevinn gluckste. „Damals konnte ich dich aber auch mit einer Hand hoch heben und auf einen Ast setzen. Heute liefe das ganze eher anders herum. Macht so etwas nicht noch einmal“, der Drache versprach es ihm und wandte den Kopf zum Haus als die Türe aufging. Sein Vater trat auf die Veranda und Yaevinn rechnete schon damit das er wütend wegen des Vorfalls sei, doch Torkil kam munter plappernd neben ihm her gelaufen als sei vorhin nichts passiert. Sein Vater musterte Niam und Ksha dann trat er langsam näher.
    „Also ist es wahr. Mein kleiner Junge ist ein Drachenreiter“. Er musterte Niam eingehend, dann schüttelte er lachend den Kopf.

    „Wie heißt ihr“? Yaevinn war verblüfft und zugleich erleichtert. Eigentlich hatte er gehofft das niemand Niam als Tier herabstufen würde, doch dass sein Vater bewusst war das Niam ihnen ebenbürtig war, überraschte ihn.
    „Er heißt Niam“, antwortete Yaevinn für ihn. Sein Vater lächelte, kam dann auf ihn zu und zerstrubbelte ihm das Haar bevor er wieder im Haus verschwand.



    Re: Tiberas

    Aron - 22.04.2009, 22:23


    Net schlecht ares, du hast das zusammentreffen schön geschildert und auch mit etwas aufheiterndem verbunden...die familie hast du auch gut beschrieben...und das verhalten von Niam und vor allem Ksha finde ich toll. :lol: :lol:

    Mach weiter so Ares, jetzt passiert bald etwas das spüre ich xd :D



    Re: Tiberas

    Kaya - 23.04.2009, 20:47


    Aron hat folgendes geschrieben:
    Mach weiter so Ares, jetzt passiert bald etwas das spüre ich xd :D

    Joa kann sein das jetzt bald was passiert^^ wär echt toll xD
    Und auch dieses Kapitel wieder richtig gut :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 26.04.2009, 00:13


    Kritos der Betrogene

    Am Nachmittag des selben Tages


    Yaevinn nahm seine Mutter in den Arm während sich Leo von Laslo verabschiedete.
    „Pass gut auf dich auf mein Junge. Und schreib uns wieder“, Yaevinn nickte, dann trat er zu Niam und saß auf. Es war ihm unangenehm wie ihm alle zusahen als er seine Gurte fest zerrte und das Gepäck noch einmal überprüfte.
    Dann war es so weit. Die Umher stehenden traten zurück und Niam ging in die Hocke.

    Das letzte mal als er den Hof verlassen hatte war Yaevinn ein ganz gewöhnlicher Junge gewesen doch nun war er ein Shurtugal. Ein Drachenreiter.
    Er nickte seiner Familie noch einmal zu, dann verschmolz sein Geist mit Niam und sie stießen sich ab.

    Unter ihnen wurde der Hof immer kleiner, dann drehten sie nach Richtung Westen ab, in Richtung der großen Ebene in der Abastor stand. Yaevinn sah zum Himmel der sich am Horizont mit Regenwolken zu zog.

    „Siehst du das“? Durch Niams Augen vergrößerte sich das Bild für Yaevinn um das zehnfache und nun wurde die dunkle Wolkenwand erst richtig sichtbar.
    „Da können wir nicht durch fliegen. Wir sollten irgendwo ein Lager aufschlagen“.
    „Ach was, das wird sicher ein Spaß“, erwiderte Niam.

    „Was haben wir über die Definition von Spaß gesagt“, fragte Yaevinn ihn tadelnd.
    „Ich meine ja nur.
    Dort können wir ein Lager aufschlagen“, Niam zeigte ihm ein Bild einer kleinen Insel mitten im Fluss die gerade groß genug für zwei Drachen und ihr Lager war.
    Als sie tiefer flogen nahmen sie die Insel genauer in Augenschein. Das Wasser um sie herum war tief und schnell, niemand könnte also vom Ufer aus zu ihnen gelangen.

    Als sie zur Landung ansetzten machte Niam eine Bemerkung die Yaevinn zu denken gab.
    „Ohne den Alten Mann kommen wir viel schneller voran“, Yeavinn hatte unweigerlich an den Tag denken müssen wo sie Debin vorgestellt wurden und er und Niam sich gestritten hatten. Mann wollte ihnen eigentlich noch jemanden mitgeben der auf sie aufpasste. Hatte man es einfach vergessen oder es doch nicht für nötig gehalten?

    Doch Yaevinn wurde von dem Ruck der durch Niams Rücken ging als er aufsetzte unterbrochen. Ksha und Leo folgten wenige Augenblicke später.
    „Weit sind wir ja nicht gerade gekommen“, meinte Leo als er von Ksha abstieg.
    „Willst du lieber durch den Regen fliegen“, der Elf schüttelte den Kopf.

    Stillschweigend machten sie sich an die Arbeit und eine Stunde später saßen sie vor einem prasselndem Feuer über dem ein Topf mit Wasser hing.
    Leo war der weitaus bessere Koch weshalb er nach Essbaren Pflanzen gesucht. Jedoch war die Ausbeute so gering das es gerade nur für eine Brühe reichte.
    Doch sie schmeckte und brachte eine wohlige Wärme in seinen Magen.

    „Deine Familie ist sehr nett“, Yaevinn sah zu Leo hinüber der ins Feuer starrte.
    „Ich hatte eigentlich befürchtet das meine Geschwister dich etwas zu sehr bedrängt hätten“, Leo lächelte. „Nein. Ich fand es schön bei dir daheim“.
    „Wenn du willst kannst du wenn ich wieder nach Carvahall reise mitkommen“, er lächelte.
    „Gerne. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann das ich dir auch meine Großeltern vorstellen“. Yaevinn lächelte und nickte. „Und du, wie hat es dir gefallen“, fragte er Niam.
    Der Drache brummte, „Es war eine nette Abwechslung und deine Familie macht einen guten Eindruck auf mich“.
    „Ich bin müde“, Yaevinn sah zu Leo der gerade seine Decke über sich warf und sich dann auf sein Lager in der Nähe des Feuers legte. Ksha war immer noch auf der Jagd.

    Um ihn nicht neidisch zu machen strich Niam noch einmal über den Kopf und legte sich dann auch auf sein Lager und zog die Decke über den Kopf.
    Er hatte garnicht bemerkt das er so müde war, vor allem da sie nur ein paar Stunden lang geflogen waren hatten. Das Niam völlig erschöpft war, wunderte ihn jedoch noch mehr. Doch um sich darum sorgen zu machen, hatte er keine Zeit mehr als ihm schon die Augen zu fielen.

    Als er wieder aufwachte war es laut um ihn herum. Irgendwo hörte er das gedämpfte Brüllen eines riesigen Tieres, doch er konnte nicht zuordnen was es für eines war.
    Dann langsam begann sein Verstand wieder zu arbeiten und es wurde ihm erst jetzt bewusst das er aufrecht an etwas weiches gelehnt saß, und das er gefesselt war.
    Die Kälte um ihn herum ließ ihn zittern. Es war immer noch finsterste Nacht, doch ein hell loderndes Feuer erhellte das Lager.

    „Na, da sieh mal einer an wer da wieder unter die lebenden zurück gekehrt ist“, sagte eine für Yaevinn fremde Stimme. Verdattert hob er den Blick und sah in das Gesicht eines bleichen, hageren Mannes mit Glatze.

    „Weisst du wo du bist“? Yaevinn schüttelte träge den Kopf wobei ihm seine vom Regen durchnässten Haare ins Gesicht klatschten.
    „Du bist hier bei der Exekution deiner Freunde. Hör genau zu, Reiter. Ich werde dir ein paar Fragen stellen und wenn mir die Antworten gefallen werde ich deine Freunde am Leben lassen“.

    Ein Ohrenbetäubendes Brüllen erschall und Yaevinn sah nach links wo Niam lag. Der Drache hatte die Leftzen geschürzt und funkelte den Mann bösartig an.
    „Sei endlich still. Er kann dich nicht hören“, zischte der Mann, doch Niam warf sich umso mehr hin und her und brüllte das es Yaevinn schien das sein Trommelfell bald platzen würde. Dann machte sein Geist einen Satz als er die Wesen im Lager bemerkte.

    Krieger in seltsamen schwarzen und roten Rüstungen standen im ganzen Lager.
    Ihm gegenüber auf der anderen Seite des Feuers lag Leo ebenfalls gefesselt auf der Seite. Mit aller Kraft zerrte Yaevinn an den Stricken doch sie hielten. „Fühlen wir uns ein wenig schwächlicher heute“? Niam knurrte.
    „Selbst wenn wir dir nicht all deine Kraft entzogen hätten, wärst du Knabe nicht in der Lage diese Seil zu zerreißen“, Niam knurrte erneut. Dann jedoch fiel sein Kopf zu Boden und bewegte sich nicht mehr.

    „Er lebt, ich habe ihn nur in eine Starre versetzt. Aber er kann ales sehen, hören und spüren. Also überlege dir deine Antworten gut“. Der Mann sah ihn ernst an, dann wollte er gerade wieder anfangen als mit einem lauten Fauchen Ksha im Lager landete und nach den Kriegern schnappte, die ihr geschickt auswichen.
    Der Mann stand auf und musterte sie während sie drohend auf ihn zukam.

    Yaevinn traute seinen Augen nicht als der Mann verschwand und im nächsten Moment hinter Leo stand und den Elfen auf Füße zog als wäre er nicht schwerer als eine Katze.
    „Pass gut auf Drache. Ergib dich und ihm wird nichts passieren“, er schubbste Leo in die Hände eines der Soldaten der ihn festhielt. Ksha stieß ein wütendes Heulen aus, senkte sie den Kopf und breitete die Flügel aus.

    „Ksha hau ab, sofort. Ga -“, doch der Halb elf schaffte es nicht mehr den Befehl in der alten Sprache zu beenden. Schneller als jedes Wesen, dem Yaevinn jemals begegnet war, sprang der Mann nach vorne und rammte dem Elf das Knie in die Seite das Yaevinn es knacken hören konnte. Leo stieß einen spitzen Schrei aus, dann sackte er bewusstlos zusammen und wurde einfach fallen gelassen.

    Der Regen setzte wieder ein als der Mann zu ihm kam. Und nun zu uns“, der Mann zog ein Messer und hielt es schräg vor sich, dann ging er in die Hocke, so das er auf Augenhöhe mit Yaevinn war.
    Hinter dem Man konnte er sehen wie Ksha einfach zusammen sank und liegen blieb.

    „Ich weiß dass du ein paar, besondere Freunde hast. Nicht wahr“? Yaevinn brauchte einen Moment als ihn ein böser Verdacht beschlich. „Ich weiß dass du die Shaikan gesehen hast und das du sie mit Namen benennen und identifizieren kannst. Wenn du artig bist darfst du den anderen und deinen Drachen mitnehmen“. Er lächelte breit.

    Yaevinn wurde heiß und kalt. Was sollte er tun. Wenn er auch nur ihren Namen nannte, würde er sterben. Niam, Leo und Ksha würden umgebracht werden.
    „Ich kann nicht“, der Mann schlug ihm ohne Vorwarnung ins Gesicht und Yaevinn fiel in den Matsch. Seine Wange brannte. „Anscheinend habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt. Der Mann kam zu ihm und setzte seinen Fuß auf Yaevinns Schädel ab.

    „Ich will ihre Namen, Junge“, langsam wurde der Druck stärker bis Yaevinn vor Schmerz stöhnte.

    Gerade als es ihm schien das sein Kopf zerbersten würde ließ der Druck nach und er hörte wie der Mann wegging. Nach einer Minute kam er wieder und Yaevinn wurde grob aufgerichtet und gegen einen Baumstamm gelehnt.

    „Du und dein Drache ihr kämpft führeinander, ihr lebt miteinander“.
    Er nahm ein helles Tuch und rieb damit den Dreck aus Yaevinns Gesicht. Der Stoff fühlte sich warm, weich und doch irgendwie feucht an, wie altes Pergament.
    „Und in diesem Fall – hat er dir den Dreck aus dem Gesicht gerieben“, er grinste und warf Yaevinn das etwa eine Elle lange und breite Tuch in den Schoss.

    Yaevinn sah nach unten und musterte es entsetzt. Das Tuch war von absolut perfekter Beschaffenheit und von einem reinen Silbernen Farbton. Dann sah er zu Niam und sprang im nächsten Moment auf um den Mann an zufallen. Doch gerade als er zum stehen kam verließ ihn seine Kraft und er fiel der Länge nach auf den Boden.
    Der Mann lachte Amüsiert, packte ihn bei den Haaren und hob seinen Kopf hoch.
    Er legte breitete etwas unter ihm aus und ließ seine Harre los.

    Yaevinn wurde schlecht als er nun genau und von ganz nahe sah mit was man ihm das Gesicht gesäubert hatte. Sein Gesicht lag auf einem Blutigen Stück von Niams Flügelmembran die man ihm teilweise herausgerissen hatte.

    Der Mann hockte sich wieder vor ihn und murmelte, „Wenn du dich nicht bald beeilst werden wir wohl noch ein etwas zu essen für dich besorgen müssen.
    Er packte ihn am Kragen und richtete ihn soweit auf das er Niam sehen konnt der immer noch auf der Seite lag und sich nicht rührte.

    Der linke Flügel war komplett ausgestreckt und zu Yaevinns Entsetzen mit Finger dicken Pflöcken, die man durch die Membranhaut getrieben hatte, an den Boden gepinnt.

    „Falls es soweit kommen sollte, was hättest du gerne“, Yaevin stiegen die Tränen in die Augen. „Ach Junge, das ist doch kein Grund zum weinen. Sag mir einfach wie die Shaikn heissen und ihr dürft gehen. Also, wie sind ihre Namen“.
    „Bitte! Ich kann sie euch nicht sagen. Sie haben mich schwören lassen sie niemandem zu verraten. Bitte hört auf“, die Tränen liefen ihm in breiten Bahnen das Gesicht hinab.

    „Ist das auch die Wahrheit“, fragte der Mann ihn in der alten Sprache.
    Yaevinn antwortete sofort. „Gut, du hast mir gesagt was du konntest. Ich werde also mein Versprechen halten. Dein Freund wird eh bald seinen Verletzungen erliegen aber nun kann ich dir noch etwas beibringen“, er schleifte ihn zu Ksha hinüber die bewusstlos auf der Seite lag. „Euch wurden sicher in eurem Unterricht von euren ach so weisen Meistern die Unterschiede der beiden Geschlechter beigebracht oder“?

    „Die Weibchen haben viel weichere Schuppen am Bauch als die männlichen. Ich mag das, sonst kann man soetwas nicht machen“, ohne Vorwarnung stieß der Mann der Drachin das Messer in den Bauch. Langsam zog er es wieder heraus und zeigte Yaevinn die rote Klinge.
    Dann wendete er sie ein kleines Stück und presste Yaevinn die flache Seite auf die Wange. Er stöhnte als das Drachenblut begann seine Haut zu zerfressen.

    Der Mann murmelte etwas. Dann sah er zu der Drachin. „Zehn, vielleicht fünfzehn Minuten, dann ist es vorbei. Aber nun kommt der richtige Spaß“, er schleifte ihn um das Feuer herum auf Niam zu. Nun sah Yaevinn auch das rießige Rechteckige Loch in dessen Flügelmembran und Yaevin musste den Drang sich zu übergeben unterdrücken.

    Er legte Yaevinn auf den Boden, so das er Niam komplett sehen konnte. Der Mann ging zu Niam und drehte dessen Hals ein wenig so das die dicken Adern sich unter den Schuppen wölbten. Yaevinn schrie auf als das Messer mit einem Stich die Blutgefäße durchtrennte und das dunkle Blut Niams Hals hinab lief. "Falls du überleben solltest dürfen du und die Leichname deiner Freunde gehen, insofern du sie bewegen kannst".

    Es war alles vorbei. „Alles wegen deiner Freunde“.

    Bilder jagten ihm durch den Kopf wie er mit Kritos in den Kerkern sprach.
    „Ich bin hier um auf euch auf zu passen“

    Saria hatte ihn geschickt um ihn zu beschützen.

    „Helft mir“! Der Mann lachte lauthals. „Was soll das? Genieße die letzten Minuten mit deinen Freunden. Wer soll dir hier noch helfen -“, das Lachen erstarb.
    Dann drehte der Mann sich um und ließ einen Blick auf das hinter ihnen passierte zu.
    Die Soldaten waren verschwunden und an ihrer statt stand eine Frau in Wams und Knappenhose da. Mia.

    „Nein. Von allen allen Shaikan die es gibt haben sie das Kindermädchen geschickt. Ares Spielball? Mia?! Deinen Gefährten habe ich dir bereits genommen. Was ist das dir liebste auf der Welt“? Die Shaikan machte sichtbar ängstlich einen Schritt nach hinten.
    „Verrate es mir, damit ich es dir nehmen kann“. Der Mann lachte lauthals und ging einen Schritt weiter als er auch schon wieder stehen blieb.

    Er grinste hämisch, dann ging er weiter auf die Shaikan zu die genauso schnell zurück wich. Dann stolperte sie und fiel auf den Rücken.
    Der Mann lachte lauthals und deutete auf sie.
    "Du bist ja noch jämmerlicher als früher, ich werde dir zeigen", links von ihnen war ein lautes Knacken zu hören.

    Der Mann schrak auf ein griff zu seiner Hüfte und hatte gerade zur Hälfte ein Schwert gezogen als er zusammen zuckte und dann einfach auf den Rücken fiel.
    Yaevinn hörte hinter sich schwere Schritte, dann sah er eine gepanzerte Gestalt mit vor den Körper gehaltenem Schwert auf den Mann zugehen.

    „Zweihundert Jahre hast du mich benutzt, missbraucht und gequält“, das Schwert sauste herunter und trennte dem Mann einen Arm ab.
    „Du hast uns fast ausgerottet“, ein Bein folgte.

    Langsam setzte sich die Schwertspitze auf die Brust des Mannes. „Nun ist für allemal schluss“, die Spitze sank mit einen Ruck in die Brust des Mannes hinab.
    Ein Schrei wie aus der Hölle selbst zerriss die Stille. Grell leuchtende Adern wurden auf dem Gesicht und der Haut des Mannes sichtbar, dann verbrannte er zu reiner Asche.

    Mia kam auf ihn zugeilt doch Yaevinn spürte wie sein Gesicht auf dem Boden aufschlug, danach folgte die Schwärze.





    _____________________


    sry musste mal Frust ablassen



    Re: Tiberas

    Anonymous - 26.04.2009, 19:41


    Titel ist ( wie immer eigentlich ) etwas seltsamm,

    aber der Inhalt... ach du gute Güte, werds nachher nocheinmal durchlesen



    Re: Tiberas

    Kaya - 26.04.2009, 21:01


    ok....boa also Ares deine Charas machen was mit :( :heul:
    Ist ja mal ein richtig grausames Kapitel...
    Naja mal gespannt wie das weitergeht..



    Re: Tiberas

    Aron - 26.04.2009, 21:29


    ich finde es muss auch mal sein das die charas leiden es ist nicht immer friede freude eierkuchen, gut ein bisschen brutal wars schon flügelmembran zerschneiden Messer im bauch joar :D
    aber eien rege Phantasy finde ich gut , mann kann sich das ganze schön vorstellen nur für manchen ist es wohl zu hart.
    :lol: ;)

    Mach weiter so



    Re: Tiberas

    Aresander - 27.04.2009, 22:09


    Fehler


    Yaevinn blinzelte müde um zu sehen wo er sich befand, konnte jedoch nur graue Schemenhafte Umrisse ausmachen. Dann jedoch schärfte sich sein Blick als er kannte was er da sah. Verwundert sah er vor sich und erwartete eigentlich Niams Breiten Nacken, doch dem war nicht so. An seiner statt fand er dort ein mit der Sonne um die Wette funkelndes, kupferrotes Schuppenkleid vor.


    Er folgte dem Hals bis er zu einem mit einer schneeweißen Mähne gekrönten Kopf eines ihm vollkommen unbekannten Drachen sah.
    Müde legte Yaevinn den Kopf auf den Hals und sah schräg zur Seite.
    Also hatte er damals doch nicht phantasiert, dachte er träge als er auf den gigantischen, schwarzen Drachen hinab sah.

    Das Exemplar musste mit Abstand das größte sein welches es jemals gegeben hatte.
    Dann bemerkte er zwei Punkte auf dem Rücken des drachen, da wo normalerweise ein Reiter sitzen würde. Der eine war von einem kräftigen Orange, der andere von einem hellen silbernem Farbton. Dann, ohne Vorwarnung riss der monströse Drache das Maul auf und stieß ein leises aber so durchdringendes Brüllen aus das Yaevinns Haut kitzelte.
    Dann stellte er seine Schwingen auf und Yaevinn konnte die Flügelhaut im starken Luftstrom knattern hören.

    Dann schloss er die Augen und die Stille umfing ihn.


    Seine Träume trugen ihn durch seine Erinnerungen. Er sah wieder den Ort des Überfalles auf Irmstad, wie er Niam am Schlawittchen gepackt hatte und ihn perplex mustert.
    Dann wie er mit Niam gespielt hatte. Bilder wie Niam in seinem Schoß lag und schlief, der halb ausgewachsene Drache wie er hinter ihm stand und mit ihm das lesen lernte.
    Viele Erinnerungen folgten. Dann der unglückliche Tag an dem Niam verletzt wurde.
    Dann jedoch kam nach Yaevinns Meinung die schönste aller Erinnerungen.
    Niam lag da und hatte ihn behutsam an sich heran gezogen.

    Dann jedoch verdunkelte sich seine Welt und Yaevinn sah Niam wie er auf der Seite in ihrem Lager lag. Das Blutende Loch im Flügel. Dann sah er nur noch die Blutbahn an seinem Hals durch die das Leben aus ihm heraus wich.

    Ein leises schluchzen Rang sich aus seiner Kehle. Was wenn er die Augen öffnete und er alleine war. Was wenn das geschehene nur ein Traum war, er die Augen öffnete und auf den toten Körper seines Drachen sah.
    Er konnte es nicht. Er hatte nicht den Mut die Augen zu öffnen und mit der Wahrheit konfrontiert zu werden. Ängstlich sandte er seinen Geist aus, doch da war nichts um ihn herum.

    Das Schluchzen wurde lauter bis er weinte. Dann hörte er Schritte und das Knirschen von Schuhen die über den Stein schrabbten.
    „Ganz ruhig. Es wird alles wieder gut. Du bist in Sicherheit Yaevinn“, Kritos.
    „Kannst du mich verstehen“, Yaevinn nickte.
    „Haben sie etwas aus dir heraus bekommen was uns betrifft“?

    Yaevinn versuchte Worte zu formen doch er brachte es nicht zu stande. Er war zu erschöpft und von seinen Gefühlen überwältigt.
    „Yaevinn, wir müssen es wissen. Hat er etwas aus dir heraus bekommen“.
    Er hörte lautes Stapfen, dann ohne Vorwarnung lies ein scharfes Fauchen ihn zusammen fahren. Er öffnete die Augen einen Spalt weit und er sah den selben Kupferroten Drachen auf dem er in seinem Traum geflogen war.

    Doch dieser Drache war vollkommen anders als alle die er je gesehen hatte.
    „Smaragtgrüne Augen musterten ihn doch es war nicht der gewohnte harte Blick den man von den Drachen kannte. Alles was der Drache machte, die Geräusche di er von sich gab und dieser Blick verliehen ihm ein freundliches, nein, ein barmherziges Aussehen.
    Yaevinn war einen Moment lang gefangen von diesem Anblick.

    Dann jedoch stieß der Drache ein leises schnauben aus und schürzte die Leftzen zu einem Grinsen. Dann ohne Vorwarnung zerflossen die Umrisse des Drachen und wenige Augenblicke später saß Mia vor ihm und sah ihn mit schräg gelegtem Kopf an.
    „Niam“? Sie nickte sanft. „Er wird es überstehen, wir haben die Wunde schließen können“.
    „Danke“, doch auch die Aussicht darauf das Niam lebte konnte Yaevinn nicht helfen.
    Der Schock über das erlebte saß zu tief.

    „Leo und Ksha werden es auch schaffen. Sei unbesorgt. Wir werden jetzt dafür Sorge tragen das euch nichts mehr passiert“.
    Die Worte waren angenehm doch immer noch jagten die Bilder von dem Geschehenen durch seinen Kopf. Er spürte nur noch wie ihn jemand in den Arm nahm und ihn tröstend hin und her wog bis er wieder eingeschlafen war.

    Doch es war seltsam. Anfangs nahm er gar nichts war, dann langsam erschien um ihn herum ein strahlender Himmel voller schimmernder Sterne. Einer war direkt neben ihm, so als könnte er nach ihm greifen. Er tastete nach dem Stern direkt vor ihm und spürte das dies ein Lebewesen war. Vorsichtig erkundete er das Wesen. Zuerst hatte er gedacht das es Ksha wäre, doch dann merkte er eine ungereimtheit.

    Der Geist war uralt und hatte ihn bemerkt, hielt es jedoch nicht für nötig ihn zu attackieren oder aus zu grenzen, zu mindestens nicht in Form von einer Attacke.

    Dann jedoch veränderte sich der Geist und war augenblicklich mit einer festen Barriere umgeben. Viel hatte er nicht erfahren, nur das das Wesen alt war und gerne Äpfel as.
    Yaevinn zuckte zusammen als ein Ohrenbetäubendes Brüllen ihn aufschrecken lies.
    Er riss die Augen auf und sah das er in einem Zelt lag. Das Brüllen erklang erneut und wurde dann von einem Tiefengrollton untermalt.

    Benommen setzte er sich auf und sah in Richtung Zeltausgang, dann stemmte er sich auf die Beine und kroch aus dem Zelt. Das was er nun sah erschreckte ihn.
    Vor ihm lag Ksha schwer atmend am Boden. Über ihr standen ein rabenschwarzer Drache der sie mit den Vorderbeinen fest hielt und die Kupferrote Drachin die ihn getragen hatte.

    „Stopp, hört auf ihr tut ihr noch weh“, Ksha sah zu ihm und dann passierte etwas was es vorher nie gegeben hatte. „Yaevinn, bring Leo hier weg, bitte“. Die Drachin war verängstigt ohne Zweifel. „Geh wieder ins Zelt Yaevinn, sie ist völlig hysterisch“, das warMia.
    Nun erst begriff Yaevinn wer die beiden waren.

    „Ksha, hör auf dich zu wehren. Sie sind meine Freunde, sie werden dir nichts tun“, die Drachin sah ihn zweifelnd an. „Warum halten sie uns dann gefangen“, „das tun sie nicht. Bitte lasst sie los“.

    Als Ksha aufhörte sich zu wehren ließ zuerst Mia und dann auch der andere von ihr ab. Ksha blieb kurz liegen und drehte sich dann auf den Bauch und stemmte sich hoch. Sofort schoss der schwarze auf sie zu und sie bleckte die Zähne.
    Doch in diesem Moment stellte sich Mia auf die Hinterbeine und verwandelte sich.
    Ksha hielt vor erstaunen inne und der schwarze nutzte den Moment aus und packte sie im Genick.

    „Kritos, hör auf und du Drache beruhige dich. Wir bringen dich gerne zu deinem Reiter, wenn du versprichst dich zu beruhigen“, langsam lies der schwarze Shaikan die Drachin los die beide Argwöhnisch musterte. „Bitte Ksha, wir wollen dir und Leo nichts zu leide tun“, die Drachin schloss ihr Maul und lockerte sich leicht.

    „Und deine Wunden sind auch wieder aufgerissen“, Yaevinn sah zu Kritos der nun ohne das er es mitbekommen hatte in seiner Menschengestalt da stand. Er ging zielstrebig auf Ksha zu doch die stieß ein leises knurren aus welches Kritos zum stehen brachte.
    Der Shaikan holt gerade Luft als Mia dazwischen ging.
    „Ksha. Wir haben dich mit allergrößter Mühe versorgt. Bitte. Lass dir helfen. Deine Wunden sind tief und du könntest sogar an ihnen sterben wenn wir sie nicht versorgen. Bitte. Yaevinn wird dir bestätigen das wir ihn auch schon einmal versorgt haben. Willst du vielleicht das Leo wenn er aufwacht eine totkranke Gefährtin vor sich hat oder aber eine starke, die ihn beschützen kann. Du musst dich nicht einmal legen, ich kann das auch im stehen versorgen“, Ksha sah zu Yaevinn der leicht nickte, dann hob sie den linken Flügel und Mia ging langsam auf sie zu und legte dann eine Hand auf jene Stelle, wo der Mann ihr den Dolch in den Bauch gerammt hatte.

    Doch so wie er sie sah musste er unweigerlich an Niam denken und sah sich nach ihm um. „Willst du zu ihm“, Mia sah von Ksha zu ihm herüber und er nickte eifrig.
    Als sie fertig war rieb sich Mia das frische Blut von den Händen und sah sich ihre Arbeit an. Die Wunde hatte sich fein säuberlich geschlossen.
    Mia wollte gerade zu Yaevinn gehen als Kshas Zunge hervorschnellte und ihr kurz über die Wange leckte.

    Dann steckte sie den Kopf in ein Zelt das neben Yaevinns stand.
    Als Mia bei ihm war fiel Yaevinn auf das die Shaikan müde und abgekämpft wirkte.
    „Ich wäre dir dankbar wenn du in Zukunft nicht hier oben rumstöbern würdest“, sie tippte sich an die Stirn. „Entschuldigung, es ist eher unbewusst passiert“.
    Mia nickte zufrieden und ging mit ihm ein kleines Stück bis sie zu einer großen Eiche kamen unter der in viele Decken gehüllt Niam lag.

    Yaevinn wollte schon zu ihm laufen als Mia ihn festhielt. „Yaevinn, er braucht Ruhe. Als wir ankamen wussten wir nicht wo wir zuerst anfangen sollten. Er hat eine Menge Blut verloren und würde ihn Kritos nicht unterstützen, wäre er längst verstorben“.
    Sie legte ihm eine Hand tröstend auf die Schulter.
    „Wird er wieder gesund werden“, Mia sah zu Boden. „Das weiß ich nicht. Wir können Wunden Heilen, gebrochene Knochen wieder zusammen fügen, aber den Verlust des Blutes können wir nicht ausgleichen. Deswegen braucht er Ruhe Yaevinn, aber ich weiß das klingt hart aber“, sie nahm ihn in den Arm. „Du solltest dich darauf einstellen das du dich von ihm trennen musst“, Yaevinn fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen.
    „Er stirbt“? „Das weiß ich nicht. Im Moment lebt er nur noch von der Kraft die ihm Kritos gibt, aber er kann das auch nur über einen gewissen Zeitraum tuen. Und wenn Niam dann noch nicht wieder stark genug ist, wird er sterben“.

    „Ich weiß das ihr es könnt, bitte. Lasst ihn nicht sterben. Er ist zu jung. Sieh ihn dir an“, „Yaevinn...“, „Schau ihn dir an. Er ist kein Jahr alt, bitte helft ihm. Mia bitte, ich tue alles was ihr wollt, aber lasst ihn nicht sterben, bitte“, Yaevinn spürte wie ihm die Tränen das Gesicht hinabliefen. Mia schlang ihm beide Arme um den Leib und drückte ihn an sich. Yaevinn war dankbar für den Trost den sie ihm spendete.

    Er warf noch einen Blick auf den Gefährten, dann lies er sich von Mia wieder in sein Zelt bringen, wo sie über ihn wachte bis er eingeschlafen war.



    Re: Tiberas

    Aron - 27.04.2009, 22:24


    Also hier sieht man eindeutig das du es kannst Ares, das Kapi ist dir wieder echt gut gelungen. Mit Gefühl und allem, auch die Verwirrung von Kasha hast du reingebracht, das fördert den logischen ablauf und erleichtert das lesen.
    So finde ich es echt toll mach weiter so :D



    Re: Tiberas

    Aresander - 27.04.2009, 22:29


    rot anlauf

    danke sehr ^^



    Re: Tiberas

    Kaya - 28.04.2009, 21:45


    Es gibt zu Aron´s Kommentar kaum mehr etwas hinzuzufüngen außer ein wirklich sehr gelungenes Kapitel. Nicht so fieß wie zuvor und doch traurig! Gefällt mir sehr gut :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 28.04.2009, 22:11


    Abschied

    Als Yaevinn wieder aufwachte prasselte der Regen lautstark gegen die Zeltplane des nun finsteren Zeltes. Neben sich konnte er eine Gestalt ausmachen, die der Länge nach ausgestreckt auf ihrem Lager lag und friedlich schlief. Ein Blitz zecihnete groteske Schatten auf die Zeltplane und wieder sehnte sich Yaevinn nach Niam.
    Das ging so nicht. Er konnte ihn nicht alleine dort draußen lassen, nicht bei diesem Unwetter.

    Leise stand er auf und warf sich einen Mantel über der in einer Ecke lag.
    Als er nach draussen ging klatschte ihm der Regen sofort ins Gesicht und erschwerte ihm das vorankommen. Doch dann sah er die Eiche und den silbernen Schimmer von Niams Schuppenkleid doch noch etwas. Er trat näher heran als ihn aus der Dunkelheit Augen ansahen. Ksha lag neben dem Drachen und hatte einen Flügel über ihn gelegt.

    Als er näher kam hob sie den Kopf und hielt ihn direkt vor Yaevinns. Ein klagendes Heulen drang aus ihrer Kehle, „Er wird immer weniger“. Yaevinn nickte Geistesabwesend, dann ging er zu Niam und strich ihm behutsam durch die Mähne. Es war kaum noch leben in ihm, das spürte er. „Vielleicht passiert es morgen, vielleicht in hundert Jahren...“, als er an Niams Worte dachte wünschte Yaevinn sich das er mit dem Drachen tauschen könnte.

    Schluchzend legte er den Kopf auf seine Schulter und dachte an das erlebte.
    Es war einfach nur unfair, das Niam starb, nach allem was passiert war. Vorsichtig schickte er seinen Geist nach Niam aus und fand dessen Bewusstsein völlig ungeschützt vor.
    Sanft näherte er sich ihm, als wenn sie zusammen fliegen wollten, dann übetrug Yaevinn ihm alle Energie die er aufbringen konnte. Mit einem Mal fühlte Yaevinn sich leer, ausgepumpt und schwach.

    An das Nachfolgende erinnerte er sich nicht mehr.

    Alpträume verfolgten ihn. Er sah wie dunkle Kreaturen über ihn her fielen.
    Schlachten und Kriege die das Land verwüsteten, doch das allerschlimmste was er sah war der Baum unter dem Niam gelegen hatte, nur das nun dort ein Erdhügel mit einem Grabstein davor war.
    Er ging langsam auf das Grab zu und las was auf dem Stein stand.
    Yaevinn stieß ein animalisches Heulen aus das in lautes Schluchzen umschwang.

    Doch dann ließen die schrecklichen Visionen nach und Yaevinn sah in Kritos Gesicht.
    Der Shaikan wirkte aufgeregt. „Yaevinn, wach endlich auf“.
    Er blinzelte zu ihm auf doch der Shaikan zog ihn einfach auf die Beine und zerrte ihn zum Zeltausgang. „Was ist denn? Ist Niam etwas passiert“, der Shaikan lachte und zog ihn weiter auf die Eiche zu.

    Mia hockte neben Niam und kraulte ihn vorsichtig hinter den Ohren und sah auf als Mia sie bemerkte. „Was ist mit ihm“?
    „Er wacht auf, er hat es geschafft“, Yaevinns machte einen Freundensprung als er dies hörte. Dann stürmte er auf Niam zu, doch der Drache machte keine Anstalten ihn zu begrüßen. Yaevinn musterte ihn und sah dann zu Mia. „Aber ihr sagtet doch...“, sie lächelte. „Tut er auch, wir dachten es wäre schöner für ihn wenn du bei ihm bist wenn er wieder aufwacht“.

    „Und dann. Was wenn er nicht stark genug ist wenn du aufhörst ihn mit Kraft zu versorgen“? Kritos lachte fröhlich.
    „Yaevinn, ich habe vor drei Tagen aufgehört ihn zu unterstützen und er macht sich prächtig nachdem du bei ihm warst ging es ihm gerade zu von Minute zu Minute besser“.
    „Wir lassen euch dann mal alleine, wenn er etwas braucht, ruf uns einfach“, sagte Mia und griff Kritos dann beim Arm und zog ihn hinter sich her.

    Nach einer Weile die Yaevinn wie eine Ewigkeit vorkam, begann Niam die Nase zu rümpfen und leicht den Kopf zu heben. Dann blinzelte er verschlafen und sah dann zu Yaevinn. „Yaevinn? Bist du das“, Yaevinn nickte und strich ihm liebevoll über die Wange.
    „Wo sind sie hin, haben sie dir etwas angetan“?

    „Nein, Niam, es geht mir gut. Leo hat es schwer erwischt und dich, aber wir leben“, Der Drache leckte sich mit der Zunge über die Zähne.
    „Ich spürte deine Gegenwart. Du warst ängstlich“, Yaevinn nickte.
    „Ja war ich und dazu hatte ich allen Grund“, „Haben sie dich bedroht“.
    Yaevinn seufzte, dann beugte er sich zu Niam hinab und drückte seinen Kopf an seine Brust. „Ich hätte dich beinahe verloren, Niam. Wären die Shaikan nicht gewesen, wärst du tot. Ich konnte dir nicht helfen ich war zu“, schluchzend rang er nach Worten, „Unfähig dich zu retten. Ich weiß nicht ob ich ohne dich weiterleben könnte. Ich habe einst versprochen dich zu verteidigen und habe versagt. Es tut mir Leid“.

    „Hör auf so etwas zu sagen, kleiner. Du bist noch zu klein um einer solchen Aufgabe gewachsen zu sein. Ich konnte dich ja auch nicht vor ihnen schützen“, er sah an seiner Flanke hinab wo das Blut verkrustete Loch in seinem Flügelmembran lag.
    „Und das wird die Zeit schon wieder richten, solange es dir gut geht ist das nur eine kleinigkeit“, Yaevinn drückte sich an Niam und der Drache leckte ihm vorsichtig mit der weichen Zungenspitze über die Wange.

    „Ich hab dich lieb, Niam“, murmelte er leise. Einen Moment lang folgte nichts, dann sagte Niam zärtlich, „Ich dich auch mein kleiner“.
    Dann jedoch versuchte Niam auf zu stehen doch Yaevinn protestierte.
    „Ich habe lange genug geschlafen und ich habe keine lebensbedrohenden Verletzungen, warum soll ich also liegen bleiben“?

    „Aber übertreibe es nicht“, der Drache brummte zur Bestätigung und tapste dann in Richtung Lager los. Yaevinn hatte eigentlich schon bei seinen ersten Schritten damit gerechnet das er umkippen würde doch der Drache schien sicherer zu werden bis er ganz normal lief. Yaevinn folgte ihm und lief dann neben ihm her.
    Als sie das Lager betraten saßen Mia und Kritos aneinander gelehnt am Feuer und sahen zu ihnen.

    „Ist das nicht“, fragte Niam ihn überrascht und Yaevinn nickte.
    „Er hat dir das Leben gerettet, sei nett zu ihm“, der Drache schwieg und ging dann weiter auf sie zu. Als er nur noch wenige Meter von ihnen entfernt war standen beide auf und Kritos verneigte sich und Niam tat es ihm zu Yaevinns erstaunen gleich.
    Sie sahen sich einen Augenblick lang an, dann verdüsterte sich Kritos Gesichtsausdruck.

    „Das ist schlecht“, er sah zu Boden als überlege er was er machen solle.
    „Was ist schlecht“, fragte Mia. „Sie haben ihm unsere Namen entrissen“, Niam zuckte zusammen. „Haben sie nicht““, begehrte Niam auf.
    „Das kann nicht sein, sie haben beide in der alten Sprache geschworen das sie unsere Namen nicht verraten würden“, Yaevinn nickte eifrig.

    „Das mag sein und Niam trifft keine Schuld, er hat sie ihnen nicht gegeben, sie haben sie sich genommen ohne das er es mit bekommen hatte“, Kritos sah zu Mia.
    „Berichte Saria davon, sie soll entscheiden wie wir fortfahren und was wir mit ihnen machen sollen“, Yaevinn bildete sich ein Klos im Hals.

    „Was meinst du damit, wir können nichts dafür das sie ihm das Geheimniss entrissen haben“, Kritos sah ihn irritiert an.
    „Das meinte ich auch nicht, ich meinte wie wir euch wieder nach Abastor bringen.
    Leo ist nicht transportfähig und Niam kann mit der Wunde nicht fliegen“.
    Yaevinn atmete erleichtert auf.

    Nach einer Weile kam Mia wieder. Ihre Miene war wie versteinert und sie schwieg als sie sich auf den Baumstumpf setzte der ihnen als Bank diente.
    „Wie hat sie entschieden“, fragte Kritos. Mia sah zu ihm ohne ihn wirklich an zu sehen.
    „Wir verlassen Alagäsia. Wir alle. Saria hat bereits alles vorbereitet. Sie werden noch in dieser Stunde aufbrechen“. „Aber das können sie nicht. Wir können doch nicht einfach, was ist mit Mia'dra“.

    Mia schwieg und sah fassungslos in das Feuer.
    „Wir sollen sie hier zurücklassen, Saria ist der Meinung das sie sehr gut auf sich selbst aufpassen kann“.
    „Das kann nicht dein Ernst sein Mia, das kann sie nicht befohlen haben“.

    Minuten lang sagte niemand ein Wort, dann meinte Kritos, „Richte ihr aus das ich ihr die Folgschaft kündige. Ich werde Miadra und die Drachen nicht einfach im Stich lassen“.
    „Das geht nicht“, wisperte Mia. „Ich werde nicht zu Saria zurück kehren. Ares und ich sind uns einig, er wird auf sie Aufpassen und dann zu uns stoßen wenn sie ein geeignetes Versteck gefunden haben.

    Kritos sah sie an, „Weshalb bleibst du? Wegen Miadra oder wegen ihnen“?
    „Wegen beiden und wegen dir. Wir haben uns nicht immer gut verstanden aber trotzdem, ich bleibe bei dir“, sie sah zu ihm auf.

    Nun war Yaevinn völlig perplex. Was lief zwischen den beiden? Mia war doch die Gefährtin von Ares, nicht von Kritos.

    Dieser ging langsam zu ihr und setzte sich dann neben sie auf den Stamm.
    „Ich danke dir Mia, das bedeutet mir sehr viel“, er küsste sie auf den Kopf und stand dann auf und ging an Yaevinn vorbei, in Richtung von Leos Zelt.
    Mia saß immer noch regungslos da und starrte in die Flammen.



    Re: Tiberas

    Aron - 29.04.2009, 21:49


    Ares das war gut, zuerst hab ich echt gedacht du lässt Niam sterben, aber dann war es nur ein Traum, eine gute wendung. Auch die kleinen disbute zwischen Mia und Kritos, und deine netten Andeutungen zum schluss sind gut, vorallem solche Andeutungen lassen einen auf mehr warten.

    Mach weiter ;) :D



    Re: Tiberas

    Kaya - 29.04.2009, 23:33


    Ein super Kaptiel und eine sehr gute Abendlektüre wie ich herausgefunden hab xD :yes:
    Die Gespräche unter den Charas sind immer sehr interessant und gut beschrieben.
    Außerdem bin ich froh das Niam noch lebt *puh* nochmal Glück gehabt ^^
    Schreib weiter so ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 04.05.2009, 21:58


    Geschichten der Unschuldigen


    Yaevinn ging durch das Lager und dachte über das Geschehene nach. Die Kultisten hatten es geschafft Saria und ihre Familie aus dem Land zu drängen.
    Aber war das wirklich ihre Absicht gewesen? Es gab vieles das er Kritos und Mia fragen wollte. Doch Kritos war verschwunden, auf der Jagd wie er gesagt hatte und Mia saß still und starr da und bließ trübsaal.

    Er sah kurz zu Ksha die sich neben Leos Zelt zusammen gekugelt hatte und darauf wartete, das ihr Reiter aus seinem Heilschlaf erwachte.
    Er hatte sich sogar einige Male mit der Drachin unterhalten, doch sie war ihm irgendwie fremdartig. Anders als Niam, der ruhig und vorsichtig war, strotzte Ksha nurso vor Tatendrang und Übermut.

    Was ihm jedoch ein Lächeln abrang war, das die Drachin Gefallen an Niam gefunden hatte. Immer wieder stupste sie ihn an oder zog ihn am Flügel.
    Und er spürte das Niam sich ein wenig veränderte wenn sie es tat. Er wurde Wortkarger.
    Als er bei Niam war stellte er fest dass der Drache zitterte.
    Er lag auf der Seite und hatte die Augen geschlossen, doch immer wieder zuckte sein Körper. Yaevinn wollte ihn gerade aufwecken und er streckte bereits die Hand aus, als ihn jemand an der Schulter festhielt.

    „Lass ihn schlafen, er kann die Ruhe gut gebrauchen und anscheinend träumt er gerade“, Mia sah ihn schief an. „Ja aber was träumt er“?
    „Wie was träumt er“? Sie legte den Kopf noch ein wenig schräger, so dass er schon glaubte, das er ihr jeden Augenblick herunterfallen würde.
    „Bin ich sein Reiter oder du. Sieh dir seinen Traum an, störe ihn aber nicht“, sie nahm einen Anpfel aus der Westentasche und biss herzhaft herein.
    Yaevinn erkannte das Obst als jenes welches ihm seine Mutter mitgegeben hatte, doch bevor er einen Einwand einlegen konnte, sagte Mia „Tut mir Leid, aber den habe ich aus deinen Vorräten. Ich habe dir stattdessen aber was anderes in den Rucksack gelegt“.

    „Du hättest ja wenigstens mal fragen können“, sie machte einen herausfordernden Gesichtsausdruck und tippte sich an die Stirn, „Du auch“.
    Yaevinn sah ein das er hier um verlorenes Land kämpfte und nickte kurz und ging dann zu Niam und hockte sich neben ihn.

    Vorsichtig tastete er nach den Gedanken des Drachen und drang so sanft er nur konnte in sie ein. Und dann sah er, was Niam sah.
    Es war dunkel und schummrig. Yaevinn glaubte soetwas wie Arme zu sehen die aus der Dunkelheit nach ihm griffen. Dann auf einmal tauchte vor ihm ein silberner Schemen auf und verschwand sofort wieder im dunkeln, doch der Drache folgte ihm, bis Yaevinn erkannte, was das war. Ein Eislachs.

    Nun musterte er die düstere Umgebung erneut und war erleichtert als er feststellte, das es sich um Wasser handelte, das ihn umgab und es Algen und Wasserpflanzen waren die wie Arme nach ihnen griffen.
    Yaevinn sah noch einen Moment zu wie Niam hinter dem Fisch herjagte, dann auf einmal änderte der Drahe den Kurs und stieß mit der Schnauze aus dem Wasser. Yaevinn konnte spüren wie Niam sich auf die Hinterbeine stellte und sich dann aus dem Wasser stieß, die Schwingen ausbreitete und sich in die Lüfte erhob.
    Schneller und schneller flog er gen Himmel bis er am höchsten Punkt angelangt war.
    Yaevinn sah sich um und betrachtete die Landschaft unter ihnen. Er lächelte. Sie flogen über dem Ort wo Yaevinn sein Lager aufgeschlagen hatte, nachdem er Irmstats Trupp entdeckt hatte. Langsam glitt er zu Boden und landete nahe dem Waldrand. Yaevinn war verwundert. Warum wollte er gerade hier her.

    Der Drache faltete die Flügel und ging vorsichtig zwischen den augenscheinlich viel zu eng stehenden Bäumen hindurch. Sie schienen sich nur für ihn von ihrem Fleck zu bewegen, ohne das es jemand merkte. Dann waren sie da. Der Ort den Yaevinn gehofft hatte nie wieder sehen zu müssen. Die Leichen. Irmstat. Wenn er sich den Elf so ansah, hätte er nie geglaubt das er Niam so etwas hätte antun können.
    Einen kleinen Drachen so zu schimpfen und zu verängstigen. Niam starrte auf seinen ehemaligen Reiter, dann trat er vor und packte Irmstat mit der Schnauze am Hemd und zog etwas an dem verrenktem Leichnahm, so das er einigermaßen ordentlich auf dem Boden lag. Es sah aus als würde der Elf schlafen.

    Niam sah ihm noch einmal ins Gesicht, dann berührte er den Jungen mit der Schnauze an der Stirn und trat zurück. Yaevinn schlang sich die Arme um den Leib und erst jetzt spürte er das er auch Niams Gefühle teilte. Dann wandte der Drache den Blick und sah in die andere Richtung. Yaevinn folgte seinem Blick und sah sich selbst.
    Er hatte früher nie sonderlich gepflegt gewirkt, doch nun sah er sich aus Niams Augen wie er völlig abgekämpft und am Ende aller Kräfte die Straße entlang humpelte, das kleine silberne Bündel dicht an den Arm gepresst.

    Um seine Augen herum lagen schwere Schatten, die ihn wie einen Kranken aussehen ließen. Seine Haut war bleich. Alles in allem ein Bild des Jammers.

    Dann änderte sich das Bild und zeigte wieder sie, diesmal aber in ihrem Zimmer. Yaevinn saß mit seinem verbundenem Rücken schräg vor Niam und hatte dessen gebrochene Pfote im Schoss und behandelte sie behutsam. Doch der Blick des Niams aus der Erinnerung lag nicht auf seiner Verletzung, sondern auf den Bandagen auf Yaevinns Rücken. Yaevinn musterte sie genauer und sah dass der Stoff sich an manchen Stellen leicht rot gefärbt hatte. Er hatte gar nicht mitbekommen das die Wunden wieder aufgebrochen waren.

    Dann sah er den Mann der sie überfallen hatte. Er hockte neben Niam und deutete auf Yaevinn der mit dem Gesicht auf Niams Flügelmembran lag.
    „Ich weiß genau wer du bist, erinnerst du dich an mich? Ich habe deinen ersten Reiter geholt und nun habe ich auch deinen zweiten. Was ist nun, Drache, willst du auch noch deinen zweiten Reiter sterben sehen. Wenn nicht lass mich in deinen Geist hinein und zeige mir, was ich sehen will“. Der Mann begann zu lächeln, „So ist es brav“.

    „Du hast es ihm freiwillig gegeben“, es war Yaevinn nur so heraus gerutscht doch alles riss zusammen und im nächsten Moment saß er wieder neben Niam auf dem Boden. Ruckartig öffnete der Drache die Augen und sah ihn an. Doch dann viel Yaevinn ein, was Kritos gesagt hatte. „Entschuldige, ich dachte“.
    „Wäre es dir lieber gewesen, ich hätte mich verschlossen und er dich umgebracht“?

    Yaevinn brauchte einen Moment bis er sich gefasst hatte. „Aber, sie haben uns damals gerettet und du hast sie“.
    „Yaevinn! Es ist mir recht wenn mich jeder fortann einen Verräter nennt oder mich dafür bestraft, aber wenn ich die Wahl zwischen dir und dem ganzen Land hätte, wärst du immer die erste Wahl. Wenn ich dich schon so nicht schützen kann, dann muss ich es eben mit Verrat tun. Ich kann und werde die Konsequenzen tragen, wenn es sein muss“.

    Yaevinn sah zu Mia hinüber die ganz ruhig da saß und ihnen zu sah. „Weiß Kritos es“?
    „Ich bin mir nicht sicher. Er hat meine Gedanken erforscht als ich Bewusstlos war und ich hatte eigentlich nicht versucht etwas vor ihm zu verstecken“, Yaevinn sah zu der Shaikan die etwas Gedankenverloren vor sich hin starrte. Er schluckte, dann ging er zu der Shaikan und wartete bis sie zu ihm aufsah.

    „Mia, ich habe gesehen was pasiert ist. Was Niam getan hat um mich zu schützen. Ich fürchte er hat dem Schatten freiwillig gezeigt wer ihr seid“, Mia nickte.
    „Ich weiß“. Yaevinn starrte sie verwundert an.
    „Aber Kritos hat doch gesagt sie haben es ihm entrissen ohne das er es gemerkt hätte“, die Shaikan lächelte.

    „Wir wussten was Niam getan hatte. Und wir wissen genau so sehr das er es tat um dich zu schützen. Yaevinn. Die Logische Entscheidung wäre es gewesen dich für viele zu opfern. Aber das Herz kann man nicht mit logischen Entscheidungen beeinflussen“, sie legte ihm eine Hand auf die Schulter. Er liebt dich und hat so viele für dich in Gefahr gebracht. Hättest du es anders gemacht“?

    „Saria wird nicht nach Rache dürsten, Yaevinn. Sie weiß es genau so sehr wie ich, was es bedeutet Opferbereitschaft zu zeigen. Du solltest nicht böse auf Niam sein. Für dich würde er sich in Feindeshand ergeben und bis in den letzten verseuchten Winkel der Schattenwelt vordringen um dich zu retten. Egal was es ihn kostet“.



    Re: Tiberas

    Aron - 04.05.2009, 22:28


    hehe das gefällt mir doch mal ganz gut^^

    besonders gut find eich das du die auflösung wer es war in einen Traum eingepackt hast, das erleichtert vieles und ist unkompliziert.

    Schreib weiter so Ares ist echt toll :D



    Re: Tiberas

    Kaya - 04.05.2009, 22:41


    Wirklich sehr schön geschrieben :yes:
    Vor allem die Idee mit dem Traum das macht die Erzählung sehr abwechslungsreich.
    Schreib weiter so ;) Super Geschichte!!! :)



    Re: Tiberas

    Aresander - 05.05.2009, 21:47


    Wunden der Vergangenheit

    Als Yaevinn am nächsten Morgen erwachte war es warm und die Sonne schien.
    Verschlafen streckte er sich und stieß mit dem Fuß aus Versehen gegen Niams Knie, welches der Drache im Schlaf zur Seite zog.
    Niam lächelte glücklich, dann stand er auf und ging durch das Lager und sah sich um.
    Kritos' Platz war immer noch verweist, doch zu seiner Verwunderung der von Mia genauso. Vielleicht war sie ja Wasser holen gegangen.

    Er sah sich um und sah Ksha neben Leos Zelt liegen und schlafen. Er schnupperte und rümpfte die Nase und roch erneut an sich, dann verzog er ob seines eigenen Geruchs das Gesicht und drehte sich in Richtung Fluss. Dann sah er zum Himmel und entschied sich zu Baden. Er ging zu seinen Satteltaschen, oder dem was von ihnen übrig war. Er wusste nicht wieso, aber anscheinend hatte der Schatten seine wneigen Habseeligkeiten durch wühlt und war dabei mit seinem Sattel nicht gerade vorsichtig umgegangen.

    Als er die Ersatzkleidung fand ging er gemütlich den Wildpfad zum Fluss hinab.
    Der Fluss war an der Stelle wo er herauskam flach genug um ohne große Gefahr darin sich waschen zu können. Träge zog er sich das Wams über den Kopf und legte das Kleidungsstück auf einen Stein.
    Doch bevor er sich weiter entkleiden konnte bemerkte er im Schilf dass das Ufer säumte etwas.

    Er trat langsam auf die Stelle zu und entdeckte ein Stück Stoff welches auf der Wasseroberfläche trieb. Neugirig trat er näher und stellte fest das sich etwas in dem Stoff befand. Dann entdeckte er einene weitere Stoffbahn. Vorsichtig trat er vor und deckte ein weißes Hemd. Oberhalb des Kragens lag ein Kopf, oder zumindest erahnte man ihn unter den Schulter langen weißen Haaren. Entsetzt stürzte er sich in das Wasser und drehte den Körper im Wasser um und musterte mit wachsenden Entsetzen Mias Gesicht. Die Haut war leicht bläulich angelaufen, die Lippen genauso.

    Mit aller Kraft zerrte er sie aus dem Wasser und schrie gleichzeitig nach Niam. Wenige Augenblicke später kam der silberne Drache durch Unterholz gepflügt und hielt am Ufer an und packte Mia ohne Aufforderung mit dem Maul und zog sie aus dem Wasser und legte sie am Ufer ab. Als Yaevinn klatschnass wieder festen Boden erreichte drehte Niam die Shaikan mit der Schnauze auf den Rücken. Yaevinn zögerte kurz, dann versuchte er mit Druck das Wasser aus ihren Lungen zu kriegen.

    Nach einigen Stößen ging ein Zucken durch Mias Leib und dann spuckte sie hustend das Wasser aus das sich in ihren Lungen befand. Sie sah sich verwirrt um und dann zu ihm.
    Doch was er sah gefiel ihm nicht, Mias Gesicht zeichnete ein ängstlicher Zug.
    Dann senkte sie den Blick und Yaevinn sah hinab und bemerkte das er immer noch die Hand auf ihrer Brust liegen hatte. Hastig zog er sie weg und spürte wie er rot anlief.

    Er wartete bis der heftige Hustenanfall vorbei war und Mia wieder reden konnte. Sie zitterte und Yaevinn griff ohne um Erlaubnis zu bitten nach ihrer Hand. Doch die Shaikan zuckte zurück und sah ihn verängstigt an. Yaevinn sah zögernd zu Niam der vorsichtig sich neben ihr niederließ und dann einen Flügel um sie schlang. Doch als er es tat, machte Mia einen Satz nach vorne, sprang auf und rannte los.

    Weit kam sie jedoch nicht als sie aufeinmal umnickte und hart auf Knie aufschlug und schwer atmend liegen blieb. „Lasst mich in Ruhe ihr Monster“.
    Doch als er wieder auf sie zuging verwandelte sie sich und der Kupfer rote Körper lag zuckend auf der Seite. Niam packte Yaevinn am Hosenbund als er zu Mia gehen wollte und hilt ihn fest. „Nicht, sie könnte dich töten“.

    „Niam, sie ist krank. Wenn wir ihr nicht helfen wird es noch schlimmer, bitte“, Niam ließ ihn zögernd los ging dann jedoch an Yaevinn vorbei und musterte Mia misstrauisch und stellte dann vorsichtig einen Fuß auf ihren Flügel und machte sie so bewegungsunfähig.
    Als er spürte das Niam sich entspnnte, trat er näher und versuchte zu erkennen was der Grund für Mias Handeln war. Als er keinerlei Verletzungen außer einer dicken Beule an der Schläfe entdecken konnte schickte er vorsichtig seinen Geist aus.

    Als er ihn fand brauchte er zuerst einige Moment bis er verstand das dieser völlig verängstigte, leidende Geist der von der sonst so fröhlichen Mia war.
    Alles was er wahrnahm war Schmerz, Angst und Hoffnungslosigkeit. Wer immer ihr das angetan haben musste, hatte ihren Geist verletzt.

    Gerade als er Kontakt mit ihr aufnehmen wollte, packte ihn jemand grob an der Schulter und riss ihn zurück, sodass er auf den Rücken fiel.
    Erschrocken riss er die Augen auf und sah Kritos neben Mia knien. Eine Hand auf ihrem Brustkorb, eine auf ihrem Hinterkopf. Mia bäumte sich einmal auf, dann wurde sie ruhiger.
    „Yaevinn, sie hat dich verletzte“, Niam musterte sorgenvoll seine Schulter.

    Er wollte gerade den Arm drehen um zu sehen was er meinte als ein gleißender Schmerz seinen Oberarm hinauf fuhr. Er tastete mit der Gesunden Hand seinen rechten Oberarm ab bis er eine feuchte Stelle fand. Er sah seine roten Finger an, dann drehte er den Arm langsam und machte eine Wunde aus, die zum Glück jedoch nicht stark blutete.
    Dann sah er zu Kritos der gerade die Hand von Mias Brustkorb nahm, lies die andere jedoch auf ihrerm Kopf liegen und strich ihr sanft durch die Mähne.
    Der Blick mit dem er sie ansah, war gezeichnet von Sorgen, jedoch auch von tiefer Zuneigung.

    „Mia es ist egal. Mia! So etwas darfst du nicht sagen. Ach meine kleine, ich wünschte ich könnte dir helfen“, er strich ihr sanft über den Hals. Die Shaikan zog die Beine unter den Körper und stemmte sich langsam auf die Beine. Als sie stand lies sie den Kopf hängen, sah dann zu ihm herüber und kam langsam auf sie zu.
    Als ihr Blick auf die Wunde fiel, zog sie leicht den Kopf zurück, dann fuhr Yaevinn zusammen als er ihre leise, beinahe Flüsternde Stimme in seinem Kopf hörte.
    „Das wollte ich nicht, es tut mir Leid. Aber ich habe die Kontrolle über mich, ich war“, sie schwieg und Kritos trat auf sie zu und tätschelte ihr die Schulter.

    „Wo habt ihr sie gefunden“, Yaevinn deutete über die Schulter.
    „Sie lag mit dem Gesicht nach unten im Wasser. Anscheinend ist sie gestolpert und hat sich den Kopf angeschlagen. Zumindest war sie bewusstlos als wir sie fanden“, Mia sah beschämt zur Seite doch Kritos beachtete es gar nicht.
    „Danke. Ich wüsste nicht was ich getan hätte wen meiner Tochter etwas passiert wäre“, Yaevinn klappte der Mund auf.

    „Du bist ihr Vater. Aber du bist doch“, doch als er nachdachte hatte er immer nur vermutet das er so alt war wie er aussah. Kritos lächelte. „Ja sie ist mein kleines Sorgenkind“.

    Yaevinn schluckte, dann fragte er, „Aber was ist mit dir los. Ich weiß ich habe es dir versprochen, aber als ich keinerlei Verletzungen fand, die deinen Zustand erklärten, habe ich nach deinem Geist getastet“. Kritos Gesicht verfinsterte sich.
    „Dann hörte er Kritos Stimme in seinem Kopf, „Warte bis sie schläft, dann werde ich es dir erklären“.

    Als es am Abend begann zu dämmern, und sie um das Feuer saßen lag Mia neben den Zelten und schlief. Die Shaikan hatte den ganzen Tag nur dagelegen und geschwiegen.
    Ob vor Angst, Erschöpfung oder Scham wusste er nicht. Doch er erhoffte sich von Kritos ein paar Antworten. Als der Shaikan kam, setzte er sich neben in und Niam und sah in die Flammen. „Wie geht es ihr“?

    Kritos schüttelte sacht den Kopf. „Sie fürchtet sich. Ares ist nicht bei ihr und auch Saria ist nicht in ihrer Nähe. Sie hat Angst vor dem was passieren könnte“.
    „Ja, aber deswegen reagiert man doch nicht so panisch“, Kritos seufzte.
    „Mia hat schlimme Zeiten hinter sich. Zeiten die man am besten vergessen sollte, doch sie kann es nicht. Man hat euch von den Schattenwesen erzählt, gegen die wir einst kämpften“? Yaevinn nickte.

    „Sie haben Mia drei Lange Jahre lang gefangen gehalten. Keiner weiß genau was sie mit ihr angestellt haben... aber egal was es war. Es hat sie mindestens einmal das Leben gekostet. Unsere Unsterblichkeit kann wirklich in einen Fluch ausarten, wenn man immer wieder in die Gefangenschaft und Folter zurück geboren wird. Saria war es gelungen sie zu retten. Es war ein Wunder das sie mit solchen Verletzungen noch am Leben war.
    Aber das war nicht das schlimmste. Die Schattenwesen nehmen die Form derer an, die wir lieben und achten. Es ist eine Sache von Monstren gefoltert und getötet zu werden. Aber du weisst nicht was es für ein Gefühl ist wenn dich deine eigenen Freunde derartig quälen. Es hat drei Wochen gedauert bis alle körperlichen Wunden verheilt waren, aber die hier“, er tippte sich an den Kopf „Verheilen meisst nie“.

    „Aber wie konnten sie sie einfach gefangen nehmen, ich meine sie sieht nicht gerade gefährlich aus, aber ich glaube nicht das sie sich nicht wehren könnte.
    Kritos prustete. „Wenn du wüsstest“. Yaevinn runzelte die Stirn.
    „Wenn Mia für sich alleine kämpft, ist sie um es ehrlich zu sagen nicht gefährlicher als du. Das war nicht immer so, aber sie ist sehr schreckhaft geworden, nach der Zeit in Gefangenschaft. Aber wenn sie für die ihren Kämpft, oder um derer Leben. Ist sie mit Abstand das gefährlichste was mir je an Lebewesen in meinem gesamten Leben begegnet sind, mich eingeschlossen“.



    Re: Tiberas

    Kaya - 05.05.2009, 21:59


    Jetzt dachte ich schon fast Mia wäre tod :o:
    Schade, das dass Kapitel schon wieder vorbei ist *seufz*
    Schreib weiter so fleißig ;)



    Re: Tiberas

    Aron - 07.05.2009, 20:54


    Also Ares war echt gut gemacht das Kapi, kann mich kaya nur anschließen *freu* kann mich auch mal anschließen xd ^^


    Also mach weiter so :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 11.05.2009, 19:09


    Sry Lee :??:


    Abschied der Einsamen


    Die Sonne stand gerade kurz vor dem Horizont als Yaevinn Leo hörte. Zuerst war es ein kehliges Husten, dann aber hörte er Rufe. Ksha war nicht da. Sie war für sich selbst und Niam, der ob seiner Wunden immer noch nicht laufen und fliegen konnte, jagen und außerhalb der Reichweite in der sie über ihre Gedanken kommunizieren konnten.

    Yaevinn eilte zu Leos Zelt und schlug die Plane zur Seite. Vor ihm auf seinem Lager saß Leo mit schmerz verzerrtem Gesicht und starrte ihn mit Tränen überströmten an.
    „Wo ist Ksha, bitte, sag mir wo sie ist“. Yaevinn eilte zu ihm und legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Es geht ihr gut, keine Sorge. Sie ist gerade auf der Jagd“.
    Leo lehnte sich an ihn und schluchzte mehrere Male, dann aufeinmal hob er die Hand und schlug Yaevinn vor die Brust.

    „Hey, was soll das“, rief Yaevinn empört und verwundert aus.
    „Entschuldigung, ich wollte sicher sein, dass das nicht schon wieder ein Traum ist. Der Mann er hat, er hat mir eine Erinnerung ein gepflanzt. Ich habe gesehen wie sie Ksha ermordet haben. Sie haben sie“, doch Yaevinn brachte ihn zum schweigen.
    „Hör auf darüber nach zu denken, Ksha geht es gut, sie ist viel zu zäh als das sie ein Schatten so einfach töten könnte“, er lächelte und auch Leo versuchte zu lächeln, doch sein Gesicht zuckte nur.

    „Hat Niam es auch geschafft“, Yaevinn nickte glücklich.
    „Er erholt sich gut, aber er schläft nur noch sehr wenig, weil ihn immer wieder Visionen heimsuchen, die ihn ängstigen. Aber er wird wieder“.
    Sie schwiegen eine Weile, dann fragte Yaevinn, „Wie sind wir eigentlich entkommen“?
    „Sind wir nicht, wir haben Hilfe bekommen, die...“, Yaevinn merkte gerade noch rechtzeitg was er sagen wollte und machte aprubt den Mund zu.

    Leo sah ihn schräg an. „Ich werde sie dir nachher vorstellen“, Leo nickte, dann sah er aufeinmal zum Zelt hinaus.
    „Wie lange habe ich geschlafen“, er sah zu ihm. „Fast fünf Tage, man hat dich in einen Heilschlaf versetzt“.

    Yaevinn sah hinter sich als er hörte wie die Zeltplane zur Seite gezogen wurde, dann trat Mia ein. Sie musterte Leo kurz, dann nickte sie Yaevinn zu. Yaevinn überlegt kurz und fragte sie dann, „Wieviel darf ich ihm von euch erzählen“.
    „Das was nötig ist, du kannst ihm sagen wer wir sind. Saria und die anderen sind in Sicherheit“. Sie ging an ihm vorbei und versuchte nach Leo zu greifen doch der wich zurück. „Ich will nur nach deinen Verletzungen schauen“, Leo sah zu Yaevinn.
    „Du kannst ihr trauen. Ihnen verdanken wir es das wir noch leben“, Leo sah zweifelnd zu Mia, hob dann jedoch den Arm und die Shaikan machte sich wieder an ihre Arbeit.

    Als sie sein Hemd anhob wurde ein beinahe tellergroßer Bluterguß sichtbar, der sich quer über seine Brust erstreckte. Leo musterte sich selbst und versuchte gerade mit einem Finger über die geschwollene Stelle zu streichen, als Mia sein Handgelenk packte und ihn fest hielt. Leo gab nach und sah zu ihr, dann gab er nach.
    „Ich hatte gedacht das ich mir sämtliche Rippen gebrochen hätte“, Mia tastete seine Seiten vorsichtig ab. „Hattest du auch“.

    Leo sah sie skeptisch an. „Wer bist du“? „Mia, Kritos Tochter. Weise Heil“.
    Die dunkle Stelle auf Leos Brust wurde kleiner, bis sie vollends verschwunden war, dann nahm sie Hand fort und ließ das Hemd wieder los.
    Leo beäugte die anscheinend wieder gesunde Haut und bewegte den Oberkörper leicht.
    Mia stand auf und reichte ihm eine Hand. „Komm. Dein Drache wird bald wieder da sein und bis dahin sollten wir dich wieder auf den Beinen haben“.

    Yaevinn reichte ihm ebenfalls die Hand und Leo ergriff beide und ließ sich von ihnen aufhelfen. Als sie aus dem Zelt kamen lag Niam immer noch dösend neben dem Feuer. Der verletzte Flügel lag ausgestreckt neben ihn, so dass das rot gerändete Loch gut sichtbar war. Yaevinn bemerkte das Leo stockte doch er ging einfach weiter.
    „Ist er schlimm verwundet worden“, Yaevinn wusste nicht was er sagen sollte.
    „Ich weiß es nicht, er selbst sagt das es nichts schlimes sei, aber es sieht erschreckend aus“, räumte er ein und Leo nickte zustimmend.

    Als Niam sie kommen hörte öffnete er eines der Bersteinfarbenen Augen und gähnte herzhaft. Dann streckte er sich und kam ihnen entgegen. Als er vor ihnen stand senkte er den Kopf zu Leo hinab. „Es freut mich dich wieder auf den Beinen zu sehen“.
    Leo lächelte, „Mich auch und du selbst“?
    Sie unterhielten sich noch einen Moment bis Yaevinn auffiel das noch jemand im Lager saß. Kritos. Der Shaikan saß an seinem angestammten Platz und starrte ins Feuer.

    In seinen Händen lag ein kleiner brauner Lederbeutel. Der Shaikan sah gedanken versunken in die Flammen bis Mia zu ihm ging und sich neben ihn setzte. Dann unterhielten sie sich in einer für Yaevinn unbekannten Sprache.
    „Was sind das für welche“, wisperte Leo.

    Yaevinn zögerte kurz, Mia hatte ihm die Erlaubniss erteilt und Ksha wusste es bereits und würde es ihrem Reiter sobald sie wieder hier war erzählen. Also konnte er es ihm sagen.
    „Mia und Kritos sind Shaikan“, Leo saß da wie versteinert.
    Dann sah er wieder zu den beiden und musterte sie, „Sie sehen aus wie Menschen“, er musterte beide eingehend. „Der da hat die Soldaten begleitet als sie dich aus dem Kerker gebracht haben. Sind sie einfach aufgetaucht“?

    Yaevinn überlegte. Sie waren kurz nachdem er um Hilfe gerufen hatte aufgetaucht.
    „Nein, ich glaube sie sind gekommen weil ich sie brauchte“.
    Leo sah ihn unverständlich an.
    „Mia und ihr Gefährte haben mich damals mit Niam in der Wildniss gefunden, wieder auf gepäppelt und danach nach Abastor gebracht, wo sie sich mir als Shaikan zu erkennen gaben. Ich fürchte das ist auch der Grund weshalb wir angegriffen wurden. Der Schatten wollte wissen wer sie sind und wie ihre Namen lauten, doch ich konnte sie ihm nicht sagen. Oberoth hat mich schwören lassen das ich sie niemandem ohne ihre Erlaubnis mitteile. Deswegen wurde Niam gefoltert und euch wollte man auch töten. Währen sie nicht gekommen währen wir wahrscheinlich alle tot“.

    Leo saß da und starrte ins Leere.
    Doch dann hob sich sein Blick und er sah zum Himmel. Yaevinn folgte seinem Blick und sah bald die Orange Drachin am Horizont auftuchen.
    Als sie auf das Lager zuflog hob Niam den Kopf und sah ihr entgegen.
    Dann setzte sie zur Landung an und kam elegant auf den Hinterbeinen auf und ließ einen toten Eber zu Boden fallen.

    Dann wande sie sich Leo zu der sie ungestühm umarmte. Als sie fertig waren kam Mia auf sie zu und räusperte sich. „Wir werden heute noch nach Abastor zurück kehren. Dort wird sich einiges verändert haben“, sie sah still gen Süden wo die rießige Hauptstadt lag.
    „Ksha, fühlst du dich stark genug für die Strecke, die Drachin knurrte vernehmlich.
    „Natürlich ist sie das“, sagte Leo. Dann sah Mia zu Niam.

    „Dich werden wir tragen müssen, Kritos wird dich dann im Hof der Feste absetzten. Sammelt eure Sachen zusammen, ich will so schnell weg wie irgendmöglich von diesem Verfluchten Ort fort“.

    Alle packten eilig ihre Sachen zusammen und verstauten sie in den Taschen, dann war es soweit. Yaevinn musterte Leo der sichtlich beindruckt Kritos musterte, der nun Niam auf dem Rücken trug wie ein ausgewachsener Mann ein Baby. Niam wirkte so klein auf dem Drachen das Yaevinn glaubte wieder den Frischling von einst vor sich zu haben.

    Dann hoben sie alle ab, Leo auf Ksha und Yaevinn auf Mia, die sich Ausnahmsweise erneut bereit erklärt hatte ihn zu tragen. Doch als die Feste in sicht kam, wog der Schrecken schwer. Düne Rauchsäulen siegen gen Himmel. Eines der Tore hing aus den Angeln gehoben schräg im Durchgang.
    Da stiegen drei Drachen von der Feste aus in die Luft und kamen direkt auf sie zu.
    Als sie näher kamen erkannte er das Reiter auf den Drachen saßen.

    Einer davon war ihr Lehrmeister, die anderen beiden kannte er nicht. Sie waren offenkundig Teil einer jüngeren Generation von Reitern. Sie gingen neben ihnen in Formation und geleiteten sie bis in die Feste.
    Die Luft krachte als Kritos den Fall abbremste und die Rießigen Schwingen die Luft nach unten pressten. Dann setzte er auf und legte sich auf den Boden.

    Als er sich verwandelt hatte folgten nach und nach alle anderen Drachen.
    Als Oberot von Windu abstieg und auf sie zukam wanderte sein Blick über ihre Abgerissene Erscheinung. Dann musterte er Niams Flügel und nickte dann.
    „Kritos , Mia, ich danke euch das ihr sie gerettet habt. Wir haben schon soviele Schüler verloren. Wenigstens vier wieder zu bekommen ist schon ein Anlass zur Hoffnung“,.
    Dann wandte er sich ihnen zu. „Es freut mich das ihr es geschafft habt, auch wenn es doch gefährlich Wurde und ihr kurze Zeit in Gefangenschaft wart. Nichts desto trotz bin ich froh das ihr es geschafft habt und das ich mich nicht in euch getäuscht habe. Geht nun und ruht euch aus. Namiel wird euch zu eurer neuen Unterbringung führen. Nachher werde ich vorbei kommen und euch alles erklären was passiert ist“, danach wandte er sich um und ging. Die beiden anderen Reiter flankierten sie und folgten ihnen bis sie in ihrer neuen gemeinsamen Unterbringung waren. Man führte sie in eines der Quartiere das sonst die Schüler der letzten Stufe bewohnten, wenn sie an das gemeinschaftliche Leben gewöhnt wurden. Yaevinn war froh das er und Leo dieses mal zusammen blieben. Ksha und Niam schien es genau so zu gehen.

    Als sie sich umgezogen hatten lies sich Leo auf sein Bett fallen. Dann fing er an leise zu lachen. Alle sahen zu ihm doch der Elf lachte immer weiter bis er aufeinmal aprubt verstummte. „Mein Schicksaal ist wirklich eines welches man in einem Buch nieder schreiben könnte. Ich habe eine wunderbare Drachin als Partner, habe schon einen Schatten und zwei Shaikan getroffen die uns alle mit einem Schlag vernichten könnten“, er lachte hysterisch und Ksha legte die Ohren an.

    Yaevinn runzelte die Stirn. „Was ist los mit dir“? Leo schnaubte und setzte dich auf. „Fällt es dir nicht auf“? Yaevinn zögerte, „Was meinst du“.
    „Alles. Wozu sind wir da? Wir werden als Reiter ausgebildet und doch können wir nichts tun. Im Vergleich zu den Shaikan sind wir wie Kinder die sich gegen einen Veteranen stellen. Wozu sind wir hier wenn wir keine würdigen Gegner sind“?

    „Weil sie uns darum bitten“, Yaevinn und Leo sahen zu Oberot der in der Tür stand.
    Langsam kam er näher und setzte sich dann neben Leo auf die Bettkante und winkte Yaevinn hinzu. Als er sich neben Oberot gesetzt hatte, fuhr der Reiter fort.
    „Leo du bist da auf eine Frage gestoßen die sich viele in den letzten Jahren gestellt haben.
    Und die Antwort ist sehr simpel. Das gesamte Volk der Shaikan zählt gerade einmal acht Shaikan. Und zwei davon sind noch Kinder. Mia habt ihr ja schon kennen gelernt. Auch sie ist nicht mehr fähig zu kämpfen. Die Shaikan sind in den letzten Jahrhunderten arg dezimiert worden und zählen bei manchen nur noch als Absonderlichkeit, denn als Volk.

    Wir sind hier um das Volk vor Verbrechern, Betrügern und dem Elend aus unserer Welt zu schützen. Und um die Shaikan zu schützen. Viele glauben das sie uns anführen aber dem ist nicht so. Die Shaikan sind allen anderen Völkern gleich gestellt. Besser gesagt sind einige sogar uns unterstellt. Sie suchen die Aufnahme in die Gemeinschaft und arbeiten dafür, so wie jeder andere auch. Aber solche Wesen wie sie in unsere Gesellschaft zu bringen ist schwer“, Yaevinn stockte.

    „Aber sie sehen doch aus wie Menschen. Wieso ist es so schwer sie zu akzeptieren“?

    „Weil dies nicht ihre Form ist und die Menschen sich hinters Licht geführt fühlen würden, sollte einmal die Verkleidung auffliegen. Außerdem haben wir Ihre Identität über Jahre geheim gehalten um sie so zu schützen. Doch nun ist es vorbei. Die weiße Prinzessin und ihre Familie haben das Land vor vier Tagen verlassen und wir wissen nicht, ob sie jemals wieder zurück kehren werden. Nur Mia und Kritos sind geblieben. Der Grund dafür wart zum Teil ihr. Uns wurde nun klar das die Kultisten vor nichts halt machen werden um an die Informationen über sie zu kommen. Deswegen haben sie das Exil zum Schutze aller vorgezogen. Und Mia und Kritos werden nun offen in der Welt wandeln. Sie werden ihre Abstammung nicht mehr leugnen und sich als das was sie sind zu erkennen geben“.

    Er legte Leo die Hand auf die Schulter, „Sie möchten euch heute Abend treffen, wenn ihr euch starl genug dafür fühlt. Wenn ihr einwilligt wird eine Wache euch abholen und zum Gasthaus geleiten wo ihr euch dann mit ihnen treffen könnt“.



    Re: Tiberas

    Lee - 11.05.2009, 20:00


    kein problem *KopfaufTastaturhau* pack ich schon noch



    Re: Tiberas

    Aron - 11.05.2009, 20:56


    *lee auslach*



    So habs wiedermal durch Ares, udn muss sagen ist echt nicht schlecht, biss auf ein paar wiederholungen. (sorry ich find nimma)
    Naja wa sich noch gut fand das du es so reingeschrieben hast wie es wirklich sein könnte, also das Leo wenn er aufwacht verwirrt ist.
    Wa sich vielleicht ein bisschen besser erklärt hätte wäre warum die stadt oder wie sie zertört wurde. Vielleicht kommt das ja noch, dann sorry^^


    So habe mal versucht ein gutes Kommi zu schreiben was dir auch etwas bringt, wenn du willst.

    Mach aber auf jeden fall weiter ist echt genial :clap:



    Re: Tiberas

    Kaya - 11.05.2009, 21:59


    Aresander hat folgendes geschrieben: Leo gab nach und sah zu ihr, dann gab er nach.


    Also das ist die einzige Wiederholung die mir aufgefallen ist...
    Trotzdem tolles Kapitel :yes:
    Schreib so weiter...ich komm schon i-wie hinterher :lol:



    Re: Tiberas

    Aresander - 18.05.2009, 21:00


    Heimatlos

    4 Mondumlaufs des 982 Zyklus


    Yaevinn spürte die unangenehmen Blicke der anderen Gäste im Rücken als wieder auf die Tischplatte sah. Ihm gegenüber saß Mia und starrte in ihr Weinglas. Yaevinn hoffte inständig das Leo bald kam und das Schweigen brach. Die Leute um sie herum musterten sie aber vor allem Mia misstrauisch. Die Shaikan hatte sich verändert. Sie hatte ihr äußeres so verändert das man deutlich erkennen konnte das sie kein Mensch war.
    Ihre Ohren liefen spitz zu, genau wie bei ihm selbst.

    Ihre Augen waren nun geschlitzt, wie die eines Drachen. Die Zähne liefen leicht spitz zu .
    Die Handflächen wiesen nun Ballenähnliche Wölbungen auf. Die Haare waren Strubig und von einer seltsamen Stärke.
    Sie sah aus wie einer der Elfen die versuchten sich den Tieren an zu passen.
    Doch inzwischen wusste jeder in Feste was es mit dieser, für alle außen stehenden, seltsamen Frau auf sich hatte. Sie war eines der mächtigsten und gefürchtetsten Wesen des Landes. Und doch sah sie so wie er sie ansah so verletzlich und einsam aus, dass man sie am liebsten in den Arm genommen hätte um sie zu trösten.

    Doch Mia war ihm nach wie vor ein Rätsel. Jedesmal wenn er glaubte etwas über Mia zu wissen zeigte sie sich wieder anders, gerade so als versuche sie sich jeder Beschreibung und Eigenschaft zu entziehen. Doch noch größere Rätsel warf ihr Vater auf. In den Schriften die er über die Shaikan gelesen hatte, wurde Kritos als Mordlustiger Kämpfer beschrieben der es sich einst zur Aufgabe gemacht hatte die Drachen aus zu rotten.
    Doch als er gesehen hatte wie hingebungsvoll Kritos um Niams Leben gekämpft hatte und sich dabei sogar selbst in Gefahr gebracht hatte, konnte er kaum glauben.

    „Vielleicht dauert es Jahre“, Yaevinn sah erschrocken zu Mia auf die immer noch in ihr Glas starrte. „Was meinst du“? Sie sah auf und musterte ihn mit ihren Stechenden Augen. „Vielleicht sehe ich sie erst in Jahren wieder. Schon als wir uns mit Saria zerstritten hatten war es als würde etwas fehlen doch nun...“, sie sah zu ihm.
    „Ich glaube ich verstehe was du meinst. Spürst du sie noch“?
    Sie sah ihn wieder an, dann schüttelte sie schnell den Kopf. „Nichts...“.

    „Ich und mein Gefährte haben eine ähnliche Verbindung wie du und Niam. Aber so ohne die Gegenwart des anderen fühle ich mich einsam, verletzlich.... entblößt. Ares ist mehr für mich als nur mein Gefährte, er hat mich gerettet. Mehrfach“. Sie lächelte schräg.
    „Er hat mich erzogen und gelernt wie man lebt. Nun ohne ihn leben zu müssen und zu wissen das nicht der Tot uns trennt ist schwer. Ein Teil von mir will zu ihm, der andere will sich an sein Versprechen halten“.

    „Gegenüber Kritos“? Sie schüttelte den Kopf. „Euch, durch uns seit ihr, Du, Leo, Niam und Ksha in große Gefahr geraten. Wir haben uns geteilt um so unsere Art zu schützen und gleichzeitig euch“. Yaevinn schwieg und überlegte was er darauf erwidern sollte. Mia und Kritos hatten sich für sie von ihrer Familie getrennt um sie zu schützen.
    „Danke. Aber was werdet ihr nun hier machen? Werdet ihr weiter im Rat bleiben“, sie schüttelte den Kopf. „Nein, werden wir nicht“.

    „Ja aber was wollt ihr dann machen“? Sie sah wieder auf die Tischplatte.
    „Ich werde lernen. Genau wie du“, Yaevinn runzelte die Stirn.
    „Und was willst du lernen“? Yaevinn war neugierig was die Shaikan interessierte.
    Mia sah traurig zu ihm. „Ich will... ich will lernen wieder lachen zu können, wieder leben zu können ohne dabei sich vor allem fürchten zu müssen. Ich will wieder, ich will.... lernen den Schmerz und alles zu vergessen und mich wieder über das hier und jetzt zu freuen“.

    Yaevinn blieb still, er wollte sie nicht unterbrechen.
    „Ich will das was jedem Wesen zusteht. Leben ohne sich verstecken oder verstellen zu müssen“, sie sah auf und formte ein schwaches Lächeln.
    „Ich danke dir das du überhaupt gekommen bist. Nach allem was dir wegen uns wiederfahren ist, hatte ich eigentlich erwartet das du mich und alle anderen meiden würdest“. Sie sah zur Seite. „Dein Freund scheint zu dem Entschluss gekommen zu sein das unsere Bekanntschaft zu gefährlich sei“.

    Die Shaikan stand auf und musterte ihn. „Ich werde nun gehen. Ich brauche noch etwas frische Luft bevor ich mich zur Ruhe lege“.
    Yaevinn stand hastig auf und folgte ihr. „Soll ich dich begleiten“?
    Sie sah ihn einen Moment lang an, dann nickte sie mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.
    Sie gingen durch die Stadt bis sie bei den Kasernen angekommen waren, indenen sie alle untergebracht worden waren.

    Als sie näher kamen sahen sie drei Gestalten vor dem Eingang. Es waren Niam, Ksha und Leo die da auf sie warteten. Doch etwas schien nicht zu stimmen. Ksha saß neben Leo und hielt den Halbelf fest an sich gedrückt während Niam den Kopf gesenkt hielt.
    Als Niam ihn bemerkte kam er ihnen eilig entgegen und begrüßte Yaevinn und Mia.
    „Niam, weshalb seid ihr nicht gekommen, wisst ihr wie sehr ihr“, der Drache stieß ihn unsanft vor die Brust.
    „Leo. Er hat eine Nachricht bekommen. Danach hat er sich Ksha verschlossen und starrt nur Löcher in den Boden“, Yaevinn runzelte die Stirn.

    Dann ging er an Niam vorbei auf Leo zu, blieb jedoch stehen als Ksha warnend grollte.
    Yaevinn sah sie einen Moment lang an, dann brummte die Drachin leise und erlaubte ihm so sich ihr und ihrem Reiter zu nähren.
    Leise schritt er auf den Elf zu und kniete sich dann vor ihn auf den Boden.
    „Leo. Was ist mit dir“? Der Elf hob den Blick und Yaevinn seufzte als er sah das sein Gesicht nass vor Tränen war.

    „Sie sind tot. Meine Großeltern sind tot ich bin alleine“, Yaevinn brauchte einen Moment bis er sagte. „Nein bist du nicht. Ksha ist noch da und wir auch. Wir lassen dich nicht alleine. Versprochen“. Yaevinn zuckte zusammen als der Elf ohne Vorwarnung aufsprang und mit einem Satz bei ihm stand und ihm die Arme um den Leib schlang.
    Leise sagte der Elf in der alten Sprache, „Ich danke dir Waffenbruder“.
    Yaevinn war noch einen Moment perplex, dann erwiederte er die Geste und übergab Leo dann an Ksha die ihren Reiter sanft in Richtung ihres Quartiers bugsierte.

    Einen Moment lang stand Yaevinn da und sah ihnen nach. Dann drehte er sich um und sah zu Mia die immer noch da stand. „Wo lebst du jetzt eigentlich“?
    Die Shaikan sah kurz in die Luft und sagte, „Ich werde es mir unten in den Gärten gemütlich machen“. Gerade zu um ihre Worte zu verhöhnen viel Yaevinn ein Regentropfen ins Gesicht. Mia sah zum Himmel und seufzte.

    „Willst du vielleicht bei uns diese Nacht bleiben? Ich schlafe eh meist bei Niam also könntest du in meinem Bett schlafen wenn du möchtest“, die Shaikan zögerte.
    „Das wäre sehr freundllich. Danke“, Yaevinn packte sie einfach am Arm und zog sie ins Gebäude. Niam trottete ihnen gemächlich hinterher.

    Als sie in ihrer Höhle waren sah Mia sich interessiert um. Dann setzte sie sich auf die Kante von Yaevinns Bett und sah noch einmal zu ihm.
    „Du musst das nicht tun, mir würde es schon reichen einfach eine Ecke für mich zu haben die nicht nass oder zugig ist. Du kannst ruhig in deinem Bett schlafen“, doch Yaevinn winkte ab und setzte sich neben Niam auf den gepolsterten Boden.

    Mia zog indess die Stiefel aus und legte dann das Wams ab. Darunter trug sie nichts als einen dünnen Überwurf wie ihn sonst Jungen trugen. So sehr sie auch aussah wie einer, sie war kein Mensch ebenso kein Elf. Sie wandte ihm den Rücken zu und umfasste ihre Haare um sie zu einem Strang zu fassen.

    Gerade als sie das Lederband um die Haare wickelte erhaschte Yaevinn einen Blick auf ihren Rücken. Er stockte und wandte den Blick ab. Der Kleine Teil Haut den er gesehen hatte, war mit eben solchen Narben geziert, wie er sie selbst hatte. Nur das diese durch rechteckige Narben ergänzt wurden, so als hätte man ihr ganze Streifen der Haut einfach abgezogen. Er spürte das Niam es auch bemerkt hatte, doch der Drache musterte sie weiterhin unverhohlen selbst als sie wieder zu ihnen sah.

    Dann stieß er ein leises Heulen aus und streckte den Kopf zu ihr und stuppste Mia sanft an der Schulter an. Sie sahen sich einen Moment lang an, dann hob Mia die Hand und fuhr dem Drachen über den Hals.
    Dann trennten sie sich und Mia legte sich auf das Bett und zog sich die Decke über den Körper. Yaevinn sah noch einige Momente zu ihr, dann sah er zu Niam.
    Der Drache antwortete auf seinen Fragenden Gedanken nachdem er einen Moment lng überlegt hatte.

    „Ihr Geist ist voller Erinnerungen an Dinge die sie vergessen möchte. Schmerzhafte und Traurige Erinnerungen. Sie hat vor sich selbst Angst. Vor dem was sie ist und was sie war.
    Niemand sollte ein solches Schicksal erleiden, schon gar nicht ein Kind wie Mia“.
    Yaevinn sah ihn an. „Ein Kind aber sie ist über hundert Jahre alt“!
    Niam sah zu ihm. „Shaikan können Zeitspannen von mehreren tausend Jahren überleben, in den Augen ihres Volkes ist sie vielleicht gerade einmal so alt wie du in den Augen deines Volkes. Kein Kind sollte solch einem Schrecken ausgesetzt werden wie sie es wurde. Da wo andere verzagen würden hat sie weiter gekämpft und nicht die Hoffnung aufgegeben“, er stupste Yaevinn an.

    „Ich habe es erfahren als sich Mia mir damals bei unserer ersten Begegnung vor gestellt hat. Deswegen auch mein Verhalten im Lager. In ihrer Gegenwart steht es mir nicht zu, mich über so lächerliche Verletzungen zu beklagen“. Er sah zu ihr. „Ich hoffe sehr für sie das sie es schafft wieder leben zu können wie sie es will“.
    „Hat sie dir gesagt was mit ihr gemacht wurde“, der Drache legte den Kopf auf den Boden.
    „Nein, aber ich habe gespürt wie sehr sie sich vor ihren Erinnerungen fürchtet. Schlaf jetzt.
    Morgen geht der Unterricht wieder los und du wirst dann fit sein müssen“, Yaevinn gehorchte und legte den Kopf auf Niams weiche Hüfte. Der Drache knurrte hicksend.
    Yaevinn strich behutsam mit den Händen über die Stelle und Niams Muskeln begannen unkontrolliert zu zucken. Dann jedoch stuppste der Drache ihn mehrfach in die Seite und Yaevinn hörte auf ihn zu kitzeln.

    Yeavinn lächelte und strich ihm dann über die Nüstern, dann legte er sich wieder und schlief nach ein wenig Überlegungen ein. Vielleicht würde nun alles besser werden.







    So Leute, da ich nun innen Prüfungsstress komme, lass ich das Ende ganz einfahc mal offen, da ich im Mom keine Zeit und Ideen mehr habe, um das ganze sinnvoll weiter zu führen

    MfG Ares



    Re: Tiberas

    Kaya - 18.05.2009, 22:57


    Ok ich bin zwar kein Freund von offenen Enden...
    Ich kann nur sagen dass dieses Kapitel wieder sehr gut geschrieben ist und auch das was man über Mia erfährt.
    Ich hoffe nur das du irgendwann mal wieder die Zeit und die Ideen findest weiterzuschreiben, sonst wäre es echt schade.
    ;)



    Re: Tiberas

    Aron - 19.05.2009, 16:02


    Ich eigentlich auch nicht aber ich gebe die Hoffung nicht auf das es mal weite rgeht ares.


    Das Kapi selbst ist nicht schlecht für ein offenes ende, es rundet alles etwas ab.
    was ich toll fand das du Mia sozusagen mit zu Yeavinn udn Niam gesteckt hast. so hat das gnaze eine beziehung zueinander.

    Hoffe das es mal weiter geht :D :D ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 19.05.2009, 17:46


    Wird auch weitergehen, hab neue ideen gefunden



    Re: Tiberas

    Lee - 19.05.2009, 19:59


    boha ich gaubs nich, da beeil ich mich dermaßen, bin gerade fertig geworden und dann das, ich warn dich, wenn du nich weitermachst werd ich nervig :P ne im ernst, freu misch schon auf die fortsetzung



    Re: Tiberas

    Aresander - 19.05.2009, 22:31


    Is ja gut is ja gut


    Zu neuen Ufern

    9 Mondumlaufs des 984 Zyklus - 2 Jahre später


    Yaevinn zupfte nervös an seinem Gewand und sah dann zu seinen Mitschülern hinüber, die alle nicht minder nervös wirkten. Vor acht Jahren und vier Monaten war er auf Niam und die Shaikan gestoßen und nun stand er hier. Zusammen mit seinen drei verbliebenen Kameraden. Irwin, Zega und zu guter letzt Leo. Sie vier hatten von anfangs dreizehn Schülern überlebt. Fünf waren den Kultisten zum Opfer gefallen, zwei waren bei magischen Versuchen gestorben und einer war beim Training von einem Treffer am Kopf so schwer verletzt worden, das er wenige Minuten später mitten auf dem Trainingsfeld verstarb.

    Yaevinn konnte sich an den Jungen erinnern. Er war kaum älter als er selbst. Und der Junge Drache der bei seinem toten Reiter saß und bitterlich den Tod seines Herrn beklagte. Drei Tage hatte sein trauriges Lied durch die Feste gehallt, Tag und Nacht.
    Dann am vierten Tag fand man den kleinen tot auf dem Grab seines Reiters.
    Das Jungtier hatte sich selbst so stark verletzt das es diesen erlag.

    Bis heute fragte er sich ob mit Niam dasselbe passiert wäre, hätte er sich seiner nicht angenommen. Der Silberne Drache sah zu ihm und musterte ihn mit einem seiner Bernsteinfarbenen Augen. „Es ist nicht passiert und nun hör endlich auf Gedanken an so einen Unfug zu verschwenden“, kam die mahnende Stimme.
    Yaevinn schmunzelte und fuhr mit der Hand über Niams Nüstern.

    Yaevinn schmunzelte und sah zu seinem Bruder hinauf.
    „Was ist so komisch“, fragte ihn Niam belustigt. Yaevinn lächelte.
    „Hätte man mir damals gesagt das aus dem Winzling den ich mir unter den Arm klemmen konnte mal ein so prächtiger Drache wird, ich hätte es ihm nie geglaubt“, Niam schnaubte.
    „Danke, du hast nicht aber auch verändert. Aus dem Dorf Jungen der mich damals großgezogen hat, ist ein Krieger geworden“, doch weiter kamen sie nicht als Devlin in die Halle trat und sie einen nach den anderen begrüßte.

    Dann wies er sie an ihm zu folgen und sie gehorchten. Das Klacken der Klauen auf dem harten Stein hallte mehrfach verstärkt von den Wänden zurück, als die Drachen sich in Bewegung setzten.
    „Wo warst du gestern Abend eigentlich? Du hättest mir ja ruhig mal bescheid sagen können, wohin du gehst“.
    Der Drache blinzelte, „Das sollst du aber nicht wissen. Du wirst schon sehen“.

    Yeavinn hörte auf ihn zu bedrängen und sah nach Vorne. Gleich würde das kommen, wovor er sich so sehr gefürchtet hatte.
    Mit jedem Schritt den er machte, kam er dem hell erleuchtetem Tor näher und näher.
    Dann trennten ihn nur noch wenige Meter. Er stockte kurz und Niam sah zu ihm.
    Schnell raffte sich Yaevinn zusammen und schloss schnell zu ihm auf um nicht die Prozession zu stören.

    Dann standen sie auf der großen Terrasse des Gartens, indem sich heute tausende von Menschen versammelt hatten. An der Spitze des Halbrunden Baus stand Oberoth und sah ihnen lächelnd entgegen. Er trug anstatt seines sonst fliessenden Gewandes heute eine Rote Weste die mit goldenen Stickerreien verziert war.

    Neben ihm standen die Vertreter der einzelnen Völker. Alle waren da, um die neuen Drachenreiter zu begrüßen und beglückwünschen.
    Die Elfen, Menschen, Zwerge und etwas am Rand Mia die ihm munter zu zwinkerte.

    Als sie alle in einer Reihe aufstellung bezogen hatte wandte sich Oberot an sie und musterte jeden erneut, als würde er ihn zum ersten Mal sehen.
    Dann wandte er sich an die Menschenmenge die Still vor der Terrasse stand.

    „Völker Alagäsias. Vor mehr als tausend Jahren war es, dass der Bund zwischen den Elfen und den Drachen geschlossen wurde und damit eine Zeit des Friedens begann. Vor zweihundertvierzehn Jahren war es, als ein Wahnsinniger Reiter die Drachenreiter verriet und beinahe vernichtete. Er trachtete jedem der dieses Erbe antrat nach dem Leben. Auch wir leben in gefährlichen Zeiten und viele der Schüler haben es nicht bis zum heutigen Tag geschafft. Lasst uns ihrer Seelen gedenken, auf das sie Frieden finden.
    Lasst uns deshalb die Gefallenen mit einem Moment des Schweigens betrauern“.

    Er schloss die Augen und senkte den Kopf. Eine derart gleiche Bewegung von tausenden von Lebewesen jagte Yaevinn einen Schauer über den Rücken.
    Dann tat er es ihnen gleich und dachte an seine toten Kameraden. Manche hatte er gemocht und geschätzt, andere gemieden. Und doch verband der Umstand dass sie das selbe Erbe antreten sollten sie mit einander.

    „Ruht in Frieden“! Oberot sah wieder auf die Menschenmenge hinab.

    „Doch so groß die Trauer und der Schmerz in unserer aller Herzen ist, so groß ist auch die Freude dass wir nicht scheiterten. Voller Stolz und Zuversicht, dass sie ihrer Aufgabe gewachsen sind, ist es mir eine Freude und Privileg, euch die zweiunddreißigste Generation von Drachenreitern und Drachen seit dem Verrat von Galbatorix vorstellen zu dürfen. Tretet vor“!

    Yaevinn war so ergriffen von der Rede das er beinahe vergessen hätte, das der Befehl ihm auch galt. Doch schnell brachte er sich wieder zur Ruhe und trat wie die anderen drei Schritte nach vorne, auf Oberot zu.

    „Meine Freunde. Als ihr hier herkamt, wart ihr vieles. Kinder und Jugendliche. Arme und Reiche. Geliebte und verstoßene. Doch nun seid ihr alle gleichgestellt und bereit, das Erbe der Drachenreiter fort zu setzen. Als euer Lehrmeister möchte ich euch und euren Gefährten meinen und den Segen der Drachenreiter mit auf die Reise geben.
    Möget ihr immer Friede in euren Herzen tragen. Möge euer Weg immer sicher und von Freunden behütet sein“. Er trat einen Schritt zurück und alle vier Reiter knieten nieder.

    „Schwört ihr bei eurem Leben, dem eurer Drachen dass ihr die Völker Alagäsias beschützen werdet. Das ihr niemandem ein Unrecht tut und keinem Hilfebedürftigen eure Hilfe verwehrt“?

    Einer nach dem anderen legte den Eid ab. Dann erhoben sie sich wieder und nahmen Stellung neben ihren Drachen auf. Dann trat der alte Mann von einem Drachen zum anderen und legte jedem die Hände auf die Stirn. Als er fertig war trat er zurück und musterte sie erneut.

    Oberot breitete die Arme aus als wolle er sie alle auf einmal umarmen, dann sagte er:

    „Meine Schüler. Meine Freunde und Kameraden. Mit der mir vom Rat der Shurtugal und dem Rat der Ältesten verliehen Befugnissen, entlasse ich euch aus dem Rang eines Schülers. Ab sofort tragt ihr den Rang, die Pflichten und Privilegien eines Drachenreiters.
    Von den Seiten der Terrasse kamen vier in weiße Gewänder gekleidete Kinder auf Oberot zu. Jedes trug ein Schwert mit der jeweiligen zum Drachen passenden Farbe in den Händen.

    Yaeinn machte innerlich einen Freudensprung als er den Träger seiner Waffe erkannte.
    „Verstehst du jetzt was ich gestern Abend getrieben habe? Sie wären sonst nicht mehr rechtzeitig angekommen“. Yaevinn sah erneut zu Torkil der ihm verstohlen zu lächelte.
    Sein jüngerer Bruder hatte sich sehr verändert seit seinem letzten Besuch auf dem Hof.
    Er sah neugierig die Reihe der Kinder hinab als er zu dem Mädchen kam, das Leos Schwert trug. Einen Moment war er verwirrt, dann aber zwinkerte er seiner Schwester zu.

    Dann jedoch nahm er die verschiedenen Waffen in Augenschein. Sie strahlten in ihren Farben mit dem Licht der Sonne um die Wette. Doch irgendwie war Yaevinn mulmig.
    Seine Waffe war die einzige die relativ normal aussah, da Niam ja nun einmal Silbern war.
    „Warte es ab. Ich bin mir sicher du wirst es mögen“, flüsterte der Drache zufrieden in seinem Kopf.

    Langsam traten die Kinder vor und offerierten den Reitern ihre Waffen.
    Beinahe gleichzeitig griffen sie alle nach den Waffen und nahmen sie an sich.
    „Zieh es heraus“, forderte Niam ihn auf und er gehorchte.
    Schwerelos glitt die Klinge aus der Scheide und offenbarte ihre ganze Pracht im hellen Sonnenlicht. Das Heft war dünn und mit einer feinen, detailgetreuen Gravur eines sich um die Klinge windenden Drachen versehen, der Yaevinn stark an Niam erinnerte.

    Die Schneide war so Geschliffen das es aussah als würde sie aus reinem Licht bestehen, wenn das Sonnenlicht auf die Glatt geschliffene Schräge fiel.
    Er lächelte glücklich, „Du hattest wie immer recht“. „Natürlich habe ich das“, sagte Niam gespielt überheblich.

    Dann kamen die Restlichen Mitglieder der Familien auf sie zu und beglückwünschten ihre Söhne, Neffen und Enkel. Seine Mutter schloss ihn weinend in die Arme und auch sein Vater um armte ihn während Akki und Torkil da standen und ihn beglückwünschten.
    Dann jedoch gingen sie alle gemeinsam mit Yaevinn und Niam zu Leo und Ksha die einsam abeseits des ganzen standen. Leo sah als sie auf sie zukamen leicht geknickt aus, doch dann ging seine Mutter zu ihm und umarmte ihn dass sie ihn beinahe in die Luft hob.

    Auch Laslo beglückwünschte ihn und Ksha herzlich und sogar Akki überwand ihre Schüchternheit und umarmte Leo.
    Ksha begann abgehackt zu lachen als der Elf rot anlief, doch Leo tat so als sei nichts gewesen und freute sich darüber das er mit einbezogen wurde.
    Dann jedoch bemerkte Leo eine Person die still am Rande ihres Beisammenseins stand und wartete. Mia.

    Die Shaikan lächelte, doch ihre Augen sprachen Bände darüber wie sie sich fühlte.

    „Du kannst jederzeit zu uns kommen, ihr seid uns immer herzlich willkommen. Du darfst nur nicht soviel Reichtum wie hier erwarten, aber ansonsten kannst du dich bei uns wie daheim fühlen“, Leo strahlte als seine Mutter ihm das Angebot gemacht hatte.
    Dann jedoch sah er wieder zu der Shaikan und ging langsam auf sie zu.

    „Meine Gratulation, Shurtugal. Euch beiden“, sagte sie leise.
    Sie seufzte, dann verstärkte sich das Lächeln in ihrem Gesicht, doch der Ausdruck in ihrem Gesicht blieb bestehen. Vorsichtig nahm sie ihn in die Arme und er erwiederte die Geste bereit willig. In den letzten zwei Jahen waren sie, Niam, er, Leo und Ksha viel mit der Shaikan zusammen gewesen. Mia war inzwischen für ihn genauso vertraut für ihn wie Leo es war.

    Er seufzte, dann sagte er leise. „Mia. Es ist jetzt zwei Jahre her das sie gegangen sind. Sie müssen einfach bald wieder kommen, da bin ich mir sicher. Und solange sie nicht da sind, kannst du gerne bei uns bleiben. Du gehörst dazu, genau wie Leo und Ksha. Du gehörst genauso in meine Familie wie die beiden und meine Geschwister und Eltern.
    Komm, wir wollen noch ein wenig feiern und ein echtes Lachen würde dir auch mal wieder gut tun“, sie zögerte kurz und sah dann zu seiner Familie.

    „Was werden sie sagen, wenn du ihnen erklärst wer und was ich bin“?
    „Das weiß ich nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher das sie dich mögen werden und jetzt komm schon“, er packte sie am Hanglenk und zog sie den halben weg hinter sich her, dann folgte sie ohne das er sie ziehen musste.
    Seine Eltern musterten die Fremde interessiert. Leo grüßte Mia fröhlich und sie nickte verlegen zurück. „Ich möchte euch jemanden vorstellen“.



    Re: Tiberas

    Kaya - 20.05.2009, 21:14


    Wirklich tolle und sehr glungene Fortsetzung :yes:
    Bin froh das es doch weiter geht xD
    Ich bin schon mal gespannt wenn die anderen Shaikan wieder zurückkommen und was dann noch alles passieren wird
    Schreib so weiter ^^
    ;) :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 24.05.2009, 19:40


    mmh danke ^^



    Re: Tiberas

    Aron - 24.05.2009, 21:34


    Sorry Ares habs zwar gelesen aber vergessen ein Kommi hinzuschrieben, naja jetzt aber xd


    So ich finde das ganze auch echt gelungen, vorallem die Zeremonie. Bin auch echt gespannt was mit Mia und Yeavinn noch so passiert, also wie sie sich noch vertragen. So wies aussieht werden die beiden echt dicke Freunde.


    also mach weiter so Ares :D



    Re: Tiberas

    Lee - 25.05.2009, 20:20


    hey ich dacht ich hätt auch nen kommi gepostet O.o?
    hmm ich schließ mich Aron an, is gut gelungen und ich finds auch voll toll dass Yaevinns Geschwister kommen *gg*
    mach weiter :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 13.06.2009, 00:07


    So ich hatte mal wieder Langeweile ...


    ________________________________________________________




    Mia, Mia und …. Mia?

    Am Abend des selben Tages


    Yaevinn saß neben seinem Vater im Rasen der Gärten und sah zu Mia und Akki hinüber.
    Die Shaikan saß im Schneidersitz vor Akki, die mit einer Bürste versuchte das widerspenstige Haar der Shaikan zu bändigen, doch das viel festere Haar der Shaikan widerstand allen von Akkis Bemühungen. Doch die hatte zum ersten Mal seit Wochen ein Lächeln aufgesetzt das nicht aufgesetzt aussah.

    „Sie ist ganz anders als ich mir einen Shaikan immer vorgestellt habe“, murmelte seine Mutter. „Eher wie ein verschüchtertes Mädchen als wie eine Kriegerin oder Herrscherin“.
    Yaevinn nickte. „Angeblich ist sie das auch, aber wenn ich ehrlich sein soll, glaube ich auch nicht daran. Sie war es vielleicht einmal, aber sie hat eine lange schreckliche Zeit hinter sich, die laut ihres Vaters sie so verstört hat das sie nicht mehr so ist wie sie es vor ihrer Gefangennahme war.

    Aber sie hat ein großes Herz für alle. Viele mögen und schützen sie, aber sie ist keiner unserer Regenten, sie ist unsere Freundin“.
    Sie beobachteten weiter wie Akki und Mia sich unterhielten.
    „Aber was haben sie mit ihr gemacht und wer“.
    Yaevinn seufzte. „Ich werde nicht ohne ihre Zustimmung darüber sprechen. Aber ich kann euch sagen, dass es jenseits dessen liegt, was ihr euch vorstellen könnt. Sie haben nicht nur ihren Körper sondern auch ihre Seele gefoltert. Fragt nicht, es gibt Dinge die man nicht wissen sollte“. Seine Mutter nickte kurz.

    „Und was wollen die da“, sein Vater deutete auf zwei Personen die auf Akki und Mia zugingen. Die eine war Kritos, die andere eine für Yaevinn unbekannte Frau.
    Er beobachtete das Geschehen dann stand er auf und ging ebenfalls zu ihnen.
    Als er er nur noch zehn Meter von ihnen entfernt war wurde Mia auf die Besucher aufmerksam und drehte sich um.

    Yaevinn blieb mit etwas Abstand stehen und musterte die Fremde. Das Gesicht war das einer Menschenfrau und doch war es so makellos wie das einer Elfe.
    Mia inzwischen war aufgesprungen und starrte die Frau an.
    Die Fremde musterte sie, dann begann sie zu lächeln.
    „Habe ich solange geschlafen dass du so groß geworden bist“?

    Mia zitterte doch das Lächeln in ihrem Gesicht war so breit wie irgendmöglich.
    Dann verzerrten sich ihre Umrisse so als wolle sie sich in einen Drachen verwandeln. Yaevinn hatte in der Zeit die sie zusammen verbracht hatten dies so oft miterlebt das er sich daran gewöhnt hatte, doch dieses mal war es etwas anders.
    Mia wurde kleiner, dann war die Verwandlung abgeschlossen und vor ihm stand ein Shaikankind.

    „Mutter, du bist wieder zurück...“, rief sie, dann umarmte sie die Fremde die Mia liebevoll an sich drückte und sie dann hoch hob. Kritos kam zu Yaevinn und sah dann wieder zu den beiden. „Ist das deine Gefährtin? Der Shaikan nickte.
    „Mia“, Yaevinn sah zu ihr, konnte jedoch nichts außergewöhnliches entdecken außer das sie so fröhlich wirkte wie lange schon nicht mehr.

    „Was ist mit ihr“, Kritos lachte. Die Frau setzte ihre Tochter wieder auf dem Boden ab und kam zu ihnen. „Yeavinn, darf ich dir Mia vorstellen“?
    Yaevinn verstand nicht. „Aber, sie heißt auch...“?
    „Ja, sie ist Mia die Ältere. In unserer Sprache Mia'dra“, die Frau neigte den Kopf.
    „Kritos hat mir viel von dir erzählt und was du für meine Tochter getan hast“, sie reichte ihm die Hand und Yaevinn schüttelte sie.

    „Ich denke ihr zwei werdet jetzt erst einmal etwas Zeit miteinander verbringen wollen. Yaevinn, könntest du mich begleiten, es gibt da etwas was du dir ansehen solltest“, Yaevinn runzelte die Stirn, willigte aber ein. Niam warf ihm einen fragenden Blick zu.
    „Kümmerst du dich um meine Familie? Ich werde bald wieder da sein“.
    Der Drache stimmte zu und beobachtete weiter das Treiben.

    Als sie eine Weile gegangen waren, änderte Kritos die Richtung und hielt auf einen Ort zu den Yaevinn gehofft hatte, nie wider sehen zu müssen.
    Als sie die Stufen in die Kerker hinab gingen dreht Kritos den Kopf zu ihm.
    „Einer unserer Grenztrupps brachte heute jemanden zu uns, dessen existenz des uns Kopf zerbrechen bereitet“. Sie gingen durch einen Gan in einen hell beleuchteten Bereich des Kerkers.

    „Ein Schattenwesen“? Der Shaikan schüttelte den Kopf. „Wissen wir nicht aber so wie es aussieht haben wir nun ein echtes Problem“, er öffnete die Tür und offenbarte einen Blick auf Oberoth, Saria und Ashot den Ranghöchsten und erfahrensten Magier den es in der Feste gab. Sie alle sahen auf eine in einer der Zellen zusammen gekauerte Person hinab.
    Sie wirkte krank, ausgemergelt und zittrig. Yaevinn war sich einen Moment lang nicht sicher ob es ein Mann oder eine Frau war, da die kurzen weißen Haare ihn verwirrten doch dann schloss er an hand der Kleidung das es eine Frau sein musste.

    Mehrere Eisenringe waren um ihre Arme und Beine gestreift. Um den Hals trug sie eine Kette aus Elfenstahl, die jedoch keine weitere Funktion zu haben schien.
    Über ihre Hände waren schwarze Handschuhe aus einem glänzenden Material gestreift, welches man erst später bei genauerem Hinsehen als Stahl erkannte.
    Die Wenigen Flecken Haut die man durch die Dreckschicht sah, waren mit verschorften Wunden gepflastert.

    „Wer ist das“, flüsterte er. So als habe sie es gehört hob die Frau den Kopf und Yaevinn machte einen Satz zurück. Die grünen Augen sahen angriffslustig zu ihm auf.
    „Mein Sorgenkind, jetzt umso mehr“, murmelte Kritos und ging zu Mia in die Zelle.
    „Ja aber wenn sie hier ist, wer ist dann da draussen“?
    „Mia, und hier auch Mia. Sie sind beide, so unglaublich das klingt die echte Mia. Nur das die eine ein komplett verängstigt ist und die andere umso aggressiver.

    Es ist als habe man sie in zwei hälften getrennt, doch das ist nicht das schwierige. Die Frage ist vielmehr, wie kriegen wir sie wieder in sich, hinein, zusammen… wie auch immer das sie wieder normal ist eben“. Kritos wirkte selbst genau so verwirrt wie er sich selbst fühlte. Yaevinn musterte Mia noch einmal die Kritos misstrauisch beobachtete und sah dann zu Saria. Die Fürstin wirkte nicht minder verstört wie alle anderen auch.

    „Wie geht es den anderen“, sie sah zu ihm. Dann ging sie auf die Türe zu hielt jedoch noch einmal neben ihm inne. „Ich weiß das Niam uns verraten hat um dich zu swsbeschützen, Yaevinn. Aber ich will das du ihm ausrichtest das wegen seiner Tat, wir wie Tiere gejagt wurden. Monatelang! Also frage mich nicht wie es den anderen geht. Wir sind alle am Ende unserer kräfte angelangt weshalb wir auch hier her zurück kehren mussten“.

    Yaevinn war einen Moment perplex, dann fragte er im Beschwichtigendem Tonfall.
    „Niam wurde damals schwer verletzt und hat Tage lang mit dem Tod gerungen. Falls es dir nach Vergeltung dürstet, ich denke das er genug gestraft wurde damit. Aber würdest du eine Entschuldigung akzeptieren? Niam ist sonst nicht so, er hatte nur Angst um mich und hat euch deshalb verraten. Er hat keinen eigennützigen Gewinn gemacht, er wollte mich nur schützen. Ich weiß das es unlogisch ist viele Leben für eines zu opfern aber er konnte nicht anders“.

    Saria musterte ihn eingehend. „Eine sehr epische Rede“, bemerkte sie. Yaevinn hätte geschmunzelt wäre es nicht eine so ernste Situation gewesen.
    „Ich weiß das es“, er suchte nach Worten. „Übertrieben klingt, aber es ist die Wahrheit. Bitte hab Verständnis“.
    Saria sah zu Mia die zu Kritos aufsah der mit ihr Sprach.
    „Ich verstehe. Ich finde nicht gut was er getan hat, aber ich verachte ihn deswegen nicht“, sie lächelte freundschaftlich. „Richte ihm meine Glückwünsche und Grüße aus. Und dir auch. Alles Gute auf deinen Reisen. Möge das Glück dein stetiger Begleiter sein“, sie drehte sich mit einem Nicken um und ging.

    Yaevinn sah der Frau hinterher, dann drehte er sich wieder zur Zelle und sah das nun auch Miadra darin war und neben ihrer Tochter saß. Langsam trat er in die Zelle und musterte die drei einen Moment lang. Dann fragte er, „Mia, wie geht es dir“, was sofort für Verwirrung sorgte als beide, Mia und Mia’dra zu ihm aufsahen. Doch Miadra schien zu verstehen dass sie nicht gemeint war und schwieg. Mia hingegen musterte ihn interessiert.
    „Mia, darf ich dir Yaevinn vorstellen?! Er ist einer der neuen Drachenreiter. Er wurde gerade heute in den Orden aufgenommen“.

    Sie musterte ihn, dann sagte sie leise, „Ich kenne ihn. Ich habe ihn in meinen Träumen gesehen“. Yaevinn schluckte. So wie Mia sprach klang selbst dieser harmlose Satz wie eine Drohung. Ihre Stimme war leise und angespannt. So als würde sie es gerade so schaffen ihn nicht an zu brüllen.
    „Du wirst viel Leid verursachen in der anderen Welt“, Yaevinn erstarrte und auch die beiden anderen verkrampften sich. Nur Mia selbst saß da und sah ihn an als hätten sie sich über das Wetter unterhalten.

    „Wie meinst du das? Und was meinst du mit der anderen Welt“?
    Doch Mia sah ihn nur aus ihren grünen Augen an, sagte aber kein Wort.
    Yaevinn kniete sich zu ihr hinab, „Bitte, sag es mir. Wieso sollte ich Leid verursachen und was ist die andere Welt“? Doch sie senkten den Blick, dann legte sie sich auf den Boden und schloss die Augen.

    „Du wirst selbst vor den Kindern nicht haltmachen und doch wirst du sie retten. Yeavinn. Die Alten Wächter werden zurück kehren und die Schuldigen Bestrafen. Du wirst großes Leid verursachen. Und du wirst dich entscheiden müssen. Für dich oder für die anderen.
    Es liegt bei dir, Shurtugal. Arget Bled wird dir mit seinen Fängen zur Seite stehen wo immer du auch bist. Sei wachsam, Silberhand. Die Kriegstrommeln spielen ihr lied und das Land wird brennen, wenn ihr es nicht verhindert“.

    In Yeavinn stiegen die Erinnerungen an den Traum auf den er hatte kurz bevor er Niam getroffen hatte. Alles hatte in Flammen gestanden. „Warum erzählst du mir das, Mia, bitte“, doch Mia sah ihn an und dann an ihm vorbei. Ihre Augen weiteten sich und sie setzte sich Ruckartig auf. Yaevinn folgte dem Blick undsah die kleine Mia in der Türe stehen. Sie weinte vor Freude, dann kam sie näher.

    Auch die Mia in der Zelle war aufgestandne und ging soweit es ging ihr entgegen. In beiden Gesichter las Yaevinn das Gefühl reiner Begierde.
    „Endlich habe ich euch widergefunden“, sagten beide gleichzeitig. Ihr verschiedenen Stimmen die sich gegenseitig überlagerten hörten sich schaurig an und Yaevinn spürte wie ihm eine Gänsehaut den Rücken hinab lief.

    Zitternd strecken beide die Hände nacheinander aus. Ihre Finger zitterten als würden sie frieren, dann berührten sie sich. Yeavinn musste das Gesicht abwenden so grell war das Licht welches an der Stelle aufblitzte wo die beiden standen. Dann war es vorbei und es wurde schlagartig dunkel um ihn herum. Seine Augen brauchten einige Momente bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, dann sah er wieder an die Stelle wo di ebeiden gestandne hatten, doch dort lag auf dem Boden zusammen gekauert die große, verletzte Mia.

    Sie zitterte leicht. Vorsichtig trat Ktitos auf sie zu und strich ihr durchs Gesicht. Mia blinzelte, dann öffneten sich ihre Augen ruckartig. Ohne auszuholen schlug sie nach Kritos der getroffen zurück wich. Im nächsten Moment schnellte er jedoch wieder vor und biss Mia in den Hals. Sie schrie schmerzerfüllt auf und streubte sich, doch sie kam nicht frei.
    Kraftlos brach sie zusammen und sah zu ihrem Vater auf. Es war kein vorwurfsvoller oder gar wütender Blick. So wie sie dalag sah sie aus wie ein zutiefst verletztes junges Mädchen. An der Seite ihres Halses waren deutlich die Abdrücke von Kritos Zähnen sichtbar, aber er hatte sie nicht verletzt.
    Er ließ sich gegen die Wand sinken und murmelte ein paar Worte während er die Hand auf eine Wunde am Hals drückte. Yaevinn sah wieder zu Mia die weinend auf dem Boden lag.

    Yaevinn mochte Mia, beinahe genauso gern wie Niam und Leo und sie so zu sehen schmerzte ihm. Vorsichtig ging er neben ihr in die Hocke und zog sie in eine Sitzende Position. Dann schlang er die Arme um sie wie sie es einst selbst bei ihm getan hatte.
    Vorsichtig strich er ihr über den Rücken und die Schluchtzlaute wurden langsam leiser.
    „Sei vorsichtig. Sie muss sich erst wieder mit den Gefühlen zurechtfinden die ihr Jahre lang entrissen wurden. Wir können nicht wissen wie sie reagiert also sei vorsichtig… Aber du machst das ganz gut“, teilte ihm Kritos mit einem schnellen Gedanken mit



    Re: Tiberas

    Kaya - 13.06.2009, 00:24


    Also wenn du solche Kapitel schreibst sollte dir wohl öfter langweilig sein^^
    Es ist schön mal wieder kein Kapitel zu lesen...Nach ner Zeit hat man das mit den Mia´s auch raus xD
    Und vor allem wieder sehr ausführlich aber auch gefühlvoll beschrieben ;)
    *thumbs up*



    Re: Tiberas

    Aresander - 13.06.2009, 19:03


    Danköö^^



    Re: Tiberas

    Lee - 13.06.2009, 23:07


    ich bin auch dafür dass dir (jetz wo du so viel Urlaub hast) ruhig öfter langwelig sein kann
    der erste Absatz is n bissl komisch, da wiederholst du
    aber sonst ein gelungenes Kapi :clap:



    Re: Tiberas

    Aron - 14.06.2009, 00:13


    Ja der Meinung bin ich auch Ares, hab nichts dagegen wenn der verbrauch von Tastaturen bei dir steigt :lol: :lol:

    Das Kapi ist etwas verwirrend mit den dreien, aber wenn man aufpasst weis man schon wer wer ist xd
    auch ds mit dem Traum den Mia hatte das Yeavinn sich etscheiden müsste und so, lässt noch auf ne spannende vortsetzung hoffen
    also mach weiter so :D



    Re: Tiberas

    Aresander - 18.06.2009, 21:47


    Fürchte es werden bald wenigere Kapis kommen da ich irgendwie keinen gescheiten Ideen mehr finde : /


    Die Armee

    11 Mondumlaufs des 984 Zyklus


    Yaevinn lies sich langsam durch das Wasser des Bades treiben und überlegte. Was wollte er zuerst tun. Er hatte bei den Missionen beinahe freie Auswahl .
    Er sog die kühle Luft ein und hielt sie an, bis seine Lungen brannten.
    Er seufzte, dann rollte er sich auf den Bauch und watete in Richtung der Bänke, die am Rande der Halle standen und frische Klamotten auf ihn warteten.

    Als er auf die saubere Kleidung hinabsah, schimmerte das auf die Brust der Weste gestickte Wappen im orangenen Licht der Fackeln.
    Yaevinn musterte es eingehend. Die Silberne Sonne, die für das Zeitalter des Friedens stand welcher in Alagäsia herrschte, und der fliegende Drache davor der seinen Rang als Drachenreiter angab.

    Vorsichtig strich er mit den nassen Händen über die Drachen Stickerei und sandte dann seinen Geist zu Niam aus. Der Drache lag im Garten und genoss die Wärme der Sonne die auf seinen Rücken schien. Yaevinn lächelte als er die heiteren Gedanken des Drachen spürte der den Vögeln in der Luft zusah. Yaevinn schüttelte sich und kleidete sich dann weiter an. Langsam trat er durch die Eingangshalle des Badehauses und dann in das helle Licht der Somersonne. Als er sich auf den Weg zu den Gemächern seiner Familie.

    Doch gerade als er die Gasse betrat spürte er das mit Niam etwas nicht stimmte.
    Er erforschte seine Gedanken und spürte dass jemand bei ihm war.
    Er sah ein kurzes Bild seiner Umgebung und sah dass Mia und Saria vor ihm standen.
    Er spürte das Niam unruhig war, dann spürte er blankes grauen in den Geist hatte.
    Ob Saria der Grund dafür war? Aber sie hatte doch gesagt das sie nicht auf Rache aus sei.

    Dann änderten sich wieder Niams Gefühle und schon rannte er durch die Stadt zu den Gärten. Doch Niam war nicht verletzt worden. Sein Geist war so klar als würde er vor ihm stehen und ihn ansehen. Dann sah er ihn mit Saria zusammen mitten auf der Wiese stehen. Doch die Shaikan sah weder wütend noch grausam zu Niam hinauf. Eher mitfühlend und traurig. Als er neben ihnen zum stehen kamen hob Saria die Hand und legte sie dem silbernen Drachen auf die Wange und sagte leise, „Ich fühle mit dir… Bruder“. Dann wandte sie sich zu ihm und lächelte Traurig.
    Dann ging sie leise ohne ein weiteres Wort zu sagen an ihm vorbei und ließ ihn mit dem zitternden Niam zurück. Doch sie ging nicht ganz. Sie blieb hinter ihnen stehen und beobachtete sie schweigend. Vorsichtig legte Yeavinn beide Hände auf seine Wangen und versuchte Niam zu beruhigen. Es gelang ihm nur langsam doch nach wenigen Momenten fixierten ihn seine Bernsteinfarbigen Augen.

    „Was ist mit dir, was hat sie gesagt“? Seine Augen flackerten, dann drückte er den Kopf an ihn und Yaevinn kraulte ihn beruhigend hinter den Ohren. Er wusste das Niam ihn verstanden hatte, doch er ließ ihm Zeit und wartete.
    Nach etwa zehn Minuten hob der junge Drache den Kopf und musterte ihn.
    „Ich habe es eigentlich immer gewusst“, Yaevinn sah ihn verwundert an.

    „Mia hat… Sie ist… Saria ist“, er stockte. Yaevinn spürte nun die verschiedenen Gefühle des Drachen. Verwirrung, Angst und Wut.
    Doch letzteres war nur schwach vertreten. „Was ist mit ihnen, haben sie dir etwas angetan“. Der Drache schüttelte Ruckartig den Kopf.
    „Sie hat mir gesagt wer ich bin, wer sie sind. Was Mia während ihrer Gefangenschaft widerfuhr, ich bin, es ist“, er legte sich auf den Boden und sah an ihm vorbei.

    Doch dann legte sich Yaevinn eine Hand auf die Schulter. Er sah nach hinten und sah das Saria nun direkt hinter ihm stand. „Lass ihn. Er wird Zeit brauchen bis er sich mit dem Gedanken angefreundet hat. Sie streckte die Hand aus und strich dem Drachen durch die Mähne. „Nachdem Mia ihren Geist wieder unter kontrolle hatte, konnte sie uns von den Erinnerungen der Mia erzählen, die bis vor wenigen Tagen eine gefangene war.
    Das Schattenreich existiert noch. Es liegt anscheinend hoch im Norden von Tormo“. Tormo war soweit Yaevinn wusste eine karge Eiswüste in der es beinahe kein Leben gab. „Aber kannst du dich an Murun und Opheila erinnern“?

    „Die Kinder Evalias“? Saria nickte. „Sie waren auch dort oder aber sind es immer noch. Die Schatten haben sich verändert. Sie werden nun nicht mehr von einem Wesen geleitet sondern haben eine Art Kollektives Denken. Und sie haben auch soetwas wie einen Überlebenstrieb erlangt.
    Doch der alte Hass auf jegliches Leben besteht weiterhin und deshalb haben sie sich eine Armee erschaffen… Eine Armee aus unserem Volk“. Yaevinn erstarrte.

    „Die Schattenwesen züchten Shaikan wie Hunde. Sie sind zwar relativ stark aber primitiv da sie von Geburt an als Tiere gehalten werden. Das wirklich grausame daran ist das sie die Schwachen aussortieren und sie als Nahrung benutzen. Die Männchen werden zu Kämpfern trainiert während die Weibchen einzig für den Nachwuchs zuständig sind.
    Mia war in doppelter Hinsicht nützlich für sie. Sie war eine starke Quelle der Kraft die sie zum Überleben benötigen besaß aber auch einen Starken Körper den sie auch an ihre Kinder weitergeben würde“.

    „Du meinst sie haben, Mia wurde“, Yaevinn streubten sich alle Haare wenn er sich an das Grauen dachte dass der Shaikan zugefügt wurde. Saria nickte. Dann jedoch beschlich ihn ein schrecklicher Gedanke. „Was meinst du mit Schwach“?
    Saria sah zu Niam. „Verkrüppelte, Jungtiere die zu schwach sind um zu überleben und Shaikan ohne Magiebegabung. Drachen“.

    „Das ist schrecklich“, brachte Yaevinn entsetzt hervor. „Weiß man wie viele es gibt“?
    „Nicht viele, ein paar dutzend. Die wenigsten der Frischlinge überleben diese Zeit.
    Mias Eier wurden sofort weggebracht, sie wusste nicht wie viele es geschafft hatten doch ein Ei war anders. Auch wenn sie völlig entkräftet war schaffte sie es eines der Eier mit dem Shurtu zu versehen. Dem Zauber der den Drachen erst bei seinem Reiter schlüpfen lässt. Dieses Ei war ihre Hoffnung eines ihrer Kinder in Sicherheit zu wissen. Und dieses Ei existiert heute nicht mehr. Der Drache ist geschlüpft und hat seinen Reiter erwählt.
    Die ganze Zeit hatte sie es nicht gewusst da der Mia die hier war dieses Wissen fehlte doch nun da beide Eigenheitn von ihr wieder vereint sind hat sie ihn wieder erkannt. Er sah von Niam zu ihr und sah nun eine Schneeweiße Shaikandame vor sich. Die Rubinroten Augen sahen mitfühlend zu Niam hinab.

    „Kioma und ich sind mit dem Glauben aufgewachsen, das es nur uns gibt und nun müssen wir erfahren das es mindestens ein weiteres Kind gibt, das wir unseren Bruder nennen können. Und Niam ist indem Glauben aufgewachsen das er alleine sei. Das seine ganze Familie tod sei. Niam hob den Kopf und sah zu der Fürstin hinauf und mit einem Mal verstand Yaevinn was sie meinte. Dann erinnerte er sich an die Schrift über die Shaikan. Saria war nach ihrer Geburt silbern gewesen, genau wie Niam. Es ist uns bisher unerklärlich wie sein Ei nach Alagäsia kam“.

    „Dann seid ihr, du, Niam und Kioma Geschwister“? Saria nickte.
    Yaevinn schnaubte. „Das passt ja“, sagte er mehr zu sich als zu ihnen. Niam war eindeutig das Kind eines Shaikan, ohne Zweifel. Sein Verhalten war ihm schon immer viel zu sanft für einen Drachen vorgekommen, selbst für den Drachen eines Reiters.
    Er sah wieder zu den beiden die ihn ihrerseits verwundert musterten, Niam hingegen sandte zaghaft seinen Geist nach ihm aus und bat um eine Erklärung.

    Doch Yaevinn strich ihm nur beruhigend über die Schnauze und sandte ihm einen Erklärenden Gedanken. Dann begriff Yaevinn das weitere Ausmaß dieser Verwandschaft.
    „Niam ist ein Adliger“, er gluckste.
    „Dann hast du ja doch eine Familie und was für eine“, lachte er.
    Dann jedoch wandte er sich in Gedanken an Niam da er ihm die Frage nicht vor Saria stellen wollte. „Bist du unglücklich deswegen“?

    Der Drache musterte ihn mit einem seiner Tellergroßen klugen Augen, dann verneinte er.
    „Ich muss mich nur daran gewöhnen das die jenige die ich ob ihrer Erlebnisse bewundert habe niemand anderes ist als meine eigene Mutter. Und das die Mächtigste Frau des ganzen Reiches meine Halbschwester ist… Das ist ein bisschen viel für einen Tag“, der Drache sah an ihm vorbei und Yaevinn folgte seinem Blick. Hinter ihnen stand Ares und sah zu ihnen hinüber.

    Als sie ihn bemerkten setzte er sich in Bewegung und kam auf sie zu und musterte Niam als habe er ihn noch nie gesehen. „Hast du es ihm schon gesagt“?
    Saria nickte und Ares verschränkte die Arme vor der Brust. „Und wie denkst du darüber, Niam“? Der Drache brummte, dann sagte er. „Es ist mir eine Ehre der Familie der Davion an zugehören zu dürfen“. Ares lachte auf. „Das habt ihr beide doch schon immer“, er schmunzelte. Trotzdem. Es freut mich meinen Stiefsohn kennen zu lernen“.

    Yaevinn seufzte erleichtert auf. Er hatte schon befürchtet der Shaikan würde anders reagieren. Doch er spürte das Niam noch einige Zeit brauchen würde bis er sich daran gewöhnt hatte. Aber Yaevinn war froh das die Shaikan ihn nicht abgewiesen hatten.



    Re: Tiberas

    Kaya - 19.06.2009, 21:46


    Also ich finde das Kapitel richtig gut! Weis garnicht was du hast :??:
    Vor allem das Niam endlich eine Familie hat ist toll und so wird die Verwandschaft immer größer ^^
    Freu mich auf das nächste Kapitel :yes:
    ;)



    Re: Tiberas

    Aron - 21.06.2009, 00:40


    So ich finde das Kapi auch ganz gut, vielleicht fehlt ein bisschen die aktion, aber die Idee mit Niams Familie ist nicht schlecht.
    was ist jetzt eigentlich mit Sarias (hoffe das sie es war es ist schon spät xd ) Kindern?



    also ich bin dafür das du weiter schriebst udn zwar bald hehe :D



    Re: Tiberas

    Lee - 21.06.2009, 20:40


    bin ich auch voll dafür
    Man könnte den Text zwar noch n bissl ausschmücken aber sonst liest sichs gut und joa

    aber ma was anderes... was hat eig die Geschichte mit dem Titel zu tun? Soweit ich weis kam noch nirgends Tiberas vor oder?



    Re: Tiberas

    Aresander - 22.06.2009, 13:57


    wir ham ja auch grade erst einmal 1/4 hinter uns :D immer mit der Ruhe



    Re: Tiberas

    Lee - 22.06.2009, 19:57


    Wenn du sagst wir ham erst n Viertl, warum fallen dir dann keine Ideen mehr ein wenn die Geschichte schon soweit steht dass du solche angaben machen kannst? :D



    Re: Tiberas

    Aresander - 25.06.2009, 17:33


    Konfrontationen

    12 Mondumlauf des 984 Zyklus


    Yaevinn musterte Niam der Dösend auf seinem Kissen lag und wartete das er fertig wurde. Die Anweisungen die Saria ihm gegeben hatte waren eindeutig.
    Seufzend sah er zu dem Verband an seinem Arm, dann dachte er an das was er gleich tun musste. Vorsichtig nahm er das Messer in die Hand, ging dann auf Niam zu und hockte sich neben seinen Arm. „Bist du bereit“?

    Der Drache sah ihn an, dann gab er ihm seine Zustimmung. Vorsichtig stellte er den Jade Flakon den ihr Saria gegeben hatte unter Niams Ellenbogen und hob dann eine der Schuppen an. Vorsichtig setzte er die Klinge an die Weiche Haut. Der Gedanke das er Niam verletzen musste, und sei die Wunde noch so klein missfiel Yaevinn.
    Doch es musste sein. Vorsichtig stieß er den Dolch in das Fleisch seines Gefährten und zog ihn vorsichtig wieder heraus.

    Eine beinahe Fingerdicke Blutbahn zog sich zwischen Naims Schuppen umher bis das Blut an der Spitze seines Ellenbogens herabfloss und sich in dem Flakon sammelte.
    Yaevinn beobachtete den Strom, dann drückte er den Finger auf die Wunde und stoppte das heraus wallende Blut. „Weise Heil“, Als er den Finger vortnahm war dort nichts mehr außer einem Roten Fleck zu sehen. „Bist du fertig“, fragte ihn Niam während er die Stelle musterte. „Ja. Ich bin fertig. Wie geht es dir“?

    „Ich weiß es nicht. Bis gestern dachte ich dass es nur dich gäbe. Aber nun habe ich auf einen Schlag eine ganze Sippe voller Legenden die ich meine Familie nennen kann“, Yaevinn lachte. „Hast du etwa Angst dass deine Taten zu kurz kommen fragte er spöttisch“, der Drache knurrte abgehackt und lachte mit ihm. „Das wohl kaum. Ich habe alleine in den ersten Monaten meines Lebens mehr Abenteuer erlebt als viele der Ausgewachsenen Drachen in ihrem ganzen Leben“.

    „Das stimmt wohl. Kommst du mit“? Der Drache antwortete nicht, stand dafür aber auf und kam zu ihm und rieb vorsichtig mit der Nase über sein Gesicht. Yaevinn lächelte Glücklich und legte seine Wange an Niams Schnauze. Dann trennten sie sich und gingen hinaus in den Innenhof der Feste. Dann fiel ihm jedoch ein das sein Vater ihn aufgesucht hatte nachdem Saria bei ihm war. Sein Grinsen wurde breiter.
    „Laslo war heute bei mir und hat mir etwas erzählt. Er hat Arbeit am Hof als Wildhüter gefunden. Sie werden in einem Monat alle hier wohnen“, der Drache wandte ihm den Kopf zu und sah ihn mit großen Augen an.

    „Das ist wunderbar. Und was ist mit Torkil“?

    „Er wird beim Waffenmeister in die Lehre gehen“, der Drache knurrte. „Alle kommen sie auf einen Schlag“, lachte er. Sie marschierten weiter bis sie zu dem Drachenhort kamen in dem die Shaikan untergebracht worden waren. Als sie ankamen standen sich Ares und Mia angespannt gegenüber und starrten einander an. Yaevinn kannte dies aus unzähligen Malen zuvor. Er schmunzelte und sah ihnen einen Moment lang zu und ging dann an ihnen vorbei.

    Die beiden lebten nun schon so lange zusammen dass sie sich gewisse seltsame Eigenheiten angewöhnt hatten. Wie dieser kleiner Wettkampf der beiden indem sie ihre Fähigkeit aneinander maßen sich an zu starren.

    Niam und er machten einen Bogen um sie herum und gingen weiter in die Höhle hinein und suchte nach Saria. Sie saß auf einem Stuhl vor zwei Jugendlichen die beide über mehreren Schriftrollen gebeugt auf dem Boden saßen.
    „Hallo ihr drei“, die drei Shaikan sahen auf und Saria lächelte als Saria sie erkannte.
    Kaya und Aron hingegen sahen scheu zu ihm auf. Yaevinn wusste das Sahria und Garyu die beiden fern ab der Menschen und Elfen aufgezogen hatten. Zumal die einzigen Menschen die sie über zwei harte Jahre gesehen hatten, die Kultisten waren die ihnen nach dem Leben trachteten.

    „Steht ihr bitte auf wenn Gäste da sind“, die beiden schreckten auf als wären sie tief in Gedanken versunken. „Ihr zwei kennt meine kleinen hier ja schon auch wenn sie beim letzten mal noch kleiner waren“, sie legte jedem eine Hand auf die Schulter.
    „Das ist Niam“, sie deutete auf den Drachen und die roten Augen huschten zu ihm und musterten ihn. Niam seinerseits senkte den Kopf und pustete ihnen ins Gesicht.
    Die Shaikankinder kicherten und strichen dem Drachen über die Nase.

    Niam summte glücklich und Saria lächelte zufrieden. Und das ist sein Reiter und unser Freund Yaevinn“. Ihn jedoch musterten sie kritisch und blieben still.
    Yaevinn überlegte einen Moment, dann ging er in die Hocke, so dass er mit ihnen auf Augenhöhe war. Dann streckte er den Arm halb aus und zeigte ihnen seine Handfläche.
    Die Finger waren leicht angewinkelt so das seine Hand eine kleine Kuhle bildete.
    Die Shaikankinder musterten ihn verwundert, dann hellte sich der Blick des Jungen auf und er beugte sich zu seiner Schwester und flüsterte ihr etwas ins Ohr.

    Vorsichtig streckten sie die Hände aus und legten die vergleichsweise kleinen Finger in seine Hand die sich sanft um sie schloss.
    In der Gramarie sagte Yaevinn, „Es freut mich euch kennen zu lernen, Kinder meiner Freunde. Möge das Glück euch hold sein und ihr immer Frieden in euren Herzen tragen“.
    Dann jedoch spürte er ein ihm fremdes Gefühl das in ihm Erinnerungen an starke Neugierde hervor rief. Ein zweiter Gedanke kam hinzu und vorsichtig tasteten sie nach seinem Geist. Yaevinn begriff erst nach einem kurzen Moment das es die beiden Kinder waren die darauf brannten ihn zu erforschen.

    Vorsichtig öffnete er seinen Gedanken und ließ sie in sich ein. Zaghaft erkundeten sie ihn und gewannen von Sekunde von Sekunde an Vertrauen bis ihm ihre Gedanken eine tiefe Verspieltheit aufwiesen. Sie stupsten seinen Geist neckisch an und er erwiderte den Kontakt indem er ihnen Gefühle wie Freude, Lachen und Zufriedenheit sandte.
    „Sie mögen euch“, Yaevinn schreckte auf und sah zu Saria die ihn verschmitzt anlächelte. Anscheinend hegst du diese Zuneigung auch für sie oder“?

    „Sie sind sehr liebe Kinder. Mann merkt das sie nach dir kommen“, Saria lachte laut auf.
    Sei froh das Garyu nicht da ist, er würde dir nun einen Vortrag darüber halten wie schlecht mein Benehmen früher war. Das ich andauernd meine Nase in die Angelegenheiten anderer gesteckt habe und immer in Probleme geraten bin. Nun lernt weiter, wir müssen noch etwas erledigen. Wenn ihr fertig seid bringe ich euch etwas zu essen“, die Kinder winkten lachend und setzten sich wieder neben die am Boden liegenden Schriftrollen.

    „Habt ihr es dabei“, fragte sie als sie einige Schritte gegangen waren. Yaevinn nickte und gab ihr die beiden Flakons. Sie nahm sie und verstaute sie in einem kleinen Beutel der an ihrem Gürtel befestigt war. „Ich werde mich sobald ich hier fertig bin mich darum kümmern. Kommt ihr noch einmal kurz mit“? Yaevinn nickte und folgte ihr bis sie vor dem Hort standen. „Yaevinn, ich wollte dich um einen Gefallen bitten“, sie sah zu ihren Kindern und dann wieder zu ihm. „Euch beide. Sie haben ihre Lehrzeit bei uns abgeschlossen. Oberot sagte das ihr euch noch keinen Auftrag ausgesucht habt. Die beiden sollen nun bei einem Menschen oder Elfen eine Woche verbringen um sie langsam an die Menschenwelt zu gewöhnen. Er meinte dass deine Familie noch vier Tage bliebe und du solange nicht auf eine Mission gehen willst.

    Könntest du sie solange etwas an die Hand nehmen? Eigentlich wollten wir sie erst in ein paar Monat an die Menschen heranführen, aber im Moment habe ich in der meiner eigenen Familie ein größeres Problem dem ich mich widmen muss“.
    „So. Welches denn“? Sie zog eine Augenbraue hoch. „Mia will zurück ins Schattenreich und sich dort um etwas kümmern, das ihr keine Ruhe lässt und ich kann sie nicht aufhalten“.

    Sie drehte sich zu ihm um und brachte ihm bevor etwas sagen konnte zum schweigen.
    „Mia ist bisher die einzige die es zweimal geschafft hat aus dem Reich der Schatten zu entkommen. Zweimal“! Sie schwieg einen Moment und Yaevinn war sich sicher das sie mit dem Plan ihrer Mutter nicht einverstanden war.
    „Und nun will sie dorthin zurück“!

    „Und du willst sie begleiten“? Sie fuhr zu ihm herum. „Auf keinen Fall Yaevinn! Ich war einmal da und alleine der Gedanke lässt mich schaudern. Ich möchte dass ihr euch um die beiden kümmert, weil Mia möchte das ihr und Ares sie begleitet“.
    Yaevinn erstarrte. „Du glaubst dass sie uns mitnehmen will“?
    Sie schüttelte den Kopf so heftig das die schwarzen Haare ihr ins Gesicht fielen.
    „Sie hat es mir gesagt. Sie will das Niam das zusammen mit ihr „Erledigt“ weil er auch davon betroffen ist. Sie will seinen Vater retten“.

    „Seinen Vater aber der hat sie doch“, „Nein, er wurde genau wie sie gezwungen sagt sie. Sie will ihn da herausholen. Und Ares will ihr helfen“.
    Yaevinn stutzte. „Er will ihr helfen? Obwohl es hierbei um den Shaikan handelt der seine Frau um seines eigenen Lebens willen vergewaltigt hat“?
    Sie schwieg einen Moment. „Er hat einmal einen Fehler begangen wodurch jemand in dieselbe Situation kam. Zwei Kinder wurden gefangen und misshandelt. Es war eine Schlimme bürde für ihn mit dem Wissen zu leben das aufgrund seines Fehlers ihnen so etwas Abscheuliches angetan wurde“.

    „Ja aber so etwas ist in den Randgebieten und außerhalb Alagäsias Alltag, dort werden am Tag dutzende Kinder misshandelt und trotzdem würde ich keinen Rettungsversuch in das Land der Schatten unternehmen das ist“. Saria straffte sich und sagte, „Eines der Kinder war ich“!
    Yaevinn verstummte erschrocken. Dann schallte er sich selbst einen Narren. Er hatte doch davon gelesen dass dies Saria wiederfahren war.

    Beschämt sah er zu ihr auf. Eigentlich hatte er geglaubt einen kalten oder abweisenden Gesichtsausdruck zu sehen, doch stattdessen waren ihre Augen mit Tränen gefüllt. Tränen der Wut. „Er glaubt wenn er diesem Drachen hilft, würde es das Leid welches mir seinetwegen wiederfuhr wieder gut machen. Doch diese Idee, ist blanker Selbstmord, Yaevinn! Ich war ihm nie böse deswegen und es dürstete mir auch nie nach Vergeltung oder Wiedergutmachung. Wenn ich ihnen befehle ein Dorf der Kultisten zu zerstören folgen sie ohne zu murren. Wenn ich ihnen auftrage weder die Frauen oder Kinder die zu den Anhängern der Kultisten gehören zu verschonen gehorchen sie. Aber wenn ich ihnen die Reise in diesen Alptraum oder irgendwas anderes zum Schutze ihrer selbst befehle, sind sie sturer als die Zwerge. Deshalb versuche ich wo ich nur kann ihnen Knüppel zwischen die Beine zu werfen, um den Plan noch vor seinem Beginn zum Scheitern zu bringen. Yaevinn ich habe die Gabe zu sehen was in der Zukunft passieren wird.

    Ihnen wird etwas schlimmes wiederfahren und ich weiß nicht ob sie es jemals wieder hierher schaffen werden. Dann sind sie tot. Wir können ihnen nicht mehr helfen. Sie wären bis an das Ende der Zeit in der Hölle eingesperrt. Noch schlimmer. Sie könnten wieder dazu genutzt werden um die Armee der Schatten zu vergrößern“.

    „Ich habe sie beide verloren. Doch jedes Mal hatte ich einen kleinen Hoffnungsschimmer das sie irgendwann zurück kommen würden. Wenn ich sie ziehen lasse, Lasse ich zu das sie sich selbst verdammen. Für ein Leben das vielleicht schon gar nicht mehr existiert“.
    „Du wirst scheitern. Die beiden werden aufbrechen so sehr du sie auch behinderst. Du wirst sie niemals aufhalten können. Solltest du dann nicht lieber dafür sorge Tragen das die Reise so sicher wie möglich für sie wird“?

    Saria sah Niam entgeistert an. Dann brauste sie so sehr auf wie Yaevinn es nie zuvor bei ihr erlebt hatte. „Niam. Soviel ich auch tue, es wird nicht gelingen. Mia war halb tot als man sie am Rande von Du Weldenvarden fand. Und es ist nie gesagt das sie das Schattenreich jemals erreichen werden. Sobald sie diese Feste verlassen schützt sie der Zauber den ich um das Gebäude gelegt habe, der die Kultisten abwehrt, nicht mehr und sie könnten noch vor der Baumgrenze des alten Waldes tot sein. Dann kommt noch Tabain wo Mia in einem Dorf auf ihrer Flucht in ihrem Fieberwahn eine ganze Familie abgeschlachtet hat und von dort aus eine Spur von Wahnsinn und Zerstörung hinter sich herzog! Sie wird in ganz Tabain und sogar bereits in Alagäsia als Bestie gesucht“!

    Sie zog drei Pergamentbögen aus der Tasche die Mias entstelltes Gesicht zeigten.
    „Was dann? Wenn sie Mia angreifen werden sie sich verteidigen und das Blutvergießen wird weitergehen. Wir haben die Familien und Dörfer entschädigt aber ich werde dem Ältestenrat auch noch Rede stehen müssen, Mia nicht ihrer gerechten Strafe zugeführt zu haben. Ich muss ihnen erklären wie ich es rechtfertigen kann, dass eine ganze Familie niedergemetzelt wurde. Ein halbes Dorf in Brand gesteckt wurde und mehrere Menschen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurden, Niam. Sie ist meine Mutter, Niam. Aber ich kann sie nicht mehr weiter in Schutz nehmen. Selbst für ein aussterbendes Volk gelten die selben Regeln, und für das was Mia getan hat, hätte ich sie hinrichten lassen müssen. Verstehst du! Der Ältestenrat hat auf mein Flehen hin die Familien entschädigt und die Steckbriefe wiederrufen lassen. Ich musste sie bitten und anflehen das sie Mia nicht sofort in einen Rauchdiamanten sperren und sie für das Ende der Zeit wegsperren. Solange Mia hier ist kann ich sie schützen. Sollte sie aber wider meinen Befehl handeln, werde ich das nicht mehr tun. Dann bleibt mir so weh es mir tut nichts anderes mehr als sie zu verstoßen und als Vogelfrei zu erklären. Wenn nicht sogar schlimmeres…“.

    Yaevinn war geschockt. „Ja aber du kannst doch nicht. Du würdest sie“.
    „Ich kann und ich muss, wenn sie mir keine andere Wahl mehr lässt. Sie haben sich für einen Weg entschieden den ich nicht gut heißen werde“. Sie erstarrte und drehte sich langsam herum. Hinter ihnen standen Mia und Ares. Im Gesicht des Shaikans stand Unglaube, in dem von Mia Entsetzen.
    Saria straffte sich. „Du hast es gehört. Wenn du diese Reise antritts… hast du in Alagäsia nichts mehr verloren Mia“. Mutter und Tochter sahen sich an, dann verfinsterte sich Mias Gesicht. „Dann lebe wohl Saria. Ich werde Abastor heute Abend verlassen“.
    Mia sah sie endgültig an. Saria hingegen wirkte nun so verstört als hätte man ihr gesagt das sie ein Schatten sei. „Aber Mama… du kannst doch nicht… Ich darf dich nicht mehr weiter… Warum tust du mir das an“!? Saria schrie so laut das man es wahrscheinlich bis zum höchsten Turm hinauf hören konnte. „Was ist das für ein Männchen das du dich von deiner ganzen Familie lossagen willst. Wie kannst du… sind wir dir nicht gut genug? Oder was ist mit dir los das du dahin willst und mich zwischen die Wahl stellst, diesen einen Shaikan zu retten und unser Volk dem Untergang zu weihen oder es zu verhindern. +-Warum? Warum Warum verdammt tust du das“!?

    Saria sprang vor und hämmerte so wild mit den Fäusten auf Mia ein, das Yaevinn dachte sie wolle die Shaikan erschlagen. Mia zuckte mehrfach getroffen zusammen doch niemand schritt ein. Dann blitzschnell packte Mia Saria an den Handgelenken und hielt ihre Arme fest. Die jüngere sträubte und wehrte sich jedoch war die Angegriffene stärker.
    Saria warf sich hin und her, versuchte frei zu kommen, doch es gelang nicht und nach ein paar Minuten hing sie weinend da, unfähig sich von Mia zu trennen.

    „Warum erwartest du von mir dass ich euch in euer Verderben ziehen lasse“, schluchzte die Fürstin. Yaevinn wollte Mias Reaktion sehen, erschrak jedoch als er in ihr Gesicht sah und die Verletzungen bemerkte, die Sarias harte Schläge verursacht hatten. Die Unterlippe war aufgeplatzt und Mias Nase saß etwas schief. Sanft zog Mia ihre Tochter zu sich heran und kniete sich dann zu ihren Füßen auf den Boden.
    Saria tat es ihr gleich. Mia hatte anscheinend sich ihr unterordnen wollen doch die jüngere ließ ihr keine Möglichkeit. Wie bei Mia verzerrten sich ihre Züge bis ein junges Mädchen sich der Shaikan schluchzend in die Arme drückte.

    „Ich weiß nicht mehr wie ich dich vor ihnen schützen soll, Mama. Die Ältesten wollten das ich dich verbanne wenn du erneut ins Schattenreich ausziehst. Andernfalls werden sie unser Volk von hier verbannen. Wieso stellst du mich vor diese Wahl? Was soll ich tun?
    Sag es mir“? Mia strich ihr behutsam über den Hinterkopf, dann sagte sie leise.
    „Tycus und ich haben eine Abmachung getroffen. Um den Schaden wieder gut zu machen werde ich in Sicherheitsgewahrsam durch Tabain reisen. Als Gefangene. Und werde zu dem Ort meiner Untaten gebracht und werde dort um Vergebung bitten. Sollte jemand meinen Tod fordern, werde ich mich dieser Strafe stellen… sollte ich es jedoch lebendig durch Tabain schaffen, darf ich meine Reise antreten.

    Keine Sorge. Ares und ich haben Vorkehrungen getroffen das ich diese Reise überleben werde. Und der Grund weshalb ich dies alles auf mich nehme. Der Drache hat mir zur Flucht verholfen. Ich schwor ihm in meinem Fieberzustand, dass ich binnen eines Jahres ihn retten würde. Das war vor sieben Monaten. Wenn ich es nicht versuche, bin ich tot. So oder so. Ares ist ein Drachenblut, er wird irgendwo in seiner Heimatwiedergebohren, sollte er sterben. Und an Yaevinn und Niam haben sie da sie beide zu wenig Magische Begabung haben kein Interesse“. Sie drückte Saria noch fester als zuvor. „Wir können nur gewinnen, wenn wir es nicht wagen, habe ich bereits verloren.

    „Yaevinn, würdest du mitkommen, wenn ich dich darum bitte“? Niam sah ihn an.
    „Du willst das mitmachen? „Er ist mein Vater. Würdest du wenn es um deinen Vater ginge nicht auch versuchen ihn zu retten“?
    Was sollte er noch sagen? Er sah Niam in eines der Augen und nickte dann.



    Re: Tiberas

    Kaya - 25.06.2009, 21:24


    Wirklich schönes Kapitel in denen mal wieder ausschlieslich die Shaikan vorkommen! Hat mich richtig gefreut es zu lesen^^
    Ich bin mal gespannt wie es mit Mia weitergeht wie sie sich entgültig entscheidet.
    Zum Ende hin wars mal wieder richtig rührend.
    Auch der Rest war schön beschrieben auch von den Dialogen her richtig toll :yes:



    Re: Tiberas

    Aron - 25.06.2009, 21:49


    Jub stimme kaya voll zu da haste dir wirklich mal wieder viel mühe gegeben, auch neue Ideen sind da echt gelungen. :clap:

    Jetzt freue ich mich schon auf die Vortsetzung, also mach schnell weiter^^ :D



    Re: Tiberas

    Aresander - 27.06.2009, 20:27


    danke danke



    Re: Tiberas

    Aresander - 04.07.2009, 20:01


    'Also irgendwie im Moment überhaupt garkeine Idee wie ich weitermachen soll... dauert fürcjhte ich noch eine weile bis hier noch was kommt



    Re: Tiberas

    Aresander - 09.07.2009, 21:20


    Baton - Abgebranntes Dorf hinter dem Buckel

    3 Monate später


    Niam raste durch die dunkle Nacht. Die vom langen Training muskulösen Flügel trugen den zu den Flügeln vergleichsweise dünnen Körper ohne Schwierigkeiten durch die Stürmische Nacht. Wiedereinmal war Yaevinn froh das er einen Flugdrachen zum Partner hatte. Alle Drachen stammten der selben Spezies ab doch konnte man sie Anhand der verschiedenen Merkmale eines jeden Drachens sie in Drei Gruppen einteilen.
    Die Mächtigen Kampfdrachen, die durch ihre bullige Statur und ihre gute Muskulatur perfekte Kämpfer waren.

    Dann gab es die schmalen aber Flinken Jagddrachen die dank ihres schmalen Körpers selbst in Wäldern perfekte Jäger waren. Sie wurden dafür eingesetzt Verbrecher, Ungeheuer und andere schnelle Beute zu fangen.

    Und dann gab es die Flugdrachen. Sie konnten sogar die beiden Anderen Charakteristika der anderen Gruppen haben, die durch ihre überdurchschnittlich großen und starken Schwingen ergänzt wurden. Sie waren die wohl begabtesten Flieger der Drachen. Ausdauernder, schneller und wendiger in ihrem Element als jeder anderer Drache.
    Nun aber hingen sie den anderen hinter her da eine Gruppe von Novizen der Drachenreiter, Lehrlinge, um Hilfe gerufen hatten. Einer der Jungen hatte versucht sich sich selbst zu verändern und hatte sich dabei schon bei der Veränderung seiner Haut so verausgabt das er zu schwach war um alleine zu überleben.

    Sie hatten ihn erst versorgen müssen bevor sie den anderen wieder folgen konnten.
    Wenn er daran dachte wie der Drache ihn gebeten hatte dem Jungen zu helfen.
    Wenn man es denn überhaupt eine Bitte nennen konnte. Der Junge Drache hatte sie bestürmt dem Jungen zu helfen.

    Wie tief diese Verbindung doch ging… Wie er wohl vor Mia ausgesehen hatte als er sie angefleht hatte Niam zu retten.
    „Wir sind gleich da“, Yaevinn erschauderte als der Drache die Flügelposition änderte und der Luftstrom in seinen Ohren fauchte. Der Luftstrom wirbelte den Regen auf.
    Yaevinn sah mit seinen durch die Verwandlung, die die Verbundenheit mit Niam ausgelöst hatte, verbesserten Augen zu Niams linken Flügel und musterte die Knotige Narbe.
    Als er die Wunde das erste Mal gesehen hatte, dachte Yaevinn das Niam nie wieder fliegen würde.

    Dann sah er durch den Regen die Gruppe aus zwei Menschen und einem Drachen.
    Die ungewöhnliche Gruppe marschierte immer weiter auf den Talkessel zu in dem sich das von Mia atackierte Dorf befand.


    Mit einem Ruck setzte Niam auf und faltete die Flügel. Kioma stand vor Mia und Ares, die ihm liebevoll über den Hals strichen. Dann verabschiedeten sie sich von ihm und der junge Drache wandte sich ihnen zu. „Gute Jagt“, sagte er zum Abschied und Niam und Yaevinn erwiederten den Gruss.



    Dann stieß der Drache sich vom Boden ab und verschwand in der Dunkelheit. Nur einmal sah man noch seine Silluette als ein Blitz den Himmel erhellte. Yaevinn stieg von Niam herab und schloss zu den beiden Shaikan auf.
    Als er bei ihnen war sah Ares zu ihm herüber. „Bist du bereit“, Yaevinn sah zu ihm und nickte entschlossen. Ares streifte den schweren Tornister ab und griff hinein. Wenige Augenblicke später zog er ein paar Handschellen und einen Halsring mit einem langen Seil heraus. Er musterte die Gegenstände, dann drehte er sich zu Mia die zu den wegen Lichtern etwa in einem Kilometern sah.

    Sie seufzte und streckte ihrem Gefährten die Hände entgegen. Ares legte die schweren Ringe um sie und verschloss sie dann hinter Mias Rücken. Dann stellte sich Ares vor sie, den geöffneten Halsring in den Händen. Er zögerte. Mia sah ihn an und fragte gespielt spöttisch, „Was ist? Verlässt dich der Mut“. Er lächelte. „Ich hätte nie gedacht das ich das noch einmal machen müsste“. Vorsichtig schob er die Enden um ihren Hals und schloss den Ring. Dann hob er die Hände und legte sie an ihre Wangen. „Bist du dir sicher dass du das machen willst. Wenn sie dich angreifen, werden wir nicht viel tun können“.

    Mia streckte sich um auf Augenhöhe mit ihrem Mann zu kommen und küsste ihn auf den Mund. „Bin ich. Ich habe drei Jahre lang im Schattenreich verbracht, da werden mich so ein Haufen Bauern und Holzfäller nicht aufhalten“.
    Ares nickte, dann bückte er sich und drückte die Hände auf den feuchten Boden und fuhr Mia durchs Gesicht. Dann nahm er seinen Dolch und schnitt sich in den Finger und fuhr damit über Mias Kleidung und Gesicht.

    Dann trat er zurück und betrachtete seine Arbeit. Keiner sagte etwas bis Mia seufzte. „Tu es endlich“. Ares verzog das Gesicht und ging auf sie zu. Dann ansatzlos schlug er Mia ins Gesicht. Die getroffene Zuckte zusammen und krümmte sich. Yaevinn schrak zusammen und auch Niam knurrte erschrocken auf. Mia richtete sich wieder auf und sah Ares ausdruckslos an. „Ich glaube das werde ich mir nie verzeihen“, murmelte der Shaikan.
    „Wir haben uns schon schlimmer geprügelt, mach dir nichts daraus“, sie grinste und Ares schmunzelte, wenn auch eher gezwungen. Vorsichtig zog er ihr die Kapuze über den Kopf.

    „Also los – gehen wir“, Ares nahm das Seil welches an dem Halsring befestigt war und knotete es um den Knauf seines Sattels. Langsam setzten sie sich wieder in Richtung Dorf in Bewegung. Als sie gerade die Hälfte des Weges hinter sich hatten, ging die Sonne auf und machte sie für jedermann sichtbar. Alleine Niams helles Schuppenkleid war für jeden der auch nur in ihre Richtung sah, wie ein Leuchtfeuer. Doch nun wurde das Dor endlich komplett sichtbar und zeigte, was für eine Verwüstung Mia hinterlassen hatte.
    Und als sie endlich die Dorfgrenze erreichten, kam ihnen ein Trupp Männer mit Heugabeln und Knüppeln entgegen.

    „Wer seid ihr? Was wollt ihr“, rief einer der Männer ihnen entgegen. Yaevinn holte tief Luft, dann trat er langsam vor und zog die Schriftrolle aus seiner Weste. Er warf sie dem Mann zu und der fing sie mit Leichtigkeit. „Wir führen einen Gefangenentransport durch, wollen hier Rast machen und dann weiterreiten. Sonst nichts“.
    Der Mann musterte das Dokument. Yaevinn war sich sicher das er nicht lesen konnte.
    Der Mann gab das Pergament seinem Nebenmann dessen Augen zu Yaevinns entsetzen immerwieder von links nach rechts wanderten. Dann rollte er den Passierschein zusammen und warf ihn ihm zu.

    „Darf man erfahren wen ihr da bewacht? Was hat er verbrochen“?
    Yaevinn zögerte. „Wir wissen nicht ob es sich überhaupt um ein Verbrechen handelt. Die Lage ist etwas verzwickt, da sie zum Zeitpunkt ihrer Untat nicht bei Sinnen war“.
    „Und was hat sie getan“, er trat näher und senkte den Blick um unter die Kapuze sehen zu können. Sein Gesicht wurde bleich.

    „Ich bin Gerand, der Dorfälteste. Ihr werdet nun mit mir kommen und meine Gäste sein und mir in aller Ruhe erklären, was mit ihr los war. Dann werden wir entscheiden ob wir euch ziehen lassen oder ob wir sie Ihrer Strafe zuführen“.
    Er riss ihr die Kapuze vom Kopf und entblößte Mias Gesicht. Wütende und ängstliche Rufe wurden laut. Gerand versuchte die Leute zu beruhigen doch es scheiterte.

    Dann, bevor Yaevinn etwas hätte unternehmen können passierte es. Er sah nur noch wie der Mann in der Menge warf und ein Faustgroßer Stein durch die Luft flog. Er wollte gerade aus Reflex nach vorne springen und den Stein abfangen, als er die Shaikan auch schon am Kopf traf und Mia zu Boden ging. Das Gebrüll erstarb.
    Ares eilte vor und kniete sich neben sie und hielt einen Finger an ihren Hals.
    Dann sagte er leise, „Sie ist verletzt“.

    Yaevinn erstarrte. Dann auf einmal setzte er sich wie von selbst in Bewegung. Er hörte Ares hinter sich brüllen dass er stehen bleiben solle, doch er reagierte nicht.
    Er sah wie der Mann in der Menge verschwand und er beschleunigte sein Tempo noch einmal. Dann jedoch packte ihn jemand von hinten und hielt ihn fest.
    Ares sah ihn tadelnd an. „Ich weiß genau wie du dich fühlst, aber wir wussten was passieren würde. Und nun hilf mir Mia ins Haus des Ältesten zu bringen wo wir sie versorgen können“.

    Wiederwillig gehorchte Yaevinn und drehte sich um und ging zu der am Boden liegenden Shaikan, die nun von Niam geschützt wurde, der sich bedrochlich knurrend über sie gestellt hatte. Schon von weitem war die weit auf klaffende Platzwunde zu sehen. Yaevinn kniete sich auf den Boden, und fühlte nach ihrem Puls. Als er ihn gefunden hatte machte er Platz für Ares der sie vorsichtig hochhob. Der Älteste ging voran und sie folgten ihm während die Dorfbewohner sie in geringem Abstand verfolgten.

    Als sie endlich am Haus angekommen waren, legte sich Niam demonstrativ vor das Haus und rollte sich zusammen, behielt die Leute jedoch genau im Auge.
    Als sie die Türe geschlossen hatten, Untersuchte Yaevinn das Haus und entdeckte drei weitere Menschen darin. „Ist noch jemand im Haus“?
    Der Gerand musterte ihn kurz und sagte dann, „Meine Familie, sie schlafen noch und werden uns nicht stören“.

    „Legt sie hier ab“, Gerand deutete auf einen Sessel vor dem Kamin und Ares setzte Mia vorsichtig hinein und untersuchte dann ihre Stirn. Gerand indes machte sich in der Küche zuschaffen und kam dann mit zwei weißen Leinenlappen und einer Schale klaren Wassers wieder und stellte sie auf das Tischchen neben dem Sessel.
    Ares bedankte sich und reinigte dann vorsichtig die Wunde. „Das wird man nähen müssen“, meinte Gerand. Ares nickte.

    Gerand ging nach oben und kam mit einem kleinen Jungen wieder, der verwundert sich die Fremden ansah. „Geh rasch, hole Freya, wir haben hier jemand verletztes. Wird der Drache ihn vorbei lassen“? Yaevinn nickte. Er muss ihm nur sagen was er vorhat, dann wird er ihm nichts tun. Und er sollte höflich sein, Drachen mögen es nicht wenn Fremde sie duzen“. Der Junge runzelte die Stirn und ging aus dem Haus um die Heilerin zu holen.
    „Und nun verratet mir warum ihr euch so sehr für diese Bestie einsetzt“.
    Ares sah zu ihm hinüber. „Sie war völlig verstört und verängstigt als sie auf euer Dorf traf. Sie war drei Jahre lang die Gefangene der Schatten und nur die Götter wissen was sie mit ihr gemacht haben. Ihr wisst ja was die Schatten mit einem machen. Als sie endlich entkam war sie ob der Trugbilder die sie im Reich der Dinkelheit gesehen hat nicht mehr in der Lage Gut von Böse zu unterscheiden. Ihr habt versucht ihr zu helfen, oder“?

    Der Mann nickte und Ares fuhr fort. „Sie bekam als sie aufwachte oder begriff wo sie war und was mit ihr gemacht wurde es mit der Angst zu tun und hat euch nur deswegen angegriffen, weil sie dachte ihr wollt sie weiter quälen. Bitte. Sie hat diese Reise freiwillig angetreten um sich bei euch zu entschuldigen und um Gnade zu bitten. Lasst es sie versuchen, danach könnt ihr immer noch über sie richten“, Ares verstummte.

    Der Mann schmunzelte, „Ihr redet mit der Leidenschaft und Hingabe eines liebenden Ehemannes, denn eines Wächters. Ich glaube euch was ihre Beweggründe anbelangt und auch das es ihr Leid tut und sie unschuldig ist. Aber ich fürchte das es viele dort draußen nicht akzeptieren werden. Wenn sie leben will, solltet ihr in der Nacht fliehen“.
    Ares schüttelte den Kopf. „Das wird sie nicht akzeptieren“.

    Alle sahen zur Tür als diese Aufschwang und der Sohn des Ältesten gefolgt von einer Elfe eintrat. Gerand begrüßte sie und brachte sie dann zu Mia. Die Frau musterte ihr Gesicht und sah die Wunde an. Sie schluckte. Dann musterte die Frau sie und blieb dann letztendlich bei Ares. Sie musterte ihn dann sagte sie, „Ich hatte nie gedacht das wir uns ausgerechnet hier treffen würden“. Der Shaikan senkte den Blick.
    „Ich erinnere mich“, sie nickte.

    „Du kennst ihn“? Redan sah sie verwundert an. Sie nickte. „Ich habe ihnen einst bei ihrer Tochter geholfen als sie… als sie krank war“, sie musterte die Wunde.
    „Das wird eine böse Beule geben. Vielleicht sogar eine Gehirnerschütterung“, sie musterte Mias Augen. Dann begann sie ihre Wunde zu versorgen und ging dann mit einem Nicken als sie fertig war. Inzwischen war auch Redans restliche Familie aufgewacht und kam zu ihnen. Jedoch verschwanden die Kinder, nachdem Yaevinn ihrer Mutter versichert hatte das Niam harmlos war nach draußen um den Drachen zu beobachten.

    Auch Redan war verschwunden, um den Dorfbewohnern das erfahrene mit zu teilen und mit ihnen zu einem Urteil zu kommen. Yaevinn nippte gerade an seinem Tee als Mia das Gesicht verzerrte und sich schlaftrunken an den Kopf fasste. Ares ergriff die Hand und hielt sie fest. „Keine Sorge du bist in Sicherheit Mia“, sie musterte ihn einen Moment, dann sah sie sich um. „Sie beraten sich gerade was sie mit dir machen wollen. Für den Notfall habe ich alles vorbereitet. Ich hoffe nur das es funktioniert“, Mia schmunzelte.

    „Wird es. Kritos hat mir versichert das es funktionieren wird, also wird es das auch“. Yaevinn war verwirrt, fragte aber nicht weiter nach, da immer noch die Frau von Redan ihnen gegen über saß.



    Re: Tiberas

    Kaya - 09.07.2009, 22:39


    Freut mich wirklich mal wieder ein Kapitel von dir zu lesen^^
    Bin schon richtig gespannt wie es mit Mia weitergeht ob sie fliehen wird oder bestraft wird für das was sie früher getan hat.
    Auf jeden fall wirds noch richtig spannend.
    Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel!
    Schreib auf jeden Fall weiter! :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 10.07.2009, 23:43


    MMh, danke fürs Kommi...



    Re: Tiberas

    Aresander - 12.07.2009, 15:51


    Wie das Leben seinen Lauf nimmt
    Am Abend desselben Tages

    Yaevinn strich Niam beruhigend über den Hals als sie sieben Meilen vom Dorf entfernt warteten. Dann schüttelte er den Kopf. „Sie muss verrückt sein. Wie kann man verlangen dass man selbst hingerichtet wird“? Niam schnaubte. Er war genauso wenig von dem Gedanken begeistert das Mia im Entfernten Dorf gerade gehängt wurde.
    „Shaikan“, sagte er frustriert und starrte wieder den Achat an, der auf der ausgebreiteten Decke vor ihm lag. Vor allem dieses Stück schwarze Magie missfiel ihm.
    Es zwang Mia, nachdem sie gestorben war hier wieder in ihrer Kindergestalt zu erscheinen. Jedoch so wie sie mit drei Monaten ausgesehen hatte, genau zu diesem Zeitpunkt.

    Dann aufeinmal spürte er Ares Geist in seinem. „Es ist passiert, tut sich bei euch schon was“, Yaevinn konnte nur zu genau den zweifelnden Gedanken spüren, „nein noch nicht“.
    Er sah wieder zu dem Stein doch er war immer noch dunkel.
    „Ich hoffe nur das sie den Zustand nach unserer ersten Begegnung annimmt, ansonsten haben wir ein Problem“, Yaevinn wollte ihn gerade fragen was er meinte als Niam den Kopf hob und die Ohren anlegte.

    Yaevinn sah zu dem Stein der nun so hell leuchtete als würde ein Feuer darin brennen.
    Dann ertönte ein Schrilles Geräusch und ein kleiner zusammen gekauerter, kupferfarbener Drache lag vor ihm. Yeavinn streubten sich vor entsetzen die Haare auf dem Arm.
    „Ares, komm sofort hier her, es ist etwas schief gelaufen“, er spürte die Bestätigung.
    Yaevinn musterte den grausam zugerichteten Körper des Frischlings, als Niam ihn unsanft anstuppste. „Sie stirbt, du musst ihr helfen“!

    Doch Yaevinn wusste nicht wo er anfangen sollte.
    „Niam, gib ihr etwas von deiner Kraft und unterstütze sie bis ich fertig bin“, der Drachen gab ihm eine Bestätigung und schwieg dann. Vorsichtig erkundete er den Geist der Shaikan um fest zu stellen, welche Wunde am schlimmsten war. Doch er war schier überfordert.

    Hastig legte er die Hand auf ihren Rücken und sagte in der alten Sprache, „Werde Gesund“, Yaevinn stöhnte als ihm mit einem Schlag eine enorme Menge an Kraft entzogen wurde und er drohte nach vorne über zu kippen. Es wurde kalt um ihn herum, dann gerade als er dachte er müsse sterben, kam Niam ihm zu Hilfe und unterstützte ihn.
    Dann war es vorbei. Niam übertrug Yaevinn weiter Lebenskraft bis er sich wieder alleine aufrichten konnte. Yaevinn fühlte sich als wäre er eine Woche lang gerannt, währende der Drache so wirkte als hätte er gerade einen kurzen Flug hinter sich.

    Yaevinn sah müde zu Mia die immer noch ohnmächtig auf der Seite lag. Dann fasste er sie an der Nackenhaut und hob sie hoch. Sanft hob er sie sich vor das Gesicht und musterte sie eingehend. „So sah also deine Mutter aus als sie klein war“, Niam musterte sie benfalls. Träge ging er zu Niam und lehnte sich an ihn und legte sich Mia in den Schoss. „Ist alles in Ordnung mit dir“? Yaevinn sah zu dem kleinen Wesen hinab und nickte, „Alles in bester Ordnung, ich brauche nur ein wenig Ruhe“. Er spürte wie Niam sie mit seinem Flügel umschloss und er einschlief.


    Yaevinn riss die Augen auf als ihm etwas schmerzhaft in die Oberschenkel schnitt. Er sah nach unten wo sich Mia wie wild hin und her warf. Vorsichtig griff er ihr unter die Achseln und hob sie auf Augenhöhe. Mia strampelte noch einige Sekunden lang verzweifelt, dann gab sie auf, hing in seinen Händen und starrte ihn an. „Eka I fricay un Shurtugal, scarablaka“. Niam senkte den Kopf und schnupperte an ihr. Die kleine hob den Kopf und sah den Drachen neugierig an.

    Dann jedoch verkrampfte sie sich völlig unerwartet und Yaevinn setzte sie schnell auf den Boden ab, da er fürchtete sie könne ihm die Pulsadern aufreißen wenn er sie weiterhin fest hielt. Dann verzogen sich Mias umrisse und sie wuchs und wuchs in einem Tempo das Yaevinn von ihr fort rutschen musste um nicht von ihr zerdrückt zu werden. Dann hörte es auf und vor ihm lag Mia mit einem Alter von sechs Monaten.

    Sie sah sie misstrauisch an, dann jedoch sah sie an ihnen vorbei und rappelte sich dann schwerfällig auf. Dann kam sie langsam auf sie zu und schnupperte.
    „Mia, weißt du wer wir sind“? Ihr Schwanz peitschte hin und her, dann jedoch veränderte sich ihre Haltung und ihr Kopf hob sich und sah zu Niam hinauf und schnupperte an seiner Wange und seinem Hals.
    Dann leckte sie dem Drachen vorsichtig über den Halsansatz und sah ihn noch einen Moment an, dann sah sie zu ihm und fragte, „Yaevinn“?

    Er nickte und sie stupste ihn mit der Schnauze an. „Was ist passiert? Wo ist Ares? Ich muss sofort zu ihm er ist schwer verletzt worden“. Yeavinn packte sie gerade noch am Ohr und hielt sie fest. „Ihm geht es gut, er ist auf dem Weg zu uns“.
    Sie riss sich los, „Nein! Er wurde von dem Alten Mann gefangen genommen, er wird ihn umbringen, verstehst du nicht“?
    Indem Moment griff Niam an und warf die viel kleinere Drachin einfach um und hielt sie mit seinen Vorderklauen fest.

    Mia warf sich hin und her doch gegen Niam konnte sie sich nicht wehren, dann endlich spürte er es, Ares war da. Yeavinn musste ihm gar nicht erst erklären was passiert war, der Shaikan rannte zu den Beiden und stellte sich vor sie, so dass Mia ihn sehen musste. Die Shaikan hörte augenblicklich auf sich zu wehren und Niam lies sie los.
    Ohne ihren Gefährten aus den Augen zu lassen, drehte sie sich auf den Bauch und stand auf, dann sah sie erwartungsvoll zu ihm herab.

    Ares musterte sie seinerseits, dann schmunzelte er. Doch keiner sagte ein Wort und so unterhielten sich die beiden schweigend weiter und Yaevinn und Niam blieb nichts weiter als darauf zu warten dass sie fertig waren. Nach einiger Zeit wurden beiden jedoch auffällig unruhig und dann wandte sich Ares zu ihnen herum.
    „Hatte sie bereits einen Anfall“?
    Yaevinn nickte, „Zwei sogar, den letzten vor gut zwei Stunden“. Mit einem Mal wich jegliche Farbe aus Ares Gesicht und er sah so aus als hätte er einen Geist gesehen.


    Doch gerade als er sich umwandte zuckte Mia erneut zusammen und ging in die Knie.
    Ein wütendes Grollen erscholl und sie fletschte die Zähne. Der nächste Wachstumsschub war zwar etwas weniger Imposant doch nun war Mia beinahe so groß wie Niam. Dann ohne Vorwarnung verwandelte sie sich und schon stand die Mia wie Yaevinn sie kannte vor ihnen. Sie verzog das Gesicht und fasste sich an den Schädel.
    „Haben sie sich sehr gewundert als ich einfach verschwunden bin“?

    „Das kannst du aber glauben. Die stehen wahrscheinlich jetzt noch auf dem Dorfplatz und Diskutieren was sie machen sollen“. Er zog eine Grimasse und sah dann zu Yaevinn.
    „Du siehst etwas blass aus, ist alles in Ordnung mit dir“?

    Yaevinn schüttelte den Kopf, „Als sie hier ankam war sie… sie sah aus als hätte sie ein Tier angefallen. Ich habe meine gesamte Kraft in ihre Heilung investieren müssen, ansonsten wäre sie gestorben! Wir können das nicht noch einmal machen, irgendetwas ist schief gelaufen“. Yaevinn erstarrte als er sah das Ares seinem Blick auswich, „Es ist doch schief gelaufen oder? Das kann doch nicht von euch gewollt sein, das sie so schwer verletzt wiederbelebt wird“.

    „Nein, aber so war ihr gesundheitlicher Zustand als ich sie das erste mal getroffen habe“, Yaevinn stockte. Ares bückte sich und hob den Achat auf. „Der Zauber lässt es zu das man einen gefallenen Shaikan dazu zwingt, sich sofort wieder dort wo der Stein sich befindet zu erscheinen, jedoch so, wie der Magier ihn das erste mal gesehen hat. Das ist der Grund weswegen wir unsere Identität immer geheim gehalten haben. Sobald ein Anhänger des Kultes in unserer Nähe war um uns zu sehen oder zu belauschen, wurde er automatisch von einem Schutzzauber getötet den Saria gewirkt hat. Ansonsten hätten sie uns einfach töten und so fangen können“.

    „so haben sie mich die letzten drei Jahre gefangen gehalten“, murmelte die Shaikan während sie sich etwas Wasser aus einem der Trinkschläuche in den Nacken fließen lies.
    Dann stellte sie sich wieder auf und sah nach Norden wo die weißen Berge Tabains zu sehen waren. Dort lag das Reich der Schatten. Die ewige Eiswüste.



    Re: Tiberas

    Aron - 12.07.2009, 19:17


    So bin auch mal wieder duch, hast dich gesteigert, also wird wieder richtig gut jetzt sieht man das du wieder einen "roten Faden" gefunden hast.

    Finde das es ein bisschen schnell ging mit Mias tod, also von der Handlung her.
    Aber ansonsten habe ich echt nichts auszusetzen ist echt gut mach weiter so Ares, freu mich schon auf das nächste.



    Re: Tiberas

    Kaya - 12.07.2009, 22:00


    So nommal danke Ares für die Erklärung für langsame Kayas xD
    Freu mich schon auf das nächste Kapitel und muss nochmal sagen bin froh das du weiterschreibst :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 16.07.2009, 23:50


    So, mal wieder etwas kürzeres...

    ____________________________________


    Schneeblinde

    3 Mondumlauf des 985 Zyklus - 2 Tage später


    Yaevinn rieb sich die schmerzenden Glieder als er aufwachte. Über ihm bewegte sich Niams Flügelhaut im Wind, getrübt von dem Wolken die sein Atem in der kalten Luft hinterlies. Yaevinn konnte sich des Gedankens der ihn seit Tagen beschlich nicht erwehren, er würde hier sterben, würde er auch nur einen Fehler machen.
    Vorsichtig setzte er sich auf und rieb die Hände aneinander, dann klopfte er gegen Niams Bauch und der Drache hob nach einem Augenblick den Flügel. Jedesmal wenn Yaevinn sich bewegte, knirschte seine mit Raureif überzogene Kleidung.

    Um ihn herum war alles grau. Der Boden auf dem er saß war rau und ohne jedes Leben. Keine Pflanzen, keine Tiere. Nicht einmal Insekten gab es hier. Alles was Yaevinn dazu sagen konnte war, das dies hier eine tote Welt war. Sein Blick wanderte zu der Bergkette am anderen Ende der ebene, dahinter lag das Schattenreich.
    Er seufzte und trat dann um Niam herum um nach den anderen zu sehen. Doch die beiden waren verschwunden.

    „Sie sind jagen gegangen“, Niam gähnte mit weit aufgerissenem Maul und stand auf. Im Gegensatz zu ihm machte die Kälte dem Drachen nichts aus.
    „Glaubst du das war schon immer so“? Yaevinn sah Niam an der den Blick ebenfalls über die Ebene schweifen lies. „Ich kann einfach nicht verstehen wie es so apprupt alles tot sein kann. Spürst du es? Hier ist nichts. Einfach gar nichts“, der Schweif des Drachen schlug hin und her während er die Umgebung musterte.

    „Es ist als wolle dieses Land nicht, dass jemand hier herkommt“, sagte der Drache leise.
    „Und wenn wir nicht bald von hier verschwinden, wird es uns genauso töten, wie alles andere auch“, fügte er mit einem so ernsten Gedanken hinzu, das sich Yaevinn nach einer
    eventuellen Gefahr umsah. Doch alles war grau, der Boden, der Himmel, ja selbst er und Niam kamen ihm ergraut vor. Er sah zu dem Drachen der plötzlich ohen erkennbaren Grund den Kopf drehte. Dann hockte er sich wieder hin. „Steig auf, wir fliegen weiter. Sie können nichts finden. Es ist so wie ich es gesagt habe, dieses Land wird vom Tod beherrscht“, Yaevinn stieg über Niams Vorderbein auf und setzte sich in den Sattel.

    Doch der Drache hob nicht ab, stattdessen drehte er den Kopf zu ihm und musterte ihn.
    „Geht es dir gut? Du siehst so blass aus“, Yaevinn keuchte. „Es ist die Kälte. Wenn wir diese Einöde nicht bald verlassen werde ich noch erfrieren. Meine Kleidung ist gefroren, mein Essen und Trinken ist gefroren. Wenn das so weitergeht wird mein Blut in meinen Adern erstarren. Das einzige was mich am Leben erhält, ist die Wärme die du mir spendest, ohne dich würde ich inzwischen tot irgendwo im Schnee liegen…“.

    „Es war ein Fehler von mir dich hier mit hinein zu ziehen. Ich glaube ich habe dieses Abenteuer unterschätzt… Möchtest du das wir umkehren, ich bin mir sicher das Mia und Ares Verständnis dafür haben werden“. „Es geht hier um deinen Vater. Du würdest dasselbe doch bestimmt auch für Laslo tun, oder“? Der Drache nickte.
    „Also, hör endlich auf zu debattieren und flieg los, sonst muss ich noch länger frieren“, Yaevinn wusste das Niam es gespürt hatte, das er sich nichts sehnlicher wünschte als um zu drehen und nach Hause zu gehen.

    „Yeavinn…“, „Sofort“! Der Drache legte die Flügel an. „Yaevinn das reicht. Ich kann nicht gutheißen das du dich dafür opferst“. Yaevinn sprang ab und stapfte zu seinem Kopf.
    „Niemand wird sterben, wenn du dich endlich in Bewegung setzen würdest“!
    Ein dumpfes Grollen hallte aus Niams Kehle und er musterte ihn wütend. „Auch wenn du jetzt ein Reiter bist, du benimmst dich immer noch wie ein bockiges Kind, Yaevinn. Und ich werde keinen Meter weiterfliegen bis du zustimmst dass wir umdrehen“.

    Yaevinn spürte wie er knallrot wurde. „Und wann lernst du endlich die Initiative zu ergreifen“! Niam musterte ihn. „Wann wirst du endlich lernen, nicht vor jeder Gefahr davon zu laufen“? „Er ist das nicht wert. Wir wissen ja nicht einmal ob er noch lebt, und dafür werde ich dein Leben und mein eigenes nicht aufs Spiel setzen“.
    „Er ist vielleicht tot, aber Mia wird es auch sein, wenn wir nicht die Gewissheit haben das er tot ist oder wir ihn retten! Willst du sie auch im Stich lassen. Deine eigene Mutter“?

    „Sie ist ein Shaikan! Sie ist unsterblich, wir hingegen nicht“! „Und warum sind sie dann vom Aussterben bedroht? Würdest du mir das verraten? Haben sie vielleicht einfach die Lust daran verloren sich zu vermehren oder ihr Herz weiterschlagen zu lassen“? Niam musterte ihn, dann sagte er: „Bist du wieder zu stolz deine Niederlage einzusehen“? Yaevinn erstarrte. Die angestaute Wut über Niams Verhalten schäumte nun über und mit leiser Stimme sagte er, „Und bist du wieder so feige das du alle verrätst und im Stich lässt? Ohne die beiden, wären wir bereits tot.
    Ich an meiner Blutvergiftung zu Grunde gegangen und du von den Kultisten wie ein Kanickel geschlachtet worden.

    Sie haben uns davor bewahrt und uns unter ihren Schutz genommen. Und du willst sie wieder im Stich lassen. Wir mussten bei dem Wolf einstecken, wir mussten bei den Meuchelmördern und dem Schatten immer wieder zurückweichen und um unser Leben flehen, keinem von ihnen konnten wir selbst die Stirn bieten und mit Heiler Haut davon kommen, aber damit ist jetzt Schluss, ein für alle Mal. Ob du nun mitkommst oder nicht, ich werde sie begleiten und diese Schuld bezahlen, die wir ihnen schuldig sind“, damit drehte er sich um und ging weiter auf das Gebirge zu. Er drehte sich nicht um oder prüfte mit seinem Geist ob Niam ihm folgte, er ging, angetrieben von seiner Wut immer weiter auf die Eiswüste zu. Nach hundert Metern jedoch war seine Wut soweit abgebaut das er sich doch fragte ob Niam bei ihm blieb und drehte sich um.

    Alles was er noch war nahm war eine grelle Lichtexplosion. Seine Augen brannten als hätte man Salz hinein gestreut und um ihn herum herrschte absolute Finsternis, doch Bewusstlos war er nicht. Unsicher machte er ein paar Schritte, als er mit dem linken Fuß wegrutschte und auf den Rücken fiel. Danach erinnerte er sich nur noch daran das er wieder aufwachte und seine Sehkraft wieder da war. Er lag immer noch inmitten der Eiswüste und weit und breit war niemand zu sehen.

    Mühsam rappelte er sich auf und sah nun mit der Hand vor Augen zurück und erkannte nun den Grund für sein Erblinden. Ohne es zu merken war er anscheinend auf eine mit Eis überzogene Fläche geraten die das Licht der Sonne reflektierte. „Yaevinn wo bist du“, er schrak zusammen als er Mias Stimme in seinem Kopf hörte.
    „Ich… ich musste mir nur etwas die Beine vertreten und bin ein wenig vom Weg abgekommen. Ich komme zurück, werdet ihr auf mich warten“?

    Er spürte die Bestätigung und ging dann wieder, seiner Spur folgend zurück. Als er bei den anderen angekommen war, standen Mia und Ares vor Niam und musterten ihn. Der Drache hatte sich zusammen gerollt und wandte ihm den Rücken zu.
    Ares sah zu ihm und fragte ihn, was mit Niam los sei, doch Yaevinn antwortete nur, „Sagst du es ihnen selbst oder muss ich das wieder einmal für dich übernehmen“.
    Doch anstatt einer Entgegnung streckte Niam das linke Vorderbein aus und Yaevinn stieg nach einem leisen Murmeln wieder auf seinen Rücken.

    Mia und Ares musterten sie beide, dann stießen sie sich ohne weiteren Kommentar vom Boden ab und flogen davon. Niam stand auf und tat es ihnen gleich.
    Es wurde ein Ruhiger Flug, während dem keiner ein Wort sagte bis es dämmerte und sie alle zur Landung ansetzten. Yaevinn war inzwischen durch gefroren und seine Bewegungen waren Steif und ungenau als er abstieg. Normalerweise hatte er sich nach dem Flug immer an Niam gekuschelt und sich gewärmt, doch nun wollte er nicht.
    Stattdessen nahm er sich eine der Pferdedecken die sie vorsichthalber mitgenommen hatten und schlang sie sich um die Schulten. Dann breitete er sein Nachtlager unter den erstaunten Blicken der beiden Shaikan aus und legte sich schlafen.

    Als er am nächsten Morgen aufwachte war nur noch Ares bei ihm. Der Blaue Shaikan lag zusammen gerollt links neben ihm und schnaubte versonnen weiße Atemwolken in die Luft. Als er ihn bemerkte stand er auf und kam auf ihn zu. „Gut geschlafen“?
    Yaevinn horchte in sich und bemerkte erst jetzt das er seine Füße kaum noch spürte.
    Genauso wie seine Hände und Unterarme.

    Hastig murmelte er mehrere Zauber und erhitzte so die Kleidungsstücke welche die tauben Gliedmaßen umschlossen und nach einer Weile spürte er wie die Wärme seinen Körper durchströmte. „Warum hast du nicht bei Niam geschlafen? Ohne deine Magie wären in ein paar Stunden deine Füße und Hände erfrohren“.
    Yaevinn seufzte. „Wir haben uns gestritten, das ist alles“. Der Shaikan verwandelte sich und kam auf ihn zu. „Ein Streit bringt aber einen Drachen nicht dazu, von seinem Reiter fort zu laufen, Yaevinn“.

    Er prustete, „Wieso erstaunt es dich? Er war schon immer gut darin ab zu hauen und den Schwanz ein zu ziehen. Er hat Angst und benutzt mich als Argument dafür, umzukehren. Das war der Grund für unseren Streit“. Der Shaikan starrte ihn an und Yaevinn versuchte ihm stand zu halten, doch nach wenigen Momenten wich er seinem Blick aus. Doch der Shaikan schwieg weiterhin. „Du hast Recht“. Yaevinn wollte gerade etwas erwidern als er verblüfft inne hielt. „Was“? „Du hast Recht, er hat Angst. Und weißt du auch wovor“?

    „Davor was auf uns dort wartet“, er deutete zu den Bergen, doch der Shaikan schüttelte den Kopf. „Mitnichten. Das wovor er Angst hat, bist du“! Yaevinn erstarrte. „Ich?! Aber das ist völliger Unsinn! Wieso sollte er vor mir Angst haben“?
    „Yaevinn, er musste tatenlos dabei zu sehen wie sein erster Reiter vor seinen Augen brutal ermordet wurde. Er musste mit ansehen wie du Ausgepeitscht wurdest, geschlagen und getreten wurdest. Er hat Angst davor das man ihm das, was er am meisten liebt nimmt. Und der Gedanke, das er dazu beiträgt, das dir etwas zustößt, ist untragbar für ihn“.

    „Aber er“, der Shaikan fuhr unwirsch mit der Hand durch die Luft und erst jetzt merkte Yaevinn das er wütend war. „Jemand, der andere Opfert um sich zu retten, ist ein Feigling. Niam hat sich vor dich geworfen und mit seinem Körper einen Schwerthieb abgefangen, der dich getötet hätte. Jemand der andere verrät um sich zu schützen, das ist ein Feigling. Niam hat viele Verraten und in Kauf genommen von ihnen bestraft zu werden, nur weil es einen kleinen Hoffnungsschimmer gab das du dafür überleben würdest. Und wie du einen solchen, dich liebenden Gefährten als Feigling bezeichnen kannst, ist finde ich eine bodenlose Gemeinheit“.

    Yaevinn starrte zu Boden und biss sich auf die Unterlippe. Seine Sicht verschwamm als Tränen ihm in die Augen stiegen. „Ich habe mir angesehen, was vorgefallen ist als ihr beide eingeschlafen seid. Und ich glaube auch nicht, dass du dies alles gesagt hast um ihm absichtlich weh zu tun. Und ich habe gesehen, dass auch Niam Fehler gemacht hat“. Ares musste sich wieder verwandelt haben als sich die blaue Schnauze des Drachen unter seinen Kinn schob und ihn zwang den Kopf zu heben.
    „Er war so in Sorge um dich, das er vergaß auch dein Urteil zu achten. Da ihr beide Fehler gemacht habt, werde ich es bei dieser Predigt belassen. Kommst du nun mit? Ich bin mir sicher er wartet immer noch auf dich“.

    Er bemerkte das er versuchte ihn auf zu muntern, doch er wusste nicht wie er es machen sollte. „Wie soll ich ihm begegnen? Soll ich sagen das ich Schuld bin, oder das ich ihm verzeihe“? Er sah zu Ares hinauf. Der Shaikan lächelte. „So wie ich euch beide kenne, werdet ihr keine Worte brauchen um euch zu verstehen“. Yaevinn nickte und sah zu seinem Freund hinüber.

    „Komm. Du fliegst heute bei mir mit, die anderen sind schon am Berg angelangt und warten dort auf uns“, der Shaikan legte sich auf den Boden und streckte sein rechtes Hinterbein aus, über das Yaevinn vorsichtig aufstieg. Als er in der kleinen Kuhle des Drachen saß, fühlte er sich seltsam. Yaevinn mochte es nicht, das Niam jemand außer ihm trug. Doch wie sah Niam das er immer wieder bei den Shaikan mitflog, anstatt mit ihm zu fliegen? Er grübelte weiter darüber nach bis er auf einmal den Halt verlor. Er versuchte noch etwas zu finden woran er sich festhalten konnte, doch er griff ins Leere.

    Alles um ihn herum begann sich zu drehen und er fühlte sich schwere los. Dann ohne Vorwarnung entflammte der gesamte Himmel über ihm schien zu brennen. Er streckte die Arme und Beine aus um seinen Fall zu Kontrollieren. Zuerst dachte er, Er würde auf dem Rücken liegen, doch dann begriff er das dies die Eisfläche war auf die er zuraste. Dann spürte er wie sich etwas um seinen Körper schloss und seine Arme an seinen Körper presste. Dann drückte ihm eine harscharfe Wende die Luft aus den Lungen und erhaschte einen kurzen Blick auf ein widerwärtiges Geschöpf.
    Es sah aus wie eine Mischung aus Pferd und Fledermaus. Dann senkte er den Blick und sah einen in eine saphirblaue Drachenhand, die ihn festhielt. Der Unteram des Shaikan war verwundet und Blutverschmiert, der Oberarm jedoch war in eine dicke schwarze Panzerung gehüllt.

    Dann sah er sich um und machte drei weitere der dunklen Kreaturen aus die direkt auf sie zuhielten. Dann aufeinmal ließ Ares ihn los und er fiel schon wieder, doch diesmal fiel er nicht alleine. Neben ihm raste Niam auf den Boden zu. „Steig auf“, Yaevinn zögerte keinen Augenblick und packte den angezogenen Flügel des Drachen und zog sich so immer mehr zu dessen Rücken. Als er am Sattel angelangt war, brauchte er mehrere Anläufe, bis er endlich im Sattel saß und sich festgeschnallt hatte.

    Niam änderte die Richtung und hielt nun direkt auf das Kampfgeschehen zu. Insgesamt zählte er fünf dieser seltsamen Kreaturen die sich einen heftigen Schlagabtausch mit den beiden Shaikan lieferten, sie jedoch schienen die Bestien an ihnen kein Interesse zu haben. Yaevinn murmelte ein paar erlesene Flüche, dann versuchte er den Geist der Bestien an zu greifen doch, da war nichts. Er spürte nur sich, Niam und die Shaikan, sonst war dort nichts. Doch er hatte keine Zeit weiter darüber nach zu grübeln als er bemerkte das Niam sich auf Angriffskurs mit einer der Bestien befand.

    Er krachte einem der Flugrösser in den Rücken und biss in dessen Nacken. Die Bestie fuhr herum und stach mit ihrem spitzen Schnabel nach Niam und traf. Hätte der Drache seinen Panzer getragen wäre der Angriff daran abgelenkt worden, doch nun konnte er den Schmerz Niams spüren. Er brüllte und verkrampfte sich wodurch er sich den Schnabel nur noch tiefer in die Brust grub. Dann fasste er sich und biss noch einmal zu. Es knackte vernehmlich und die Kreatur erstarb und fiel leblos zu Boden.

    Yaevinn spürte das Niam schwer verwundet worden war und versuchte zu erkennen wie groß die Verletzung war. Jedoch konnte er sie nicht sehen und so erforschte er Niams Gedanken um die Stelle der Verletzung ausfindig zu machen.

    Erleichtert stellte er fest das die Kreatur das Herz des Drachen verfehlt hatte, jedoch die Lunge verletzt war. „Ich muss - landen…“, kam schwache Warnung Niams.
    „Nein, halte die Höhe und Richtung“. „Yaevinn bitte, in deinen Augen mag ich ein Feigling sein aber wir werden abstürzen wenn wir nicht landen“.
    Yaevinn biss sich auf die Zunge und riss dann die Riemen die ihn fest hielten auf.
    „Niam! Wir werden nicht abstürzen und du bist auch kein Feigling“, er hockte sich in den Sattel und griff dann nach einem Zacken über Niams Schulter und ließ sich dann zur Seite fallen. „Yaevinn was tust du da“?! Niam versuchte zu ihm zu sehen doch Yaevinn ermahnte ihn mit einen Gedanken sich aufs Fliegen zu konzentrieren.

    Yaevinn griff mit den Händen um und besah sich die Wunde genauer. Der Stich war vielleicht armdick und blutete, jedoch nicht so das er Angst haben musste das Niam innerhalb von Minuten verbluten würde. Wenn er sich jedoch nicht beeilte würde ihn der Blutverlust Ohnmächtig lassen werden, was dann auch ihren Tod zur Folge hatte. Doch er musste die Hände frei haben. Er überlegte einen Moment, dann begann er seitlich sich hin und her zu schwingen.
    Dann mit einem Ruck schlang er die Beine um Niams Nacken und hing nun Kopfüber an ihm und hatte die Verletzung genau vor dem Gesicht.

    Dann legte er eine Hand darauf und verzog vor Schmerzen das Gesicht. Das heiße Drachenblut verbrannte seine Haut und er hätte beinahe losgelassen als er sich gerade noch zur Besinnung rief. Dann murmelte er die heilenden Worte und spürte wie die Kraft aus seinem Körper wich. Er fühlte sich leer und schwach. Er spürte das er Niam gerettet hatte. Das erste Mal war es ihm alleine gelungen seinen Drachen vor dem Tod zu retten. Ihm war leicht schwindelig als er mit Niam sprach.
    „Niam versprichst du mir etwas? Sollte ich dich jemals wieder einen Feigling nennen, bitte Ares darum mir eine Tracht Prügel zu verpassen.

    Er nahm Die Hand von Niams Brust und sah zufrieden das gesunde Schuppenkleid. Dann wurde es dunkel um ihn herum. Er versuchte noch nach dem Gurt des Sattels zu greifen als er spürte wie seine Beine abrutschten… Und wieder fiel er. Doch dieses mal in die Endlose Schwärze.



    Re: Tiberas

    Kaya - 17.07.2009, 00:22


    Als erstmal das Kapitel ist sehr schön lang :yes:
    Ich finde es gut das Yaevinn und Niam auch mal ne Auseinandersetzung hatten kann ja nicht immer alles Friede Freude sein.
    Der Angriff war wirklich plötzlich und hätte damit auch nich gerechnet. Er war aber sehr schön beschrieben ;)
    Ich freu mich schon richtig auf das nächste Kapitel :D
    Bin mal gespannt wie es weitergeht.



    Re: Tiberas

    Aresander - 18.07.2009, 00:38


    danke... wenigstens einer ders noch ließt *seufz*



    Re: Tiberas

    Aron - 21.07.2009, 21:20


    also dann endlich mal mein Kommi xd

    Muss sagen echt gut gelungen auch mit dem streit sehr realistisch rübergekommen und richtig detailreich.
    Auch die Gesten der beiden udn die empfindungen hast du toll beschrieben.
    Kann kaya nur zustimmen.
    aber der schluss ist wieder gemein, da weis man garnicht was man jetzt denken soll.

    also mach weiter so



    Re: Tiberas

    Aresander - 26.07.2009, 19:13


    Unnamed

    Unbekanntes Datum


    Yaevinn hustete als er wieder erwachte. Er kniff die Augen zusammen doch um ihn herum blieb alles dunkel. Was war eigentlich passiert? War er tot?
    Er tastete um sich und spürte einen Geschuppten Bauch neben sich.
    Tot war er jedenfalls nicht, aber so richtig lebendig fühlte er sich auch nicht. Er fühlte sich wie ein Geist, der aus dem Äther gepurzelt war.
    Vorsichtig sandte er seine Gedanken aus und erkannte Niams Geist. Der Drache schlief.
    Vorsichtig näherte er sich seinem Geist und sah das, was Niam in seinem Traum sah.

    Es war die Luftschlacht. Er sah wie er selbst an Niam herum kletterte und ihn heilte. Dann sah er wie sein Körper in die Tiefe trudelte. Es wurde kalt um ihn herum. Er sah wie Niam ihn auffing, ihn zu Boden trug und versuchte ihn auf zu wecken. Doch er wachte nicht auf. Mia kam hinzu und starrte sie an. Dann nahm sie Yaevinn in den Arm und hob ihn hoch.
    Sie trug ihn wie eine Mutter ihr Kind zu einem großen Holzhaufen den Ares aufgeschichtet hatte, und legte ihn darauf.

    Eine Beisetzung eines Drachenreiters… Yaevinn schlug die Augen auf und versetzte Niams Geist einen leichten stoß, so das er erschrocken aufwachte.
    Yaevinn spürte den klirrend kalten Luftzug als Niam den Flügel hob um nach ihm zu sehen. Yaevinn blinzelte und sah das Niam seinen Kopf genau über ihn hielt und ihn beobachtete. „Hör blos auf so etwas zu träumen, hörst du“, der Drache sah ihn nun genauer an, dann sagte er zaghaft: „Du bist wieder wach… das ist gut. Es tut mir Leid, ich war unvorsichtig. Hätte ich besser aufgepasst wäre ich nicht verwundet worden und du wärst nicht in so große Gefahr geraten“.

    „Und wäre ich nicht so dumm und stolz gewesen, wäre das gar nicht erst passiert. Wir hätten uns nie getrennt und ich wäre bewaffnet gewesen, als sie uns angegriffen haben. Dann hätte ich dem Biest den Kopf abgeschlagen bevor es dir etwas an tun könnte“.
    Niam musterte ihn eingehend und Yaevinn hielt dem Blick stand.
    „Wie lange habe ich geschlafen“? Niam zog den Flügel enger an den Leib damit die kalte Luft draussen blieb und sah dann wieder zu ihm. „Drei volle Tage. Du warst so gut wie tot Yaevinn. Versprich mir das du so etwas gefährliches nie wieder tun wirst“?
    Yaevinn legte ihm die Hand auf die Nüstern und strich vorsichtig darüber.
    „Kannst du mir versprechen das du dir nie wieder Sorgen um mich machst und versuchst mich nicht mehr zu beschützen? Du verlangst von mir dir nicht mehr zu helfen mit dem was ich habe… Ich kann dieses Versprechen nicht leisten. Kannst du das deine etwa leisten“, der Drache schwieg einen Moment, dann verneinte er.
    „Dann verlang es nicht von mir“, er lachte heiser.

    „Und nun besitze ich auch den Verstand Fürsorge von Angst zu unterscheiden … ich muss mich wieder einmal, für mein Dummes“, doch weiter kam er nicht als Niam ihm die Schnauze an die Wange drückte. Yaevinn lächelte und schmiegte sein Gesicht an Niams und strich dem Drachen über die Backenknochen. Yaevinn dröhnten die Ohren als der Drache behaglich anfing zu summen. Er lächelte und freute sich wieder mit Niam vereint zu sein. Zufrieden legte er sich wieder auf den Boden und kuschelte sich noch mehr an Niams warmen Bauch.

    „Mia und Ares sind der Meinung das du die Reise nicht mehr fortsetzen kannst. Sie haben den Vorschlag gemacht das wir umkehren nicht ich“, sagte der Drache verteidigend.
    Yaevinn überlegte einen Moment, dann fragte er, „Wie denkst du darüber“?
    „Diese Monstren die uns angegriffen haben, waren Razac“.
    „Razac? Ich dachte die wären vor zweihundert Jahren von Eragon und Saphira selbst ausgerottet worden“? Der Drache nickte. „Anscheinend gab es noch welche außerhalb Alagäsias. Auf jeden fall, sie sind keine Dämonen. Solche haben an uns kein Interesse, daher denke ich ist eine Reise mit Mia und Ares sicherer als ihr Territorium alleine zu durchqueren“.

    Yaevinn nickte und fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht. Er hielt verwundert inne als er Bandagen spürte, dann erinnerte er sich wieder.
    „Ich möchte ihr auch Helfen, einmal wenigstens… Habe ich deine Zustimmung das wir das hier zu ende bringen“? „Hast du, kleiner… wollen wir dann? Die anderen warten schon“, er nickte und setzte sich auf. „Was genau ist eigentlich passiert“?
    Niam sah ihn an. „Du hast die wohl spektakulärste Heilung in der Luft geführt, die es wohl jemals gab. Mia und Ares waren wirklich beeindruckt davon. Jedoch nicht davon das du nicht darauf geachtet hast, ein unbestimmtes Resultat zu wählen“.

    „Wir hatten nicht viel Zeit“, der Drache nickte. „Und als ich gerade dachte, alles wäre wieder in Ordnung, verschwand dein Geist und ich sah dich in die Tiefe stürzen“, Niam schürzte die Lefzen. „Diese Zeit. Von deinem Absturz bis zu dem Moment indem ich dich wieder aufgefangen hatte, waren die schlimmsten Sekunden meines Lebens. Ich dachte du wärst… tot“. Yaevinn nickte leicht und erinnerte sich an die Zeit in der die Shaikan um Niams Überleben gekämpft hatten.

    „Das Kenne ich, nur zu gut. Aber nun ist ja wieder alles in Ordnung“.

    Niams zog den Flügel zurück und blinzelte als die grelle Schneefläche vor ihm aufleuchtete. Der Drache senkte den Kopf und hielt ihn so vor Yaevinn. Er griff nach einem der Halszacken und Niam zog ihn au die Beine. Als sich seine Augen an die helligkeit gewöhnt hatten, sah er das sie am Fuße des Berges lagerten. Sie hatten es geschafft. Sie hatten die Eiswüste passiert. Doch die beiden Shaikan waren nirgends zu sehen.
    Niam machte Yaevinn auf einen Punkt am Himmel aufmerksam, der über ihnen kreiste.

    „Was treiben sie dort? Spähen sie unseren weg aus“, Niam schüttelte den Kopf.
    „Ich würde es eher, spielen nennen“, ihre Geister verschmolzen und nun sah Yaevinn was sein Drache sah. Mia und Ares jagten sich durch die Luft wobei sie tollkühne Manöver flogen, die selbst Niam an seine Grenzen treiben würden. Yaevinn lächelte, und freute sich über das Glück das die beiden Shaikan in ihrer Partnerschaft gefunden hatten. Ob die beiden sich jemals gestritten hatten?So wie er sie kannte, waren sie sich immer einig gewesen.

    Niam spürte was er dachte und sagte, „Sie denken und Handeln beinahe als wären sie ein Wesen... im ganzen. Sie wissen immer wo der andere ist und wie es ihm geht, oder was er fühlt. Aber soetwas kommt erst mit den Jahren, Yaevinn“, er stuppste ihn spielerisch in die Seite. „Komm, sie warten bereits darauf weiter zu fliegen, lass uns sie nicht weiter aufhalten. Je eher wir wieder daheim sind desto schneller kannst du wieder in einem warmen Bett schlafen, und ich meine Zähne wieder in etwas frisches schlagen, das nicht seit drei Wochen tot und in Salz eingelegt ist“, er verzog das Gesicht.

    Dann saß er auf und schon schossen sie dem Himmel entgegen. Yaevinn drückte sich an Niams Rücken und seufzte. „Schön wieder bei dir zu sein“, dachte er. Dann schlossen sie zu Mia und Ares auf und flogen in Richtung der Bergspitze. Dort war die Luft so klar und kalt dass sich in Yaevinns Augenbrauen Raureif bildete. Seine Lungen brannten als er atmete und ihm wurde schwindlich. Er schlug Niam mit der Hand auf die Schulter und brüllte, „Wir sind zu hoch, die Luft ist zu dünn“.

    Der Drache beschleunigte das Tempo seiner Flügelschläge, dann hatten sie den Gebirgskamm passiert und flogen wieder hinab in eine andere Einöde, voller geröll und Staub. Doch es kam Yaevinn so vor als würde es schlagartig wärmer um ihn herum werden. So warm, das er bald in seinen dicken Klamotten zu schwitzen begann.
    Dann sahen sie es. Vor ihnen am Horizont erstreckte sich ein riesiger Krater im Erdboden der einen Durchmesser von mindestens zwanzig Meilen hatte. Doch als sie den Rand des Kraters erreichten, verschlug es Yaevinn beinahe die Sprache. Niam war genauso überrascht wie er, doch er musterte stattdessen das unter ihnen liegende Areal interessiert.



    Re: Tiberas

    Aresander - 26.07.2009, 21:04


    So und nun das letzte der Kapitel, danach folgt nur noch ein Kurzer Schluss und dann wars das mit Tiberas.

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    Mahlstrom des Wahnsinns

    Yaevinn stand starr als er auf das vor ihm liegende Tal hinabsah. So hatte er sich das Schattenreich nicht vorgestellt. Vor ihm lag eine saftige grüne Wiese auf der viele Tiere wie Schafe, Rehe, Kühe, Pferde und Schweine grasten. Dahinter lag ein grüner, gesunder Wald in dessen Mitte sich eine riesige Lichtung befand. „Das ist es“? Mia nickte ernst und starrte auf den Wald. Niam lag hinter ihnen im Gras und leckte sich die Pfoten ab. Er hatte es sich nicht nehmen lassen bei der üppigen Auswahl die es gab, zu jagen. Ab und an witterte er, dann schnaubte der Drache und schickte Niam einen Gedanken. „Ich kenne das alles“.

    „Ich hatte etwas ganz anderes erwartet“, gestand Yaevinn ein. Mia sah zu ihm. „Es hat sich wirklich verändert, aber…“, die Shaikan zuckte zusammen und krümmte sich. Ihr Gefährte hielt sie fest bis der Krampf vorüber war. Er murmelte mehrere beruhigende Worte doch dieser Anfall unterschied sich von den vorherigen. „Die Zeit wird knapp“, flüsterte sie. Yaevinn brauchte einen Moment bis er verstand. Die Zeit die Mia hatte war beinahe abgelaufen. „Dann sollten wir aufbrechen. Wir werden fliegen müssen“, murmelte Ares. „Aber da sind wir ein leichtes Ziel für Bogenschützen“, wandte Yaevinn ein.

    Mia deutete auf den Waldrand wo sich ein Reh der Baumgrenze näherte. Yaevinn beobachtete das geschehen, bis das Reh im Unterholz verschwunden war. Als nach einer Minute immer noch nichts passiert war, drehte er sich zu Mia um. „Und was soll ich da sehen“, er schwieg als ein lautes Röhren zu hören war, gefolgt vom Knacken der Bäume. Dann ohne Vorwarnung erstarb das Geblöke.
    „Was ist da passiert“, fragte der Shaikan leise.
    „Selbst die Bäume sind böse, sie haben das Tier getötet, so wie sie alles töten, was den Wald auf dieser Seite betritt oder verlässt, solange ihr Herr nicht will, dass es ihn verlässt.

    „Und wer ist sein Herr“? Niam musterte sie bis sie ihn ansah. „Das – weiß ich nicht, ich bin ihm nie begegnet, und jene die es sind, sind nie zurück gekehrt. Also hoffe ich das wir auch keine Bekanntschaft mit ihm machen werden“, sie verwandelte sich und stieß sich dann vom Boden ab.
    Ares folgte ihr und Yaevinn stieg auf Niams Rücken. Dann folgten sie ihnen in die Lüfte. Als sie über dem Wald waren sah er zurück zum Horizont wo die Sonne gerade über die Eiswüste schob und diese in einem kräftigen Orange erstrahlen lies.

    Früher oder später werden wir dort hin zurück müssen, dachte Yaevinn und es schauderte ihm schon jetzt vor der gewaltigen Kraftanstrengung. Doch dann wurde er aus seinen Gedanken gerissen als sie gerade die Baumgrenze erreichten. Sie hatten den Wald passiert ohne das sie anscheinend auch nur bemerkt worden waren. Mia setzte zur Landung an und setzte wenig später im grünen Gras auf.
    Von ihrer Luftigen Position aus war nicht mehr zu erkennen als eine Grasfreie Fläche, inderen Mitte ein Stein stand. Als sie auch zur Landung ansetzten fühlte sich Yaevinn verwirrt.

    „Wo sind wir hier? Mia, das kann nicht das Schattenreich sein“, rief er zu ihr. Sie nickte. „Ist es auch nicht. Kommt her, kommt alle in den Kreis. Beeilt euch“, fügte sie an als Niam zögerte. Nun zügiger traten sie in den Kreis und warteten auf eine Erklärung doch nichts des gleichen erfolgte.
    Gerade als Yaevinn sie fragen wollte, was dies alles solle, verschwand die Sonne hinterm Horizont und es wurde schlagartig kälter. Niam knurrte und Ares Lederhandschuhe knarrten als er die Fäuste ballte. Yaevinn sah sich um und erschrak zutiefst, als alles grün um ihn herum gewichen war. Alles was geblieben war, war eine Wüste aus klarem Staub.

    Ein entferntes heulen lies sie zusammen fahren, dann herrschte wieder diese unwirkliche Stille um sie herum. Niam begann unruhig mit den Klauen auf dem Boden zu scharren. Auch Yaevinn spürte es.
    Er hatte es immer für eine Floskel aus den Geschichten gehalten, doch die Boshaftigkeit und das Grauen das hier herrschte war so stark das man es fühlen konnte. Er erstarrte als er Schritte hörte und fuhr herum und sah wie Mia sich in Bewegung gesetzt hatte. Sie hielt auf einen Schemen in der Dunkelheit zu, der entfernt an eine Säule erinnerte, nur das sie wie es schien aus Glas war.

    Mia ging immer weiter wobei es bei jedem ihrer Schritte unter ihren Füßen knirschte. Yaevinn sah zu Ares der ihn genau so unentschlossen ansah. Dann jedoch setzten sie sich schneller als Mia in Bewegung um wieder auf zu holen. Als sie die Shaikan eingeholt hatten merkte Yaevinn das sie zitterte. Doch sie ignorierte seine Blicke und ging immer weiter bis sie bei der Säule angekommen waren. Sie starrte auf den Boden als suche sie etwas, doch da war nichts. Yaevinn sah ebenfalls auf den Boden, doch außer dem Kristallinen Staub sah er nichts Außergewöhnliches.

    Mia seufzte, dann legte sie eine Hand auf die Säule und schloss die Augen. Doch es passierte nichts. „Was ist das für ein Ort“, fragte Ares. Wenn der Shaikan sich fürchtete, so verbarg er es gut.
    Die Shaikan entfernte sich von der Säule und kam zu ihnen. Dann sagte sie in einem ruhigen Tonfall, „Hier wurde ich kurz nach meiner Gefangennahme hergebracht. Sie haben mich an diesen Obeliscken gefesselt und vier Tage gewartet bis ich zu schwach war um zu gehen, geschweige denn mich zu wehren. Dann haben sie mich geholt um sich an mir zu nähren“.

    Yaevinn wusste, was Schatten benötigten um zu überleben. „Und wie lange warst du hier“?
    Sie sah zu ihm, dann sagte sie leise, „Dreißig Jahre. Von denen jeder Tag deine schlimmsten Alpträume verblassen lassen würde“, ohne eine Antwort abzuwarten ging sie weiter.
    Ares und Niam folgten ihr und Yaevinn wollte sich gerade in Bewegung setzen, als sein Fuß im Staub gegen etwas festes stieß. Er bückte sich und griff nach dem Ding, was es auch immer war.
    Als sich seine Finger um den Gegenstand schlossen, machte er eine beinahe runde, glatte Oberfläche aus.

    Er hob es hoch und hielt es sich vor das Gesicht und erkannte das es ein nachtschwarzer Edelstein war. Was machten Dämonen bitte mit einem Edelstein? Er musterte ihn genauer. Dann erinnerte er sich an seinen Unterricht und seiner müden Gliedmaßen. Vielleicht war ja etwas Energie in dem Stein gespeichert. Vorsichtig untersuchte er ihn als es ihm so vorkam, als streife ihn ein kalter Windhauch.
    Der Stein enthielt Kraft, aber so wenig das sie kaum wahrnehmbar für ihn war. Enttäuscht lies er den Stein fallen, und ging hinter den anderen her.

    Doch als er zu ihnen aufschloss blieb Mia wie erstarrt stehen. Sie sah sich um, suchte das Land und den Himmel ab, dann lockerte sie sich und ging weiter. „Was ist“, Ares sah sie verwundert an. „Ich dachte ich hätte einen Schatten gespürt… aber ich habe mich wohl getäuscht“, sie lächelte. „Ich habe mich so lange vor diesem Ort gefürchtet, das ich nun schon Gespenster sehe“.
    Sie gingen weiter doch der Rest ihres Marsches blieb ruhig, bis Mia sich aufeinmal verwirrt umdrehte. Yaevinn spürte es auch. Um sie herum waren überall Lebewesen, doch nirgends war eines zu sehen.
    "Irrlichter", sagte Mia leise. Eine der Verteidigungen der Schatten gegen unerwünschte Eindringlinge.

    Dann sah sie zum Himmel, doch dort war nichts außer der schwärze der Nacht. Dann aufeinmal passierte es. Yaevinn spürte wie etwas seinen Geist streifte. Mia fuhr erschrocken zusammen und starrte ihn an.
    "Yeavinn, verschliesse deinen Geist, sofort", er tat wie ihm geheissen und schirmte seinen Geist gegen eindringlinge ab. Niam musterte ihn besorgt, doch er lächelte wie von selbst und zwinkerte im bevor es so richtig begriff einfach zu. Yaevinn musste einen Schrei unterdrücken. Er wollte etwas sagen, doch sein Mund öffnete sich nicht. Kein Mucks kam über seine Lippen. Er fühlte wie seine Hand nach dem Schwertgriff tastete und ihn packte. Langsam zog er ohne es zu wollen die Klinge einen Zentimeter weit aus der Scheide. Panik wallte in ihm auf. Panisch schrie er nach Niam, doch der Drache hörte ihn nicht.

    Dann jedoch entspannte sein Arm sich wieder als Mia ihren Weg fortsetzte und die Waffe sank zurück in ihre Scheide.



    Re: Tiberas

    Aresander - 27.07.2009, 19:42


    Das Antlitz des Feindes

    Niam sah immer wieder unruhig zu seinem Reiter. Ihm gefiel nicht das Mia ihn aufgefordert hatte, seinen Geist zu schliessen und ihn so aus zu sperren. Wachsam sah er sich in alle Richtungen um, doch weit und breit waren nur Ruinen und Staub zu sehen. Staub, Staub und noch mehr Staub. Wieder sah er zu seinem Reiter. Doch Yaevinn sah aus als würde er sich nicht fürchten.
    Was hätte er dafür gegeben zu wissen, was in Yaevinn im Moment vorging, doch zu seinem Schutz musste er seinen Geist verschlossen halten.

    Niam brummte betrübt und hoffte das Yaevinn ihm über die Nase streichen oder ihn kurz hinterm Ohr kraulen würde um ihn zu beruhigen, doch nichts dergleichen geschah. Wahrscheinlich hatte der junge Mensch an dem erlebten doch ziemlich zu kauen, dachte er sich um seiner Wachsenden Unruhe Einhalt zu gebieten. Er riss sich aus seinen Gedanken und ließ den Blick wieder über die Landschaft schweifen. Immer weiter trugen ihn seine Füße den Hügel hinauf, dann erreichten sie die Kuppe.

    Er erstarrte als er dutzende von Drachen sah. Sie lagen an Pfählen angekettet auf dem Boden. Alle möglichen Größen und Farben waren vertreten, vor allem aber Farben in einem rötlichen Ton. Er sah zu Yaevinn der das Lager mit einer seltsamen Gelassenheit musterte. Dann wandte er den Blick zu Mia die das Lager musterte und schnupperte. „So wenige“, flüsterte sie. Dann langsam setzte sie sich in Bewegung und ging den Hügel hinab.

    Wieder sah Niam zu seinem Reiter. Wenn sie dies hinter sich hatten, würde er ihn bitten mit ihm etwas mehr Zeit alleine zu verbringen. Ohne irgendeinen Auftrag oder Befehl. Alles was er wollte war mit seinem geliebten Reiter irgendwo die Spuren dieser Reise ab zu waschen und sich etwas Erholung zu gönnen.

    Er sah wieder zu den Shaikan und musterte sie. Viele wirkten als würden sie schlafen, doch fast alle sahen ihn aus leeren Augen an. So sahen Lebewesen aus, deren Wille gebrochen wurde. Die so schwer misshandelt wurden, das sie alles tun, und nicht einmal den Tod scheuen würden, um der Pain zu entgehen.
    Einzig die kleinsten und jüngsten unter ihnen sahen sie neugierig, wenn auch ängstlich an. Was für ein Schreckliches Schicksal, dachte er.

    Dann viel ihm jedoch eines der Jungtiere auf, welches etwas kränklich wirkte. Der Frischling war so mager das er nicht feststellen konnte ob es sich bei ihm um ein Männchen, oder aber ein Weibchen handelte. Dann riss er sich von dem Anblick los und folgte den anderen die schon ein ganzes Stück weiter gegangen.
    Schwarze Mauerreste ragten links und rechts von ihnen aus dem staubigen Boden.

    Dann jedoch passierte es, seine Mutter hob die Hand und bedeutete ihnen stehen zu bleiben. Stille. Dann hörte er es. Das leise Flüstern und Schnaufen jagte ihm einen Schauer über den Rücken. Mias Hände ruckten leicht und drei Aschfahle Klingen fuhren aus ihrer Hand. Niam erstarrte in ehrfurcht. Er hatte in ihrem Unterricht davon gehört. Bei Ares war dasselbe passiert. Er sah zu Yaevinn und sah wie auch er das Schwert zog.


    Er grub die Klauen in den Staub und sah sich um, versuchte einen der Schatten aus zu machen. Das Keuchen und Kreischen wurde immer Lauter bis es alles andere übertönte. Dann sah er ihn. Direkt über ihnen auf einem der Mauerreste
    schob sich ein seltsamer langer Kopf über den Rand und sah zu ihnen hinab.
    Als er kurz wieder nach unten sah, bemerkte er das sie umzingelt waren. Überall um sie herum standen Kreaturen wie diese über ihnen.

    „Verteidigt euch“, Mia ging in eine Verteidigungsposition und Ares tat es ihr gleich. Doch die Schatten rührten sich nicht. Eine Minute lang standen sie ohne sich zu bewegen da, dann flüsterte Mia, „Auf drei Schlagen wir uns einen Weg durch ihre Reihen. Eins, zwei...“. Ein lautes Sirren erfüllte die Luft, dann schrie Ares auf. Niam sah geschockt nach unten um gerade noch zu sehen wie der Shaikan zu Boden ging und um Zeuge zu werden wie Yaevinn mit einem Blitzschnellen Schwerthieb seiner Mutter den Rücken auf schlitzte.

    Yaevinn vollführte eine Drehung, dann spürte Niam einen stechenden Schmerz in der Brust und sah perplex nach unten. Yaevinn stand vor ihm, die Hand am Schwertgriff. Die Waffe steckte bis zur Hälfte in seiner Brust. Niam starrte Yaevinn fassungslos an, dann spürte er wie die Waffe aus ihm heraus glitt.
    Es wurde finster um ihn herum, er spürte wie er in die Knie ging und auf die Seite fiel. Das konnte nicht sein. Niam schrie vor Schmerzen. Warum sollte Yaevinn soetwas tun? Das war es. Er hatte wieder einmal einen Alptraum. Gleich würde er aufwachen und Yaevinn würde ihn wieder dafür rügen, das er so seltsame Sachen träumte.

    Das war es.
    Er sah zu Yaevinn der vor ihm stand und ihn anlächelte. Niam lächelte zurück. Dann bevor er es verstand, trat Yaevinn ihm aller Kraft auf den Kopf und es wurde endgültig schwarz um ihn herum.


    Ende Part I



    Re: Tiberas

    Kaya - 27.07.2009, 20:17


    oO ok mit dem Ende hätte ich nie grechnet...wie konnte Yaewinn nur zu so etwas fähig sein ??? Vielleicht stand er ja unter einem fremden Zauber. Also das ist echt heftig :heul: Armer Niam und dann auch noch Mia :o:



    Re: Tiberas

    Aron - 27.07.2009, 21:26


    also ares das ist sooo gemein so ein ende zu machen, *seuftz* das habe ich jetzt echt nicht erwartet nicht nach den letzten zwei kapitel die mir echt gut gefallen haben. Un ddie du super hinbekommen hast.

    da wäre es mir lieber gewesen wenn du den schluss offen gelassen hättest.

    Kann kaya nur zustimmen. :( :heul:


    aber mal sehen vielleicht hört man ja mal wieder etwas in ferner Zukunft von dir ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 28.07.2009, 15:54


    mal nen Versuch das ganze fortzuführen

    ________________________


    Neue Gegebenheiten

    Mit einem Satz wachte Niam auf und sah sich erschrocken um. Er lag in einer Höhle, genau wie jene, die er mit Yaevinn, Leo und Ksha bewohnte. Die Drachin lag an ihrem angestammten Platz, und im Bett daneben lag Leo. Er sah sich verwundert um, dann spürte er eine Berührung an seiner Seite. Vorsichtig hob er den Flügel und sein Reiter kam zum Vorschein. Der Junge regte sich leicht unter dem kalten Luftzug, dann deckte er ihn wieder rasch mit seinem Flügel zu.

    Alles nur ein Traum, dachte er und schlang den Flügel noch ein kleines bisschen enger an seinen Reiter. Langsam fielen ihm die Augen zu und er schlief wieder ein. Doch der Schlaf hielt nicht lange als er ein lautes scharrendes Geräusch hörte. Er öffnete die Augen und sah einen merkwürdigen Schatten an der Wand vor ihm. Er sah seinen eigenen Schatten und den einer seltsam gebückten Gestalt.

    Es war dem Licht zufolge immer noch tiefste Nacht. War villeicht Yaevinn aufgewacht? Neugierig hob er den Kopf und drehte den Hals um zu seiner Seite zu schauen. Die Schuppen seines Nackens stellten sich auf als er ein rot glühendes Paar Augen vor sich ausmachte. Seine Sicht schärfte sich augenblicklich und er machte ein zottiges Wesen neben sich aus, dass zu seinem Entsetzen Yaevinn in den Klauen hatte.

    Als es ihn sah, stürmte es zum Ausgang und war schon mit seinem Reiter verschwunden. Mit einem gewaltigen Satz hechtete er dem Wesen nach und sah gerade noch wie es aus dem Tor, welches in den Innenhof führte verschwand.
    Die Schäden die er mit seinen Flügeln und seinem Schwanz an der Täfelung anrichtete misachtete er. Yaevinn war in Gefahr. Dies war das einzige was er wahrnahm. Als er auf dem Hof war, sah er sich um doch er konnte sie nirgends sehen. „Niam! Was treibst du hier“? Niam zuckte zusammen.

    Hinter ihm stand Oberoth im Tor und sah ihn wütend an. „Yaevinn wurde entführt. Ich muss ihn retten. Ich brauche eure Hilfe Meister“, der Reiter zuckte. „Ich bin nicht dein Meister. Ich habe euch das letzte Mal als ihr gegen meine Regeln verstoßen habt in Schutz genommen. Es war euch strikt untersagt eure Höhlen zu verlassen“! Niam war verwirrt, „Aber Meister, wir haben unsere Ausbildung doch lengst“. Oberot neigte den Kopf nach vorne. „Ich bin nicht mehr euer Meister“!

    „Was ist hier los“? Niam fuhr verwundert herum und sah Yaevinn an, der verschlafen zu ihm aufblinzelte. Er war gerade aus der Höhle gekommen.
    „Dein ungezogener Drache hat sich nach draußen geschlichen und hat uns alle in Lebensgefahr gebracht“, Niam schüttelte den Kopf. „Nein, Meister ich bin mir sicher das ich gesehen habe, wie Yaevinn entführt wurde. Ich wollte nicht“.
    „Genug der Lügerei. Ein für alle mal. Hiermit verbanne ich euch aus unseren Reihen“. Niam war geschockt. Er wollte gerade wiedersprechen, als Yaevinn sagte, „Das ist alles deine Schuld. Du bist Schuld“, Zorn stand in Yaevinns Augen.

    „Du bist wirklich zu nichts nütze, dummer Drache“, Niam starrte zu Mia die rechts neben ihm aufgetaucht war. Sie sah ihn kalt an. „Ein Feigling der seine Eigene Familie verrät, nur um sein Überleben zu sichern“, Saria tauchte links von ihm auf. „Du bist eine Schande für jeden Drachen den es gibt. Blutsverräter“, Ksha tauchte hinter Yaevinn und Oberoth auf. Er begann zu zittern. „Ist das ein Spaß? Was soll das“, fragte er ängstlich.

    „Ich hätte dich im Wald sitzen lassen sollen. Du bist daran Schuld das ich mein Leben nun in Angst fristen muss. Ich hätte in die Fußstapfen meines Vaters treten können. Hätte irgendwann eine Familie gegründet. Das alles, bleibt mir deinetwegen vorenthalten“! Yaevinn ging auf ihn zu und Niam wich vor ihm zurück. Er wollte etwas sagen. Doch er brachte keinen Ton heraus. „Wegen dir sind meine Kinder in Angst und Schrecken groß geworden“, schrie Saria. Nun stand die weiße Drachin vor ihm. „Nur weil du deinen Reiter nicht beschützen konntest“, die weißen Reißzähne kamen ihm immer näher und er kauerte sich auf den Boden.

    Er kniff die Augen zu und wartete. Doch nichts geschah. Ein Kühler Windhauch strich über seine Wange und er blinzelte. Vor ihm lagen die Ruinen in denen sie überfallen worden waren. Doch er war alleine. Vorsichtig stemmte er sich hoch wobei ihm ein stechender Schmerz durch die Brust fuhr. Er blickte nach unten und sah die Blut verkrustete Wunde. Langsam sah er sich um. Es war still. Nichts deutete darauf hin das hier ein Kampf stattgefunden hatte. Ein Schauder lief ihm über den Rücken als er an den Traum zurück dachte.

    Er sah sich um, dann schnupperte er. Doch da war nichts. Die Luft war so sauber und klar, das er nichts roch. Wohin sollte er gehen?

    „Was ist, hat dich der Mut verlassen, Skulblaka“? Niam traute seinen Ohren nicht. Er sah zur Seite und sah Yaevinn an eine der Mauern gelehnt stehen.
    Einen Moment lang freute er sich ihn gesund und munter zu sehen, dann erinnerte er sich jedoch daran das er es war, der sie angegriffen hatte.
    „Yaevinn, hast du den Verstand verloren, du hast“, sein Reiter lächelte als wäre er ein dummes Küken. „Ich bin nicht Yaevinn. Mein Name ist Magaz, Herr über das südliche Territorium. Der den du Yaevinn nennst, existiert nicht mehr. Sein Geist ist im Kampf mit mir zu schwer verwundet worden und ist verblasst“.
    „Eigentlich müsste ich ihm dankbar sein, das er mich aus meinem Gefängnis befreit hat. Aber das ist nun nicht mehr von bedeutung. Die viel größere Frage ist, was mache ich mit dir. Du hast das Blut der Scarablake in deinem, und doch bist du nichts weiter als ein schwächlicher Drache. Es ist beinahe fast ironisch. Ihr seid mit einem viel stärkeren Körper und mit einer noch größeren Macht als die Shaikan gesegnet, nur seid ihr nicht in der Lage weder das eine noch das andere sinnvoll zu nutzen.

    Aber ich glaube, es wäre doch eine Verschwendung dich einfach so zu töten“, er murmelte mehrere schnelle Worte und auf einmal zerrten Niam mehrere unsichtbare Fesseln an eine der Mauern und hielten ihn fest. Er konnte sich nicht mehr bewegen. Yaevinn kam gemächlich auf ihn zu, die silberne klinge glomm im fahlen Licht. Sanft legte er die Klinge auf Niams Nacken und strich mit der Spitze über seine Schuppen. Das Scharrende Geräusch lähmte ihn gerade zu, dann ohne Vorwarnung ruckte Yaevinns Arm ein kleines bisschen nach vorne und stach ihm ins Fleisch.

    Niam knurrte unter dem stechendem Schmerz, als Yaevinn das Schwert auch wieder heraus zog. Langsam wandterte die Klinge seinen Rücken hinab, bis es wieder passierte. Diesesmal entfuhr Niam ein leises Jaulen als die Klinge sich langsam in ihn bohrte. Er spürte wie seine Augen wässrig wurden. Als die Klinge das dritte mal in ihn eindrang, brüllte er vor Schmerz laut auf. Seine Sicht wurde unscharf, dann passierte es wieder und Niam verlor das Bewusstsein. Noch nie hatte er sich so gefürchtet.

    Als er wieder zu sich kam saß jemand vor ihm, doch es war nicht Yaevinn.
    „Es tut mir so Leid“, er versuchte mehr zu erkennen. „Ich habe wirklich gedacht, sie würden euch in Ruhe lassen. Es tut mir Leid. Ich habe euer Schicksaal besiegelt“. Ein leises Schluchzen drang an sein Ohr. Niam blinzelte mehrere Male bis er Mia erkannte. Die Shaikan sah nicht weniger schlimm aus als er wahrscheinlich. Ihre Lippe war aufgeplatzt und ein Veilchen bildete sich um ihr linkes Auge.

    „Es tut mir so schrecklich Leid, das ich euch hier mit rein gezogen habe. Es tut mir Leid“. Nia versuchte sich zu bewegen, doch sein ganzer Körper stach vor Schmerz. „Wo ist Ares“, fragte er schwach. „Tot, Yaevinn hat ihn mit dem ersten Angriff getötet. Er ist zu einem Schatten geworden. Er muss irgendwo mit einem Seelenstein in Berührung gekommen sein“. „Kann man ihn heilen“? Mia schüttelte den Kopf. Einen solchen aggressiven Geist, kann man nur loswerden indem der betroffene stärker ist als der Angreifer, oder aber der Geist verlässt den Körper freiwillig“, Niam schluckte.

    „Lebt Yaevinn noch“? Mia senkte den Blick. „Das weiß ich nicht“. Tränen liefen ihr übers Gesicht, dann strich sie ihm behutsam durch die Mähne.



    Re: Tiberas

    Lee - 28.07.2009, 19:52


    ok das is jetz... verwirrend aber hat was :D



    Re: Tiberas

    Kaya - 28.07.2009, 20:32


    hat was? oh mann das ist soooo traurig. Vor allem für Niam, wird da von jedem und allem fertig gemacht. Und auch Mia erst ist sie so glücklich und dann ist Ares auch noch tot. Und Yaevinn ist auch nicht mehr er selbst. Also das wird ja immer schlimmer. Auch wenn es gut geschrieben ist es ist einfach nur zum:
    :heul: :heul: :heul: :heul:



    Re: Tiberas

    Aresander - 29.07.2009, 18:55


    Lee hat folgendes geschrieben: ok das is jetz... verwirrend aber hat was :D

    geht mir irgendwie genauso wie Kaya o.O



    Re: Tiberas

    Lee - 29.07.2009, 19:00


    der schreibstil hat was... also halt das ständige wechseln... zum inhalt hab ich noch gar nix gesagt aber da kann ich mich kaya nur anschließen... aber iwie kann ich mich grad extrem in Niams situation versetzten weils mir ähnlich geht... also nich so krass aber trotzdem



    Re: Tiberas

    Aresander - 31.07.2009, 12:45


    Muhahaha, kein Happy End xD

    __________________________________


    Stärker als das Böse

    Unbekanntes Datum


    Ein Schrei weckte Niam auf. Er sah sich um, doch da war nichts. Er lag immer noch in den Ruinen im Staub. Müde hob er den Kopf und sah sich um, doch da war nichts außer staub, Staub und noch viel mehr Staub. Er wollte gerade den Kopf auf den Boden legen, als er das Brüllen eines Drachen hörte. Garnicht so weit entfernt. Träge stand er auf um nach zu sehen, wer da so einen Radau veranstaltete. Er sah über die Mauerreste und sein Blick viel auf einen braunen Drachen, der gerade einmal vielleicht halb so groß war wie er.

    Vor ihm lag ein kleinerer, jüngerer Drache zusammen gekrümmt im Staub und regte sich kaum noch. Der Braune schürzte die Leftzen, dann schnappte er zu, verfehlte das Junge jedoch, welches ihm mit einem letzten verzweifeltem Sprung auswich. Das war ja nicht die Möglichkeit! Ein Drache der ein Junges anfiel?!
    Niam knurrte, dann plusterte er sich auf, sprang, den Schmerz vor lauter Empörung und Verachtung ignorierend über die Mauerreste und kam vor dem kleinen Drachen auf.

    Der Braune musterte ihn knurrend und spannte die Flügel auf. Doch dann fielen ihm Mias warnende Worte wieder ein. Auch wenn sie so aussahen wie er, waren das nur primitive Tiere. Anders würde es also nicht gehen, er spannte die Muskeln an, dann mit einem Satz schnellte er vor und schlug zu. Seine Klauen trafen und der Drache brüllte vor Schmerzen. Er hatte ihn an der Flanke erwischt und drei lange, schartige Risse hinterlassen. Beide sprangen zurück und wieder war das junge zwischen ihnen.

    Der braune musterte ihn abschätzend, dann sah er zu dem Jungen und spannte die Hinterbeine an. Doch Niam ahnte was er vor hatte und machte zwei Schritte nach vorne, so das das Junge unter ihm war. Der Braune funkelte ihn wütend an und wollte gerade einen Satz nach vorne machen, als Niams Kopf vorschnellte und den Drachen in die Kehle biss. Er schmeckte das Blut in seinem Maul, während sein Kontrahent sterbend zu Boden ging. Nach einer Minute war es vorbei und der braune lag tot vor ihm im Staub.

    Niam wusste nicht was er empfinden sollte. Abscheu, oder Mitleid. Wäre er so aufgewachsen wie ich, würde er heute einen Menschen oder Elfen als Partner haben und mit ihm zusammen über Alagäsia wachen. Er brauchte einen Moment bis er den Blick von dem Drachen abwenden konnte. Er hatte einen seiner Art ermordet. Das, was nie wieder hätte geschehen sollen, war geschehen. Er sah nach unten wo der kleine verstaubte Frischling auf dem Rücken lag und zu ihm hoch starrte. Doch Niam wusste nicht was er machen sollte. Verwundet war er nach außen hin nicht.

    Vorsichtig senkte er den Kopf zu dem kleinen herab und schnüffelte an ihm. Er roch völlig anders als er und Mia, folglich war dies keines seiner verschollenen Geschwister. Das Junge winselte vor Angst und er zuckte zusammen. Dann vorsichtig schob er die Schnauze in den Nacken des Frischlings und packte ihm im Nacken. Dann hob er ihn hoch und trug den Frischling in seinen Unterschlupf.
    Dort angekommen setzte er das Junge auf einen kleinen Haufen und musterte ihn noch einmal eingehend. Doch das verängstigte Jungtier schien den Moment nutzen zu wollen und versuchte fortzulaufen, jaulte jedoch einmal laut und kam humpelnd zum Stehen. Den Rechten Hinterlauf hielt es angezogen. Vorsichtig drang er in den Geist des Kükens ein und zeigte ihm Bilder vom fliegen, von gemeinsamen Momenten und Nähe. Und übermittelte ihm den Gedanken, „Ich fresse keinen meines Volkes“.

    Einige Augenblicke lang geschah nichts, dann aber drehte das Küken sich zu ihm um und kam langsam humpelnd auf ihn zu. Niam senkte den Kopf und lies das junge an ihm schnuppern und ihn so kennen lernen. Dann streckte der kleine Drache die Zunge heraus und fuhr ihm über die Nasenspitze. Niam zuckte zusammen, und dann spürte er etwas was er glaubte nie wieder zu spüren. Freude. Vorsichtig packte er den kleinen und hob ihn zu sich, damit das Junge sich zuerst einmal ausruhen konnte.

    Der kleine schmiegte sich an seine Seite und drückte sich an ihn als hätte er ein solches Gefühl der Geborgenheit noch nie erlebt. Vorsichtig begann Niam das junge zu putzen, auch wenn der Staub sich auf seiner Zunge zu einem ekligen Teppich verband. Doch Niam war etwas verwundert als er die Farbe des Frsichlings ausmachte. Es war ein kräftiges Rot auf dem Rücken, welches sich an Brust und Bauch in ein warmes Gelb wandelte. Ein zweifarbiger. Soetwas hatte er auch noch nie gesehen. Aber was sollte es.

    Niam freute sich, anscheinend war der kleine noch nicht so abgestumpft wie alle anderen hier. Er war neugierig und strahlte doch die ihnen angeborene Würde aus, an der es den versklavten Drachen mangelte. Die Nähe des kleinen munterte ihn etwas auf und auch die Trauer um die Versklavung seines Reiters lies etwas nach. „Du hast da einen der viel versprechensten Scarablaka meiner Herde getötet, Drache“! Niam gefror geradezu das Blut in den Adern, als er die Stimme seines Freundes hörte. Noch bevor er etwas machen konnte, krachte sein Kopf mit voller Wucht gegen die Mauer rechts neben ihm. Das gemäuer bröckelte, dann brach die Wand zusammen und die Brocken fielen auf Niam hinab. Immer wieder spürte er die Treffer, doch keiner war so schlimm, das er ernsthaft verletzt wurde.

    „Ich hätte dich doch töten sollen. Aber“, Niam lachte knurrend. „Du mich töten? Das kannst du nicht. Yaevinn verhindert es, ansonsten wäre ich wohl schon längst Futter für deine misslungenen Haustiere“. Der unsichtbare Schlag traf ihn wie ein Baumstamm im Gesicht und er ging in die Knie, als ihn ein ebenso schwerer Schlag im Rücken traf. Weitere der Schläge trafen ihn überall am Körper bis er nicht mehr stehen konnte. Er viel zu Boden, doch auf einmal endete der Hagel von Schlägen. Er blinzelte zu dem Schatten hinauf, und war erschrocken. Der Schatten hatte die Zähne gefletscht und starrte ins leere.
    Da begriff er was passierte. Yaevinn kämpfte für ihn. Und ehe er verstand was er tat rannte sein Geist gegen die Barrieren des Schattens an, bis ihn aufeinmal eine eisige Kälte umfing. Dann spürte er es. Sein Herz hatte aufgehört zu schlagen. Sein Angriff erstarb, gerade als jemand den Schatten angriff.

    Mia. Die Shaikan stürzte sich in ihrer Menschengestalt auf den Schatten und warf ihn zu Boden, wo sie mit einander rangen. Bis der Schatten seine Beine unter sie bekam und sie mit einem Tritt von sich fort schleuderte. Noch bevor Mia am Boden war stand der Schatten und schlug mit der Faust nach ihr. Sie wurde noch im Flug getroffen und fiel wie ein leerer Sack auf den Boden und rührte sich nicht mehr. Der Schatten kam auf ihn zu. Das Schwert zum Schlag erhoben als er stolperte und vor ihm zu Boden fiel.

    Schwerfällig rappelte er sich auf, und wankte auf ihn zu. „Ich werde dich töten. Du....“, er keuchte, dann ging ein zittern durch den Körper und er legte eine Hand auf Niams Hals. Er murmelte etwas, und Niam fürchtete schon um sein Leben als er spürte, wie sein Herz wieder zu schlagen begann. Niam traute sich nicht ihm die Frage zu stellen, so sehr fürchtete er sich vor der Reaktion. Dann rang er sich jedoch durch und fragte, „Bist du das, Yaevinn“?
    Der Kopf des Reiters fuhr zu ihm herum und die stechenden Augen musterten ihn. Niam wurde heiß und kalt, doch dann veränderte sich etwas.

    Sein Herz machte gerade zu einen Freudensprung. Er konnte seinen Reiter, seinen Freund und Bruder wieder spüren. Doch dann packte er ihn grob am Ohr und zog daran. Niam jaulte auf, als er noch fester zog. „Wir müssen nach Hause. Wir müssen Heim...“, dann kippte er vorne über und schlug neben Niam auf. Er wollte seinem kleinen Freund helfen, doch erst jetzt merkte er wie schwach er war. Vorsichtig stupste er Yaevinn mit der Schnauze an der Handfläche an.
    Beinahe unmerklich langsam schlossen sich seine Finger und strichen ihm langsam über die Nüstern.



    Re: Tiberas

    Kaya - 31.07.2009, 13:00


    Ist zwar kurz aber schön^^ Vor allem spannend und das mit dem rot-gelben Drachen ist auch süß xD
    Ich hoffe das Yaevinn wieder der alte wird.
    Wieder richtig schön geschrieben.
    *Aufs nächste Kapitel freu*
    :clap:



    Re: Tiberas

    Aresander - 03.08.2009, 12:33


    mmh, joa... eines der letzten Kapis bevor mein Laptop endgültig nen abflug gemacht hat... *seufz* Möge er in frieden ruhen



    Re: Tiberas

    Aresander - 04.08.2009, 03:43


    Die Strafung guten Willens

    Blinzelnd öffnete Niam die Augen. alles um ihn herum war weiß. Er fühlte sich prächtig. Es kam ihm vor als würde er auf seinem weichen Kissen in Abastor liegen und dösen. Kein Schmerz mehr, keine Angst. Er blinzelte mehrere Male bis alles um ihn herum wieder sichtbar war. Er war immer noch im Schattenreich. Doch all seine Wunden waren komplett verheilt. Keine einzige Schramme zierte seinen Körper. Vorsichtig stand er auf und fühlte sich ein wenig schwummerig, doch ein lautes Maunzen bekam nun seine aufmerksamkeit.

    Neben ihm saß der kleine Drache und schnupperte an Yaevinn. Niam runzelte die Stirn. Er hatte vorhin doch neben seiner Schnauze gelegen. Und nun war er dort! Er blinzelte erneut um den letzten Rest seiner Sehkraft wieder her zu stellen und erkannte, das Yaevinns Gesicht so bleich wie eine Totenmaske war. Dunkle Schatten lagen unter seinen Augen. Vorsichtig stuppste er ihn an, doch der Reiter reagierte nicht. Doch er lebte, definitiv.

    Niam sah über die Landschaft und meinte im Norden einen seltsamen Hügel im Dämmerlicht aus zu machen. Er musterte ihn eine Weile lang, bevor er merkte das dieses etwas, sich auf ihn zu bewegte. Was immer das war, es würde ihnen nichts gutes bringen. Dessen war er sich sicher. Hastig ging er zu Mia und stuppste sie solange in die Seite bis die Shaikan wiederwillig die Augen öffnete. Sie musterte ihn, dann setzte sie sich auf und sah sich verwirrt um, doch er ließ ihr keine Zeit.

    „Wo ist mein Vater? Lebt er oder wurde er schon befreit“? Sie nickte und stand dann auf und wankte auf Yaevinn zu. „Wir müssen die anderen warnen. Sie wollen nach Alagäsia. Der Schutzzauber der das Tal vor der eisigen Kälte schützt wird schwächer. Sie müssen hier fort, es gibt für sie kein zurück“. Sie hob Yaevinn auf als wäre er ein kleiens Kind und wollte ihn gerade in den Sattel hieven, als sie inne hielt und ihn wieder herunter nahm.

    Vorsichtig legte sie ihn auf den Boden und musterte ihn. Sie rief ihn, doch nichts geschah. Dann spürte Niam wie sie in den Geist seines Reiters eindrang, und sofort wieder verließ. Alle Farbe wich aus ihrem Gesicht. „Was habe ich nur angerichtet? – Wir müssen so schnell wie möglich nach Abastor, los. Sie hob ihn in den Sattel und schwang sich dann hinter ihn. Gerade als er abheben wollte, spürte er ein Kratzen an seiner linken Flanke und sah wie das Drachenjunge versuchte auf seinen Rücken zu klettern.

    Es hielt inne als er es ansah, ließ von ihm ab und senkte ängstlich den Kopf.
    Dann kam es langsam zu ihm gehumpelt und setzte sich neben sein Vorderbein und sah flehend zu ihm hinauf. Niam wurde bei dem Gedanken ganz schwer ums Herz wenn er daran dachte den kleinen hier zurück zu lassen, wo er als Futter enden würde.
    „Wenn wir ihn mitnehmen, werden wir langsamer. Das könnte dich und Yaevinn das Leben kosten, oder er wird wahnsinnig wenn wir nicht bald seinen Geist behandeln lassen“.

    „Yaevinn ist stark und…“, „Yaevinn ist stark, genau wie du, aber wir werden das was wir zuvor in einem Monat marschiert sind, innerhalb von Tagen zurücklegen, ansonsten ist es zu spät, Niam. Willst du das alles für ihn aufgeben. Es gefällt mir auch nicht, und könnte ich fliegen, würde ich ihn tragen, aber ich kann nicht mehr. Yaevinns Gesundheitlicher Zustand wird sich verschlechtern, bis sein Körper nach und nach den Dienst versagen wird. Und dann gibt es nichts mehr was wir tun können. Hierbei handelt es sich nicht um Tage, die wir zögern können, sondern Stunden“!

    Niam schwieg eine ganze Weile. Dann sah er zu dem kleinen Drachen auf dem Boden hinab. Er wollte sich gerade abstoßen als ihm einfiel was Yaevinn zu ihm gesagt hatte.
    „Wenigstens deinen Vater können wir retten. Diesesmal werden wir nicht versagen“.
    Seinen Vater hatten sie auch nicht retten können.
    „Wenigstens einen wollen wir retten. Ich werde ihn sobald wir die Eiswüste hinter uns haben absetzen und ihn den Rest alleine fliegen lassen“.

    Ohne auch nur Mias Antwort ab zu warten, packte er den kleinen im Nacken und stieß sich vom Boden ab. Gerade als er den Steig flug beendet hatte, hörte er ein Brüllen, das seine Flügelmembran erzittern ließ. Er wandte den Kopf um und konnte anfangs garnicht begreifen was er da sah. Ein Drache! Oder Shaikan. So groß wie Kritos, wenn nicht sogar größer. Überall stiegen kleinere Drachen auf und hielten genau auf sie zu.
    Panisch beschleunigte er seine Flügelschläge. Er war nicht soweit gekommen, nur um von diesen Hunden zerfleischt zu werden.

    Dann endlich sah er sie. Das Felsplato mit dem Runenzirkel. „los! Wenn die Sonne Untergeht bevor wir darin sind, werden sie uns kriegen“!
    Immer schneller rasten sie auf den Boden zu, dann bremste er ab und landete Schlussendlich genau im Zirkel. Sie hatten es geschafft und der letzte Sonnenschein ging gerad enoch so über den Horizont dann passierte es. Niams Flügel kribbelten, dann wurde es finster um ihn herum. Er glaubte mehrere Schemen um sich herum aus zu machen, doch dann erinnerte er sich. Die Lichtung.

    Ein lautes Ächzendrang aus dem Wald zu ihm herüber . Es begann zu kancken und zu knistern. „Sie erhalten ihre Befehle aus der anderen Welt, los flieg, oder wir werden gleich in Stücke gerissen“, zischte Mia. Das ließ sich Niam kein zweites mal sagen. Mit einem Satz stieß er sich ab und begann gerade mit den Flügeln zu schlagen als sich etwas um seinen Hinterlauf wickelte unbd ihn fest hielt. Rein Reflexartig drehte er den Hals und spie einen Flammenstrahl nach hintern. Der Druck auf seinen Knöchel wurde unertragbar, dann riss die Verbindung und sie waren wieder frei.

    Doch noch schlimmer als der Schmerz war das was er gesehen hatte. Die Bäume schienen soetwas wie Arme zu haben, welche sich ihnen entgegen streckten. Die Rinden, Astlöcher und Wulzten bildeten groteske Wutverzerrte Fratzen, die ihnen entgegen starrten.

    Immer weiter stiegen sie in die Luft. Dann änderte sich der Geruch und er atmete erleichtert aus als er den Geruch der Tiere und der Frischen Wiese wahrnahm.
    Wir haben es geschafft, dachte er. Doch gerade zu als würde irgendeine höhere Macht seinen Triumph missbilligen, hörte er in der Ferne einen schrillen Schrei. Sofort kamen ihm die dunklen Kreaturen und der Schmerz der durch sie verursachte Wunde wieder ins Gedächtnis. Und wie Yaevinn für ihn sein Leben riskiert hatte.

    Ein tiefer Groll ton drang aus seiner Kehle, dann beschleunigte er den Schlag seiner Schwingen bis sie schneller waren als er jemals zuvor in seinem Leben geflogen war. Er schloss die inneren Lieder um seine Augen vor der kalten Luft zu schützen, dann nahm er die düstere Aura der Kreaturen war. Sie waren überall um sie herum. „ Schliesse deine Augen, sofort! Garjzla“, rief Mia hinter ihm und er schloss gerade noch rechtzeitig die Augen als alles um ihn herum von einem grellen Licht erhellt wurde. Er sah durch seine Augenlieder seltsame Schemen, die an ihm vorbei nach unten fielen.

    Vorsichtig öffnete er die Augen und sah dass es um ihn herum wie am heiligsten Tag war. Er sah die Erde unter sich und auch die finsteren Kreaturen die blind um sie herum schwirrten. Dann sah er es. Den Gebirgskamm. Danach musste er nicht lange durchhalten. Erneut beschleunigte er das Tempo seiner Flügelschläge, so sehr das seine Gelenke brannten. Dann endlich hatten sie den Kamm passiert . Vor ihnen breitete sich die graue Eiswüste aus und irgendwo dahinter befand sich ihr Ziel. Alagäsia.

    Als er zurücksah stellte er fest das alle Angreifer abgedreht hatten und zum Gebirge zurück flogen. Dann jedoch spürte er Mias Gedanken und sah nach Vorne. Das konnte doch nicht wahr sein, niemand konnte soviel Pech haben. Vor ihm türmten sich mehrere hundert Meter hohe Wolkenberge auf. Er legte die Ohren an und wartete darauf das der Sturm sie erfasste. Und als es so weit war, wünschte er sich das er zum Boden fliegen könnte und einfach den Sturm absitzen konnte.

    Doch der Gedanke an Yaevinn machte diesen Wunsch zu nichte. Also flog er immer weiter durch die Flocken die ihm die Sicht versperrten. Immer wieder verkrampften sich ob des ungeheuren Tempos und der zusätzlichen Belastung durch die Winde seine Flügel, was die Schmerzen noch unerträglicher machte. Doch er stand sie durch. Dieses Mal würde er sich nicht erlauben sich zu schonen. Dann nach einer Zeit die ihm wie eine Ewigkeit vor gekommen war, lichtete sich der Sturm und er sah eine ihm bekannte Gebirgskette vor sich am Horizont. Aber wie… er sah nach hinten und sah dort Mia die Yaevinn fest an sich gedrückt hielt und ihn mit ihrem Körper wärmte. Wärme! Er hatte den kleinen Drachen völlig vergessen. Doch als er nach unten sah, schaute der kleine sich neugierig die unter ihnen vorbei ziehende Landschaft an.

    Niam flog, alle Signale der Erschöpfung und des Schmerzes missachtend immer weiter bis sie den Buckel passiert hatten. „Ich muss landen und eine Pause einlegen, ansonsten werden mir die Flügel bald den Dienst verweigern“, teilte er seiner Mutter mit die sofort zustimmte. „Das hast du dir verdient, du hast die Strecke, die wir in einem Monat zurück gelegt haben in vier Tagen geschafft und das mit diesem schrecklichen Sturm der mit uns gezogen ist“.

    „Vier Tage“? Niam war einerseits erleichtert das sie das schlimmste hinter sich hatten, andererseits Schockiert das soviel Zeit vergangen war und er es nicht mitbekommen hatte. Nun öffnete er seinen Geist wieder für die Signale seines Körpers. Seine Muskeln brannten wie Feuer. Seine Augen kamen ihm seltsam geschwollen vor und seine Lunge fühlte sich an als würden tausende Nadeln darin stecken. All dies sagte ihm eines: Sein Körper war am Ende seines Möglichen angelangt. Doch nun war es nicht mehr weit. Das letzte Ziel bevor er sich endlich erholen durfte. Carvahall.

    Der Morgen graute als er über dem Dorf langsam in Kreisen herabsank und dann ungelenk aufkam. Die Flügel lies er einfach ausgestreckt auf den Boden fallen und legte sich auf den Bauch und wartete bis alle abgestiegen waren. Mia legte Yaevinn behutsam an seine Schulter und kam dann zu ihm. Sie hielt die Hände unter seinen Kopf und sah ihn unverwandt an. Was wollte sie, doch dann verstand er und lies den Drachen los, der einfach in ihre Amre plumpste und dann abgesetzt wurde.

    Mia ging zu dem kleinen Brunnen und warf den Eimer in den Schacht. Dann zog sie ihn wieder hoch und brachte ihn zu ihm. Gierig trank er das ihm gebrachte Wasser. Mia stand da und musterte ihn eingehen. „Ich muss gestehen, ich bin wirklich beeindruckt“, den Rest bekam er jedoch nicht mehr mit als ihm die Augen zufielen und er einschlief. Sie hatten es fast geschafft.



    Re: Tiberas

    Aresander - 14.08.2009, 23:03


    so, mir persönlich haben die letzten Kapis nicht wirklich gefallen und ich glaube das hie rnicht mehr viel zu retten ist... naja, einer meiner letzten VErsuche...


    _______________________________________


    Alleingang

    Unbekanntes Datum


    Müde zog Niam die Beine unter den Körper als er erwachte um sich auf zu stemmen. Alles tat weh, selbst der letzte Muskel in seiner Schwanzspitze schmerzte und er sah vorsichtshalber seinen Körper hinab ob er auch wirklich nirgends verletzt war, doch dem schien nicht so.
    Doch als er nah vorne sah brauchte er einige Momente biss er begriff.
    „Was machst du denn hier“? Seine Schwester lächelte matt und kam dann zu ihm und umarmte ihm, wobei ihre Füße ein paar Zentimeter über dem Boden schwebten, dann ließ sie seinen Hals los und fiel zu Boden wo sie geschickt abfederte und dann zu ihm auf sah.

    „Darauf warten dass du aufwachst. Du hast zwei volle Tage lang geschlafen“. Zwei Tage… dann jedoch fuhr er wie elektrisiert zusammen. „Wo ist Yaevinn“, sie hob beschwichtigend die Hände.
    „Keine Sorge, er ist heute Nacht in Abastor angekommen und wird dort von unseren besten Heilern versorgt“, sie verwandelte sich und zerrte dann einen toten Ochsen zu ihm heran.
    „Da, du musst endlich mal was essen. Mias Aussage zufolge hast du vor anderthalb Wochen zum letzten Mal etwas gefressen, also lass es dir schmecken, danach können wir weiter reden“.

    Er brummte dankbar und machte sich über das Futter her während Saria ihn aufmerksam musterte, gerade so als würde sie ihn gar nicht kennen. Als er fertig war und sie ihn immer noch anstarrte, fragte er, „Ist etwas“? Sie schüttelte sich leicht. „Mia hat mir erzählt was du geleistet hast. Über siebenhundert Meilen, in vier Tagen, ohne Nahrung und Schlaf. Das hat noch nie jemand zuvor geschafft. Und das Obwohl wir viele große Flieger in unserer Familie haben. Garyu, Ares und“, sie stockte kurz, „Opheila und Saphira, die leider nicht mehr unter uns sind. Außerdem hast du dich etwas verändert“, er sah über seinen Rücken als sie ihm zunickte und entdeckte mehrere weiße Linien im Schuppenkleid. Narben. Narben der Stiche und Schnitte die Yaevinn ihm unter Kontrolle des Schattens zugefügt hatte. „Hast du sie gekannt“? Saria sah zum Himmel. „Das habe ich und ich bin stolz darauf sie gekannt zu haben. Opheila habe ich selbst in den Künsten der Shaikan unterwiesen. Ich habe sie als Küken kennen gelernt und sah wie sie zu einer wahren Shaikan heranwuchs. Dann eines Tages machte sie sich mit ihrem Bruder auf den Weg nach Tabain. Seitdem, haben wir nichts mehr von ihnen gehört.

    Und Saphira machte sich mit ihrem Reiter und dessen Gemahlin auf den Weg. Sie haben das Land verlassen nachdem Friede eingezogen war. Saphira war – weiße und doch einfühlsam. Sie hat Mia in die Künste des Fliegens eingeweiht und ihr Reiter ihr das Kämpfen beigebracht. Und sie waren gut darin, wie man heute sieht. Sie und Ares waren Geschwister und gleichten sich wie ein Ei dem anderen. Ich habe sie mehrfach früher verwechselt“, sie lachte leise.
    „Sind sie sich wirklich so ähnlich“? Saria nickte. „Sie sind Zwillinge. Sie wahren wirklich identisch, nur Saphira war etwas größer als Ares“.

    Niam schwieg eine Weile. Dann fragte er, „Wie geht es Mia jetzt, hat sie Ares tot verkraftet“?
    Sie nickte. „Dem geht’s schon wieder gut, er ist zwei Tage vor euch aufgetaucht. Aber sein Gedächtnis lässt auf sich warten. Er weiß wer ist und vor allem was er ist aber das war es auch schon. Mia wird wahrscheinlich im Moment selbst wieder gepflegt, sie wahr ziemlich erschöpft als sie mir auftrug nach dir zu sehen“.

    „Hast du etwas von Yaevinn gehört“? Ihr Gesichtsausdruck wurde ausdruckslos als sie antwortete. „Er musste in einen Rauchkristall geschlossen werden. Er ist kein Gefangener. Es ist etwas was die Dunkelelfen uns vor wenigen Wochen gebracht haben. Der Körper erstarrt während der Geist weiterhin arbeitet. So kann Yaevinn vielleicht wieder gesund werden. Ohne ihn hätte sein Körper wahrscheinlich schon den Dienst versagt“. Sie musterte seine Rechte Flanke, dann schnaubte sie. Er folgte ihrem Blick und sah eine sich wie ein Ring um seinen Knöchel ziehende Wunde.

    „Es ist nichts, einer der verhexten Bäume hat mich gepackt. Dabei muss das wohl passiert sein“, Saria musterte es weiter. „Soll ich es versorgen“? Niam hob den Fuß etwas an damit sie besser herankam und sie senkte den Kopf und pustete auf die Wunde. Augenblicklich verwuchsen die Wundränder und das geronnene Blut bröckelte wie Staub zu Boden. Beneidenswert, dachte Niam, diese Gabe Magie zu nutzen war wirklich praktisch. Aber es half nichts sich etwas zu wünschen was einfach unerreichbar war.

    „Wollen wir dann, oder brauchst du noch etwas Erholung“? Saria faltete die Flügel neu und setzte sich. „Ist Yaevinns Familie noch hier“? Sie schüttelte deutlich den Kopf. Sie erzählte ihm alles was in den letzten Wochen passiert war. Yaevinns Eltern und seine Geschwister waren bereits vor einer Woche in Abastor angekommen und hatten ihre neue Heimat bezogen. Desweiteren erzählte sie das Ksha und Leo vorerst wegen Ksha von ihren Pflichten befreit waren, da der gesundheitliche Zustand Kshas es nicht zuließ. Niam fragte besorgt nach dem Grund dafür doch Saria konnte ihm keine weitere Auskunft geben.

    Niam sah noch einmal über den Dorfplatz. Hier und da standen Kinder die sie mit großen Augen musterten. Suchend sah er sich um und entdeckte seinen Schützling bei dem Kadaver der Kuh an dem er sich gütlich getan haben musste. Der Bauch wölbte sich sichtlich nach außen und das Junge schnaubte zufrieden im Schlaf. Saria war seinem Blick gefolgt und trat ein paar Schritte näher. „Er gehört zu mir“, erklärte er und packte behutsam den Nacken. Dann sah er wieder zu Saria. „Es wird Zeit, außerdem geht immer irgendetwas schief wenn wir nicht zusammen sind“.

    Sie grinste auf ihre Weise. „Ja, das ist irgendwie eine Tradition in eurem Orden“. Dann stieß sie sich ab und er folgte ihr. Saria war schnell, dafür dass sie eindeutig ein Kämpfer war. Doch er war schnell zu ihr aufgeschlossen und so flogen sie gemeinsam in Richtung Süden bis sie in der Finsternis der Nacht die Lichter Abastors ausmachten. Der Landeplatz war durch aufgestellte Fackeln hell erleuchtet.

    Niam hatte damit gerechnet dass jemand da sein würde, allerdings hatte er mit Garyu, Leo oder Ksha gerechnet, nicht mit sieben großen Drachen, ebenso vielen Reitern und mehreren Magiern. „Was ist denn los? Ist irgendetwas passiert“?
    „Das erkläre ich dir später wenn wir gelandet sind“, damit zog sie die Flügel an und stieß beinahe Senkrecht auf die Stadt hinab und landete dann mit einem vernehmlichen Rumms auf der Landefläche. Niam hingegen flog langsam dem Boden entgegen und landete dann geübt auf den Hinterbeinen und sah in die Menge.

    Kaum war er gelandet wurde der Ring aus Drachen und Zweibeinern enger gezogen und er begriff wozu sie hier waren. Saria trat in ihrer Menschen Gestalt auf ihn zu und sagte, „Es tut mir Leid das ich dich in einen solchen Hinterhalt locken musste, aber wir können niemanden der im Schattenreich war, einfach auf Abastor loslassen. Warum musste Yaevinn am eigenen Leib Erfahren und du wirst unsere Sorge sicherlich verstehen. Ich habe es zwar schon getan aber es wird noch jemand deinen Geist überprüfen um die Richtigkeit meiner Aussage zu bestätigen. Und ihn werden wir auch überprüfen müssen“, sie deutete auf das Junge in seinem Maul, das inzwischen Wach war und neugierig das Geschehen beobachtete.

    Niam brauchte einen Moment bis er seine Gedanken sortiert hatte, dann gab er seine Zustimmung und einer der Reiter trat hervor und legte die Finger an seine Schläfen. Niam war beeindruckt. Auch wenn dieser Mann nicht sein Reiter war, spürte er ihn kaum. Er musste wahrlich ein Meister dieser Kunst sein. Dann ließ er ihn los und lächelte. Dann kniete er sich auf den Boden und strich dem kleinen vorsichtig über den Kopf und sein Gesicht verfinsterte sich.
    Niam befürchtete schon das schlimmste als er aufstand und das Ergebnis verkündete, „wir können sie ziehen lassen. Beide sind die Herren ihrer Gedanken und keiner hat die Absicht Schaden an zu richten“.

    Alle sahen erleichtert aus und Niam wusste nicht was er machen sollte, vor allem die Drachen musterten ihn genau wie Saria es zuvor getan hatte. Irgendwie bereitete es ihm Unbehagen wie ein preisgekrönter Ochse von allen angestiert zu werden. Mit angelegten Ohren ging er schnell zu Saria und bat sie ihn zu Yaevinn zu bringen. Die Entschuldigung von ihr unterbrach er, er wollte nur noch hier weg. Sie kam seiner Bitte nach und führte ihn durch die Stadt, bis sie vor der Unterkunft waren in der sie sonst auch immer untergebracht wurden. Gerade wollte sich Niam beschweren das sie ihm auch einfach sagen hätte können wo sein Reiter war, als sie auf ihn zu kam und die Schnallen des Sattels öffnete und ihn herab zog. Niam setzte indes den Frischling auf dem Boden ab, wo er brav neben seinen Beinen sitzen blieb und sich umsah.

    Sie trug ihn ins Innere der Kaserne und kam wenig später gefolgt von Leo und Ksha wieder heraus. Leo streckte sich und streichelte ihm über die Nase und er beugte sich zu ihm hinab und pustete ihm ins Gesicht. Dann sah er zu Ksha die Still und geduldig hinter ihrem Reiter wartete. Er suchte ihren Körper nach einer Verletzung ab doch entdeckte nichts. Er schickte ihr einen Fragenden Gedanken und sie stand auf und drehte sich so dass sie ihm ihre Seite zeigte. Dann zeigte sie ihm ein Bild von ihnen als sie zusammen auf einem Ausflug waren. Dann erinnerte er sich und er sah zu ihrem Bauch stellte die Ohren auf als er die kleine Beule sah.

    Sie kam zu ihm und rieb den Kopf an seinem Hals und er summte glücklich. Und hörte die Erwiderung aus ihrer Kehle. Dann jedoch stupste sie ihn sanft an und schickte ihm einen Gedanken von Yaevinn. Seine Hochstimmung verflog und er schilderte ihr schnell mit mehreren Bildern was seinem Reiter widerfahren war. Als er fertig war leckte sie ihm über die Wange, „geh zu ihm, er braucht dich“. Dankbar für ihr Verständnis folgte er Saria, sah doch immer wieder zu ihr zurück. Was würde wohl Yaevinn dazu sagen. Was diesen Teil ihres Lebens anging hatten sie bisher sich nie ausgetauscht.

    Doch dann stieß ihn wer in die Seite und er sah zu Saria die schelmisch zu ihm hinauf sah. „Deute ich es richtig dass mein kleiner Bruder bald Vater wird“? Er schwieg lächelte aber was ihre Frage genauso beantwortete. Sie gingen still schweigend durch die Straßen die um diese Uhrzeit bereits leer waren und kamen schlussendlich vor dem Gebäude an, indem er seine Verbindungszeremonie mit Yaevinn hatte. Sie deutete auf ein Fenster im ersten Stockwerk und ging dann ins Haus. Wenige Momente später öffnete sie ihm das Fenster und er steckte vorsichtig den Kopf hinein.

    Im Zimmer stand ein Bett, um das sich mehrere Elfen und Menschen gestellt hatten. Alle hatten die Augen geschlossen und murmelten leise Verse. Er hob den Kopf etwas und sah Yaevinn auf dem Bett liegen. Nicht einmal die Kleidung hatte man gewechselt, so dringend war seine Behandlung anscheinend. Einer der Heiler saß auf einem Stuhl und aß eine Kleinigkeit. Als er fertig war sah er zu Niam und er krachte vor Schreck mit dem Kopf gegen die Decke, als er die Rabenschwarzen Augenhöhlen sah. Sofort kam ihm ein Bild des Schattenwesens in Erinnerung, welches er in der Anderen Welt gesehen hatte.

    Doch dann beruhigte er sich als er sich zur Besinnung rief, was da vor ihm stand.
    „Entschuldigt, ihr seid der erste Dunkelelf dem ich begegne“, er sah ihn schräg an, dann fragte ihn Saria, „Was soll ich ihm sagen, er versteht die gebräuchliche Sprache Alagäsias nicht“.
    Er sagte ihr dasselbe, was er auch schon dem Elfen gesagt hatte und sie sprach zu diesen in einer Niam vollkommen unbekannten Sprache. Er nickte ihm kurz zu, dann redete er eine ganze Weile mit Saria bis er sich abwandte und sich zu seinen Gefährten gesellte um ihnen bei Yaevinns Heilung zu helfen.

    „Die Erinnerungen und Eigenschaften des Schattens haben sich mit denen von Yaevinn vermischt. Es ist schwer für sie ihm zu helfen, aber sie machen Fortschritte. Aber“, sie rieb ihm über die Nase und fuhr fort, „Es ist so schlimm dass sie nicht wissen, ob dabei nicht seine Erinnerungen vernichtet werden. Geschweige denn das sie den echten Yaevinn helfen und nicht dem Schatten. Deshalb wird er morgen in dasselbe Verließ gesperrt indem auch Mia untergebracht war als sie hier auftauchte“.

    „Komm, die Heiler brauchen ihre Ruhe um arbeiten zu können und wir können hier eh nichts mehr tun. Willst du mit mir vielleicht Mia besuchen“? Er sah noch einmal zu Yaevinn, dann nickte er und zog seinen Kopf aus dem Fenster. Saria schloss es und wieder fühlte sich Niam von seinem kleinen Freund getrennt. Wie lange es wohl dieses Mal dauern würde…



    Re: Tiberas

    Kaya - 15.08.2009, 23:03


    So ich finde die 2 letzten Kapitel wieder sehr gut geschrieben. Von der Handlung und der Wortwahl richtig gut.
    Die Verfolgung war spannend und gut das es fast alle unbeschadet überstanden haben.
    Ich hoffe nur das Yaevinn bald wieder auf den Beinen ist und sich wenn es denn soweit ist sich wieder erinnern kann. :?:
    Schreib bitte weiter so ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 16.08.2009, 19:43


    danke ^^ freut mich wenns dir gefällt
    sonst niemand ne Meinung oder Äußerung dazu ?...



    Re: Tiberas

    Aron - 16.08.2009, 21:54


    So also im gegensatz zu den letzten Kapis wo schon Lee gesagt hat das es etwas überstürtzt war hast du hier wieder echt gute arbeit geleistet, vorallem das verhalten von Drachen bringst du immer gut Rüber.
    Auch das jetzige Kapitel war schön beschrieben gefühlsregungen kamen gut rüber und acuh immerwieder was neues.
    was ich jetzt nicht hoffe das Yaevinn alles vergisst... das wäre blöd und vielleicht vom verlauf her ungeeigent.

    will mich aber nicht in deine Geschichte so direkt einmischen.

    Hoffe das du noch ein paar gute Ideen auf lager hast und mach weiter so, wie das letzte kapi dann gibts nichts zu bemängeln.

    Also schreib weiter ares. ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 27.08.2009, 16:47


    Rabe

    6er Mondumlauf des 985ten Zyklus – Abastor


    Gemächlich schritt Niam durch die leeren Gassen der Stadt. Saria lief in ihrer Menschengestalt vor ihm her und lotste ihn durch die vielen Gassen der Stadt. Was Ksha und sein kleiner Freund wohl gerade taten? Die Drachin war so freundlich gewesen sich um den kleien zu kümmern während er nach seinem Freund und seiner Mutter sah. Mutter. Seine Geschwister. Aufeinmal steigen in ihm wieder Fragen auf die er sich lange schon gestellt hatte, wie konnte ihm Saria so einfach vergeben. Er dachte nach bis er immer langsamer wurde und schlussendlich stehen blieb. Saria drehte sich zu ihm um und sah ihn fragend and. Einen Moment lang wusste Niam nicht was er sagen sollte, dann langsam kam er auf sie zu und sah ihr in die Augen.

    „Ich habe eine Frage an dich“, Saria sah überrascht aus, grinste aber und nickte.
    „Du weißt sicherlich das ich der Grund dafür warum - ihr Abastor verlassen musstet. Du hast mich nie deswegen zur Rede gestellt. Warum? Warst du nicht wütend auf mich“?
    Das Lächeln erstarb und hinterließ eine ausdruckslose Maske. „Ich hätte dich am liebsten getötet, dafür was du meinen Kindern angetan hast. Yaevinn hat es mir erklärt und ich war mit seiner Aussage zufrieden. Er hat mir sehr deutlich geschildert weshalb du es getan hast und was deine Gründe waren“. Sie lächelte ein wenig.

    „Hätte er mir nicht erklärt was es mit deinem Handeln auf sich hatte, ich hätte dich sofort zum Zweikampf aufgefordert. Aber ich denke so wie es gekommen ist, ist es besser als wenn es anders gelaufen wäre“. Sie strich ihm über die Wange, dann sagte sie in der alten Sprache, „Ich hege keinen Groll gegen dich und habe auch nicht vor dir und Yaevinn Schaden zu zufügen“.
    Yaevinn hatte sich bei ihr für ihn stark gemacht! Saria wollte bereits weitergehen als er sie am Ärmel festhielt. „Was hat er gesagt? Bitte! Erzähle es mir, ja“? Sie sah ihn verwundert an.

    Dann berichtete sie und Niam war erstaunt wie genau Yaevinn und er sich verstanden.
    „Wirklich beeindruckend fand ich den Gedanken von ihm, dass wenn ich dir etwas zuleide tun wollte, er mich vorher töten würde… Nicht viele Menschen haben den Mut einen Shaikan anzugreifen. Er hätte es getan. Aber nun komm“, sie ging weiter und er folgte ihr.

    Nach einigen Minuten standen sie vor der Unterkunft der Shaikan und der freien Drachen, zu denen auch die riesige Drachendame Evalia gehörte. Doch sie war zumeisst im Land unterwegs und selten dort an zu treffen. In einer der Höhlen lagen Mia und Kioma dicht aneinander geschmiegt. Der kleinwüchsige Drache musterte sie während Mia zu schlafen schien.
    Sie gingen gemächlich zu ihnen. Nun erst bemerkte Niam, dass Mia wirklich ramponiert wirkte.
    Es war ihm im Dorf und bei ihrer Flucht gar nicht aufgefallen das ihr so übel mit gespielt wurde.
    Doch nun hob sie den Kopf und sah sie alle müde an.

    „Wie schön, alle meine kleinen statten mir einen Besuch ab, wie nett“, Sie lächelte müde, lies die Lefzen jedoch sofort wieder nach unten sinken. Kioma drückte mit der Schnauze gegen ihren Kopf und drückte diesen wieder auf den Boden. Mia leistete keinerlei Widerstand.
    „Wie ich sehe bist du auch wieder da – hast du deinen Reiter schon besucht“? Niam knurrte leise als er das zittern in ihrem Körper bemerkte. „Habe ich. Aber was ist mit dir los“?
    Saria seufzte und sagte, „Sie haben ihr im Schattenreich ein Gift verabreicht, dessen Effekt nicht direkt der Tod des Opfers, sondern dessen vollständige Lähmung zur Folge hat. Wir wissen nicht wie wir es heilen können, aber die Vergiftung schreitet langsam voran.

    Es beginnt in den Flügeln und endet mit dem erstarren des Herzens. Unsere besten Heiler außer denen die sich um Yaevinn kümmern, suchen nach einem Gegenmittel. Aber wenn sie bis zum Ende der Woche kein Heilmittel gefunden haben“. „Werde ich sterben. Wieder einmal. Und sofort wieder hier auftauchen“, „Und wie Ares kein Gedächtnis mehr haben. Was dann? Es wird Tage dauern bis er wieder bei sich ist und es dauert mit jedem Mal länger. Irgendwann wird es so lange dauern, dass ganze Generationen von Menschen und Elfen entstehen und wieder vernichtet werden“.

    Mia lächelte. „Sie werden es nicht schaffen, lass sie lieber ihren Pflichten nachkommen, dann tun sie mehr gutes, als das sie hier ihre Zeit vergeuden“. Saria schnaubte, „Wie du wünschst“.
    Sie unterhielten sich noch eine Weile weiter, dann verabschiedeten sich Saria und Niam von ihnen und gingen zurück zum Innenhof wo ihnen drei bekannte Gesichter entgegen kamen.
    Mia’dra und Sarias Kinder, Kaya und Aron. Saria ging ihnen entgegen und nahm sie beide in die Arme. „Erholt ihr euch gut“? Beide nickten. Saria sah zu Mia’dra auf. „Wo wart ihr“?

    „Im Gasthaus zum Sonnengleiter. Dort haben sie einen herrlichen Kräutertee mit Honig“, sie leckte sich über die Lippen. „Na kommt ihr zwei, ich bringe euch wieder heim. Eure Mutter hat noch was mit eurem Niam zu erledigen“, die beiden standen auf und folgten ihr sich munter jagend. „Eurem Niam“? Saria grinste zufrieden. Dann ging sie einfach weiter. „Viele der jungen Drachen sehen in dir ob deiner Leistungen ein Vorbild, da ist es für natürlich etwas besonderes, da du ihr Onkel bist“. Niam lachte leise. Saria sah schräg zu ihm hinauf.
    „Sie sind Shaikan, wie kann ein einfacher Drache wie ich gegen euch mit eurer Magie glänzen“?

    „Du sagst das fast so als sei das Shaikan sein, etwas was uns besser macht als andere. Militärisch gesehen sehen es viele so, aber als Lebewesen, sind wir nicht mehr und nicht weniger wertvoll, als jedes andere Lebewesen auf der Welt. Jeder braucht ein Vorbild oder einen Helden. Der bist du für die beiden“. Niam konnte spüren wie seine haut unter den Schuppen rot anlief. Und warum dann nicht Evalia, du selbst, dein Gefährte, Mia oder Ares? Ihr habt viel mehr vollbracht“, er schwieg als Saria den Kopf schüttelte.

    „Bei uns hat es mehr Leute betroffen, aber ob einer oder hunderte. Den Mut und die Kraft die du bewiesen hast, könnte keiner von uns je übertreffen. Ich bin gespannt was für Geschichten ich abends von Mia und Ares hören werde, sobald sie wieder auf der Höhe sind“, Niam errötete noch einbisschen mehr und Saria tätschelte ihm die Wange. „Was meintest du vorhin als du deine Kinder fragtest ob sie sich gut erholen“?

    „Sie hatten vor drei Tagen das Erstehungsritual hinter sich“, sie verstummte. Niam kannte dies aus seinem Unterricht. Die Shaikan waren ob eines uralten Fluches dazu gezwungen, all ihre Jungtiere zu töten und eine Stunde ihr Herz still stehen zu lassen, bevor sie ihre Kinder wiederbeleben durften. Er stupste sie tröstend an und Saria schlang ihm einen Arm um den Kopf und drückte sich an ihn. „Wir haben es bei beiden zusammen getan, Garyu hatte Kaya und ich Aron… als sie tot vor uns lagen“, sie brach in lautes Schluchzen aus und Niam brummte beruhigend.

    Nach einer Weile flüsterte sie, „Wie soll das weitergehen? Sollen wir alle Kinder unseres Volkes umbringen, damit sie leben können? Irgendwann wird es schief gehen und was dann? Die Eltern werden sich für den Rest ihres Lebens sich die Schuld dafür geben. Soll das der Weg unseres Volkes sein“? Niam überlegte einige Momente. „Kann man den Fluch denn gar nicht brechen“?
    „Nur derjenige, der den Fluch ausgesprochen hat, kann ihn wieder von uns nehmen. Der Drache Gereon ist schon seit Jahrhunderten Tot. Nur er hätte uns erlösen können“.

    Sie löste sich von ihm und ging weiter. „Was glaubst du wann Yaevinn wieder gesund wird“?
    Sie stockte leicht, „Wann er wieder gesund wird? Das kann Jahrzehnte dauern. Kritos hat heute noch mit den Auswirkungen seiner eigenen Gefangenschaft zu kämpfen. Aber wenn du meinst, wann er wieder erwachen könnte… - Die Dunkelelfen sind die besten in dieser Kunst. Es kann sein das er morgen schon wieder mit uns zu Abend speist… oder erst in Monaten. Aber ich denke“, sie hielt inne und sah über den Hof. Dann wandte sie sich langsam zu ihm um, „Geh sofort, nein flieg sofort zu Yaevinn und warne die Heiler und wachen vor, das sich ein Angehöriger Kultisten in Abastor aufhält. Los! Lauf“, sie wandte sich blitzschnell um und spurtete auf den Eingang eines Hauses zu. Noch während der ersten schritte zerfloss ihre Kleidung zu einer schimmernden Plattenrüstung die se bis zum Hals bedeckte.

    Als sie gerade fertig war trat jemand aus dem Eingang und warf etwas nach ihr. Der kleine Gegenstand traf Saria vor die Brust und explodierte in einer Stichflamme. Saria wurde zurück geschleudert und krachte leblos vor ihm auf den Boden. Die Panzerung knisterte und die Luft über ihr flimmerte. Es roch nach verkohlten Haaren und verbranntem Fleisch. Einen Moment sah er noch zu ihr, als ihn auf einmal kalte Wut packte, er den Kopf hob und dem Fremden der langsam näher kam die Zähne zeigte. Der formte schnell Worte um einen Zauber zu sprechen doch Niam kam ihm zuvor. Er holte Luft und spie seinen Atem auf den Fremden. Niam legte all seine Wut und Trauer in diesen Angriff und jagte ihn auf den Unbekannten der in den Tobenden Flammen verging.

    Als Niam sich sicher war das er tot war, wandte er sich seiner schwester zu die reglos vor ihm auf den Steinen lag. Die Rüstung qualmte leicht. Vorsichtig schob er eine Klaue unter den Kragen und zog die Kralle durch die Rüstung. Der Mondstahl, den sie herauf beschworen war hart und fest, einem Drachen jedoch nicht gewachsen. Als die Rüstung zerteilt war zog er die Glühenden Teile von Sarias Leib und lies sie neben ihr fallen.

    Ihre Haut war verbrannt. Vorsichtig ging er um sie herum und sah ihr von vorne ins Gesicht.
    Sie atmete noch. Vorsichtig fuhr er ihr mit der Zunge durchs Gesicht und sie zog eine Grimasse.
    Dann hustete sie und ihre Haut begann von alleine zu verheilen. Als sie fertig wahr schlang er ihr einen Flügel um den Leib um ihre Blöße, die sie selbst noch nicht zu bemerkt haben schien, bedecken. „Was ist passiert“, fragte sie stammelnd. „Du hast dich auf den Angreifer gestürzt und er hat dich mit irgendeinem Hexenwerk angegriffen und dich außer Gefecht gesetzt“.
    „Hast du die Wachen alarmiert? Wenn er zu Yaevinn vordringen kann, wird er schlimmes über uns bringen“!

    „Das war nicht nötig, ich habe ihn getötet“, Sarias Augen weiteten sich. „Du hast ihn getötet? Aber, wie“? Niam musterte sie skeptisch. „Ich habe ihn verbrannt, ich spürte wie sein Leben in den Flammen verging“. „Du hast ihn nicht getötet, aber das ist genau so gut. Wir nennen in Kraevan – Rabe. Er ist ein Schatten der sich immer an der Arbeit anderer zugange macht. Wo er nur kann versucht er die abgebrochene Arbeit anderer Schattenwesen fort zu setzen, umso unheil zu stiften. Ich glaube er hatte es auf Yaevinn abgesehen und wird versuchen den Schatten in ihm zu befreien. Wenn ihm das gelingt, gibt es nichts mehr was wir ihm entgegen setzen können“.

    „Aber ein Drachenreiter ist doch kaum so stark wie ein Shaikan. Ihr habt ganze Landstriche im Krieg dem Erdboden gleich gemacht. Ein Schatten könnte das nicht“, „Und wir auch nicht mehr. Die Anführerin oder der Anführer unseres Volkes wird durch die Geister unserer Vorfahren mit bestimmten Gaben gesegnet, die es ihm erlauben uns zu beschützen. So gesehen bin ich die Fürstin, aber ich habe mein Erbe bereits an meine Kinder weitergegeben… die Kraft hat mich schon lange verlassen. Und sie leider noch nicht erfüllt. Im Moment können wir kaum mehr vollbringen als ein Drachenreiter“.

    „Ein Drachenreiter kann keine Toten zum Leben erwecken, ihr schon“, sie schnaubte. „Sie könnten es, wären sie nur nicht so sehr auf das Schöne fixiert. Sobald sie den Zauber wirken, wandert ihr Geist in das Seelenreich. Das Meer aus Geistern. Dort müssen sie die Seele des gefallenen Finden. Jedoch verirren sich die Geister der Reiter viel schneller auf diesen Pfaden als unsere, da uns die Unsterblichkeit, oder sagen wir die beinahe Unsterblichkeit in die Wiege gelegt wird. Aber so gesehen, sind sie dazu genau so in der Lage wie wir“.



    Re: Tiberas

    Kaya - 30.08.2009, 19:04


    Soooo jetzt hab ich das Kapitel auch mal gelesen^^ Und es hat mir wieder wie das davor gefallen. Schade das noch nicht genau feststeht was jetzt mit Yaevinn passiert oder wie es ihm geht.
    Mal sehen...Schreib so weiter ;)



    Re: Tiberas

    Aron - 30.08.2009, 20:50


    So habs auch gelesen und muss sagen, das ist der standart den ich kenne von dir, schön beschrieben, man erfährt viel und es gibt auch einen Kmapf, gefällt mir das sich Niam so durchsetzen kann auch wenn er kein Shaikan ist.

    Kritik habe ich keine, aber ich will jetzt auch das Yeavinn wieder zu sich kommt. Genauso was zwischen Niam und Ksha passiert.

    also mach weiter :)



    Re: Tiberas

    Aresander - 06.09.2009, 18:42


    Der Beginn der Prophezeiung
    2 Tage später

    Betrübt blies Niam Rauchwolken in die Luft als er über die neueste Kunde über seinen Reiter nachdachte. Das war das Ende ihrer Laufbahn als Drache und Reiter, noch bevor ihr Leben richtig begonnen hatte. Druan, einer der Dunkelelfen der die Sprache Alagäsias beherrschte hatte es ihm so schonend wie möglich beigebracht, das sein Reiter körperlichen Schaden davon getragen hatte. Niam hatte gedacht das Yaevinn Überlebens wichtigen Organe den Dienst versagen könnten, nicht jedoch seine Augen. Wie musste das sein, auf zu wachen und doch nicht zu erwachen. Im schlimmsten Fall bis ans Ende seiner Tage in ewige Finsternis gehüllt zu sein.

    Niam schüttelte sich bei dem Gedanken, nie wieder die Sonne sehen zu können. Nie wieder den Blick über die goldgelben Weizenfelder rund um Abastor zu sehen, wie sie sich im Wind wiegten. Tiefes Grauen packte ihn und er warf mehrere Male den Kopf frustriert hin und her.
    Dann jedoch gebot er sich selbst Ruhe. Nun da Yaevinn ihn so sehr brauchen würde musste er stark sein, für sie beide.

    Doch dies war nicht die einzige Sorge die er hatte. Was für einen Reiter würde Kshas Küken bekommen. Sein Küken. Was wenn ihm dasselbe widerfuhr wie ihm selbst?

    Auf seinem Rücken spürte er wie Timaan aufstand und über seinen Rücken zu seinen Schultern balancierte und sich dort dann zusammen rollte. Niam wandte den Hals und sah dem Findelkind direkt in die braunen Augen die ihn ihrerseits fragend musterten. Er stuppste den Frischling an.
    Die Aussage der Reiter das er kerngesund sei und zu einem stattlichen Drachen heranwachsen würde war das einzig gute in den letzten Tagen. Langsam stand er auf und streckte sich, dann trottete er zum Tor der Feste zurück, vor der es sich gemütlich gemacht hatte.

    Der Junge Drache balancierte einen kurzen Moment weiter auf seinem Rücken, dann sprang er behände hinab und lief neben ihm her. Sie waren gerade dabei das große Tor zu durchqueren als der kleine stehen blieb und sich umdrehte. Der Schwanz peitschte hin und her als er zum Buckel sah. Ein Zittern ging durch seinen Körper dann kam er wieder zu ihm und gemeinsam gingen sie wieder in die Festung. Ein entferntes Grollen kündete von einem nahendem Sommergewitter, die Niam früher immer genossen hatte. Doch nun schenkte er dem Naturschauspiel keine weitere Aufmerksamkeit.

    Als sie die zweite Rampe hinaufkamen, begegnete ihnen eine Gruppe von Drachenreitern. Viele grüßten ihn als ihren Freund doch Niam brummte nur und ging weiter. Anfangs hatte sein Verhalten für Empörung gesorgt, doch schnell hatte sich die Geschichte um seinen Reiter herum gesprochen. Nun akzeptierten sie das er alleine sein wollte. Bei dem Gedanken daran was ihm bald bevorstand wurde Niam kalt und er wollte sich in einer der Höhlen verstecken. Er konnte es nicht und wollte es nicht. Wie sollte er seinem kleinen klarmachen, das er erblindet war?
    Und wie konnte er ihm helfen? Sollte er sagen das wieder alles gut werden würde? Das dies nichts an ihrer Beziehung ändern würde?

    Am liebsten würde Niam seine hilflose Wut in die Welt hinaus brüllen, doch er zügelte sich.

    Vor allem das Gespräch mit Oberoth war wie ein vernichtender Schlag, der seine Welt zum Einsturz brachte. Yaevinn war eventuell eine Gefahr, und er musste Oberoth schwören, nicht zu zögern wenn sich sein Reiter auffällig verhielt. Und das Yaevinn nicht mehr weiter als Reiter ein zu setzen war. Oberoth ging sogar so weit, anzudeuten das er ihn alleine auf Missionen schicken würde. Dies war das erste mal das Niam seinem ehemaligen Lehrer gegenüber ausfallend geworden war. Yaevinn nun alleine zu lassen kam für ihn nicht in Frage. Vor allem da ihn sein schlechtes Gewissen quälte. Immer wieder war ihm von seinen Lehrern eingeschärft worden, das sie ihren Reitern mit Rat und Tat zur Seite stehen musste. Es war sein Rat gewesen, der sie letztendlich in diese Schreckliche Lage gebracht hatte.

    Doch was half es ihm jetzt noch sich über geschehenes zu ärgern. Es war passiert und es stand nicht in seiner Macht es wieder Rückgängig zu machen.
    Er ging gerade um eine Hausecke als er Leo entdeckte. Der Junge Reiter unterhielt sich mit jemandem, den er als den Vater seines Reiters erkannte. Irgendwann hatte es ja kommen müssen. Leo deutete mit dem Finger in ihre Richtung und Laslo drehte sich um. Nun würde er ihm Rede und Antwort stehen müssen was mit seinem Sohn geschehen war. Dann standen Leo und Laslo vor ihm und der Mensch musterte ihn eingehend.

    „Haben wir dir etwas getan, dass du uns meidest? Niam“, er sah zu ihm. Er trat unruhig von einer Pfote auf die andere. „Nein. Ich war noch nicht bereit dafür euch zu berichten was Yaevinn zugestoßen ist. Es – tut mir Leid“, er schluckte. Auch wenn er keine Gefahr für ihn darstellte, wollte er Laslo nicht gegen sich einnehmen. Doch zu seiner Verwunderung hob Laslo die Hand und legte sie ihm auf die Nase. „Oberoth hat uns über die Mission aufgeklärt und uns berichtet was vorgefallen ist. Wir haben uns nur Sorgen gemacht, weil du nichts von dir hast hören lassen. Es klingt seltsam, aber du bist uns in unserem Haus immer willkommen falls du etwas Ablenkung brauchst“.

    Niam fiel ein Stein vom Herzen, „Danke, aber ich werde bei Yaevinn warten“, der Mann lächelte. „Dann lass dich nicht weiter aufhalten“, er nickte Leo zu und ging dann weiter.
    Er sah zu dem Halbelfen und erschrak ein wenig. Der Elf sah Jahre älter aus als er war. Dunkle Ränder lagen unter seinen Augen und er wirkte träge. Er lächelte matt als er seinen prüfenden Blick bemerkte. „Ksha hat mich die ganze Nacht auf Trab gehalten.
    Es ist wohl bald soweit“, er lächelte und stuppste ihm in die Flanke.
    „Das wäre es doch. Yaevinn erwacht heute Abend und ihr werdet Eltern. Das wäre doch mal ein Grund zum feiern. Das wäre es wahrlich. Wie geht es Mia“?

    „Schlechter. Sie kann nicht einmal mehr stehen und hat die Heiler aufgefordert sie zu lassen. Sie will sterben. Sie ist der Meinung das sei einfacher für alle. Aber Saria sieht das anders“. Leo nickte. „Hat Oberoth mit dir gesprochen“? Niam schnaubte und knurrte leise, „Hat er und ich werde seiner Bitte nicht nachkommen“. Leo klopfte ihm aufs den Oberarm. „Der Rat sitzt ihm im Nacken. Sie wollen keinen Schatten in der Stadt haben“, Niam war einen Moment lang nicht sicher was er sagen sollte.

    „Yaevinn ist mein Reiter und kein Monster! Ich spüre das er es ist und du? Zweifelst du an ihm“? Leo hielt seinem Blick stand. „Ich wünsche es mir, von ganzem Herzen das wir ihn wieder bekommen. Aber Schatten sind tückisch. Und könntest du ihn ohneweitere Untersuchungen mit einem reinen Gewissen frei lassen. Am einfachsten wäre es, und so sieht es der Rat auch, ihn zu töten. Euch zu töten. Oberoth tut was er kann, aber er kann die Argumente des Rates nicht von der Hand weißen, keiner kann es. Ein Schatten der uns im inneren der Festung angreift… Ich will es so wenig wahrhaben wie du, Niam. Aber ich bin mir sicher das Yaevinn diese Einstellung gutheissen würde, wenn er hier wäre“, er musterte ihn noch eine Weile dann auf einmal sah der Elf zur Seite.

    Zuerst dachte Niam das er sich schlecht fühlte doch dann bemerkte er das Leo langsam die Lippen immer wieder bewegte. Er unterhielt sich mit jemandem. Niam wartete so wie es die höflichkeit gebot bis der Elf fertig war. Es dauerte eine weile in der er Leo musterte. Nicht nur Yaevinn hatte sich verändert, Leo sah nun aus wie ein echter Elf.
    „Wir sollen zu eurer unterkunft kommen. Der Magierrat war vorhin bei ihm und hat bestätigt dass das Wesen des Schattens vollkommen ausgelöscht wurde. Die Behandlung ist beendet“, er drehte sich um und ging los. Niam folgte ihm bis sie wieder im gewohnten Teil der Festung waren. Ein paar Reiter standen im Innenhof und unterhielten sich.

    Manche sahen zu ihnen und verstummten, andere ignorierten sie vehement. Niam blieb kurz stehen, dann ging er zügig zu ihrer Unterkunft wo er mehrere Stimmen aus der Kaverne hörte, die sie ihr zu Hause nannten. Saria und Yaevinns Nestpartnerin standen neben dem Bett und flüsterten. Er versuchte so leise wie möglich zu sein als er zu der Bettstatt trat und zum ersten mal seit Tagen seinen Reiter wiedersah. Er lag unter einer weißen Decke, doch selbst sie vermochte es nicht die Bleiche seiner Haut zu mindern. Das Gesicht wirkte ausgemergelt, die Hände knochig und grau. Eine Augenbinde verbarg seine Augen. Der Anblick des Stückes Stoff ließ ihn seufzen. Armer kleiner, dachte er.

    Elia sah zu ihnen und ging dann auf Leo zu der sie zu Niams Verwunderung in den Arm nahm und an sich drückte. Doch dann schallte er sich selbst einen Narren, warum sollte es nicht so sein. Vorsichtig senkte er den Kopf und pustete seinen Reiter leicht an in der Hoffnung das er aufwachen würde, doch nichts geschah.
    „Er liegt noch immer im Heilschlaf. Ich helfe ihm im Moment wieder zu Kräften zu kommen. Aber es wäre gut wenn du dies übernehmen könntest. Ich habe mich immer noch nicht richtig erholt von… du weißt schon“, Saria verstummte.

    Die Tatsache das die Shaikan gezwungen waren all ihre Kinder um zubringen damit diese Leben konnten, war ein gut gehütetes Geheimnis. Was auch gut so war, fand Niam. Wahrscheinlich würde man ihnen sofort anwerfen mit Bösen Geistern im Bunde zu stehen dass sie ihre Kinder töteten. Auch wenn Menschen klug waren und ein riesiges Erfinderisches Geschick erwiesen, waren sie schnell mit einem Vorurteil bei der Hand. Dafür sagte man den Elfen Überheblichkeit und ihnen ihren Stolz nach. Und den Zwergen, sagte man alles nach. Über die Dunkelelfen wusste man nicht viel.
    Sie waren lediglich zwanzig Jahre in Alagäsia gewesen, dann nach dem Untergang des Schattenreiches waren die missten wieder in ihre alte Heimat zurück gekehrt.

    Und die wenigen Nachfahren jener, die geblieben waren, hatten sich zu
    meist mit den anderen Völkern vermischt. Sie standen alle noch lange da bis es Abend wurde und sich Leo und Elia verabschiedeten. Yaevinn hatte nichts davon gewusst das sie ein Paar waren zumindest sah Niam keinen Grund weshalb er es vor ihm geheim halten sollte. Als sich dann auch Saria verabschiedete rollte er sich vor Yaevinns Bett zusammen und wartete. Darauf das sein Reiter erwachte und er endlich Gewissheit hatte. Gewissheit das alles wieder gut werden würde. Gewissheit das ihre Reise noch nicht vollends beendet war.



    Re: Tiberas

    Kaya - 06.09.2009, 21:15


    Oh mann ich hoffe nur Yaevinn ist wieder so wie vorher...aber das er blind sein soll für immer das ist ziemlich heftig.
    Das Kapitel war schön zu lesen und kurz gesagt es gibt hoffentlich bald wieder ein Kapitel :yes: ;)



    Re: Tiberas

    Aron - 07.09.2009, 20:37


    Also ist dir wieder gut gelungen nur ich hoffe bloß das Yervan nicht erblindet das wäre ja blöd, udn das er endlich aufwacht.
    Bin aber auch auf den Nachwuchs gespannt xd

    Also schreib weiter :D



    Re: Tiberas

    Aresander - 15.09.2009, 22:20


    Geschenke

    Timaan summte aufgeregt und riss Niam aus dem Schlaf. Der kleine Drache saß auf Yaevinns Bett und musterte den schlafenden Jungen. Der Schweif des kleinen zuckte hin und her während er gebannt Yaevinn beobachtete. Er lag anders als gestern Abend, also hatte er sich aus eigenen Stücken bewegt.
    Niam brauchte einen Augenblick bis er seine Gedanken und Gefühle sortiert hatte, dann suchte er Saria und fand sie in ihrer Höhle. Es dauerte eine Weile bis Saria soweit wach war dass er ihr erklären konnte was passierte. Wenige Minuten später kam sie in den Raum gestürmt, zu Niams Missfallen mit Oberoth und zwei anderen Reitern.

    Sie alle warteten eine Weile doch nichts geschah. Immer wieder tastete er nach Yaevinns Geist doch dieser fühlte sich seltsam an. Irgendwie fremd und unvollständig. Dann setzte sich Oberoth neben Timaan auf das Bett und befahl den beiden anderen Reitern den Raum zu verlassen. So verharrten sie eine Weile. Oberoth mit gesenktem Blick auf dem Bett, Saria und Timaan sahen abwechselnd zu ihm, Yaevinn und dem alten Reiter. Und er selbst stand da und wartete darauf dass etwas geschehen würde.
    Oberoth seufzte und sagte dann, „Ich kenne dich schon ein paar Jahre. Früher warst du oft hitzig und voreilig doch nun… Ich kann mir vorstellen dass das was du erlebt hast schrecklich war. Yaevinn es wird Zeit das du mit der Vergangenheit abschließt. Ich weiß dass ich viel von dir verlange. Aber wenn euer Leben weiter gehen soll musst du los lassen und es wagen wieder unter die Lebenden zu treten.

    Es ist keine Schande dich zu fürchten vor dem was passiert ist und wahrscheinlich noch passieren wird. Aber du hast Freunde, Familie und Geliebte die darauf warten dass du wieder zu ihnen sprichst. Sie leiden mit dir. Du bist nicht alleine in dieser schweren Zeit. Lass sie nicht zu lange warten“, Oberoth verstummte und stand dann auf. Der Alte Reiter nickte Saria zu und verließ dann den Raum. Sie standen lange reglos da und versuchten zu deuten ob Yaevinn wach war oder nicht, doch der Reiter gab keinen Laut von sich oder machte sich sonst in irgendeiner Weise bemerkbar.

    So vergingen die Stunden und Niam fragte sich ob Oberoth sich nicht getäuscht hatte. Das Yaevinn immer noch schlief und sie gar nicht bemerkte. Saria und Timaan waren gegangen um dem Jungen Drachen Nahrung zu besorgen. Und Niam wartete. Solange bis das vierte Mal eine der Wachpatrouillien vor ihrem Quartier entlang kam. Es war bereits Abend und nichts war geschehen.

    Vielleicht war es ja doch nur eine unbewusste Bewegung gewesen, die Yaevinns Lage verändert hatte. Und so legte sich Niam auf den Boden und rollte sich zusammen. Dann nach einem letzten Blick auf seinen Reiter, schlief er ein, Timaan ganz dicht an ihn geschmiegt. Das Küken spendete ihm Trost in diesen kalten Zeiten. Er träumte wieder. Niam träumte von ihrer ersten Begegnung. Wie er vor dem Kultisten geflohen war und sich in Yaevinns Rucksack versteckt hatte. Er saß alleine in der kalten Dunkelheit. Dann griff etwas nach seinem Nacken und hob ihn heraus.

    Er hatte damals gedacht das es nun alles vorbei sei und das er schon sterben müsse, als er das verwunderte Gesicht eines Menschenjungen sah. Dann verschwamm alles und er fand sich in Yaevinns Schoss wieder. Der Junge hatte schrecklich gestunken, doch er ertrug es. Und die Tatsache das dieser Knabe sein Reiter werden würde, hatte er schon bei ihrem ersten Blickkontakt gemerkt. Und er war ja auch nicht enttäuscht worden. Und so erlebte er alles was er schönes mit Yaevinn erlebt hatte erneut. Die Erinnerungen wirkten so echt, das Niam mit einem Glücksgefühl aufwachte, wie er es lange nicht mehr erlebt hatte.
    Erwartungsvoll sah er zu Yaevinns Bett und erstarrte. Das Bett war verweist, die Decke lag zwischen dem Bett und ihm auf dem Boden. Doch Yaevinn sah er nicht. Er sah sich um und bemerkte sofort einen umgefallenen Stuhl und eine umgestoßene Karaffe in der hinteren Ecke der Höhle. Vorsichtig stand er auf und trat in den hinteren Teil der Höhle wo er in einer Ecke eine zusammen gekauerte Gestalt ausmachte. Yaevinn saß, nur mit einer kurzen Hose bekleidet in der Ecke und hielt die Beine umschlungen. In der linken Faust hielt er die Augenbinde. Den Kopf hatte er an die Knie gelegt.

    Niam eilte zu ihm als der Reiter ruckartig den Kopf hob und ihn ansah. Dieselben braunen Augen wie damals. Nur sahen sie jetzt ins Leere an ihm vorbei.
    „Wer – Wer ist da“, fragte er leise und drückte sich ein wenig mehr gegen den Stein.
    Er schluchzte, „Bitte hört auf. Hört auf! Bitte“. Vorsichtig berührte Niam ihn mit der Schnauze am Arm, doch als er ihn berührte schlugg der Junge um sich und erwischte ihn genau am Auge. Niam sah sterne, doch er war nicht verletzt.
    „Seid still bitte, hört auf. Ich ertrag es nicht mehr... Hört auf!!!“, er sank nach vorne über, die Hände an die Schläfen gepresst.

    Vorsichtig suchte Niam seinen Geist und spürte ihn ohne Probleme auf. Doch nun war der Geist Yaevinns anders. Es war Yaevinn und doch, war es nicht mehr der Yaevinn der er vor ihrer Reise ins Reich der Schatten gewesen war. Und dann hörte er sie. Stimmen. Aber dutzende von Stimmen die wie eine wütende Meute um die Wette brüllten. Es waren Gedanken. Die Gedanken der Lebewesen um sie herum. Sanft schirmte er seinen Reiter vor den Gedanken ab und das Schluchzen wurde leiser.
    Dann rappelte er sich wieder auf und umschlang wieder seine Knie.

    „Geht es wieder“? Fragte er ihn vorsichtig. Yaevinn zuckte zusammen, schwieg aber, dann hörte er leise die Frage. Ich kenne deine Stimme. Vorsichtig tastete sich der Geist des Jungen nach vorne und erkundete ihn. „Niam? Bist du es wirklich“?
    „Ja, ich bin es wirklich“, erwiederte er es in der alten Sprache.
    Der Junge fing an zu zittern als würde er frieren. „Wie ist das möglich? Ich habe gesehen, wie ich dich – wie ich dich mit einem Stoß in die Brust getötet habe... warum habe ich das gemacht? Ich – ich weiß es nicht mehr“! Niam erschrak als sein Reiter laut in Tränen ausbrach und anfing sich gegen die Wände zu werfen.

    Schnell drückte Niam seine Schnauze gegen ihn so das er seinen Körper nicht mehr von der Wand heben konnte um sich erneut zu verletzten. Sanft zog er seinen Geist zu sich heran und zeigte ihm beruhigende Bilder. Nach einer Weile erstarb der Widerstand des Jungen und er hing weinend über seiner Schnauze.
    „Beruhige dich kleiner, dann wird sich alles selbst erklären. Und ich werde dir helfen es zu verstehen“. Niams Schuppen raschelten und Yaevinn wandte ihm den Kopf zu und wieder traf ihn dieser leere Blick.

    „Warum habe ich das getan? Habe ich dich verraten? War es ein Irrtum? Sag es mir bitte“! Niam summte leise und strich ihm mit der Nase über die Brust. Der Junge neigte seinen Kopf nach vorne und legte ihn auf seinen Nasenrücken. „Warum ist es so dunkel um mich herum, ich kann gar nichts mehr erkennen. Niam was ist mit mir passiert? Warum kann ich mich an nichts mehr erinnern und warum habe ich dir das angetan“?

    „Du bist einem Geist zum Opfer gefallen. Das, was du gesehen hast, war nicht deine Tat sondern die des Schattens der deinen Körper kontrollierte. Bis du ihn vernichtet hast. Und deine Augen – werden bald schon wieder so gut sein wie früher“, er konnte es nicht. Er konnte ihm wo er in diesem schlechten Zustand war nicht sagen dass er blind war. Dass ging einfach nicht, das konnte er ihm nicht antun. Um das Thema zu wechseln fragte er ihn, „Geht es dir ansonsten gut? Hast du Schmerzen oder Hunger“?

    Der Junge nickte zaghaft. „Ich hätte gerne etwas zu essen, wenn es ginge“.
    Niam rief nach Saria und bat sie etwas Essbares mit zu bringen, dann wandte er sich traurig wieder Yaevinn zu. Der Junge hatte Angst vor ihm, das spürte er.
    Aber er würde ihm Zeit lassen. Und so verharrten sie während Niam eine sanfte Melodie summte, bis Saria gefolgt von Druan angerannt kam. Als sie bei ihnen waren verlangsamten sie ihr Tempo und traten leise zu ihnen.

    Der Dunkelelf lies sich auf ein Knie herab und sagte einen Satz in der alten Sprache, den Niam nur zum Teil verstand. Doch auf einmal schrie Yaevinn auf und der Elf und Saria packten ihn und hielten ihn fest. Ein Durchdringendes Knurren entfuhr Niams Kehle als er sich aufplusterte und beiden, böse Blicke zuwarf. „Was macht ihr da? Hört auf! Sofort“. Sie ließen Yaevinn los und der hielt sich die Augen zu.
    „Ich habe seine Augen heilen können. Das war eben nur der Schock als die für seinen Geist neue Wahrnehmung einsetzte. Er wird besser sehen können als zuvor. Doch er darf keinem grellen Licht in den nächsten Tagen ausgesetzt werden“.

    „Wir werden dafür Sorge tragen, Druan Vodhr“, der Elf stand auf und ging zum Eingang.
    „Auf Bald, ich Wünsche euch eine gute Genesung Argetlam“. Dann ging er und war alsbald verschwunden. Niam war immer noch aufgeregt und versuchte seine Wut unter Kontrolle zu bringen, doch das gehörte sorgte bei ihm für einen Zwiespalt. Als er langsam begriff was er gehört hatte, verflog die Wut und er leckte seinem Reiter liebevoll über die Schulter.



    Re: Tiberas

    Kaya - 04.10.2009, 20:21


    Das Kapitel ist ja total traurig...ich hoffe nur dass das mit Yaevinn wieder wird. Es ist sehr gut beschrieben wie er sich fühlt und sich verhält.
    Hat mir sehr gut gefallen! :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 08.10.2009, 21:12


    dankee ^^ :)



    Re: Tiberas

    Aresander - 08.11.2009, 15:23


    Im Verlies der Seele

    Niam summte munter vor sich hin als er darauf wartete das sein Reiter erwachen würde. Sie würden doch wieder auf Reisen gehen. Zuzweit. Sobald sich Yaevinn wieder erholt hatte würden sie wieder zusammen Abenteuer erleben und vieles neues kennen lernen. Er hob den Kopf und sah zum Höhleneingang. Kritos sah zu ihnen und musterte sie eingehend.
    Niam senkte vor seinem Großvater Ehrerbietig das Haupt und Kritos wiederholte die Geste. Dann trat er näher und sah zu dem schlafenden Jungen hinab.

    „Wie geht es ihm“? der Shaikan tätschelte Timaan den Kopf und der kleine Drache stellte sich spielerisch auf die Hinterbeine und lehnte sich an den Mann. Kritos lächelte und strich ihm noch einmal kurz über den Hals bevor er sich wieder Yaevinn zu wandte.
    Niam folgte seinem Blick und bemerkte erst jetzt das Yaevinn sie ansah. „Mein junger Freund wie geht es dir“? Yaevinn schluckte und sah auf seine Matratze.

    Kritos setzte sich an das Fußende des bettes und sah zu Yaevinn.
    „Ich weiß nur zu genau wie du dich fühlst. Aber wir wissen dass das was passiert ist nicht dein Wille war. Fürchtest du dich“? Der Junge nickte.
    „Vor ihm“, er zeigte auf Niam. Der Drache hielt den Atem an. Yeavinn nickte erneut und Niam wollte ihn schon zur rede stellen, als Kritos ihn aufhielt.
    „Du hast Angst vor ihm weil du Angst hast das er dir Leid zufügen könnte? Oder ist es was anderes“?

    Eine Träne lief Yeavinns Wange hinab. „Noch einmal ertrage ich das nicht. Magaz tat mir weh wenn ich ihm helfen wollte. Ich versuchte es immer und immer wieder. Ich dachte ich würde sterben doch, was ich auch versuchte, es half nichts.
    Erst als ich wurde wie er, konnte ich ihn mit Mias und Niams Hilfe besiegen“.

    Kritos schwieg einen Moment lang. „Was meinst du mit, du wurdest wie er“.

    „Ich versuchte nicht mehr ihn auf zu halten oder zu bremsen. Ich gab auf zu versuchen Niam zu helfen. Sobald ich irgendeine Form von erbarmen oder mitgefühl zeigte, überlistete er mich. Dann jedoch wollte ich nicht mehr. Ich wollte ihn quälen, ihn zerfleischen. Es war als wäre ich in einem Blutrausch. Doch es schlug weiterhin fehl da Magaz jeden Zug den ich machte vorraussah und abwehrte. Irgendwann war mein Geist so zerstört das ich ohne nachzudenken auf ihn einschlug, bis sein Geist verlosch. Und ich alleine war. Als er, der Sinn meines Lebens. Der Punkt auf den mein Wesen immer zustrebte nicht mehr existierte versank ich in der Dunkelheit, die den Schmerz linderte und die Wut erstickte. Und mich daran erinnerte warum ich all dass getan habe. Rache für den Mord den er begangen hat.

    Ich hatte meine mir gegebene Aufgabe erfüllt und ich beschloss auf zu hören. Ich hörte auf zu denken und zu fühlen und langsam verflog alle Trauer. Ich wäre beinahe gestorben oder“? Er sah auf, jedoch nicht zu Kritos sondern zu ihm selbst. Niam schluckte. Jedoch wusste er nicht was er sagen sollte.

    „Es war wie ein Loch in meinem Geist, als hätte jemand ein Stück heraus gerissen und mein ganzes Sein wäre dadurch entwichen. Dann auf einmal war das heraus gerissene Teil wieder da. Du warst wieder da nachdem ich dachte dich für immer verloren zu haben. Aber nun verstehe ich dich nicht mehr. Es kommt mir vor als würde mein Gedächtnis mir einen Streich spielen. Ich erinnere mich daran wie ich dich gefunden habe. Wie wir lernten und was wir erlebt haben.

    Aber ich kann mich nicht daran erinnern das wir je ein Gespräch geführt haben. Es ist als wären wir Jahre lang zu zweit durch die Länder gereist, haben aber nie ein Wort zusammen gesprochen. Haben wir nie miteinander vorher geredet? Oder hat mir Magaz all das genommen“? Yaevinn sah ihn an als erwartete er eine Antwort, doch Niam wusste es nicht und er wollte es auch nicht sagen. Es interessierte ihn gerade nicht einmal.

    „Yaevinn… willst du noch bei mir bleiben? Ich werde dich nicht zwingen bei mir zu bleiben weil du glaubst es zu müssen. Aber wenn du es willst… ich will mir keine Welt ohne dich vorstellen, Kleiner“. Der Drache hob den Kopf und sah Yaevinn aufmunternd an. Der Junge musterte ihn, dann langsam streckte er eine Hand aus und legte sie ihm auf die Nase. „Bis ans Ende aller Tage“, flüsterte er, dann lehnte er die Stirn an seine Nase.

    Niam hatte nichts anderes von seinem Reiter erwartet. Vorsichtig drückte er mit der Schnauze in Yaevinns Bauch und der Junge fing an zu glucksen.


    Später am Abend saß Yaevinn auf dem Bett und wurde erneut von einem der Dunkelelfen untersucht. Sie wollten sicher gehen das Yeavinns Augen wieder genesen waren und das er auch ansonsten körperlich gesund war.
    Niam beobachtete ihn und immer wieder glaubte er seinen alten Reiter vor sich zu haben. Doch immer wenn er mit ihm redete wurde es ihm sofort wieder bewusst.

    Er hatte alle Erinnerungen beinahe verloren. Er wusste wie man sprach, aß und auch sonstige alltägliche Sachen machte, doch er erinnerte sich nur Bruchstückhaft an Personen und Orte. Besonders schlimm war es als Laslo sie besucht hatte, und Yeavinn Niam laut gefragt hatte wer das sei. Laslos Mundwinkel hatten nur kurz gezuckt, dann hatte er sich zu ihnen gesetzt und mit Yeavinn gesprochen, sich erkundigt wie es ihm gehe und wie er sich fühle. Doch dann ging er auch wieder.

    Niam hatte die Trauer in dem Jäger gespürt. Der Yeavinn wie er ihn kannte gab es nicht mehr, und würde es auch nie wieder geben. Seitdem waren einige Personen da gewesen, Oberoth der sich nach seiner Genesung erkundigte, Sarias Kinder die sie öfters besuchten und auch Saria war öfters da gewesen um nach ihnen zu sehen und ihnen von Mia zu berichten. Es ging zu Ende, das wussten sie alle. Doch die Heiler hatten ihre Versuche eingestellt und alle Shaikan warteten mit Mia zusammen das es soweit war.

    „Es ist alles in Ordnung, ihr könnt euch wieder anziehen“, Niam sah auf und zu Yeavinn hinüber der sich das Wams wieder überstreifte, aufstand und zu ihm kam. Der Junge wirkte immer noch unglücklich. Auch wenn sein Zustand sich sehens besserte, machte ihm der Verlust seiner Erinnerungen zu schaffen. Der Dunkelelf verabschiedete sich und verlies dann den Raum. Niam wollte Yeavinn gerade aufmunternd anschnauben als der Junge die Hände hob und auf seine Wangen legte. Dann legte er sein Gesicht auf Niams Nasenrücken und seufzte vernehmbar.

    „Danke das du für mich Da bist“, dann drückte er ihm einen leichten Kuss auf die Nase und Niam stand wie erstarrt da. Dann jedoch sagte er sanft, „Für dich immer kleiner“, er spürte das Yaevinn den Umständen entsprechend glücklich. Er spürte wie der Junge mit der Hand durch seine Mähne fuhr und die einzelnen Haare vorsichtig durch die Hände fahren lies. Langsam kam der Junge wieder aus seinem inneren heraus und zeigte auch wieder andere Gefühle als nur seine Frustration über sein Gedächtnis.

    „Wollen wir Mia besuchen gehen? Sie würde sich sicherlich freuen dich wieder zu sehen“? „Mia? Wer ist das“? Niam lies einen kurzen Moment bedrückt die Ohren hängen, fing sich aber sofort wieder und sagte dann, „Meine Mutter. Wir waren zu viert als dir das wiederfahren ist. Mia, ihr Gefährte Ares, du und ich. Wir waren Kameraden so zu sagen… Vielleicht erinnerst du dich wieder an sie wenn du sie siehst“, Yeavinn sah zu Boden dann nickte er.

    Er zog sich seinen Mantel an und folgte dann Niam an seiner Seite nach draussen in den Innenhof wo viele Drachen und Reiter standen, lagen oder gingen. Doch mit einem mal verstummten die regen Gespräche und Diskussionen. Alle sahen sie an. Doch keiner kam zu ihnen oder grüßte sie. Niam konnte die Abneigung der anderen seinem Reiter gegenüber gerade zu spüren. Sie fürchteten sich vor ihnen. Vorsichtig schob er Yaevinn mit der Schnauze an und versuchte ihn dazu zu bringen weiter zu gehen, doch er blieb stehen und sah weiter in die Runde. Dann schmunzelte er jedoch nur und kam Niams Aufforderung nach. Sie gingen eine Weile als Yeavinn sich seinem Geist nährte.
    „Sie fürchten mich, oder“? Niam schwieg einige Minuten. „Ich weiß es nicht, es könnte sein das sie dir nicht mehr trauen weil ein Schatten in dir gewohnt hat, vielleicht müssen sie sich erst an die neuen Umstände gewöhnen“.

    Sie gingen den Rest des Weges schweigend nebeneinander her, bis sie zu der Unterkunft der Shaikan gelangten. Niam musste den Kopf einziehen da diese Künstliche Höle kleiner war als die anderen. Doch je tiefer sie gingen desto höher wurde die Decke bis er wieder unbeschwert stehen konnte. Sie bogen um eine Wand Herum dann sah er sie. Saria, Garyu, Kritos, Miadra, Kioma, Kaya, Aron und Ares, der neben seiner kranken Gefährtin lag. Einige sahen zu ihm, doch in Ares Augen meinte er soetwas wie argwohn, wenn nicht sogar Angst zu lesen, als er Yeavinn sah.

    Dieser schaute interessiert in die Runde und fragte Niam dann leise, „Was hat sie denn? Ist sie schwer krank“? Durch die Höhle wurde seine Stimme verstärkt und noch dreimal als Echo zurück geworfen. „Ja, sie ist schwer krank, Yeavinn“, Garyu kam auf sie zu.
    „Es freut mich dich wieder auf den Beinen zu sehen, junger Reiter. Doch leider stoßt ihr leider zur falschen Zeit für freudenbekundungen zu uns. Es geht zu ende“.

    Yeavinn ging langsam auf Mia und die anderen zu und Niam folgte ihm.
    Der Junge legte den Kopf schräg und musterte sie, dann sog er lautstark die Luft ein und sah dann wieder in die Runde. „Warum helft ihr ihr nicht, wollt ihr dass sie stirbt“?
    Niam erstarrte gerade zu und er bemerkte auch wie die anderen kurzzeitig erstarrten.
    „Nein, Yeavinn, das wollen wir natürlich nicht. Aber wir können ihr nicht helfen“.
    Der Junge kniff die Augen zusammen, und musterte die Umherstehenden.

    Dann sah er wieder zu der Ohnmächtigen Shaikan. Er öffnete den Mund als wolle er etwas sagen. Er schüttelte den Kopf und schloss ihn wieder. „Dürft ihr ihr nicht helfen“?
    Niam wurde unruhig als er auf Miadras Zügen Zorn sah. „Wir wissen nicht wie wir ihr helfen sollen, wir haben bereits alles versucht“. Niam versuchte zu verstehen weshalb sein Reiter solch kindische Fragen stellte. Dann verstand er wieso er nicht begreifen konnte weshalb sie Mia nicht halfen.

    „Wie kannst du es wagen Mensch“! Niam zuckte zusammen als Miadra mit hochrotem Kopf hervor trat und auf den irritiert wirkenden Yeavinn zutrat. Garyu stellte sich vor ihn um sie zu trennen doch dann hatte Niam den Einfall. Er versuchte Yeavinn danach zu fragen, doch der war vollkommen auf den Streit zwischen Miadra, sich und Garyu fixiert.
    Niam versuchte noch einmal sich Gehör zu verschaffen doch auch dieser Versuch schlug fehl. Mit einem Knurren riss er das Maul auf und brüllte so laut das die übrigen Shaikan und Yeavinn sich schmerzhaft die Ohren zuhielten. Als er die Aufmerksamkeit aller hatte schloss er sein Maul und senkte seinen Kopf zu Yeavinn hinab.

    „Yeavinn… kannst du, Mia helfen“? der Junge sah ihn aus seinen braunen Augen an, dann nickte er. Keiner sagte ein Wort. „Yeavinn, hilfst du ihr, bitte“? Niam sah ihn erwartungsvoll an. Der Junge zögerte, „Wenn es dein Wunsch ist“, sagte er im normalen Tonfall. Langsam ging er auf Mia zu und blieb vor ihr stehen. Dann murmelte er ein paar Worte und seine Handfläche begann zu glühen. Er sprach in der alten Sprache doch waren die meissten Worte Niam unbekannt, er wusste nur, das sein Reiter etwas veränderte. Dann verlosch das leuchten in der Hand des Jungen und er sagte Tonlos, „Sie ist wieder gesund“. Dann machte er einen Schritt nach hinten und wollte sich gerade drehen als er strauchelte und stürzte.

    Blitzschnell stand Garyu neben ihm und fing ihn bevor er aufschlug auf. Er zog Yeavinn wieder auf die Beine. Niam war geschockt als er sah das die Haut seines Reiters vor Schweiß glänzte und er zitterte. Dann zog jedoch eine Bewegung hinter Yeavinn seine Aufmerksamkeit auf sich. Mia blinzelte träge und hob müde den Kopf.
    Sie war wieder bei bewusstsein! Niam wollte vor freude Brüllen, doch gerade als er zu Yeavinn sah eilte Kritos an ihm vorbei und kniete sich neben Garyu auf den Boden.

    Es kam ihm vor wie ein Traum als verstand das Garyu versuchte Yeavinn wieder zu beleben, der reglos zwischen ihm und Kritos auf dem Boden lag. Saria rannte aus der Höhle, warscheinlich um einen Heiler zu holen. Niam versuchte träge zu verstehen was mit ihm los war. Es ging ihm gut, er war auch nicht müde. Dann langsam verstand er was ihm fehlte. Er war weg – Yeavinns Geist war verschwunden. Aufeinmal klaffte in Niams Kopf ein riesiges klaffendes Loch durch das all sein Lebenswille zu schwinden schien.

    Er sah wieder zu Kritos, der Shaikan lag anscheinend bewusstlos auf dem Rücken, während Garyu es weiter versuchte, Yeavinn zu retten, doch auch er brach letztendlich zusammen. Mehrere Männer kamen in die Höhle gestürmt und scharten sich um Yeavinn, einer nahm Garyus Platz ein und versuchte es weiter, doch nachdem drei weitere Reiter es versucht hatten kniete der letzte neben seinem Reiter nieder und schloss ihm die Augen.

    Niam spürte wie seine Augen sich das erste mal in seinem Leben mit Tränen füllten, welche dann seine Wangen hinab glitten. Er fühlte sich als wäre er von Angreifern umringt, als müsse er Yeavinn verteidigen, doch vor wem. Er war es gewesen der ihn darum gebeten hatte Mia zu heilen, was sollte er tun. Er hatte seinen Reiter, seinen kleinen, seinen geliebten Gefährten ermordet. Was sollte er nun noch tun.
    Dann spürte er jedoch wie ihn jemand anstupste und er fühlte einen tastenden Geist.
    „Tu es, du kannst ihm helfen“ – „Was? Wer bist du“?!
    „Wir sind wir, wir sind zwei und doch eins. Du willst Onkel Yeavinn doch helfen, oder“?
    Niam sah entgeistert zu den beiden Zwillingen, die ihn erwartungsvoll ansahen.
    Dann sah er wieder zu seinem Reiter, Leo hockte neben ihm und hielt die Hand seines toten Freundes. Nun spürte er auch das Ksha bei ihm war und ihn zu trösten versuchte.

    Alles um ihn herum wirkte grau, und unwirklich. Nur sein kleiner, wirkte real. Langsam trat er vor und sah seinem Reiter ins Gesicht. Er sah aus als würde er im tiefen Schlaf liegen. Er spürte wie in ihm eine ungeheure Kraft freigesetzt wurde, dann berührte er ihn mit der schnauze und spürte wie sich das Feuer auf Yeavinn übertrug. An den Rest konnte er sich nur noch Bruchstückhaft erinnern. Er spürte wie er kurz bevor seine Beine nachgaben zur Seite gedrückt wurde so das er neben Yeavinn fiel, doch er blieb bei Bewusstsein.

    Doch er fühlte sich so unendlich müde. Er bemerkte nur am Rande den Tumult der in der Höhle ausbrach, doch eines sah er ganz genau. Die Brust seines Reiters hob und senkte sich und auch das Gefühl der Machtlosigkeit war verschwunden. Zufrieden schloss er die Augen und lies sich von seine



    Re: Tiberas

    Kaya - 08.11.2009, 15:45


    *freu* Endlich gehts mal weiter. Musste doch gleich mal lesen^.^
    Ein sehr spannendes Kapitel.
    Das mit Yaevinn ist ziemlich traurig. :heul: Wenn man denkt das er sich an kaum mehr was erinnern kann und am Schluss auch noch fast tod ist :o:
    Aber wenigstens ist Mia wieder geheilt :)

    Hoffe mal es geht auch bald wieder weiter ! Und Kritik gibts keine ist einfach nur schön geschrieben ;)



    Re: Tiberas

    Aresander - 26.11.2009, 23:17


    Die Reise geht weiter

    Als Niam wieder erwachte war es warm um ihn herum und etwas strich ihm angenehm über die Nase. Er schnupperte und stellte beruhigt fest das es Yeavinns Geruch war. Yeavinn. Sein Reiter strich ihm über die Nase, wie schön.
    Er war gerade wieder am einschlafen als er die Tragweite dessen was er gerade festgestellt hatte erkannte. Er schlug die Augen auf und sah Yeavinns Arm der längs auf seinem Nasenrücken lag. Der Junge lag auf der Seite und hatte die Augen geschlossen während seine Hand ihm immer wieder langsam und sanft über seine Nase strich.

    „Kleiner“? Der Junge reagiert promt und nahm die Hand von seiner Nase und setzte sich auf. Dann sah er ihn an und Niam war wie gelähmt. Er grinste und legte den Kopf schräg, zwar wirkte er dabei erschöpft, doch er tat es so wie früher. „Na mein großer, bist du wieder wach“?
    Niam war einen Moment perplex, wie hatte er ihn genannt? Das hatte er seit dem Schattenreich nicht mehr zu ihm gesagt. Der Junge hob die Hand und strich ihm am Rand seines Ohres entlang. Niam musste kichern als der Junge ihn kitzelte.

    „Zusammen können wir viel erreichen, was“?! der Junge deutete hinter ihn und er drehte den Kopf. Mia stand hinter ihnen und sah sie an. Sie lächelte und war lebendig. Dann sah er wieder zu Yeavinn. Der Junge wirkte so glücklich. Und aufeinmal verblasste alle Freude die Niam verspürt hatte.
    Ein Traum. Er seufzte und stupste Yeavinn zur Bestätigung an. Doch nicht wie er es erwartete hatte traf seine Schnauze auf die Brust seines Reiters der ihn verwundert ansah.

    Doch dann wurde ihm schwindelig und er legte den Kopf wieder auf den Boden. War das nun Traum oder Realität. Yeavinn legte sich neben ihn und strich ihm behutsam über die Wange. Er lächelte leicht und zeigte zwei Reihen leicht spitz zulaufender Raubtierzähne. Als er ihn bemerkte sagte er leise, „Das ist wohl eine Nebenwirkung deiner Magie – oh mächtiger Drache“, er kicherte und rückte dann noch etwas an ihn heran.

    Einen Moment stutzte er, „Meine Magie, was meinst du“? Yeavinn lächelte nun auf eine Art und weise die er von ihm nicht kannte. Es war ein resignierendes beinahe betretenes Lächeln. „Du hast einen Toten wieder erweckt – Du hast mich wieder unter die Lebenden geholt und hier bin ich. Ohne spuren geht das an niemandem vorbei. Genausowenig wie das was davor passierte. Er strich über Niams Brust und er wusste das er mit dem Fingern über die Stelle fuhr, wo Magaz ihm das Schwert in die Brust gerammt hatte.
    Niam sah still zu ihm hinab und versuchte die Gedanken seines Reiters zu verstehen. Yeavinn öffnete sich ihm ohne Wiederwillen und Niam erkundete seinen Freund. Ein Seufzen entfuhr dem jungen Drachen. Das war doch unmöglich. Er sah seinem Reiter ins Gesicht der den Blick mit einem sanftem Lächeln erwiderte. „Danke das du mich wieder zurück geholt hast“, dann umschlungen sich ihre Geister wieder wie sie es früher getan hatten.

    Niam drückte Yeavinn den Kopf an die Brust und summte vor Glück das die kleinen Steinplatten vom Boden abbrachen. Das war er, sein kleiner. Wieder so wie er früher war. So wie er sein sollte, Gesund und wohl auf. Niam hatte nie sehr oft geweint aber nun konnte und wollte er es nicht mehr unterdrücken. Seit Jahren war er nicht mehr so glücklich gewesen. Sie hielten sich noch einen Moment lang so verschlungen als Yeavinn ihn loslies und ihn mit einem schiefen Grinsen ansah. „Meinen Herzlichen Glückwunsch, nun bin ich auch Onkel, genau wie du“, er grinste breit und kitzelte ihn flüchtig hinter den Ohren.



    Re: Tiberas

    Aresander - 05.12.2009, 17:49


    Die verlorenen Kinder
    - Am nächsten morgen


    Yeavinn wartete schon lange auf das erste Licht des Tages. Die Finsternis um ihn herum hatte etwas beklemmendes, auch wenn Niam gleich neben ihm lag war dem Menschen unbehaglich sich in solcher Finsternis auf zu halten. Wieder fuhr er mit der Fingerspitze seines rechten Zeigefingers über seine Zähne. Er konnte die scharfen kannten genau fühlen als er über sie fuhr.

    Hätte ich die damals gehabt, ich hätte dem Wolf das Fell gegerbt, dachte er leicht amüsiert. Schlafen konnte er nicht mehr, was jedoch nicht tragisch war. Er brauchte kaum noch schlaf. Seit Niam ihn zurück holte, hatte sich einiges an ihm verändert. Seine Augen hatten die Dunkelelfen geheilt und auch noch verbessert. Niam hatte seinen Körper verändert. Doch in wie weit wusste er nicht. Er starrte noch eine ganze Weile an die Wand als ihm im Eingang eine Bewegung auffiel. Im dunklen leuchtete ein paar Augen auf und er sah zu ihnen. Die beiden hellen Punkte schwebten auf und ab bis Yeavinn Timaan erkannte. Der junge Wilddrache aus dem Schattenreich.

    Sie sahen sich einen Moment lang an, dann kam er auf ihn zu und schnupperte an ihm. Dann setzte er sich und Yeavinn neigte leicht den Kopf zur Begrüßung und der Drache tat es ihm nach. „Ich habe lange darauf gewartet euch kennen zu lernen, Reiter“. Er musterte ihn interessiert. „Meister Niam hat oft von euch erzählt, als er noch auf mich acht gab“. Yeavinn schmunzelte. „Ich hoffe, nur gutes“. Der Drache musterte ihn einen Moment lang, dann fuhr sein Blick zu Niam. „Seine Gefährtin bat mich nach ihm zu sehen“.
    „Es geht ihm gut, er ist nur immer noch ein wenig erschöpft. Falls du wieder zu Ksha gehst, richte ihr bitte aus das wir sobald er erwacht ist sie besuchen werden“, der Drache schnaubte und schüttelte ruckartig den Kopf.

    Yeavinn runzelte die Stirn, dann jedoch ging der Drache nach einem kurzen Abschiedsgruß wieder. Yeavinn sah ihm noch eine ganze Weile nach. Der Drache war ihm gegenüber misstrauisch, das spürte er deutlich. Er seufzte und lehnte sich dann an Niams Flanke und döste noch ein wenig. Doch nach einer Weile weckten ihn die ersten Sonnenstrahlen die durch den Torbogen fielen und die Höhle erhellten. Die Wände waren so behauen dass sie keine scharfen Kanten mehr hatten. An der Rechten Seite standen eine kleine Kommode für die Reiter um ihre Sachen dort auf zu bewahren.

    Darauf lagen seine Bein und Armschienen, sowie die Schulter Panzerplatten. Daneben lag wie ein riesiger Eiszapfen sein Schwert. Die Waffe war frisch poliert und gereinigt worden. Er konnte sich noch erinnern wie ihn Mia zusammen mit den Zwilligen besucht hatte um ihm die Waffe wieder zu geben. Eigentlich hatte er nur prüfen wollen ob sie noch intakt war als er die Klinge aus dem Schutzmantel gezogen hatte.

    Die Klinge war beinahe bis zur Parierstange mit dunklem getrocknetem Blut verschmiert. Und Yeavinn wusste, Magaz hatte die Waffe nur zweimal genutzt.
    Einmal um Ares zu töten und um Niam schwer zu verwunden. Diese Waffe hatte einen seiner Freunde ermordet und Niam beinahe umgebracht, er wollte sie nicht mehr tragen. Wieder musste er daran denken, wie Niam zusammen gebrochen war und Magaz ihn getreten hatte.

    Und was er ihm und Mia angetan hatte. Immer passierte anderen etwas wegen ihm. Zuerst Turien und Sathe, dann Niam, Leo und Ksha, Ares, Mia, Saria und ihre Kinder. Sie alle hatten wegen ihm leiden müssen. Wütend biss er die Zähne zusammen und starrte auf den Boden. Hätte er doch nur nicht diesen verdammten Stein angefasst, dann wäre alles glimpflich verlaufen. Wütend hieb er sich auf den Oberschenkel. Und Niams Leben würde wegen ihm nur noch schwerer werden. Keiner außer ihm wollte ihn noch haben. Die Reiter mieden ihn, die normalen Bewohner fürchteten ihn. Er hatte nur noch einen kleinen Kreis an Freunden.

    „Was ist los mit dir, du atmest noch und du bist gesund. Und egal was Magaz mir angetan hat, du bist mein Reiter und ich bin dankbar dafür das du es bist“, Yeavinn zuckte erschrocken zusammen als er bemerkte das Niam seinen Gedanken lauschte. „Entschuldige. Ich wollte dich nicht wecken. Das was passierte – ich bin noch nicht drüber hinweg gekommen. Ich kann es nicht. Jedesmal wenn ich schlafe sehe ich immer wieder was die Bestie dir angetan hat“, Niam schwieg. „Ich fühle mich so machtlos mit ansehen zu müssen wie er dich quälte“. Eine Träne rann seine Wange hinab. „Und jedesmal wenn ich erwache, traue ich mich nicht mehr die Augen zu öffnen. Als du damals, als wir überfallen wurden – es gab kaum noch Hoffnung. Ich dachte ich hätte dich verloren und wäre daran beinahe zu Grunde gegangen“.

    Ein Zittern ging durch seinen Körper, während er versuchte weiter Worte zu Formen, doch er konnte es nicht mehr. Hilflos schluchzend hockte er da bis Niam ihn mit seinen Flügeln umschloss und wartete bis er sich beruhigt hatte. Doch auf einmal hob Niam den Kopf und sah zum Höhleneingang. Dann stuppste er Yeavinn leicht an. Mit dem Unterarm wischte er sich die Tränen aus dem Gesicht und drehte sich um. Hinter ihm stand sein Vater und strich Niam über die Nase.

    Dann sah er ihn an und neigte leicht den Kopf. Yeavinn nickte zurück und stand dann etwas Hölzern auf. „Es freut mich euch wieder wohlauf zu sehen Reiter“, Yeavinn zuckte unmerklich zusammen. Dann sah er lächelnd zu Boden, „Es tut auch gut dich wieder zu sehen, Vater“. Sein Vater lachte laut auf. „Den Göttern sei Dank, dass du dich wieder erinnern kannst“. „Ja, den Göttern sei dank“, sagte Yeavinn leise und musste unweigerlich wieder an die schlimmen Gräultaten in der Eiswüste zurück denken.

    „Willst du vielleicht mit uns zu Abend essen? Leo und Ksha sind auch eingeladen. Das gilt auch für dich Niam“, lachte Torik und der Drache schnaubte zufrieden. „Es wäre mir eine Freude“, sein Vater klopfte ihm noch einmal auf die Schulter und ging dann eilends von dannen. Sie sahen ihm eine Weile hinterher dann fasste Yeavinn einen Entschluss. Er ging zur Kommode, nahm die Schulterpanzerplatten und legte sie unter Niams prüfenden Blicken an. Genauso wie Bein und Armschienen. Als er fertig war griff er zögernd nach seinen Schwert, hielt die Hand jedoch zurück.

    „Nimm es endlich und schliesse ein für alle Male mit der Vergangenheit ab, Yeavinn“, der Drache schob ihm die Waffe mit der Schnauze entgegen.
    Er sah Niam zögernd an und der Drache nickte auffordernd. Dann griff Yeavinn nach der Waffe und ergriff sie. Er legte sich den Gürtel um die Hüfte und zog ihn fest. Dann stellte er sich erwartungsvoll vor Niam. Der Drache lächelte breit.
    „Nun, wollen wir ihnen dann die Überlebenden des Schattenreichs zeigen“?

    Yeavinn nickte zaghaft und Niam begann grollend zu knurren. Hastig begann Yeavinn heftig zu nicken und der Drache lachte abgehackt.

    „Ich freue mich so sehr meinen Reiter wieder zu haben“, Yeavinn spürte Niams Übermut und Tatendrang nach dem langen Monat des nichts tuns. Er schmunzelte. Dann trat er aus der Höhle hinaus in den Hof und musterte die Menschen darin. Doch gerade als er losgehen wollte zupfte Niam an seinem Wams und er sah zu ihm. Der Drache legte den Kopf schief, dann verschmolzen ihre Geister wieder und Yeavinn spürte was sein Drache spürte.

    Stolz und Siegestaumel. Ein Sieg gegenüber allen die versucht hatten sie zu töten. Ein Sieg gegenüber allen die sagten sein Reiter würde nie wieder normal werden. Und er war stolz auf ihn, das er sich zusammen gerissen hatte. Für ihn“.
    Yeavinn war beinahe sprachlos vor Rührung. Dann aber spürte er das Niam wartete. Yeavinn schickte ihm ein Bild von Leo und Ksha. Niam wollte gerade losgehen als Yeavinn es sich anders überlegte. Zuerst mussten sie jemand anderes aufsuchen. Oberoth.

    Er wollte Niam und sich einen Gefallen tun und sich bei ihrem Meister wieder als genesen melden. Sie gingen schnell durch die Straßen während die Leute ihnen auswichen und nach sahen. Während sie liefen berichtete Yeavinn Niam von Timaans Besuch. „Was hälst du von meinem kleinen Freund“?
    Yeavinn überlegte, „Er ist für sein Alter ziemlich klug“. Niam nicke zustimmend.
    „Ich habe ihn damals vor einem wilden Shaikan gerettet, der ihn fressen wollte. Danach ist er einfach mit gekommen und lebt seitdem bei mir, Leo und Ksha. Er macht sich wirklich gut, dafür das er noch bis vor ein paar Wochen als Futter für die Shaikanherden der Schatten gedacht war“.

    Yeavinn schwieg bedrückt.

    Dann waren sie am Haupthaus angelangt wo zu Yeavinns überraschung eine große Gruppe von Kindern stand. Bei sich hatten sie verschieden große Drachenkinder. Vor ihnen stand Oberoth und beinahe genau soviele Reiter wie Schüler ihnen gegen über standen. Sie gingen langsam näher bis man sie bemerkte. Aber selbst von hier aus sah Yeavinn das Oberoth lächelnd den Kopf schüttelte. Auf einen Befehl hin drehten sich die Anwärter alle um und sahen sie an. Diejenigen unter ihnen die aus Abastor stammten musterten sie erfürchtig, wärend die neu eingetroffenen Schüler sie nur neugierig ansahen.

    Als sie endlich bei Oberoth und den anderen Reitern waren begrüßte der alte Reiter sie mit dem alten Gruß der Elfen und Yeavinn erwiderte ihn freundlich.
    „Ihr beide seid wirklich unverwüstlich – Niam, meinen Respekt“, der Drache brummte zum Dank und sah dann die Reihen von Anwärtern auf und ab.
    „Nun Yeavinn, was kann ich für euch tun“, Yeavinn sah die Reihen kurz hinab und sah Leo der in skeptisch musterte.

    „Ich möchte meinen Pflichten wieder nach kommen, ich bin vollständig genesen“, Oberoth seufzte. „Darüber reden wir später, nun muss ich mich erst einmal um unsere Schüler kümmern. Bitte kommt heute Abend noch einmal zu mir, dann können wir weiter reden“, Yeavinn verbeugte sich. „Wie ihr wünscht“. Er stellte sich etwas abseits der Gruppe auf und setzte sich neben Niam ins Gras und beobachtete das geschehen. „Sie werden grade ihren Lehrern zugeteilt“, Yeavinn nickte bestätigend. „Leo wird nun auch seinen ersten Schüler bekommen und Ksha ebenso“, bemerkte Niam leicht verwundert.

    „Sie werden das gut machen, da bin ich mir sicher“, Niam schwieg einen Moment und Yeavinn merkte wie sein Übermut sich etwas legte. „Einen Schüler auszubilden ist eine große Aufgabe und Verantwortung“, Yaevinn nickte.
    „Eine der ich noch nicht gewachsen bin“, Niam schwieg. Nun war er wieder der Niam den Yeavinn gewohnt war. Der ruhige, sanfte Niam. Yeavinn hob die Hand und strich seinem Drachen über den Hals, während er das Treiben vor ihnen beobachtete.

    „Warum glaubst du wärest du noch nicht bereit dafür einen Schüler auszubilden“?
    Niam sah ihn nicht an. „Ich weiß es nicht. Ich glaube auch nicht dass sie mir einen zuteilen würden, selbst wenn ich sie darum bitte. Wer würde ein Kind einem ehemaligen Schatten anvertrauen“? „Jeder der bei klarem Verstand ist würde dir dieses Privileg nicht vorenthalten, kleiner. Du warst ein Schatten, du bist keiner“, sie unterbrachen ihr Gespräch als sich die Menge in mehrere kleine Gruppen aufteilte und in alle Richtungen verschwand.

    Nur Oberot, Leo und ein Junge samt einem roten Frischling standen da und sahen sie an. Träge rappelte sich Yeavinn auf und ging mit Niam zu den vieren. Als er endlich stehen blieb schwiegen sich alle an, Leo musterte ihn eingehend. Dann jedoch sprach Oberot.

    „Yeavinn, es freut mich das du wieder wohl auf bist, aber so schnell kann ich dich nicht auf eine Mission schicken. Zuerst musst du beweisen das du wieder genesen bist. Danach werdet ihr auf ein paar Patroullien geschickt und danach, insofern es keine Zwischenfälle gab, werde ich euch wieder auf richtige Missionen schicken. Ist das in eurem Sinne“.

    Yeavinn lächelte, „Ja, Meister“, antwortete er für Niam mit. Oberoth nickte.
    „Nun, ich denke ihr habt euch eine Menge zu erzählen. Yeavinn, Niam, ich wünsche euch morgen früh auf dem Landeplatz zu sehen um euren Gesundheitlichen Zustand prüfen zu lassen. Und Yeavinn, es freut mich wieder auf euch zählen zu können“, mit einem Wink verabschiedete er sich und ging gemächlich von dannen.

    Dann wandte sich Yeavinn wieder Leo zu und sah ihn erwartungsvoll an. Der Elf musterte ihn noch eine Weile, dann lächelte er und schüttelte den Kopf. Im nächsten Moment umarmten sie einander und drückten sich aneinander. „Warum hat das so lange gedauert“, fragte Leo Niam neckisch und der Drache knurrte abgehackt. „Ihr zwei haltet wirklich die ganze Stadt in Atem. Erst diese Reise ins Schattenreich, ein Schattentöter, ein Drache der seinen Reiter vor dem Tod rettet“, er schüttelte den Kopf.

    „Entschuldigung, es wird Zeit das ich euch einander vorstelle. Das sind Meister Yeavinn und Meister Niam. Das ist mein Schüler Kianto und seine Partnerin Emira“, der Junge verneigte sich leicht. „Es ist mir eine Ehre“, auch Yeavinn neigte den Kopf. „Es ist mir eine Ehre junger Reiter“, Yeavinn merkte das Niam sich mit dem Frischling austauschte, der wirklich noch winzig war. Wenn es hochkam war dieses Küken gerade einmal eine Woche alt. Dann jedoch tat Niam etwas was Yeavinn nicht erwartet hatte, als er der kleinen über den Hals leckte

    „Wo ist denn Ksha“, fragte Yeavinn geistesabwesend während er den kleinen Drachen musterte. „Jagen. Sie musste einfach wieder fliegen. Sie werden des fliegens einfahc nicht müde“, er zwinkerte ihm zu und legte Kianto eine Hand auf die Schulter. „Ihr kommt heute Abend auch“? Leo sah ihn verwirrt an, „Meine Familie hat mich und Niam zum Essen eingeladen. Torkil meinte du und Ksha würden auch kommen“. Der Elf hustete kurz, dann nickte er. „Wenn er es so gesagt hat, dann werde ich den Wünschen meines Schwiegervaters wohl nachkommen“. Yeavinn schnaubte.

    „Also habt ihr euch endlich entschieden“? Leo nickte. „Nun gut, ich muss dann los. Wir sehen uns heute Abend“, er hob die Hand zum Gruß und ging dann von dannen. Als sie weg waren fragte Yeavinn Niam, „Das war deine Tochter, oder“?
    Der Drache nickte. „Ich bin mir sicher“. Sie standen noch eine Weile da und sahen Leo und Kianto zu wie sie in einem der Torbögen verschwanden. Leo erzählte wie immer munter und der Junge lauschte ihm aufmerksam. „Er wird ein guter Lehrer sein, da bin ich mir sicher“, meinte Niam.

    Yeavinn nickte bestätigend. „Wollen wir deine Familie besuchen gehen“? Niam schnaubte und legte sich auf den Boden. Die Hölen der Shaikan lagen am anderen Ende der Stadt, so dass sie zu Fuß eine Stunde gebraucht hätten. So aber bewältigten sie die Strecke in weniger als einer Minute. Schon als sie landeten bemerkten sie den großen weißen Drachen der im Hof lag und in der Frühlingssonne döste. Miadra. Als sie landeten öffnete sich eines der blutroten Augen für einen Moment, nur um sie zu mustern und dann sofort wieder zuzuklappen. „Sie sind im Hinterhof“, mehr sagte sie aber auch nicht.
    Sie gingen schnell um sie nicht weiter zu stören am Hauptgebäude vorbei bis sie auf dem kleinen Hinterhof waren. In einem Kreis aus festgetretener Erde standen Kritos und Ares sich kampfbereit gegenüber ohne eine Waffe zu tragen.

    Yeavinn wollte sie gerade begrüßen als sie ohne Vorwarnung auf einander Einschlugen. Doch erst als er genauer hinsah erkannte er die magischen shaikantypischen Waffen. Sie bewegten sich schnell und präzise, Eigenschaften Jahrelangen Trainings. Grade als er es sich bequemer machen wollte erreichten beide einen Punkt wo sie den anderen komplett ausmanövriert hatten und keiner mehr angreifen konnte. Sie liesen langsam von einander ab und klopften sich dann den Staub von den Kleidern. Doch sie verließen den Ring nicht sondern warteten. Mia trat hinzu. Sie lockerte die Schultern dann ging sie in eine gefährlich deckungslose Haltung und wartete. Yeavinn hielt vor Spannung die Luft an, dann ohne Vorwarnung passierte es, Ares und Kritos schlugen gleichzeitig aus zwei unterschiedlichen Richtungen zu. Anstatt den Angriff zu blocken machte die Shaikan einen geschmeidigen Satz nahc hinten und wich den Angriffen aus, nur um Ares mit einem gezielten Tritt im hohen Bogen auf den Rücken zu befördern. Mit einer schnellen Rolle wich sie Kritos aus und stand dem alten Shaikan dann gegenüber.

    Vater gegen Tochter. Sie standen einfach nur da und starrten sich an, dann grinste der Shaikan, „Du hast verloren, du hast die Markierung überschritten“, Mia grinste. „Du auch, Alter Mann“, Kritos legte den Kopf schräg. „Worauf warten wir dann noch“? „Wenn du dich ausruhen willst, sag einfach bescheid“, stichelte Mia.
    Kritos lies die Waffen sinken und sah betrübt zu Boden. „Vielleicht, wäre dass das beste – Vielleicht aber auch nicht“, mit einem Satz sprang er vor und warf Mia mit seinem reinen Körpergewicht um. Sie fiel auf den Rücken und sah ihn empört an. „Schummler“! „Feldherr“, erwiderte Kritos den Vorwurf amüsiert.
    Dann reichte er ihr die Hand und wollte sie auf die Beine ziehen als sie ihn mit einem Ruck von den Beinen riss. Er fiel auf sie und sofort ging ein Handgemenge los in welches sich der bereits ausgeschiedene Ares voller Tatendrang mit hineinstürzte.

    Yeavinn sah ihnen verdattert zu bis sie lachend innehielten und gegenseitig neckisch schubsten. Yeavinn war unschlüssig was er tun sollte, doch dann hob er die Hand und rief nach ihnen. Es dauerte ein paar Momente bis sie ihn wahrnahmen und zu ihm sahen. Eigentlich hatte er wieder misstrauische Blicke erwartet doch alle wunken ihm zu und lachten dabei als säßen sie im Wirtshaus in einer munteren Runde zusammen.

    Dann bevor er begriff wie ihm geschah war er von Shaikan umringt die ihn umarmten und fröhlich auf die Schulter klopften. Die beiden Zwilinge tollten auf Niams Rücken herum und der silberne Drache sah ihnen amüsiert zu. Yeavinn sah zu Saria die an einen Stützbalken gelehnt unter dem Vordach stand und fröhlich zu ihm sah. Sie lächelte ihm zu und kam dann auch zu ihnen.



    Re: Tiberas

    Kaya - 11.12.2009, 23:41


    Sooo erstmal sry hat ziemlich lange gedauert...
    Ein schön laaaanges Kapitel und einfach mal toll zu lesen wie Yaevinn langsam wieder anerkannt und akzeptiert wird.!
    Einzige Kritik: 3-mal "von dannen" ist schon ein bisschen viel...aber ansonsten ganz ganz toll :yes:



    Re: Tiberas

    Aresander - 27.12.2009, 20:12


    Mias Vorraussage
    Am Abend desselben Tages

    Yeavinn war gespannt. Er hatte den Hof seiner Eltern in Abastor noch nie gesehen und würde sie nun zum ersten Mal in ihrem neuen Heim besuchen.
    Doch als Yeavinn den Hof sah, wurde ihm bewusst das es sich anscheinend um mehr als nur ein Abendessen zu handeln schien. Viele waren da. Manche unter ihnen kannte Yeavinn, manche waren ihm Fremd. Nur ein Gast stach aus der Menge heraus. Ksha lag zufrieden im Hof neben dem Festtisch und lauschte den Gästen.

    Sie drehte den Kopf als sie, Niam und ihn spürte. Sie stand so ruckartig auf das alle innehielten um zu sehen was die Drachin so aufregte, als man sie bemerkte. Ksha stieg über die kleine Mauer die den Hof umschluss und kam ihnen entgegen. Sie und Niam rochen aneinander und er ließ sie und gesellte sich inzwischen zu den anderen Gästen. Als er seinen Vater fand hätte er ihn beinahe nicht erkannt. Torik hatte sich den Bart abrasiert und die Haare geschnitten.

    Er steckte in einem Gewandt wie man es nur zu besonderen Anlässen trug.
    Er klopfte ihm auch wie wild auf die Schulter und bugsierte ihn laut rufend durch die Tischreihen. Viele prosteten ihm zu, andere wunken und manche beobachteten ihn einfach nur. Dann wurde er neben Torkil auf eine Bank gesetzt und ihm etwas zu Essen angeboten. Viele stelltem ihm ihre Fragen, doch keiner stellte eine Frage zu dem Schattenreich, wofür Yeavinn sehr dankbar war.

    Dann tippte ihm jemand auf die Schulter und er sah seiner Schwester ins Gesicht. Neben ihr stand Leo und musterte ihn. Er stand auf und nahm seine Schwester in die Arme. Dann sah er die beiden erwartungsvoll an. „Und, was wird hier gespielt“? Beide sahen sich lächelnd an, dann schlang Leo einen Arm um ihre Schultern. „Wir sind nun verlobt“. Yeavinn begann zu grinsen. In der alten sprache wünschte er den beiden Glück und ein langes, sorgenfreies Leben, dann gab er sie wieder frei und sie setzten sich zwei Plätze neben ihm auf die Bank.

    Es wurde noch lange gefeiert, getrunken und gesungen bis Yeavinn neben Niam die Straße hinab schlenderte. Er fühlte sich angenehm berauscht, konnte jedoch noch gehen. Niam erging es nicht anders. Er und Ksha hatten genauso geschlemmt wie alle anderen Gäste auch. Auch Kianto und Emira waren dagewesen wobei sich die kleine Drachin nach diesem Tag damitzufrieden gab, in seinem Schoss zu liegen und alles verschlafen zu beobachten.

    Yeavinn sah die Straße entlang und meinte im Eingang eines Hauses etwas sitzten zu sehen. Als sie das Gebäude passierten meinte er einen Hund im Halbdunklen aus zu machen, doch er interessierte sich nicht weiter für das Tier und ging weiter. Hinter sich konnte er hören wie das Tier davon rannte und war als er sich umdrehte verschwunden. Er blieb einen Augenblick stehen und schüttelte benommen den Kopf. „Ist etwas“, Niam sah zu ihm herüber und blieb stehen.
    Yeavinn horchte in die Stille, doch da war nichts. Doch es kam ihm so vor als würden die Schatten viel schwärzer wirken als sonst.

    Er zuckte mit den Schultern und ging weiter. Doch als er gerade wieder losging blieb er erschrocken stehen. Auch Niam stand starr. Ein rasselndes Schnaufen erklang erneut über ihnen. Doch als er zu dem Dach des Hauses sah, war dort nichts. Irgendwo in der Stadt erklang eine Glocke. Sie Erklang dreimal und verstummte dann wieder. Niam sah sich in alle Richtungen hin um. Der Schwanz peitschte. Wieder erklang irgendwo eine Glocke doch dieses mal lauter und schneller. Wieso läutete jemand mitten in der Nacht eine Glocke, es sei denn. Mit einem lauten Dröhnen erklang über ihnen der erste Schlag der Glocke im Turm vor ihnen. Dann hörte er weitere Glocken überall in der Stadt. Dann Rufe und lautes Getrampel.

    Das läuten der Glocken war kein Versehen, es wurde Alarm geschlagen. Yeavinn sah sich einen Moment lang irritiert um dann aber hörte er wie etwas auf sie zu rannte. Ein Wesen so groß wie ein Pferd hielt auf sie zu. Die Haut glänzte im Mondlicht und zwei Eisblaue Augen starrten sie an. Dann kam das Wesen zum stehen und zeigte sich ihnen im schwachen Licht. Es war könnte man meinen ein Drache der keine Flügel hatte. Doch eher das Wesen weiter erforschen konnte verzogen sich dessen Konturen und Ares stand vor ihnen und sah sich hastig um. „Geht es euch gut“?

    Yeavinn nickte. Und Ares sah sich weiter um und dann wieder in die Richtung aus der er gekommen war. Yeavinn konnte lautes Trampeln hören und wollte gerade schon zur Waffe greifen als er einen Trupp Gardisten sah, der in ihre Straße einbog und auf sie zuhielt. Ares wunk sie zu sich und musterte ihn und Niam noch einmal. Als der Kommandant vortrat und salutierte drehte sich Ares zu ihm um und sah den Mann an. „Kommandant, ihr werdet Meister Yeavinn und seinen Partner unverzüglich zu unseren Gemächern eskortieren und ihn dort Fürsten Saria übergeben. Er muss unter allen Umständen lebend dort ankommen, habt ihr verstanden“!?

    „Ja, Herr. Wir werden ihn mit unserem Leben verteidigen“. Yeavinn musterte die Soldaten noch einmal und bemerkte das sie ihn wieder misstrauisch musterten. Doch ehe er Ares hätte fragen können war dieser verschwunden und der Kommandant ging los während die nderen Soldaten einen Ring um sie schlossen. Yeavinn folgte ihm, blieb jedoch immer in Niams Nähe. Der Drache beobachtete alles Aufmerksam und sah mit seinen guten Augen in jede Finstere Ecke.
    Alle fuhren zusammen als eine Dachschindel zwischen den Soldaten zu Boden fiel. Dann noch eine und noch eine bis einer de rMänner schmerzerfüllt aufschrie und sich die Schulter haltend zusammensank. Niam knurrte laut und spannte bereits die Muskeln an als das was sie mit Ziegeln bewarf zu ihnen herunter kam. Würde Yeavinn nicht sehen was dort geschah, er würde sagen das garkein Angriff stattfand. Das Wesen kam genau zwischen ihnen am Boden auf rollte ab und stand im nächsten Moment angriffsbereit unter ihnen.

    „Wer bist du“? Die Soldaten richteten ihre Waffen auf das Wesen. Doch es beachtete sie garnicht und starrte nur Niam an. Dann erscholl ein kehliges Fauchen und im nächsten Moment sprang das Wesen einen der Soldaten an, riss ihn zu Bodem und hechtete dann weiter auf Niam zu. Es kam noch einmal auf dem Boden auf, dann stieß es sich, die Arme zum schlag bereit, ab und sprang auf Niam zu. Doch der Drache wehrte sich und schleuderte ihn mit einem schnellen Schwenk seines Kopfes zur Seite. Doch nun war das Wesen außerhalb der Reichweite der Waffen der Soldaten. Blitzschnell griff es erneut an und dieses mal brüllte Niam laut auf. Yeavinn kannte dieses Brüllen nur zu gut. Er selbst hatte es unter der Kontrolle des Schattens mehrfach verursacht.

    Der Drache zog das Rechte Vorderbein hinter sich her und stellte sich zwischen Yeavinn und die Bestie. Wieder griff das Wesen an und diesesmal traf es Niam genau an der Brust. Der Drache ging in die Knie und offenbarte so sein Genick. Yeavinn sah nur noch wie das Wesen sich erneut absties als er einen Gedanken fasste. Er wollte dieses Ding töten bevor es seinen Drachen tötete. Es sirrte Laut dann zuckte das Wesen mehrfach getroffen zusammen und blieb reglos auf dem Boden liegen. Yeavinn zitterte vor blankem Hass. Dann eilte er zu Niam um nach ihm zu sehen. Sein Drache sah ihn irritiert an. Yeavinn fuhr ihm einmal über die Ohren dann ging er zuerst zu Niams Brust um sich die Wunden anzusehen.

    Drei lange schartige Wunden klafften auf seiner Brust, jedoch war keine tief genug um ernsthaften Schaden an zu richten. „Ich werde die Wunden nicht heilen können, aber ich kann die Blutungen stoppen“, rief er laut. „Kommandant, schickt einen Mann zu den Shaikan und sage ihnen das der Bruder der Fürstin ihre Hilfe benötige“.
    „Wie ihr befehlt“, der Mann gab die Order weiter und sah sich dann den Kadaver des Wesens an.er drehte ihn um und fluchte, „Teufel noch eins was ist das“!?
    Yeavinn sah von der Wunde auf die er gerade behandelte um zu sehen was der Mann meinte. Doch das Wesen lag zu weit in der Finsterniss als das er etwas hätte erkennen können. Er versorgte Niams Wunde, dann trat er an das Wesen heran. „Brisingr“, flüsterte er, dann erhellte die Flamme in seiner Hand die Straße.

    Das äußere ließ auf einen Menschen schliessen, wären da nicht die Panzerplatten die nahtlos mit der Haut verschmolzen. An den außenseiten der Arme, Beine und den Schulterblätter saßen mattgraue Metallplatten. Das Gesicht war zu einem stummen Schrei verzerrt. Weiße Reißzähne, den seinen garnicht einmal so unähnlich, schimmerten im Licht der Flamme. Die gelben Augen waren vor Angst geweitet. „Was ist das für Ding“? Yeavinn kannte das Gesicht aus seinen Alpträumen.
    Yeavinn musste den Toten weiter bis ihm die drei Klingen auffiehlen die aus beiden Handrücken stachen. „Herr“? Yeavinn zuckte zusammen, dann sah er sich um und riss von einem Stapel Kisten die Lagerplane herunter und warf sie über die Leiche. „Nehmt ihn mit, wir müssen hier weg“, er sah zu Niam der ihn fragend ansah.
    „Kannst du gehen“? „Wer ist das“? Yeavinn biss die Zähne zusammen und presste dann die verhassten Worte heraus. „Einer von Magaz Kriegern, einer von denen die er erschaffen hat als er mich beherrschte. Er war der Letzte an den ich mich erinnern kann. Er ist eine Mischung aus Mensch oder Elf und einem Shaikan“.

    Die Soldaten warteten immer noch auf sie als sie über sich ein Rauschen hören konnten. Überihnen auf dem Dach ertönte ein Dumpfes Grollen und ein lautes Knacken des Holzes. Dann sprang ein Mann zu ihnen herab und landete auf Allen vieren vor ihnen. Die Soldaten wollten gerade zum Angriff übergehen als Yeavinn Kritos erkannte. Er hob die Hand und bedeutete den Soldaten zu warten. Der Shaikan musterte sie, dann kam er zu ihm. „Niam ist verletzt. Wir wurden angegriffen. Kritos. Es sind Shaikan. Magaz Hybriden. Sie sind hier in der Stadt“! „Ich weiß, wir versuchen sie zu fangen, aber es gelingt nie“. Der Shaikan sah sich Niams Verletzung an während Yeavinn weiterhin den Leichnahm in dem Tuch anstarrte.

    „Bringt ihn weg“, sagte Yeavinn leise und die Soldaten gehorchten und trugen den Toten zur Festung.




    Eine Stunde später ging Yeavinn neben Niam her der langsam humpelnd sich durch die Straßen schlängelte. Zwölf angreifer, mehr als einhundert Tote und dutzende verletzte. Und drei der Angreifer waren noch nicht gefunden. Vielleicht gab es sie auch garnicht. Doch behaupteten mehrere Soldaten neben den Toten die sie gefunden hatten noch drei andere gesehen zu haben. Zu einer dieser Stellen wo eine dieser drei Kreaturen gesehen wurde, waren sie nun auf dem Weg. Ein Soldatentrupp hatte eine der Kreaturen in dieses Viertel der Feste verfolgt und war dann verschwunden. Yeavinn hatte keine große Hoffnung einen der Männer lebendig vorzufinden, und doch ging er weiter. Niam trug inzwischen teilweise seine Plattenrüstung die man ihm in Windeseile angelegt hatte. Nur das verletzte Vorderbein war von keinen Panzerplatten bedeckt. Sie hatten nicht viel geredet seitdem sie ihre Unterkunft wieder verlassen hatten.

    Yeavinn legte die Hand auf den Schwertgriff als eine Katze aus dem Schatten sprang und über die Straße rannte. Erst als das Tier wieder verschwunden war, ließ er den Griff los und entspannte sich wieder etwas. Er konnte sich an die Shaikan erinnern die Tot in ihrem Blut im Hof des Haupthauses lagen. Keiner war von ihnen, nach den Aussagen von Kritos zufolge älter als drei Jahre. Mia hatte die ganze Zeit über auf die Leichnahme gestarrt und die Hände zu Fäusten geballt vor sich gehalten. Keiner außer Ares wusste was in ihr vorging doch er schwieg. Genauso wie sie selbst. Keiner wusste ob sie traurig war oder zornig. Sie selbst hatte alleine vier von neun der Wesen zur Strecke gebracht. Yeavinn wusste nicht ob ihr Handeln Gnadevoll, oder grausam war. Die Kadaver der von ihr getöteten Feinde waren allesamt mit einem schnellen Schlag enthauptet worden.

    Yeavinn stolperte als er gerade um eine Hausecke trat. Er machte einen Ausfallschritt und sah gleichzeitig nach unten über was er gestolpert war. Ein Helm lag mitten auf der Straße. Niam knurrte neben ihm leise und er hob den Blick. Über die ganze Straße verteilt lagen mehrere Leblose Körper. Sie hatten den verschollenen Soldatentrupp gefunden. Doch von den Angreifern war keine Spur zu sehen. Yeavinn zog sein Schwert und wog es unsicher in der Hand. Er hatte die Waffe lange nicht mehr benutzt. Langsam ging er zwischen den toten Wachen umher, bis er vor der Wand stand, welche die Straße abschloss. Doch bevor er etwas machen oder sagen konnte krachte es laut und er wurde von einem harten Gegenstand an der Schulter getroffen und zur Seite geworfen. Etwas schweres viel knackend und knarzend auf ihn. Jedoch lies der Druck mit einem lauten Rumpeln wieder nach und ein erstickter Schrei erklang.

    Er hörte wie Niam brüllte, als er den unbekannten Angreifer attackierte, dann öffnete er die Augen wieder und sah das es eine aus den Angeln gerissene Tür war, die ihn unter sich begraben hatte. Mühsam schob er die Tür fort und rappelte sich wieder auf, hob sein Schwert und sah sich um. Niam hatte einen der Angreifer mit dem Schwanz erwischt und ihn gegen die Wand geschleudert, an der er zusammen gesunken war. Ein zweiter starrte sie mit gebläckten Zähnen an, dann sprang er zur Seite zu einem Tor gegenüber der Haustür aus der sie gekommen waren und stach mit der Waffe nach einer zusammen gekauerten Person in einer der Ecken.
    Ein kurzer Erstickter Aufschrei dann sprang das Wesen zurück als das, was auch immer da hockte nach ihm schlug. Yeavinn wollte gerade angreifen als etwas passierte womit er nicht gerechnet hatte.

    Die Konturen zerfielen einfach zu schwarzem Sand und verschwand im dunkeln, dann war es vershwunden. Yeavinn hörte das getrappel schneller Schritte, dann erhellte eine Fackel die Straße und erhellte den Schauplatz des Geschehens. Der von Niam außer Gefecht gesetzte Shaikan lehnte an der Wand. Brust und Bauch waren völlig von Niams Angriff zerschmettert worden. Wahrscheinlich war der Shaikan schon tot als Yeavinn sich an dem Kampf beteiligt hatte. „Yeavinn! Geht es euch gut“? Er drehte sich verwundert zu Leo um der unter den ankommenden Soldaten war. Direkt hinter ihm waren Kianto und Emira. Yeavinn konnte einen missbilligenden Blick nicht unterdrücken. Es war nicht gut sie zu so einem Schlachtfeld zu führen.

    „Ja, es geht uns gut“, er sah sich wieder um und trat dann auf einen der Soldaten zu und lies sich von ihm die Fackel geben. Dann ging er zu der Nische in der Wand in welcher der von dem Shaikan angegriffene lag. Yeavinn war verwundert und schockiert zugleich. Es war kein Soldat sondern ein Kind. Der Angriff der Filathr hatte drei tiefe Schnitte in der Seite des Menschenmädchens hinterlassen. Dunkles Blut quoll aus der Wunde und Yeavinn runzelte die Stirn. Dann sandte er seinen Geist aus. Die kleine lebte noch. „Leo, hilf mir“! er kniete sich auf den Boden und hielt eine Hand über die Wunden als er die Heilzauber wirkte. Leo kniete sich neben ihn und wollte gerade beginnen ihm zu helfen als er inne hielt. „Yeavinn - das ist kein Mensch“. Er zog den Ärmel des Hemds hoch und offenbarte eine kupferrote Panzerplatte, die mit der Haut des Kindes verschmolzen war.

    Yeavinn unterbach den Heilzauber, doch die Wunde hatte sich bereits geschlossen. „Wachen, nehmt sie fest“, befahl der Halbelf und die Soldaten wollten nach dem Mädchen greifen als dieses die Augen aufschlug und aufsprang. Bevor es jedoch etwas tun konnte, hörte Yeavinn ein Rascheln, dann wurde sie gegen die hinter sich liegende Hauswand geschleudert. Ein Wurfmesser steckte in ihrer Schulter. Sie versuchte die Waffe heraus zu ziehen, lies die Waffe jedoch sofort wieder mit einem Spitzen Schrei los. Sie hob den Blick und sah sie aus Angst geweiteten Augen an. Yeavinn trat hinter den Soldaten die ihn abgeschirmt hatten hervor und das Mädchen sah ihn an. Entsetzen lag in ihren Augen. Sie lies von der verletzten Schulter ab und setzte sich grade auf ihre Beine. Sie hob das Kinn und sah ihn fest an. Tränen liefen ihre Wangen hinab, doch sie war still und sah ihn gefasst an.

    Keiner sagte etwas. Alle warteten. Yeavinn musterte sie nocheinmal und er meinte sich an sie zu erinnern. „Wie ist dein Name“? Fragte er ruhig. Sie biss die Zähne zusammen, dann sagte sie leise, „Vela“. Yeavinn zückte noch einmal kurz sein Schwert aus einem reinen Reflex als ihn die Erinnerung traf. Sie war Magaz entkommen, als er ihren Geist verändern wollte. Er sah wieder zu ihr und bemerkte dass ihre Augen auf die Spitze seines Schwertes gerichtet war, die wenige Meter vor ihr in der Luft hing. Dann steckte er die Waffe weg und Vela sah wieder ihn an. Langsan ging er auf sie zu und kniete sich dann einen Meter vor ihr auf den Boden. Sie hatte ihn keinen Augenblick aus den Augen gelassen. Dann langsam streckte er die Hand aus und bot sie ihr da. Dann sagte er in der Gramarie, „Magaz ist tot. Er wird dir kein Leid mehr zufügen können. Mein Name ist Yeavinn Toriksson und das ist mein Partner, Niam“, er zeigte auf den silbernen Drachen der sie neugierig musterte. Vela sah ihn ungläubig an, doch Yeavinn bemerkte das ihr Blick flackerte. Bevor sie etwas sagen konnte murmelte er, „Slytha“.

    Ihre Augen klappten zu und die Atmung senkte sich. Vorsichtig griff Yeavinn nach dem Griff der Waffe und zog sie vorsichtig heraus. Doch Niams Heilung hatte ihn zu sehr erschöpft und er konnte die Wunde nicht schliessen. Er sah Leo an und der Halbelf kam zu ihm. Jedoch sprach er nicht die von Yeavinn erhofften Worte, welche die Wunde geschlossen hätten, sondern stoppte nur die Blutung. Dann stand der Halbelf auf und drehte sich zu den Soldaten um. Yeavinn musterte das Mädchen noch einmal und hob sie dann hoch. Sie war leicht, trotz der schweren Panzerplatten die sie überall am Körper hatte. „Was hast du vor, Yeavinn“, der Halbelf sah ihn Stirnrunzelnd an. „Ich bringe sie zu den Shaikan, sie werden am besten wissen, was zu tun ist“. Die nächsten Worte hörte er nur in seinem Kopf. „Sie ist eine der Kreaturen welche die Schatten aussenden um uns zu töten, Yeavinn“. Er schüttelte den Kopf. „Sie ist anders. Sie wurde von ihren Kameraden gejagdt. Die anderen waren Bestien, das hier ist ein normales Kind, Leo“!

    „Ich hoffe du hast Recht“, sagte der Elf mit einer ausdruckslosen Mine. Dann ging Yeavinn los zu den Unterkünften der Shaikan, Niam direkt neben ihm. Der Drache musterte das Mädchen interessiert und schnupperte ab und zu an ihr. Kurz bevor sie bei den Unterbringungen ankamen meinte Niam, „Sie ist keines der Kinder von Mia, aber ihr Geruch ist mir bekannt, ich kann mich nur nicht mehr erinnern woher. Es ist als wolle man sich an einen halbverblassten Traum erinnern“. Sie gingen weiter durch den Innenhuf des Gutshauses. Als sie etwa die hälfte der Strecke bewältigt hatten, kam Mia um eine Ecke und sah sie. Sie eilte auf sie zu und musterte dann Vela als sie bei ihnen war. „Wie habt ihr sie gefangen“? Yeavinn sah sie überrascht an. „Gar nicht. Sie wurde von ihren eigenen Leuten gejagdt und schwer verletzt. Sie muss zu einem Heiler“, Mia nickte als sie das Mädchen ansah. Dann gab sie ein Zeichen ihm zu folgen und sie traten in die Unterkunft der Shaikan ein. Es warm im Gebäude. Eine Magd eilte ihnen entgegen, wurde jedoch von Mia mit einem Kopfschütteln fortgeschickt.

    Dann bog sie in einen Raum ab und er folgte ihr. Ein Bett stand in der einen Ecke und Yeavinn legte Vela dort ab und bewegte die verspannten Arme um den Schmerz zu lindern. „Geh! Ich werde mich um sie kümmern. Niam braucht ebenso deine Hilfe“, Yeavinn wollte zuerst protestieren, wurde sich jedoch dann erschrocken bewusst, das er garnicht nachgesehen hatte, ob sein Drache verletzt war. Er nickte, und eilte dann aus dem Zimmer zurück in den Hof wo Niam zusammen mit Kioma saßen. Der Blaue Drache musterte Niams ungepanzerte verletzte Schulter , doch Niam wirkte nicht so als ob er Schmerzen hätte. Kioma kam auf ihn zu und musterte ihn, schnaubte ihm dann seinen warmen Atem ins Gesicht und ging von dannen.

    „Geht es dir gut“? „Ich bin nicht nochmal verwundet worden, aber du hast da eine ziemlich üble Schramme im Gesicht“. Yeavinn sah Niam verwundert an und tastete sein Gesicht ab und fand die Wunde. Doch das Blut war bereits getrocknet und die Wunde erforderte keinerlei weitere Behandlung.
    „Was meinst du werden sie mit ihr machen“? Niam sah ihn an. „Ich weiß es nicht, das wird Saria entscheiden müssen. Aber…“, er hielt inne als eine Gruppe von Soldaten durch den Torbogen und hielten aufs Haupthaus zu. Der Hauptmann sah so energisch aus das Yeavinn dachte er würde ihn angreifen wenn er ihn aufhalten würde. Niam sah das anscheinend nicht so und stellte sich den Männern in den Weg. Er knurrte bedrohlich und zwang die Männer zum stehen.

    „Macht den Weg frei Drache! Wir haben einen Befehl“, Niam knurrte wütend und sah den Hauptmann mit einem harten Blick an so dass dieser den Blick abwenden musste. „Und wie lautete dieser Befehl“? Der Mann straffte sich, „wir sollen den Gefangenen zu den Kerkern eskortieren“.
    „Sie ist verletzt und darf das Bett nicht verlassen“, der Mann kniff die Augen zu.
    „Der Älteste Marion hat mir klare Anweisungen gegeben. Und ich werde den Befehl ausführen“, Yeavinn merkte das er sich hier eine Disskussion sparen konnte und gab Niam das Zeichen den Weg frei zu machen.

    Sie schritten weiter und blieben dann vor dem Haupthaus stehen. Nur fünf Männer gingen ins Haus und kamen kurz darauf wieder heraus. Vela torkelte zwischen zwei der Soldaten mit und sah kurz zu ihm. Hinter den Soldaten kam Kritos heraus und blieb an einen der Dachpfeiler gelehnt stehen. Er beobachtete finster wie man Vela die Hände auf den Rücken fesselte und sie dann abführte.
    Yeavinn ging zu ihm und wartete ob der Shaikan etwas sagen würde, doch nichts geschah.

    „Was wollen sie von ihr“? Der Shaikan reagierte nicht. „Kritos“! Nun sah er ihn an. Yeavinn kannte den uralten Shaikan lange genug um zu wissen, dass er wütend war. „Sie werden sie verhören und danach töten. Der Rat hat beschlossen das sie eine zu große Bedrohung darstellt“. Entsetzen packte Yeavinn. „Das können sie nicht tun, sie ist unschuldig!“, Kritos nickte. „Ohne Sarias befehl kann ich nicht eingreifen“.



    Re: Tiberas

    Kaya - 28.12.2009, 21:40


    Super Kapitel. Erst ein schöner Beginn mit einem Fest und dann wurde es total spannend mit dem Angriff.
    An Vela hatte ich schon garnicht mehr gedacht. Toll das sie an der Stelle wieder in der Geschichte vorkommt.
    Aber naja man kann gut verstehen wieso Vela getötet werden soll ich meine sie haben gesehen was die anderen Wesen angerichtet haben, daher glauben sie das Vela das selbe Monster ist.
    Bin schon gespannt ob sie noch mal heil davonkommt^^ Wenn dann auf jeden Fall mit Yaevinns Hilfe.
    Freu mich auf den nächsten Teil und ganz doll geschrieben :yes:
    Und ne schöne Länge hat das ganze diesesmal auch ^.^



    Re: Tiberas

    Aron - 03.01.2010, 20:53


    So ich habe lange nichts von mir hören lassen, werde aber noch einmal meine Meinung sagen.

    Ich habe trotz das ich kein kommi geschrieben habe mit gelesen und finde das du durchaus weitermachen kannst. Immerhin hast du mitunter echt gute Ideen. außerdem fände ich es schade wenn du aufhören würdest.

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