Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

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    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    drohne - 27.07.2007, 11:08

    Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?
    Ein sehr heikles Thema liebe Freunde, aber reden wir dennoch ganz offen darüber. Wie findet Ihr Belegstellen in heutiger Zeit, bzw. machen diese überhaupt noch Sinn oder ist dies bereits Unsinn? Diese Fragestellung ist zwar durchaus frivol, aber dennoch ersuche ich um möglichst ausgeglichene Debatten.

    Bekanntlich gibt es Insel-Belegstellen und Land-Belegstellen. Insel-Belegstellen sind relativ sicher vor fremden Drohnen, denn diese müssen ja mindestens 3 km über Wasser vom Festland entfernt sein. Die Paarungskontrolle ist hier also relativ sicher, denn welche Drohne fliegt schon mehr als 3 km übers Wasser um zu jungen Königinnen zu kommen.

    Ganz anders jedoch sieht es bei unseren Land-Belegstellen aus. Übrigens, hier gibt es Linien-und Rasse-Belegstellen. Wenn ich so manchen Beschreibungen über Belegstellen lese, dass diese lediglich einen Schutzbereich von 4 km aufweisen, kommt mir dies relativ wenig vor. Hinweisen möchte ich, dass Drohnen über Land locker 10 und mehr Kilometer fliegen können. Man darf sich deshalb nicht wundern, wenn bei Königinnen die in Belegstellen aufgeführt wurden, immer mehr Jungbienen mit gelben oder braunen Hinterleibsringen auftauchen.

    Bis vor einigen Jahren war diese Problematik in Ostösterreich relativ egal, denn es gab hier bekanntlich nur die Carnica Biene und diese war -ist- eben grau. Eine Fremdpaarung war also optisch nahezu nicht kontrollierbar. Seit nunmehr auch bei uns immer mehr Buckfast-Bienen, ja sogar als Urlaubsmitbringsel die Italienische Biene -Apis mellifera ligustica- u.a. auftauchen, ändert sich die Situation schlagartig. Standbegattungen wie ich sie seit Jahrzehnten gewohnt war, müssen nun überdenkt werden, denn -auch bei mir- werden nunmehr die Bienen immer mehr gelb/braun. An sich ist mit dies relativ egal, denn mein Hauptkriterium beim selektionieren war stets die Sammelfreudigkeit und die Sanftmut, das Farbspektrum war bei mir bisher jedenfalls völlig belanglos.

    Aber, als ausgeprägter Wanderimker kommen mir nunmehr immer öfters Bedenken bezüglich der sich ändernden Farben hoch. Bekanntlich ist bei uns in Niederösterreich das wandern nur mit der Carnica-Biene -Apis mellifica carnica- erlaubt. Um den Farbwechsel Einhalt zu gebieten, bringe ich immer öfters die jungen Königinnen in eine anerkannte Belegstelle. Wenn ich aber, wie eingangs bereits erwähnt, lese, dass diese einen Schutzgürtel von lediglich 4 km aufweist, kommen mir nunmehr doch ernsthafte Zweifel ob deren Sinn hoch.

    Nun liebe Freunde, wie sehr Ihr nun das auf uns zukommende Farbproblem und ferner, was meint Ihr generell über Belegstellen in heutiger Zeit?

    LG Josef



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Sybill - 27.07.2007, 12:17


    Hallo,

    ein - auch im österreichischen Verband - sehr aktuelles und immer wieder interessantes Thema !

    Immer öfters sieht man "fremdes" Bienenmaterial im heimischen Bienenstand - Die Buckfastimker in Österreich gewinnen immer mehr Land und nur mehr wenige Bundesländer ( wie Niederösterreich) sind einzig auf die Carnica eingeschworen. Da ich meine Bienen in Niederösterreich bewirtschafte und wandere, muß ich aber doch sehr auf die Rasse meines Bienenstandes aufpassen.

    Persönlich muß ich sagen, das ich zu diesem Thema sehr zwiegespalten bin:
    Einerseit finde ich auch die in Österreich heimische Rasse Carnica als schützenswert.
    Andererseits bin ich eine eindeutig wirtschaftlich getriebene Imkerin. Dh. für mich ist eine gute Honigausbeute und der Verkauf aller bienenrelevanten Produkte oberstes Ziel (Trotzdem kümmere ich mich natürlich vorbildlich um meine Flieger - wirtschaftliches Denken heißt nicht automatisch Ausbeuterei !).
    Wenn die Buckfastbiene wirklich so toll friedfertig, so fleißig beim Sammeln, so unproblematisch bei der Schwarmverhinderung etc. ist - Na dann soll sie doch kommen....

    Auch ich bin heuer mit einigen Königinnen auf die Belegstelle Hirschgrund gefahren - damit ich ja keine Probleme beim Wandern bekomme. Auch bei meinen Fliegern habe ich schon einige Male gelbe Hinterleibsringe entdeckt. Wo sie diese bekommen haben, kann ich nicht sagen, ich züchte ausschließlich Carnica´s. Ich denke mir, bei einem benachbarten (Wander)Imker -ohne Königinnenzucht- hat sich langsam und unbemerkt die Buckfastbienen durchgesetzt.

    Belegstellen sind sicher gut - auch wenn sich einige Drohnen weiter als die 4 km bewegen. Meistens fliegt die Königin doch nur auf den nächsten Drohnenplatz und ich denke mir das es zu 99,9 % sicher ist, das die Begattung durch die belegstellendeklarierten Drohnenrasse passiert. Falls nicht ist das Restrisiko doch nur sehr gering.

    Generell finde ich sollte es aber jeden Imker freigestellt sein, welche Rasse er bewirtschaften möchte !

    ... wer weiß, vielleicht haben wir in 10 Jahren Belegstellen für Carnica´s, Buckfast, Lingustica´s etc...



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Maja - 29.07.2007, 11:52


    Zitat: Generell finde ich sollte es aber jeden Imker freigestellt sein, welche Rasse er bewirtschaften möchte !

    Dem kann ich mich nur anschließen!

    Ich selbst habe auch Carnica-Bienen, bei denen in einigen Völkern gelbe Hinterleibsringe auftauchen. Na und? Diese Völker sind gerade diejenigen, die am fleißigsten sammeln und von denen ich auch gern Ableger beweisele. Möglicherweise ist das auch ein Ergebnis des Heterosiseffekts, bei dem sich in der F1-Generation gute Eigenschaften unterschiedlicher Rassen verstärken. Mal sehen, ob sie über mehrere Generationen erhalten bleiben.

    Ein Wanderverbot für bestimmte Bienenrassen gibt es in Deutschland zum Glück nicht. Wer sowas erläßt, ist für mich ein Rassist, der denkt auch bei Menschen in diese Richtung! :evil: Die österreichischen Imker sollten gegen diesen Unsinn protestieren!

    Die Buckfastbiene ist das Ergebnis gezielter Kreuzungen von regionalen Bienenrassen, wenn Bruder Adam und seine Mitstreiter diesbezüglich nicht mal über den Reinzucht-Tellerrand geschaut hätten, wäre diese leistungsfähige Rasse, die mit bestimmten klimatischen Verhältnissen besser fertig wird, als die Carnica, nicht entstanden.

    Wer reinrassig züchten will, wird um Belegstellen nicht herumkommen. Nur sollten diese wirklich nur dort betrieben werden, wo keine anderen Drohnen hinkommen. Sonst ist der Preis für angeblich reinrassige Belegstellenköniginnen nichts weiter als Betrug am Kunden.

    Viele Grüße

    Maja



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    drohne - 29.07.2007, 12:32


    Maja hat folgendes geschrieben: Zitat:

    Ich selbst habe auch Carnica-Bienen, bei denen in einigen Völkern gelbe Hinterleibsringe auftauchen. Na und? Diese Völker sind gerade diejenigen, die am fleißigsten sammeln

    Dies wurde mir in den letzten Wochen und Monaten erst so richtig bewusst. Bienen mit gelben Streifen fliegen und sammeln ganz einfach mehr als eben nur graue.

    Maja hat folgendes geschrieben: Ein Wanderverbot für bestimmte Bienenrassen gibt es in Deutschland zum Glück nicht. Wer sowas erläßt, ist für mich ein Rassist, der denkt auch bei Menschen in diese Richtung! Böse Die österreichischen Imker sollten gegen diesen Unsinn protestieren!

    Erst mal schauen wohin der Zug fährt. Wenn tatsächlich feststeht, dass die Zeit für unsere Carnica gekommen ist, erledigt sich dieses Problem von selbst. Was ich brauche ist Honig und zwar möglichst guten und davon sehr viel. Welche Bienen diese Anforderungen erfüllen, ist mir relativ egal. Natürlich müssen Carnica Züchter da anders denken und ihren Profit im Auge behalten. Aber wenn ich lese, dass selbst von Belegstellen begattete Mamis bereits gelbe Bienen auftauchen, na ja lassen wir es am besten.

    Maja hat folgendes geschrieben: Wer reinrassig züchten will, wird um Belegstellen nicht herumkommen. Nur sollten diese wirklich nur dort betrieben werden, wo keine anderen Drohnen hinkommen. Sonst ist der Preis für angeblich reinrassige Belegstellenköniginnen nichts weiter als Betrug am Kunden.


    Das ist es Maja, aber wenn ich so etwas lese http://www.noe-imkerverband.at/uploads/media/Belegstellenbericht_Hirschgrund_06.pdf kommen mir doch Bedenken ob Belegstellen überhaupt noch Sinn machen.

    Ich bin gespannt, wie Sybills Bericht und mir bekannter Imker, bezüglich des Begattungserfolges von dieser Belegstelle sein wird.



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Maja - 29.07.2007, 16:22


    Zitat: Das ist es Maja, aber wenn ich so etwas lese http://www.noe-imkerverband.at/uploads/media/Belegstellenbericht_Hirschgrund_06.pdf kommen mir doch Bedenken ob Belegstellen überhaupt noch Sinn machen.


    Mit lediglich 3 km Schutzradius um eine Belegstelle macht diese mit Sicherheit keinen Sinn. Lesen die Betreiber nicht die entsprechenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen über das Verhalten von Drohnen? Da sind manche Dorfimker schon weiter...

    Zitat: Wenn tatsächlich feststeht, dass die Zeit für unsere Carnica gekommen ist, erledigt sich dieses Problem von selbst.

    Die Carnica wird sicher als Rasse in Liebhaberzucht weiterbestehen, auch wenn sie nicht mehr den wirtschaftlichen Anforderungen eines Berufsimkers gerecht wird. Ihre Robustheit bei langen Wintern, die auf einer geringen überwinternden Bienenmasse und einer raschen Frühjahrsentwicklung beruht, ist ein großer Vorteil für die Imkerei in klimatisch ungünstigen Regionen, so z.B. hier bei uns im Erzgebirge. Für die meisten Freizeitimker, die nur für den Eigenbedarf Honig gewinnen, ist deren Leistung mehr als ausreichend.
    Alte Haustierrassen sind außerdem ein Kulturgut, welches es zu erhalten gilt - vor allem auch, um auf deren gute Eigenschaften zurückgreifen zu können, wenn sich die moderne Leistungszucht mal wieder in einer Sackgasse verrannt hat.

    Viele Grüße

    Maja



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Der Bienen-Much - 31.07.2007, 17:30


    Hallo zusammen,
    Ja, 3 km Schutzradius ist herzlich wenig. Unser Imkerverein hatte bis vor wenigen Jahren auch einen eigenen Belegstand. Da traten auch Fehlpaarungen engros auf. Im Nachbarort hatte einer mit der Buckfast-Biene angefangen. Die Gesetzeslage sieht bei uns in Deutschland so aus, dass der Schutzradius nur auf dem Papier besteht. Fängt ein Imker auf seinem eigenen Land mit einer anderen Biene an zu imkern, hat sich die Belegstelle von selbst erledigt. Klingt wie ein Witz, ist aber so. Unser Imkerverein wollte auch per Gericht den Radius erzwingen - vergebens.
    Bei den Landesbelegstellen sieht es bei uns in Sachsen noch relativ gut aus. Fehlpaarungen hatte ich bisher keine.

    Zu meiner Biene:
    Seit 1982 halte ich die Carnica - Sklenar - Biene. ( LVSI-01-R/1-47-C-Sklenar) Sie ist eine sehr ruhige, ausgeglichene Biene. Sie kam 1952 ins Erzgebirge. Da ich meine Königinnen selbst ziehe, versuche ich durch gezielte Zucht /Auslese die Linie so zu erhalten, wie ich sie von meinem Imkerpaten übernommen habe. Dabei spielen Kriterien wie Sanftmut, Wabenstetigkeit und Varroaresistenz eine wichtige Rolle. Um die Linie stabil zu halten, besuche ich aller 2 Jahre die Rasse-Belegstelle ”Hubertus” in Wermsdorf / Sachsen.

    Was ist Linienzucht?
    Jeder Hühnerzüchter schaut sich seine Tiere an. Er selektiert nach Aussehen und Leistung - Weiterzucht oder Kochtopf. Wir Imker tun uns in dieser Richtung ziemlich schwer. Das ist auch verständlich, schliesslich sind unsere Lieblinge auch kleiner. Wir Imker selektieren auf Leistung, Sanftmut, Wabenstetigkeit usw. Das Aussehen ist zweitrangig. Und genau hier würde sich die Spreu vom Weizen trennen. Denn wie heißt es so schön: Wo Carnica draufsteht, ist nicht immer Carnica drin. Das betrifft auch unsere Buckfastfreunde. Auch sie selektieren auf "rassespezifische Merkmale". Was ich damit ausdrücken möchte: Die rassetypischen Merkmale interessieren nur die wenigsten und das ist eigentlich schade. Wenn manch ein Imker ahnen würde, mit was für Bastarden oder härter ausgedrückt, von welchem Schutt er nachgezogen hat, er käme ins grübeln. Vielleicht ist meine Einstellung zur "versuchten" Reinzucht nicht mehr zeitgemäß. Ich seh die Sache so: Wir Imker haben ein Erbe zu hinterlassen und das heißt, entweder nur Bastarde oder eine halbwegs intakte Carnica oder meinetwegen auch Buckfastbiene. Selbstverständlich kann man mit Bastarden imkern und auch weiterzüchten, aber das eben nur für eine gewisse Zeit und nur so lange wie noch etwas Ausgangsrasse da ist. Wenn es dann nur noch Wald und Wiese ist, macht auch die Imkerei keinen Spaß mehr.

    Also, jeder Imker sollte sich zumindestens die Grundkenntnisse der Vererbungslehre und die sichtbaren Rassemerkmale aneignen. An erster Stelle steht dann Flügelindex, Filzbindenindex und die Haarlänge. Noch vor kurzer Zeit war es üblich, um den Flügelindex zu ermitteln mit Diarähmchen und Indexfächer zu arbeiten. Heute gibt es ein sehr schönes Computerprogramm mit Namen "Flügelindex1.1.2" von Günther Pexa. Hier ist es möglich, eine Reihe Bienenflügel einzuscannen und am Monitor sichtbar die einzelnen Flügelpunkte mit der Maus anzuklicken. Das Programm rechnet die Punkte bzw. die Aderlängen in ein Diagramm um und man kann den direkten Wert ablesen. Eine echte Erleichterung. Was das Programm kostet, kann ich nicht sagen. Ich habe es vor Jahren über unseren Züchterverband bekommen. Das Programm berechnet Cubitalindex, Hantelindex und die Discoidalverschiebung. Bei der Berechnung werden Filzbinden, Haarlänge und Panzerzeichen mit einbezogen.

    So, das solls für heute gewesen sein.

    Beste Grüße

    Dieter



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Maja - 01.08.2007, 18:32


    Zitat: Selbstverständlich kann man mit Bastarden imkern und auch weiterzüchten, aber das eben nur für eine gewisse Zeit und nur so lange wie noch etwas Ausgangsrasse da ist. Wenn es dann nur noch Wald und Wiese ist, macht auch die Imkerei keinen Spaß mehr.

    Die Buckfastbiene ist ein "Bastard" verschiedener Rassen, der ausschließlich nach seinen wirtschaftlichen Leistungsmerkmalen ausgelesen wurde.
    Die Zucht auf äußerliche Merkmale der Carnica wie Flügelindex, graue Farbe, Haarlänge usw. ist nichts anderes wie die Zucht nach Fellfarbe, Hängeohren und Gewicht bei Kaninchen oder Hunden.

    Wenn man dabei die Leistungsmerkmale vernachlässigt, hat man zwar schöne rassetypische Bienen, aber wenig nutzbare Leistung. Und nur auf Pflegeleichtigkeit (= auch Varroaresistenz) und Ertrag kommt es dem Berufsimker an. Das andere ist Liebhaberei, wie die Zucht einer bestimmten schönen Hühnerrasse. :-)

    Meine Wald- und Wiesenbienen mit fröhlich gelben Ringen machen mir schon sehr lange Spaß. Ich ziehe Königinnen von guten Völkern auf dem eigenen Stand nach, was sich nicht bewährt, fliegt raus. Da ich nicht zu den Berufsimkern gehöre, brauche ich keine Höchstleistungen im Honigertrag. Wenn ein gutes Volk in einem durchschnittlichen Jahr 40 bis 50 kg sammelt, reicht das doch?! Je mehr Leistung wir unseren Nutztieren abverlangen, umso größer ist deren Anfälligkeit gegenüber Krankheiten oder ungünstiger Witterung. Der Pflegeaufwand steigt - solange, bis er unökonomisch wird.

    Viele Grüße

    Maja



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Der Bienen-Much - 01.08.2007, 21:59


    Zitat: Die Zucht auf äußerliche Merkmale der Carnica wie Flügelindex, graue Farbe, Haarlänge usw. ist nichts anderes wie die Zucht nach Fellfarbe, Hängeohren und Gewicht bei Kaninchen oder Hunden.

    Das ist wirklich sehr viel Unsinn was du da zusammen geschrieben hast. Ich weiss auch nicht was man darauf antworten sollte – mir fehlen ganz einfach die Worte.

    Maja, wenn Mann / Frau mitreden möchte, sollte man zumindestens über entsprechende Grundkenntnisse verfügen. Sonst macht das ganze keinen Sinn.

    Also, nichts für ungut

    Beste Grüße

    Dieter



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    drohne - 02.08.2007, 10:53


    @ Bienen-Much

    Dieter, vorweg eine große Bitte, wir wollen den Umgang zwischen uns und in diesem Forum pflegen wie wir unsere Völker pflegen. Deshalb ersuche ich auf die Wahl der Worte besonders zu achten. Herzlichen Dank dafür.

    Zur Zucht:
    Wenn ich mir die Ergebnisse der öst. Belegstellen anschaue, zählt tatsächlich nur grau, also schöne Mamis der lieben Optik zu liebe, wie es eben auch diverse Tierzüchter mit Ihren Hunden, Katzen & Co handhaben. In letzter Zeit beginnen bei uns nun die Züchter offenbar zu rotieren, weil plötzlich bei den Nachkommen der Jungköniginnen die aus diesen Belegstellen kommen, immer mehr gelb/braun werden.

    Ver kurzem habe ich mit der Umweiselung begonnen, ich bin bereits gespannt wie die Nachkommen meiner Belegstellen begatteten Königinen sind. Selbstverständlich werde ich darüber sehr ausführlich berichten.

    Da frage ich mich nach wie vor, weshalb überhaupt noch Belegstellen und dieses Thema würde ich sehr gerne gemeinsam mit Euch erörtern.

    LG Josef



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Der Bienen-Much - 02.08.2007, 15:15


    Sorry, tut mir leid, mein Beitrag war wohl etwas sehr direkt. Mir standen beim lesen einfach nur die Haare zu Berge.

    Wens interessiert hier noch etwas zum Thema "Merkmalsuntersuchung"

    http://www.bienenzucht.de/merkmale/merkmale.htm

    Beste Grüße

    Dieter



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Sybill - 03.08.2007, 08:57


    Hallo,

    also, wie ich heute schon mal geschrieben habe, sollte man sich als Züchter schon generell mit den Zuchtkriterien auskennen bzw. Grundlagen darüber besitzten. Allerdings sollte es jedem frei sein, auf welche Kriterien er dann seine Zucht auslegt. Es gibt zB. in Österreich sehr erfolgreiche Züchter, die sich darauf spezialisiert haben, Bienen zu züchten die sich gegen die Varroa-Milbe wehren können. Hier wurde auf das Kriterium des Putztriebes speziell auf´s gegenseitige abbeißen der Milbe besonders Wert gelegt.

    Andere Imker, hier sollten eigentlich auch alle Belegstellenimker dabei sein, konzentrieren sich auf die Rassenspezifischen Merkmale wie Panzerfarbe, Harrlängen, Cubitalindex etc.

    Ich selber züchte mir einfach für mich "symbatische" Bienen. Ich lese in erster Linie nach Ertrag, Brutnest, Stechverhalten aus, aber trotzdem muß es ein äußerlich eindeutiges Carnica-Volk sein. Allerdings messe ich mir zB nicht den Cubitalindex aus. Das ist mir einfach nicht wichtig. Mein nach meinen Kriterien beste Volk meines Standes wird meine Zuchtmama !

    Jeder Imker muß seine, für sich wichtigen Bieneneigenschaften weiterzüchten. Denn man kann einen Erwerbsimker nicht zB mit einem 2 Volk Hobbyimker vergleichen.

    Belegstellen sind für mich sinnvoll, auch wenn es zu Fehlpaarungen kommen kann. Denn erstens, versuche ich trotz meiner mir symbatischen Bienen, die Rasse Carnica weiterzuzüchten, und außerdem finde ich es wichtig regelmäßig fremdes Genmaterial einzubringen. Es gibt Jahre da kaufe ich mir einige fremde Königinnen zu, heuer bin ich auf eine Belegstelle gefahren. Man sollte nicht unterschätzen, das wenn man immer wieder seine eigenen Bienen miteinander kreuzt, es plötzlich zu Fehlentwicklungen kommen kann ! Die Geschichte unserer Herrscherhäuser hat uns dies ja lebhaft demonstriert. :n118:



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Maja - 03.08.2007, 12:09


    @ Josef:
    Vielen Dank für deinen Aufruf zur Mäßigung! Aber es ist nicht schlimm, wenn in der Diskussion auch mal die Fetzen fliegen. Harte und herzliche Worte bin ich berufsbedingt gewöhnt. :-)

    Ich habe zugegeben etwas provokant auf Dieters Beitrag geantwortet, weil ich gedacht habe, daß er nun seine Ansichten zur Linienzucht vehement verteidigen und auch gute Gründe dafür anführen wird, so daß eine lebhafte Diskussion entsteht. Stattdessen der Rückzug in die Schmollecke: keine Ahnung usw., ich dachte, wir wollen hier unsere persönlichen Erfahrungen einbringen und fachlich diskutieren/streiten???

    Der Meinung von Sybill kann ich mich nur anschließen.

    Wenn jemand eine Bienenrasse rein züchten will, weil er von ihren guten Eigenschaften oder ihrer Schönheit überzeugt ist, braucht er dazu Belegstellen, da die Drohnen die Hälfte des Erbgutes liefern. Für diesen Zweck und auch für Kreuzungsversuche sind die gehaltenen reinerbigen Drohnenvölker notwendig. Die Auswirkung von selbstgezogenen und auf die Belegstelle geschickten Königinnen eines Freizeitimkers auf die Leistungsfähigkeit seiner nie ganz reinerbigen Völker ist meiner Meinung nach zweifelhaft.

    Ein wichtiger Grund, die Imkerei wieder vom Kopf ("elitäre ´Geheime´ Zuchtwissenschaft") auf die Füße (dörfliche Nutztierhaltung) zu stellen:

    Es ist (zumindest in Deutschland) fünf vor 12. Die Imkerschaft ist hoffnungslos überaltert, in den Imkervereinen dominieren Pensionäre und bringen das Durchschnittsalter der Mitglieder auf 60, 70 Jahre. Es werden zu wenig neue Imker gewonnen, also wird in absehbarer Zeit auch niemand die Völker der Altimker übernehmen. Die Zahl der gehaltenen Bienenvölker sinkt, mit allen Folgen für Natur und Landwirtschaft.
    Neben den widrigen gesellschaftlichen Umständen, die die jüngeren Leute zwingen, "Wanderarbeiter" zu werden, trägt nicht zuletzt die unnötige Verkomplizierung der Bienenhaltung dazu bei, potentielle Jungimker abzuschrecken. Unsere Nachbarskinder finden Bienen äußerst "uncool" weil schwierig zu handhaben.
    Sicher ist die Bienenhaltung nicht so einfach wie die von Kaninchen und Hühnern und man muß anfänglich mehr lernen.

    *Vorsicht, satirische Übertreibung!*
    Aber was blüht dem angehenden kleinen Imker, wenn er in einen Verein mit älteren Herren gerät, die gern schöne graue Bienen züchten und darüber unter Zuhilfenahme vieler Fremdwörter heftig streiten? Er ist maßlos überfordert und läuft gleich wieder davon.

    So gewinnt man keinen Nachwuchs.
    Ich bin froh, die Imkerei bei meinem Vater (wie ich noch nie vereinsgebunden gewesen) gelernt zu haben. Kurz, schmerzlos und pragmatisch, ohne dabei das Grundlagenwissen über das Leben und die Entwicklung der Bienen zu vernachlässigen. Genauso erfolgt bei ihm und mir die Auslese der nachzuchtwürdigen Königinnen. Nennenswerte Völkerverluste im Winter hatten wir daher noch nie zu beklagen.

    Ich denke, daß unter den Imkern ein Umdenken einsetzen muß: wir brauchen eine robuste mitteleuropäische Biene (ich sage mit Absicht nicht: Rasse), die neben einem guten Ertrag auch mit unserem Klima sowie mit dem zeitweise (durch die Landwirtschaft bedingten schlechten) Trachtangebot klarkommt und sich gegen die Varroa zu wehren weiß oder sie wenigstens toleriert. Dazu sollten diese Bienenvölker sich auch bei Standbegattung und einfacher Auslese durch den Imker nicht wesentlich verschlechtern. Sicher muß man dabei dann Abstriche bei der Sanftmut machen, denn Vitalität und wenig Abwehrtrieb passen nicht zusammen. Zur Auslese dieser Bienen kann jeder Imker auf seinem Stand einen Teil beitragen, indem er nur von guten Völkern nachzieht. Die genetische Vielfalt der Bienen wird damit nicht so sehr beschnitten, wie bei Reinzucht. Man sollte dieses Feld nicht allein Züchtern oder Bieneninstituten überlassen, sonst ist man letztendlich von deren Ergebnissen abhängig wie der Bauer von seinem Saatgut-Dealer.
    Den angehenden Imkern muß man ein solides Basiswissen und eine einfache zeitsparende Arbeitsweise - sei es im Bienenhaus oder Magazin - vermitteln, die Erfolgserlebnisse bringt.
    Sonst haben wir bald keine Bienen und Imker mehr und das Thema Reinzucht erledigt sich von selbst!

    Viele Grüße

    Maja



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Sybill - 03.08.2007, 14:48


    Maja hat folgendes geschrieben:
    Der Meinung von Sybill kann ich mich nur anschließen.
    Maja

    Danke

    Maja hat folgendes geschrieben:
    Es ist (zumindest in Deutschland) fünf vor 12. Die Imkerschaft ist hoffnungslos überaltert, in den Imkervereinen dominieren Pensionäre und bringen das Durchschnittsalter der Mitglieder auf 60, 70 Jahre. Es werden zu wenig neue Imker gewonnen, also wird in absehbarer Zeit auch niemand die Völker der Altimker übernehmen. Die Zahl der gehaltenen Bienenvölker sinkt, mit allen Folgen für Natur und Landwirtschaft.
    Neben den widrigen gesellschaftlichen Umständen, die die jüngeren Leute zwingen, "Wanderarbeiter" zu werden, trägt nicht zuletzt die unnötige Verkomplizierung der Bienenhaltung dazu bei, potentielle Jungimker abzuschrecken. Unsere Nachbarskinder finden Bienen äußerst "uncool" weil schwierig zu handhaben.
    Sicher ist die Bienenhaltung nicht so einfach wie die von Kaninchen und Hühnern und man muß anfänglich mehr lernen.

    *Vorsicht, satirische Übertreibung!*
    Aber was blüht dem angehenden kleinen Imker, wenn er in einen Verein mit älteren Herren gerät, die gern schöne graue Bienen züchten und darüber unter Zuhilfenahme vieler Fremdwörter heftig streiten? Er ist maßlos überfordert und läuft gleich wieder davon.

    So gewinnt man keinen Nachwuchs.
    Ich bin froh, die Imkerei bei meinem Vater (wie ich noch nie vereinsgebunden gewesen) gelernt zu haben. Kurz, schmerzlos und pragmatisch, ohne dabei das Grundlagenwissen über das Leben und die Entwicklung der Bienen zu vernachlässigen. Genauso erfolgt bei ihm und mir die Auslese der nachzuchtwürdigen Königinnen. Nennenswerte Völkerverluste im Winter hatten wir daher noch nie zu beklagen.
    Maja
    Maja hat folgendes geschrieben:
    Den angehenden Imkern muß man ein solides Basiswissen und eine einfache zeitsparende Arbeitsweise - sei es im Bienenhaus oder Magazin - vermitteln, die Erfolgserlebnisse bringt.
    Maja

    Also, dan bin ich sofort bei Dir. Auch bei uns ist die Situation die selbe - Imker ist bei uns eine aussterbende Rasse. Wenn es junge Imker gibt, wird der Bienenstand meist erwerbsorientiert betrieben.

    Ich glaube das Thema ist sehr groß, ich werde, Dein Einverständnis vorausgesetzt, mit obigen Quote einen neuen Thread aufmachen.

    Maja hat folgendes geschrieben:
    Ich denke, daß unter den Imkern ein Umdenken einsetzen muß: wir brauchen eine robuste mitteleuropäische Biene (ich sage mit Absicht nicht: Rasse), die neben einem guten Ertrag auch mit unserem Klima sowie mit dem zeitweise (durch die Landwirtschaft bedingten schlechten) Trachtangebot klarkommt und sich gegen die Varroa zu wehren weiß oder sie wenigstens toleriert.
    Maja

    Aber brauchen wir wirklich nur eine robuste mitteleuropäische Biene ? Kann den nicht die Carnica neben der Buckfast, Lingustica und auch "selbsterzeugte" Mischungen bestehen. In der Natur existiert normalerweise auch nicht nur eine Rasse. Besonders die Rassenvielfalt kann uns doch in der Zukunft die Sicherheit geben, das es für jeden "Imkertopf" den passenden "Bienendeckel" gibt. Natürlich wird es immer wieder Vermischungen der Rassen geben, aber auch das ist doch in der Natur normal und sogar gewünscht. Wenn sich die Meschen nicht den Honigbienen angenommen hätten, hätten wir in unseren Regionen nicht nur die Carnica sondern sicher auch die dunkle Mellifera und wahrscheinlich auch noch viele anderen Rassen aus den benachbarten Regionen.
    Wenn Du sagst robuste mitteleuropäische Biene denke ich sofort an die Buckfast. Ich kann mir gut vorstellen, das diese Biene Deinen Ansprüchen gerecht wird. Weiters glaube ich auch, das sie sich in den nächsten Jahre weiter ausbreiten wird. Aber ich glaube nicht, das sie alleine existieren wird - sondern wir mit obiger Vielfalt und den daraus resultieren Problemem als auch Vorteilen leben werden müßen.



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Der Bienen-Much - 03.08.2007, 16:58


    Zitat: Stattdessen der Rückzug in die Schmollecke: keine Ahnung usw., ich dachte, wir wollen hier unsere persönlichen Erfahrungen einbringen und fachlich diskutieren/streiten???

    Ach was, so schnell haut mich nichts mehr um. Ich habe in der Vergangenheit schon genug Prügel bezogen, weit unter der Gürtellinie und weitab jeglicher Geschmacksnerven. Wir kommen aus dem Osten und das heisst im Klartext - "Wir sind hart, aber herzlich". Und schmollen tun wir gleich recht nicht. Warum denn auch? Wer A sagt, muss auch B sagen.

    Zurück zum Thema.
    Ich halte nach wie vor an den Belegstellen fest. Wie bereits erwähnt, sind die Belegstellen bei uns in Sachsen noch relativ sicher. In anderen Landesteilen sieht es dagegen schon ziemlich düster aus. Nicht umsonst kommen jedes Jahr immer mehr "Wessis" auf unsere Belegstellen. Es ist halt so: "Im Osten geht die Sonne auf - im Westen geht sie unter". Oh Gott, hoffentlich bekomme ich wegen meiner Formulierungen nicht schon wieder die Gelbe Karte von Josef. --- Spaß beiseite.

    Ich gebe auch der Carnica eine Zukunft. Bei uns in der Nachbarschaft wohnt ein Berufsimker mit annähernd 200 Völkern. Ich habe ihn mal gefragt, warum er eigentlich keine Buckfastbienen hat, die sollen doch angeblich Tonnen von Honig bringen?

    Seine Antwort: Klar bringen die Honig! Wenn aber eine Tracht versagt, muss ich alles wieder reinfüttern. Die Riesenvölker fressen mir bei Trachtmangel die Haare vom Kopf. Das nächste ist die Zucht, bei einer Hochleistungsbiene wie ich sie habe, wäre ich immer an eine Belegstelle oder Vermehrungsbetrieb gebunden. Da ist nicht viel zu machen mit Standbegattung oder mal so eben nachziehen lassen, die brauchen immer und ewig das Ausgangsmaterial, sonst spaltet sich das Material auf. Und noch eins, die Königinnen sind nicht gerade billig - ich bin kein Millionär. Die Carnica lässt sich ganz einfach züchterisch bearbeiten. Die kann ich, übertrieben gesagt, mit der Hand formen. Das kann ich mit der Buckfastbine nicht veranstalten. Und lass dir nicht immer erzählen, dass die Buckfastbiene so viel mehr Honig bringt - das ist Quatsch. Das werden riesengroße Völker mit ebenso viel Brut, die wollen "befeuert" werden. Was ich im Sommer ernte, muss ich im Herbst wieder zurück geben, die brüten bis zum bitteren Ende. Die Carnica überwintert hingegen mit kleineren Einheiten, braucht viel weniger an Winterfutter und hört vor allem sehr zeitig auf zu brüten - Varroa - du verstehst! Soweit die Aussage eines Carnica- Berufsimkers aus meiner Nachbarschaft.

    Kleiner Nachtrag
    Ich persönlich kann mir kein Urteil zur Buckfastbiene erlauben - ich habe keine und werde mir auch keine anschaffen. Ich respektiere jeden Imker, gleichwohl was er für Bienen pflegt. Solange er nicht mein Nachbar ist oder werden möchte, ist mir das ganze relativ egal.

    So, das wars vorerst aus der "Schmollecke".

    Beste Grüße

    Dieter



    Re: Belegstellen in heutiger Zeit Sinn, oder bereits Unsinn?

    Maja - 04.08.2007, 12:10


    @Sybill:

    Zitat: Aber brauchen wir wirklich nur eine robuste mitteleuropäische Biene ?

    Du hast recht, die Vielfalt sollte erhalten bleiben. Es war damit auch nicht eine einzige Bienenrasse gemeint, sondern regional aus den vorhandenen oder auch (wieder)eingeführten Bienenrassen ausgelesene Varianten, die mit den speziellen klimatischen und Trachtverhältnissen zurechtkommen. Da die Bienen genetisch bedingt anfällig gegen Inzucht sind, ist eine gute "Durchmischung" innerhalb dieser Auslesen vorteilhaft. Bei Standbegattung ist dann eine Anzahl von mehr als einem Imker im Flugradius der eigenen Bienen sicher von Vorteil - es sei denn, er mag solche Nachbarn nicht. ;-) Und womit man wieder beim Nachwuchsproblem wäre.

    @Dieter:

    Nicht, daß wir uns hier mißverstehen: ich habe keinesfalls etwas gegen Bienenzüchter oder die Carnica und ich kenne auch die Nachteile der Buckfastbiene bei uns, die eigentlich für das milde englische Seeklima gezüchtet wurde. Mit lauter Carnica-Imkern ringsum geht da natürlich nichts mit Standbegattung, wenn man diese Rasse halten will. Viele Berufsimker ziehen nebenbei Königinnen und können diese auch künstlich besamen. Damit lassen sich Fehlpaarungen sicher vermeiden und man muß somit auch nicht einen Imkerkollegen wegen seiner Nähe zur Belegstelle vor den Kadi ziehen.

    Die positiven Honigergebnisse der Einkreuzung solcher Bienen in die Carnica sind es auf jeden Fall wert, sich mit ihnen weiter zu beschäftigen. Wenn bei mir plötzlich Bienen mit gelben Ringen auftauchen, die sich sonst wie alle anderen Völker verhalten (also auch nicht die Haare vom Kopf fressen), aber mehr sammeln, werde ich doch nicht deren Königin abmurksen, sondern das Geschehen weiter beobachten.

    Viele Grüße

    Maja



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