Wolfgang Overath Wolfgang Overath
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.02.2007 Beiträge: 2557 Wohnort: Hummetroth/Odenwaldkreis
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Verfasst am: 27.12.2007, 20:20 Titel: Hennes Löhr |
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"Ich war versessen, ein Tor zu machen"
Hennes Löhr spielte 14 Jahre lang in der Bundesliga und nur für einen, für seinen Club, den 1. FC Köln. 1978 beendete er seine Karriere. Bei der WM 1970 in Mexiko wurde "De Naas", wie Löhr in Köln gerufen wird, Dritter und stand auch 1972 im deutschen EM-Kader.
Sein Fußballer-Leben war stets mit dem FC verbunden. So schloss Löhr seine aktive Laufbahn 1978 mit dem Gewinn des Doubles ab und war für Köln zwischen 1980 und 1986 als Trainer und Manager tätig. 1986 wechselte er dann zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) und führte die späteren Stars Jürgen Klinsmann und Thomas Häßler 1988 in Seoul durch ein 3:0 im kleinen Finale gegen Italien zu Olympiabronze. 1990 übernahm Löhr die U21 von Berti Vogts und gab das Amt 2002 an Jürgen Kohler weiter.
Erinnerung an alte Zeiten
Johannes Löhr, von allen nur "Hennes" genannt, steht mit seinem Namen für die große Zeit des 1. FC Köln in den 60er und 70er Jahren. Er spielte als Stürmer von 1964 bis 1978 381 Mal in der Bundesliga für den 1. FC Köln und erzielte dabei 166 Tore.
Damit ist er bis heute der Rekordtorschütze der Kölner und auf dem neunten Platz in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga. Und gerne erinnert sich Löhr an die Anfangstage rund um das Kölner Geißbockheim: "Es waren damals schon mit die modernsten Anlagen, die wir hatten. Auch von der Einrichtung des Clubhauses, von der medizinischen Abteilung her - da waren wir schon führend in der Bundesliga."
Kölner Torjäger wie Löhr fehlen
In den 60er Jahren galt die Clubanlage des 1.FC Köln sogar als Vorbild für den FC Bayern München und sie sieht heute noch genauso aus wie früher. Allerdings hat der Club, der nur noch in der 2. Bundesliga spielt, keinen Torjäger mehr wie Hennes Löhr, auch wenn der gar nicht den typischen Mittelstürmer verkörperte.
"Nur das macht einen Torjäger aus, dass man auch den unbedingten Willen hat irgendwie ein Tor zu machen. Das erfüllt das Spiel auch mit Leben und ein Tor zu schießen ist das Schönste was man machen kann. Das war immer von Anfang an mein Beitrag zum Spiel, das ich darauf bedacht war und versessen war ein Tore zu machen."
Stürmer braucht Mittelfeld
Aber ein Stürmer braucht auch ein gutes Mittelfeld für die Vorarbeit. In Köln hatte Löhr mit dem Weltmeister von 1974, Wolfgang Overath, einen Spielmacher par Excellance an seiner Seite. "Hennes" denkt noch heute an das tolle Zusammenspiel mit Overath: "Der Wolfgang wusste, wenn ich eine Bewegung machte, wo er den Ball hin zu spielen hatte, das ging automatisch."
Und weiter: "Auf der anderen Seite wusste ich auch, wenn der Wolfgang geschaut hatte, was er denn vor hatte. Das sind so Dinge, die dann mit der Zeit automatisiert werden - das brauch man dann nachher gar nicht mehr zu trainieren - es ist halt so!"
Meister und Torschützenkönig
Highlights der Karriere des Torjägers waren der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1978, den Löhr verletzungsbedingt am Ende nur von der Reservebank aus verfolgen konnte - und der Gewinn der Torjägerkanone 1968, als er mit 27 Saisontoren Torschützenkönig wurde. Das macht ihn natürlich stolz, aber als immer noch großer Fan seines 1. FC Köln denkt der 65-Jährige lieber in der Gegenwart: "Mittlerweile ist es so, dass ich lieber hätte, wenn wir ein paar Torschützen hätten, die uns in die Bundesliga schießen würden."
Und so freut sich Hannes Löhr selbstlos auf den Stürmer, der seinen Torrekord knacken wird - damit sein Club, der 1. FC Köln, schnellstmöglich wieder gegen die deutschen Topmannschaften am Ball ist.
Quelle: www.bundesliga.de _________________ Kniet nieder Ihr Bauern, Köln ist zu Besuch
Viva Colonia |
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