Erzähl ich mal meine Geschichte...

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    Re: Erzähl ich mal meine Geschichte...

    Bea - 25.10.2008, 20:03

    Erzähl ich mal meine Geschichte...
    Ich freue mich das es dieses Forum hier gibt, weil es wichtig ist für Eltern hier Erfahrungen austauschen zu können und sich nicht so allein gelassen damit fühlen.

    ... an die erste Zeit habe ich keine Erinnerung mehr, ich erzähl es so wie meine Mutter es mir erzählt hat.
    Ich bewundere noch heute die Kraft meiner Eltern.
    Es fing an als ich fünf Jahre alt war, mein linkes Bein tat mir beim Laufen weh und ich fing an zu humpeln.
    Meine Eltern und auch der Kinderarzt dachten zunächst das ich simuliere und einfach Aufmerksamkeit brauche.
    Ich wurde beobachtet z.B. im Kindergarten ob ich da auch humpel oder nur zu Hause, meine Eltern waren sehr hilflos und ratlos.
    Dann wurde es schlimmer und ich konnte mich nicht mehr setzen und nur noch sehr schlecht laufen, hab geschrien wenn wenn ich zur Toillette musste.
    Dann kam ich ins Allgemeine Krankenhaus in Hagen, meine Mutter erzählte mir das ich mich gewehrt habe und zu ihr gesagt das wenn sie mich da nun hinbringt und ich nicht zu Hause bin wenn der Nikolaus kommt (es war am 6.Dezember 1967).
    4 Monate wurde ich dort behandelt zunächst ein paar Wochen mit einem Streckverband, die Diagnose Perthes war aber noch nicht gestellt.
    In dieser Zeit setzen dann meine Erinnerungen ein, weil es schrecklich war und ich mich sehr verlassen fühlte.
    Damals durfte man seine Eltern nur durch ein Fenster was in der Tür war sehen, meine Eltern hielten das nicht aus und holten mich da raus.
    Sie brachten mich zu den Orthopädischen Anstalten in Volmarstein.
    Dort kam dann endlich die Diagnose Morbus Perthes links.
    Ich bekam einen Spreizgips linkes Bein ganz eingegipst, das rechte bis zum Knie und der Gips reichte mir bis zur Taille, eine Stange die die Beine spreizten wurde mit eingegipst.
    Ich wurde alle paar Stunden abwechselnd auf den Bauch oder Rücken gelegt um Druckstellen zu vermeiden.
    Alle drei Monate kam der Gips ab und ich wurde geröngt.
    Zwei Jahre dauerte es bis er endlich weg konnte, ich wurde dort auch eingeschult, es gab eine Schule dort im Haus wo die Kinder jeden Morgen mit ihren Betten hingeschoben wurden.
    Meine Eltern durften mich Sonntags von 15-16 Uhr besuchen.
    Meinen Bruder konnte ich nicht sehen, weil Kinder keinen Zutritt hatten.
    Meine Mutter machte eine Ausbildung als Krankenschwester und verschaffte sich mit vielen Hindernissen eine Sondergenehmigung mich auch Mittwochs eine Stunde besuchen zu dürfen.
    Ich freue mich das es sowas heute nicht mehr gibt und könnte noch mehr erzählen, weil für mich jedoch beschlossen habe diese schlimme Zeit als gegeben hinzunehmen möchte ich nicht ins Detail gehen.
    Ich lernte wieder zu laufen, fing ganz von vorne an, weil keine Muskeln mehr da waren, zunächst mit Holzgehbänkchen, ich weiss gar nicht ob es die heute noch gibt und täglicher Krankengymnastik.
    Es hat dann nach meiner Entlassung Anfang 1970 noch etwa 2 Jahre gedauert bis ich wieder gut laufen konnte, in diesen zwei Jahren war ich vom Sportunterricht befreit und durfte nicht auf den Pausenhof.
    Ab da hatte ich keinerlei Probleme mehr, wurde immernoch einmal im Jahr geröngt bis ich 12 Jahre alt war und alles sehr gut aussah.
    Ich konnte wirklich dann alles machen war mir Spaß gemacht hat, dass einzige zurückblieb war ganz leichte Probleme beim abspreizen.
    In der Schwangerschaft hatte ich leichte Probleme wegen des Gewichts, habe aber alle meine Kinder (vier Mädchen) auf normalem Wege zur Welt gebracht.
    Schlechter wurde es erste vor etwa fünf Jahren, längere Strecken schaff ich nicht und Treppen, je nach Stufenhöhe sind ein Problem, aber damit komme bis jetzt noch ganz gut zurecht.
    Ich bin sehr erstaunt darüber das heute operiert wird, auch diese Schiene mit der man laufen kann finde ich toll.
    Ich habe noch heute Platzangst und die Vorstellung so eingegipst und eingeschränkt zu sein macht mir immernoch Beklemmungen.

    Lieben Gruß

    Bea



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