klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 10.12.2014, 00:02 Titel: „Perfektion ist Lähmung.“ Winston Churchill |
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Das vergriffene Buch von U. Zöllner "Die Kunst, nicht ganz perfekt zu sein" hat mich eiskalt erwischt Autsch.
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Ein bisschen für die Mutigen unter uns
Perfektionisten - Ulrike Zöllner teilt sie ein in:
Grübler:
Katastrophengrübler
Moral-und Anstandsgrübler
Ordnungsgrübler
Gesundheits/Körpergrübler
Sauberkeitsgrübler
Perfektionistische Aktionisten
Kontrolleure
Ritualfanatiker
Regelfetischisten
Prinzipienreiter
Nörgler
Kritikaster
Optimumfanatiker
Selbstbild-+Anspruchsniveauknechte
Zögerer
Zweifler
Schönheitsfetischisten
| http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geo_wissen/interview-die-perfektionismus-falle-76441.html hat folgendes geschrieben: | “Dysfunktionale Perfektionisten" setzen sich hohe Standards, haben aber zugleich Angst, Fehler zu machen. Sie zweifeln oft an ihrer Leistungsfähigkeit und fürchten, den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden. Wenn etwas nicht klappt, geben sie sich selbst die Schuld, nicht gut genug gewesen zu sein. Von außen betrachtet, erscheinen einem solche Versagensängste völlig übertrieben. Aber für die Betreffenden gibt es nur Gut oder Schlecht, keine Zwischentöne, keinen Trost wie "Ich habe zwar nicht alles hinbekommen, aber doch einiges". Sie sagen eher: "Wenn ich auch nur zum Teil versage, ist das genauso schlecht, als hätte ich im Ganzen versagt."
Hinzu kommt: Dysfunktionale Perfektionisten haben oft das Gefühl, dass andere Menschen sie nicht mehr mögen oder respektieren, wenn ihnen etwas nicht gelingt. Denn sie gehen wie selbstverständlich davon aus, dass sie als Person nur nach ihren Leistungen beurteilt werden. Das erhöht dann wiederum die Angst vor Fehlern..()...Es hat negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl ...()....
In den meisten Fällen aber kommt es aufgrund einer allgemeinen Überlastung zu Symptomen von Depressivität oder zum Burnout-Syndrom. Ein leitender Klinikpsychologe sagte mir kürzlich, es würde ihn nicht wundern, wenn das Burnout-Syndrom künftig als "perfektionistische Persönlichkeitsstörung" bezeichnet würde. In den Therapiegesprächen stelle sich oft heraus, dass die Betroffenen ihre Situation auf die eigenen perfektionistischen Verhaltensweisen zurückführen.
....(...)...Wenn eine emotional kalte Erziehung kombiniert ist mit hohen Leistungsanforderungen, ist das die beste Voraussetzung für einen dysfunktionalen Perfektionismus. Denn die Kinder suchen nach Anerkennung durch Leistung, bekommen sie aber nicht, weil nur auf die Fehler geschaut wird. Sie strengen sich daraufhin noch mehr an, um endlich die erhoffte Aufmerksamkeit zu erringen. Gleichzeitig macht sich in ihnen aber ein Gefühl der Hilflosigkeit breit. Das prägt für das Leben und wird oft wiederum an die eigenen Kinder weitergegeben.
Dr. Christine Altstötter-Gleich |
Selbsttest von Ulrike Zöllner:
~Fühlen Sie sich oft alleine und missverstanden?
~Macht es Ihnen Mühe, offen und vertrauensvoll auf andere Menschen zuzugehen?
~Leiden Sie unter Zukunftsängsten und -verunsicherungen?
~Neigen Sie zu übermäßiger Besorgnis und belasten Sie sich durch viele unbegründete Befürchtungen?
~Wünschen Sie sich öfter, Dinge leichter nehmen zu können?
~Haben Sie Mühe, zu sich selbst ja zu sagen und sich so anzunehmen , wie Sie sind?
~Meinen Sie, dass Ihre Risikobereitschaft eher klein ist?
~Sagen Sie häufig 'generell' , 'prinzipiell' , 'grundsätzlich' oder 'in der Regel' ?
~Erwarten andere Menschen sehr viel von Ihnen?
~Stellen Sie sehr hohe Anforderungen an sich selbst in Bezug auf Leistung, Ziele und Erfolg?
~Glauben Sie, dass man Sie hauptsächlich wegen Ihrer Leistung schätzt?
~Fühlen Sie sich häufig getrieben und innerlich unruhig?
~Würden Sie sagen, dass Sie zu viel arbeiten?
~Denken Sie noch in Ihrer Freizeit an liegen gebliebene Arbeit ?
~Ist 'Kontrolle' ein Wort , dass Sie oft benutzen?
~Halten Sie Selbstbeherrschung und Selbstkontrolle für erstrebenswerte Eigenschaften?
~Verwenden Sie sehr viel zeit darauf, bei sich, anderen Menschen oder bei Dingen zu kontrollieren , ob alles in Ordnung ist?
~Ertappen Sie sich oft dabei, bei sich und anderen zuerst einmal die Fehler zu sehen?
~Fühlen Sie sich unwohl, wenn sie nicht jederzeit den Überblick haben und über alles informiert sind ?
~Halten sie Kritik für ein sehr wichtiges Mittel, um Menschen zu fördern?
~Ist es sehr wichtig für sie, was andere Menschen über sie denken?
~Machen sie sich häufig Gedanken, ob sie sich richtig verhalten haben?
~Fürchten sie häufig, sich zu blamieren und zu demaskieren?
~Erleben sie andere Menschen oft als Belastung und Störenfriede, die ihr Programm durcheinanderbringen?
~Erledigen Sie ihre Alltagsdinge stets in derselben Art und Weise ?
~Beschäftigen Sie sich sehr mit ihrem Aussehen und dem Eindruck, den sie auf andere Menschen hinterlassen?
~Wünschen Sie sich anders und besser auszusehen ?
~Machen sie sich oft Sorgen über ihre Gesundheit?
~Beschäftigen sie sich mehr als andere Menschen damit, wie sie ihre Gesundheit erhalten und befördern können?
~Besitzen Sie sehr viele Dinge, die sie nicht wegwerfen können?
~Verbringen sie viel Zeit damit ,diese Dinge zu pflegen und zu ordnen?
~Möchten Sie eigentlich Ballast abwerfen und schaffen es doch nicht?
~Machen Ihnen Entscheidungen Mühe?
~Möchten sie sich lieber nicht festlegen, aus Angst vor Fehlentscheidungen?
~Wünschen Sie sich öfter, sie wären spontaner, freier und offener?
| http://www.migrosmagazin.ch/pdfarchiv/pdf/200914-DMHP3003-094-BesserLeben.pdf hat folgendes geschrieben: |
Die drei Gesichter des Perfektionismus
Perfektionisten lassen sich grob in drei Typen einteilen:
> sie setzen sich selber unrealistisch hohe Ziele.
> sie haben zu hohe Erwartungen an andere.
> sie gehen davon aus, dass andere (unrealistisch) hohe Ansprüche
an sie haben.
Je nachdem haben Perfektionisten also die Tendenz zum Zweifler oder
zum Macher und Aktivisten. Menschen mit diesen Eigenschaften sind in
der Arbeitswelt zwar durchaus willkommen. Leben sie diese Eigenschaft
aber zu stark aus,
kann Wille zu starrem Eigensinn,
Ordnungsbewusstsein zu Pedanterie,
Strebsamkeit zu verbissenem Ehrgeiz werden —
Eigenschaften, die das Umfeld nerven.
«Erreicht der Perfektionismus einen bestimmten Grad, muss man von einer Zwangsstörung sprechen, die behandelt werden muss», erklärt Psychologin Ulrike Zöllner.
Erste Hilfe
Hilfe aus dem Umfeld
>Haben Sie Geduld mit «Ihrem» Perfektionisten.
>Schätzen Sie auch die kleinen Schritte.
>Üben Sie keinen Druck aus.
>Kommunizieren Sie offen über Ihre Gefühle.
Tipps für Perfektionisten
>Verabschieden Sie sich vom Alles-oder-nichts-Denken.
>Machen Sie auch mal einen Punkt.
>Hören Sie ernsthaft auf die Meinung Ihrer Bezugspersonen.
>Geben Sie auch mal einen Fehler zu. |
_________________
Wenn kleine Leute in kleinen Orten
kleine Dinge tun,
verändern sie die Welt.
(Afrika) |
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Verfasst am: 10.12.2014, 00:02 Titel: Anzeige |
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 13.10.2015, 09:58 Titel: |
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Im Zusammenhang mit meiner Ex-Chefin,
die den Perfektionismus perfektioniert hat ....
Eigentlich ist das garnicht zum Lachen
Sie tyrannisiert alle und jeden, inklusive sich selbst.
Aber sie merkt es nicht mehr !
habe ich mal im Netz geforscht.
Ich bin froh,
bin durch Klara und das 20/80 ein paar Schrittchen weiter als sie, das freut mich,
aber ich bin noch lange nicht los von dem Schwachsinn
Irgendwo habe ich gelesen:
"Der Perfektionist hat kein Gefühl für das richtige Maß - maßregeln hingegen kann er sehr gut ."
Hier hat sich einer richtig Mühe gemacht und gut recherchiert, dass man das ganze Ausmass der 10-stöckigen Sahnetorte gut erkennen kann:
| Code: | | http://de.wikihow.com/Eine-zwanghafte-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung-erkennen |
| http://de.wikihow.com/Den-Drang-zu-Perfektionismus-kontrollieren hat folgendes geschrieben: | Tipps
Vergleiche dich niemals mit Anderen. Wir haben alle unser eigenes Tempo, unsere eigenen Erfahrungen und erreichen verschiedene Dinge. Du bist ein Individuum und du wirst niemals genauso wie jemand anderer sein. ....
... Übe dich darin, geduldig zu sein und erwarte nicht, dass andere Menschen Dinge perfekt oder genauso wie du tun.
Achte darauf, was dir bei anderen Menschen auffällt. .... Hältst du ihnen dies vor? Manchmal legen wir anderen Menschen die gleichen unrealistischen Maßstäbe an, die wir an uns selber anlegen. ....
Sei flexibel. Würdevoll mit unerwarteten Wendungen umzugehen, kann wichtiger sein, als sich fest an einen vordefinierten Plan zu halten.
Sei ein bisschen faul. .... Der faule Weg, kann manchmal der effizienteste sein!
Achte auf tieferliegende Gedanken und Ideen, die dich zum Perfektionismus treiben. Oftmals reicht es, diese Gedanken zu erkennen, um deine Energie umzuleiten, so dass du dich entspannen kannst.
Zu versuchen, ein Perfektionist zu sein, wird dazu führen, dass du neurotisch wirst.
Anmerkung Pearl: perfektionismus kann schon die Neurose sein !
Und nicht nur das; du kannst deinen Verstand verlieren, du kannst die Unterstützung deiner Familie, Freunde und aller Menschen, die sich um dich sorgen, verlieren. Jeder hat Unzulänglichkeiten, also lerne dies zu akzeptieren. Sowohl bei anderen Menschen als auch bei dir.
Plane in deinem Tag Freizeit für dich selber ein, wenn du dies planen musst. Und nutze diese Zeit dann um zu entspannen und nichts zu tun.
Du musst nicht bei allen Dingen perfekt sein. .... Selbst wenn du den Eindruck hast, dass andere Menschen dich ständig beurteilen, die anderen Menschen um dich herum haben vermutlich genau das gleiche Gefühl.
Tritt einer Gruppe für Co-Abhängige bei, wie Al-Anon oder Coda. |
edit einige Stunden später:
In dem Zusammenhang ist er sehr interessant :
Univ.-Doz. Dr. med. Dr. scient. Raphael M. Bonelli
Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin
Facharzt für Neurologie
| https://de.wikipedia.org/wiki/Raphael_M._Bonelli hat folgendes geschrieben: |
Psychodynamisches Modell des Perfektionismus
Nach der 2014 von Bonelli publizierten Theorie ist Perfektionismus ein angstvolles Vermeidungsverhalten bei dem es zum Missverhältnis zwischen "Soll", "Ist" und "Muss" kommt. Das "Soll" repräsentiert das Ideal, ähnlich dem Sollwert in der Technik. Das "Ist" bezeichnet die persönliche Realität des Menschen, entsprechend dem Istwert.
Eine natürliche Spannung zwischen "Soll" und "Ist" ist für den psychisch gesunden Menschen leicht zu ertragen und motiviert ihn dazu, sich weiterzuentwickeln.
Ein Perfektionist hingegen erträgt diese Spannung nicht, weil für ihn das (nie vollständig realisierbare) "Soll" ein permanenter Vorwurf ist, noch nicht perfekt zu sein.
So mutiert das "Soll" zum angstauslösenden "Muss", das den Handlungsspielraum einschränkt.
Hintergrund ist eine überzogene Angst vor Fehler und der damit verbundenen Kritik, die er ängstlich-verkrampft zu vermeiden sucht.
"Es geht dem Perfektionisten nicht um die Perfektion an sich, sondern um die damit verbundene bombensichere Unantastbarkeit".
Bonelli stellt einen Zusammenhang zwischen dem Perfektionismus und den Big Five fest. So hat Perfektionismus sowohl mit Gewissenhaftigkeit als auch mit Neurotizismus zu tun:
Der psychodynamische Unterschied zwischen der Gewissenhaftigkeit und dem Perfektionismus ist, dass erstere als gesundes Perfektionsstreben intrinsisch motiviert ist, letzterer extrinsisch. Je mehr Angst im Spiel ist, umso höher der Neurotizismus und umso extrinsischer die innere Motivation. |
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bibi blocksberg
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.09.2012 Beiträge: 766 Wohnort: BW
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Verfasst am: 21.10.2015, 17:35 Titel: |
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Hab gerade ein bisschen gestöbert und finde das hier sehr interessant:
Gerade dieser Sch...Perfektionismus hat mich mal wieder völlig aus der Bahn geworfen
Ich bekomme gerade nichts auf die Reihe, ich habe mich zwar körperlich wieder etwas erholt, aber in meinem Kopf herrscht das totale Chaos, essen kann ich nicht viel (schadet ja mal nichts ).
Wie kann man sich denn nur so reinsteigern? Jetzt kenne ich das schon so lange, und ich habe die Warnzeichen nicht bemerkt.
Bibi  _________________ Ordnung ist das halbe Leben - woraus mag die andere Hälfte bestehen? H. Böll |
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 22.10.2015, 19:39 Titel: |
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Liebe Bibi,
| bibi blocksberg hat folgendes geschrieben: |
Gerade dieser Sch...Perfektionismus hat mich mal wieder völlig aus der Bahn geworfen |
| Zitat: |
Wie kann man sich denn nur so reinsteigern? Jetzt kenne ich das schon so lange, und ich habe die Warnzeichen nicht bemerkt. |
Ich glaube, da hast Du Dich nicht wirklich reingesteigert. Das läuft doch zum Teil auch ganz unbewusst.
"Der Schlamassel ist nicht in einem Tag entstanden und wird auch nicht in einem Tag verschwinden ..." gilt auch hier
Die Küchenpsychologie meint , das sei schon in der Kindheit angelegt worden.
Und weil das Kind liebgehabt werden möchte, tut es alles für seine Eltern...
Uns schwupps, haben wir in der Prägephase das Perfektionsprogramm installiert - meine Mutter erzählte immer stolz, dass ihr kleines Pearlchen mit zwei Jahren schon abends akribisch genau die Spielsachen weggeräumt hat, nicht einschlafen konnte, wenn die Bauklötze nicht ordentlich gestapelt im Kistchen lagen und im Sandkasten immer geweint hat (schmutzig da, Mama mag nur saubere Kinder !) - und das sind nicht die schlimmsten Geschichten vom Wunderkind Pearl.
Ähnliche erbauliche "Anekdoten" gibt s sicher auch aus deiner Kindheit
Und unsere Umwelt arrangiert sich später damit , es gibt ja auch Nutzniesser von der Perfektionsmeise...
ich find es klasse, dass Du einen Therapieplatz gesucht & gefunden hast und daran arbeiten willst
Quäl Dich nicht damit, ab jetzt geht es aufwärts bei Bibis  _________________
Wenn kleine Leute in kleinen Orten
kleine Dinge tun,
verändern sie die Welt.
(Afrika) |
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