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Luca

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 677 Wohnort: Köln
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Verfasst am: 20.07.2007, 18:02 Titel: Der Dalai Lama, Deutschland und China... |
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Mal wieder ein Thema, über welches ich mir Gedanken mache und ich mir so einige Fragen stelle...
Luca
Hier ein Artikel aus der Financial Times Deutschland ( http://www.ftd.de/politik/international/229132.html ):
China kritisiert Deutschlandbesuch des Dalai Lama
Chinas Regierung hat Deutschland wegen des Besuchs des Dalai Lama scharf kritisiert. Das Außenministerium in Peking forderte die Bundesregierung am Freitag in einer Erklärung auf, «dem Dalai Lama keine Plattform für seine separatistischen Aktivitäten zur Verfügung zu stellen».
Es warnte vor Schaden für die deutsch-chinesischen Beziehungen. Das Auswärtige Amt in Berlin wies die Kritik unter Hinweis auf die demokratische Grundordnung in Deutschland zurück. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter hatte zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs am Donnerstag in Hamburg die Menschenrechtslage und die fehlende Religionsfreiheit in dem seit 1950 von China besetzten Land kritisiert.
Der 72-Jährige, der seit 1959 im indischen Exil lebt und sich insgesamt zehn Tage in der Bundesrepublik aufhält, sagte: «Es gibt keine religiöse Freiheit und es gibt Menschenrechtsverletzungen.» Besonders kritisierte er die Überfremdung Tibets durch die Chinesen. «Bereits zwei Drittel aller Tibeter sind Chinesen.» Der Dalai Lama, der für eine Autonomie Tibets innerhalb Chinas eintritt, betonte, er setze weiter auf Verhandlungen.
Peking warf dem Dalai Lama vor, das Land spalten zu wollen. «Der Dalai Lama ist nicht einfach eine religiöse Persönlichkeit, sondern ein politischer Exilant, der schon lange in separatistische Aktivitäten verwickelt ist», erklärte das Außenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. China begrüße, dass die Bundesregierung die exiltibetische Regierung in Indien nicht anerkenne und Tibet als einen unabtrennbaren Teil der Volksrepublik betrachte. Sie sei jedoch aufgefordert worden, auf ihre Zusagen «auch wirkliche Taten folgen zu lassen und dem Dalai Lama keine Bühne zu bieten». Auch dürften keine Treffen deutscher Regierungsbeamter mit dem Dalai Lama arrangiert werden.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte auf Anfrage: «Deutschland ist eine freie und demokratische Gesellschaft.» In der Bundesrepublik herrsche Religionsfreiheit. «Religiöse Würdenträger aus aller Welt sind in Deutschland willkommen.» Zuvor hatte bereits Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) Kritik Chinas am Empfang des Dalai Lama im Rathaus zurückgewiesen: «China ist ein wichtiger Partner, aber wir lassen uns nicht vorschreiben, wen wir empfangen und wen nicht.» Von Beust hatte den Dalai Lama am Donnerstag wie einen Staatsgast begrüßt, jedoch betont, dass er ihn als religiösen und nicht als politischen Führer empfange. _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas sinnvoll ist,
egal, wie es ausgeht.
(Vaclav Havel) |
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Verfasst am: 20.07.2007, 18:02 Titel: Anzeige |
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karin

Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 755
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Verfasst am: 20.07.2007, 18:29 Titel: Dalai Lama |
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Hallo Luca,
da kann einem der Kragen platzen wie schon seit Jahren. Ich war mehrfach in Nepal und musste mit ansehen wie die Tibeter aus allen Regionen in tage-wochenlangen Fussmäschen über die Berge kamen um Zuflucht vor den Chinesen zu suchen. Die Tibeter sind das friedlichste Volk das ich je auf Erden getroffen habe, der Dalai Lama hat lediglich den Wunsch sein Volk in friedlicher Co-Existenz mit den überhand nehmenden Chinesen existieren zu lassen, das gelingt ihm leider immer weniger.
Die Tibetbahn von Peking nach Lhasa tut ein übriges um die Tibeter zu vertreiben. Das Land ist zwar riesig, jedoch wegen der Höhe schwer zu bewirtschaften, aber so wie ich die Chinesen kenne lassen die sich auch da was einfallen.
Nun kommt ein Unwetter, muss Schluss machen,
LG Karin  |
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Hospes

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 1856 Wohnort: ohne Zorn nahe München
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Verfasst am: 20.07.2007, 19:28 Titel: China |
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Eine sehr liebe Bekannte von mir wird die nächsten Tage nach China fliegen, weil ihr Mann dort die nächsten Monate arbeitet.
Er wird die Chinesen einweisen, wie die neue Fabrik funktioniert.
Er wird möglicherweise seine eigene Arbeitslosigkeit vorbereiten.
Die Bekannte hat riesige Probleme, selbst Kinderspielzeug (sie hat zwei kleine Kinder) einzuführen, weil die Chinesen den Import sehr blockieren.
Und die Chinesen exportieren wie die Weltmeister.
Und wir (ich nicht!!!!) kaufen dann bei Aldi und Lidl und Ikea die Billigteile und sägen damit den Ast ab, auf dem wir sitzen.
Nochmals: Ikea kauft einen geflochtenen Stuhl für 1 €, verkauft ihn für 15 €. Kommazahlen uninteressant.
Früher hat Ikea in der DDR produzieren lassen, jetzt sind es die anderen Billigvölker.
Es ist so deprimierend.
Ich bekomme so manches in meiner nächsten Umgebung mit: Kündigung, Streit vor dem Arbeitsgericht, am Ende eigentlich Beschädigung der persönlichen Würde nur um des schnöden Mammons willen.
Agnostiker, gläubiger Ungläubiger, esoterisch infiziert: "Möge doch der Herr den Bösen und Übelwollenden ein Menetekel antun und ihnen aufzeigen wie dem Willen des Allerhöchsten widersprechend ihr Tun und Walten ist."
HeHeHe und ein teuflisches Lachen.
Doch das Böse soll keine Kraft haben.
Hospes _________________ Dum spiro, spero. (Solange ich atme, habe ich Hoffnung.) |
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Rheinperle
Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 1079
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Verfasst am: 01.08.2007, 22:00 Titel: Nepal |
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Liebe Karin,
Du hast berichtet, dass Du schon mehrfach in Nepal warst. Könntest Du uns mal ein wenig berichten. Es muss ja nicht viel sein, wär´aber, denk ich für uns alle sehr interessant, was Du da erlebt hast. Dies ist ja schon ein Eckchen der Erde, wo nicht jeder hinkommt.
Falls es Dir möglich wäre, Danke
Rheinperle |
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Rheinperle
Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 1079
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Verfasst am: 24.09.2007, 21:24 Titel: |
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Ich finde es mutig und couragiert, dass unsere Kanzlerin den Dalai Lama exakt im Bundeskanzleramt empfangen hat. Ich bin der Meinung es ist an der Zeit und der richtige Zeitpunkt , dass wir wieder endlich Selbstbewußtsein zeigen und für mich ganz wichtig: Dass sich die Politik nicht immer nur der Wirtschaft beugt und einem so kleinen Tibet Hilfe zusagt. Das ist Größe.
Rheinperle |
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karin

Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 755
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Verfasst am: 24.09.2007, 21:54 Titel: |
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Da kann ich Dir nur zustimmen, Rheinperle, nicht nur der Wirtschaftsfaktor spielt in dem Fall eine Rolle, sondern natürlich auch der Klimaschutz und selbstverständlich die Menschenrechtsverletzungen die China fröhlich weiter betreibt und keinerlei Kritik zulässt.
LG Karin  |
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tobias Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 1593 Wohnort: ein Rheinländer in Bayern
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Verfasst am: 18.10.2007, 08:12 Titel: |
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Endlich kann man mal etwas Positives über Herrn Bush sagen. Ich finde es gut, richtig und wichtig, daß er den Dalai Lama empfangen hat und ihn mit der höchsten zivilen Auszeichnung des US Parlaments geehrt hat.
Chinas Reaktion ist unerhört, wollte zuerst uns, jetzt den USA vorschreiben, wen man empfangen darf und wen nicht! Jetzt trotzig Termine abzusagen und sonst verbalen Druck auszuüben macht mich sehr ärgerlich. China müßte ganz kleinlaut sein, treten sie doch die Menschenrechte mit Füßen, haben immer noch nicht für alle Strom und fließend Wasser, ihr Wirtschaftsaufschwung basiert zu großen Teilen aus Abkupferung westlicher Produkte, aber aus schlechter Qualität, erarbeitet unter schlechten Arbeitsbedingungen und minimaler Bezahlung...
Ich denke, es gäbe im eigenen Land genug Handlungsbedarf!
Ich habe mal ein wenig die Geschichte Tibets überflogen und im Grunde genommen hat China keinen Anspruch auf Tibet.
Dies hier ist übrigens die Flagge der tibetischen Exilregierung, die in China verboten ist:
Der jetzige Dalai Lama ist übrigens der 14. in der Riege und heißt mit bürgerlichem Namen Tenzin Gyatso.
Tobias _________________ "Meglio sdrucciolare con i piedi che con la lingua."
("Lieber mit den Füßen ausrutschen als mit der Zunge.") |
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Luca

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 677 Wohnort: Köln
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Verfasst am: 16.03.2008, 18:42 Titel: Tibet |
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Seit einigen Tagen beobachte ich die Lage in Tibet.
Was da jetzt wieder passiert, kann man nicht verstehen, wenn man eine demokratische Gesinnung hat.
Was mich aber vor allem gedanklich ein wenig umwirft ist, daß Politiker und Sportpolitiker gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking stimmen würden... Natürlich, die Sportler haben hart trainiert, man arbeitet auf solche Ziele hin, aber ist es nicht wesentlich wichtiger, Flagge zu zeigen und sich gegen das Unrecht aufzulehnen, wie es gerade in Tibet passiert?!
China setzt gerade Schlagzeilen in die Welt, daß sie zu einem "Volkskrieg gegen Separatitsten" aufgerufen haben (wenn sie jetzt gegen Tibet "klein bei geben würden", dann würden z. B. die Mongolen auch aufstehen), momentan wird alles dafür getan, daß die Ausländer aus dem Land rauskommen, damit nichts mehr berichtet werden kann, da Internet und Handyverbindungen schon gekappt sind...
Ich finde, kein Sport der Welt ist es wert, nicht trotz allem zu zeigen, was man vom Gebahren einer solchen Regierung wie China hält, die nur Gewalt kennt.
Sport und seine wirklich großen Arbeiten zu solchen Ereignissen, das will ich ja keinem absprechen, aber es gibt noch wichtigere Dinge auf dieser Welt! Deshalb finde ich es schade, daß die Vertreter des olympischen Komitées und leider auch unsere Bundeskanzlerin gegen solch einen Boykott sind und sich damit heraus reden, daß der Sport nichts mit Politik zu tun hat! Hier geht es um mehr!
Luca _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas sinnvoll ist,
egal, wie es ausgeht.
(Vaclav Havel) |
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Hospes

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 1856 Wohnort: ohne Zorn nahe München
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Verfasst am: 16.03.2008, 19:02 Titel: China |
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Lieber Luca,
wie immer triffst Du mit Deiner Analyse voll ins Schwarze.
Mich erinnert das sehr an die Spiele in Berlin 1936, als dem Ausland ein heiles Reich statt des unheilvollen Reiches vorgegaukelt wurde.
Ganz zu dem menschenverachtenden Handeln der Machthaber gehört auch, dass hunderttausende von Katzen und Hunden qualvoll getötet werden:
https://ssl.sueddeutsche.de/panorama/artikel/91/162638/
Ich finde es kläglich und beschämend, wie die Bundesregierung und die ganze Sportlobby hier vorgeht.
Vielleicht hat Frau Merkel Angst, wie nach dem Besuch des Dalai Lama, einige Wochen lang keine offizielle chinesische Hand mehr schütteln zu können.
Man kann sich alles schön reden.
Hospes _________________ Dum spiro, spero. (Solange ich atme, habe ich Hoffnung.) |
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Luca

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 677 Wohnort: Köln
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Verfasst am: 17.03.2008, 09:21 Titel: Re: China |
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Der Artikel über die grausame Behandlung von Katzen und Hunden ist schrecklich und man kann ihn kaum lesen, ohne sehr traurig, betroffen und wütend zu werden! Was ist noch alles der Preis dafür, daß die Olympischen Spiele in Peking stattfinden?! Was hat die Leute geritten, sich für Peking zu entscheiden?!
| Zitat: | | Vielleicht hat Frau Merkel Angst, wie nach dem Besuch des Dalai Lama, einige Wochen lang keine offizielle chinesische Hand mehr schütteln zu können. |
Wie wahr, wie wahr! Bisher war ich von Frau Merkel insgesamt doch positiv überrascht, aber diese Haltung enttäuscht mich doch sehr!
Luca _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
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dass etwas sinnvoll ist,
egal, wie es ausgeht.
(Vaclav Havel) |
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tobias Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 1593 Wohnort: ein Rheinländer in Bayern
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Verfasst am: 12.05.2008, 06:00 Titel: |
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Diese Woche besucht der Dalai Lama erneut Deutschland.
Ich finde es ein Armutszeugnis, daß unsere Politiker Arbeit und Termine vorschützen, nur um sich nicht mit ihm treffen zu müssen!
Vor wenigen Wochen hat die Bundeskanzlerin ihn sogar noch mehr oder weniger offiziell empfangen und nur, weil China daraufhin "not amused" war, habe ich den Eindruck, daß jetzt alle einen Rückzieher machen! Warum eigentlich? Für mich sieht das so aus, als ließen wir uns von der Politik Chinas und den allgemeinen Wirtschaftsinteressen vorschreiben, was wir zu tun haben.
Schade, daß sich Deutschland somit auch ein Stückweit zur Marionette Chinas macht!
Tobias _________________ "Meglio sdrucciolare con i piedi che con la lingua."
("Lieber mit den Füßen ausrutschen als mit der Zunge.") |
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