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Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 30.01.2009, 21:03Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
30. Januar 2009 - Radio Vatikan
Brückenbauer-Zollitsch und Bischof Müller verärgert
Wenn der britische Traditionalistenbischof Richard Williamson zur katholischen Kirche gehören will, müsse er seine Äußerungen zum Holocaust zurücknehmen und sich entschuldigen. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Donnerstag vor Journalisten.
Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch bedauerte bei einem Besuch der Synagoge in Mannheim zugleich, dass sich der Vatikan vorab offenbar nicht besser über Williamson informiert habe. Mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland wolle er weiter Kontakt halten, sagte Zollitsch nach der Ankündigung der Zentralratsvorsitzenden Charlotte Knobloch, unter solchen Voraussetzungen könne es derzeit keine Gespräche geben. Eine Entschuldigung des Holocaust-Leugners reiche nicht aus, erklärte Knobloch an diesem Freitag in München. Der Zentralrat erwarte jetzt ein „klares Signal aus dem Vatikan“.
Zollitsch:
„Ich verstehe die Enttäuschung von Charlotte Knobloch. Doch ich persönlich bin von meiner Geschichte her ein Mensch, der prinzipiell nie Brücken abbricht. Ich versuche vielmehr neue Brücken zu bauen. Deshalb werde ich von meiner Seite versuchen, Brücken zu bauen.“
Auch der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller verteidigt den Papst: Die Aufhebung der Exkommunikation gegen den Traditionalisten-Bischof habe nichts mit dessen skandalösen Äußerungen zu tun, sagte er dem Kölner Domradio.
„Ich bin verärgert, dass man nun den Papst kritisiert und nicht die Worte Williamsons. Denn es ist ganz klar, dass der Täter dieser Geschichte Williamson ist und nicht der Papst. Es ist eine unglücklicher Zufall von zwei voneinander unabhängigen Vorgängen. Wenn man die Kaltschnäuzigkeit sieht, mit der Williamson über das Leiden von Millionen von Menschen – Kindern und Erwachsenen – sprach, dann steigt die Zorneswut heiß ins Gesicht. Es ist einfach unerträglich, dass jemand der – wenn auch illegal – zum Bischof geweiht worden ist und somit Nachfolger der Apostel und Verkündiger des Evangeliums ist, eine solche unglaubliche Position vertritt.“
(rv/domradio/kna 30.01.2009 mg)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 08.02.2009, 15:32
08. Februar 2009 - Radio Vatikan
Zollitsch wünscht Solidarität mit Papst Benedikt
Zu Solidarität mit Papst Benedikt hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, aufgerufen. Zwar gebe es in der Auseinandersetzung mit der Priesterbruderschaft Pius X. weiterhin Diskussionsbedarf, räumte Zollitsch in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ein. „Auf keinen Fall aber verdient der Papst den jetzt so oft erhobenen Vorwurf einer restaurativen Gesinnung.“ Benedikt XVI. habe die Exkommunikation der vier Traditionalisten-Bischöfe aufgehoben, um einen endgültigen Bruch zwischen der Gemeinschaft und der Kirche zu verhindern.
Ein solches Schisma während seines Pontifikats sei für den Papst ein „Albtraum“, sagte der Erzbischof. Benedikt XVI. sei „mitnichten 'der Entrückte', der fernab der Geschichte und der Menschen eine starre Glaubenslehre um jeden Preis verteidigt“. Dem Papst gehe es vielmehr darum, „die Kirche aus ihren Wurzeln lebendig zu halten, statt diese Wurzeln zu kappen“. In diesem Bemühen verdiene er die Unterstützung aller Katholiken.
Es brauche jetzt Gesten, „die zeigen, dass die Kirche in frischer Weise nach vorne schaut und die Nähe ganz besonders auch zu den modernen Menschen sucht, die oft ohne eine katholische Erziehung und mit Vorstellungen und einem Freiheitsbewusstsein leben, das kirchlichen Vorstellungen eher fern ist“, betonte der Freiburger Erzbischof.
Zugleich erneuerte Zollitsch seine Kritik an der Vorgehensweise der Kurie. „Unübersehbar liegt ein wesentlicher Grund für das entstandene Durcheinander darin, dass die römischen Behörden weitgehend unverbunden nebeneinander arbeiten und ihre Vorschläge machen, ohne zunächst darüber zu sprechen, wie diese sich ins Ganze einfügen“, so der Bischofskonferenz-Vorsitzende wörtlich. Die Frage sei, „ob man in Rom nicht lernen und Verfahren einüben muss, wie die adäquate Abstimmung und entsprechende Zuarbeit für den Papst auszusehen hat“.
Zweifel äußerte Zollitsch hinsichtlich einer Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) durch die Piusbruderschaft. In der „Bild am Sonntag“ verurteilte er zudem ein weiteres Mal die Äußerungen des britischen Traditionalisten-Bischofs Richard Williamson. Dieser hatte wiederholt die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis bestritten und die Existenz von Gaskammern geleugnet. "Herr Williamson ist unmöglich und unverantwortlich. Ich sehe jetzt keinen Platz für ihn in der katholischen Kirche", sagte Zollitsch.
Auch der Regensburger Bischof Gerhard Müller forderte scharfe Sanktionen gegen Richard Williamson. Der lefebvrianische Bischof müsse "freiwillig oder zwangsweise aus dem Klerikerstand" ausscheiden, heißt es in einer Erklärung Müllers. Auch für die drei anderen Bischöfe der Piusbruderschaft forderte Müller Konsequenzen. Die illegal geweihten Bischöfe sollten auf die Ausübung ihres Amtes verzichten. „Meiner Überzeugung nach können sie allenfalls als einfache Priester eingesetzt werden“, so Müller.
(kna/kap 08.02.2009 gs)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 11.02.2009, 22:29
11. Februar 2009 - Radio Vatikan
Zollitsch für Kabinettssitzungen im Vatikan
Erzbischof Robert Zollitsch spricht sich für regelmäßige gemeinsame Sitzungen der Entscheidungsträger im Vatikan aus. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof fände es gut, wenn sich die Kurienkardinäle im Vatikan wenigstens alle paar Wochen mit dem Papst zum Austausch treffen würden. Das sagte Zollitsch dem „Mannheimer Morgen“ am Mittwoch. Die derzeitige Krise um die Piusbruderschaft habe Fehler in den Kommunikationsstrukturen des Vatikans deutlich gemacht. Der Erzbischof bemängelte auch, dass der Vatikan die Kirche in Deutschland nicht früh genug über die geplante Rücknahme der Exkommunikation der Traditionalisten-Bischöfe informiert habe.
(kna 11.02.2009 mg)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 15.02.2009, 10:36
Leider etwas zu spät, dennoch sei es erwähnt ... (mist, hätte ich gerne aufgezeichnet)
Phoenix - 15.02.2009 - 09:00 Uhr - Exzellenz der leisen Töne
Wer ist dieser vielschichtige Robert Zollitsch? Welche Rolle spielt er in der durchaus nicht konfliktfreien katholischen Kirche Deutschlands? Die Dokumentation von Bernd Seidl, die den Freiburger Erzbischof durch seinen Alltag in Deutschland begleitet, aber auch zu seinen Wurzeln im heutigen Serbien zurückkehrt, erzählt Zollitschs Lebensgeschichte.
Exzellenz der leisen Töne
Erzbischof Robert Zollitsch
Robert Zollitsch ist einer, der Mut hat. Einer, der gestalten will. Einer, der der katholischen Kirche in Deutschland Profil geben will. "Wer Geschichte machen will, braucht Mut." Dieses Zitat von Alfred Delp führt Robert Zollitsch oft im Munde. Für den Freiburger ist es so etwas wie das eigene Lebensmotto geworden.
Ist Robert Zollitsch ein "Liberaler", der öffentlich darüber spricht, dass der Pflichtzölibat theologisch nicht notwendig ist, oder doch eher ein "Konservativer", der in seiner traditionellen Marien-Frömmigkeit verhaftet ist?
Der 70-jährige "Donauschwabe" lässt sich in keine Schublade einordnen. Er ist Seelsorger, Manager und ein Vermittler, der die katholische Kirche auf künftige Entwicklungen vorbereiten will. Nach seiner für manche überraschenden Wahl ist er seit dem Frühjahr 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und ist in diesem Amt sehr schnell aus dem Schatten seines Vorgängers Karl Kardinal Lehmann getreten. Seine Stimme wird gehört - im Vatikan, aber auch in Berlin.
Was bewegt diesen Theologen, der schon früh in der internationalen Schönstatt-Bewegung aktiv war und der der Ausbildung von Priestern in seiner Diözese neue Impulse gab? Welche Rolle spielte er in der durchaus nicht konfliktfreien katholischen Kirche Deutschlands? Was will er verändern, was unter anderem auch im Gespräch mit der evangelischen Kirche erreichen? Wie sieht er seine Rolle gegenüber Politik und Gesellschaft?
Dokumentation von Bernd Seidl (2008)
(Wurde wohl bereits Anfang Dezember im BR gezeigt)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 15.02.2009, 10:53
24. November 2008 - katholisch.de
Mutiger Kirchenführer und engagierter Seelsorger
SWR porträtiert Erzbischof Robert Zollitsch
Baden-Baden - Als Robert Zollitsch im Sommer 2003 zum Erzbischof von Freiburg und damit zum geistlichen Oberhaupt der zweitgrößten Diözese in Deutschland ernannt wurde, fragten sogar manche Freiburger, wer denn dieser Zollitsch sei. Seit Februar ist der ruhige, bislang mehr im Stillen wirkende Mann Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Doch rasch ist er aus dem Schatten seines Vorgängers Kardinal Karl Lehmann getreten.
Für die Reihe "Menschen unter uns" des SWR-Fernsehens hat Bernd Seidl den Kirchenmann und Seelsorger zehn Tage lang mit der Kamera begleitet und zeichnet ein Porträt des vielschichtigen Mannes. Der Film ist an diesem Dienstag um 23.00 Uhr im SWR-Fernsehen zu sehen.
"Wer Geschichte machen will, braucht Mut"
Der Titel "Wer Geschichte machen will, braucht Mut" ist ein auf den von den Nazis hingerichteten Jesuiten Alfred Delp zurückgehendes Zitat, das Erzbischof Zollitsch häufig verwendet. Es drückt seinen Willen zu gestalten aus ebenso wie den Wunsch, die Gesellschaft mit kritischen Fragen zu begleiten. Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist der Erzbischof auch für die Politiker ein wichtiger Ansprechpartner. Bernd Seidl beobachtete ihn in Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Wolfgang Schäuble. In Berlin begleitete das Fernsehteam Zollitsch, als ihm die Ehrenplakette des Vertriebenverbandes verliehen wurde. Was Flucht, Vertreibung, gewaltsame Umsiedlung und Zwangsarbeit bedeuten, hat er in der eigenen Familie und am eigenen Leib erfahren.
Robert Zollitsch wurde am 9. August 1938 in Filipovo als "Volksdeutscher" im ehemaligen Jugoslawien geboren. Am 25. November 1944 richteten Titos Partisanen in seinem Heimatdorf ein Massaker an. 212 Männer wurden ermordet, darunter Zollitschs 16-jähriger Bruder Josef. Noch heute höre er diese Schüsse, sagt er. Vier Monate später wurde der Sechsjährige zusammen mit der Großmutter und drei Cousinen in das Vernichtungslager Gakovo eingeliefert. Bernd Seidl besuchte die ehemalige Heimat des Bischofs und zeigt dessen Streben um Ausgleich. "Erinnerung und Versöhnung sind ihm wichtig, zugleich bemüht er sich darum, den Dialog zu fördern", erklärt Bernd Seidl.
Heimat in der Schönstatt-Bewegung
Erzbischof Zollitsch ist nicht nur ein mutiger Kirchenführer, sondern auch ein engagierter Seelsorger, der sich für die Gläubigen Zeit nimmt, ihre Sorgen und Nöte anhört. Schon früh hat er sich in der internationalen Schönstatt-Bewegung engagiert. Deren Gründer, der Palottiner-Pater Josef Kentenich (1885-1968) ist ihm theologisches Vorbild. Dazu gehört die Marienfrömmigkeit ebenso wie die Frage, was Gott von uns heute will. Die Schönstatt-Bewegung ist für ihn ein Stück Heimat.
Zu seinen ganz privaten Vorlieben gehören das Wandern, die Natur und ein großes Interesse an Pflanzen und Schmetterlingen. Das Fernsehteam unternahm mit ihm und angehenden Diakonen eine vierstündige Wanderung durch den Schwarzwald. Es wurde ein Ausflug, der den TV-Leuten einiges abverlangte, weil sie manchmal Mühe hatten mitzuhalten. Sie seien wirklich erstaunt gewesen über die Fitness des Bischofs, erinnert sich Seidl.
Der Film will erkunden, was Erzbischof Zollitsch antreibt und motiviert. Bei den Dreharbeiten habe er einen Mann kennengelernt, der sich mutig einsetze, aber nie mit Schlagworten an die Öffentlichkeit gehe und der nie provoziere, erläutert Bernd Seidl. Und so trägt die ausführlichere 45-Minuten Version, die am 3. Dezember in der Reihe "Stationen" um 19.00 Uhr im Bayerischen Fernsehens läuft auch den Titel "Exzellenz der leisen Töne: Erzbischof Robert Zollitsch".
Von Monika Herrmann-Schiel (KNA)
© KNA (Alle Rechte vorbehalten)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 18.02.2009, 07:27
17. Februar 2009 - Radio Vatikan
Piusbrüder schreiben an Zollitsch
Die abtrünnigen Piusbrüder versuchen unbeirrt, einen „theologischen Dialog“ mit den deutschen Bischöfen in Gang zu bringen. Dabei hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, deutlich ausrichten lassen, dass er für ein solches Gespräch auf nationaler Ebene keinen Bedarf sieht. Der Obere des deutschen Teils der Piusbruderschaft, Franz Schmidberger, hat an Zollitsch einen „privaten Brief“ geschrieben, „um ihm konkrete Punkte einer theologischen Diskussion vorzuschlagen“. Ein Sprecher der Piusbruderschaft ließ am Dienstag wissen, der Verband lehne das Zweite Vatikanische Konzil „nicht in Bausch und Bogen ab“, stelle aber „einzelne Aussagen“ in Frage. Der Sprecher wörtlich: „Mit welchem Recht verweigert man uns in einer Kirche, in der alles hinterfragt wird, die Möglichkeit, über nichtdogmatische Aussagen zu diskutieren? Jeder darf heutzutage in der Kirche seine Meinung frei äußern, selbst gegen unverrückbare Dogmen. Nur der Bruderschaft will man von vornherein Grenzen setzen.“ Die Piusbruderschaft teilt mit, dass sie einen Theologen namens Matthias Gaudron für das erhoffte Gespräch mit den Bischöfen benannt hat.
(pm 17.02.2009 sk)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 21.02.2009, 11:02
20. Februar 2009 - Radio Vatikan
Ein Jahr Zollitsch
Mit Blick auf die Pius-Bruderschaft hat der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch bekräftigt, dass hinter das Zweite Vatikanische Konzil kein Weg zurückführe. Wenn die Bruderschaft einen Platz in der Kirche wolle, dann müsse sie die Autorität und das Lehramt des Papstes voll anerkennen, sagte er an diesem Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Freiburg. Dazu gehörten alle Konzilien, so Zollitsch. „Das wollen wir allen Menschen klar machen, denn das ist mit Blick auf die Zukunft für mich eine entscheidende Frage“, so der Erzbischof. In der Bischofskonferenz sieht er keine Differenzen zum Thema Pius-Bruderschaft.
Zollitsch, der vor einem Jahr das Amt des Bischofskonferenz-Vorsitzenden übernommen hatte, sprach sich für ein stärkeres Besinnen auf das Prinzip der Subsidiarität in der katholischen Kirche aus. „Das, was vor Ort geregelt werden kann und im Rahmen des Katholischen möglich ist, das sollte auch vor Ort geschehen, selbstverständlich mit Information nach Rom“, sagte er. Auf diesem Wege wachse an der Basis nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Solidarität und das gemeinsame Verständnis von Kirche. Da gelte es noch einiges zu entdecken und einiges in die Praxis umzusetzen.
Der 70-jährige Zollitsch wurde bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 12. Februar vergangenen Jahres gewählt. Der langjährige Vorsitzende Kardinal Karl Lehmann aus Mainz hatte zuvor aus gesundheitlichen Gründen zum 18. Februar seinen Rücktritt erklärt. Zollitsch war seit 2004 Vorsitzender des Verwaltungsrates und des Verbandsauschusses des Verbandes der Deutschen Bischofskonferenz (VDD), der die Bischofskonferenz finanziell trägt. Geboren wurde er 1938 in Philippsdorf im ehemaligen Jugoslawien, nach Flucht und Vertreibung ließ sich die Familie im Kreis Tauberbischofsheim nieder. Nach der Priesterweihe 1965 blieb Zollitsch dem Erzbistum Freiburg stets verbunden, leitete zunächst die Priesterausbildung und war dann 20 Jahre lang Personalreferent. Seit Juli 2003 ist Zollitsch Erzbischof von Freiburg und führt damit die zweitgrößte Diözese Deutschlands, zwei Millionen Katholiken gehören zu dem flächenmäßig weit verzweigten Erzbistum im Südwesten der Republik.
(kna 20.02.2009 bp)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 27.02.2009, 07:31
HR Fernsehen - 28.02.2009 - 16:00 Uhr - Horizonte
Auch wenn es nach seiner Ernennung zum Bischof zunächst nicht so aussah und viele es ihm auch nicht zugetraut haben: Robert Zollitsch ist einer, der Mut hat, einer, der gestalten will, einer, der der katholischen Kirche in Deutschland Profil geben will.
Und einer, der immer noch Fragen aufwirft. Ist er ein "Liberaler", der öffentlich darüber spricht, dass der Pflichtzölibat theologisch nicht notwendig ist, oder doch eher ein "Konservativer", der an seiner traditionellen Marienfrömmigkeit hängt? Der siebzigjährige "Donauschwabe" lässt sich in keine Schublade einordnen. Er ist Seelsorger, Manager und ein Vermittler, der die katholische Kirche auf künftige Entwicklungen vorbereiten will. Nach seiner für manche überraschenden Wahl ist er seit Frühjahr 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und in diesem Amt sehr schnell aus dem langen Schatten seines Vorgängers Karl Kardinal Lehmann getreten. Seine Stimme wird gehört - im Vatikan, aber auch in Berlin. Wer ist dieser vielschichtige Robert Zollitsch? Wie sehr haben ihn die Erfahrungen des Krieges, die Gefangenschaft im Todeslager Gakovo, die Flucht und die Vertreibung aus seiner donauschwäbischen Heimat geprägt? Welche Rolle spielt er in der durchaus nicht konfliktfreien katholischen Kirche Deutschlands? Was will er verändern, was unter anderem auch im Gespräch mit der evangelischen Kirche erreichen? Wie sieht er seine Rolle gegenüber Politik und Gesellschaft? Die Dokumentation von Bernd Seidl erzählt seine Lebensgeschichte, fragt nach seinen Visionen, steckt mit ihm jedoch auch die Konfliktfelder seiner Arbeit ab.
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 03.03.2009, 07:49
02. März 200 - Radio Vatikan
Zollitsch hofft auf Klarstellung von Mixa
Man sollte Abtreibungen nicht mit dem Holocaust vergleichen. Das meint der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. In der ARD wandte er sich gegen angebliche Äußerungen des Augsburger Bischofs Walter Mixa. Dieser soll die Zahl der in den letzten Jahrzehnten abgetriebenen Kinder mit der Zahl der unter Hitler ermordeten Juden verglichen haben. Dazu Zollitsch wörtlich:
„Wir wissen ja alle, dass der Holocaust etwas furchtbares ist. Es gibt gar keine Möglichkeit, den Holocaust einfach mit anderen Elementen zu vergleichen. Natürlich sind wir auch alle besorgt, wegen der hohen Zahl der Abtreibungen. Aber es wird immer darauf ankommen, dass wir, wenn wir Vergleiche anstellen, die richtigen Proportionen treffen. Ich meine, es ist wichtig, dass wir uns als katholische Kirche ganz klar vom Holocaust distanzieren, dass wir um dieses furchtbare Verbrechen wissen. Und es ist wichtig, dass wir das auch immer wieder zur Sprache bringen und, ich glaube, das hat die deutsche Bischofskonferenz auch immer wieder getan.“
Mixas Äußerung war nach Angaben einer fränkischen Regionalzeitung letzte Woche bei einem Besuch in Dinkelsbühl gefallen. Das Bistum Augsburg weist den Bericht entschieden zurück. Es könne gar keine Rede davon sein, dass Bischof Mixa das „grauenvolle Unrecht gegen das jüdische Volk“ relativieren wolle. Erzbischof Zollitsch hofft auf eine Klarstellung durch seinen Amtsbruder in Augsburg. Gegenüber der ARD sagte er:
„Wir werden über diese Frage miteinander sprechen. Selbstverständlich hat dann auch Bischof Mixa die Gelegenheit, seine Äußerung, die falsch verstanden worden ist oder missverstanden worden ist, in dem richtigen Kontext klarzustellen.“
Man habe in Deutschland eine hohe Sensibilität, was den Holocaust betrifft. Und das sei auch gut so, meint Zollitsch. Missverständliche Äußerungen müssten daher immer offen thematisiert und klargestellt werden, so der Oberhirte weiter. - Mit derselben Offenheit wollen die Bischöfe dieser Tage bei ihrem Treffen in Hamburg auch über den Streit um den Lefebvre-Bischof und Holocaust-Leugner Williamson sprechen. Gegenüber der ARD betonte Zollitsch bereits vorab die geeinte Grundhaltung der Bischöfe:
„Wir, alle deutschen Bischöfe, haben immer klar Stellung dazu genommen. Für uns ist klar, dass das, was Bischof Williamson äußerte, eine unmögliche Äußerung ist und dass keiner von uns diese Äußerung in irgendeiner Art und Weise rechtfertigt oder hinter dieser Äußerung steht. Wir haben aber von unserer Seite auch begrüßt, dass Papst Benedikt versucht hat, der Pius-Bruderschaft die Hände zu reichen und zu sagen: ‚Wir sind bereit, auf Euch zuzugehen, wenn Ihr bereit seid, das Zweite Vatikanische Konzil voll anzuerkennen und wenn ihr bereit seid, Euch voll der Autorität des Papstes zu unterstellen.‘ Das ist die gemeinsame Position der deutschen Bischöfe.“
Der Konflikt um die Piusbruderschaft und insbesondere den Fall Williamson ist eines der Hauptthemen, über das die deutschen Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in dieser Woche sprechen werden. Erzbischof Robert Zollitsch wird das Bischofstreffen an diesem Montagabend mit einer feierlichen Eucharistiefeier im Mariendom zu Hamburg eröffnen.
(rv/ard 02.03.2009 ad)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 03.03.2009, 22:47
03. März 2009 - Radio Vatikan
„Salz im Norden“ – Zollitsch zum Auftakt der Bischofskonferenz
Mit einer Messe im Mariendom von Hamburg hat am Montagabend die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz begonnen. Die fast siebzig Bischöfe tagen erstmals in der Hansestadt. „Wind und Stürme sind wir gewohnt“, meinte Erzbischof Robert Zollitsch in seiner Predigt bei der ersten gemeinsamen Meßfeier. Wir dokumentieren hier den Text der Predigt. Quelle ist das Pressebüro der Deutschen Bischofskonferenz.
„Salz im Norden“ - Predigt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in der Eucharistiefeier zur Eröffnung der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 2. März 2009 im Mariendom zu Hamburg
Katholische Bischöfe kommen, wie Sie sich leicht vorstellen können, nicht so häufig nach Hamburg als in andere Städte Deutschlands, die stärker katholisch geprägt sind. Deshalb sind wir sehr gerne der Einladung unseres Mitbruders Erzbischof Dr. Werner Thissen gefolgt, nur wenige Jahre nach der Neugründung des Erzbistums Hamburg eine Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hier im Norden abzuhalten. Wind und Stürme sind wir – bis hinein in die vergangenen Wochen – gewohnt; warm anziehen müssen wir uns des Öfteren. Hafenstädte und Häfen sind uns sympathisch; ohne sie und ihre Weltoffenheit hätte die junge Kirche des hl. Paulus und der anderen Glaubenskünder niemals den Weg nach Europa gefunden. Kurzum: Wir werden uns zu Hause fühlen bei der Kirche in Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Hamburg.
„Salz im Norden“ wollen Sie, liebe Hamburger Katholiken, sein, getreu dem Wort Jesu, dass die Seinen „das Salz der Erde“ (Mt 5,13) sind. An diesem ersten Montag der Fastenzeit lehren uns die Lesungen der heiligen Messe, was es bedeutet, im biblischen Sinn des Wortes „Salz“ zu sein. Das geschieht mit Hilfe eines Spannungsbogens, auf dessen Eckpunkte ich Sie aufmerksam machen möchte.
„Seid heilig, denn ich der Herr, euer Gott, bin heilig.“ So formuliert es die Lesung (Lev 19,1). Das erste Wort im Kontext des Glaubens ist und bleibt das Wort „heilig“. Wer glaubt, bewegt sich im Raum des Heiligen. Dabei wissen wir: Es gibt sehr viele Menschen, die mit uns Christen nach dem Heiligen suchen. Zwar wird über diese Stadt und die umgebende Landschaft, vor allem auch Mecklenburg, immer wieder und in einem bestimmten Sinn gewiss auch zutreffend gesagt, es herrsche hier eine liberale Geisteshaltung vor, die allem Heiligen eher mit Desinteresse begegne und für die fast sprichwörtliche „Stadt ohne Gott“ (Harvey Cox) sorge. In Wahrheit aber gibt es auch hier einen breiten Strom von Menschen, die sich nicht mit dem Dunkel und der Weglosigkeit des Lebens, aber auch nicht mit der Glitzerwelt wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und sonstiger Erfolge und mit überhaupt keinem richtungslosen Aktivismus abspeisen lassen wollen, sondern mehr wollen und etwas Tieferes suchen, etwas Heiliges, das unsere Welt überschreitet. Man darf ohne Übertreibung sagen: Einerseits ist in unserer Gesellschaft sehr viel Bewährtes und Gutes bedroht oder bereits abhanden gekommen. Es sind viele Menschen beschädigt und gedemütigt. Es gibt viel Missbrauch und bitteren Zynismus. Dies alles schreit buchstäblich zum Himmel. Andererseits und in einer Art Gegenbewegung sind zugleich in einem ganz generellen Sinn und oft ganz unausgesprochen die Hoffnung und Sehnsucht nach dem Heiligen sehr lebendig – nach dem Heiligen, das sich den Verstrickungen des Menschen entzieht, dem Menschen transzendent ist und ihn rettet.
Unsere christliche Botschaft kündet von diesem Heiligen, von Gott. Nicht irgendetwas oder irgendwer ist heilig, sondern Gott ist heilig. Er ist da. Er hat sich uns Menschen geoffenbart. Mehr noch: Der Heilige, Gott, schenkt uns, dass wir ihm nahe sein und sogar an seiner Heiligkeit teilhaben dürfen. Die Kirche ist vor allem der Ort des Heiligen, aber auch Ort der Menschen, die heilig sind und dieser Heiligkeit entsprechend leben wollen. Wenn man nicht mehr wahrnimmt, dass für uns Christen das Heiligtum der erste Ort ist und wenn man die Kirche mit beliebigen Zweckorganisationen verwechseln kann, dann müssen wir neu Gottes Ruf an uns heranlassen „Seid heilig“. Wir wollen allen, bei der Suche nach dem Heiligen, Gott zeigen. Dann sind wir im biblischen Sinn „Salz der Erde“, „Salz im Norden“.
„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,46) So formuliert es der Weltenrichter, von dem das große Gemälde der Wiederkunft Christi spricht. Im christlichen Sinn ist Heiliges nicht nur transzendent. Das kennzeichnet jenen Spannungsbogen, den die Lesungen umschreiben und der das unterscheidend Christliche zur Geltung bringt. Der heilige Gott und die von ihm Geheiligten sind nicht Wesen, die der Welt den Rücken zukehren. Wer eine Heiligkeit der Weltflucht sucht, kommt bei uns nicht unter. Ein gottgemäßes und geheiligtes Leben führt nur der, der sich hingeben und das Eigene für andere einsetzen und mit ihnen teilen kann. Anschaulich ist von Hunger und Durst die Rede, von Fremdheit und Obdachlosigkeit, von Nacktheit und Krankheit und von Wegsperrung ins Gefängnis. Dagegen geht an, wer Gott zum Anfang und Ziel hat.
In diesen Wochen haben solche sogenannten leiblichen Werke der Barmherzigkeit auf neue Weise eine besondere Aktualität. Uns stehen wirtschaftliche Schwierigkeiten und soziale Herausforderungen bevor. Die Bankenwelt ist global in eine Krise geraten, deren extreme Dimensionen wir vermutlich noch gar nicht erfassen können. Der Ruf nach neuen Normen und Lösungsstrategien sowie nach Hilfspakten ungekannter Ausmaße prägt das Handeln der Politik. Wir deutschen Bischöfe werden diese zugespitzte Lage hier in Hamburg ausführlich zu analysieren und aus der ethischen Tradition der katholischen Soziallehre zu bewerten suchen. Wir tun dies nicht mit dem Anspruch, fachlich besser zu sein als andere. Wir tun es im Bewusstsein, dass es bei uns einen Schatz von Überzeugungen und Erkenntnissen gibt, der für die Gegenwart von großem Nutzen ist. Freiheit der Wirtschaft und Wirtschaftsordnung, die Ethik des Einzelnen und die Ethik der Institutionen: das sind Themen unserer Tage. Nach christlicher Sicht ist die Freiheit des Wirtschaftens grundsätzlich gut und Gewinn nichts Verdächtiges. So zeigt es z. B. schon die biblische Geschichte von den Geldtalenten, mit denen die, denen sie gegeben wurden, Handel treiben, ja wuchern sollen. Zugleich verspricht die Geschichte von den Tagelöhnern, die alle denselben Lohn bekommen, fast egalitäre Züge der göttlichen und menschlichen Gerechtigkeit. Käme der Weltenrichter heute zu uns, würde er uns fragen, wie wir die einfachen Bilder des Überwindens von Hunger und Durst, Nacktheit und Fremdheit in den Realitäten unserer Tage wahrgenommen und wie wir sie – persönlich und in der öffentlichen Meinungs- und Entscheidungsbildung – zum Maßstab genommen haben.
Die deutschen Bischöfe sind gerne zu Gast im Erzbistum Hamburg. Wir wollen trotz einer engen Tagesordnung dieses Bistum und diese Stadt und ihren menschlichen und religiösen Reichtum wahrnehmen. Wir begegnen dabei einer engen Verbundenheit der katholischen Gläubigen mit den Schwestern und Brüdern anderer Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, für die wir sehr dankbar sind. Wir fühlen uns auch den Angehörigen der nichtchristlichen Religionsgemeinschaften in der Suche nach dem Heiligen verbunden.
Wir stellen uns den Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft mit dem nötigen Realismus. Es geht uns um das Heilige in dieser Welt, um Gott und Menschen. Es geht um die Sichtbarkeit des Herrn selbst. Denn natürlich ist im biblischen Bild Er selbst Maßstab allen selbstlosen Handelns derer, die der Richter zu sich ruft. Er selbst, Jesus Christus, hat als Erster nicht nur etwas, sondern alles und sich selbst hingegeben. Er ist der Heilige, Gott, transzendent und zugleich eingefügt in die Grenzen unserer Welt und Geschichte. Ihm empfehlen wir in diesen Tagen Sie und alle Schwestern und Brüder im Glauben und, ohne ihre Freiheit im Geringsten verletzen zu wollen, die Gläubigen anderer religiöser Gemeinschaften und alle Gottsucher dieser Stadt und des Nordens. Auf dass die Kirche von Hamburg „Salz im Norden“ sei und bleibe. Amen.
(pm dbk 03.03.2009 sk)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 03.03.2009, 22:56
03. März 2009 bei Radio Vatikan
Zollitsch warnt vor Überforderung des Staates
In der Diskussion um die Rettung angeschlagener Unternehmen hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz vor einer Überforderung des Staates gewarnt. „Der Staat kann nicht alle Arbeitsplätze, die möglicherweise in Deutschland verloren gehen, mit Steuermitteln retten“, sagte Robert Zollitsch dem Hamburger Abendblatt.
Die deutschen Bischöfe werden sich im Rahmen ihrer Frühjahrsvollversammlung in Hamburg mit der Wirtschafts- und Finanzkrise beschäftigen. Zollitsch sagte zum Auftakt der Konferenz:
„Wir spüren, dass die Fragen die Menschen beschäftigen, wie sieht die Zukunft aus, wie geht es wirtschaftlich weiter, wie ist es mit den Arbeitsplätzen bei uns in der Bundesrepublik Deutschland und wie ist die wirtschaftliche Entwicklung in der Welt?“
Noch vor wenigen Jahren sei die wirtschaftliche Freiheit zu einseitig betont worden. Nach der Finanzmarktkrise werde dem Staat nun vielfach eine Rolle zugeschrieben, die nicht der sozialen Marktwirtschaft entspreche, so Zollitsch. Im Fall von Opel etwa müsse man „gründlich abwägen“.
„Wir wollen die Situation analysieren, wollen uns von Fachleuten beraten und einführen lassen und wollen schauen, wie wir möglichst viel von dem vermitteln können, was aufgrund der christlichen Soziallehre und im Blick auf eine soziale Marktwirtschaft zu dieser Situation gesagt werden kann und wie dann auch tatsächlich gewisse Leitplanken gesetzt werden können.“
Zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf die katholische Kirche sagte der Erzbischof, in seiner Erzdiözese Freiburg befänden sich nur 0,02 Prozent der Geldanlagen „diesen Randgebieten, wo es unsicher geworden ist. Uns hat die Krise nicht spürbar getroffen. Ähnliches höre ich auch aus den anderen Diözesen.“
(rv/pm 03.03.2009 bp)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 03.03.2009, 22:59
03. März 2009 bei Radio Vatikan
Zollitsch reist zum Papst, Debatte um Piusbruderschaft im Gepäck
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz glaubt nicht an eine baldige Rückkehr der Piusbruderschaft in die Katholische Kirche. Die bisherigen Erklärungen der Pius-Brüder seien „eher enttäuschend“, sagte Erzbischof Robert Zollitsch am Rande der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Hamburg. Auch die Entschuldigung des Traditionalisten-Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson reiche bei weitem nicht aus, weil der Brite nichts zurückgenommen habe.
„Wenn die Bischöfe und auch die Piusbruderschaft nicht bereit sind, sich auf die Ebene des Zweiten Vatikanischen Konzils zu stellen und die Autorität des Papstes in der Weise anerkennen, dass sie auch seinen Weisungen folgen, was sie derzeit nicht tun, dann gibt es für sie keinen Platz in der Kirche. Die Folge wäre: Die Exkommunikation tritt wieder in Kraft.“
Zwar wolle er keine Termine setzen, so Zollitsch, aber eine Klärung über den Status der Pius-Brüder dürfe nicht zu lange hinausgeschoben werden. Bei einem Besuch nächste Woche in Rom wolle er dem Papst die Positionen der deutschen Bischöfe nahe bringen, so der Freiburger Erzbischof. Das Gespräch mit Benedikt XVI. sei lange geplant gewesen, habe jetzt aber neue Brisanz durch die Debatte um die Traditionalisten bekommen. Die teils erregten Diskussionen in Deutschland machten schnelles Handeln nötig:
„Es ist klar, der Klärungsprozess muss weiter geführt werden, und die Situation, die bei uns sehr lebendig geworden ist, zeigt, dass man das nicht allzu lange hinziehen kann.“
Namhafte Bischöfe hatten die Umstände der Entscheidung kritisiert sowie Kommunikationsfehler und mangelnde Information zuständiger Vatikanbehörden beklagt. Zollitsch:
„Die deutschen Bischöfe haben alle einmütig gesagt: Ja, der Papst hat die Hand ausgestreckt, es kommt nur darauf an, dass sie die Hand ergreifen. Wir haben dann allerdings unterschieden zwischen dem, was in Rom geschehen ist: Wenn ein Kardinal Hoyos die Rücknahme der Exkommunikation vorbereitet, gehört es auch dazu, dass er sich vergewissert, welche Positionen diese Leute vertreten. Es ist das Anliegen der deutschen Bischöfe zu sagen, dass in der Kommunikation manches anders möglich gewesen wäre. Und über solche Dinge darf man auch in Deutschland sprechen.“
(rv 03.03.2009 bp)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 04.03.2009, 07:56
Erste bewegte Bilder aus HH von der derzeit tagenden Bischofskonferenz ...
Und hier noch die gesamte Aussage zum Fall Williamson ...
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 13.03.2009, 21:27
13. März 2009 - Radio Vatikan
Zollitsch beim Papst – „Uns verbindet alles Entscheidende“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz war am Freitag beim Papst. Nur eine Woche nach der Vollversammlung der deutschen Bischöfe und nur einen Tag nach Bekanntwerden des Papstbriefes an die Bischöfe konnte sich Erzbischof Robert Zollitsch mit Benedikt XVI. austauschen. Dabei nahm er wahr, dass die Stürme der letzten Wochen beim Papst durchaus Verletzungen hinterlassen haben. Stefan Kempis berichtet.
„Es war ein sehr brüderliches, ruhiges und sachliches – ja, ein freundschaftliches Gespräch.“ Das sagt Erzbischof Zollitsch kurz nach seiner Rückkehr aus dem Vatikan. Er steht mit der Peterskuppel im Rücken auf einer Dachterrasse und blickt in Kameras und Mikrofone.
„Ich habe ihm gedankt für seinen Brief an die bischöflichen Mitbrüder – dass er nochmals seine Motive dargelegt hat, die ihn bewogen haben, die Exkommunikation aufzuheben und diese Tür zu öffnen.“ Die deutschen Bischöfe stünden in Solidarität zum Papst – das habe er Benedikt versichert. Übrigens: „Den Termin hatte ich schon lange ausgemacht, nämlich Anfang Januar. Ich bin jetzt seit einem Jahr Vorsitzender der Bischofskonferenz und wollte dem Heiligen Vater darüber berichten.“ Das (und nicht etwa die Lefebvrianer) sei dann auch der Schwerpunkt des Gespräches gewesen.
„Ich habe über die Frühjahrsvollversammlung berichtet, natürlich auch über unsere Erklärung zu Fragen der Exkommunikation der vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft, zur Frage, wie wir nun weitergehen... Ich habe ihm unsere Solidarität auch da versichert.“
Eine Solidarität, die Papst Benedikt durchaus gut gebrauchen kann und die ihm guttut. Denn, so Erzbischof Zollitsch: „Der Papst ist doch sehr betroffen von der Reaktion, die er erleben mußte, und er fühlte sich oft auch persönlich angegriffen. Eigentlich hat er sich gewundert, dass man ihm unterstellen könnte, dass er – der im Zweiten Vatikanischen Konzil als Theologe so aktiv mitgearbeitet hat – nicht hinter dem Konzil steht. Da spüren wir, dass da Wunden bei ihm da sind.“
Ansonsten sprachen Papst und Erzbischof über die Wirtschaftskrise, über die katholischen Schulen – und über den Mangel an Priester- und Ordensberufungen in Deutschland: „Unsere große gemeinsame Sorge ist, dass der Glaube in Deutschland wächst, dass immer mehr Menschen die Schönheit und den Wert des katholischen Glaubens entdecken, dass wir vielen Menschen in unserer Kirche Heimat geben – und dass wir das auch in der Breite tun.“
Er habe gestaunt, wie sehr Benedikt XVI. auch jetzt noch mit Details vertraut ist, was die Entwicklungen in Deutschlands Kirche und Gesellschaft betrifft. „Man merkt: Er ist auch in den vielen Jahren, die er jetzt in Rom lebt, einer geblieben, der mit seiner Heimat Deutschland ganz besonders verbunden ist.“
Für Erzbischof Zollitsch ist das, wie er sagt, „ganz besonders ermutigend“: „Zu wissen, dass wir einen Papst in Rom haben, der sich für uns in Deutschland interessiert und mit dem ich in der Muttersprache sprechen kann... und mit dem ich unkompliziert sprechen kann.“ Er sei dankbar für das mitbrüderliche Interesse des Papstes an den Angelegenheiten der deutschen Kirche: „Ich gehe am Sonntag gestärkt aus Rom wieder weg, weil ich spüre: Uns verbindet alles Entscheidende mit Rom, mit dem Heiligen Vater. Es gibt keine Punkte, die uns trennen.“
Vor den Journalisten kommt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz auch noch einmal auf die Papst-Schelte aus dem Mund von Angela Merkel zu sprechen; die Bundeskanzlerin hat sich erst vor zwei Tagen in einem Gespräch mit der „Bild“-Zeitung zu ihrer Kritik an Benedikt in der Causa Williamson bekannt. Zollitsch dazu: „Wenn eine Regierungschefin sich tatsächlich über etwas äußern will, das den Heiligen Vater betrifft, dann gibt es für mich andere Wege – die diplomatischen.“ Er glaube nicht, dass etwas dieser Art noch einmal geschehen werde.
Natürlich war Zollitsch in diesen Tagen nicht nur bei seinem deutschen Landsmann auf dem Stuhl Petri zu Gast - er führte auch Gespräche in der römischen Kurie. Wo man ihn sehr freundlich empfangen habe: „Ich habe versucht, die Stellung der deutschen Bischöfe zu erklären; das wurde gut aufgenommen. Ich habe auch versucht zu erklären, was im Hintergrund steht.“ Das ist zum einen die Solidarität mit dem Papst, zum anderen aber auch die Sorge „bei vielen guten Katholiken in Deutschland“, die nicht wüßten, was sie aus dem Zugehen des Papstes auf die Pius-Bruderschaft machen sollen: „Ob das Zeichen sind, dass wir einige Abstriche machen würden am Zweiten Vatikanischen Konzil? Das sind Befürchtungen und Ängste, denen ich in Deutschland überall begegnet bin.“
Zollitsch hat versucht, diese Gefühlslage bei vielen deutschen Katholiken im Vatikan zu erklären; er scheint sich aber nicht ganz sicher über den Eindruck, den die deutschen Debatten und seine Erklärungen im Vatikan gemacht haben. „Ich habe manchmal auch den Eindruck gehabt, dass man manche Dinge, die bei uns in Deutschland selbstverständlich diskutiert werden, vielleicht dann auch zu schnell als Kritik aufgefasst hat.“ Er habe dagegengehalten, von einem legitimen Ringen um den künftigen Weg der Kirche geredet – „es hat mir niemand widersprochen, und ich habe überall für das, was ich sagte, Verständnis gefunden.“
Die Reaktion der Pius-Brüder auf den Papstbrief hat der Freiburger Erzbischof erst an diesem Freitag gelesen, kurz vor seiner Audienz beim Papst. „Es ist natürlich für mich keine ausreichende Stellungnahme; mir ist es schwer verständlich, wenn jemand sagt: Ja, der Papst ist Papst, wir erkennen ihn an – aber wir folgen ihm nicht. Hier wird noch vieles zu klären sein.“ Bei der Glaubenskongregation sei der künftige Dialog mit den Pius-Brüdern gut aufgehoben. Er habe zwar Verständnis dafür, dass viele sich schon eine baldige Klärung erhoffen, aber das Thema sei diffizil. „Und da wird sich zeigen, wer von der Pius-Bruderschaft bereit ist, den Weg mit der katholischen Kirche und dem Papst weiterzugehen – oder wer sich dann halt definitiv von uns trennt!“
(rv 13.03.2009 sk)
Leider sind noch keine Bilder aufgetaucht :(
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 17.05.2009, 13:18
15.05.2009 - Radio Vatikan
Zollitsch zieht bei Radio Vatikan positive Bilanz der Papstreise
Eine positive Bilanz der Papstreise ins Heilige Land hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gezogen. „Ich bin beeindruckt von der klaren Sprache des Heiligen Vaters“, sagte der Freiburger Erzbischof am Freitag im Gespräch mit Radio Vatikan. Der Papst habe während seiner insgesamt achttägigen Nahost-Reise „klare Zeichen gesetzt, dass die Religionen gemeinsam dem Frieden und der Verständigung dienen sollen“, so Zollitsch weiter. Wörtlich: „Diese Botschaft haben viele verstanden, weil es eine Botschaft ist, nach der sich auch viele sehnen.“
Hier das ganze Interview mit Erzbischof Zollitsch; es führte Birgit Pottler:
RV:
Die Heilig-Land-Reise Benedikts XVI. ist Geschichte; und sie wird auch als die Visite eines deutschen Papstes in die Analen eingehen. Welche Bilanz ziehen Sie, Herr Erzbischof, gerade auch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz?
Zollitsch:
Ich bin beeindruckt von der klaren Sprache des Heiligen Vaters. Er hat bereits beim Empfang auf dem Flughafen in Tel Aviv klare Worte gesprochen, die zwei Staaten vertreten, das Lebensrecht Israels und dass Israel in geregelten klaren Grenzen leben darf, aber dass auch die Palästinenser das Recht auf einen eigenen Staat haben.
Er hat dort auch klar Stellung genommen zum Holocaust, dass über sechs Millionen Juden umgekommen sind, hat auch von der „Fratze des Bösen“ gesprochen. Er hat - das wurde manchmal bemängelt - im Englischen das Wort „killed“ gebraucht, was im Deutschen „töten“ entspricht; aber im Deutschen ist das Verb „morden“ im Grunde nicht mehr gebräuchlich, wohl sprechen wir von Mord. Das konnte ich in Gesprächen vor Ort zum Teil auch klar stellen. Insofern war die Botschaft für mich überzeugend.
Wichtig war dann natürlich auch, was er zum Dialog sagte, zum Dialog zwischen Juden und Palästinensern, zum Dialog zwischen den Religionen, zwischen Islam, Christen und Juden. Er hat klare Zeichen gesetzt, dass die Religionen gemeinsam dem Frieden und der Verständigung dienen sollen, und diese Botschaft haben viele verstanden, weil es eine Botschaft ist, nach der sich auch viele sehnen.
RV:
Ihre erste Bilanz fällt also positv aus?
Zollitsch:
Ja sie fällt positiv aus. Ich habe zunächst natürlich auch innerlich gefiebert, wie Papst Benedikt in der schwierigen Situation sich zu Wort melden kann und wie das aufgenommen wird. Aber ich habe bei Menschen, die durchaus nachdenklich sind, im Heiligen Land oder auch in Palästina und Jordanien gespürt, das sie gemerkt haben: Dieser Papst hat eine Botschaft, er spricht eine klare Sprache, er versucht Brücken zu bauen und versucht damit auch Perspektiven in die Zukunft zu zeigen.
RV:
Die Ansprache in Yad Vashem wurde vom Zentralrat der Juden als „halbherzig“ kritisiert, dieser wartete auf eine erneute Distanzierung von Holocaust-Leugner Williamson. Israels Staatspräsident hat darauf hingewiesen, die Worte am Flughafen und in der Gedenkstätte müssten zusammen gelesen werden. Wie beurteilen Sie die Worte Benedikts zur Shoah?
Zollitsch:
Ich habe es auch so verstanden, dass das, was er am Flughafen sagte ein Teil der gesamten Reden ist und dass das, was er schon am Flughafen sagte, in Yad Vashem nicht zu wiederholt werden brauchte. Denn wenn er jedes Mal das Gleiche sagt, reagieren die Leute mit der Frage: Hat er denn nichts anderes, nichts Neues zu sagen?
Ich habe in Israel erlebt, dass die Frage Williamson passee ist. Das ist nicht die Frage, die interessiert, denn die Stellung des Papstes zum Holocaust ist ganz klar, da gibt es gar keine Missverständnisse und das muss man nicht endlos oft in Erinnerung rufen. Ich habe selbst in Yad Vashem Gespräche geführt, die Gedenkstätte besucht und dort auch darauf hingewiesen, was es bedeutet, was der Papst im Bild des Namens aufgegriffen hat. Er sprach davon, dass keiner der Namen der Opfer vergessen werden darf, dass keiner der Namen, die wir gar nicht kennen, vergessen ist, weil alle in Gottes Hand eingeschrieben sind. Er hat eine sehr meditative, inhaltlich sehr gehaltvolle Rede gehalten. Ich persönlich bin ihm sehr dankbar für diese Rede, denn ich frage mich, wie oft man noch betonen muss, dass wir uns entschuldigen. Denn was allzu oft gesagt worden ist, verliert innerlich an Wert. Ich halte es für richtig, das bei entsprechenden Situationen auch zu sagen, aber nicht ständig zu wiederholen.
Ich bin überzeugt, der Papst hat es richtig gemacht. Bei vielen Gesprächspartnern habe ich ausgesprochen gutes Verständnis dafür gefunden. Vielleicht sind wir Deutschen da ein wenig übersensibel und meinen, er müsse immer unbedingt das sagen, was wir gerade im Kopf haben…
RV:
In Bethlehem haben Sie den Papst bei seinem Besuch im Caritas Baby Hospital persönlich begrüßt. Von diesem Ereignis gab es leider keine Fernsehbilder - aber nach allem, was unsere Korrespondenten bisher berichtet haben, war gerade das ein sehr inniger Moment. Können Sie die Kommentare auch seitens mancher Israelis, wonach es diesem Papst an Herzenswärme fehle, widerlegen?
Zollitsch:
Es hat sich eindeutig gezeigt, dass dort, wo der Papst persönlich in Kontakt kommt, wo er die Nähe des Menschen hat, dass er dort seine ganze Herzlichkeit und Freundlichkeit zum Ausdruck bringen kann. Das hat sich schon beim Gottesdienst am Morgen gezeigt, wo Christen ihm zujubelten. Man hat gespürt, wie der Papst auflebte, und es war geradezu phantastisch, wie er sich im Caritas Baby Hospital den einzelnen Kindern zuwandte, sie segnete, sich erkundigte, warum dieses Kind hier sei, und wir hatten tatsächlich Mühe dafür zu sorgen, dass das Programm weiterging, wir mussten ihn von den Kindern fast losreißen. Er hat sich aber nicht nur der Kinder sondern auch der Mütter angenommen, hat sich mit den Pflegekräften unterhalten. Das war eine phantastische Begegnung, wo man spürte, da lebt der Papst auf, da wurde sein Herz warm und da konnte er das so deutlich zum Ausdruck bringen. Das ist das Schöne an Papst Benedikt, man entdeckt umso mehr seine Nähe und seine Wärme, je persönlicher man mit ihm in Kontakt kommt. Er ist nun nicht der, der das nach Außen groß zur Schau stellt, aber er hat diese Wärme. Bethlehem war, möchte ich sagen, vom Emotionalen her betrachtet, der Höhepunkt der Papstreise.
(also, wenn da noch einer was von fehlender Herzenswärme sagt, dann weiss ich auch nicht mehr ...)
RV:
Politisch betrachtet hätte der Zeitpunkt dieser Reise delikater nicht sein können. Benedikt XVI. hat sich dennoch vor klaren Worten nicht gescheut: gegen Terrorakte der Palästinenser, gegen die Mauer der Israelis, für eine gerechte Zweistaatenlösung. Welchen Einfluss haben diese Worte des Kirchenoberhaupts? Welchen Ertrag bringt diese Reise?
Zollitsch:
Die Botschaft wurde zur Kenntnis genommen - besonders dankbar von den Palästinensern. Ich hatte am Mittwochabend ein langes Gespräch mit Verantwortlichen, die klar sagten: „Ja, der Papst tritt dafür ein, dass wir einen eigenen Staat haben, er tritt ein für die Rechte des palästinensischen Volkes, er hat auch ein Flüchtlingslager besucht, sieht auch unsere Not und kennt sie.“ Die Botschaft, die aufgenommen wird ist eine Doppelte: Wir brauchen klare Staaten im Heiligen Land, Israel und Palästina. Wir brauchen aber auch das Gespräch der verschiedenen Religionen miteinander, das ist sehr wichtig. Sein Appell in Jordanien, aufeinander zuzugehen und miteinander zu sprechen ist auch von vielen Muslimen verstanden worden. Und mir sagten auch einige israelische Gesprächspartner: „Es gibt keine Alternative zum Dialog, darauf hat der Papst hingewiesen.“
Natürlich wissen alle, er hat keine unmittelbar politische Macht, er ist eine moralische Autorität und man hofft, dass das, was er sagte, auch in den USA gehört wird, denn den eigentlichen Einfluss in diesem Raum haben nun einmal die USA.
RV: Und kirchlich? Konnten die Christen genug Hoffnung schöpfen? Wie haben sie während Ihres Aufenthalts im Heiligen Land die Menschen erlebt?
Zollitsch:
Für die Christen ist es eine sehr schwierige Situation, das muss man eindeutig sehen und es wandern auch immer mehr Christen ab. Aber ich habe es erlebt, mit einer Verantwortlichen im Baby Hospital, die mir dort sagte: „Ich tue alles, um meine Kinder gut auszubilden, und bis jetzt habe ich immer gesagt, ich will ihnen helfen, dass sie ins Ausland kommen. Aber nachdem ich jetzt den Papst erlebt habe, habe ich mich entschlossen: Ich werde alles tun, damit sie hier bleiben.“ Ich selbst habe auch erlebt, dass viele Palästinenser, die eine gewisse Zeit im Ausland sind, wenn sie eine Chance sehen, wieder Arbeit zu bekommen tatsächlich wieder in ihre Heimat zurückkommen.
Darum ist es wichtig, dass wir die Menschen dort ermutigen, nicht nur auszuhalten, sondern auch bewusst sich einzubringen und bewusst die Zukunft dieses Landes mitzugestalten. Die Christen sind notwendig im Heiligen Land, damit auch dort, wo Jesus Christus geboren wurde, wo er gelebt hat, dieses christliche Zeugnis unmittelbar erlebt werden kann.
(rv 15.05.2009 bp)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 17.05.2009, 13:28
15.05.2009 - auch bei Radio Vatikan
Zollitsch lobt Papstreise und Rede in Yad Vashem
Eine positive Bilanz der Papstreise ins Heilige Land hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gezogen. „Ich bin beeindruckt von der klaren Sprache des Heiligen Vaters“, sagte der Freiburger Erzbischof an diesem Freitag im Gespräch mit Radio Vatikan.
Der jüngste Streit um den Holocaust-Leugner Williamson spiele in Israel keine Rolle mehr, sagte Zollitsch mit Blick auf die Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland an der Ansprache Benedikts XVI. in Yad Vashem. Bei seinen Gesprächen vor Ort habe er erlebt, „dass die Frage Williamson passee ist“. Die Stellung des Papstes zum Holocaust sei klar, „da gibt es gar keine Missverständnisse“ und das müsse nicht immer wieder neu in Erinnerung gerufen werden.
Der Papst habe während seiner insgesamt achttägigen Nahost-Reise „klare Zeichen gesetzt, dass die Religionen gemeinsam dem Frieden und der Verständigung dienen sollen“, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz weiter. Wörtlich: „Diese Botschaft haben viele verstanden, weil es eine Botschaft ist, nach der sich auch viele sehnen.“ Benedikt XVI. versuche Brücken zu bauen und Perspektiven in die Zukunft zu zeigen. Zwar sei das Kirchenoberhaupt keine politische Macht, sondern „eine moralische Autorität“, sagte Zollitsch, doch die Menschen im Heiligen Land hofften, dass seine Botschaft „auch in den USA gehört wird“.
Zollitsch besuchte zeitgleich mit Benedikt XVI. das Heilige Land. Er und der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Kurt Koch, begrüßten den Papst im Caritas Baby Hospital in Bethlehem; die 1978 von dem Schweizer Pater Ernst Schnydrig ins Leben gerufene Spezialklinik versorgt jährlich rund 30.000 Kinder unabhängig von Staats- oder Religionszugehörigkeit. Vor allem die deutschen und Schweizer Bistümer finanzieren diese einzige Kinderklinik in den Palästinensergebieten.
(rv 15.05.2009 bp)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 24.05.2009, 00:35
23.05.2009 - Radio Vatikan
Zollitsch gratuliert Köhler und dankt für „großartigen Dienst“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat Horst Köhler zur erneuten Wahl zum Bundespräsidenten gratuliert. Zollitsch versicherte ihm die weitere Unterstützung der katholischen Kirche. In einem am Samstag veröffentlichten Glückwunschschreiben dankt der Freiburger Erzbischof Köhler für seinen „großartigen Dienst“ an der Gesellschaft. Für seine zweite Amtszeit wünscht ihm Zollitsch Gottes Segen. Köhlers authentische Art finde das Vertrauen der Bürger und mache Mut zu Veränderungen, „auch wenn diese manchmal schmerzhaft sind“. Gerade in schwierigen Zeiten ermutige ein Staatsoberhaupt wie Köhler zu gesellschaftlichem Engagement und persönlichem Einsatz und nehme den Menschen die Angst vor der Zukunft, so der Erzbischof. „Eine solche Ermutigung brauchen wir alle.“ Der 66-Jährige scheue sich nicht, schwierige Themen aufzugreifen, und gehe auf die Menschen zu. Ausdrücklich verweist Zollitsch auf die große Sympathie Köhlers für das Wirken der Kirchen und der Christen und erinnert an dessen Engagement beim Weltjugendtag 2005 in Köln. „Nächstenliebe ist ein christlicher Wert, für den Sie glaubhaft in ihrem Amt geworben haben“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. – Die Bundesversammlung hatte den 66-jährigen Amtsinhaber, der seine zweite Amtszeit am 1. Juli antritt, im ersten Wahlgang mit 613 von 1.223 Stimmen erneut zum Bundespräsidenten gewählt.
(kna 23.05.2009 mg)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 30.05.2009, 16:16
30.05.2009 - Radio Vatikan
Erzbischof Zollitsch lobt Grundgesetz
Mit einem festlichen ökumenischen Gottesdienst ist am Samstag im Bonner Münster der 60. Jahrestag der Verkündigung des Grundgesetzes gefeiert worden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, rief in seiner Ansprache dazu auf, „die friedliche und freiheitliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland in einem versöhnten und vereinten Europa fortzuführen“. Das Jubiläum sei nicht nur als eine „Erinnerung an eine gute Vergangenheit“, sondern als ein „beständiger Auftrag“ zu werten. Es gelte „für die Bestimmungen des Grundgesetzes die richtige Anwendung auf die Fragen unserer Zeit“ zu finden, erklärte der Erzbischof. Die Werteordnung des Grundgesetzes, die in „besonderer Weise dem christlichen Menschenbild“ entspreche, müsse jeden Tag „neu mit Leben“ erfüllt werden.
(pm 30.05.2009 mg)
Re: Der Freiburger Erzbischof in der Presse ...
Segretaria - 18.08.2009, 22:39
18.08.2009 - Radio Vatikan
Zollitsch trifft KZ-Überlebende aus Polen
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat sich mit 14 polnischen KZ-Überlebenden getroffen. Bei einem Empfang im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg sagte er: „Auch wenn die Erinnerung schmerzlich ist, dürfen wir nicht vergessen, was damals passierte, was Menschen anderen Menschen antun können.“ Die Erinnerung daran müsse weitergegeben werden, betonte Zollitsch weiter. Die KZ-Überlebenden, die sich derzeit als Gäste des Maximilian-Kolbe-Werks im Erzbistum Freiburg aufhalten, waren als Kinder oder junge Erwachsene in Konzentrationslagern wie Auschwitz oder Ravensbrück inhaftiert. Sie berichteten dem Erzbischof von ihrer Leidenszeit in den Lagern des NS-Regimes. – Das Maximilian-Kolbe-Hilfswerk organisiert jährlich für mittel- und osteuropäische KZ-Überlebende Erholungsurlaube und Begegnungsreisen nach Deutschland. Das katholische Hilfswerk ist nach dem 1941 in Auschwitz ermordeten Franziskanerpater Maximilian Kolbe benannt und setzt sich seit 1973 für NS-Opfer ein. Es hat seit seiner Gründung rund 65 Millionen Euro an Spenden gesammelt. Damit wurden bisher etwa 12.000 ehemalige Häftlinge aus Polen und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern nach Deutschland eingeladen.
(pm 18.07.2009 ad)
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