some byron, shelley and keats

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    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 13.07.2007, 12:53

    some byron, shelley and keats
    jane campion (das piano, portrait of a lady) dreht einen neunen film... das sagt zumindest eine zeitung am hamburger bahnhofskiosk. und imdb bestätigt...

    darin zu finden: ben wishaw (grenouille, demnächst sebastian flyte und auch bob dylan) als john keats und abbie cornish (demnächst elizabeth throckmorton in "elizabeth - the golden age") als seine junge geliebte/kurzzeitig angelobte fanny brawne.

    das machwerk (von campion selbst geschrieben) hört bisher auf den titel "bright star" und befaßt sich mit eben der romanze zwischen dem poeten keats und fanny brawne, die für alle seine liebesgedichte verantwortlich sein dürfte. die verlobung war schon in tüten, als sie wegen keats schlechtem gesundheitszustand (was wars? TBC?) wieder gelöst wurde und selbiger kurz darauf/5 jahre später in italien mit mitte 20 verstarb. na, denn bin ich mal gespannt, wie daraus n ganzer langer film wird...



    hier ist der link zum wikipedia eintrag. von euch hat nicht zufällig jemand mal einen blick in die furchtbar skandalöse korrespondenz zwischen keats und brawne geworfen, oder? würde mich ja schon interessieren, was sich damals so den titel skandalös verdiente...



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 04.10.2007, 17:53


    Anna ist mal wieder ein wenig Wischiwaschi, was den Titel des Threads angeht :wink:, so nutze ich die Gelegenheit, ein wenig Coleridge, Wordsworth und Southey hinzuzufügen :lol:

    "Pandaemonium"

    Hier ist der IMDB-Eintrag...

    Die drei Altmeister der Romantik und Zeitgenossen Jane Austens treffen in diesem Film aufeinander (wie im wahren Leben auch)... Es ist 1813 und Wordsworth erwartet seine Ernennung zum "Hofpoeten" - was er im Kreise seiner Freunde und Bewunderer zu feiern gedenkt... und so kommen sie zusammen - die alte Garde der Revolution - inzwischen schon zum Establishment gehörend, gescheiterte Existenzen - und ihre jungen Nachfolger und Bewunderer wie der Frauenschwarm Lord Byron (damals waren Dichter sowas wie heute die Rockstars: Sex and Drugs and Rock'n'Roll)...

    In die Feierlichkeiten platzt der alte Kumpel Coleridge - bekifft wie immer - rein und zertöppert erstmal eine Menge Geschirr... und eine Rückblende: 20 Jahre früher, da war man begeisterter Anhänger der Ökologiebewegung, Friedensfreund und Revolutionär... ganz romantisch, man hielt flammende Ansprachen, dichtete und verfasste illegale Flugschriften auf illegalen Druckmaschinen... alles nicht sehr beliebt bei den Autoritäten, aber die jungen Mädels flogen auf solche Kerle... und so auch Samantha Morton, die sich mit Coleridge, dem brillanten Dichter und eloquenten Redner zusammentat und eine Art Landkommune gründete... und ein Baby bekam (woher das schöne Gedicht Coleridges vom Frost, dem Mond und dem Baby herrührt)...



    Ach ja: und das Schwein im BBC-Drama natürlich nicht zu vergessen:



    Da die Regierung ihnen auf den Fersen ist, ziehen sie es vor abzutauchen und ins Lake Gebiet zu verschwinden, und da die Landwirtschaft nicht so viel abwirft, um davon leben zu können, beschließen sie ein großes, ein neues, ein nie dagewesenes Poem zu schreiben: Coleridge, seine Frau, Wordsworth und seine Schwester Dorothy... und um die Inspiration auf Trab zu bringen experimentiert man eifrig mit diversen Drogen (phallischen Pilzen, Opium bis Helium - mit durchaus seltsamen Effekten :wink:)



    ... doch der einzige, der etwas auf Papier zu bringen in der Lage ist, ist Coleridge, der dafür jedoch einen hohen Preis zu zahlen gezwungen ist...



    ... und so kommt mit dem Erfolg auch der persönliche Abstieg in die Drogenhölle... Neid, Missgunst, Verzweiflung und Verrat...

    20 Jahre später trifft man wieder aufeinander und Lebenslügen zerbrechen (man beachte die kleidsame Frisur Emma Fieldings :rofl:)



    ... und wem das jetzt zu modern klingt: So soll es auch sein... der Autor/Regisseur haben es geschafft, eine wunderbar moderne Geschichte in einer wunderbar altmodischen Hülle zu verpacken... und obwohl mir die 1813ger Gesellschaft modisch etwas zu viktorianisch geworden ist und das Kinderspielzeug am Ende der Filmes verdächtig gegenwärtig erscheint, well done, Julien Temple... ach, und nicht zu vergessen den Drehbuchautor (der auch "A Cock and Bull Story" und "The Claim" schrieb)...



    ... und Emily Woof hat zum Schluss noch einen großen Auftritt als sie Colridges "Kubla Khan" zitiert



    Bruki :bruki:

    PS: Schöne Landschaft und Häuser:



    PPS: Ein paar magische Momente: ... eine feurige Kutsche, ein schöner Ballon und eisiger Mondschein:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 04.10.2007, 18:31


    Bruki hat folgendes geschrieben: Anna ist mal wieder ein wenig Wischiwaschi, was den Titel des Threads angeht :wink:, so nutze ich die Gelegenheit, ein wenig Coleridge, Wordsworth und Southey hinzuzufügen :lol:

    pffft. wischi waschi. :beleidigt: das ist ein astreines zitat der gegenwärtigen blonden, britischen popkultur. und wenn dir dass nicht passt, dann mach doch n eigenen thread auf :bäh: :rofl:

    die geschichte hört sich recht interessant an. und vor allem so, als könne man ohne großes bücherwälzen einen einblick in geschichte nehmen und danach an der kaffeetafel wieder hervorragend mit seinem halbwissen glänzen. funktioniert meist astrein. ;D

    aber was bitte sind denn phallische pilze??? und inwiefern beeinflußt das phallische ihre bewußtseinserweiternde wirkung :suspekt:



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 04.10.2007, 18:57


    Anna hat folgendes geschrieben: ... aber was bitte sind denn phallische pilze??? und inwiefern beeinflußt das phallische ihre bewußtseinserweiternde wirkung :suspekt:
    Klar, dass Dich DAS vor allem interessiert :blll:

    Hier ist der phallische Pilz und seine Wirkung (man beachte den erneuten Beweis für die Existenz von Unterhosen im Regency :ja:)



    Bruki :bruki:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 04.10.2007, 19:03


    nuja, die darsteller hätten sich wohl kaum zu diesen beweisszenen überreden lassen, wenn die unterwäsche nicht vom kostümdesigner verordnet worden wäre... oder, wenns den darstellern nix ausmacht, dann doch den hasenfüßigen verleihern...

    hey, und das die jeden unausgewachsenen schopftintling oder übergroßen spargel (beides nicht giftig. und schon garnicht bewußtseinserweiternd) gleich mit dem scheinbar klangvollen adjektiv phallisch versehen, dafür kann ich nix. und angesichts der tatsache, dass pilze im prinzip ja auch nur fruchtkörper sind irgendwie fast doppelt gemoppelt. aber bitte, wenns sich so besser verkauft...

    und ich dachte, gammlige äppel wären der gipfel literarischer berauschung gewesen...



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 04.10.2007, 19:15


    Anna hat folgendes geschrieben: ... und ich dachte, gammlige äppel wären der gipfel literarischer berauschung gewesen...
    Ja könnten auch Stechäpfel(?) gewesen sein, da es aber auf der DVD keine UT gab, war ich etwas ratlos, welche Drogen die da so eingeworfen haben (außer Helium und Opium)... aber bitte, das ist nicht mein Fachgebiet, da musst Du schon selber sehen, was das gewesen sein könnte, das deren Welt auf den Kopf stellte...

    Bruki :bruki:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 04.10.2007, 19:25


    wie sind die eigentlich an helium gekommen? damals gabs doch noch gar kein disney-land mit extra mickey-maus-ballon stand?



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 04.10.2007, 20:02


    Anna hat folgendes geschrieben: wie sind die eigentlich an helium gekommen? damals gabs doch noch gar kein disney-land mit extra mickey-maus-ballon stand?
    Meine Güte, bist Du aber neugierig... denn will ich mal lieber gar nichts von dem Kondensstreifen am Himmel beim Drogen-Picknick und dem Atomkraftwerk im Hintergrund erwähnen, wenn Coleridge sich laudanumselig im Schlamm wälzt :wink:

    Also, soweit ich das verstanden habe, hat Davy (oder David(?)) den Ballon mit dem Heliumgas an die Wordsworth-Geschwister gesendet als Begrüßungsgeschenk zum Einzug in das nahe der Farm der Coleridges gelegene von den Wordsworth' gemietete Herrenhaus... Ansonsten bin ich überfragt :nixweiss: ... Aber da Du ja Chemie studiert hast (Ammoniak und son Zeugs), kannst Du Dir das vielleicht selbst beantworten...

    ... und ich wette, da sind noch mehr Sonderbarlichkeiten in dem Film versteckt, als nur die Betonkuppeln im Hintergrund und die Düsenflugzeuge am Himmel... :wink:

    Bruki :bruki:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 11.06.2008, 15:08

    Re: some byron, shelley and keats
    Anna hat folgendes geschrieben: jane campion (das piano, portrait of a lady) dreht einen neuen film... "bright star"

    hier gibt es eine seite zum film. bislang noch eine ziemliche zettelwirtschaft mit wenigen fotos von den proben und einigen anekdötchen vom set.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 15.06.2008, 11:13


    ein artikel aus der online ausgabe der daily mail:



    also das bild und die tatsache, dass the director has used nature and seasons a lot as a kind of emotional tone lassen mich schon hoffen, obwohl ich gewöhnlich nicht der riesen-campion-fänn bin. und mich insgeheim auf ben wishaw ohne fransenfrisur gefreut habe...



    baz bamigboye hat folgendes geschrieben: Campion champions Keats and his lover

    Jane Champion comes bounding down a gravel path and, suddenly, her body goes into karate mode.

    She's only kidding - one of the assistants on Bright Star, her film about the intense relationship between the poet John Keats and Fanny Brawne, the young woman he met in the last two years of his life, happens to be a martial arts champion and she's just having a laugh with her.

    All the same, it's good to see this most passionate of directors having fun on a film that lingers on the subject of death (there's romance as well, I hasten to add).

    For me, it marked a marvellous contrast: going from the craziness of the Cannes Film Festival to contemplating Keats in the quiet of the English countryside.

    Bright Star (the title of a Keats poem about Fanny) ends its nine-week shooting of principal photography today, and has brought together two of the most exciting up-and-coming stars working in cinema.

    Abbie Cornish, the Australian-born actress who has given such powerful performances in movies as diverse as Somersault and Stop-Loss, portrays Fanny. She said that she read Campion's script once, and it was 'burned into her imagination'.

    Ben Whishaw, whose Trevor Nunndirected Hamlet at the Old Vic is indelibly seared in the memories of those who saw it - and who, by the way, re-defines Sebastian in the new film version of Brideshead Revisited - takes on the role of Keats.

    Paul Schneider plays Charles Armitage Brown and Kerry Fox plays Fanny's mother. Ms Fox starred in Campion's early film An Angel At My Table 20 years ago. Thomas Brodie-Sangster and Edie Martin, both young and, clearly, stars of the future, play Fanny's younger siblings.

    The main set has been in deepest Bedfordshire - a remote farming estate with a pond standing in for Hampstead Heath.

    Campion has shaped her screenplay through her own researches and using information from Andrew Motion's biography of Keats.

    Jan Chapman, Campion's long-time producer and a major force in cinema in her own right, told me that the director has used nature and seasons a lot as a kind of emotional tone, although during filming, the weather didn't always play along.

    The movie - a joint British-Australian production - is essentially told from Fanny's point of view. Chapman said: 'There are a lot of letters from Keats, but there's hardly anything written from Fanny, so Jane's had to create her whole character, really. These are Jane's views of an 18-year-old girl full of intense feelings and extreme emotional expression.'

    Over 13 weeks of rehearsals and filming, the actors seem to have put life on hold to fully embrace their characters. 'I think sometimes the balance isn't always what it should be,' Ben told me, with a rueful laugh. ' Sometimes the work I'm doing feels more real than my life. It just sort of happens; the character takes over.'

    Indeed, Chapman noted that it was spine-tingling, watching the actor 'almost channelling Keats'.

    Ben said he was struck at how death looms large over Keats's story, and added that Fanny's role in Keats' poetry was vital. 'He wrote all the poetry he's remembered for now in the space of a year, and that was the year she came into his life,' he said.

    Ironically, the strict social conventions of the time, which kept Keats and Fanny apart, also played a part in inspiring his work, Ben added. 'Because Keats had little money, he wasn't able to marry Fanny. It was social etiquette that got in the way.

    'There's something really beautiful about those restrictions placed on a relationship because you have to express your love in different ways. I think that's another reason why the poetry and letters by Keats are so extraordinary.

    'You couldn't just snog and have sex - there's beauty in that innocence.'



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 18.06.2008, 20:36




    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 11.12.2008, 21:45


    hier ein paar neue bilder. frau campion geht das ganze optisch offensichtlich sehr realistisch an und ist nicht so auf die wahrung der schönheit ihrer darsteller bedacht (die frisuren... huhh). auch mal was nettes :wink:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 19.01.2009, 20:42




    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 15.03.2009, 14:28


    die wirklich hübsche seite wurde wieder etwas aufgehübscht. neben storyboards, haufenweise produktionsskizzen vom art-department und drehortfotos


    gibts auch entzückige valentinsbriefe in diverser ausformung.



    nur wann man den film ENDLICH zusehen bekommt, das verrät niemand (ausser dem vagen hinweis, dass er in cannes laufen könnte. aber das sagte man von greenaways nightwatching auch, bevor niewieder etwas von dem film gesehen ward...). MUMPF!



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 15.03.2009, 17:52


    Anna hat folgendes geschrieben: ... das sagte man von greenaways nightwatching auch, bevor niewieder etwas von dem film gesehen ward...). MUMPF!
    Komisch, ich kann mich ziemlich gut an "Nightwatching" erinnern... jedenfalls hab ich den ganz sicher gesehen... :shock: ... und sogar eine Menge Bilder daraus extrahiert :suspekt: ...

    Bruki :bruki:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 15.03.2009, 19:28


    jep, daran kann ich mich auch erinnern. und daran, dass der film trotzdem nicht wie angekündigt in cannes oder sonst wo mit viel brimborium lief. die festivals, auf denen er gezeigt wurde, schienen mir doch eher geheimtips. und eine dvd... ist nur in französisch bzw von franz. verleih (?!?) von dubioser drittquelle und schweineteuer (dem film etwas unangemessen, wenn ich mich recht erinnere) zu haben.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 02.05.2009, 11:57


    na gut, ganz kurz noch - weil heut samstag is: hier gibts ein paar neue bilder und die filmfestspiele in cannes - wo der film als wettbewerbsbeitrag laufen wird - sind ja auch bald ran. ich find die blauen blümchen toll... das bedeutet aber, dass das bild schon ein gutes jahr alt sein muss, denn selbige fangen justemente jetzt an, unseren garten zu verschönern.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 08.05.2009, 19:07




    haufenweise richtig nette bilder (und nicht bei cosprop geliehne kostüme) gibts hier.

    :hurra:

    optisch stimmts also weitestgehend. wenn der film jetzt nicht allzuviele kopfschmerzen bereitet (ein wenig bleak schauts ja schon aus der wäsche) könnte das richtig super werden.




    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 11.05.2009, 10:51


    hier gehts zur offiziellen cannes-seite des films. hat genau zwei neue bilder (huhh, da überlegt man sich das nochmal, ob man die "empire" mode tatsächlich romantisch und fluffig findet. sieht sehr deutsch/biedermeierlich aus. mal was neues.) und ein presseteil mit viel text. quasi ein making of mit schauspielerinterviews, biographie usw in schwarz auf weiß. die infos aus dem abspann sind auch dabei. also alles eher was für insider...



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 15.05.2009, 20:59


    zum trost ein paar erste eindrücke aus kritikers feder/tastatur was "bright star" anlangt, der heute in cannes premiere feierte.

    folgendes berichtet irgendein standart:

    Zitat: Der Triumph der neuseeländischen Regisseurin Jane Campion liegt bereits 16 Jahre zurück - 1993 nahm sie für Das Piano die Goldene Palme entgegen. Nun ist sie mit Bright Star zurück, einem Kostümfilm, der ihre ästhetischen Vorlieben mit einer unüblichen Strenge ausführt: Campions Kino sinnlicher Oberflächentexturen, das sich zunehmend in stilistischen Posen verloren hat, kommt hier sparsamer und deshalb wieder ungleich präziser zum Einsatz.

    Emotion und Kontrolle

    Deutlich wird das an einer Erzählung, die in anderen Händen wohl schnell zu überbordendem Gefühlskino veranlasst hätte. In Bright Star halten sich Emotion und Kontrolle jedoch die Waage: Fanny Brawne (Abbie Cornish), eine für das junge 19. Jahrhundert unverblümt offene Frau, schwärmt für den jungen Dichter John Keats (Ben Whishaw). Es braucht ein paar Anläufe, bis Keats ihr Interesse, das nicht primär seiner Poesie gilt, erwidert - und es liegt an dieser Insistenz, dass daraus mehr wird, obwohl vieles gegen ein Verhältnis der beiden spricht.

    Campion erzählt von einer Liebe, die immer maßloser wird, je weniger Chancen sie hat, in eine bürgerliche Existenz zu münden. In repetitiven Schleifen lösen sich Phasen gemeinsamen Glücks mit - auch erzwungenen - Trennungen ab. Der Dichter ist zu wenig wohlhabend, um Fanny eine sichere Grundlage zu bieten. Interessanter aber noch ist der Umstand, dass die Kunst hier zur Konkurrentin der Liebe wird; und es doch Verse bleiben, die einer Liebe Ausdruck geben, deren Glück für Fanny so flüchtig bleibt wie ein sommerlicher Windstoß.

    und dies die sueddeutsche zeitung - die schonwieder im viktorianischen zeitalter verweilt. hach :cool: .

    Zitat: Jane Campions «Bright Star» geht in Cannes auf

    Cannes (dpa) - Knappe Shorts und Kleider, beeindruckend hohe Absätze und viel nackte Haut: Wenn es nicht gerade regnet, zeigen die Schönheiten auf den Straßen von Cannes offen ihre Reize.

    Wie anders mutet da die Zartheit und strenge Zurückhaltung in dem Film «Bright Star» an. Die neuseeländische Regisseurin Jane Campion begibt sich auf die Spuren des britischen Dichters John Keats und schildert eine flammende, tragische Liebe im prüden 19. Jahrhundert.

    Es sind oft die leisen Filme, die im Trubel von Cannes eine besondere Kraft entfalten. Campion, die hier vor 16 Jahren mit «Das Piano» als einzige Frau bisher die Goldene Palme gewonnen hat, setzt das unziemliche Begehren zweier ganz besonderer Menschen in der viktorianischen Gesellschaft in sagenhaft schöne Bilder um.

    Der englische Poet John Keats (1795-1821, gespielt von Ben Whishaw aus «Das Parfum») war vor seinem frühen Tod an Tuberkulose zwei Jahre lang in Fanny Brawne (Abbie Cornish) verliebt. Die junge Frau, die sich ihre Wartezeit auf den richtigen Mann mit kreativem Nähen vertrieb, lebte zeitweilig mit ihrer Familie sogar mit ihm unter einem Dach. Doch eine Heirat war unmöglich, weil Keats kein Geld hatte und seine Gedichte kaum Anerkennung fanden.

    Campion lädt die Bilder dieser hoffnungslosen Hingabe, die durch Keats' Krankheit noch schmerzhafter wird, sinnlich auf: Die romantischen und philosophischen Gedichte finden ihren Widerhall im Licht, in den wechselnden Farben der Natur, der Textur von Kleiderstoffen und Momenten innigster Nähe. Ein Frauenfilm? «Natürlich», sagte die Regisseurin in Cannes. «Ich kann doch nicht anders. Ich sehe die Welt durch meine Augen und kann nicht aus meiner Haut.» Um den richtigen, frechen Ton der jungen Fanny zu finden, habe sie sich allerdings Unterstützung bei ihrer Tochter Alice (13) geholt «Ich bin nicht wirklich witzig», sagte Campion.

    bin immer gespannter. vielleicht wird das ja wirklich wieder mal ein richtig schöner film. und etwas ehrenrettung für das regency-genre, dass austen ja bisweilen schon sehhhhr schmählich beleuchtet und einfach in gehobener 08-15 manier geld scheffelt.

    pressevideos gibts übrigens hier.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 17.05.2009, 15:17


    ist noch kein trailer, aber immerhin was. und da ja nun aus wuthering heights nichts wird, steigt die spannung hier noch weiter. was das nur werden soll bei der erwartungshaltung... :wink:

    Link

    Link

    ben wishaw könnte mal wieder anfangen, was zu essen. er sieht irgendwie durchgehend schwindsüchtig aus. armer junge.

    hier, hier und hier gibt es reviews. größtenteils reichlich positiv, nicht ganz so grundskeptisch wie die deutschen, sondern n bissl schwärmerischer.



    Re: some byron, shelley and keats

    simone - 18.05.2009, 15:04


    Also meine Vorfreude auf diesen Film nimmt auch ständig zu, alles was man so liest und sieht gefällt mir außerordentlich gut, ich hoffe meine Erwartungshaltung ist nicht auch schon zu hoch :wink: . Bleibt nur die Frage wann und wo wir das bei uns zu sehen bekommen, soll ja erst im Herbst ins Kino kommen :-( .



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 03.06.2009, 17:10


    abbie cornish hat ja wirklich ein paar exorbitante hutexemplare bekommen, dazu gehört schon mut ;D



    außerdem gibt es hier, oder auch hier drei neue clips. unter anderem einer, in dem ben wishaw ein paar aaaahs und ahhhaahaas singen darf

    :hurra:



    Re: some byron, shelley and keats

    Julia - 03.06.2009, 23:53


    Schönes Plakat! Ich zähle fest darauf, dass ich den Film hier schon Ende Juni beim Filmfest zu sehen kriege ... :cool: Gibt es schon einen Deutschlandstart?



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 04.06.2009, 10:35


    ja, den sechsten oder achten oktober. je nachdem, ob man auf imdb oder filmstarts danach guckt. ich tippe mal auf den donnerstag unter den zwei daten - hinter welchem auch immer er sich verbergen möge.

    und da ich nicht mehr in der nähe irgendeines festivalortes, filmstudios oder -museums zu tun habe, finde ich es einfach nur gemein, dass er bei dir früher laufen soll. :beleidigt: :wink:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 18.07.2009, 19:47


    ich hoffe ja, dass das andere poster auch weiter in den druck geht. war viel schöner...



    aber ganz eindeutig.



    Re: some byron, shelley and keats

    simone - 22.07.2009, 17:35


    Hier gibts den Trailer oder auch schon bei YT:
    Link



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 23.07.2009, 11:14


    Zitat: have you got john keats' poem book? my sister has met the author and she wants to read it for herself to see if he's an idiot or not.

    :rofl:

    manchmal sind kinder entwaffnend toll. und sie eignen sich in film und erzählung so prima für die typischen margaret dashwood momente... man bin ich gespannt auf den film!

    :hurra: :hurra:



    Re: some byron, shelley and keats

    Tinka - 25.07.2009, 10:47


    Trailer, Clips, Stills sind einfach klasse, ich bin gespannt wie ein Flitzegummi und freu mich total auf den Filmstart. Es soll wohl am 24.12. (!) soweit sein, wenn man filmstarts.de glauben darf. Schönes Weihnachtsgeschenk von Tobis. :hurra:

    Finde das Blümchenposter auch besser...


    Tinka



    Re: some byron, shelley and keats

    simone - 25.07.2009, 19:46


    Schade, dann halt der 24.12 statt dem 08.10 :confused: , auf der tobis Homepage steht leider auch der spätere Termin.



    Re: some byron, shelley and keats

    Silke - 29.07.2009, 11:10


    Hauptsache der Film findet überhaupt den Weg nach Deutschland!



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 31.07.2009, 16:53






    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 20.08.2009, 11:33




    zum zeitvertreib bis weihnachten (:drum:) gibt es hier einen netten uk-elle-artikel (da startet der film dann tatsächlich schon im september, mennnno), der ein paar einblicke in filmdetails gewährt. und zwei beispiele für werbung in einem riesenmodeblatt wie der elle...



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 10.09.2009, 20:30


    fffffrisschffleisccchh.



    hier gibts ein paar videos und TV-trailer mit teilweise neuen einstellungen und hier gehts zur konventionellen offiziellen filmverleihseite mit ein paar neuen, leider blöd angezeigten, bildern, dem trailer, wallpapers, einigen hintergrundinformationen zu film und darstellern, glücklicherweise abschaltbarer musik (kein spaß bei der klangqualität) und dem üblichen sinnvollen tinnef àla facebook, twitter usw. an sich ist es ja nicht sehr nett, gleich damit begrüßt zu werden, dass der film anderen orts schon im jetztigen september laufen wird...



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 25.09.2009, 21:00


    squeee

    :hurra: :hurra:

    und da sage noch mal jemand, filme seien nicht das richtige mittel zur realitätsbewältigung/-flucht. pfff. da nun die letzten zwei wochen exemplare von ungewöhnlicher zähigkeit mit tendenz zum totalen nervenraub waren, gibt es zum krönenden abschluß einen neuen bright star trailer, der mindestens ebenso hymnisch ist, wie der erste.

    yay!

    Link

    und claudie blakeley hab ich nun schon zum zweiten mal entdeckt, obwohl sie nirgends aufgeführt wurde! und einen neuen clip dazu:

    Link

    und noch einen:

    Link

    und noch einen:

    Link

    schon fast wieder hergestellte grüße also ins wochenende,
    anna



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 25.09.2009, 21:48


    PS: hier gibts noch ein interview mit jane campion, und noch einen kurzen clip, in dem sie ihre ansichten zu young folks und poesie unters volk brint. ich nehme mal an, dass sind zum US start fürs erste alle neuen clips von der offiziellen homepage. reicht ja auch. erstmal... für etwa eine woche... :wink:

    Link



    Re: some byron, shelley and keats

    Tinka - 26.09.2009, 19:46


    Also wirklich, das sieht alles so toll aus! Ich freu mich schon ganz dolle :hurra: . Vielleicht färbt der Film ja auf so manchen Regie-Aspiranten ab und wir bekommen ein bisschen schwung in die Sache. Vielleicht gibt es hier auch mal ein paar richtige leidenschaftliche Küsse zu sehen. Habe in der letzten Zeit immer nur so huschig zahme Dinger gesehen, die mich nach mehreren Episoden Paarungstanz immer recht unbefriedigt zurück gelassen haben. Was haben die in England gegen so einen richtigen Knutscher, ziehmt sich das nicht? :anonym:

    Tinka



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 26.09.2009, 20:09


    na, ich nehme an, das bleibt so handzahm, wie es dort im clip ist. zumindest meine ich in der cannes presse dergleichen vernommen zu haben. irgendwo muss der haken ja stecken :wink:

    ich hoffe, dein gemoser richtet sich nicht an north and south, denn was man dort auf der bank zu sehen bekam, war besser als alle kinoküsse die mir einfallen wollen. dem rest kann ich zustimmen. ich dachte, man hätte sich bisweilen an N&S und dem ganzen terz daherum ein vorbild genommen. aber unverschämter als mit christina cole und steven campell moore in "he kinew he was right" wirds bei der BBC wohl nie. :nixweiss:



    Re: some byron, shelley and keats

    Tinka - 26.09.2009, 20:15


    Ja, ich meine u.a. auch North & South. Die Annäherung und die Chemie kurz vor dem Kuss war zum Dahinschmelzen, ich will nicht wissen, was für ein blödes mitfieberndes Gesicht ich dabei gemacht habe - aber der Kuss? Naja, für den allerersten Kuss vielleicht akzeptabel, aber spätestens im Zug hätte ich mir eine richtige Knutscherei gewünscht, aber das ging wohl dramaturgisch dann nicht mehr, weil SIE ja bedeutsam aus dem Fenster schauen musste. Also da hätte ich nicht eine Sekunde rausgeguckt, wenn ich mit so einer Begleitung unterwegs wäre... :phew:
    Und gestern habe ich mir Jane Eyre angesehen, da war es ja genauso schlimm. Immer schön rechts neben den Mund geküsst, alles nur Spitzküsse... Hach, es war frustrierend.

    Tinka



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 26.09.2009, 21:39


    ach die zugszene... die hab ich schon garnicht mehr wahrgenommen :bg:

    übrigens - eine neuigkeit von einiger wichtigkeit - gibt es zu bright star mittlerweile einen deutschen untertitel. und ich darf zu allgemeinen erleichterung mitteilen: es hätte schlimmer kommen können: bright star - meine liebe. ewig.

    gute nacht,
    anna
    ;D



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 15.10.2009, 18:36


    ein - kurzes! - featurette zu "settings und fabrics":

    Link



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 22.10.2009, 19:59


    der erst recht für den preis sehr schlank ausgefallene soundtrack ist mittlerweile käuflich zu erwerben. die instrumentale version von "to build a home" scheint leider nicht darauf zu sein, dafür umso mehr der im film rezitierten poems. hier kann man ein wenig probe hören.



    Re: some byron, shelley and keats

    maisy - 22.10.2009, 21:13


    No, Anna! Bright Star was not at all disappointing! I just haven't had time to think about what I want to say in this thread. I don't want to post spoilers because I don't want to ruin the viewing experience for anyone. :wink:

    I LOVED it! I attended a showing with friends-- we all have university degrees in literature, some are retired teachers. We all enjoyed it very much. The acting is superb. Ben Whishaw was the essence of Keats for all of us. Abbie Cornish's performance was excellent. The film has such a great cast, and there are so many wonderful scenes, beautifully shot, well lit, and the score music is perfect and wonderful.

    When the film ended, we didn't want to leave! We wanted them to start it again so we could watch a second time!

    P.S. Don't leave after the film ends--stay and watch the credits.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 22.10.2009, 22:32


    ohh, thank you for your appraisal. i know, i'm horribly impatient... :oops:

    but patient - and willing - enough to sit through the credits, whenever i'm in the cinema. unfortunatly they're often butchered off the film and the light goes on as soon as the director's name appears on screen. i always say: there are way too little cinema loving cinemas out there :nein:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 06.11.2009, 14:55


    so, weil BRIGHT STAR heute im UK, aber für ewige gezeiten noch nicht hier startet: die hübsch gestaltete, offizielle UK-seite des films. sehr viel neues gibt es da nicht zu entdecken, außer dem schon erwähnten seiten-design. und bei mir hakelt es im flash-player beim laden der seite.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 06.11.2009, 16:33


    anna hat folgendes geschrieben: so, weil BRIGHT STAR heute im UK, aber für ewige gezeiten noch nicht hier startet: die hübsch gestaltete, offizielle UK-seite des films.



    bis dahin widmen wir uns also erstmal dem erstgenannten herren des threads, dem infamosen, "mad, bad and dangerous to know": george gordon noel byron und der verfilmung eines teils seines lebens durch die BBC: byron. verglichen mit den eckdaten seiner vita und der seiner nächsten (schwester, geliebte, kinder usw), die vor allem in den amourösen verbindungen so seifig über einander herfallen, dass es einen schwindelt, ist das script vergleichsweise zahm und um nachvollziehbarkeit bemüht. naja, wenn man sich die wikipedia artikel durch, schwant einem, dass man sowas als script selbst bei GZSZ und konsorten dem autoren um die ohren gedonnert hätte. das leben, was soll man machen... im drama konzentriert man sich also auf byrons schlaglichternde liebschaften, seine debakulöse ehe und seinen finalen versuch mit dem selbstlosen (?) engagement für die griechische sache etwas abbitte zu leisten.

    ich habe den film vor einer ganzen weile schon gesehen, meine aber, dass er dem flamboyanten schöngeist/dunklen romantiker durch die gediegenheit des fernsehformates nicht gerecht wurde. das wird wohl, wie gesagt, u.a. an dem TV-budget liegen. die zu hauf wiederverwendeten kostüme aus austen- und dickens-adaptionen sind nicht sehr sachdienlich. zumal der film teilweise in den fashionablen europäischen kreisen um 1820 spielt. nicht nur, dass die mode da schon weniger klassisch und eher exzentrisch in etwa wie in wives and daughters aussah, die agierenden persönlichkeiten werden garantiert auch mehr an ihrem äusseren gefeilt haben. na, wenigstens trägt der jonny auch emma thompsons S&S-lockendreher durch die gegend :hurra:



    vergleicht man mal die porzellanartigen portraitbilder vom echten lord mit darsteller jonny lee miller wird klar: ein im klassischen sinne offensichtlicher hübsches, zarteres bürschchen hätte es eher getroffen.



    zumal die regie oder der darsteller selbst sich kein so exaltiertes spiel erlauben, dass es das manko wieder wett gemacht oder die bisweilen doch krassen handlungen des mit genialität bestäubten schwermütlings plausibel erklärt hätte.



    und ich hoffe, die zweifelos einem brütenden vogel unterm hintern weggemauste perrücke sollte nicht etwa des lords abkehr vom selbstverliebten äußeren (laut onkel wikipedia verliebte er sich in seine halbschwester augusta, weil sie seinem holden selbst so ähnlich gesehen haben soll... nuja. immerhin ne spannenden these, die durch die besetzung mit natasha little leider nicht gestützt wird), hin zu höheren werten transportieren :roll:



    philip glenister als getreuer valet hat wieder einen sympatischen auftritt als kulturbanause mit dem herz am rechten fleck:



    caroline martin, mir bislang als überzeugend gutherzig-sittsame dorothy stanbury, die sie eigentlich erst ein jahr später in "he knew he was right" spielte (das halbe ensemble scheint sich durch diesen film für den anderen empfohlen zu haben :cool:), hat mich als rollige claire claremont etwas aus der fassung gebracht :eek:

    sally hawkins (mary shelley) spielte damals noch natürlich, nicht so verschreckt-linkisch nach luft schnappend wie ein fisch auf dem trockenen. außerdem dabei: vanessa redgrave, branca katic ("warriors") und julie cox. bei den herren sind vielleicht steven campbell moore, oliver milburn und oliver dimsdale (als struppiger percy byshe shelley) von weiterem interesse.



    alles in allem: gern gesehene darsteller, aber in vielerlei hinsicht zu gesetzt und zu wenig innovationsfreudig. das man dem ur-regency-romantiker gleich eingangs den greatcoat und die cravat vom hals reißt, ihn mit nasser weißer hose durch den strandsand stapfen läßt, ist wohl kaum der gipfel der skandalträchtigkeit und anziehungskraft.

    deshalb zum schluß lieber etwas versöhnliches:



    mich würd ja mal interessieren, was kenner des herren zum film meinen. gibts hier welche?



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 29.11.2009, 13:22


    mal etwas ausserhalb der reihe: ein gezuberter rupert für die julia:



    der emsige rupert everett begab sich 2008 in einer 2 teiligen doku für channel4 locker von der hüfte weg und vor allem komplett unschämericht per selbstversuch auf lord byrons fusspuren und lieferte auch gleich gesellschaftliche hintergründe, beispielsweise in der im falle von "trouble down below" aufzusuchenden klinik, mit. so unschämericht, dass das web-video erst per pin-vergabe ab 16 freigegeben wird :lol:



    schön trocken, weil unkommentiert macht er denn auch klar, warum er (mindestens rein äußerlich) für eine byron-darstellung die erste wahl gewesen wäre... vielschichtig spannende episoden liefert also "the scandalous adventures of lord byron", wenn man sich erst einmal an herrn everetts eigene art in freier wildbahn gewöhnt hat.



    Re: some byron, shelley and keats

    Julia - 30.11.2009, 20:34


    Ich danke herzlich! :cool: Klingt sehr interessant, ich mach mich mal auf die Suche.



    Re: some byron, shelley and keats

    Julia - 01.12.2009, 23:35


    So, gesehen. Ich schwankte zwischen leicht geschockt, amüsiert und meistens peinlich berührt. Weniger wegen Ruperts plastischer Ausdrucksweise sondern eher wegen der doch ziemlich flachen Herangehensweise. Byron, der Typ mit der Dauererektion, der ein paar Gedichte geschrieben hat (wann eigentlich?), aha.

    Herr Everett war mir in (verbalen) Print-Versionen seiner außerfilmischen Auftritte bisher auch irgendwie sympathischer. :suspekt:



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 02.12.2009, 14:05


    Julia hat folgendes geschrieben: So, gesehen. Ich schwankte zwischen leicht geschockt, amüsiert und meistens peinlich berührt. Weniger wegen Ruperts plastischer Ausdrucksweise sondern eher wegen der doch ziemlich flachen Herangehensweise. Byron, der Typ mit der Dauererektion, der ein paar Gedichte geschrieben hat (wann eigentlich?), aha.
    Vielleicht war ja Mr. Byrons Rockstargebaren auch wirklich so flach, wie es uns heute erscheint? - Und mal ehrlich: Wie tief sind die öffentlichen Ergüsse unserer heutigen Celebrities? - Byron war halt nur der erste in einer langen Reihe hochgejubelter Performance-Künstler... nicht mehr, aber auch nicht weniger - könnte man sagen :wink: ...

    Julia hat folgendes geschrieben: Herr Everett war mir in (verbalen) Print-Versionen seiner außerfilmischen Auftritte bisher auch irgendwie sympathischer. :suspekt:
    Wenn Du noch ein paar schockierende Dinge erfahren willst, denn kuck mal hier rein... Da ist der gute Rupert auf den Spuren eines viktorianischen Oswald Kolle :rofl: - und diskutiert unter anderem mit einem (sich sichtlich unwohl fühlenden) Mullah über die Tradition der sexuelle Freizügigkeit des Islam - im Verhältnis zur viktorianischen Strenge - dua legst Di nieder :prust: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Ich hab seine "Byron" Doku dazumals nur halb angesehen, denn Rupert scheint sich inzwischen auch nur noch zu wiederholen... aber das mit Stil :wink: ...



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 02.12.2009, 22:47


    Julia hat folgendes geschrieben: Herr Everett war mir in (verbalen) Print-Versionen seiner außerfilmischen Auftritte bisher auch irgendwie sympathischer. :suspekt:

    meinst du das? so oder so, mein klatschgeiles selbst liebäugelt ja schon ein wenig länger (naja, etwa ne woche, seit es bei GMX beworben wurde :engel: ) damit...

    mittwöchliche grüße,
    :anonym:



    Re: some byron, shelley and keats

    Julia - 03.12.2009, 19:54


    Soll da irgendwo ein Link stehen? (Wenn nicht, dann muss ich mir Sorgen machen um mein Verständnisvermögen ... :wink: )



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 04.12.2009, 01:40


    schonwieder hoppla. ja, link gesucht, beguckt, bestaunt und zu setzen vergessen... :roll:

    sehr unkenntliches coverfoto. ob das nach eigener/des autoren wahl darauf kam?



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 06.12.2009, 20:34


    brandheiss und ganz frisch (heute vormittag im ganzen deutschen netz noch nichts neues zum film zu finden, so dass ich beinahe anzunehmen gewillt war, der film würde doch nicht rechtzeitig zu weinachten anlaufen): die filmstarts.de-kritik zu bright star - meine liebe ewig:



    Andreas Staben hat folgendes geschrieben: Was ist romantisch? Heute wird fast alles, was an die Gefühle von Liebe zwischen zwei Menschen oder an die Sehnsucht nach ihr rührt, gern und schnell mit diesem Attribut versehen. Während das Etikett oft - wie bei den meisten romantischen Komödien mit ihren schematischen Paarungsritualen - kaum noch aussagekräftig ist, ist das Bedürfnis nach den ganz großen Emotionen weiter lebendig. Dies zeigt sich etwa im phänomenalen Erfolg der „Twilight“-Saga. In Szenen wie dem Duett schmachtender Blicke in der Abgeschiedenheit sturmdurchschüttelter Landschaft aus Biss zum Morgengrauen wird die Romantik in ihrem engeren historischen und eigentlichen Sinn auch filmisch durchaus erfolgreich beschworen. Was in der weitverzweigten Handlung um Wölfe, Vampire und jahrhundertealte Fehden als übersteigerte Leidenschaft aufblitzt, wird in Jane Campions Liebesdrama „Bright Star“ zur sublimierten Essenz. Ihre Erzählung von der historisch verbürgten tragischen Liebe zwischen dem Dichter John Keats, einem der Hauptvertreter der literarischen Romantik in England, und der Näherin Fanny Brawne ist zugleich delikat und überaus intensiv. Die Regisseurin setzt dem bewunderten Poeten und seinem Werk, aber auch seiner Geliebten und ihrem Eigensinn mit Hilfe eines schlicht perfekten Hauptdarstellerpaares ein exquisites Denkmal, das dem Keats'schen Vers gerecht wird: „A thing of beauty is a joy forever...“

    Hampstead vor den Toren Londons, 1818: Bei einem Nachbarschaftsbesuch im Haus von Charles Brown (Paul Schneider, Away We Go, Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford) lernt die 18-jährige Fanny Brawne (Abbie Cornish) dessen Hausgast und Dichterkollegen John Keats (Ben Whishaw) kennen. Der junge Poet ist ganz anders als der irritierende Hausherr, der Fannys extravagante selbstgenähte Kleider verspottet. Sie ist fasziniert von Keats und seinen Werken. Schließlich nimmt der Dichter die Einladung der Brawnes an, das Weihnachtsfest bei ihnen zu verbringen. Die jungen Leute kommen sich näher. Eine scheue Romanze entwickelt sich, die Brown durch Störmanöver immer wieder zu sabotieren sucht. Auch für Fannys Mutter (Kerry Fox, „Intimacy“, Sturm) kommt eine Verheiratung der Tochter mit dem mittellosen Keats nicht in Frage. Schließlich wird das Glück der Liebenden auch noch durch Krankheit bedroht und es scheint keinen anderen Ausweg als die Trennung zu geben...
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    Jane Campion ist verliebt in die Dichtkunst von John Keats. Viele seiner berühmten Werke wie „La Belle Dame Sans Merci“ und das Fanny gewidmete titelgebende „Leuchtender Stern“ werden ausführlich zitiert und rezitiert. Was ein offensichtlicher Kunstgriff zu sein scheint, erweist sich nicht zuletzt dank des klaren und tief empfundenen Vortrags durch Ben Whishaw als ein Herzstück des Films – und das bis zum Ende des Abspanns. Dem Schauspieler, dessen schwindsüchtige Blässe fast mit dem modischen Vampir-Teint konkurrieren kann, steht die Empfindsamkeit und der heilige Ernst des wahren Romantikers ins Gesicht geschrieben. Whishaw, der schon Keith Richards in Stoned und einen der multiplen Bob Dylans in I'm Not There spielte, ist prädestiniert für die Rolle des attraktiven und grüblerischen Künstlers, für den Part des Frauenmörders Jean-Baptiste Grenouille in Das Parfum sah er dagegen eigentlich zu gut aus.

    Dass „Bright Star“ in erster Linie eine Liebesgeschichte und kein Künstlerporträt ist, zeigt sich daran, dass die ergreifendsten Worte aus Keats' Feder im Film einem Brief an Fanny entstammen. Die Spannung zwischen der so schmerzlichen räumlichen Trennung und der überwältigenden Empfindung von Zusammengehörigkeit wird nicht durch die Montage aufgelöst, sondern durchgehalten, indem wir bei der abwechselnd seligen und betrübten jungen Frau bleiben. Wie so oft bei Jane Campion ist die weibliche Hauptfigur die komplexeste und anspruchsvollste Rolle Abbie Cornish, die mit ihren Rollen in Somersault, Candy und Stop-Loss bereits bewies, dass sie vor keiner Herausforderung zurückschreckt, liefert in „Bright Star“ ihr Meisterstück ab. Von mühsam unterdrückten Regungen bis zum markerschütternden Ausbruch und zum kecken Flirt – jede Nuance stimmt. Und gemeinsam werden die beiden Protagonisten nur noch besser: Cornish, die gerade zu Australiens sexiester Vegetarierin ernannt wurde, und Whishaw bilden nicht nur eines der schönsten Leinwandpaare der jüngeren Zeit, sondern bieten uns auch eines der überzeugendsten Porträts romantischer Zweisamkeit.

    Jane Campion gilt als feministische und intellektuelle Filmemacherin. Tatsächlich stehen oft die gesellschaftlichen Nachteile von Frauen im Mittelpunkt - von den frühen Werken „Sweetie“ und „Ein Engel an meiner Tafel“ über den berühmten Das Piano und die Henry-James-Verfilmung „Portrait Of A Lady“ bis hin zum unkonventionellen Thriller In The Cut. Campions Erzählstil ist oft symbolisch aufgeladen, dabei drohen sowohl visuell als auch inhaltlich zuweilen Überfrachtung und Prätention. Für „Bright Star“ scheint das neue Credo der aus Neuseeland stammenden Regisseurin dagegen Zurückhaltung zu heißen. Sie wahrt eine wohlüberlegte Distanz zum Geschehen, aber unterläuft mit ihrem nüchternen Stil nie die Emotionalität der Liebesgeschichte. Statt kommentierende Analytikerin ist sie hier sensible Beobachterin. So werden die Zwänge der Handlungszeit in den Regency-Jahren eher nebenbei offenbart, etwa wenn Fanny bei jedem Spaziergang mit John von ihren kleineren Geschwistern Samuel (Thomas Sangster, Tatsächlich Liebe, Eine zauberhafte Nanny) und Toots (Edie Martin) begleitet wird. Und auch als der so ungehobelt daherkommende Mr. Brown (Paul Schneider mit einer ebenso lebendigen wie facettenreichen Darstellung) das Dienstmädchen Abigail (Antonia Campbell-Hughes, Breakfast On Pluto) schwängert, verzichtet Campion darauf, mit dem Zeigefinger auf die Machtverhältnisse zu deuten.

    Mit ihrer dezenten Inszenierung fängt Campion die Scheu der romantischen Geste - eine verstohlene Handberührung, ein Kuss im Blumenmeer, Poesie statt Sex im Schlafzimmer – überzeugend und vor allem wie selbstverständlich ein. Trotz unzweifelhafter historischer Akkuratesse in Ausstattung und Zeitgeist ist ein ganz und gar gegenwärtiger, weil wahrhaftiger Film entstanden. In den Worten des Dichters: „Schönheit ist Wahrheit, Wahrheit Schönheit“.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 08.12.2009, 21:34


    "ein ding von schönheit ist ein glück für immer..." ob solch ein ding auch der deutsche trailer ist?

    Link

    ich seh schon, das wird ein fall für die import-dvd und die hoffnung, dass der film auch im februar noch in irgend einem berliner kino im original läuft. das soll ja noch nicht einmal heißen, dass die übersetzer oder synchronsprecher so richtig miese arbeit geleistet haben. vielleicht steht die übersetzung gar so im wissenschaftlich anerkanntesten deutschen keats-buch... aber die deutsche sprache hat nun einmal die dumme angewohnheit die bestrickend simplen dinge der englischen komplett gestelzt, zackig und hart klingen zu lassen. das zu bemäkeln sei mir angesichts romantischer poesie von der insel einfach mal vergönnt. :engel:

    EDIT: oh doch, eines muss ich dem synchronsprecher ankreiden. wenn wishaw keats' zeilen spricht, schwingt der tod in seiner stimme mit (wunder was, der saß ja auch schon die ganze zeit in keats' lunge). die deusche stimme klingt, als würde sie feldblumen pflücken gehen...



    Re: some byron, shelley and keats

    simone - 22.12.2009, 12:41


    Die DVD erscheint am 8. März :hurra: .



    Re: some byron, shelley and keats

    Mme. O - 29.12.2009, 10:10


    Ich war gestern endlich in Bright Star und meine hohen Erwartungen sind sogar übertroffen worden! Wie schön, so herum liebe ich das!
    Ich finde den Film ganz wundervoll und ihm steht die große Leinwand, denn gerade die Bilder sind es die den Film ausmachen. Boah! Im Kino blieb beim kompletten Abspann der ganze Saal sitzen, um Endymion zu lauschen. Gänsehaut.
    Ich frage mich wie man es schaffen kann einen Film so emotional und romantisch zu machen, ohne süßlich abzutriften. Ich jedenfalls fand ihn nicht kitschig aber wirklich sehr rührend. Das Einstreuen von (modern anmutendem) Respektlosigkeiten und Humor hat da bestimmt geholfen und das ganz nahe dran bleiben an Fanny.
    War von Euch schon jemand drinne?



    Re: some byron, shelley and keats

    Silke - 29.12.2009, 16:05


    Das hört sich ja toll an, ich werde auf jeden Fall Samstag in den Film gehen.
    Eigentlich wollte ich schon letzten Sonntag, aber dann bin ich in Avatar "gelandet". :confused:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 29.12.2009, 16:33


    und wie war avatar?

    ich durchsuche jeden donnerstag die spielpläne aller kinos im umkreis von 75 km und hab die dichtesten sogar schon angeschrieben/-telefoniert, aber läßt sich irgendwer erweichen? nee. und das studio-kino spielt filme immer ein halbes jahr nach veröffentlichung, also dann, wenn jegliches interesse schon anderweitig befriedigt, mit neum überrannt wurde oder längst erstorben ist

    BAHH! ich könnte... wer soll denn da noch ins kino wollen.

    :swear: :piep: :drum: :beleidigt: :scheisse: :kloppe: :platsch: :zeter:

    okay. genug gesmiliet



    Re: some byron, shelley and keats

    Silke - 29.12.2009, 21:00


    Avatar war toll anzuschauen, aber die Story sehr vorrauschaubar.
    Die Charaktere hat man in anderen Filmen schon gesehen, die Dialoge woanders schon gehört.

    Nee, Sonntag ist Bright Star dran, und wehe der läuft dann nicht mehr! :kloppe:
    Aber unser Programmkino ist recht verlässlich, nur ich fürchte auf Bathory warte ich vergebens.



    Re: some byron, shelley and keats

    Mme. O - 29.12.2009, 21:30


    Au Backe, Anna! Wohnst du in nicht einer gerade wohl ausgestatteten Kinolandschaft?
    Da würde ich es auch an der Erbse bekommen! Und gerade Du, die Du schon so lange auf Bright Star wartest, echt gemein.
    Bleib dran irgendwann läuft er bestimmt irgendwo. :dafür: Der hat durch die Bank gute Kritiken und spricht sich hoffentlich bald bei den alten Piano Fans rum.



    Re: some byron, shelley and keats

    Julia - 30.12.2009, 18:00


    Ich werde den Film am Samstag sehen ... :hurra:

    München ist übrigens mit dem schönen Plakat mit der Rückenansicht im Hasenglöckchenfeld zugepflastert - zumindest die Innenstadt.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 30.12.2009, 18:30


    ich hab samstag wenigstens einen friseurtermin :hurra: :flenn: :fidel:



    Re: some byron, shelley and keats

    Mme. O - 30.12.2009, 18:42


    *lautlach* :rofl:



    Re: some byron, shelley and keats

    Tinka - 01.01.2010, 18:43


    Ich fand Bright Star nur mittelprächtig. Schöne Stimmung, schöne Bilder, tolle Schauspieler, aber viel zu laaaaaaaaang! :| Das hat mir wirklich ein wenig die Stimmung verhagelt. Auch habe ich mal wieder festgestellt, dass Lyrik nicht so meins ist. Zum Glück war es in Englisch, auf Deutsch hätte ich die Gedichte vermutlich nicht ertragen. Oje, ich habe mich wirklich bemüht, aber es wollte einfach nicht zu meinem Herzen vordringen. :wink: Dafür hat mich die Liebesgeschichte wirklich gepackt, die fand ich überzeugend dargestellt. Eine wirklich packende Heuleinlage von Abbie Cornish zum Ende hin, da stockte mir der Atem.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 02.01.2010, 13:26


    bei der bislang gezeigten bilderflut kann ich mir garnicht vorstellen, dass man da auf ein bild verzichten kann :bg: jedenfalls flatterte gestern ein schmetterling im schlafzimmer die wehende halbdurchscheinende gardine entlang um sein sich dem ende neigendes leben und mir fiel wieder ein, dass ich unbedingt ins kino muss :roll: am besten mit einem lexikon für tier- und pflanzensymbole in der bildenden kunst als nachgang. die schmetterlinge sind jedenfalls ein schön gewähltes solches.

    schade, dass es dir nicht so gefallen hat. da war das kino-jahr für dich ja extra-mager. jetzt bin ich gespannt, was unsere kritischen geister julia und ulli dazu meinen. und ob ich wenigstens in hannover einen geneigten lichtspielhafen finde.



    Re: some byron, shelley and keats

    Mme. O - 02.01.2010, 18:22


    mittelprächtig....:shock:
    *schneutz* So was!
    Na immerhin hat er Dich brührt, liebe Tinka. Also zu lang fand ich ihn nicht, ich hätte es noch ne Stunde in meinem gepolsterten Sessel ausgehalten. :wink: Jane Campion hat sich selbst als ehemalige Poesiefaschisitin bezeichnet. Sie konnte damit lange Zeit auch gar nichts mit anfangen. Witzig ne?
    Ich würde ihn auch gerne nochmals im OV ansehen, aber momentan ist da nichts drin in Freiburg.

    Dann drücke ich die Anna alle Daumen, dass es in Hanover klappt und freue mich schon auf die Rez. Ich hab meine schon geschrieben, aber die DVD ist ja noch nicht gelistet. :wink:



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 02.01.2010, 18:55


    zumindest noch nicht im amazonischen tuvalu. bei bol.de stehts schon.

    das daumendrücken hat übrigens jarnüscht genutzt (aber danke ;D). zumindest bis zur nächsten spielplanänderung :roll:



    Re: some byron, shelley and keats

    Tinka - 02.01.2010, 21:26


    Ok, "mittelprächtig" klingt vielleicht zu negativ, denn bis auf die Länge des Films hat mir ja alles gefallen. Er ist auf jeden Fall sehenswert.

    Wegen der Schmetterlinge: Ich fühlte mich beschämend erinnert an frühkindliche Schmetterlingsjagden bei meiner Oma, da verendeten auch so einige zerrupfte arme Tierchen in der guten Stube. :oops: Meine Oma gehörte wohl noch nicht zu der Öko-Generation, die den Kinderchen diese Tierquälerei untersagt hätte und so das Massaker verhindern hätte können.



    Re: some byron, shelley and keats

    Mme. O - 02.01.2010, 22:06


    Stimmt! Bei der Schmetterlingsszene hatte ich auch solche Gefühle... :lol:



    Re: some byron, shelley and keats

    Silke - 03.01.2010, 10:58


    Ich habe mich dann also gestern durch den Schneesturm ins Kino gekämpft, und fand den Film einfach nur WUNDERSCHÖN!
    Von mir aus hätte er ruhig auch noch länger sein können.

    In den Bildern konnte man sich richtig verlieren.Der Wechsel der Jahreszeiten war sehr schön.

    Sehr beeindruckend war für mich auch die Abschiedsszene. Ich kann mich nicht erinnern das ich das so schon mal gesehen hätte.

    Die DVD ist gekauft!! :hurra:



    Re: some byron, shelley and keats

    Julia - 03.01.2010, 15:07


    Ich sage: Augen auf und Ohren zu. :wink:

    Ästhetisch ein Genuss, das war ja schon im Trailer zu spüren und der Film hält vollends, was er da verspricht. Das reicht eigentlich. Sogar ein ganzes Stück. Da stört auch nicht wirklich, wie dünn die Story ist ... Und wie plump die nicht-lyrikzitierenden Worte. Oder sagen wirs so: Die Bildsprache ist so ästhetisch, subtil und auf die wunderbaren leisen Töne bedacht, dass die Dialoge da teilweise ziemlich brachial und unbeholfen hineinkrachten, für mein Gefühl. Und so kam die rechte Stimmung, die der Film wohl erzeugen sollte bei mir nicht so richtig auf.
    So wenig zumindest, dass mich sogar die doch nachvollziehbare Tragik relativ kalt gelassen hat, aber das liegt vielleicht auch nur an meinem persönlichen Zynismus. Als Fanny am Schluss zusammengebrochen ist, dachte ich mir nur: Ach Mädel, das geht auch vorbei ... :ovations:

    Ein wirklich schöner Film, der mich nur nicht so berührt hat, wie er sich darum bemühte. Aber das ging mir schon beim "Piano" so, bei "Portrait of a Lady" erst recht. Also liegts wohl eher daran, dass Jane Campion und ich uns nicht "verstehen".

    UND: Ich hab mir "auf dem Heimweg" gleich eine Keats-Biographie gekauft.



    Re: some byron, shelley and keats

    Ulli - 04.01.2010, 14:06


    Wahrscheinlich habe ich die Kritiken vorher nicht gründlich gelesen, jedenfalls ging ich in Erwartung einer Elegie ins Kino. Tatsächlich bekam ich erstaunlich kraftvolles (mithin sehr unengliches - trotz Sujet) Kino zu sehen. Kein Festhalten an Etikette wie bei Ang Lee, keine hübschen Gärten und romantischen Gewänder, sondern eine herbe Landschaft, ein paar recht zupackende Menschen rund um einen dahingehauchten Keats, der allerdings manchmal auch sehr energisch wurde. Über die wunderbaren Bilder muß ich nichts sagen, die haben wohl alle genossen.

    Ich hatte vor allem mal wieder viel Freude an den Schauspielern: Natürlich Abbie Cornish, die immer einen Tick anders ist, als man es in der Rolle erwartet. Energisch, kraftvoll, störrisch, herausfordernd, aber nie trampelig oder laut, ein schönes Pendant zum zarten Ben Winshaw, den ich bislang nur schrill (Layer cake) oder mörderisch (Parfüm) kannte. Nicht einfach nur ein romantischer Poet, der so vor sich hinsiecht, sondern bei aller Zartheit manchmal jungenhaft-albriger (das Kennenlernen von Keats und Fanny), vor Eifersucht berstender (der Valentinsbrief) junger Mann: eine zauberhafte Mischung, die absolut real wirkt. Die beiden Schauspieler haben so wunderbar zusammengespielt, daß der erste Kuß, im allgemeinen ein zu vernachlässigender Moment im Film, so voll Sehnsucht und Intimität war, daß ich mich kaum zu atmen traute.

    Noch eine Entdeckung in diesem Film war für mich noch Paul Schneider als Dichterkollege und Vermieter: Poltrig und bissig und dann ganz plötzlich doch ehrenhaft und empfindlich. Schöner Film, keine Sekunde zu lang, eher zu kurz.



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 05.01.2010, 01:01


    ach, das hasse schön jesacht. ich fürchte, ich werde denn doch nicht umhin kommen, den film so oder so oder so und so zu lieben.



    Re: some byron, shelley and keats

    Silke - 05.01.2010, 16:00


    :ovation:

    Ulli, das kann ich auch nur unterschreiben!



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 20.01.2010, 16:50


    Silke hat folgendes geschrieben: :ovation: Ulli, das kann ich auch nur unterschreiben!
    Au weia... "Bright Star" - was werden da die Mädels schluchzen... das is mal 'n wirklicher Määchenfilm... weia, den wird die Anna liepen... und denn wird sie nicht wissen, ob sie "Jane 'bax' Eyre" oder John "couch potato" Keats besser finden soll :rofl: ... was für Konflikte kommen da auf uns zu :prust: ...

    ... und die ganzen Seamstressen vom Austen-Board? Na hoffentlich werden die nach dem RAF-Skandal jetzt keinen Keats-Wirbel in ihrem Board bekommen :fies: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Ich hab den erstmal ohne UT gesehen, und leider nur die Hälfte mitbekommen... aber ich seh ihn mit unbedingt noch mal mit UT an... auch wegen der unentwegt zitierten Gedichte... ach, da kommen Erinnerungen an die romantische Jugend auf :ohhhh:, als ich die Mädels noch durch reklamieren ellenlanger Liepes-Balladen von Petöfi (ich war'n Fänn der Ungarn - die deutschen Romantiker hab ich glatt übersprungen - da war ETA Hoffmann bei mir vor :kreuz:) erschrecken konnte (damals hat das echt funktioniert - heute wohl nicht mehr? :suspekt:)...



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 31.01.2010, 17:57


    five minutes with bright star costume designer janet patterson

    ich für meinen teil hatte das große glück, in bern um die ecke rum ein kino zu finden, in dem der film in englisch mit deutschen untertitel lief... und das große unglück, nicht einmal rechtzeitig aus den veranstaltungen und terminen zum kommen :tot: selbst das frustkaufen von schoggi gestaltete sich dann schwierig bis unmöglich. :zeter: es soll wohl einfach und definitiv nicht sein :confused:



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 31.01.2010, 19:11


    Anna hat folgendes geschrieben: ich für meinen teil hatte das große glück, in bern um die ecke rum ein kino zu finden, in dem der film in englisch mit deutschen untertitel lief... und das große unglück, nicht einmal rechtzeitig aus den veranstaltungen und terminen zum kommen :tot: selbst das frustkaufen von schoggi gestaltete sich dann schwierig bis unmöglich. :zeter: es soll wohl einfach und definitiv nicht sein :confused:
    ... und erst gestern war in meiner Regionalzeitung ein langer Artikel über die Deutschen in der Schweiz - und wie die da von den Ureinwohnern gehasst werden... Die sollen da sogar Plakate aufgehängt haben, in denen vor den Deutschen gewarnt wird??? :shock: ... und erstaunlicherweise sollen die Deutschen da den Ruf der unpünktlichen arbeitsscheuen Faulenzen genießen, die sich immer als erste von der Arbeit wegschleichen????? Na ja, vielleicht kommen die nur mit Nichtpreußen zusammen?!

    Aber - ich hoffe - der ausbrechende Deutschenhass hatte jetzt nix direkt mit Deinem Aufenthalt daselbst zu tun? :suspekt: ... Ich hatt immer das Gefühl, die Bergbauern da oben haben eine Menge gemein mit unseren Südschweden ... und so sollten sich diese eigentlich doch gut mit denen vertragen? :shock: ...

    Na ja, vielleicht hängt das auch nur mit dem neuerlichen Steuerdatenskandal zusammen und dem Bruch des Bankgeheimnisses?

    Bruki :bruki:



    Re: some byron, shelley and keats

    simone - 01.02.2010, 12:45


    Zitat: und erst gestern war in meiner Regionalzeitung ein langer Artikel über die Deutschen in der Schweiz - und wie die da von den Ureinwohnern gehasst werden

    Also ich wohne ja seit etwas über einem Jahr im Zürcher Unterland. Ich habe von den Anfeindungen bisher nichts gespürt, mein Freund auch nicht. Er arbeitet zwar für eine deutsche Firma und kennt daher mehr Deutsche als Schweizer, vielleicht geht es in Schweizer Firmen anders zu, aber die meisten Schweizer sind sehr offen und freundlich gegenüber uns Deutschen. Schuld an dieser ganzen Diskussion ist die SVP, die immer mal wieder vor dem "deutschen Filz" warnt, sei es an den Hochschulen oder im Gesundheitswesen. Aber deutsche Arbeitnehmer sind hier nach wie vor sehr beliebt, weil sie meist für weniger Geld arbeiten als die Schweizer und dabei als fleissig und engagiert gelten. Und wenn die Schweizer ehrlich sind, sind ihnen die Deutschen auch tausendmal lieber als osteuropäische Einwanderer und sie wissen sehr wohl, dass ohne deutsche Ärtze und Pfleger so manches Krankenhaus alt (und vor allem leer) aussehen würde.
    Es wird natürlich immer irgendwelche Schweizer geben, die denken die Deutschen nehmen ihnen die Arbeitsplätze weg. Aber dabei vergessen sie, dass die schweizer Regierung z.B. in Ostdeutschland um Arbeitskräfte geworben hat, weil ein Bedarf an qualifizierten Arbeitnehmern besteht.
    Manche Schweizer, bzw. in erster Linie die SVP, sagen auch gerne die Deutschen würden sich nicht integrieren wollen, vor allem was die Sprache angeht. Dabei vergessen sie, dass Deutsch eine der Amtssprachen in der Schweiz ist, und nicht Schweizerdeutsch, was ja nur ein Dialekt ist. Z.B. verstehen die Basler die Zürcher nicht und umgekehrt und wollen den jeweiligen anderen auch nicht verstehen. Naja, ein seltsames Völkchen sind sie ja schon :wink: , aber ich fühle mich hier sehr wohl.



    Re: some byron, shelley and keats

    Ulli - 01.02.2010, 12:57


    simone hat folgendes geschrieben:
    Und wenn die Schweizer ehrlich sind, sind ihnen die Deutschen auch tausendmal lieber als osteuropäische Einwanderer...

    Und außerdem haben sie ja ein viel ergiebigeres Feindbild: Moslems :kreuz: !

    Mir ist Bern auf jeden Fall in angenehmster Erinnerung. Da gibt es nähmlich deutlich mehr originalsprachliche Kinos als in Berlin. Von Nürnberg ganz zu schweigen :sad: .



    Re: some byron, shelley and keats

    Bruki - 01.02.2010, 12:57


    Is wohl mal wieder eine der üblichen Übertreibungen der Medien - nachdem das "Schneechaos, was wir früher Winter nannten", durch ist, suchen die wahrscheinlich nach einer neue "Katastrophe" ... :abgelehnt:

    Bruki :bruki:

    PS: Von den Schweizern kenne ich auch nur "Emil" (Steinberger) und der hat mal in einem Film über "Fremdenfeindlichkeit" in der Schweiz mitgespielt - und da waren, neben den "Deutschen", die "Italiener" die "Buhmänner" ... also, ist das wohl auch schon eine alte Geschichte da in der Schweiz :wink: ...



    Re: some byron, shelley and keats

    Ulli - 01.02.2010, 12:59


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    ach, da kommen Erinnerungen an die romantische Jugend auf :ohhhh:, als ich die Mädels noch durch reklamieren ellenlanger Liepes-Balladen von Petöfi (ich war'n Fänn der Ungarn - die deutschen Romantiker hab ich glatt übersprungen - da war ETA Hoffmann bei mir vor :kreuz:) erschrecken konnte ...

    Ham wir ein Glück gehabt :pflaster: ...



    Re: some byron, shelley and keats

    Adminette - 24.02.2010, 22:34


    Julia hat folgendes geschrieben: dachte ich mir nur: Ach Mädel, das geht auch vorbei ...

    versprochen?!?

    jane campion jedenfalls möchte uns diese möglichkeit nicht aufzeigen/-bürden und verschweigt konsequent, dass fanny nicht bis an ihres lebens ende in aller einsamkeit oden rezitierend die moore durchwanderte, sondern nach sechs jahren trauerflor (lang genug, wenn man immernoch am leben ist) tatsächlich wieder bunter gekleidet unter menschen ging und 12 jahre später sogar heiratete, kinder bekam, und nach heidelberg zog. genauso verschweigt sie, dass keats etwa zeitgleich zur sich anbahnenden tändelei mit fanny (um 1818/19) die "räume einer" jungen dame mit namen isabella jones in hastings "aufsuchte".

    allein diese eine wikipedia-seite bringt aber noch recht spannende details zu tage und es scheint, als habe man für den film doch recht sorgfältig recherchiert. hätte nicht erwartet, dass fannys finales haarekürzen tatsächlich verbürgt ist. zunächst erinnerte es mich doch sehr an die ähnliche szene in elizabeth. aber während sich dort die königin ihre gesammelte gülden-verklärte vergangenheit vom schopfe schneidet (in kopfhaarkünstlers worten: "erase, rewind und neustart" oder "kat, i have become a virgin"), läßt fanny das letzte jahr mit keats stehen. alles was in zukunft ihrem kopf entwächst, wird diesen nicht ohne das bewußtsein, dass es einen john keats in fannys herze gab/gibt, verlassen. der haarschnitt als stellvertreter für das ende des lebens (ohne keats).

    wie gesagt, wenn dieses campions leichtester film mit der zugänglichsten heldin sein soll, so ist es doch auch der, der sein publikum mit dem niederschmetterndsten ende sitzen läßt. eine reise in dunkelheit und kälte, in der die liebe und die hoffnung auf eine erfüllte solche nur saisonal wie der wind in der gardine aufflackert. was beweist: romantik wird im allgemeinen eben doch auf eine zu leichte schulter genommen.

    ich wünschte nur, campion hätte der perfektion halber auf die letzten zwei minuten film verzichtet. oder der protagonistin während diesen nicht so mit feststehender kamera unverschämt ins gesicht geglotzt. die rückenansicht oder fanny als kleine wanderin in der ferne hättens doch auch getan. so zersört die letzte szene die wucht der vorangegangenen und wirkt in etwa so natürlich, wie ich beim aufsagen des osterspaziergangs in der zehnten klasse... :blume: :ovations:

    PS: ja richtig, heute habe ich die hoffnungen auf eine sichtung des filmes auf dem silverscreen fahren lassen, nachdem ich heute in berlin war, der film aber erst morgen wieder in zwei kinos dort laufen wird... :zeter:



    Re: some byron, shelley and keats

    maisy - 15.05.2010, 21:14


    Article I found posted online about JLM as Byron.



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