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Alle Beiträge und Antworten zu "Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'"
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 27.08.2004, 22:55Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
warum ist diese denkrichtung, ideologie für ihre vertreter so populär und wird insgeheim bis offen von den intellektuelleren und/oder einer 'arbeiterklasse' (gibt's soetwas überhaupt noch heutzutage? das 'proletariat'? außer den 'proleten'.. :lol: ) vertreten und vehement verteidigt?
wo doch sämtliche kommunistischen experimente bis dato ganz offensichtlich völlig fehlgeschlagen sind?!
--> <--
Die logische Entwicklung der deutschen Linken (mit vorübergendem Ausflug ins Ausland)
Che zb war und ist einer ihrer helden - und ist zum beliebten t-shirt-motiv verwurschtet worden
hier ein filmtrailer
(man möge mir verzeihen, dass ich diesen nicht deutschsprachigen text zwecks 'aufbewahrung' von hier hereinsetze (falls der link einmal nach hinten oder unauffindbar verschwinde sollte)):
Trailer: Sacrificio - Who betrayed Che Guevara?
Posted on Thu Aug 26th, 2004 at 04:25:39 PM EST
originalbild
play 26.2 MB
infolink [ www.atmo.se ]
Documentary looking into the death of Che Guevara, with a focus on Ciran Bustos one of Che's lietenants blamed for betraying him.
On the 9th of October 1967 at 1.10 PM Sgt. Teran stepped into the room where Che Guevara was kept and shot him. After a year of guerrilla warfare in Bolivia together with a small group of 52 comerades, Che was now dead.
His dream of uniting Latin America through armed revolution put to an end. The person who more than other has been doomed in the history books as guilty of Ches death is his former lieutenant, Ciro Bustos.
When captured he drew Ches portrait for the Bolivian army. Since then he has been living in silence. He now appears for the first time in a documentary film. His version of the events raises questions about how history is written.
(was macht und denkt er wohl heute, der gute che, wenn er sieht, wie er von kapitalisten verkommerzialisiert wird? 8))
kann es sein, dass die idee hinter dieser erfindung mit unpraktikablen verwirklichungs(un)möglichkeiten aus dem gerechtfertigten wunsch heraus entstand, dass es endlich allen und nicht nur ein paar gstopften gut geht, während die 'lösung' dafür aber nur sein sollte, denen die viel haben ihr geld wegzunehmen, um sie auf dieselbe niedere eigene stufe runterzuziehen?
{das war beitrag 555 um 22:55 :wink: }
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 05.09.2004, 13:21
eine provokante frage:
was genau ist eigentlich der unterschied zwischem nationalem und internationalem sozialismus? :lol: :idea: :?:
nur die örtliche ausdehnung??
und zur eingangsfrage im obigen beitrag nach dem grund der popularität:
ich denke, dass es damit zu tun haben könnte, dass viele von uns gerne protestieren und revolutionäre sind.... 'der kampf für gerechtigkeit' und gegen ungerechtfertigte übervorteilung und ausnutzerei - oder?
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 09.09.2004, 08:44
lenbach hat folgendes geschrieben: eine provokante frage:
was genau ist eigentlich der unterschied zwischem nationalem und internationalem sozialismus? :lol: :idea: :?:
nur die örtliche ausdehnung??
genau dieselbe frage hab ich im "klaren blick" gestellt - interessante reaktionen kommen dabei heraus (weil's ein thread über vorgeworfenem 'esoterisch-verbrämten rechtsextremismus' ist)
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 05.10.2004, 15:33
auch :arrow: hier entwickelte sich eine interessante grundsatzdiskussion - die die nachteile des sozialismus zeigt - aus der frage der 'seligsprechung' kaiser karls am wochenende.. (leider überwiegend durchwirkt von sehr persönlichen nebenbemerkungen*gg* - der 'sprudler' bin ich..)
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
Friedhof - 10.10.2004, 10:49
der mann, der hervorragend zeigte, wie man den kommunismus nicht handhaben sollte:
Stalin
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
Friedhof - 10.10.2004, 11:08
Trotzkis Tod
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 10.10.2004, 13:41
wow, danke!
wirklich höchstinteressant! :idea:
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 24.10.2004, 12:33
literaturtipp für 'linke'*gg*-->
:arrow:
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 15.11.2004, 01:13
"DIE ZEIT
47/2004
»Wo bleibt Euer Aufschrei?«
In der globalen Wirtschaft herrscht die pure Anarchie. Die Gier zerfrisst den Herrschern ihre Gehirne. Ein Wutanfall
Von Heiner Geissler
»Das Kapital hat die Bevölkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen Händen konzentriert. Die Arbeiter, die sich stückweise verkaufen müssen, sind eine Ware wie jeder andere Handelsartikel und daher gleichmäßig allen Wechselfällen der Konkurrenz, allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt.« Karl Marx/Friedrich Engels, 1848, »Manifest der Kommunistischen Partei«
146 Jahre später warten in Deutschland – als ob es nie eine Zivilisierung des Klassenkampfes gegeben hätte – Zehntausende von Arbeitern auf den nächsten Schlag aus den Konzernetagen von General Motors, Aventis, Volkswagen und Continental, der sie in die Arbeitslosigkeit und anschließend mit Hilfe der Politik auf die unterste Sprosse der sozialen Stufenleiter befördert.
Nicht das Gespenst des Kommunismus, vielmehr die Angst geht um in Europa – gepaart mit Wut, Abscheu und tiefem Misstrauen gegenüber den politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Eliten, die ähnlich den Verantwortlichen in der Zeit des Übergangs vom Feudalismus in die Industriegesellschaft offensichtlich unfähig sind, die unausweichliche Globalisierung der Ökonomie human zu gestalten.
Unter Berufung auf angebliche Gesetze des Marktes reden sie vielmehr einer anarchischen Wirtschaftsordnung, die über Leichen geht, das Wort. 100 Millionen von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen in Europa und den USA und 3 Milliarden Arme, die zusammen ein geringeres Einkommen haben als die 400 reichsten Familien der Erde, klagen an: die Adepten einer Shareholder-Value-Ökonomie, die keine Werte kennt jenseits von Angebot und Nachfrage, Spekulanten begünstigt und langfristige Investoren behindert. Sie klagen an: die Staatsmänner der westlichen Welt, die sich von den multinationalen Konzernen erpressen und gegeneinander ausspielen lassen. Sie klagen an: ein Meinungskartell von Ökonomieprofessoren und Publizisten, die meinen, die menschliche Gesellschaft müsse funktionieren wie DaimlerChrysler, und die sich beharrlich weigern, anzuerkennen, dass der Markt geordnet werden muss, auch global Regeln einzuhalten sind und Lohndumping die Qualität der Arbeit und der Produkte zerstört.
Die Arbeiter in den Industriestaaten und ihre Gewerkschaften, die angesichts der Massenarbeitslosigkeit mit dem Rücken an der Wand stehen, fühlen sich anonymen Mächten ausgeliefert, die von Menschen beherrscht werden, deren Gier nach Geld ihre Hirne zerfrisst. Die Menschen leben und arbeiten in einer globalisierten Ökonomie, die eine Welt der Anarchie ist – ohne Regeln, ohne Gesetze, ohne soziale Übereinkünfte, eine Welt, in der Unternehmen, Großbanken und der ganze »private Sektor« unreguliert agieren können. Die globalisierte Ökonomie ist auch eine Welt, in der Kriminelle und Drogendealer frei und ungebunden arbeiten und Terroristen Teilhaber an einer gigantischen Finanzindustrie sind und so ihre mörderischen Anschläge finanzieren.
Wo bleibt der Aufschrei der SPD, der CDU, der Kirchen gegen ein Wirtschaftssystem, in dem große Konzerne gesunde kleinere Firmen wie Kadus im Südschwarzwald mit Inventar und Menschen aufkaufen, als wären es Sklavenschiffe aus dem 18.Jahrhundert, sie dann zum Zwecke der Marktbereinigung oder zur Steigerung der Kapitalrendite und des Börsenwertes dichtmachen und damit die wirtschaftliche Existenz von Tausenden mitsamt ihren Familien vernichten? Den Menschen zeigt sich die hässliche Fratze eines unsittlichen und auch ökonomisch falschen Kapitalismus, wenn der Börsenwert und die Managergehälter – an den Aktienkurs gekoppelt – umso höher steigen, je mehr Menschen wegrationalisiert werden. Der gerechte, aber hilflose Zorn der Lohnempfänger richtet sich gegen die schamlose Bereicherung von Managern, deren »Verdienst«, wie sogar die FAZ schreibt, darin besteht, dass sie durch schwere Fehler Milliarden von Anlagevermögen vernichtet und Arbeitsplätze zerstört haben.
Das Triumphgeheul des Bundesverbandes der Deutschen Industrie über die Billiglohnkonkurrenz aus dem Osten noch in den Ohren, müssen marginalisierte und von der Marginalisierung bedrohte Menschen sich vom politischen und ökonomischen Establishment als Neonazis und Kommunisten beschimpfen lassen, wenn sie radikale Parteien wählen, weil es keine Opposition mehr gibt und sie sich mit einer Großen Koalition konfrontiert sehen, die offensichtlich die Republik mit einem Metzgerladen verwechselt, in dem so tief ins soziale Fleisch geschnitten wird, dass das Blut nur so spritzt, anstatt durch Bürgerversicherung und Steuerfinanzierung die Löhne endlich von den Lohnnebenkosten zu befreien. Nur Dummköpfe und Besserwisser können den Menschen weismachen wollen, man könne auf die Dauer Solidarität und Partnerschaft in einer Gesellschaft aufs Spiel setzen, ohne dafür irgendwann einen politischen Preis bezahlen zu müssen. Warum wird tabuisiert und totgeschwiegen, dass es eine Alternative gibt zum jetzigen Wirtschaftssystem: eine internationale sozial-ökologische Marktwirtschaft mit geordnetem Wettbewerb?
Ideen verändern die Welt.
Auch in einer globalen Wirtschaft sind Produktion und Service ohne Menschen nicht möglich. Neue Produktionsfaktoren wie Kreativität und Wissen sind hinzugekommen. Aber das Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Kapital ist geblieben. Die Kommunisten wollten den Konflikt lösen, indem sie das Kapital eliminierten und die Kapitaleigner liquidierten. Bekanntlich sind sie daran gescheitert. Heute eliminiert das Kapital die Arbeit. Der Kapitalismus liegt derzeit genauso falsch wie einst der Kommunismus.
Der Tanz um das Goldene Kalb ist schon einmal schief gegangen."
und: :arrow: "Apparat der Selbstverklärung"
:arrow: "Ohne Bertelsmann geht nichts mehr"
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 13.12.2004, 12:23
:arrow: http://home.wolfsburg.de/stadtbibliothek/Literaturservice-Dateien/kritische_theorie.htm
(muss ich erst lesen..)
ganz interessant:
"Die Kritische Theorie (Adorno, Horkheimer, Fromm, Habermas)
Historischer Hintergrund
Das Frankfurter Institut für Sozialforschung wurde 1923 von Weil, Pollock und Horkheimer als private Stiftung gegründet, um Unabhängigkeit von Universitäten und staatlichen Reglementierungen gewährleisten zu können. Das wissenschaftliche Interesse galt zunächst einer Analyse der bürgerlichen Gesellschaft und der Aufarbeitung der Marx'schen Theorie, die damals aus der akademischen Diskussion ausgespart blieb und von der Arbeiterbewegung nur verkürzt und dogmatisch angewandt wurde.
Als erster Schwerpunkt wurden Marx' Erkenntnisse über die immanente Entwicklung der kapitalistischen Akkumulation (Anhäufung von Kapital) modifiziert, denn die geschichtlichen Verhältnisse hatten sich inzwischen verändert. Unter der Leitung von Horkheimer verschob sich 1931 der Schwerpunkt von den ökonomischen Aussagen auf den sozialphilosophischen Gehalt der Marx'schen Theorie, die aus ihrer 'ökonomischen Borniertheit' herausgehoben werden sollte.
Die weitere Arbeit galt einer umfassenden Kritischen Theorie der Gesellschaft, die das gesellschaftliche Individuum als Produzent der Geschichte begriff und sein Bewusstsein in den Mittelpunkt philosophischer Sinnreflexion und empirischer Forschung stellte.
1933 wurde das Institut von den Nationalsozialisten wegen 'staatsfeindlicher Tendenzen' geschlossen, da es sich hier um marxistische Intellektuelle von größtenteils jüdischer Abstammung handelte. Nach der Emigration der meisten Mitglieder wurde das Institut 1934 in New York neu errichtet. Die Zeitschrift für Sozialforschung erschien dort noch bis 1940 in deutscher Sprache. In Paris wurden empirische Untersuchungen zu "Autorität und Familie" veröffentlicht, weitere Studien zum "Autoritären Charakter" und über das "Vorurteil" erschienen in den USA, bis das Institut 1950, wieder unter der Leitung Horkheimers, in Frankfurt neu eingerichtet wurde.
Danach etablierte sich die Kritische Theorie durch Jürgen Habermas unter der Bezeichnung "Frankfurter Schule" als umfassende Sozialphilosophie, deren Formulierungen in die verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen Eingang fanden. Sie bildeten u.a. auch den gesellschaftstheoretischen Hintergrund für die Studentenunruhen 1968. Aus dieser Zeit resultieren neue Erziehungsideale wie "Erziehung zur Mündigkeit", "Selbstbestimmung", "Verantwortung" und "Emanzipation", die in die verschiedenen Erziehungskonzeptionen eingingen. Die Frankfurter Schule diente als Grundlage für eine alternative Pädagogik, deren Wurzeln bis in die 60er Jahre zurückzuverfolgen sind.
Die Kritische Theorie ist ein wissenschaftliches Verfahren, das sich selbst als gesellschaftlich produziert begreift und Theorien mit universalen Wahrheitsansprüchen kritisch gegenüber steht. Ihre Ursprünge liegen einerseits in der Aufklärung, deren anthropologische Grundannahmen nach Brezinka gekennzeichnet sind durch den Glauben an die Güte der menschlichen Natur, an die Machbarkeit der Persönlichkeit, an die Fähigkeit zu unbeschränkter Selbstbestimmung, an Konflikte als Mittel zur Förderung der Vernünftigkeit und daran, dass die Menschen auf Heilsvermittler angewiesen sind.
Es zeigen sich aber auch Parallelen zu Schleiermacher, der in seinen "Pädagogischen Schriften" 1826 die damals vorherrschenden Erziehungsvorstellungen folgendermaßen kritisierte: "Sagen wir, die Erziehung soll die heranwachsende Jugend so ausbilden, dass sie tüchtig ist und geeignet für den Staat, wie er eben ist, so würde dadurch nichts anderes geleistet werden als dieses, die Unvollkommenheit würde verewigt und durchaus keine Verbesserung herbeigeführt werden."
Hauptsächlich steht die.."
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 15.12.2004, 13:43
aufschlussreiche arbeit gegen die rechtsradikalen und deren wurzeln bzw aktuellen ausforumngen:
vergangener tv-bericht darüber plus video der dame, die die seite betreibt:
http://www.ndrtv.de/panorama/archiv/2004/1125/lichtblick.html
:arrow:
http://www.idgr.de/
hier zb die österreich-abteilung :wink: : http://www.idgr.de/_inhalt/rechtsextremismus.php#oesterreich
(ich vermisse hier aber die linksradikalen, die aus haarscharf demselben holz geschnitzt sind!!)
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 15.12.2004, 14:23
..siehe zb die heutige meldung :arrow: hier:
Türkische Zeitung aus Hessen
Drohung gegen CDU-Abgeordnete
[Bildunterschrift: Die CDU-Abgeordnete Kristina Köhler]
"Eine türkischsprachige Zeitung aus Hessen hat Drohungen gegen die CDU-Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler veröffentlicht.
Hintergrund ist eine Anzeige Köhlers gegen die Zeitung "Vakit" (zu deutsch: Zeit) aus Mörfelden-Walldorf. "Vakit" hatte nach Angaben Köhlers in ihrer Ausgabe vom 1. Dezember geschrieben: "Es gab keinen Holocaust. Auch die so genannten Gaskammern sind eine Lüge. Das ist alles nichts anderes als zionistische Musik." Daraufhin hatte die Abgeordnete Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt nahm Ermittlungen auf.
...
"Vakit" druckte als Reaktion ein Bild Köhlers ab und behauptete, die Christdemokratin wolle alle türkischen Zeitungen in Deutschland verbieten. Weiter hieß es laut Anzeige in der Zeitung: "Ihr werdet den Nerven dieser Frau schaden, dass sie krank wird."
Das Bundeskriminalamt riet Köhler, die Drohung ernst zu nehmen.
..."
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 16.12.2004, 16:03
sehr interessantes geschichtliches statement zu einem wesentlichen eckpfeiler rechter, linker und radikalislamischer antijüdischer extremisten - den sogenannten 'protokollen der weisen von zion':
:arrow: http://www.koinae.de/PROTZION.htm :
"Die "Protokolle von Zion"- eine Fälschung
von Beiderbeck www.koinae.de
Werden Sie Mitglied der Gedal (Gesellschaft zur Demokratisierung aller Lebensbereiche)
Die Weltverschwörung der Despoten
Woher stammen nun die "Protokolle der Weisen von Zion" wirklich ? Auskunft gibt uns das Buch "Weltverschwörungstheorien - die neue Gefahr von rechts". Es ist 1998 im Deuticke-Verlag, Wien-München erschienen, ISBN: 3-216-30378-0. Die Autoren sind Dr. phil. Eduard Gugenberger, Historiker und Völkerkundler, Franko Petri, Mag. iur., Mag. phil., Rechts- und Politikwissenschaftler, und Dr. phil. Roman Schweidlenka, Historiker.
Die Neonazis verbreiten als Teil ihrer politischen Propaganda die Legende von einer "geheimen Weltregierung". Ein besondere Rolle in der Nazi-Propaganda spielen die "Protokolle der Weisen von Zion".
Worum geht es ?
In seinem Buch "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert" stellt der Autor "Jan von Helsing" (Pseudonym für Jan Udo Holey) folgende Behauptung auf:
Die "Weisen von Zion" seien als Zusammenschluß von reichen jüdischen Rabbinern entstanden. Sie hätten im Holland des 16. Jahrhundert den späteren Prinzen Wilhelm von Oranien unterstützt und seinen Sohn, dem späteren Wilhelm III. geholfen, König von England zu werden.
Anmerkung: Hier irrt Herr Holey, denn Wilhelm III. (1650 bis 1702) kann nicht der Sohn von Wilhelm von Oranien gewesen sein ( 1533 bis 1584), da zwischen dem Tod des einen und der Geburt des anderen 66 Jahre liegen. Das zeigt, wie schlampig der Herr Holey mit den Tatsachen umgeht.
Wilhelm III. hätte große Summen Geldes von jüdischen Bankiers geliehen und mit ihm als Bedingung ausgehandelt, daß sie die Bank von England als private Zentralbank errichten dürfen und hätten damit riesige Gewinne gemacht.
1773 habe Mayer Amschel Rothschild in Frankfurt ein geheimes Treffen mit 12 wohlhabenden und einflußreichen jüdischen Geldgebern (den "Weisen von Zion") abgehalten, um einen Plan auszuarbeiten, wie man das gesamte Vermögen der Welt kontrollieren könne. Dieser Plan sei später unter dem Namen "Die Protokolle der Weisen von Zion" bekannt geworden. Die Protokolle seien bis zum Jahr 1901 geheimgehalten worden, als sie in die Hände des russischen Professors S.Nilius fielen, der sie unter dem Titel "Die jüdische Gefahr" veröffentlichte.
Laut "Jan van Helsing" steht folgendes in den "Protokollen":
1. Die "Weisen von Zion" wollen große Kapitalmengen anhäufen, das Kapital an die Nationalstaaten ausleihen und so die Regierungen und die Staaten unter Kontrolle zu bringen.
2. Die Nachrichtenagenturen und die Presse sollen unter Kontrolle gebracht werden.
3. Alle politischen Gruppen sollen unterstützt werden, um ihr Vertrauen zu gewinnen.
4. Den Menschen soll der religiöse Glauben genommen werden, um ihnen den inneren Halt zu nehmen.
5.Die Menschen sollen mit vielen verschieden Meinungen verwirrt werden
6. Die Demokratie soll eingeführt werden und damit der Pöbel zur Herrschaft kommen
7. Durch Mangel und Hunger soll die Masse in Bewegung gebracht werden
8. Weltweit sollen Kriege angezettelt werden, um die Gegner der Weisen zu schwächen
9. Es soll durch die Erziehung blindes Vertrauen in die Wissenschaften erzeugt werden und dem Volk das eigene Nachdenken abgewöhnt werden.
10. Es sollen überall freimaurerische Logen gegründet werden, um bedeutende Persönlichkeiten anzulocken und zu beeinflussen.
usw. (insgesamt 24 Artikel).
Woran liegt es, daß die Protokolle auch heute noch geglaubt werden ?
Ein Grund ist wohl, daß sie bekannte Tatsachen und Mißstände aufgreifen und sie geschickt mit Verfälschungen verbinden. Die Halbwahrheiten sind oft viel schwerer zu erkennen wie die Lügen. Es ist richtig, daß es Freimaurer gibt. Es ist auch richtig, daß es schon seit Jahrhunderten viele reiche Juden gab und heute auch noch gibt, vor allem in den USA. Es ist richtig daß diese reichen Männer großen Einfluß haben - einfach aus der schlichten Tatsache heraus, daß Geld die Welt regiert. Es ist auch ganz natürlich, daß sich die reichen und einflußreichen Männer der Welt öfters treffen und ihre Ansichten austauschen, ihre Claims abstecken und gemeinsam Aktionen besprechen.
Daraus aber eine geheime Gruppe von Verschwörern konstruieren zu wollen, die die Welt regiert, geht einen Schritt zu weit. Die wird die Grenze von der Wahrheit zur Lüge und bewußten Verfälschung und Propaganda überschritten. Die mächtigen und reichen Männer der Welt sind sich nämlich nicht untereinander einig, und sie haben oft ganz unterschiedliche Interessen. Überhaupt ist die Macht auf der Welt auf viel mehr Menschen verteilt, als nur auf ein paar Superreiche. Macht ist vielgestaltig. Macht haben die Regierungen, die Gewerkschaften, die Kirchen, die Medien, die Großkonzerne und ihre Manager, die Generäle und die Armeen, die politischen Parteien, ja sogar die Wähler. Macht haben auch die Erfinder und Ingenieure, die mit neuen Entwicklungen die Volkswirtschaften auf ganz neue Wege lenken. Dies alles bildet ein komplexes Miteinander und Gegeneinander.
40 % des Textes der "Protokolle" stammen laut Norman Cohn zum Teil wortwörtlich aus dem 1864 von Maurice Joly in Brüssel veröffentlichen Buch "Dialog in der Hölle zwischen Machiavelli und Montesquieu, oder die Politik Machiavellis im neunzehnten Jahrhundert - von einem Zeitgenossen".
Nun war Maurice Joly keineswegs ein Vorläufer der Nazis, sondern er war ein oppositioneller Autor, der sich in versteckter Form über die despotische Herrschaft Napoleons III. lustig machte und sie anprangerte. Sein Buch wurde prompt verboten, Joly wurde inhaftiert.
Der liberal eingestellte Joly stellte sich in diesem Buch in satirischer Weise als "ein mehr oder weniger im Dunkeln bleibender Verschwörer" dar, der gegen die Meinung opponiere, daß nur eine allumfassende totalitäre Herrschaft die Menschen retten könne. Diese Meinung unterstellte er Napoleon III., den er als Machiavellisten kennzeichnete.
Joly benutzte also die schon damals umlaufenden Weltverschwörungstheorien für sein satirisches Pamphlet gegen Napoleon III. Er nahm diese Weltverschwörungstheorien wohl nicht ernst, aber letztlich wurde sein Buch später zur Fundgrube für diese Theorien.
Andere Quellen für die Weltverschwörungstheorien waren der Roman "Biarritz" von Retcliffe alias Goedsche. Hier kommt eine "Rede des Rabbiners" vor. Ein anderes Buch war Osman Beys "Eroberung der Welt durch die Juden". Weitere Quellen sind antisemistische Hetz- und Propagandaschriften.
Aus all diesen Versatzstücken entstanden am Ende des neunzehnten und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Rußland die "Protokolle der Weisen von Zion".
Warum gerade in Rußland ? Zu dieser Zeit lebten in Rußland viele Juden, etwa ein Drittel aller Juden auf der Welt. Rußland wurde durch immer heftigere revolutionäre Unruhen erschüttert. Die zaristische Geheimpolizei Ochrana versuchte den Zorn des Volkes an den Mißständen und dem allgemeinen Elend von der Regierung abzulenken. Als Sündenbock kamen die Juden gerade recht.
All die oben erwähnten Versatzstücke wurden von Pjotr Iwanowitsch Ratschkowski und anderen ab 1891 allmählich zu den "Protokollen" zusammengefügt. 1892 veröffentlichte Ratschowski in Paris unter dem Pseudonym "Jehan Préval" ein erstes Pamphlet, "Anarchie und Nihilismus".
Ratschkowski war ursprünglich ein linker Revoluzzer. Er wurde von dem zaristischen Regime gefangengenommen und vor die Wahl gestellt, hingerichtet zu werden oder auf Seiten des Regimes zu arbeiten. Er entschied sich für letzteres. Er wurde Rechtsextremist und brachte es 1883 in der Sicherheitspolizei von St. Petersburg zum Adjutanten. Dann wurde er nach Paris geschickt, wo er zwei Jahrzehnte lange "sämtliche geheimpolizeiliche Operationen außerhalb Rußlands" leitete. Er war oft in esoterischen Kreisen anzutreffen und wurde dort wohl in seiner antisemitischen Grundhaltung bestärkt.
1891 entwickelte er als Auslandschef der Ochrana den Plan, eine "Kampagne gegen die russischen Juden" zu machen, die dann zu dem oben erwähnten Pamphlet "Anarchie et Nihilisme" führte. Er forderte darin auf, "unverzüglich eine französisch-russische Liga zum Kampf gegen die geheimnisvolle, okkulte und unverantwortliche Macht der Juden zu schaffen" . Durch Fälschungen und Erpressungen versuchte er eine solche Liga zu gründen. Das mißlang ihm und führte dazu, daß er 1902 aus Paris abberufen wurde, was seinen Haß gegen die Juden noch verstärkte.
Einen weiteren Beitrag zu den Protokollen liefert vermutlich Elie de Cyon, eigentlich Ilia Zion, ein konvertierter Jude. Er war es wohl, der aus dem Buch Jolys die Textpassagen abschrieb.
1895 besaß die St. Petersburger Diplomatentochter und Theosophin Juliana Dmitrijewna Glinka den Text von Ilia Zion, den sie an Standesgenossen weitergab. In Petersburg entdeckte Sergej Nilius den Text und fügte ihn in sein eigenes Werk ein. Spätestens 1897 befand sich der Text von Ilia Zion in den Händen von Ratschkowski. Im gleichen Jahr gab der Prokurator des Geistlichen Synods von Moskau, Filip Petrowitsch Stepanow, gleichzeitig Kammerherr und Staatsrat, die Protokolle heraus.
Auf Betreiben von Ratschkowski erschien 1903 eine Fassung der Protokolle in der antisemistischen Zeitschrift "Snymja" unter dem Titel: "Programm für die Welteroberung durch die Juden". 1905 wurden die Protokolle von dem russischen Offizier G.W.Butumi als Broschüre herausgegeben. 1906 folgte eine Neuausgabe unter dem Titel: "Die Feinde des Menschengeschlechts. Protokolle aus den Geheimarchiven der Zentralkanzlei von Zion".
Seither ist der Text in vielen hundert Versionen und in vielen Sprachen in immer wieder abgeänderter Form veröffentlicht worden.
1905 veröffentlichte auch der hochgebildete russische Dichter und Gutsbesitzer Sergej Nilius die Protokolle im Rahmen seines Buches "Das Große im Kleinen. Der Antichrist als nahe politische Möglichkeit". Mit diesem Buch wurden die Protokolle allgemein bekannt.
Nilius wurde 1862 geboren. Er kam viel in der Welt herum und sprach zahlreiche Sprachen. Ursprünglich war er Anarchist, entwickelte sich aber zum glühenden Verfechter der Zarenherrschaft und des heiligen Rußland. In der modernen Zivilisation sah er eine Verschwörung der Mächte des Bösen.
Bisweilen zweifelte er an der Echtheit der von ihm veröffentlichen Protokolle. Das hinderte ihn aber nicht, als Prediger gegen die Juden durch das Land zu ziehen und die Menschen vor der Ankunft des Antichrist zu warnen.
Der Moskauer Metropolit veranlasste die Verlesung der antisemitischen Passagen seines Werkes in den 368 Kirchen der Stadt.
Der Text der "Protokolle" besteht aus etwa 100 Seiten in 24 Kapiteln. Es wird darin behauptet, die Juden hätten die Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Liberalismus in die Welt gesetzt , um die Macht der christlichen Staaten zu zerbrechen und schließlich eine jüdische Weltherrschaft zu errichten. Sie wollten durch Liberalismus, Materialismus und Unglauben die Macht der christlichen Monarchen brechen. Die Herrschaft des Geldes sollte die Herrschaft des Adels ersetzen. Die französische Revolution sei das Werk der "Weisen von Zion", ebenso andere Revolutionen und wirtschaftliche und soziale Umbrüche. Um ihre Ziele zu erreichen, würden sich die "Weisen von Zion" der Freimaurerlogen bedienen. Sie würden die Staaten gegeneinander aufhetzen und Kriege herbeiführen. Bei Widerstand würden die Weisen veranlassen, daß gegen die widerspenstigen Kräfte Kriege geführt würden oder daß Krankheiten sie vernichten würden.
Im Jahr 1997 würde die jüdische Weltherrschaft erreicht sein. Dann würde ein totalitärer jüdischer Staat mit einer mächtigen Geheimpolizei allen Widerstand unterdrücken. Dennoch würden alle Menschen in dem Reich von Zion glücklich sein.
1917 gelangten die Protokolle durch russische Exilanten nach Deutschland, wo sie bei deutschnationalen Aktivisten, Germanentümlern und nationalistischen Esoterikern großen Anklang fanden. 1923 verfaßte der spätere Chefideologe des Dritten Reiches, der Deutschbalte Alfred Rosenberg die Studie "Die Protokolle der Weisen von Zion und die jüdische Weltpolitik". Ab 1920 bezogen sich fast alle NS-Hetzblätter und antisemitischen Veröffentlichungen auf die Protokolle. Später dienten sie den Nazis als Rechtfertigung für den Mord an 6 Millionen Juden.
Ab 1920 wurden die Protokolle in zahlreichen Ländern verbreitet.
Zu Beginn der zwanziger Jahre kamen starke Zweifel an der Echtheit der Protokolle auf. Die englische Tageszeitung Times entlarvte sie 1921 als Fälschung. 1934/1935 wurden bei einem Gerichtsprozess in Bern Beweise vorgelegt, daß die Protokolle eine Fälschung sind. Beklagte waren Mitglieder der Nationalen Front und des Bundes Nationalsozialistischer Eidgenossen, welche die Protokolle und andere antisemistische Hetzschriften verkauft hatten. Die Kläger waren die Israelitische Kultusgemeinde Bern und der Schweizerische Israelitische Gemeindebund.
Die jüdischen Kläger konnten durch Zeugen und Sachverständige den Gang der Fälschung beweisen. Die Schweizer Nazis versuchten vergeblich, in Rußland Zeugen für die Echtheit der Protokolle zu finden. Der Welt-Dienst und das NS-Propaganda-Ministerium unterstützten die Schweizer Nazis mit 30 000 Reichsmark. Der Chef des Welt-Dienstes, Ulrich Fleischhauer, hielt als Sachverständiger ein viereinhalbstündiges Propagandareferat vor dem Gericht. Aber seine Verdrehungen und falschen Zitate wurden während der Verhandlung entlarvt, und das Gericht beurteilte die Protokolle als Fälschung. Obwohl in der Berufungsverhandlung die Angeklagten freigesprochen wurden, beurteilte das Berner Oberlandesgericht die Protokolle erneut als hetzerisches antisemitisches Machwerk."
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 22.12.2004, 14:34
Re: Kommunismus - die 'Linken' & 'Sozis'
lenbach - 30.12.2004, 21:46
die R.A.F. - rote armee fraktion - war eine berüchtigte linksterroristengruppe, die die heutigen jungen vermutlich gar nimmer kennen.
hier die seite der tochter von ulrike meinhof (ein mitglied der RAF):
:arrow:
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