klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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Shelby

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.08.2011 Beiträge: 449 Wohnort: nordisch
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Verfasst am: 09.11.2013, 11:46 Titel: Entsorgen ohne Reue |
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Geht es Euch auch so? Ihr werft Dinge weg um dem Ziel einer ordentlichen Wohnung und eines befreiten leichten Lebens näher zu kommen.
Und irgendwann holt die Erinnerung eines dieser entsorgten Dinge ins Bewusstsein zurück und Ihr vermisst es schrecklich.
Ihr fragt Euch: wie konnte ich das nur weggeben? In bestimmten Situationen kommt das immer mal wieder hoch und
Ihr zweifelt ob es richtig ist soviel zu entsorgen. Irgendwann wird man es vielleicht bereuen.
Es fällt mir nicht leicht Entscheidungen zu fällen, weil ich dann mit den Konsequenzen leben muss. Genauso geht es mir beim Entrümpeln.
Wer weiss, ob ich den Gegenstand vielleicht in ein paar Wochen/Monaten brauche. Ja, ich hab ihn jahrelang aufgehoben und nicht gebraucht und doch...
es gibt solche Situationen du hattest das mal und hast es weggeschmissen, selbst Schuld, jetzt bekommst Du genau dieses Teil nie wieder arrgghhh
Diese Gefühle, die ich durchmache, wenn ich an einen verlorenen Gegenstand denke, tun echt weh. Es ist als ob das Ding
im Nachhinein viel liebenswerter und wertvoller ist als zur Zeit als es noch in meinem Besitz war.
Ich vermisse zum Beispiel zwei Jeanshosen, deren Stoff ich heute gern zum Nähen hätte. Eine war mit Rosen und
ich hab sie Anfang der 90ger entsorgt. Das war noch vor meiner aktiven Messiezeit. Die andere lag jahrelang ungetragen
im Schrank wegen des schönen Stoffs, aber genäht habe ich da noch nicht. Als die Horterei zu viel wurde ist diese Jeans
mit als erstes in den Altkleidersack gewandert.
Und dann ist da dieses Neckholdershirt von meiner Mutter. Wollte ich unbedingt haben, nur einen Sommer getragen,
bekam an einer Stelle Mottenlöcher und wurde entsorgt. Das Teil war bestimmt 10 Jahre alt, super weich und verblasst.
Aber ich würd nicht wenig Geld dafür geben, hätte ich es zurück um daraus was zu nähen.
Total verrückt dieses Hängen an Dingen. Jeder würde sagen nimm doch nen anderen Stoff. Aber ich will den und sonst keinen!
Kein Wunder, dass ich mich so schwer trenne.
Nun fragt mich jemand aus der Familie nach einem alten Heft mit einer Tiergeschichte. Mehr als 30 J. alt. Ich bin total verdutzt darüber,
dass die Person sich an die Geschichte erinnert. Leider bin ich mir fast sicher, dass ich das Heft vor ein paar Monaten entsorgt habe.
Ich weiß noch, dass ich wehmütig war als ich es in der Hand hielt. Aber meine Liebe zu den Dingen entflammt meist nur, wenn ich sie sehe.
Wenn sie im Schrank liegen, vergesse ich, dass ich sie habe und fallen sie mir nicht zufällig wieder in die Hände oder jemand erinnert mich,
dann vermisse ich sie nicht.
Ich war mit mir im Reinen als ich mich zum Entsorgen des Heftchens entschlossen habe. Jetzt hat sich das Blatt gedreht,
ich sehe die Bilder vor meinem inneren Auge und möchte heulen. Andere Heftchen hab ich behalten, die eigentlich gar keinen
sentimentalen oder materiellen Wert haben (weil Nachdrucke). Diese spezielle Geschichte war ein Sonderdruck und ist wohl nicht mehr zu beschaffen.
Super gemacht Shelby!  _________________ Liebe Grüße von
Shelby
Angewohnheit des Monats: Putze Deine Spüle!
Heute patch ich,
morgen putz ich
... auch nicht.
Ist das Kunst oder kann das weg? |
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Verfasst am: 09.11.2013, 11:46 Titel: Anzeige |
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Kugelrund

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2013 Beiträge: 1915 Wohnort: RLP
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Verfasst am: 09.11.2013, 17:43 Titel: |
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Das Gefühl kenne ich auch. Das geht mir mit Kuscheltieren manchmal so, ich vermisse zum Beispiel eine ganz super flauschige Katze, die ich mir damals "heimlich" von meinem Taschengeld gekauft habe.
Wenn ich sie zufällig in einem der "Läusesäcke" finden würde, würde ich mich wahnsinnig darüber freuen und sie wahrscheinlich nie wieder aus der Hand geben. (Mit 25 Jahren ) Aber wahrscheinlicher ist, dass ich sie tatsächlich weggegeben habe.
So etwas passiert und man hat sich von Dingen nicht ohne Grund getrennt. Man hat zu der Zeit der Trennung gewusst, dass man es nicht mehr brauchen wird.
Vielleicht muss man ähnlich damit umgehen, wie mit lieben Menschen (auch Haustiere), die man durch Kontaktabbruch oder Tod verliert.
Man darf sich daran erinnern und man darf auch traurig sein über den Verlust, aber man muss wissen, dass dieser Verlust nicht das Ende ist.
Deine Hose wird vielleicht jetzt von einem anderen Menschen, der sich wahnsinnig über sie gefreut hat regelmäßig getragen.
Und die Geschichte bleibt ja trotzdem in Erinnerung und man kann sich sogar gemeinsam darüber freuen, dass man sie kennt. Auch wenn das Heft weg ist, gehört die Erinnerung daran für immer Dir.
Im Grunde muss man sich auch sagen: Wenn ich irgendwann diese Welt verlasse, mit was werde ich sie verlassen? Das einzige, was mir bis zum Ende hin bleibt sind meine Gefühle, vielleicht sogar noch meine Erinnerung und mein Bewusstsein ich selbst zu sein. Geliebte Freunde oder auch geliebte Gegenstände muss ich loslassen.
(Der Text war jetzt sehr melancholisch verfasst, ich hoffe, es hilft Dir trotzdem irgendwie weiter. Du bist mit den Gefühlen jedenfalls nicht alleine.) _________________
Liebe Grüße, Kuru
Kugelrunde Routinen
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 10.11.2013, 13:05 Titel: |
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Hallo, Shelby, hallo , Kugelrund,
Ich kenne das auch
Man ist im Wegschaffrausch und hinterher merkt man, es war ein Rausch, ich habe nicht gründlich darüber nachgedacht.
Viele Dinge hätte ich besser dem Heimatmuseum geben sollen - vor mir hat sie jemand lange aufgehoben, manchmal über 2 Generationen, da kann ich das nicht wegwerfen, wenn es in einem akzeptablen Zustand ist :/
Sich von Sachen trennen erfordert auch gründliche Überlegung - deshalb ist die 3-Karton-Methode prima.
Wenn der Schlamassel riesig, riesig ist, dann hat man keine Zeit, lange darüber zu philosophieren, dann muss man "Opfer" bringen um Land zu erreichen...~~~
Das mit dem Stoff kann ich gut verstehen, Shelby Ich habe hier noch einen Rock aus stabilen ursprünglich beigen Stoff liegen, den hat meine Oma aus einer Hilfslieferung von den Amis bekommen und hat sich dann mit einer Künstlerin aus dem Dorf zusammengesetzt. Die hat mit einer Handwalze Farbe auf diesen Stoff aufgetragen, damit er bunt ist - dieser Stoff ist etwa siebzig Jahre alt und noch kein bisschen fadenscheinig..Einige wenige Dinge habe ich aufgehoben und pflege sie.
Da wurzele ich drin.
~~~
ich habe bei meiner Arbeit in der Psychiatrie eine Frau kennengelernt, der ist das Haus abgebrannt. Das hat sie in ein riesiges Loch geworfen, nicht wegen dem materiellen Wert, sondern weil alles, was ihr lieb und teuer war, verbrannt ist.
Wir sind Menschen und das eine oder andere "brauchen" wir. Loslassen ist schon eine Gratwanderung.
Ich habe meine Puppe übrigens auch noch
12.11.13 das habe ich gefunden:
| Code: | | http://www.spirituelle.info/artikel.php?id=101 | am 12.11.13 um 6:18 abgerufen hat folgendes geschrieben: | Loslassübungen
Wenn aber nun das Loslassen so wichtig ist, dann ist es ja naheliegend es bewusst zu üben. Aber keine Sorge ich werde Ihnen nun keine von den Sekten empfehlen, deren Anhänger alles Hab und Gut loslassen sollen :-) Hier ein paar alltäglichere und einfachere Loslassübungen:
Wohnung entrümpeln: Dies ist eine wunderbare Loslassübung und man erschafft sich dadurch sogar noch besseres Wohnungsfengshui. Am allerwenigsten losgelassen sind all diejenigen Gegenstände, die sichtbar herumstehen oder auch sichtbar an Wänden herumhängen. Nur, was wirklich benötigt und sinnvoll ist, sollte sichtbar sein. Auch beispielsweise Bilder sollten nur aufgehängt sein, wenn sie gezielt eine sinnvolle Wirkung ergeben.
Kleiderschrank entrümpeln: Man kann da eine einfache Regel anwenden, alles was man länger als 1 (oder 2) Jahre nicht getragen hatte, raus..
Bücherregal entrümpeln: Gerade in Büchern ist sehr viel Geistesenergie enthalten. Wenn Sie feinfühlig sind, werden Sie spüren, um wieviel freier es sich anfühlt, selbst wenn sie nur wenige Bücher aussortiert haben.
Küchenschränke, Badezimmer oder Auto usw. entrümpeln.
Computer entrümpeln, alte Mails löschen
Etwas verschenken: Dies kann bis hin zu solchen Extremvarianten gehen, wo man 29 Tage lang jeden Tag jemandem ein Geschenk macht (siehe )
Säe einen Samen (auch im übertragenen Sinne gemeint): Wenn man der Erde einen Samen übergibt, auch dies ist ein Loslassen.
usw. - Überlege Dir doch eine eigene persönliche Loslassübung ! |
_________________
Wenn kleine Leute in kleinen Orten
kleine Dinge tun,
verändern sie die Welt.
(Afrika) |
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Shelby

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.08.2011 Beiträge: 449 Wohnort: nordisch
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Verfasst am: 13.11.2013, 21:38 Titel: |
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So ein Wohnungsbrand ist einfach nur schrecklich. Finanziell sowieso und emotional gar nicht auszudenken.
Wenn alles weg ist, Papiere, Fotos und andere Erinnerungsstücke...
Meine Großeltern haben damals im Krieg auf der Flucht nur einen Koffer gehabt.
Nicht wenige verloren nicht nur ihr Hab und Gut sondern auch ihr Leben.
So wie jetzt auf den Philippinen, entsetzlich traurig...
Von traurigen zu fröhlichen Gedanken:
das Heftchen ist wieder aufgetaucht TADAAAAHHH!
Also offenbar nicht entsorgt, hehe und nur an einem odd place abgelegt. Nach etwas Suchen in verschiedenen Schränken
und Schubläden hab ich es schließlich in einer Kiste entdeckt, wo vor einigen Wochen bei einer Hauruckaktion einiges an
unsortiertem Papier reingewandert ist.
Große Freude in der Familie
Kugelrund, ich wünsche Dir, dass Du Dein Kätzchen noch wieder findest.
Du hast natürlich Recht, ich habe mich bewusst entschlossen etwas weg zu geben. Dass das Heftchen nun doch wieder
aufgetaucht ist überrascht mich sehr und ich freue mich riesig, dass ich damit nun jemandem eine große Freude machen konnte  _________________ Liebe Grüße von
Shelby
Angewohnheit des Monats: Putze Deine Spüle!
Heute patch ich,
morgen putz ich
... auch nicht.
Ist das Kunst oder kann das weg? |
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Shelby

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.08.2011 Beiträge: 449 Wohnort: nordisch
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Verfasst am: 13.11.2013, 21:40 Titel: |
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Letzte Woche habe ich verschenkt:
2 Stühle
1 Schreibtisch
 _________________ Liebe Grüße von
Shelby
Angewohnheit des Monats: Putze Deine Spüle!
Heute patch ich,
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Chaota Gast
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Verfasst am: 21.03.2014, 23:17 Titel: |
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Hallo zusammen,
ich weiß ja noch nicht, wie es mir damit geht, dass ich soviele Dinge meiner Eltern wegwerfen ließ, aber nachdem ich kein Bauernhaus oder eine riesige Wohnung habe, habe ich nur einen kleinen Teil mitgenommen, was immer noch viel zu viel ist für mich, aber vielleicht hängt mir das ein oder andere dann doch noch nach, nachträglich. Ich las mal, dass es gut sein kann, gerade dann, wenn man sehr erinnerungsträchtige Dinge abgibt, diese zu fotografieren, bevor man sie abgibt, weil man sich dann trotzdem noch freuen und erinnern kann. Ob das funktioniert? Ich habe auch noch eine Puppe und einen Teddy aus Kindertagen und die stehen auf der Liste des Trennens ganz zum Schluß, ich werde die Puppe sogar reparieren lassen und den Anorak den ihr meine Mutter nähte, ist auch etwas ganz besonderes, vieles ist Erinnerung, aber es darf auch jemand anderem Freude machen, manches darf nur mir Freude machen. Schon eigenartig, woran man hängen kann
viele Grüße
Chaota |
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Kellervoll

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.04.2012 Beiträge: 3501
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Verfasst am: 22.03.2014, 09:42 Titel: |
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Ich habe mir jetzt vor kurzem ein Fotobuch machen lassen mit Kinderbildern, Sachen die ich dann doch aussortiert habe und ähnlichem.
Bei Ikea gibt es große Plastikboxen mit Deckel, da habe ich für jeden in der Familie eine geholt. Was in die Box reinpasst darf bleiben, der Rest geht.
Ich habe festgestellt dass es mir immer leid tat, wenn ich dann so ein Erinnerungsstück "vernachlässigt" irgendwo im Karton gefunden habe, jetzt ist es alles an einem Ort. Ich brauche nicht mehr zu befürchten versehentlich etwas zu entsorgen und einige Sachen sind einfach im Bild verewigt.
Ich mache übrigens auch aus den Unmengen an Bildern die das Mausekind so malt ein Fotobuch. Da werden nur die Schönsten aufgehoben. Würde ich das alles aufheben wollen, müsste ich anbauen!  _________________ Jedes Ding das ich besitze braucht meine Aufmerksamkeit!
Liebe Grüße
Kellervoll |
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faule Socke
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.02.2014 Beiträge: 178
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Verfasst am: 22.03.2014, 22:43 Titel: |
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Oh weh , das mit den Kunstwerken mit den Kleinen ist schon ein Graus.
Mini-Socke bastelt in 3D, da habe ich auch meine liebe Not.
Das mit dem Bildern muß ich auch dringendst ausprobieren. _________________ Liebste Grüße an Euch Alle
Socke |
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