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Gedankenmüll entrümpeln



 
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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 16.04.2013, 11:14    Titel: Gedankenmüll entrümpeln Antworten mit Zitat

Das würde ich ganz gerne, wenn ich könnte .....


Den Gedankenmüll hatte ich, weil er da gerade hinpasste, in meinen Haushaltszustand geschrieben. Die alte Leier: Warum kann ich für andere tun, was ich für mich nicht tun kann? und mehr .....


Sonntagabend bin ich auf die glorreiche Idee gekommen meinen "aktuellen" Haushaltszustand zu aktualisieren. Das hat mir die Socken ausgezogen. Ich schrieb:

*edit* 14.04.2013* Das letzte Mal habe ich vor 1 Jahr hier reingeschaut und muss heute feststellen, dass ich so gut wie nichts verbessert habe. rot Das hätte ich wohl besser bleiben lassen, jetzt habe ich so eine motzen schimpfen Böse Laune! Alles shice - deine Emma! Böse

Auf den Schreck habe ich die halbe Nacht nicht geschlafen. müde Der Sonntag ist schon halb vorbei und gemacht habe ich auch nichts.

ABER! ..... Idee Mir ist eingefallen, was die letzte Zeit los war:

Meine Mutter ist in 2011 schwer erkrankt und hat im November 2011 eine große Operation gehabt.
Sie war anschließend in Reha.

Im Anschluss an die Reha hat sie in 2012 ein Chemotherapie begonnen, die sie erst recht geschlaucht und ihrer Kräfte beraubt hat.
Im April 2012 ist sie dann zusammengeklappt. Mehrere Krankenhaus-Aufenthalte (u.a. in die geriatrische Psych ( was man mit alten Menschen macht Böse)aus der ich sie mit Junior am nächsten Tag rausgeholt habe) mit kurzem häuslichen, katastrophalen Intermezzo schlossen sich an.
Der anwesende Familienrat (Bruder, mein Junior und ich) hat beschlossen, dass es nicht möglich ist, sie allein zu lassen. Eine 24-Stunden-Betreuung ist von uns nicht zu leisten und zudem unbezahlbar. Wir haben ein Pflegeheim gesucht, wo sie die Unterstützung, die sie braucht, bekommt und jederzeit Hilfe da ist.
Nach ein paar Monaten hat sie sich erholt, und wir haben mit ihr gemeinsam beschlossen ihre Wohnung zu kündigen: Schlüsselabgabe bis 30. November 2012.

In der ganzen Zeit war ich für sie da. Habe sie fast täglich im Krankenhaus besucht, ihre Wäsche gewaschen, ihre Post und Krankenkassenpapierkram erledigt, ihre Wohnung in Ordnung gehalten, sie 2 - 3 mal alle 2 Wochen zur ambulanten Chemotherapie begleitet, sie in diverse Krankenhäuser gebracht und nach Hause geholt.

Zuerst habe ich mit ihr gemeinsam in ihrer Wohnung Sachen geordnet und sortiert, und zuletzt mit Junior und teilweise meinem Bruder die Wohnung komplett leer geräumt (4 Sprinterladungen ohne Möbel).
Bei meinem Junior sind 40 Umzugskartons gelagert, bei mir sind es mangels Platz 5 Kartons. Selbst bei meiner Mutter im Pflegeheim stehen noch unausgepackte Kartons.

Trotzdem mussten wir sehr viele Sachen weggeben, auf den Wertstoffhof bringen oder dem Sperrmüll zuführen.

Dazu kommt, dass meine Mutter mir jahrelang vorgeworfen hat, ich hätte ein kleines Gemälde, dass von einem Urururur?opa väterlicherseits stammt, verschlampert als ich es kopieren sollte. Tatsächlich ist das Gemälde im Zuge der Sortiererei ans Tageslicht gekommen. Meine Mutter hat es so gut aufgeräumt, dass es für sie verschwunden war.

Jedesmal wenn ich sie im Pflegeheim besuche, fragt sie mich nach irgendwelchen Sachen. Ich kann beim besten Willen nicht sagen, in welchem Karton die verpackt sind. Ich habe auch keine Zeit 40 Kartons durchzuschauen und bestimmte Dinge zu suchen. Ich weiß nur, dass die meisten persönliche Dinge noch da sind.

Gestern habe ich nun festgestellt, dass ich wohnungsmäßig schon seit Jahren auf der Stelle trete! Ich weiß zwar, dass viele schwierige familiäre Situationen Priorität hatten, aber im Moment macht es mich dennoch sehr unzufrieden.

Ich will aber nicht jammern oder faule Ausreden suchen, deshalb wurstel ich weiter.



Dann habe ich zu allem Unglück noch 'Messies in den Medien' angeklickt und die Folge: „Eine Familie im Ausnahmezustand“ angeschaut.

Das und die dazugehörigen Kommentare hier bei Klara, haben mich doch einigermaßen verspult.

Ich wäre auch verletzt, wenn jemand ungefragt etwas von meinen Sachen entsorgen würde.

Aber genau das, habe ich/haben wir gemacht. Die anderen haben wohl kein Problem damit, weil sie keine Messies sind. Aber ich kann das 1:1 nachvollziehen.

„Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“


Wenn ich meine Mutter besuche, hat sie jedes Mal etwas, was sie mir zur Aufbewahrung mitgeben möchte. Ich schaffe nicht das abzulehnen.

Mich quält tatsächlich mein schlechtes Gewissen und ich komme im Moment nicht davon los.

Das Allerschlimmste aber ist, dass es mich blockiert selbst Sachen zu entrümpeln.


*Ergänzungen sind durchaus möglich und wahrscheinlich*


So, jetzt muss ich aber los.
_________________
Wer viele Schätze anhäuft, hat viel zu verlieren.
[Laotse]
~~~~~~~~~~~~~~

LG


Zuletzt bearbeitet von wollmaus am 22.08.2015, 08:22, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 16.04.2013, 11:14    Titel: Anzeige

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Pearl





Anmeldungsdatum: 12.06.2012
Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 16.04.2013, 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Gute,

Ich glaub, ich muss mal durch BW surfen und rumfragen, wo die Wollmaus wohnt (klar , logo, in Wollmaushausen grinnn ), und ungefragt vor Deiner Tür stehen und Dich mal drücken und herzen und vielleicht auch mal lieb und zart schütteln herz

...weil ein tag nur 24 Stunden hat
..weil ein Mensch nur begrenzte kraft hat und
...weil ein Mensch auch immer mal wieder auftanken muss...
...weil 1000 Bautellen einfach zuviel sind Böse
...weil man ab und an Hilfe braucht und nicht danach fragt oder energisch verlangt...

Ich finde die Stelle grade nicht bei C. Pinkola-Estes , "Die Wolfsfrau" (ich leg Euch das Buch sowas von ans Herz !) ;
sinngemäss schreibt sie, dass keiner Auf die Idee käme, von einem Schwerkranken zu verlangen, alleine das Klavier aus dem vierten Stock ins EG zu schaffen - aber genau sowas wird von Frauen verlangt : 365 Tage im Jahr belastbar, funktionsfähig und "ooch, das kannste bestimmt auch noch für mich tun ,bitti,bitti,bitti !" Und dann wundern se sich, wenn einer grantig und schnarrig wird, nicht mehr gut aussieht und nicht mehr kann.
Und weil wir dummen Trutschen gelernt haben, lieb und brav zu sein und immer dienstbar - fangen wir an auf dem Zahnfleisch zu laufen ( hier bereits geschehen...)
Das ist das eine.

Das andere - Oh ja Traurig ich kann Dein schlechtes gewissen ja vberstehen, es hat mir sehr weh getan als meine Mutter brachial und ohne nachzufragen, alles ,alles ,alles was Omi lieb und wert war, weggeschmissen hat - ohne Rücksprache mit Omi.
Ich bin dann in Tonnen getaucht Weinen Da ist ein grosses Stück Familienwissen in der Tonne verschwunden, das macht mich sauer...

Und ihr habt 45 Kisten gepackt, das ist riesig.

Wir alle wissen, das wir älter werden und irgendwann alt sind und wir müssen lernen, Kram loszulassen Traurig oder es geschieht ein Schicksalsschlag - Maus, keiner ist gefeit...
Wenn wir uns nicht selbst darum kümmern, müssen es unsere Kinder tun - das ist die bittere Wahrheit.

Verstehst Du, das lastet nicht alles auf Deinen Schultern, da hat Deine Mami auch Anteil dran. Dem Lieserl wollte ich das nicht so sagen, weil sie mitten im Schmerz war...Traurig
Manno, warum holen wir Dusseltiere uns nicht Hilfe ,solange der Kram noch übersichtlich ist Nein , lieber warten, bis die Shice (sönes Word) am Brodeln ist (eigene Nase anfasse).

Dann passieren solche Dinge, dass andere Dir den Krusch wegräumen müssen und die haben keine Ahnung, wie wichtig das ein oder andere Dingen ist...
Superviele Tippfehler Verlegen ist mir grade mal egal.

Wo ist der verflixte Teflonmantel oder wenigstens eine Mütze für Dich Du kannst das schlechte gewissen in den Ausguss kippen oder nach Alalaska schicken - das hat sich so ergeben und war eine Verkettung von Zu- und Umständen, du bist nicht dafür verantwortlich, dass dieser Berg gewachsen ist, aber irgendwann warst Du es deiner Mum schuldig, ihn abzutragen.
Und das hast Du getan Beifall und dir schon wieder Altlasten auf die Schultern gepackt...

Bitte quäle Dich nicht damit ,das ist so nicht nötig und auch nicht hilfreich.

Love and Peace
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Kellervoll




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 25.04.2012
Beiträge: 3501

BeitragVerfasst am: 16.04.2013, 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

Wollmäuschchen ich drück' Dich mal!

Ich hatte bis vor weinigen Wochen auch noch den halben Hausstand meiner Eltern im Keller (seit 2008). Jetzt habe ich meinem Vater gesagt: Sach was Du noch brauchst, der Rest fliegt raus. Meiner Mami habe ich gesagt: Ich hab' Dir eine Kiste fertig gemacht, da sind ein paar Sachen die Dir wichtig waren drin, alles andere tu ich jetzt weg.

Siehe da, außer Fotos und einzelnen Büchern wollten sie gar nichts mehr Ausrufezeichen

Ich glaub' ich bin näher dran am Wollmäuschen - zumindest schon mal im selben Bundesland! Sehr glücklich
_________________
Jedes Ding das ich besitze braucht meine Aufmerksamkeit!

Liebe Grüße
Kellervoll
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Pearl





Anmeldungsdatum: 12.06.2012
Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 16.04.2013, 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann Bus und Bahn fahren und habe ein pralles Klapprad
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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 17.04.2013, 00:27    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Ihr Lieben! herz herz

Ich schaffe jetzt nicht mehr alles zu lesen. Ich bin sooo muede und muss heute wenigstens etwas früher in die Heia. Morgen abend lese ich dann.

Übrigens, die Wolfsfrau steht in meinem Liebslingsbücher-Bücherschrank. Ich kann nicht mal sagen, ob ich das Buch jemals vollständig gelesen habe. Ein Lesezeichen ist bei 'Die Puppe in der Schürzentasche'. Aber ich habe noch ein Minibüchle von C. P. Estés, das ich jetzt als Gute Nacht-Lektüre anlesen werde: Und es war gut so.

Gute Nacht und schlaft recht schön!
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LG
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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 21.08.2015, 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Wie so vieles ist auch dieses Thema hinten von der langen Bank gerutscht. Traurig
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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 22.08.2015, 08:26    Titel: Antworten mit Zitat

Die Umzugskisten aus dem Pflegeheim - ungefähr 10 + Kleidung + etliche Taschen, Koffer mit persönliche Sachen kamen dann zu mir.

Und weil Junior als selbstständig Schuftender den Raum zum Büro umbauen musste, kamen noch die restlichen 40 Umzugskartons meiner Mutter zu mir.

Davon sind jetzt vielleicht noch 10-15 Kartons übrig, 2 davon mit Briefwechsel einer ganzen Generation, 4 + paar kleine allein mit Fotos, mind. 2 mit älteren Akten (die aktuellen sind in Arbeit) und weitere mit ? . Wieviel das insgesamt sind, weiß ich nicht mal genau, weil die überall verteilt sind.
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Mayla




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Anmeldungsdatum: 22.05.2015
Beiträge: 4576

BeitragVerfasst am: 22.08.2015, 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe Wollmaus

Beifall für das Erreichte cheer cheer
Puh das ist ja `ne riesen Menge was Du schon geschafft hast

Ich kann das ein bisschen nachvollziehen. Ich habe immer noch Sachen meiner Mam zum Auszusortieren. Es wird im Laufe der immer weniger. Aber es ist auch jedesmal ein kleiner Abschied. Manchmal ist es sehr schwer *seufz*
Manchmal ist es leicht. Ich habe in einem "Anfall von Aufräumwut" (das ist scherzhaft gemeint) alle Fotos weggeworfen mit Personen drauf, die ich gar nicht mehr kenne. Das war sehr befreiend.

Für die weiteren Kisten, viel Kraft!

geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk geschenk
_________________
Viele kleine Schritte führen auch zum Ziel.
Liebe Grüße Mayla
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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 22.08.2015, 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Mayla herz

Die "schwierigen" Kartons meiner Eltern dürfen noch bleiben. Ich werde sie nur auf einen Platz stellen.

Zuallererst werde ich mich jetzt endlich einmal um meine eigenen Sachen kümmern.
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