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Re: Terminologie
ladyofpain - 15.05.2004, 13:11Terminologie
Daltilon-System: Terminologie
Hier möchte ich die bisherige Terminologie des Daltilon-Systems zur Diskussion stellen. In der ersten Auflage habe ich folgende Ausdrücke verwendet:
Erzähler: Der „Spielleiter“ (AD&D) oder „Meister“ (DSA), welcher den Spielverlauf leitet. Ich habe den Ausdruck Erzähler gewählt, weil er den Schwerpunkt weniger auf die „Überordnung“ gegenüber den „einfachen Spielern“ richtet, sondern vielmehr die – in meinen Augen – wichtigste Aufgabe dieses Spielers in den Vordergrund stellt: Das Erzählen.
Helden: Diese Bezeichnung wird meines Wissens auch bei DSA verwendet, AD&D kennt hierfür nur den Ausdruck „Spieler“. „Helden“ trifft den Kern der Sache eher, da damit einerseits an die Mythologie erinnert wird, in der stets der Held im Mittelpunkt des Geschehens steht, und andererseits den Spielern gleich zu beginn klar gemacht wird, dass sie es sind, die das Schicksal in Händen halten. Man könnte hier alternativ auch den Ausdruck „Hauptrollen“ wählen, wenn man das ganze eher unter einem dramaturgischen Gesichtspunkt sehen möchte, oder „Abenteurer“, wenn „Helden“ zu hochfahrend klingt. Die Wahl dieses Terminus ist wohl eng mit dem Thema „Was sind Helden?“ verknüpft.
Anmerkung: Die beiden Ausdrücke „Helden“ und „Erzähler“ gelten sowohl für die Spieler selbst, als auch für ihre Charaktere im Spiel, hier wird also keine Unterscheidung getroffen. Das Äquivalent des Herrscherrollenspiels zu den Helden ist „Herrscher“.
Funktionen: Dieser technische Terminus stammt eigentlich nicht von mir, sondern aus C.G. Jungs „Psychologischen Typen“, an welche angelehnt ich die Grundzüge des Daltilon-Systems erstellt habe. Die „Funktionen“ sind etwa mit den „Attributen“ aus AD&D zu vergleichen. „Funktionen“ trifft es meiner Ansicht nach etwas besser, da dadurch Stärke, Intelligenz, Geschick usw. nicht zu etwas werden, was man hat, sondern was man ist, die Funktionen des eigenen Körpers und Geistes eben.
Eigenschaften: Dieser – zugegebenermassen etwas unglückliche – Ausdruck soll die körperlichen und geistigen „Zustände“ zusammenfassen. Hierunter fallen Gesundheit, Ausdauer, Geisteskraft und Lust, welches sämtlich Dinge sind, die man nicht „einsetzen“ kann, sondern die eben Zustände sind. Vielleicht fällt dem einen oder der anderen ja eine bessere Bezeichnung dazu ein.
Fähigkeiten: Dies sind sämtliche Dinge, die der Held „kann“, also erlernt hat oder wozu er ein Talent besitzt. Hierunter fallen so handwerkliche Dinge wie Schmieden und Kochen ebenso wie das Anwenden von Magie und der Gebrauch verschiedener Waffen. AD&D nennt sie „Fertigkeiten“ (wobei jedoch Magie nicht darunter fällt).
Klassen: Der „Beruf“ des Helden, also Kämpfer, Magier, Druide usw. Habe ich 1 zu 1 aus AD&D übernommen.
Rasse: Ebenfalls aus AD&D übernommen. Vielleicht könnte man hierfür einen anderen Ausdruck verwenden, der weniger an bestimmte Geschichtsepochen erinnert.
Erfahrungspunkte: Der Rollenspielausdruck schlechthin, DSA nennt sie „Abenteuerpunkte“, ist aber dasselbe. Auch wenn ich die Erfahrungspunkte etwas anders handhabe, wurde doch die Bezeichnung beibehalten. Mit ihnen können die Funktionen erhöht werden.
Übungspunkte: Dasselbe wie die Erfahrungspunkte, jedoch steigern Übungspunkte die Fähigkeiten. Ich habe mich entschieden, verschiedene Ausdrücke dafür zu verwenden, um die beiden auseinander halten zu können.
Schicksalswurf: Der Wurf auf dem W12, wobei die Regeln zum 12er und 11er Wurf zur Anwendung kommen. Ich wollte dafür nicht einfach „Wurf auf W12“ nehmen, sondern einen bestimmten Ausdruck einführen, um deutlich zu machen, dass einerseits eben die Regeln zu Glück (12) und Pech (11) anzuwenden sind, und andererseits um die zentrale Stellung des W12 im Spiel hervorzuheben.
Explanatio: Für diese Regel habe ich den lateinischen Ausdruck für „Erklärung“ verwendet, weil ich damit deutlich machen wollte, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Regelmechanismus handelt.
Fixwert: Ebenfallls ein Regelmechanismus wie die Explanatio, für den ich eine halblateinische Bezeichnung gewählt habe. Bei diesen beiden Termini könnte man darüber nachdenken, eine angemessene deutsche Benennung zu nehmen.
Protokolle: Eigentlich ein Bericht, oder besser eine Erzählung von den Ereignissen des Monats im Herrscherrollenspiel. Die Bezeichnung „Protokoll“ hat sich noch aus dem Vorgängersystem Daltilons eingebürgert.
Waffenfähige Männer: Die wirtschaftsrelevante Einwohnerzahl, dient als Grundlage der Steuerberechung und als Übersicht über die Kämpfer im Kriegsfalle (daher die Bezeichnung). Hier wäre ich über einen anderen Ausdruck sehr froh, mir selbst ist jedoch noch nichts eingefallen. Man könnte alternativ etwa „Familien“ sagen, wobei allerdings der kriegerische Bezug verloren ginge, oder „Arbeitskräfte“.
l/o/p
Re: Terminologie
Carus deLowa - 27.05.2004, 10:48
Einige Fragen / Anmerkungen von meiner Seite:
Den Begriff Explanatio / Fixwert verwendest du wann? Bei allen anderen Begriffen ist dies ja erklärend hinzugefügt?
Wahrscheinlich zeig ich mit der Frage auch nur, das ich meine Unterlagen noch nicht so ganz durch habe ... 8)
Für waffenfähige Männer wäre Untergebene vielleicht ein Ausdruck. Kommt drauf an, vielleicht sollte man speziell im Herrscherrollenspiel differenzieren, zwischen Steuerpflichtigen und Waffenfähigen? Gibt ja auch Länder / Städte, in denen nicht nur die Männer zur Kasse gebeten werden! :wink:
Gruss
deLowa
Re: Terminologie
ladyofpain - 27.05.2004, 21:23
Seid gegrüßt, Gildenältester!
Die Explanatio ist eine Bezeichnung für die Regel, dass jeder Spieler die Entscheidung des Erzählers, was Schwierigkeitswerte für Funktions- und Fertigkeitswürfe angeht, hinterfragen kann. Wenn ein Spieler die Explanatio verlangt, so muss der Erzähler darlegen, weshalb er für diese Situation diesen und jenen Schwierigkeitswert für angemessen erachtet. Allerdings kann der Erzähler aus spieltechnischen Gründen die Explanation hinausschieben, wenn dem Spieler dadurch Dinge mitgeteilt würden, die er noch nicht wissen soll.
Der Fixwert ist die Richtlinie der Schwierigkeitswerte wie im Regelwerk dargelegt. Hier werden Handlungen in die abstrakten Begriffe "einfach", "schwer", "sehr schwer" usw. eingeteilt und diesen Schwierigkeitsstufen Punktewerte zugeordnet, so dass der Erzähler einen Anhaltspunkt hat, welche Schwierigkeit er für eine bestimmte Situation festlegen soll, und nicht der eine eine schwierige Situation mit 45 Punkten bewertet, der andere mit 60. Daher Fixwert.
Zu den wM: Ich wollte das Daltilon-System, sowohl Helden- als auch Herrscherrollenspiel, so einfach halten wie möglich. Daher habe ich die waffenfähigen Männer als eine "wirtschaftliche Grundeinheit" eingeführt. Ein waffenfähieger Mann steht stellvertretend für die Produktivkraft seiner gesamten Familie (also Frau, Kinder, waffenunfähige Eltern und Großeltern, usw.) Um ihre Anzahl zu bestimmen, bin ich folgendermaßen vorgegangen: Etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung sind Männer, die andere Hälfte Frauen. Ein Drittel aller Männer sind zu jung, ein Drittel zu alt um zu Kämpfen. (Das ist eine abstrakte Schätzung; tatsächlich dürften etwa 3/6 zu jung und 1/6 zu alt sein, in toto gleicht sich das jedoch etwa aus.) Bleibt ein Drittel der Männer, also ein Sechstel der Gesamtbevölkerung als Waffenfähige.
Diese waffenfähigen Männer bilden nun auch die Basis für die Steuerberechnung, also auch die "Steuerpflichtigen", wobei das allerdings auch nicht konkret gesehen werden darf, denn tatsächlich zahlt ein wM nicht nur seine Steuern, sondern die Steuer für seine gesamte Familie. Somit verdoppelt sich auch nicht einfach die Steuer, wenn man die Frauen mitbesteuert, wie Ihr sicher wisst. Dadurch würden zwar die "Steuerpflichtigen" verdoppelt, das "zu versteuernde Einkommen" jedoch halbiert, was auf das Gleiche hinauskommt.
Im Übrigen möchte ich auch vermeiden, die Anzahl der Termini und Regeln über die Notwendigkeit hinaus zu vermehren.
l/o/p
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