Streuung bei historischen Armbrusten ?

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    Re: Streuung bei historischen Armbrusten ?

    Peoplebrave - 08.05.2006, 20:50

    Streuung bei historischen Armbrusten ?
    Guten Tag beisammen,

    Über die Suchworte "Armbrust und Präzision"bin ich auf diese Seite gestoßen.

    Durch den möglichst genauen Nachbau zweier recht unterschiedlicher Armbrusttypen wollte ich deren Funktion ,Handhabung und Leistung genauer kennenlernen.


    http://mitglied.lycos.de/arm666/index.htm

    Derzeit bin ich an der Ermittlung der Schusspräzision bei der Jagdarmbrust (Nachbau 16.Jhdt).

    Ich wollte zunächst unter optimalen Bedingungen im Keller testen und war auf 10 Meter-Distanz zunächst angenehm überrascht.
    Da gingen buchstäblich 4 Schuß mit ein und dem selben Bolzen
    (40 gramm)"Loch in Loch".

    Bei weiteren Schüssen auf die selbe Distanz wurde das Ergebnis aber schlechter - die Sehnenschutzwicklung aus thermoplastischem Kunsstoff
    erzeugte gewaltigen Abrieb auf der Knochenschiene-bis sich schließlich die
    Schutzwicklung löste.Der Knochen zeigt keinen Verschleiß.

    Eine weitere Ursache für die größere Streuung könnte der Umstand sein, daß der Bolzen nicht immer mit derselben Seite auf der Schiene lag.

    Das könnten die Ursachen für die größer werdende Streung (bis 15 cm)sein.

    Frage:

    Hat von euch jemand eine weitere Erklärung oder Vorschläge zur Optimierung ?

    Die Konstruktionsdetails sind auf der Homepage deutlich zu sehen,
    sie sind identisch zu denen historischer Armbrusten.

    Gruß Peoplebrave



    Re: Streuung bei historischen Armbrusten ?

    tiefflieger - 09.05.2006, 12:48


    @ Peoplebrave : Schöne Seite ! Das einzige, was mir einfällt, wäre, den Winkel zwischen Bogen und Schaft geringfügig zu verändern, so daß die Sehne glatt drüberläuft, ohne zu schleifen.

    Die Veränderung des Streukreises von 0 auf 15cm auf 10m ist aber schon happig, kann nicht nur an der Abnutzung der Sehne liegen. Glaube aber, daß nur wenige hier im Forum ernsthaft sich mit Armbrust-Bau beschäftigen. Kann dir die Quad-Bow Unterrubrik empfehlen, vielleicht könntest du dort einige deiner Kentnisse kundtun. Ansonsten empfehle ich dir Mittelalter-Foren, dort werden gelegentlich klassische Armbrüste besprochen.



    Re: Streuung bei historischen Armbrusten ?

    Peoplebrave - 09.05.2006, 21:10


    @tiefflieger

    Danke für den Hinweis,die Sehne hat eine neue Schutzwicklung aus
    Zwirn.
    Die Reibung ist jetzt wesentlich geringer,ausserdem ist die Sehne jetzt auch
    dicker,so, daß sie eher an der Bolzenmitte wirkt.
    Ich werde auch die Montierung für die Zielhilfe verbessen.

    Du hast schon recht - es gibt kaum jemand mit Erfahrung den man fragen könnte-so muß man eben probieren.

    Versuch-Irrtum -Versuch usw...........

    ich melde mich wieder wenns geklappt hat !

    Gruß Peoplebrave



    Re: Streuung bei historischen Armbrusten ?

    bertl - 11.05.2006, 18:56


    bertls Streuungstheorie:
    Wenn die Sehne immer an der gleichen Stelle auf den Pfeil drückt, und natürlich auf der gleichen Stelle eingehängt wird,
    der Pfeil immer genau gleich drinnenliegt,
    und der Bogen auch nicht verrutschen oder verdrehen kann -> kurz gesagt, die Bedingungen immer völlig die gleichen sind, dann müsste der Pfeil auch immer die gleiche Stelle treffen.


    Bei deiner Armbrust ist der Bogen mit einer Verstrickung befestigt, womit der Bogen nicht ganz fest ist.
    Die Sehne verändert sich auch von Schuß zu Schuß, was auch eine Fehlerquelle ist, mit der du aber bei einer Feldarmbrust leben mußt. Bei einer Matcharmbrust schaut die Sache insofern besser aus, weil da die Sehne mit einem Schlitten geführt wird, der auf den Pfeil drückt.
    Du schreibst, daß der Bolzen nicht immer mit der gleichen Seite nach unten drinnenlag, was natürlich auch nicht ideal ist.
    Du spannst die Armbrust mit einem Hebel, was von Vorteil sein kann, weil die Sehne exakt nach hinten ziehen kannst, und nicht seitlich auskannst. Bei Armbrüsten, die von Hand gespannt werden ist das aber der Fall.

    Was auch wichtig ist, daß der Bogen symetrisch ist, das weiß ich aus eigener Erfahrung.
    Ist der Bogen nach dem Schmieden wärmebehandelt worden? (Vergütet)
    Hat der Bogen auf der ganzen Länge den gleiche Querschnitt, oder ist er in der Mitte dicker oder höher?
    Stahlbögen sind gefährlich, weil sie schlagartig brechen, und die ins Gesicht schnellen können! Man kann den Bogen umwickeln, was ich unbedingt machen würde.
    Welche Spannkraft hat der Bogen?



    Re: Streuung bei historischen Armbrusten ?

    Peoplebrave - 16.05.2006, 12:57


    @bertl

    Die Ursache scheint jetzt weitgehend klar.

    1. Die Schutzwicklung der Sehne hatte zuviel und von Schuß zu Schuß
    unterschiedliche Reibung.(sie hat sich durchgerieben)
    2. der Bolzen wurde nicht immer mit der gleichen Seite aufgelegt.

    Maßnahmen :

    1. Zielscheibe aus 15 cm Styropor auf Pappe und rundum mit Rauhfaser
    so bleibt der Bolzen unbeschädigt.

    2. Bolzen 50 gramm mit 3° schräger ,versenkter Graugansbefiederung

    3.Schutzwicklung aus Zwirn (gleitet auf Knochen ideal)

    4.Bolzen immer mit derselben Seite aufgelegt

    Ergebnis:

    bei 10 Schuß ein Streukreis von 5 cm auf 10 Meter.
    Die Konstruktiondetails entsprechen denen einer historischen
    Armbrust.
    Ich meine, durch Versuche am Bolzen liesse sich da noch was
    verbessern.

    Deine Fragen :

    Die Spannkraft beträgt etwas über 1000 N-gespannt mit Geissfuß.
    Der Bogen ist auf 0,02 mm symmetrisch in der Dicke.
    Der Bogen kann seitlich nicht verrutschen.
    Die Sehne ist aus 80 - fach Dacron.
    Der Stecher erlaubt ein minimales Abzugsgewicht

    Details auf www.Theudebald.de



    Re: Streuung bei historischen Armbrusten ?

    bertl - 16.05.2006, 16:38


    Die schräge Befiederung wird wahrscheinlich nichts verbessern. Habe ich durch eigene Versuche (extrem viele) herausgefunden. Aber sonst die anderen Maßnahmen.
    Auf 10m 5cm finde ich ganz gut.
    Was noch was bringen würde, wären längere Pfeile.
    Kurze Pfeile sind etwas leichter, und haben eine günstigere Flugbahn als lange Pfeile, und sie verbiegen sich auch nicht so leicht und sind stabiler. Nur sind sie eindeutig nicht so genau. Meine langen Pfeile sind ca. 50cm lange, und die Kurzen sind ca. 30cm lange.
    Den Stecher finde ich sehr interessant. Die einzelnen Teile kann man auf dem Bild aber nicht genau erkennen, oder zu wenig genau.
    Meine Eigenbau Armbrust:
    http://armbrust.sofablau.com/cms/index.php?id=3&L=2
    Deine Homepage finde ich sehr interessant. So gute Beschreibungen von einer Armbrust findet man selten.



    Re: Streuung bei historischen Armbrusten ?

    Thommy - 16.05.2006, 17:01


    Habe diesen Threat ins neue Forum kopiert. Würde mich freuen wenn ihr da weiterschreiben würdet, dann würde ich hier einen Schlussstrich ziehen...

    MFG Thommy

    http://pfeil.pf.ohost.de/pfeil_htm/thread.php?threadid=12&sid=366bc5103981a15dfcba2e638eba6b3f



    Re: Streuung bei historischen Armbrusten ?

    Peoplebrave - 16.05.2006, 19:43


    @bertl

    Deine Armbrust hab ich schon begutachtet als ich noch nicht wußte,
    daß die Dir gehört -Respekt !

    Du bist nicht zufrieden mit den Streuungswerten (2 cm/10 Meter)?
    Warum ,das ist doch in Ordnung?

    Wenn ich davon ausgehe,das in meinem Buch über Vogel,Match und Jagd-
    armbrusten kein einziger Hinweis zur Streuung dieser Waffen enthalten ist
    meine ich ,daß viele gar nicht wissen wie groß die Streuung ihrer Armbrust ist.
    Der Stecher in meinem Nachbau 16.Jhdt ist wie im Original nur,daß ich
    das ganze auf einem Metallträger untergebracht habe.
    Dieser Stecher funktioniert von Anfang an ohne Störung.

    Wenn Du mal in ein Museum in eurer Gegend kommst,würden mich die
    Sehnenaufnahmen interessieren.

    Meine Bolzen sind wie die Waffe auch in der Länge analog dem historischen Vorbild-bis auf meine versenkte Graugansbefiederung-
    die macht sogar den Durchschuß durch eine Büchse mit.

    Grüß mir den Untersberg- da hab ich vor 20 Jahren einen Gamsbock geschossen.(aber nicht mit der A)

    @Thommy

    ist ok -danke !

    Gruß Peoplebrave



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