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Irgendwie anders



 
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 13.06.2015
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 14.06.2015, 17:24    Titel: Irgendwie anders Antworten mit Zitat

So, eigentlich sollte das hier eine Beschreibung sein, wie das Leben bei uns abläuft. Es ist dann mehr und mehr ein von der Seele schreiben geworden und ich hoffe, dass das so auch ok geht. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn hier lieber niemand drauf antwortet oder es zu viel Text zu lesen ist. Ich habe angefangen mit dem Gedanken, diesen Text für andere Angehörige und Betroffene zu schreiben. Schlussendlich habe ich es wohl eher für mich geschrieben und für meine Eltern. Weil ich sehe, welchen Weg wir schon zusammen zurückgelegt haben. Was es uns an Nerven, Zeit und Kraft gekostet hat, so weit zu kommen. Wie viele kleine Siege es zu feiern gab und wie sehr Niederlagen schmerzen. Aber vor allem, sehe ich, wie sehr mir meine Eltern doch auch vertrauen müssen, um so viel Veränderungen überhaupt zuzulassen und das ich ganz schön stolz auf sie bin.
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Man kann in der Welt ein wunderbares Leben leben, wenn man zu arbeiten und zu lieben versteht.
Zu arbeiten für das, was man liebt, und zu lieben das, woran man arbeitet.
L. Tolstoi
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BeitragVerfasst am: 14.06.2015, 17:24    Titel: Anzeige

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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 13.06.2015
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 14.06.2015, 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie anders


Der Anfang

Ich weiß nicht, wann es mir zum ersten Mal aufgefallen ist, dass bei uns daheim vieles ein bisschen anders lief, als bei meinen Freund/Innen. Ich glaube, es gab nicht einmal dieses eine Hallo- Wach- Erlebnis. Es war vielmehr ein schleichender, langsamer Prozess der Erkenntnis… und der tat leider ganz schön weh. Meine Eltern sind Messies.

Eins vorweg: Ordnung und Struktur waren immer schon schwierige Punkte im Leben meiner Eltern. Bei beiden geht dieses Chaos auch mit einem Chaos in ihrer Kindheit einher. Sie hatten es beide auf ihre eigene Art nicht leicht: Meine Mutter lebte freier, dafür mit Verlusten. Mein Vater als Einzelkind mit dominanter Mutter, deren gesamte weibliche Familienlinie Züge des Messietums aufweist.

Beide hätten es auch gerne ordentlich und strukturiert, beide haben davon unterschiedliche Vorstellungen und beide schaffen es nicht – auf ihre Art. Dazu kommt, dass meine Eltern sich im Laufe der Jahre sehr auseinanderdividiert haben, was die Lage auch nicht unbedingt einfacher macht.

Wir leben in einem großen Haus mit großen Grundstück in einem recht beschaulichen Dörfchen. Nahezu das gesamte Haus ist unterkellert, dann kommt das Erdgeschoss, in dem früher meine Großeltern lebten, das 1. OG in dem, die wichtigsten Wohnräume und früher das Kinderzimmer von meinem kleinen Bruder (heute das Arbeitszimmer meiner Mutter) sind und im 2. OG wohnten meine ältere Schwester und ich. Es gab immer schon viel Platz um sich auszubreiten, doch seltsamerweise war es nie genug. Nach dem Tod meiner Großeltern kam deren ganze Wohnfläche hinzu… und es war immer noch nicht genug. Bis mir irgendwann klar wurde, dass kein Platz der Welt genug wäre. Weil es gar nicht so sehr darauf ankommt, wie viel Platz man hat, sondern wie viel Zeug Platz finden muss.

Ich kann mich durchaus an Tage erinnern, an denen unser Haus auf den ersten Blick sauber war. Das war dann in sehr arbeitsreichen Stunden mit an Panik grenzender Hektik geschehen. Alles an Kruscht in abschließbare Zimmer gepackt, Schlüssel rum und tadaa. 24 Stunden Wohlfühlfaktor… bis die Türen wieder aufgeschlossen wurden und das Chaos natürlich noch größer war als vorher. Ich erinnere mich sehr gut an Böden, Schränke, Räume voller Chaos. Alles lag neben allem lag neben anderem. Kein Feuchtmüll, sondern einfach Gegenstände über Gegenstände.

Je älter ich wurde, desto mehr fiel mir auf, dass es dieses Chaos bei meinen Freunden nicht gab. Kein Dreck, kein Spinnweben, kein Durcheinander, keine Angst die Schuhe auszuziehen, keine Angst Schränke zu öffnen. Meine Freunde zu mir nachhause einzuladen, wurde mir immer peinlicher. Je älter ich wurde, desto mehr habe ich es gemieden. Mein Zimmer war ganz oben unter dem Dach. Meine Freunde hätten einmal durch das komplette Haus gemusst. Allein die Vorstellung sorgte bei mir für schlaflose Nächte. Es ging so weit, dass ich Panik bekam, wenn es klingelte. Dass ich mich versteckte, wenn Besuch kam, weil ich die Blicke nicht mehr ertragen konnte. Es war eine Mischung aus Scham, Ekel, Verzweiflung und Resignation, die ich jahrelang empfand und die Gewissheit, dass ich so nicht leben wollte.
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 13.06.2015
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 14.06.2015, 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Eltern

Der große Unterschied zwischen den beiden, ist ihr Umgang mit dem Chaos. Sowohl dem in unserem Haus, als auch dem eigenen Chaos – tief in ihnen.

Meine Mutter weiß (und wusste immer), dass es bei uns daheim nicht gerade geordnet geschweige denn sauber war. Wenn man mit ihr darüber redet, fängt sie schnell an zu weinen, weil das Chaos sie so sehr stört und an vielem hindert. Sie hat so gut sie konnte dagegen gehalten, versucht das Chaos einzudämmen, hat oft verloren, aber auch oft gewonnen.
Sie ist meine Meisterin der Hau-Ruck-Aktionen. Wenn sie erst einmal in Fahrt gekommen ist, kann sie räumen, bis ihr die Puste ausgeht und das Ergebnis ist Wahnsinn, der absolute Hammer, immer richtig sauber… nur leider nie von Dauer. Der Zustand hält sich zwischen 1 Tag (häufige Nutzung des Raumes) bis zu einer Woche (seltener Nutzung des Raumes).

Ihr großes Problem ist die fehlende Struktur und Organisation. Dinge sinnvoll zu ordnen, vorhandene Systeme zu nutzen, etwas gleich zu erledigen, durchdachtes Vorgehen… all das fehlt ihr und das hat sie leider in den letzten Jahren auch nicht wirklich gelernt. Sie neigt dazu den Überblick zu verlieren, sich dann darüber zu ärgern und sich dann darüber zu ärgern, dass sie es nicht wirklich ändern kann und irgendwann vergisst sie dann wieder, dass sie sich geärgert hat. Bis das Chaos ihr wieder ins Gesicht springt, weil sie z.B etwas dringend sucht. Verdrängen kann sie auch ganz gut.

Meine Mutter ist eine herzensgute Person. Sie ist sehr hilfsbereit und loyal, eine tolle Freundin /Zuhörerin und Ratgeberin, kirchlich und sozial sehr engagiert mit einem großen Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis. Sie wird geschätzt und respektiert, macht sich viele Gedanken und hat ein Herz aus Gold. In ihrer Nähe kann einem nicht kalt werden, weil sie so viel Wärme und Liebe ausstrahlt. Und eines meiner ganz großen Ziele war(und ist) immer, so ein Mensch zu werden, wie meine Mutter.




Mein Vater weiß (und wusste) immer, dass es bei uns daheim nicht gerade geordnet geschweige denn sauber war – und das war die alleinige Schuld meiner Mutter. Er selber hält sich für unglaublich strukturiert und ordnungsliebend. Er liebt nichts mehr als neue Ordnungssysteme zu erfinden, die er dann umsetzen will und nach einem Achtel der Arbeit aufgibt und sich ein neues Ordnungssystem ausdenkt, welches er dann umsetzen will, es nach einem Achtel der Arbeit aufgibt und sich ein neues Ordnungssystem… es ist ein Chaoskreislauf. Zu unserem Leidwesen denkt er nicht nur unglaublich kompliziert, sondern auch dermaßen umständlich, dass wir nie auch nur hinter eines dieser Systeme gestiegen sind.
Er ist der Hüter unseres Müllsystems. Kein Papierschnipsel, keine Gurkenschale, kein Frischhaltefolienrest, kein Holz-, Möbel-, Metall-, oder Kunststoffstück verlässt unseren Haushalt ohne eine genaue Überprüfung durch ihn. Besteht auch nur der Hauch einer Wiederverwendungsmöglichkeit (so abstrus diese Idee auch sein mag), wandert der Gegenstand in seine heiligen Hallen, um in 99% der Fälle nie wieder aufzutauchen oder Verwendung zu finden.
Beim Sammeln unterscheidet er nicht zwischen kaputt oder unbrauchbar, verschimmelt oder wertlos. Das Haben und das Besitzen gibt ihm Sicherheit. Das er gar nicht mehr weiß, was er alles hat, dass er es nicht benutzt oder nicht schön findet, dass es schon unzählige Male in unserem Haushalt vorkommt… all das, interessiert ihn nicht. Seine Sachen sind wertvoll. Die Sachen anderer (also von meiner Mutter, mir oder meinem Bruder) stören ihn und sorgen seiner Meinung nach für Chaos.

Mein Vater ist eine sehr schwierige Person. Er mag keine Gespräche über Gefühle und keine Gefühlsäußerungen. Er lebt sehr ich-bezogen und ist am liebsten für sich und in seiner Welt. In seinem Beruf ist er sehr erfolgreich und anerkannt, schimpft daheim aber in einer Tour über seine allesamt unfähigen Kollegen und wie ohne ihn, alles den Bach heruntergehen würde. Gleichzeitig ist er in der modernen Welt der PCs, Waschmaschinen, Spülmaschinen, Handys oder mit dem Führen eines Haushaltes komplett überfordert und will sich den Anforderungen nicht stellen. Nach außen hin, ist er der Technik- und Ordnungsexperte schlechthin. Er braucht keine Freunde, fühlt sich durch die Nähe anderer eher gestört und hat am liebsten seine Ruhe. Veränderungen machen ihm Angst, aber auch das würde er niemals zugeben. Dass er einen Fehler zugibt, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht einmal mitbekommen. Wirkliches Interesse an uns Kindern hat er nicht, stolz ist er insgeheim aber trotzdem- auf eine sehr spezielle, verquere Art. Er liebt es, Sport im TV zu schauen und hat ein enormes Wissen darüber und ist gerne im Garten.
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L. Tolstoi
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Anmeldungsdatum: 13.06.2015
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 14.06.2015, 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Die Wahrheit erkennen

Es hat mich viel Zeit gekostet, zu verstehen, warum meine Eltern so leben und wieso es dazu kam. Meine Schwester hält sich aus dieser Problematik weitgehend heraus. Für meinen kleinen Bruder ist es irgendwie Normalität geworden, auch wenn er sein eigenes Zimmer gerne sauber hält (was für die anderen Räume aber nicht gilt). Wir haben dennoch ein sehr enges und herzliches Verhältnis zueinander. Wir Kinder untereinander, aber auch wir Kinder zu meiner Mutter. Das Verhältnis zu meinem Vater gestaltet sich aus den oben genannten Gründen sehr schwierig.

Ich bin nicht von Natur aus ordentlich. Ich habe es mir irgendwann selber beigebracht, dank viel Lektüre und Recherche und Arbeit. Ich wollte es schön und ordentlich haben und mein Auszug von daheim erst wegen meinem FSJ, dann wegen des Studiums hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich Ordnung und Struktur gelernt habe. Gleichzeitig habe ich aber auch begriffen, dass es genau das war, was meinen Eltern immer gefehlt hat und so bin ich auf Klara gestoßen.

Ich habe Stunden damit verbracht, die Geschichten von hier zu lesen, zu lernen, zu versuchen zu verstehen und nachzuforschen, wie man als „Cleansie“ richtig damit umgeht. Und ganz nebenbei habe ich auch noch versucht, mich mit diesem Begriff überhaupt erst anzufreunden. So sehr ich ihn nachvollziehen kann, so sehr fühle ich mich zeitgleich wie jemand, der mit dem Schrubber abgewaschen, mit Desinfektionsspray eingenebelt und dann hygienisch in eine Folie verpackt wurde. Versehen mit einem kleinen Aufkleber, auf dem steht: Bei optimaler Lagerung (unter 25°C) noch ca. 60 Jahre haltbar. lachen

Dass sich auch bei meinen Eltern etwas ändert, hat letztlich meine Mutter entschieden. Sie wollte so nicht mehr und wir sind das alles in kleinen Stücken angegangen, wobei meine Mutter auch einige Hau- Ruck- Aktionen gestemmt hat, deren Ergebnis ich erst mal vollkommen platt verdauen musste, so beeindruckt war ich.
Auch mein Vater kam in Mini- Schritten entgegen. Er versucht zu lernen, auch mal freie Fläche zu ertragen und nicht alles gleich wieder zuzustellen. Wobei meine Mutter dann auch immer schimpft, wenn er es trotzdem wieder versucht, weil sie diese freien Stellen schon sehr gern hat.

Dieser Moment, in dem ich begriff, was daheim los war und der andere Moment, in dem meine Mutter begriff, dass nur sie etwas dagegen tun kann. Das sind Momente, die mir unglaublich viel bedeuten. Sie haben dafür gesorgt, dass ich mit der Vergangenheit und dem Schmerz abschließen und gleichzeitig wieder anfangen konnte, meine Eltern mit neuen, anderen Augen zu sehen.
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Anmeldungsdatum: 13.06.2015
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 14.06.2015, 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Sich auf den Weg machen

Ich habe mich damals entschieden meinen Eltern zu helfen, weil ich es schlicht und einfach nur gerecht fand. Sie hatten sich diese Chance mehr als verdient und ich konnte – nach einiger Zeit- befreit von den Altlasten an diese gemeinsame Aufgabe mit ihnen herangehen.

Und nach all den Jahren stelle ich fest: Es ist nicht leicht damit umzugehen. Es ist ein ständiger Drahtseilakt und sowas will auch erstmal gelernt sein. Es ist ein langer Weg, mit vielen kleinen Schritten und vielen Rückschritten, mit dem Erklimmen eines kleinen Gipfels und mit Ruhepausen. Mit Tagen oder Wochen, an und in denen gar nichts mehr geht und Momenten, in denen man selbst auch keinen Bock mehr hat und aufgeben will. Ein Weg, bei dem man manchmal Muskelkater hat und trotzdem stolz auf eine gelungene Etappe ist, bei dem innerhalb von Sekunden ein Gewitter aufziehen kann und man besser Deckung sucht. Es ist ein Weg, den man manchmal ändern oder ganz abbrechen muss, um später einen neuen Pfad zu suchen und etwas, dass unbedingt jeder in seinem Tempo gehen muss.

Als Angehöriger ist es, denke ich, am Wichtigsten sich ganz bewusst zu entscheiden, was man selber möchte. Wie soll der eigene Weg, unabhängig von allem andern, aussehen? Was will man selber erreichen, was ist einem wichtig, worauf kommt es mir als Einzelperson an?
Es ist wichtig zu erkennen, dass niemand Schuld hat und einem auch mal die Hände gebunden sein können. Dass es manchmal auch besser ist, sich erst mal zurückzuziehen. Das Grenzen für beide Seiten wichtig sind und unbedingt eingehalten werden müssen.

Das Allerwichtigste aber ist es für mich, das die gegenseitige Liebe, Achtung und Würde bleibt. Man darf nicht den Respekt verlieren, nicht den vor sich, aber auch nicht den vor anderen. Verständnis ist wichtig. Für mich hatte zum Beispiel ein kleiner, alter Salzstreuer keinerlei Bedeutung, für meinen Vater war es ein Stück heile Welt.

Hier hat sich viel getan in den letzten Jahren. Die Böden sind frei, wirklich frei. Man sieht und kommt problemlos an alle Möbel und Fenster heran und man kann alle Möbel öffnen. Staubsaugen und wischen ist prinzipiell kein Problem mehr. In der Praxis muss ich hin und wieder darauf hinwirken. Die fehlende Ordnung und Struktur haben wir ganz, ganz langsam eingeführt. Es ist immer noch das allergrößtes Problem, von dem Beweise beseitigen will ich lieber gar nicht erst anfangen, das ist ein absolutes Langzeitprojekt. Ordnung machen und Ordnung halten, sind eben zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.

Die Fortschritte meiner Mutter sind dabei immens. Mein Vater tut sich sehr schwer – verständlich wo er sich für den ordentlichsten Menschen der Familie hält. Seine Bereiche (Arbeitszimmer, sein Fernsehzimmer, Keller) wandeln immer noch im Chaos. Sie sind vollgestopft mit Sachen. Aber er verbreitet es nicht über diese Räumlichkeiten hinaus… wenn man ihn daran erinnert. Ihm geben diese Sachen Sicherheit und ich denke, aus diesem Denken bekomme ich ihn auch nicht mehr heraus. Er ist jetzt 61. Er ändert sich nicht mehr. Er will es auch gar nicht und damit ist die Diskussion darum auch müßig.

Küche, Esszimmer, Gästeklo und Bad sind begehbar und innerhalb kürzester Zeit besuchertauglich. Das Schlafzimmer gilt als Sonderfall. Die saubere Wäsche in den Schrank zu räumen, ist aufgrund Platzmangel praktisch unmöglich. Das liegt nicht an der Größe des Schranks, sondern an der Vielzahl von Klamotten. Ein weiteres Langzeitprojekt. Papierberge sind auch immer ein Thema. Meine Mutter und ich begegnen ihnen am besten zusammen. Sie hat mittlerweile einen Schredder, der ihr auch viel Spaß macht, weil weg in diesem Fall auch weg bedeutet und sie immer mehr Spaß am Ballast abwerfen bekommt. Aus den Wohnräumen hat vieles den Gang in die Mülltonne angetreten, für meinen Vater ein schwerer Schlag, aber der Kompromiss mit meiner Mutter für sein Chaos in seinen Räumen.

Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass das Haus meiner Eltern jemals so sauber wird, wie ich für mich persönlich den Standard ansetzen würde. Aber dafür ist es ja auch IHR Haus, nicht meines. Sie sollen sich wohlfühlen und das ist - meistens- der Fall. Auch wenn meine Eltern, die ständige viele Arbeit erschrickt. Aber wer Beweise nicht beseitigt, muss sich ihnen eben stellen. zwinkern

Es war ein langer Weg bis hierher und es wird noch ein langer Weg werden. Aber wenn ich mich hier und heute umdrehe, bin ich froh, dass wir ihn gegangen sind, dass ich helfen durfte und ich bin unglaublich stolz auf meine Eltern, dass sie ihn immer noch gehen. herz

It’s a journey!


The end. (for now)
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