Chronik eines Kriegers (Teil 1)

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    Re: Chronik eines Kriegers (Teil 1)

    Ashmodai - 03.07.2008, 22:13

    Chronik eines Kriegers (Teil 1)
    Stille Resignation herrschte im Lager, als die Menschen ihren täglichen Kontrollgang taten. Ashmodai fragte sich, wann die Bleichen endlich die Freude daran verlieren würden, sein Volk zu quälen, doch ebenso verschwendete er keinen einzigen Gedanken daran, sich gegen die Grausamkeit seiner alten Feinde zu erwehren. Die Orcs hatten sich nebeneinander aufgestellt, während der Kommandant des Internierungslagers die Reihe entlang schritt. Berek Forgost wurde von drei schwer gerüsteten Soldaten eskortiert, die – so schien es Ashmodai – das einzige, wacklige Fundament für seine scheinbar grenzenlose Überheblichkeit boten. Vor dem Orc neben ihm blieb Forgost plötzlich stehen. Er musterte sein gegenüber streng, worauf ihm ein boshaftes Grinsen über das Gesicht huschte. Auf ein Handzeichen des Kommandanten hin ergriffen zwei seiner Leibwächter den Orc von hinten, der sich jedoch nicht wirklich wehrte.
    Alle wussten was nun kam. Es folgte ein Akt ungekannter Grausamkeit. Der dritte Soldat öffnete eine edel verzierte Schatulle und überreichte Forgost den auf einem roten Samtkissen gebetteten Inhalt. Der Kommandant nahm das Zangenähnliche Werkzeug und hielt es demonstrativ in die Höhe. „Aufsässigkeit wird nicht geduldet!“ schrie er an die Menge der Orcs gerichtet. „Ich kenne euresgleichen! Ein Blick in eure widerwärtigen Augen und ich erkenne eure Absichten! Seht nun, was mit Rebellen, wie eurem Artgenossen hier, geschieht!“
    Der dritte Leibwächter stellte sich nun zu seinen Gefährten und hielt den Kopf des Orc mit ganzer Kraft fest. Forgost setzte sein Werkzeug an einen der Hauer des Orcs und mit schadenfrohem Lächeln Riss er an dem Griff. Der unterdrückte Schmerzensschrei des Orcs und das Knacken des brechenden Kiefers, aus dem der gewaltige Zahn gerissen wurde, ließen die Schmerzen, die der einst stolze Krieger erlitt, nur erahnen.

    Stille Trauer und Mitgefühl ergriffen Ashmodai, als der Kommandant nun auch den zweiten Zahn des vor Schmerzen wimmernden Orcs ausbrechen wollte. Kurz bevor Forgost sein Werk jedoch beenden konnte erklang ein Hornstoß von den Verteidigungsanlagen des Internierungslagers.
    Ein Bote eilte herbei und sprach mit dem Kommandanten. Ashmodai verstand das Gespräch nicht, doch Forgosts Gesichtsausdruck nach zu urteilen gefiel ihm nicht, was er hörte. Mit finsterem Blick sah er den malträtierten Orc an und schlug diesem mit seiner Zange ins Gesicht. „Mach dir keine Hoffnungen, Kreatur! Ich werde mein Werk an dir noch vollenden!“ Grimmig drehte er sich um und eilte zum Tor.

    Ashmodai und die anderen Orcs wussten nicht was geschah, doch fehlte ihnen der Wille, die ungewöhnliche Unterbrechung zu ergründen. Die Hoffnungslosigkeit, die sie seit ihrer Gefangennahme beherrschte, hielt die Krieger in einem entmachtenden Bann. Doch dann erklang ein Laut, der einige Orcs aus ihrem Schlaf riss. Und auch Ashmodais Lebensfeuer begann wieder zu glimmen. Während sich die ersten Gefangenen schon auf ihre Wächter stürzten, sahen andere nur schweigend zu. Ashmodai versuchte zu erfassen, was er eben vernommen hatte. Sein Blick schweifte über die Niedrigen Mauern der Lager-Befestigung hinweg, bis er zwei Orcs auf einem Hügel vor dem Lager erblickte. Einer von ihnen war groß gewachsen und wirkte wie ein Musterexemplar seines Volkes. Doch es war er andere Orc, der das innere Feuer des Kriegers noch weiter entfachte. Er sah das Banner des Warsong-Clans, welches von keinem geringeren als dessen Häuptling Grommash Hellscream getragen wurde. Erinnerungen erwachten in Ashmodai. Schon einmal vernahm er die Stimme des Warsong-Häuptlings. Einst, als er noch ein Peon war, wurde Ashmodai als Bote zu Hellscream geschickt und geriet dabei direkt in einen Angriff der Menschen auf das Lager der Warsongs. Ashmodai schloss sich damals den kämpfenden Orcs an und erschlug insgesamt sieben Menschen. Hellscream schickte den Peon daraufhin mit einer Nachricht zu seinem Clan zurück, nach deren Überbringung Ashmodai zu einem Grunzer der Horde befördert wurde.

    Wieder erklang der Schrei des Klingenmeisters, der Seine Axt den Menschen entgegenstreckte. Nun kamen immer mehr Orcs über den Hügel und nach kurzer Zeit entflammte die alte, volle Wut seines Volkes in Ashmodai. An der Spitze der anderen Soldaten erblickte er den Kriegshäuptling der Horde. Die Schwarze Rüstung mit den Messingnieten und der gewaltige Kriegshammer identifizierten den Anführer der Armee von Orcs unverkennbar als Orgrim Doomhammer, seinen Clanhäuptling, dem er nach dem Tod von Blackhand dem Zerstörer Treue geschworen hatte.
    Jegliche Müdigkeit wich aus seinen Gliedern, seine Muskeln spannten sich und der wahnsinnige Blick suchte nach einem ersten Opfer. Ein Mensch, der das Pech hatte an ihm vorbei zur Front eilen zu wollen wurde von den mächtigen Pranken des Kriegers am Hals gepackt und umgeworfen. Ein leichter Druck mit der Hand und die Kehle des Mannes war zerquetscht. Ashmodai nahm das Schwert des röchelnden, sterbenden Menschen und obwohl es ihm wie eine Spielzeugwaffe vorkam, fühlte er die alte Kraft wieder, die er schon damals gegen die Menschen gerichtet hatte.

    Zwar waren die Angreifer den Verteidigern zahlenmäßig weit unterlegen, doch schon bald schlossen sich immer mehr Gefangene den Angreifern an und selbst die Orcs die keine Waffen hatten, änderten dies schnell, indem sie die ungeübten und überraschten Soldaten der Menschen mit roher Gewalt bezwangen.
    Ashmodai eilte mit einigen anderen Gefangenen zum Tor und zusammen zerschmetterten sie die Linien der Menschen, bis sich der Boden mit Leichen häufte. Plötzlich erblickte er Forgost, der sich wie ein Kind weinend in einer Nische des Torbogens versteckte. Nach wenigen Schritten hatte er den Kommandanten erreicht, der nun widerlich nach Urin und Fäkalien stank. Ashmodai musste grinsen als er sah, dass der überhebliche Anführer der Menschen sich vor Angst selbst besudelt hatte. Er packte den Menschen am Arm und zog ihn aus seinem Versteck.
    Wie aus dem nichts zog der Mensch einen Dolch und stieß ihn dem Orc in den Oberschenkel, doch Ashmodai merkte den Schmerz gar nicht. Kurz bevor er sein Schwert auf sein Opfer niederfahren ließ, fiel das silber ornamentierte Werkzeug aus der Tasche des Kommandanten. Der Krieger sah sein gegenüber an und wieder nässte sich Forgost ein, als er das wahnsinnige Grinsen im Gesicht des Orcs sah.
    Ashmodai schleppte den Menschen zurück ins Lager. Dieser hatte der Kraft des Orcs nichts entgegenzusetzen und wehrte sich verzweifelt, jedoch vergeblich. Nach kurzem Suchen fand der Krieger den Orc, der vor kurzem noch gefoltert wurde. Der blutige Kiefer wäre gar nicht besonders aufgefallen, wenn nicht ein Hauer gefehlt hätte. Ashmodais Mitgefangener hatte sich scheinbar bereits blutig an den Menschen gerächt. Seine Haut war bedeckt vom Blut seiner Opfer, die er scheinbar in Stücke gerissen hatte. Gerade erwehrte sich noch ein junger Mensch gegen seine Hiebe, doch schon bald verließ ihn die Kraft, die Schläge zu parieren. Mit einem gewaltigen Schlag wurde sein Schädel gespalten. Zornig blickte der Sieger des Kampfes umher um einen weiteren Gegner ausfindig zu machen. Dann sah er Ashmodai, der Forgost in eisernem Griff hielt. Der Wahn schwand aus den Augen des Orcs und Genugtuung erfüllte seinen Blick.
    Panisch versuchte Forgost sich zu lösen, denn er wusste, dass er nun keine Gnade mehr erfahren würde. Ashmodai reichte seinem Gegenüber die Zange, worauf dieser ihm dankend zunickte. Nun übernahm der Krieger die Aufgabe der Soldaten um seinem Gefährten die Rache zu ermöglichen. Der Orc setzte die Zange an einen Eckzahn des Menschen an und Riss am Griff des Werkzeugs. Der Kommandant jaulte laut auf und ging heulend zu Boden. Jammernd senkte er seinen Blick in der Gewissheit, dass man ihn nun töten würde. Stattdessen blickten sich die beiden Orcs kurz und ernst an und nickten einander zu. Kurz darauf wurde Forgost auf die Beine gezogen. Ashmodai suchte ein Schwert eines gefallenen Soldaten und reichte es dem Menschen. Der andere Orc war nun unbewaffnet, doch der Wahn in seinen Augen begann wieder glühen. „Du hast keine Ehre, Mensch! Ich werde dich auch ohne Waffe töten! Diese Schmach werden dir die Götter nicht vergeben!“ sagte er, so gut es ihm mit dem gebrochenen Kiefer möglich war. Der Kommandant wollte sich umdrehen und flüchten, doch Ashmodai verwehrte ihm den Weg.
    Ängstlich drehte sich der Mensch um und stürzte schließlich aus der Verzweiflung heraus unkontrolliert auf den Orc zu.
    Der Kampf war schneller vorbei, als er begonnen hatte. Der Krieger wich dem ungezielten Schlag des Menschen ohne Mühe aus, griff sich diesen am Schwertarm, der sofort mit lautem krachen zerbarst. Forgost schrie nun wie wild um Hilfe, doch um ihn herum lebte niemand mehr, der ihn retten konnte. Wie um das laute Jammern zu unterbinden griff der Orc in die Mundhöhle des Menschen und mit einem Gewaltigen Ruck riss er diesem den Unterkiefer heraus. Das Blut spritzte auf das wertvolle Gewand des Kommandanten, der die beiden Orcs fassungslos mit aufgerissenen Augen anstarrte. Röchelnd ging er zu Boden und nach einiger Zeit, die er nur von den Grünhäuten angeblickt wurde, erlosch sein Lebenslicht.
    „Ich konnte ihn nicht schnell sterben lassen!“ sagte der verletzte Orc schließlich und zeigte auf seine blutige Zahnlücke. „Er hatte keine Ehre und hat mir meine genommen. Er hätte noch größere Schmerzen verdient!“
    Ashmodai blickte den Orc grinsend an.“Ich hatte mich sogar gewundert, dass du ihm einen so schnellen Tod gewährt hast!“ Beide Krieger lachten laut und voller Freude über den Tod des Menschen. „Nun aber los, Freund! Erlange deine Ehre wieder, indem du das tust, was wir am besten können.“ Sein Blick deutete zur Schlacht, die an den Verteidigungsanlagen des Lagers geschlagen wurde. Die beiden Orcs nickten sich zu und nach einem lauten Kriegsschrei stürmten sie ihren Feinden entgegen!



    Re: Chronik eines Kriegers (Teil 1)

    Blind - 03.07.2008, 22:55


    wow, die geschichte ist echt gut!
    da bekommt man richtig lust einen..
    mensch paladin anzufangen hrhr



    Re: Chronik eines Kriegers (Teil 1)

    Kalef - 04.07.2008, 07:19


    jaja, orc blut is ka nudlsupp'n hehe. Tolle Geschichte Ash



    Re: Chronik eines Kriegers (Teil 1)

    Rúbiná - 04.07.2008, 08:55


    Ich will auch so toll schreiben können..ihr könnt das alle soo gut.... ich werde ab jetzt fleissig üben^^



    Re: Chronik eines Kriegers (Teil 1)

    Ashmodai - 04.07.2008, 08:57


    Musst einfach viele Fantasy-Romane lesen, dann kriegst irgendwann n Gefühl dafür, worauf es ankommt :)



    Re: Chronik eines Kriegers (Teil 1)

    Rúbiná - 04.07.2008, 09:02


    Naja....eiglich lese ich ja auch fast nur so ein Zeug... aber man muss ja nicht alles können....ich lese dann lieber statt selbst zu schreiben...bzw ich werde es ab und zu mal probieren^^ .....um eure Augen zu quälen....hihi



    Re: Chronik eines Kriegers (Teil 1)

    Kalef - 04.07.2008, 09:34


    Na wennst mich quälen willst, brauchst nur nen deutschen Rap aufzulegen *gg*
    Deine Geschichten sind doch auch ned so schlecht wie du tust...nur halt etwas kürzer-- also daumen nach oben



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