Der Kampf um Andorhal - Andris' Tod

Luna Argenti
Verfügbare Informationen zu "Der Kampf um Andorhal - Andris' Tod"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: Aroin
  • Forum: Luna Argenti
  • Forenbeschreibung: Das kluge Büchlein des Zirkels
  • aus dem Unterforum: Halle der Schriften
  • Antworten: 1
  • Forum gestartet am: Dienstag 27.02.2007
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Der Kampf um Andorhal - Andris' Tod
  • Letzte Antwort: vor 14 Jahren, 4 Monaten, 18 Tagen, 17 Stunden, 17 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Der Kampf um Andorhal - Andris' Tod"

    Re: Der Kampf um Andorhal - Andris' Tod

    Aroin - 09.11.2008, 01:44

    Der Kampf um Andorhal - Andris' Tod
    Da Gordin und ich schon vor einiger Zeit angefangen haben, die Geschichten unserer Todesritter auszuhecken und schließlich auf die Idee kamen, wir könnten sie Brüder sein lassen, trage ich euch hier Andris' Sicht der Dinge vor. Ich hoffe es gefällt euch halbwegs ;)


    "... von den Toren! SIE SIND AN DEN TOREN!"
    Lärm und Schreie zerrissen die drückende Stille, die schon seit Tagen wie ein Mantel über Andorhal lag. Eigentlich hatten sie nur noch auf diesen Moment gewartet, auf den Moment, der alles beenden würde und die Angst in Gewissheit wandelte. Mit großen Augen sah Andris die Straße zu den Toren hinab, wie versteinert starrte er auf das Tor, dessen Schaniere quietschten und dessen Holz unter dem gewaltigen Ansturm, dem es standhalten sollte, knarzend auseinander barst.
    "Starr nicht so, verdammt - komm endlich." Er spürte die Hand seines Bruders Corvin an seinem Arm zerren. "Zur Kirche!"
    Ein Ruck und Corvin lief los, wobei sein jüngerer Bruder fast den Boden unter den Füßen verlor. Andris hatte immer noch nicht realisert was geschah, was endlich geschah. Alle hatten es geahnt, jeder hatte es gewusst, doch dass der Tag kommen würde und auch so bald hatte niemand realisiert, oder realisieren wollen. Nun spürte er wie der Boden unter seinen Füßen davon flog, vor ihm der flatternde Umhang seines älteren Bruders und in seinen Ohren vermischte sich das Geräusch seiner klappernden Rüstung mit den Angstschreien der Bürger, dem gierigen Keuchen der Untoten in seinem Rücken und dem Pochen seines Blutes in den Adern. Abrupt kam Corvin auf dem Kirchenplatz zum stehen und Andris prallte gegen den Rücken seines Bruders.
    "Corvin?", flüsterte Andris.
    Die Straße hinauf hörte man die Horde von Untoten näher kommen wie ein schmatzendes, keuchendes Etwas aus finsteren Albträumen.
    "SOLDATEN!", durchschnitt Captain Derands Stimme den brodelnden Tumult. "UMSTELLT DIE KIRCHE! EVAKUIERT DIE PRIESTER - SOFORT!"
    Andris stand noch immer hinter seinem Bruder, er warf einen Blick zurück und legte schluckend die Hand an sein Schwert. Sie waren zu wenige... und die Geißel viel zu viele. Nochmals riss Corvin ihn nach vorne, aus den Kirchentüren sah man die Priester in ihren hellen Gewänden stürzen, an ihren Händen hielten sie Kinder - Waisenkinder, wie auch Corvin und Andris es waren, denn die Geißel war wie ein Feuer über das Land hinweg gefegt und hatte die Höfe und Dörfer der Gegend mit sich gerissen, einer der ersten war der Hof ihres Vaters gewesen. Und nun standen die Brüder demselben Schrecken gegenüber wie ihr Vater und ihre Mutter zuvor.
    Laufend und stolpernd rannten die Priester mit den Kindern aus der Kirche, sie waren viele an der Zahl, in der Dunkelheit der Kirche konnte man das Leuchten der Kerzen in den vielen verängstigten Kinderaugen sehen. Andris stand Schulter an Schulter mit seinem Bruder, beide trugen sie ihre Schilde in der Hand, die Schwerter in den zitternden Händen und die Angst im Herzen. Kaum hatte der erste Priester seinen Fuß zur Kirchentür hinausgesetzt strömten die ersten Ghoule auf den Kirchenplatz, mit ihnen rollte der Gestank von Verwesung, von Tod herein. Andris schloss keuchend die Augen und als er sie wieder aufschlug starrte er in das zerfledderte Gesicht eines sabbernden Ghouls. Erschrocken stieß er den Untoten von sich und hieb mit dem Schwert nach ihm, doch obgleich er ihm mit all seiner Kraft seine Schneide in die Schulter trieb, ließ dieser sich nicht davon abbringen weiter mit seinen fauligen Klauen nach ihm zu greifen. Immer mehr Untote, grausige Monstrositäten aus zusammengeflicken Leichenteilen, Spinnen und flatternde Gargoyles strömten auf den Platz hinein, schlurften und torkelten zwischen ihnen hindurch, trieben sie ein Stück von den anderen Soldaten fort, Schritt um Schritt immer weiter trieb sie die Flut an Untoten von den anderen weg.
    "Bleib an meinem Rücken.", hörte Andris die Stimme seines Bruders. Wie viele würden noch kommen, wie viele von ihnen? Wann würde er kommen, der Tod, wann würde er nur über sie kommen? Wie lange sie in Mitten der Geißelscharen standen, konnte Andris nicht sagen, es schien eine Ewigkeit zu sein und immer wieder schlugen weitere Ghoule und Zombies gegen sein Schild, stießen die beiden hin und her wie eine kleine Barke auf den Wellen. Und dort, aus dem Gewirr an faulenden Armen, modernden Körpern und besudelten Knochen stapfte träge und gewaltig eine Monstrosität auf sie zu, Andris' Augen weiteten sich und für einen Moment ließ er Schild und Schwert sinken. Dieses grausige Etwas hatte ein fahles, rundes Gesicht, eine platte Nase und schielende, ungleich große Augen, sein Maul war zu einem irren Grinsen verzerrt. Drei Arme waren mit dicken Garn an seinen massigen Körper genäht, in jeder Hand eine Waffe, noch unheilvoller als die andere und aus seinem offenem Bauch, indem die feuchten Eingeweide glänzten, drang ein widerwertiger Gestank. Nun wandte sich auch Corvin dem Ungetüm zu, es ließ ein tiefes, gluckerndes Gurgeln hören, als es einen seiner Arme hob, in der Hand einen matten Haken, ähnlich einer Sichel. Mit einem krachenden Knirschen schlug sie gegen Corvins Schild und die massige Kraft des Schlags schob ihn ein Stück nach hinten, fort von seinem Bruder.
    "Corvin!" Bleib an meinem Rücken... "COR-", entrückte es Andris' Mund als er von den Massen der Untoten umschlossen wurde, zwischen all den Körperteilen und Spinnenbeinen, den schorfigen Gargoylflügel, sah er seinen Bruder, einige Schritte fern, dann einige Meter, die Horde der Geißel trieb ihn immer weiter fort.
    "RÜCKZUG! LAUFT - RÜCKZUG IN DIE KASERNE!"
    Das Keuchen der Untoten, das knirschen faulenden Fleisches an blanken Knochen, das Blut pochend in den Ohren. Krallen und Finger schlossen sich um Andris' Arme und Hände, zogen an seinem Haar, Zähne, die ihn bissen. Von Fern sah er Corvin, der sich verzweifelt umdrehte. Andris streckte panisch die Hand in die Höhe, natürlich war sein Bruder zu fern um sie greifen zu können. Viel zu fern... so fern... Er fühlte ihre verrotteten Finger auf seinen Wangen, wie sie sich um ihn schaarten und versuchten ihn zu beißen. Vergeblich versuchte Andris zu kämpfen, doch es waren so viele. So viele... Mit einem Scheppern fielen Schwert und Schild zu Boden. Mittlerweile hatte er seinen Bruder aus den Auen verloren, denn er war verschwunden zwischen all den wandelnden Leichen, die ihn nun in eine finstere Ecke gedrückt hatten und an seinem Umhang, seinem Haar und seinen Armen zerrten. Ein weiteres Klirren vermischte sich mit den Lauten der schlurfenden Horde, als Andris auf die Knie sank, die Augen verschlossen vor dem Grauen um ihn herum. Zögernd und jaulend ließ die keuchende Menge ab von ihm, langsam, auch wenn sie noch an seinem Haar rissen und versuchten nach seinen Fingern zu beißen. Die Finger und Klauen und Zähne zogen sich zurück. Dann öffnete Andris zitternd die Lider, vorsichtig, wie aus einem Albtraum erwacht. Runen. Kalte, leuchtende Runen auf blankem Metall stachen ihm in die Augen und schimmerten eisig in den Schatten der Seitengasse. Andris' Blicke glitten nun langsam über die eisige Klinge, weiter hoch über eine dunkle Rüstung, derbes Fell lugte unter dem Metall der Platte hervor, kleine Knochen zierten sie hier und da. Und dort... ein Gesicht so bleich wie der Tod, kalt wie die Winternacht und Augen wie Eis. Ein kalter Blick stach Andris in die Augen, er fröstelte, ihm war, als fließe Eis in seinen Adern, er verkrampfte beim Anblick des Mannes vor ihm und schluckte. Kein Gefühl spiegelte sich auf dem Gesicht des Gegenübers, kein Wimpernschlag, als der Ritter seine mit Runen verzierte Klinge nahm. Keine Hoffnung mehr, sie hatte schon lange im Sterben gelegen. Zitternd schloss Andris die Augen, wissend, dass es zu spät war, betend, dass Corvin entkommen könnte. Dunkelheit, nur das schwache, eisblaue Leuchten, das Andris durch die Lider drang. Und dann... ein Schrei zerriss die Dunkelheit. Nicht Corvin! Nicht Corvin, es war nicht Corvin und Andris wurde bewusst, es war sein Schmerz und sein Schrei. Röchelnd riss er die Augen auf, seine Finger betasteten krampfend und zuckend das Blut, das warme Blut. Dann fiel sein Blick auf die Wunde, auf das zerrissene, blutbespritzte Kettenhemd ... wie kleine Granatsteine auf zerkraztem Silber. Fassungslos und nach Luft keuchend warf er einen letzten Blick zu dem Ritter hinauf, dann sank er zur Seite, sein Kopf schlug auf den groben Pflasterstein und ihm schien, als lege sich Stille über ihn. Langsam schritt die finstere Gestalt an ihm vorbei.
    "Defätismus...", die Stimme des Ritters tropfte wie Gift in sein Ohr. "Überwinden wirst du ihn... sobald du einer der unseren bist..."
    Und die blaue Glut verebbte in Finsternis.



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum Luna Argenti

    An Alle! - gepostet von bellial am Donnerstag 10.05.2007
    Übungsausflüge für Karazhan - gepostet von Seiraja am Donnerstag 09.08.2007
    Abwesenheit - gepostet von bellial am Mittwoch 28.02.2007
    Verzweifelt gesucht!!!!!!!! - gepostet von bellial am Sonntag 18.03.2007
    Oppin und Oppina - gepostet von Darion am Samstag 02.02.2008
    Die Idee - gepostet von Jildrazil am Freitag 28.12.2007
    Pechschwingenhort - gepostet von bellial am Montag 14.07.2008



    Ähnliche Beiträge wie "Der Kampf um Andorhal - Andris' Tod"

    abiklausuren... - thomas (Samstag 22.04.2006)
    Abiklausuren - jeff86 (Donnerstag 09.11.2006)
    Abiklausuren - Deutsch - NGo (Freitag 23.03.2007)
    1. Bremerland-Liga 2008 (04.09.-09.10.) - Ron37 (Donnerstag 11.09.2008)