klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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Waldtroll
Anmeldungsdatum: 13.05.2013 Beiträge: 227
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Verfasst am: 05.06.2013, 02:18 Titel: Freunde ausmisten? |
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hallo Leute,
ich kann nicht schlafen.
Mir geht so vieles durch den Kopf.
schon seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, es ist Zeit für einiges Loslassen.
Diesmal geht es nicht um Wohnung und Dinge, sondern um Menschen.
Genauer gesagt geht es speziell um virtuelle Menschen. Sind natürlich auch Menschen, nicht dass ich daran zweifle
Vor einigen Jahren war ich mal inet-süchtig. Als ich depressiv war. Da hatte ich mir auch Scheinwelten eingerichtet. Nicht in der Form, dass ich eine Prinzessin mit Schloss und Wald und vielen Dienern war (obwohl ich die Vorstellung mag ), eher so, dass ich tat als sei ich mitten im Leben und glücklich und mit vielen Freunden und so weiter.
In Wahrheit war ich schwer depressiv und ziemlich isoliert.
Die Rolle spielte ich scheinbar so erfolgreich, dass ich im inet viele Bekannte hatte, zum Teil telefonierten wir auch, zwei habe ich sogar mal getroffen (das war eine Art Forumstreffen).
Mit den meisten hatte ich aber nur virtuellen Kontakt.
Um es ein wenig abzukürzen.... seit ich aus der Depression raus bin, hat sich mein inet-konsum normalisiert.
Da meine letzten beiden computer den Geist aufgaben, verlor ich icq und damit auch viele der Kontakte. Passwort wusste ich nicht mehr, auch nicht die icq-Nummer. Könnte ich wiederfinden, zumindest einige, hab ich aber nicht getan.
Außerdem verlor ich auch mehrmals mail-accounts und somit war auch dort ein Teil der Kontakte von damals weg.
Inzwischen habe ich mit niemandem mehr aus jener Zeit Kontakt, obwohl ich es ein wenig schade finde. Es waren fast ausnahmslos total interessante, unangepasste Menschen, die allerdings wohl mindestens teilweise ähnliche Macken wie ich hatten (wenn ich heute so drüber nachdenke).
Inzwischen habe ich neue Kontakte, allerdings kaum noch privat. Diese Leute sind auch viel "normaler" als die von damals.
Ich dachte immer, das ergab sich einfach nicht. Denke aber nun, ich habe mich unbewusst auf Distanz gehalten und so traut sich kaum noch einer, mich privat anzusprechen. Wenn doch, dann blieb es beim kurzen Kontakt, ich beantwortete die Fragen und beendete das Ganze dann schnell wieder.
Es muss an mir liegen oder hat sich das internet in den letzten Jahren so sehr verändert?
Ich leide aber nicht drunter, zumindest glaube ich das momentan.
Nun gibt es einige Seiten, Foren und blogs, bei denen ich seit Jahren zu Gast bist. Dort gehts nicht um Philosophie oder ähnliches, sondern Sachthemen, also bestimmte Gebiete, die mich interessieren oder meine Hobbies sind.
Nun merke ich seit ner Weile, dass ich aus einigem rausgewachsen scheine oder ich einfach nicht mehr reinpasse.
tu mich aber schwer, loszulassen, weil ich es als mein Versagen, meine Nicht-Kompatibilität, meinen Egoismus, meine Sturheit, meine Rechthaberei, meine Direktheit... etc ansehe.
Ich habe mir durch meine Krisen, die mich wertvolle Lebensjahre kosteten eine ziemliche Direktheit angewöhnt, die aber bei vielen gar nicht gut ankommt, besonders Frauen, die doch alle recht harmoniebedürftig scheinen.
Schieß ich übers Ziel hinaus (grundsätzlich finde ich Ehrlichkeit und Direktheit gut, mir ist es jedenfalls lieber eine unschöne Wahrheit zu hören als eine schöne Lüge) und stoße die Leute vor den Kopf?
Ich habe aber auch keine Lust mehr auf Schönmalerei, wenn ich ganz anders fühle.
Nun gibt es deshalb Krach in einem Pflanzenblog.
Das liegt allerdings nicht nur an mir.
Früher war das ein nettes, unterhaltsames blog, mit vielen Infos, viel Humor, alles leicht und luftig, auch ein wenig seicht und rieselig möglicherweise.
Ich ging gerne mal zwischendurch dorthin, um zu sehen, was es neues gibt an der Gartenfront, Exoten gucken und einfach mal kurz hallo reinwinken. Tat mir gut.
Nun hat sich die Blogbetreiberin erstens seit einer Weile etwas rar gemacht (was ich sehr gut verstehe, so ein blog frisst sicher sehr viel Zeit und wird auch irgendwann eher zur Pflicht als zum Spaß) und zweitens, und das ist mein Problem, sie radikalisiert sich scheinbar.
die Richtung ist schwer zu beschreiben... Nachhaltigkeit usw.
Anfangs fand ich das ja auch gut, zB Kritik an den EU-Richtlinien, Wasserprivatisierung und ähnliches.
Nun driftet sie aber immer mehr in die radikale Richtung, von wegen Konsumboykott, Kleider nur noch selbst machen (nicht aus Geldmangel!), sie kritisiert auch sehr stark die deutsche Einstellung (sie stammt aus D, lebt aber inzwischen nicht mehr hier).
Ich fühle mich einfach unwohl und auch permanent moralisch unter Druck gesetzt. Dabei missioniert sie gar nicht mal. Ist echt schwer zu beschreiben.
Die Leichtigkeit ist dahin, im Vordergrund stehen nicht mehr Pflanzen und ihre Belange.
Ich darf nicht mehr seicht und oberflächlich sein, hab ich das Gefühl. Es geht ja jetzt um größeres.
Es geht für mich in Richtung Ideologie und wie ich die finde, hab ich hier ja schon an anderer Stelle gesagt.
Nun überlege ich, dort einfach tschüss zu sagen. Das ist auch nur ein Beispiel, es gibt noch mehr solcher blogs und Bereiche. Wo ich einfach nicht mehr richtig hinpasse.
Fühle mich aber schlecht deshalb, als ob es meine Schuld sei und ich was falsch gemacht hätte, mich falsch entwickelt hätte.
Im RL ist das irgendwie einfacher.
Kennt ihr sowas auch?
habt ihr euch über die Jahre virtuell verändert, in andere Richtungen entwickelt? oder verändert sich das inet? |
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Verfasst am: 05.06.2013, 02:18 Titel: Anzeige |
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 05.06.2013, 08:23 Titel: Re: Freunde ausmisten? |
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| Waldtroll hat folgendes geschrieben: | Nun merke ich seit ner Weile, dass ich aus einigem rausgewachsen scheine oder ich einfach nicht mehr reinpasse.
tu mich aber schwer, loszulassen, weil ich es als mein Versagen, meine Nicht-Kompatibilität, meinen Egoismus, meine Sturheit, meine Rechthaberei, meine Direktheit... etc ansehe. | Willkommen im Club derer, die lernen, dass man es nicht allen Menschen rechtmachen kann | Zitat: | | Ich habe mir durch meine Krisen, die mich wertvolle Lebensjahre kosteten eine ziemliche Direktheit angewöhnt, die aber bei vielen gar nicht gut ankommt, besonders Frauen, die doch alle recht harmoniebedürftig scheinen. | GFK wäre vielleicht auch was für Dich
Es ist eine notwendige Etappe auf dem Weg zur Genesung, zu lernen, die Dinge beim Namen zu nennen. Schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist immens wichtig, um nicht wieder ins alte Fahrwasser zu rutschen. Das man weitergeht und auch andere Menschen schonungslos betrachtet, empfinde ich als logisch.
Nachdem man sich selbst so viele Jahre verbogen hat, ist es wichtig , grade zu bleiben - sich wieder zu verbiegen, ebnet den Weg in die alten , selbstzerstörerischen Strukturen.
Dem Harmoniebedürfnis aller Menschen kann man durch entsprechend diplomatische Formulierungen entgegenkommen.
| Zitat: | Schieß ich übers Ziel hinaus (grundsätzlich finde ich Ehrlichkeit und Direktheit gut, mir ist es jedenfalls lieber eine unschöne Wahrheit zu hören als eine schöne Lüge) und stoße die Leute vor den Kopf?
Ich habe aber auch keine Lust mehr auf Schönmalerei, wenn ich ganz anders fühle. | Es gibt einen Satz aus der Kommunikationsforschung: "Opfer rechtfertigen sich immer." Die Opferhaltung ist vorbei, also muss ich mich für mein Tun nicht mehr ständig rechtfertigen.
Ich habe festgestellt, dass die Leute prima damit zurechtkommen, wenn ich kurz und knapp sage: "Sorry, ist nicht mehr möglich !" Selten, dass nachgefragt wird, aus welchem Grund ich mich so verhalte.
Ich denke, man kann kurz, knapp und schmerzarm mit den anderen umgehen.
Vielleicht formulierst Du Dein Statement vorher in der Textverarbeitung in einem ruhigen Stündchen aus , solange, bis Du ganz damit zufrieden bist.
| Zitat: | Nun hat sich die Blogbetreiberin ...radikalisiert ...
die Richtung ist schwer zu beschreiben... Nachhaltigkeit usw.
Anfangs fand ich das ja auch gut, zB Kritik an den EU-Richtlinien, Wasserprivatisierung und ähnliches. Nun driftet sie aber immer mehr in die radikale Richtung, ... | Schön für sie, dass sie sich entwickelt Andere an der Entwicklung teilhaben zu lassen, finde ich auch gut und wichtig - oft werden so Denkanstösse weitergegeben an Leute, die sonst nicht in diese Richtung reflektieren würden.
Grundsätzlich misstraue ich aber Leuten, die behaupten, den Stein der Weisen gefunden zu haben - den kann man eben nur für sich selbst finden | Zitat: | | Ich fühle mich einfach unwohl und auch permanent moralisch unter Druck gesetzt. Dabei missioniert sie gar nicht mal. Ist echt schwer zu beschreiben. | Hmmm.
Ich denk mal chaotisch und quer in der Gegend rum.
Du findest die Lady teilweise bewundernswert und würdest das ein oder andere gerne umsetzen, das geht aber nicht, weil da Deine Strukturen und Verpflichtungen sind, denen Du nachkommen "musst" ; Prioritäten in Deinem Leben sind anders gesetzt.
Das ist einfach so.
Deswegen bist Du nicht schlechter als sie.
| Zitat: | | Nun überlege ich, dort einfach tschüss zu sagen. Das ist auch nur ein Beispiel, es gibt noch mehr solcher blogs und Bereiche. Wo ich einfach nicht mehr richtig hinpasse. |
Dann lass das los "Ich sag mal tschüss und melde mich auf unbestimmte Zeit ab, weil ich andere Baustellen habe". Foren sind wie das Meer, es wogt und brandet und so wichtig sind wir alle nicht, dass ein Forum nicht ohne uns weiterliefe
| Zitat: | | Fühle mich aber schlecht deshalb, als ob es meine Schuld sei und ich was falsch gemacht hätte, mich falsch entwickelt hätte. |
Du weisst, dass das Quakstrudel ist.
Du hast dich in die für dich richtige Richtung entwickelt und wirst das weiter tun. Veränderung ist das, was im Leben immer stattfindet - das ist eben so. | Zitat: | | Im RL ist das irgendwie einfacher. | Im wirklichen Leben steht man der Person gegenüber und kann die Signale des anderen direkt wahrnehmen...Ich finde es weit schwieriger, einen Abschied Aug in Auge zu erklären
Im Zuge meines äusseren und inneren Aufräumens habe ich mir die Menschen angeschaut , mit denen ich intensiv zu tun habe und mir Fragen gestellt:
- Verbindet uns nur die Gewohnheit oder haben wir ein gemeinsames Thema? Sind wir eine Zweckgemeinschaft , die sich als Freundschaft tarnt ?
- Findet ein Austausch in allen Bereichen statt, können wir lachen und weinen miteinander, unterstützen wir uns in unserer Entwicklung ?
- Fühle ich mich verpflichtet und angebunden?
-Wenn ich von der Person weggehe: Wie fühle ich mich im allgemeinen ?
Und dann habe ich nichts mehr getan, um der Beziehung Futter zu geben. Es fiel kein böses Wort, ich habe keinen offen kritisiert.
Vieles ist im Dornröschenschlaf gelandet und wird von mir nicht wachgeküsst.
Der "Nachteil" Meine Beziehungen sind sehr überschaubar geworden Meine Zuwendung kostbar und wird geschätzt.
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Mademoiselle Bagatelle

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.04.2013 Beiträge: 1621
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Verfasst am: 05.06.2013, 08:53 Titel: |
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Liebe Waldtroll,
ganz auf die Kürze (habe es heute ein bisschen eilig): verabschiede Dich, denn das was Du spürst ist gesund. Das Leben ist draussen, ausserhalb vom Internet. Im Netz verfängt man sich schnell in Scheinwelten.
So ist es mir auch gegangen als ich depressiv war. Ich "lebte" nur noch in Foren und ähnlichem, war gern gesehen und gelesen ... als ich gesund wurde passte ich dort nicht mehr rein und eckte überall nur noch an.
Sieh es so: Du brauchst die Krücke Internet nicht mehr. Lass sie los. Du machst nichts falsch sondern alles richtig.
Wenn einem etwas nicht gut tut, dann sollte man es lassen.
Ich nehme da Foren wie Klara aus, weil die ja darauf zielen im eigentlichen Leben etwas zu verbesseren. |
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Waldtroll
Anmeldungsdatum: 13.05.2013 Beiträge: 227
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Verfasst am: 05.06.2013, 10:12 Titel: |
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ufff Leute,
es gibt eine neue Spur, die sich ganz spontan zufällig ergab!
Ich wollte mich näher mit dem Thema Selbstversorgung befassen, da das auch eins ihrer Themen ist. Hatte darüber neulich eine Doku (allerdings die Amis betreffend) gesehen und war zwar interessiert aber auch abgeschreckt. Hatte was sektenartiges, Weltverschwörung, Weltuntergang und so.
Man soll ja aber erstmal einen Rundblick wagen, bevor man sich nach einem kurzen Seitenblick eine Meinung bildet.
zuerst bestätigte sich bei einem video eines radikalen Bauern meine Befürchtung.
Dann stieß ich auf das blog eines Mannes, das mich total in den Bann zog. Selbstversorgung war nur ein Unterthema, der sah das auch eher realistisch und praktikabel und vor allem nicht dogmatisch. Er lebt in Südamerika, Aussteiger.
Ich klickte ein paar weitere Themen an und der Typ samt seine Lebensweise und Einstellungen wurde mir immer sympathischer. So eine Übereinstimmung, sogar in kleinen Nuancen hatte ich bisher selten.
Auch die gleiche Ansicht zu Themen wie Religion, Drogen, Macht, nur bei der Liebe geh ich nicht so ganz mit (der hat da eher so gewisse Hippietendenzen).
er hat dort ein Projekt oder eher einen Lebensweg, der mir spontan total gut gefiel. ich bin ja seit langem Regenwaldfan, dachte auch schon drüber nach, mal eine Tour mitzumachen, mir fehlte aber immer der Antrieb dazu, dann das Geld, anderes war wichtiger.
vielleicht ist das jetzt auch nur ein Strohfeuer, weil ich von, mit und in D ziemlich frustriert bin (wer nicht?) und auch auf nichts positives hoffe. Scheint, Deutschland wird seit der Ostgebietsübernahme abgewickelt. Auf unsere Kosten.
Bin aber eigentlich nicht so der Strohfeuertyp.
Aber das ist doch mal wieder nett: schließt sich eine Tür, öffnen sich neue! Noch nie passte der Spruch so perfekt. Ich hatte nämlich kurz davor bei der Pflanzenbloggerin erklärt, dass ich mich nicht mehr so wohl fühle, die Entwicklung bei mir auch in eine andere Richtung geht (und erwarte nun Schimpfe und Haue )
Also Tür zu und direkt fünf Minuten später tut sich eine neue auf
{heißt jetzt nicht, dass ich demnächst aus Südamerika blogge... aber meine sehr diffusen Gedanken, die es bisher kaum überhaupt ins Bewusstsein schafften, sind nun viel konkreter geworden. Wenn auch noch lange von der Umsetzung entfernt}
@ Pearl
deine Gedanken möchte ich erstmal verdauen. Speziell der letzte Abschnitt gibt mir sehr viel Denkfutter.... danke! |
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Kugelrund

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2013 Beiträge: 1915 Wohnort: RLP
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Verfasst am: 16.07.2014, 19:53 Titel: |
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Hallo zusammen,
für mein "Problem" wollte ich jetzt nicht extra einen neuen Beitrag schreiben, weil es genau um das Thema "Freunde ausmisten" geht. Und so wie ich das hier lese, hat sich bei Waldtroll schon einiges getan, sodass ich ihr nicht ihren Beitrag "klaue".
Es geht um eine ehemalige Freundin. Ich kenne sie schon einige Jahre und bin eine Zeit recht gut mit ihr zurecht gekommen. Das soll heißen, dass ich nie 100% hinter der Freundschaft stand, sie aber "aufgenommen" habe, weil ich (damals) dazu neigte mich Menschen mit Problemen anzunehmen.
Die Beziehung hat sich ein klein wenig (aufgrund der beruflichen Veränderungen) auseinander gelebt und ich habe dadurch das Ganze etwas nüchterner betrachten können. Dabei ist mir aufgefallen, dass es mir nach jedem Treffen mit ihr immer schlecht ging und sie mir meine ganze Energie geraubt hat.
In Emails schreibt sie meist nur über ihre Situation und geht nicht auf mich ein. Oft sind es auch negative Sachen oder Dinge, bei denen ich mir denke: "Bist Du bekloppt, tu das nicht..." oder "... denk doch mal nach, bevor Du Dich wieder in irgendwas verrennst".
Ich kann von mir behaupten, dass ich schon alles Mögliche versucht habe, um ihr zu helfen. Aber jeden Rat überhört sie und jede verzweifelte Aktion ihr Mut zu machen scheint sie nicht zu bemerken.
Schlussendlich ist es so, dass ich einfach keine Kraft und keinen Willen mehr habe, mit ihr noch irgendeinen Kontakt zu pflegen. Ich habe das Recht damit abzuschließen, damit ich mich auf mein Glück und Seelenfrieden konzentrieren kann. Denn helfen kann ich ihr mit ihren Depressionen nicht.
Auf ihre letzte Email (in der sie auch schrieb, dass sie schwanger ist) habe ich nicht mehr reagiert. In dieser Email stand übrigens nicht ein einziger Satz, der auf mich eingegangen wäre (zum Beispiel „wie geht es Dir?“). Nach gut einem Monat kommt jetzt genau an meinem Geburtstag eine SMS, ob es mir gut ginge.
Ich weiß, dass ich nicht neutral bin bei diesem Thema, aber sie schafft es einfach mich jedes Mal auf die Palme zu bringen. Tagelang muss ich über diese Dreistigkeit (auch wenn sie nicht beabsichtigt ist) nachdenken. Mit ihren Problemen möchte ich mich nicht mehr befassen und sie soll mich mit ihrer Schwangerschaft bloß in Ruhe lassen.
Vielleicht war von euch ja auch schon jemand in einer ähnlichen Situation und kann mir sagen, wie er reagiert hat. Ich weiß ja, dass die meisten von euch auch sehr tolerant sind und sich oft um andere Menschen kümmern, denen es schlecht geht. (Das ist ja auch gut, aber wenn es zu Lasten der eigenen Seele geht, darf man das Recht haben es zu beenden.)
Ein bisschen wollte ich mir das Ganze jetzt von der Seele schreiben. Ich habe die Befürchtung, dass ich ihr irgendwann ins Gesicht sagen muss: „Stopp, bis hier hin und nicht weiter.“ Das klingt für mich nach der besten Lösung, aber als einfach empfinde ich das nicht. _________________
Liebe Grüße, Kuru
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 17.07.2014, 13:03 Titel: |
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Guten Morgen, KuRu,
| Kugelrund hat folgendes geschrieben: |
Es geht um eine ehemalige Freundin. Ich kenne sie schon einige Jahre und bin eine Zeit recht gut mit ihr zurecht gekommen. Das soll heißen, dass ich nie 100% hinter der Freundschaft stand, sie aber "aufgenommen" habe, weil ich (damals) dazu neigte mich Menschen mit Problemen anzunehmen. |
Du hast dich schon entschieden siehe rot
Ich würde sie als sehr gute Bekannte bezeichnen -
Freundschaft ist ein Austausch, weil man miteinander sich austauschen möchte und das auch tut.
Wenn der Austausch über sehr lange Zeit nur in eine Richtung läuft , und es wäre relativ leicht zu ändern gewesen, dann wird das kritisch; denn der Mensch braucht diese Art von Kommunikation in dieser Form in einer Beziehung - die zwei beziehen sich aufeinander, da ist Zug dahinter, da zieht was - die sind verbunden miteinander .
| Zitat: |
Die Beziehung hat sich ein klein wenig (aufgrund der beruflichen Veränderungen) auseinander gelebt und ich habe dadurch das Ganze etwas nüchterner betrachten können. |
Abstand hilft Betriebsblindheit zu erkennen
Guter Tipp für viele Situationen : zurücktreten, eine Zeit was anderes tun und dann wiederaufgreifen
| Zitat: |
Dabei ist mir aufgefallen, dass es mir nach jedem Treffen mit ihr immer schlecht ging und sie mir meine ganze Energie geraubt hat.
In Emails schreibt sie meist nur über ihre Situation und geht nicht auf mich ein. Oft sind es auch negative Sachen .
Ich kann von mir behaupten, dass ich schon alles Mögliche versucht habe, um ihr zu helfen. Aber jeden Rat überhört sie und jede verzweifelte Aktion ihr Mut zu machen scheint sie nicht zu bemerken. |
Das ist ein Spiel, in dem Prinzessin Aufmerksamkeit sucht und bislang bei KuRu immer gewonnen hat.
Möglicherweise bemerkt sie das selbst garnicht , über die Jahre entwickeln sich Gewohnheiten in Beziehungen.
| Zitat: | | Schlussendlich ist es so, dass ich einfach keine Kraft und keinen Willen mehr habe, mit ihr noch irgendeinen Kontakt zu pflegen. Ich habe das Recht damit abzuschließen, damit ich mich auf mein Glück und Seelenfrieden konzentrieren kann. Denn helfen kann ich ihr mit ihren Depressionen nicht. |
Scheint, daß da der Punkt ist, loszulassen.
Du hast getan, was Du konntest, aber Du kannst eben nur Dein Leben ändern.
Ihres muss sie leben und ändern.
Das ist keine Gemeinheit, das ist Logik.
| Zitat: |
Auf ihre letzte Email...SMS.... | Vielleicht doch nur eine Bekannte ?
Oder schläft es schon ein
| Zitat: |
Ich weiß, dass ich nicht neutral bin bei diesem Thema, aber sie schafft es einfach mich jedes Mal auf die Palme zu bringen. Tagelang muss ich über diese Dreistigkeit (auch wenn sie nicht beabsichtigt ist) nachdenken.
Vielleicht war von euch ja auch schon jemand in einer ähnlichen Situation und kann mir sagen, wie er reagiert hat. Ich weiß ja, dass die meisten von euch auch sehr tolerant sind und sich oft um andere Menschen kümmern, denen es schlecht geht. (Das ist ja auch gut, aber wenn es zu Lasten der eigenen Seele geht, darf man das Recht haben es zu beenden.) |
ich hab ein Händchen gehabt für solche Mädels
Die eine rief mich zu jeder Tag und Nachtzeit an 'mit riesigen Problemen' und ich sass im Winter nachts um drei im kalten Flurzimmer am verkabelten Festnetztelefon und fror, während sich herausstellte, dass ihr grosses Problem die Wahl des Lidschattens zum Abendkleid ist.
Hinterher hatte ich eine Lungenentzündung, weil ich mir geduldig zwei Stunden blödes Geseihere über angehört habe und ihr keinen Einhalt geboten habe - wie blöde kann man sein ?
Ich habe das dann einschlafen lassen, nachdem sie sich mit der Nummer erfolgreich einen wohlhabenden Mann geangelt hatte - da war ich eh Misfits. Vor ein paar jahren hat sie sich wiedergemeldet und ich habe sie zu neuen Konditionen 'wiederaufgenommen' - frau will ja nicht nachtragend sein. Zwei jahre ging das so, sie war keine Plage und keine Bereicherung. Ich fing an zu beobachten - eine Stunde Telefongespräch und alles um sie Gotcha !
Da habe ich ganz klar gesagt, sorry, zwei Welten, geht garnicht mehr. Zu verschiedene Lebensentwürfe, kein Austausch vorhanden, Du weisst ja noch nicht mal, dass ich seit 10 Jahren Dingsda mache und das ist eigentlich augenfällig !
| Zitat: |
Ein bisschen wollte ich mir das Ganze jetzt von der Seele schreiben. Ich habe die Befürchtung, dass ich ihr irgendwann ins Gesicht sagen muss: „Stopp, bis hier hin und nicht weiter.“ Das klingt für mich nach der besten Lösung, aber als einfach empfinde ich das nicht. |
Tust Du ihr damit etwas Böses ? Trittst Du sie oder sowas (das geht ja mal garnicht ) ?
| http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Also+sprach+Zarathustra/Dritter+Teil.+Also+sprach+Zarathustra/Vom+Vor%C3%BCbergehen hat folgendes geschrieben: |
Diese Lehre aber gebe ich dir, du Narr, zum Abschiede: wo man nicht mehr lieben kann, da soll man – vorübergehn! –
Also sprach Zarathustra und ging an dem Narren und der großen Stadt vorüber. |
Das ist Dein Recht. _________________
Wenn kleine Leute in kleinen Orten
kleine Dinge tun,
verändern sie die Welt.
(Afrika) |
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