Brummsel stellt sich vor

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  • Alle Beiträge und Antworten zu "Brummsel stellt sich vor"

    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 11.05.2013, 23:16

    Brummsel stellt sich vor
    Hallo,

    ich habe dieses Forum vor ein paar Tagen entdeckt, schon ein wenig gelesen und mich nun entschlossen, mich anzumelden.

    Ich weiß garnicht genau, ob ich so ein "richtiger" Messie bin.

    Ich beschreibs mal ein bißchen, was bei uns los ist. Unsere Wohnung ist nicht total zugemüllt oder vollgestopft. Wenn ich jedoch hier reinkomme, fühle ich mich nicht wohl, regelrecht erdrückt von allem, was hier zu tun ist. Dann setze ich mich oft einfach nur traurig aufs Sofa, spiele am Laptop und denke mir, morgen gehst du dann die Wohnung an, soviel ist es doch eigentlich nicht. Ich esse an manchen Tagen kaum etwas, damit das Chaos nicht noch größer wird und weil ich einfach zu träge und traurig bin. Die normalen Haushaltsdinge zu erledigen sind Schwerstarbeit für mich. In meinem Schlafzimmer stehen seit über einem halben Jahr Kartons rum, die ich aussortieren will. Mein Schlafzimmer nenne ich mittlerweile nur noch "das Chaoszimmer", und da wird dann auch noch reingepackt, was in Wohnzimmer und Kinderzimmer keinen richtigen Platz findet.

    Wenn ich hier so lese, was die meisten hier jeden Tag schaffen, macht mir das Angst. Ich habe Angst, es nicht zu schaffen, hier alles in den Griff zu bekommen. Aber da will ich auch hin. Ich möchte nicht mehr lethargisch auf dem Sofa hocken, es soll nicht noch schlimmer werden hier.

    LG, Brummsel



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Locki - 11.05.2013, 23:20


    Liebe Brummsel



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Pearl - 11.05.2013, 23:22


    Locki hat folgendes geschrieben: Liebe Brummsel


    :wave: Genau :hug:



    Re: Brummsel stellt sich vor

    ostermaus - 11.05.2013, 23:36


    Hallo Brummsel!
    Es scheint mir so, als wenn Du hier bei uns im Forum genau richtig gelandet bist.
    Jeder macht es so, wie sein eigenes Tempo es erlaubt. Wir möchten Dich nur motivieren! Und nach getaner Arbeit natürlich loben, auch wenn es noch so kleine Tatigkeiten waren. Ich wünsche Dir einen guten Start! :glueck:
    Den Anmeldepokal hast Du Dir schon mal verdient! :nr1:
    Ostermaus



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 11.05.2013, 23:49


    Danke für das herzliche Willkommen hier :)

    Uff, gerade meinen Haushaltszustand beschrieben..


    :(



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Messina - 12.05.2013, 10:41


    :herz: -lich Willkommen, liebe Brummsel mit zwei MM!
    Ich war irritiert, ne Brumsle haben wir doch schon? :gruebel:
    Nu muss ich immer bisschen aufpassen, dass ich euch nicht durcheinanderbringe... :)

    Du hast ja schon deinen Haushaltszustand beschrieben! :super:
    Diese Bestandsaufnahme fällt vielen besonders schwer. :shock:
    Dafür spendier ich dir schon mal paar :blume: und die passende "Vase" dazu! :nr1:

    Zitat: Wenn ich hier so lese, was die meisten hier jeden Tag schaffen, macht mir das Angst.
    Bitte vergleich dich nicht mit anderen, das macht nur unglücklich. :klug:
    Jeder hat sein eigenes Tempo, das auch von Tag zu Tag schwankt.
    Viele unserer Probleme hätten wir gar nicht, wenn wir gnädiger mit uns wären.

    Fühl dich wohl bei uns, und guck gern mal in diese Beiträge:

    Die 80/20-Regel
    http://www.iphpbb.com/board/ftopic-94135567nx64153-1157.html
    Und Beweise beseitigen
    http://www.iphpbb.com/board/ftopic-94135567nx64153-1402.html



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Kellervoll - 12.05.2013, 11:23


    Herzlich Willkommen BruMMsel! :blume:

    Du bist ich vor etwas mehr als einem Jahr ... :lol2:

    Ich war auch kurz irritiert, so wie Messinchen, eine Brumsel haben wir schon. ;)

    Mach es in DEINEM Tempo, Du wirst staunen wieviel man mit so ein paar Minuten jeden Tag erreichen kann! :D



    Re: Brummsel stellt sich vor

    kleinesach - 12.05.2013, 12:04


    Hallo und :prost:
    ich erkenne mich in folgendem Zitat wieder:

    Code: Dann setze ich mich oft einfach nur traurig aufs Sofa, spiele am Laptop und denke mir, morgen gehst du dann die Wohnung an, soviel ist es doch eigentlich nicht

    das war vor ca. 7 Jahren ... :dumdidum:

    bei den Klara's bin ich erst seit kurzem und es tut mir gut ...

    ich wünsch Dir viel Spaß und daß die Lebensfreude wiederkommt ... als erste Motiviationshilfe ein kleines Packerl: :pakete:



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 12.05.2013, 22:32


    Hallo Brummsel,

    herzlich willkommen hier.

    Das hätte ich schreiben können. Und schau mal, was da unten in meiner Signatur steht.

    Es gibt ein schönes "WarmUp": Wecker stellen, auf 5 Minuten oder 10 Minuten und in der Zeit "Beweise beseitigen".

    Ganz langsam einsteigen. Manchmal ist es eine erste kleine Ecke, ein kleiner Tisch .... ein Fenstersims ...

    Und nicht vergleichen bitte! Jede geht so voran, wie sie kann. Manchmal in Riesenschritten und dann wieder in Trippelschrittchen.

    Liebe Grüße
    Cleary



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 13.05.2013, 20:39


    Ich danke euch für eure Antworten und die Motivationshilfen. :)

    Auch an das Forumschreiben muß ich mich erst noch gewöhnen, daher bitte nicht böse sein, wenn ich erstmal etwas wortkarg hier bin. Ich werde es auch anfangs nicht schaffen, alles regelmäßig zu lesen.

    Erste Schrittchen für mich sind nun, ein regelmäßiges Schreiben in meinem Tagespensum und kleine Fortschritte in der Wohnung zu machen.

    Eure Brummsel



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Kellervoll - 14.05.2013, 18:29


    Liebes,
    keiner zwingt Dich zu schreiben und es erwartet auch niemand, dass Du täglich alles liest! ;)

    Schließlich soll es Dir helfen und nicht Deine Zeit stehlen! :D



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Mademoiselle Bagatelle - 20.05.2013, 12:07


    Hallo Brummsel,

    herzlich Willkommen auch von mir. :wave:


    Hast Du schon mal darüber nachgedacht ob Du vielleicht am Anfang einer depressiven Verstimmung stehen könntest?
    Vielleicht könntest Du das beim Arzt abklären, denn ein bisschen klingt es so als ob es so sein könnte (so aus der Ferne und mit weniger Information)

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft und setze Dich (wenn möglich) nicht so unter Druck. :)

    Liebe Grüsse
    Mlle Blle



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 25.05.2013, 23:48


    Hallo Mlle Blle,

    ja, da ist was dran mit der depressiven Verstimmung oder Depression bei mir. Bestimmt auch ein Grund, daß ich es nicht so schaffe, bei mir zuhause Ordnung zu schaffen. Und auch, daß ich es nicht schaffe, öfter zu schreiben.

    Dafür brauche ich keinen Arzt, ich habe mich stattdessen jahrelang selbst damit beschäftigt.

    Mit dem nicht so unter Druck setzen ist nicht so einfach, mein Alltagsleben erfordert ja einen gewissen Druck und da fällt es mir schwer, die Balance zu halten.

    LG,
    Brummsel



    Re: Brummsel stellt sich vor

    ostermaus - 26.05.2013, 00:16

    Work - life- balance
    "Work - life - balance" so nennt man es heute :klug: Ich versuche mich auch weitgehenst daran zu halten. Manchmal lassen die äußeren Umstände das leider nicht zu :(
    Ich wünsch Dir viel Erfolg dabei und daß es bei Dir weiter aufwärts geht! :cheer:
    Ostermaus



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Mademoiselle Bagatelle - 26.05.2013, 00:28


    Hm, ich weiß nicht ... beim Arzt geht es ja nicht nur um die Diagnose, sondern auch darum Dir zu helfen. :?:

    Ich habe mich ganz lang gesträubt zum Arzt zu gehen, solange bis ich wirklich komplett am Boden war. Das wünsche ich niemandem. :oops:

    Inzwischen erkenne ich die Zeichen und tue rechtzeitig etwas dagegen. Eine vernünftige und vorsichtige medikamentöse Behandlung kann da Wunder bewirken (das erstetzt natürlich keine Psychotherapie ist aber ein sehr wirksamer Anfang). Ich bin die letzte die vorschnell Medikamente nimmt (ich nehme nicht mal Aspirin ;) ) aber depressive Verstimmungen haben eben durchaus auch körperliche Ursachen und eine Depression ist eine ernste Krankheit.

    Bei einem gebrochenen Bein würde man ja auch nicht sagen, das heilt schon von selbst. :klug:



    Re: Brummsel stellt sich vor

    ostermaus - 26.05.2013, 00:40


    Oh ja, Md. Bagatelle!
    Mir ging es ähnlich wie Dir. Ich nehme z. ZT immer noch ein Medikament ein und mache eine erfolgreiche Therapie. Außerdem übe ich (leider?!) keinen Vollzeitjob mehr aus. Kräftemäßig bekommt mir das natürlich gut! :D:
    Ostermaus



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 28.05.2013, 23:12


    Ich war schon sehr lange nicht mehr bei einem Arzt. Ich kann doch nicht so schwerwiegende Dinge wie Depressionen jemandem anvertrauen, den ich nicht kenne und zu dem ich kein Vertrauen habe. Und schon garnicht nach meinen bisherigen Therapieerfahrungen..
    Medikamente gegen Depressionen würde ich auch nur nehmen, wenn es garnicht mehr anders geht. Auch sonst nehme ich nicht gerne Medikamente, nur wenn es nicht anders geht.

    Einen Vollzeitjob muß ich derzeit auch nicht machen, zum Glück.
    Das Pensum, was mein Job erfordert, schaffe ich soweit ganz gut, ich bin auch froh, daß ich einen Job habe.

    LG,
    Brummsel



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 29.05.2013, 02:01


    Erst mal herzlich Willkommen!

    Ich bin auch nich nicht lange hier, aber von habe ich gemerkt, wieviel Energie und Kraft man sich aus diesem Forum holen kann.

    Lass dich von der Motivation und der positiven Energie anstecken!

    Brummsel hat folgendes geschrieben: Ich kann doch nicht so schwerwiegende Dinge wie Depressionen jemandem anvertrauen, den ich nicht kenne und zu dem ich kein Vertrauen habe.

    Dass kann ich total gut nachvollziehen. Ich war ja schon soweit, dass ich bei einer Therapeutin saß und ihr mein Herz ausschütten sollte.
    Ich muss zugeben, dass das auch nichts für mich war und ist. Wie kann jemand, der mich überhaupt nicht kennt, verstehen was in mir und in meiner Seele vorgeht? Für ihn den Therapeuten bin ich doch eh einer von vielen. Ich versuche es auch ohne einen Therapeuten.

    Ichhabe auch versucht mich mit mir und dem Thema Depression zu beschäftigen. Was mir am Besten geholfen hat, die Ursachen für mein Verhaten zu erkennen, waren Gespräche mit allen meine Freunden und Familienmitgliedern, die mir am nächsten stehen.

    Zu hören, wie ich auf meine Umfeld wirke und wie mein Verhalten interpretiert wird, hat mir geholfen mich von einer neuen Seite zu sehen.

    Seien wir doch mal ehrlich. Die meisten von uns machen sich so viele Gedanken um sich selbst und dabei verklärt sich oft das Bild für's Wesentliche.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du deine Ziele schaffst. Stück für Stück und jeden Tag ein bisschen.



    Re: Brummsel stellt sich vor

    bibi blocksberg - 29.05.2013, 16:26


    Hallo,
    die letzten Tage hatte ich leider wenig Zeit, ich muß gerade so viel arbeiten :job:

    Nun habe ich ein wenig nachgelesen, und ich kann Euch nur raten:
    Laßt Euch helfen, erst mal vom Arzt, zum Hausarzt hat man ja normalerweise doch Vertrauen, man kann sich ihm doch anvertrauen, wenn man merkt, es funktioniert nichts mehr.
    Ich sehe das doch jeden Tag bei uns in der Praxis, meine Chefs haben Gott sei Dank ein Ohr für Sorgen und Ängste.
    Eine Psychotherapie ist auf eine Art ja auch ziemlich anstrengend, man muß sich öffnen, man muß bereit sein, sein Innerstes nach außen zu kehren.
    Natürlich muß die Chemie stimmen zwischen Patient und Therapeut, aber ich denke, jeder kann den richtigen oder die richtige finden.
    Jeder, der Psychotherapie kennt oder macht, weiß, daß es einem am Anfang erst mal so richtig besch.... geht, eher schlechter als besser.
    Da wird alles hervorgeholt, was man lange Zeit vergraben hat, nicht wahrhaben wollte.
    Ich denke mal, Freunde und Bekannte sind auch wichtig, aber sie können es oft nicht richtig beurteilen, warum man so ist wie man ist :klug:
    Therapie ist natürlich auch super anstrengend, man wird wütend, traurig, denkt oft "was fällt denn der ein, da geh ich nie wieder hin!" (ich spreche übrigens aus persönlicher Erfahrung)
    Ich bin meinem damaligen Chef bis heute sehr sehr dankbar, daß er mir die Therapie empfohlen hat, keine Medikamente, die kurz mal helfen, und alles ist wieder im grünen Bereich - nein, es hat Jahre gedauert, aber ich hatte Glück mit meiner Therapeutin.
    Ich bin bis heute nicht geheilt, ganz sicher nicht, sonst wäre ich ja nicht hier - aber ich kann mein Leben wieder meistern :super:
    Es gibt noch oft auch schlechte Tage - Tiefs - :(
    aber - und das ist für mich das Wichtigste - ich habe gelernt, damit umzugehen, es gibt auch wieder bessere Zeiten, dann schaffe ich wieder mehr -
    Also, laßt Euch helfen, einen großen Schritt habt Ihr ja schon gemacht:
    Ihr seid bei Klara gelandet :tanzen: :yeah:

    Bibi :wave:



    Re: Brummsel stellt sich vor

    tranquilla trampeltreu - 29.05.2013, 17:18


    Hallo Brummsel,

    Therapie ist sicher ein ganz individueller Weg, es gibt viele unterschiedliche Angebote und viele unterschiedliche Typen von Therapeuten.

    Ich will Dir einfach nur Mut machen, weiter zu suchen und zu testen, was Dir gut tut und Dich vorwärtsbringt.

    Ich habe zum Teil haarsträubende Erfahrungen mit Behandlern gemacht, aber eben auch völlig andere, sehr hilfreiche.

    Ich persönlich wäre heute niemals an dem Punkt, an dem ich stehe, ohne professionelle Hilfe. Weil das eine Art von Hilfe ist, die ein privater Kontakt oder ein Freund niemals leisten kann und sollte.

    Wie kann jemand, der mich überhaupt nicht kennt, verstehen was in mir und in meiner Seele vorgeht? Für ihn den Therapeuten bin ich doch eh einer von vielen.

    Natürlich kennt man sich zunächst nicht und muss erst Vertrauen fassen, um sich richtig zu öffnen. Aber gerade die "unpersönliche" Beziehung, bzw. dass der Therapeut jemand ist, der mit mir privat nichts zu tun hat, macht vieles leichter. So kann man an Themen heran, die eine nahestehende Person völlig überfordern würden, und mich im Kontakt mit jemandem, der mir nahesteht, auch.

    Und das Gefühl, ich wäre nur "eine von vielen" hat mir keiner meiner Langzeit-Therapeuten gegeben. Sollte das so sein, dann wäre es für mich eh nicht die richtige Patienten-Therapeuten-Beziehung.

    Aber egal auf welchem Weg,
    ich wünsche auch Dir gutes Vorankommen, mit dem Du Dich besser fühlst.

    Liebe Grüße

    trampeltreu



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Messina - 29.05.2013, 17:22


    Brummsel hat folgendes geschrieben: Ich kann doch nicht so schwerwiegende Dinge wie Depressionen jemandem anvertrauen, den ich nicht kenne und zu dem ich kein Vertrauen habe.
    Na ja, wenn du eine schwierige OP vorhast, ist das ja auch nicht harmlos,
    und oft hat man keine andere Möglichkeit, als zu vertrauen.
    Zitat: Und schon garnicht nach meinen bisherigen Therapieerfahrungen..

    Das kann ich nachvollziehen, ich hatte mal eine traumatische Sitzung bei einer so kühlen Therapeutin,
    dass ich lange Zeit auch nicht bereit war, einen neuen Versuch zu starten.

    Damit hab ich mir leider selbst nicht gut getan, und musste erst einen völligen Zusammenbruch erleben,
    bis ich mich wieder getraut habe.
    Hoffentlich muss es bei dir nicht so weit kommen! :knuddel:



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Kellervoll - 29.05.2013, 19:59


    Ich kann den Vor-Rednerinnen nur zustimmen - manchmal muss man einfach jemandem vertrauen. Hätte ich dieses Vertrauen nicht gehabt, hätte ich bestimmt nicht zugelassen, dass man mir in Vollnarkose den gesamten Kiefer aufschneidet und einfräst und an zwei Stellen bricht. :roll:

    Ich hatte das Vertrauen, obwohl ich den Arzt erst dreimal gesehen hatte. Aber er war mir sympathisch, hat alle meine Fragen beantwortet und ist auf mich eingegangen. Da konnte ich meinen Kiefer (und irgendwie auch mein Leben) in seine Hände legen ... (urgs, wie pathetisch) ;)

    Nach meinem Burn-Out bin ich erst mal beim Hausarzt gewesen und habe ihn gebeten mich krank zu schreiben, weil ich die Befürchtung hatte, dass es ein Burn-Out sein könnte. Dann sind knapp 2 Wochen vergangen und ich habe mich an eine Psychiaterin gewendet, Antidepressiva wollte ich doch lieber vom Facharzt! Die war sehr nett und hat nicht viel gefragt, sie wollte etwas über die Situation wissen und hat mir dann sehr liebevoll aber bestimmt erklärt es würde nicht ohne Medikamente gehen. Ich solle mich darauf einlassen, damit die Symptome gedämpft werden. Ausgeschlafen und ohne die Gedankenspiralen könne ich lernen mit meinen Problemen umzugehen, ohne diese Notbremse wäre ich weiterhin in der Überforderungssituation und könnte aus dieser heraus nicht mehr aus eigener Kraft und eigenem Willen agieren. :roll:
    Ich habe fast ein Jahr Antidepressiva genommen und es ist tatsächlich so, dass ich nach einigen Wochen wieder Mut und Kraft schöpfen konnte. Ich habe mich selbst wieder gefunden.

    Zwischenzeitlich habe ich auch das eine oder andere Buch über Depressionen gelesen (Josef Giger-Bütler hat da einiges herausgebracht) und konnte manche Ursache finden und mich bewußt davon befreien.

    Wenn ich damals nicht die Medis genommen hätte, wäre die Sache wahrscheinlich früher oder später so eskaliert, dass ich Euch heute nicht mehr davon berichten könnte. :(

    Ich würde heute wieder den Weg zum Facharzt wählen, denn eine ausgewachsene Depression gehört einfach in die richtigen Hände. Meinen Kiefer habe ich ja auch nicht vom Hausarzt, sondern vom Kieferchirurgen operieren lassen.



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 29.05.2013, 23:13


    Ich habe garkeinen Hausarzt :(

    Ich danke euch allen für das Mitteilen eurer Erfahrungen. :)



    Re: Brummsel stellt sich vor

    bibi blocksberg - 30.05.2013, 09:42


    Hallo Brummsel,
    ich dachte nur, ein Hausarzt ist so eine erste Anlaufstelle - so wie Kelly geschrieben hat - der kann erst einmal "Erste Hilfe" leisten, wenn es mal wirklich brennt - etwa krankschreiben, wenn man berufstätig ist. Einen Termin beim Facharzt bekommt man ja nicht so schnell. Außerdem gibt es ja hier bei uns z.B. - ich wohne ziemlich ländlich - die Therapeuten nicht wie Sand am Meer, und leider auch nicht so viele Fachärzte, wie man sie eigentlich bräuchte. Deshalb dauert es hier manchmal Monate, bis man einen Platz bekommt.
    Ich arbeite ja in einer Arztpraxis und habe sehr nette Chefs, die sich z.B. sehr darum bemühen, einen möglichst frühen Termin f. die fachärztliche Behandlung eines Pat. zu bekommen, wenn er so verzweifelt ist.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel viel Kraft, aber laß Dir helfen
    Bibi :wave:



    Re: Brummsel stellt sich vor

    ostermaus - 30.05.2013, 10:19

    ärztliche Hilfe
    Guten Morgen Brummsel!
    Bibi hat geschrieben: "Ich wünsche Dir weiterhin viel viel Kraft, aber laß Dir helfen!"
    Dem möchte ich mich anschließen.
    Ich bin froh, daß ich in ärztlicher Bahandlung bin, Medikamente nehme, Therapie mache und das Schlimmste überstanden habe!
    Alles Gute für Dich :blume:
    Ostermaus



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Anonymous - 30.05.2013, 18:59


    Ich bin da glaube ich ziemlich dickköpfig geworden, lehne ärztliche Hilfe ab und wurstle mich lieber selbst durch. Nicht schimpfen mit mir bitte! :)

    Insgesamt geht es mir zur Zeit eigentlich recht gut, auch wenn ich noch viele Baustellen habe, wo ich mal jammern muß und Hilfe brauche.

    Ich jammere gleich in meinem Tagespensum.. ich weiß gerad garnicht ob mir zum Lachen oder Weinen ist :?



    Re: Brummsel stellt sich vor

    ostermaus - 30.05.2013, 23:00


    Ich schimpfe auch nicht mit Dir! Entscheiden kannst Du das nur für Dich allein. Und nur wenn man das auch selbst möchte, hat es einen Sinn.
    Schön, daß Du auch Leute (Familie, Freunde) hast, mit denen Du gut reden kannst. Das ist auch wichtig. Allein die Akzeptanz der anderen tut schon gut.
    LG Ostermaus :love:



    Re: Brummsel stellt sich vor

    Waldtroll - 05.06.2013, 03:33


    Hallo Brummsel,

    schöner Name :herz:
    und herzlich willkommen.

    noch jemand mit Depressionen.... uff, ich hab grad das Gefühl, in einem Forum für Depressive zu sein ;)

    Ich hatte gerade die Tage zwei Gedanken.

    Zum einen zu Antidepressiva. Zum anderen zu Depressionen selbst.

    Antidepressiva verglich jemand mit einer Brille. Du gehst ja auch zum Augenarzt, wenn du schlecht siehst, also lässt du dich auch behandeln, wenn du depressiv bist.
    War so seine Logik, als er eine Freundin überzeugen wollte, Medis zu nehmen.

    Nun kam ich da ins Straucheln. Der Augenarzt misst, berechnet, analysiert, diagnostiziert und verschreibt dann genau die passende Brille oder Kontaktlinsen.

    aber bei Depressionen? Wird da etwa der Serotoninspiegel gemessen, die Abbaugeschwindigkeit, das Neurotransmittersystem durchleuchtet, analysiert, dananch eine genaue Diagnose gestellt und das passende Medikament verschrieben?

    Nö, also mein Neurologe hat nur mit mir gesprochen. Medis gab er mir zum Testen, vertrug ich nicht, Feierabend. Beim zweiten Mal zwei Jahre später sah er keine Notwendigkeit mehr für Medis.

    Also geht es bei Psychopharmaka doch eher nach dem try & error Prinzip. Das würde zumindest erklären, weshalb es bei vielen so ewig dauert, bevor die ein passendes Medikament finden, das dann auch noch richtig eingestellt werden muss. Beim Optiker hab ich das noch nicht erlebt, dass ich erst 50 Brillen drei Monate testen muss, um die richtige herauszufinden :lol2:

    Der Patient ist eher Versuchskaninchen als dass der Arzt weiß was er tut.

    Schon deshalb lehne ich Antidepressiva ab. Sind mir zu ungenau, spekulativ und letztlich bin ich damit auch nicht ich selbst.

    Ich glaube da schon an die Selbstheilungskräfte des Körpers. Sonst müsste man ja von Geburt an depressiv sein, falls das Serotoninsystem tatsächlich dauerhaft defekt wäre.

    Zweitens Depression.
    Ich hab mal gelernt, Depressionen sind Krisenmanagement des Körpers und ein Überlebensvorteil. Sie hemmen den Antrieb in den kalten Monaten und so kann der Körper Energie sparen und eventuelle Hungersnöte besser überstehen.

    Weshalb das bei einigen so aus dem Ruder läuft... ist nicht bekannt.
    Vielleicht ist dieser Mechanismus bei uns nicht ganz so gut optimiert, so dass wir aus einer winterlichen Trägheit nicht mehr herausfinden. Oder es ist ein genetischer Defekt, so wie die Menschen ja auch unterschiedlich belastbare Herzen oder andere Organe haben.

    Jedenfalls müsste man erstmal richtig an die Ursachen ran, um da effektiv was bewirken zu können, das über Versuche hinausgeht.

    Dass es eine Veranlagung gibt, scheint mir wahrscheinlich, da sich Depressionen auch in bestimmten Familien häufen. Das könnte aber auch wiederum an der Erziehung und Prägung liegen.



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