klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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kekkopieperchen Gast
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Verfasst am: 17.04.2007, 16:49 Titel: Kaufzwang und Messie? |
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Hallo Ihr Allle hier,
oft gehören doch Kaufzwang und Messie sein zusammen. Wenn ja, wie geht Ihr dann damit um? Ich bekomme das wohl nie in den Griff und habe doch gar kein Geld, welches ich so laufend ausgeben kann :-x :-x
kekkopieperchen |
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Verfasst am: 17.04.2007, 16:49 Titel: Anzeige |
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kokopellina Co-Admin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.11.2006 Beiträge: 1254
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Verfasst am: 17.04.2007, 17:21 Titel: |
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Na ganz einfach kekkopieperchen... Nichts mehr kaufen !!!
Und nun mal im Ernst:
Es ist manchmal verdammt schwierig, aber so ähnlich mach ich's wirklich...
nur noch mit Liste einkaufen (auch Klamotten)
Geld immer abgezählt dabeihaben
Checkkarte u.a. bargeldloses zu Hause lassen (oder nur noch für absoluten Notfall dabeihaben)
keine Kataloge, Werbungen... mehr sammeln (meine gehen mittlerweile alle direkt unbesehen ins Altpapier)
keine Dauerwerbesendungen etc...
Internetnewslettern von Versandhäusern u.a. abbestellen oder gleich unbesehen löschen
"Tunnelblick" üben, üben, üben und durchziehen, durchziehen, durchziehen
Hört sich hart an, aber spart enorm auch an Zeit, Platz, Räumerei...
Zur Belohnung kann man sich dann ja mal eine schöne Sache zu einem bestimmten Preislimit gönnen, wenn man sie dann nach Wochen immer noch schön findet und/oder meint sie zu brauchen.
Meist find ich sie dann aber schon am nächsten Tag gar nicht mehr so wichtig oder schön oder, oder...
Erstmal weggehen und dann ist meist schon das Schlimmste geschafft find ich
Ganz so einfach ist's zwar manchmal nicht, aber mittlerweile hab ich's echt ganz gut im Griff dadurch und bin voll stolz drauf. Und genau der Stolz ist das, was mich dann auch gut von Rückfällen abhält
kokopellina _________________ Kritisiere niemals Deinen Nächsten, bevor Du nicht mindestens eine Meile in seinen Schuhen zurückgelegt hast
(indianische Weisheit) |
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kekkopieperchen Gast
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Verfasst am: 17.04.2007, 19:45 Titel: |
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Danke liebe kokopellina,
ja einiges habe ich versucht, aber keine Chance. Es ist bei mir wirklich eine ganz echte Sucht. Und das Problem: Als Überlebende ist man, so sagen zumindest die Ärzte, besonders anfällig für Suchtgefahr.
So wie andere Leute z.B. Frustessen machen, tätige ich Frusteinkäufe. Das Einkaufen geschieht bei mir NUR per Katalog bzw.online. Wenn ich keine Kataloge anschaue, bzw. mich zwinge, sie nicht anzuschauen bekomme ich ganz starke Entzugserscheinungen. Klingt komisch, aber es ist so. Das geht über Depris ( obwohl ich ja täglich 2 Medis vom Arzt aus dagegen nehmen muss) die immer schlimmer werden , bis hin zu starken Suizidgedanken usw.und alle körperlichen Symptome dazu.
Oft bin ich sehr wütend über die viele Kataloge-Durchsucherei und die vielen aussortierten Berge fliegen in einen großen Karton, den mein Mann dann entsorgt. Es dauert auch meistens sehhhhhhhhhhhhhr lange, bis ich den (oder die ) aussortierten Favoriten tatsächlich bestelle. Wenn sie dann schon ausverkauft sind, bin ich gleichstark wütend wie auch erfreut.
Jetzt will ich nun mal folgendes versuchen: Zu meinen 2 Ständern für Klamotten habe ich noch einmal 2 dazu gekauft, um die Sachen lockerer hängen zu können und immer dann , wenn mich die Kaufsucht kribbelig macht, will ich in meinen Hobbyraum, wo auch noch 2 volle Kleiderschränke stehen, gehen und mir dort quasi ein Teil ( oder mehrere) aussuchen und mich dran erfreuen. Denn viele sind ja nur einmal getragen.
Ich fühle auch, dass diese Sucht ähnlich wie bei Quartalssäufern funktioniert. Wenn die Zeit dann ran ist, genügt schon der geringste Anlass und ich bestelle. Das Glücksgefühl beim Bestellen ist sehr schnell in ein schlechtes Gewissen umgewandelt. Ähnlich ist es auch, wenn ich die Ware erhalte. Ich kaufe auch nicht nur für mich, sondern für unseren Haushalt in Maßen, Kunstgegenstände wie Wandteller ect. und besonders auch für die Familienmitglieder. Aber ich spüre meistens , dass dies nur Ausweicheinkäufe sind.
Ich habe auch schon eine Adresse an die ich mich wenden könnte, liegen ( online und anonym natürlich) In Therapie würde ich deshalb nie gehen, denn da käme man bei stationären Behandlungen mit Suchtkranken aller Art zusammen. Und da ich schon insgesamt etwa 12 Monate stationär und viele Jahre ambulant in Psychotherapie behandelt wurde und noch bin, weiß ich wovon ich rede. Mein derzeitiger Psychiater, dem ich diese Sucht andeutungsweise erwähnte, sagte nur, na wenn sie gern kaufen , dann tun sie es doch. Werde vielleicht mal den Therapeuten wechseln, aber momentan noch nicht.
Vielleicht habe ich ja so auf diese Art eine kleine Chance, die Käufe zu verringern.
Liebe Grüße
kekkopieperchen
P.S. Ihr seid die ersten, denen ich von diesem Problem in aller Offenheit berichtet habe. |
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kokopellina Co-Admin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.11.2006 Beiträge: 1254
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Verfasst am: 17.04.2007, 20:16 Titel: |
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Die Idee mit dem in den Hobbyraum gehen find ich schon mal total klasse
Ich hab immer wieder genau das Gleiche festgestellt wie Du: Es ist eine Sucht, als Ersatzbefriedigung bzw. Kompensation für etwas. Es befriedigt oder hilft aber nicht, im Gegenteil....
Habe auch ganz viel gar nicht für mich gekauft, sondern für andere... kommt aber letzten Endes auf's Gleiche raus, hilft nicht, verschuldet und blockiert Platz... hab hier noch nach Jahren Geschenkvorräte, Bastelvorräte...
So oder so, hier ist uns das Thema bestimmt allen bekannt, brauchst Dich nicht schämen. Und in der "normalen" Gesellschaft ist es auch weit verbreitet, nur hat letztlich keiner so wirklich Interesse daran, es offen anzugehen, schließlich wäre das nicht besonders förderlich für die Wirtschaft...
Seit ich bei solchen "Anfällen", die, wie Du ja auch sagst oft quartalsmäßig oder in Schüben kommen erstmal in mich reinhorche und mich frage: Was fehlt mir jetzt eigentlich wirklich ??? ist es händelbar geworden.
Am Anfang war's ungewohnt, weil es bedeutet das eigentliche Problem erstmal rauszufinden, weil es wehtut.... aber ich denke das ist der einzige Weg bei jeder Sucht, um damit umgehen zu lernen.
Du hast schon sooo viel geschafft, auf dem Weg zu Deiner Genesung, da schaffst Du das auch
Wie gesagt: Deine Idee mit dem Klamotten angucken ist schon klasse.
Schwelg in dem, was Du alles schon hast und genieße gleichzeitig das "Nein-sagen" zu allem, was sich Dir noch aufdrängen will.
Dann kommt vielleicht auch bald der nächste Schritt: Das "Sich-trennen-können" von dem, was "vorbei" ist
koko
Sorry, das liest sich irgendwie so "Oberlehrerhaft"... ist aber so nicht gemeint, kriegs nur einfach nicht anders hin  _________________ Kritisiere niemals Deinen Nächsten, bevor Du nicht mindestens eine Meile in seinen Schuhen zurückgelegt hast
(indianische Weisheit) |
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kekkopieperchen Gast
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Verfasst am: 17.04.2007, 21:20 Titel: |
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Liebe kokko,
nein ich fand es überhaupt nicht oberlehrerhaft, sondern eine echte Streicheleinheit für meine Seele. Bin doll froh, dass ich nun den Mut gefunden habe, hier drüber zu schreiben. Ich knuddell Dich
Liebe Grüße
kekkopieperchen  |
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Klementine Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.10.2006 Beiträge: 1330 Wohnort: BaWü
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Verfasst am: 18.04.2007, 00:22 Titel: |
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Ich bin auch ein Shopaholic , bei mir fing das mit Frustkäufen an, um mir das Elend erst meiner Ehe, danach das meiner Arbeit zu versüßen.
Dann fing ich an Dinge zu kaufen um meine Wohnung zu verschönern. Dumm gelaufen, die war ja schon voll unter Strom, jedes Teil, was ich dazu kaufte, war wieder ein Stück mehr auf dem Berg. Egal, wieviel ich davon kaufte, meine Wohnung wurde und wurde nicht schöner dadurch.
Als ich arbeitslos wurde, war mir sofort klar, dass ich so nicht weiter kaufen konnte, tat es aber trotzdem um mir mein Leben zu verschönern. Jeder Besuch in einem Geschäft und jeder Kauf gaben mir das Gefühl, noch "dazu" zu gehören.
Auf HartzIV angelangt, habe ich endgültig eingesehen, dass es so nicht mehr weiter gehen kann, ab und zu muss ich auch mal etwas essen, von schönen Dingen für die Wohnung wird man leider nicht satt.
Zuerst hab ich die Gratiszeitungen sofort nach Erhalt in den Papiermüll getan, dadurch waren die Dämonen wie "Aldi", "Lidl" und Konsorten schon mal außer Sichtweite. Für meinen täglichen Bedarf hab ich im Plus eingekauft, den hatte ich da noch direkt vor der Nase. Ich habe einen Einkaufszettel geschrieben, und da ich die Preise kannte, habe ich mein Geld abgezählt mitgenommen. An der Kasse haben die sich immer gewundert, aber so hat es gut funktioniert. Das mache ich übrigens immer noch so, die Sehnsucht nach schönen Dingen ist immer noch da, auch wenn ich sie mittlerweile (ziemlich) unter Kontrolle habe. Ab und zu erwischt es mich doch noch mal
Kataloge habe ich auch ab dem Moment abbestellt, die die noch kamen, wanderten sofort in den Papiermüll. Die Newsletter von Aldi und Co. habe ich allerdings nicht abbestellt, die fand ich prima. Da konnte ich mir schon eine ganze Woche vorher anschauen, was es dort gab, und nach einigen Nächten drüber schlafen habe ich dann irgendwann festgestellt, dass ich das Teil wohl doch nicht brauche und den Newsletter dann gelöscht. Bei den Gratiszeitungen hingegen musste man ja sofort zum Laden hetzen um noch etwas abzukriegen. Diese Gefahr ist bei mir nun echt gebannt.
Aber mein echter Favorit ist Tchibo, die scheinen mich durch und durch zu kennen, ich kann fast alles gut leiden, was die anbieten Aber bei denen bin ich nun Privatkunde und bekomme meine Infos zu den neuen Angeboten schon 4 Wochen im voraus und bis dahin hat sich mein Gemüt wahrhaftig abgekühlt.
Bei Dir kekkopiperchen, kann ich mir auch gut vorstellen, dass zusätzlich zu Deiner traurigen Vergangenheit auch noch die der ehemaligen DDR kommt. Nach der Wende hast Du auf einmal Zugriff auf alle Dinge gehabt, von denen Du davor nur träumen konntest. Das war bestimmt auch ein Auslöser, vorher konntest Du Deinem Einkaufsfimmel bestimmt nicht richtig frönen. Oder doch?  _________________ Liebe Grüße
Klementine
Befreiung erhält man nicht von außen.
Man erlangt sie selbst.
Dalai Lama
Zuletzt bearbeitet von Klementine am 18.04.2007, 21:38, insgesamt einmal bearbeitet |
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Raubtigger Gast
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Verfasst am: 20.04.2007, 12:26 Titel: |
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Ich kenne meinen Kaufzwang in Bezug auf Kleidung und schaffe es meist, ihn zu überlisten. Ich bin nämlich eigentlich schon zufrieden, wenn ich die Sachen anprobieren oder eine Weile zuhause haben kann.
Tchibo ist z.B. bei mir um die Ecke. Wenn mir da was gefällt, dann kaufe ich es und frage an der Kasse jedesmal, ob ich es zurückgeben kann, falls es nicht passt. Und jedesmal sagen die Damen an der Kasse: "Ja, mit dem Kassenbon innerhalb von vier Wochen in allen Filialen."
Dann probiere ich die Sachen zuhause an. Und wenn sie mir nicht 100 % gefallen (Farbe, Stoff, Schnitt,...) oder ich keine Gelegenheit weiß, wann ich sie tragen kann, dann bringe ich sie zurück, meist sogar noch an demselben Tag.
Ich bestelle mir auch manchmal (ein- bis zweimal pro Jahr) ca 10 Sachen bei Esprit im Internet. Die probiere ich dann zuhause an und schicke meist alles wieder zurück, weil doch immer irgendwas ist, womit ich unzufrieden bin. In den letzten drei Jahren habe ich dort insgesamt nur einen einzigen Rock gekauft und den trage ich immer im Sommer, er war also kein Fehlkauf.
In Läden wie H&M bräuchte ich eigentlich einen Einkaufswagen, soviele Sachen lade ich mir immer über den Arm. Das liegt auch daran, dass die Größen dort immer sehr unterschiedlich sind. Mal passt mir eine 38, dann wieder nur mit Baucheinziehen eine 42. Also nehme ich auf Verdacht manchmal zwei bis drei Größen mit. In der Kabine probiere ich dann erst alle Oberteile und hänge alles, was mir nicht 100 % gefällt, an die Kabinentür. Dann dasselbe mit allen Hosen und Röcken. Auf diese Weise wird der Berg meist schnell übersichtlich. Am Ende bleiben dann meist nur zwei T-Shirts oder so übrig, bei denen ich mich frage, ob ich wirklich noch ein achtes schwarzes T-Shirt brauche oder ob nicht die sieben in meinem Schrank genügen. Und als letzte Fragen: Ist das Teil seinen Preis wert? Kann ich es waschen? Wie sind die Nähte verarbeitet? Knittert es?
Meist bin ich nach so einem Anprobe-Marathon dermaßen erschöpft, dass ich froh bin, wenn ich alles am Eingang zur Anprobe an die Stange hängen und ohne Ballast nach Hasue gehen kann.
Ich habe mir inzwischen klargemacht, dass ich genug Sachen besitze. Vor allem genug Sachen, die zwar ganz okay, aber nicht perfekt sind. Ich BRAUCHE keine weiteren Hosen etc., die nicht richtig sitzen!
Ich kaufe mir nur noch Sachen, die alle diese "Tests" bestehen. Ich kenne übrigens zwei gute Bücher zum Thema Kleiderkauf.
"Wie man einen Badeanzug kauft. Stil- und Modetipps für Frauen" und
"Neues aus der Umkleidekabine. Richtig shoppen, super aussehen", beide von Brenda Kinsel. Bisher habe ich beide Bücher nur quer gelesen, aber das wichtigste habe ich verstanden und kann es für mich umsetzen. |
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DyingFairy Gast
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Verfasst am: 29.04.2007, 12:43 Titel: |
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Was manchen auch hilft, ist... wenn man noch abwartet. Also wenn ich z.B. auf meinem Weg zur Arbeit am Weltbild-Laden vorbeikomme und ein unglaublich tolles Buch sehe, dann kaufe ich es nicht (versuche es zumindest) und überlege mir bis zum nächsten Tag (komme ich ja wieder daran vorbei), ob ich es wirklich will und ob es wirklich soviel wert ist.
Oft schaffe ich es nicht, aber mit aufschieben verhindere ich manche Einkäufe.
Oder ich nehme etwas ein Stück weit mit im Einkaufswagen und legs dann doch zurück. Klingt doof, ich weiss.
Bei mir kommt das grosse Problem dort, wo ich nicht etwas Bestimmtes will, sondern einfach das Bedürfnis EINKAUFEN habe.  |
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kekkopieperchen Gast
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Verfasst am: 29.04.2007, 16:46 Titel: |
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In diese Situation kann ich nicht geraten, denn ich kauf fast ALLES nur online ein. Klar auch da warte ich oft. Sogar oft genug katalogübergreifend. Wenn ich allerdings 10 Euro - Gutscheine bekomme, sieht das schon anders aus. Oder eben auch, wenn ich mal Frust habe, bzw. mich durchgerungen habe, über längeren Zeitraum mal nichts mehr bestellt zu haben. Und manchmal sind auch die Sachen, die ich ziemlich gut finde, vom Preis herabgesenkt. Ja das verleitet dann natürlich sehr.
LG
kekkopieperchen |
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DyingFairy Gast
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Verfasst am: 29.04.2007, 16:58 Titel: |
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| Mhm, unter anderem darum tue ich mir keine Kreditkarte zu und meide ebay und Co. ... dann ist Einkaufen im Netz gar nimmer gleich einfach. |
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Klementine Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.10.2006 Beiträge: 1330 Wohnort: BaWü
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Verfasst am: 01.05.2007, 11:10 Titel: |
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Hab hier was vom Finanzberater zu genau dem Thema Interneteinkäufe
| Zitat: | Ein paar grundsätzliche Gedanken zum Einkaufen (via Internet)
Sonderangebote und Schnäppchen?
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es kaum noch Waren und Dienstleistungen zu regulären Preisen gibt? Kaum ein Händler sagt zu seinem Kunden: „Lieber Kunde, ich möchte ja, dass Sie bei uns Kunde sind, aber das ist mein Preis, den habe ich so kalkuliert. Wenn ich es günstiger machen würde, ginge das zu Lasten der Qualität und das möchte ich nicht.“
Stattdessen werden Sonderangebote gestrickt auf „Teufel komm heraus“. Eigentlich müsste ja schon klar sein, dass die meisten Sonderangebote eine besondere Kalkulation bekommen haben. Das Motto dabei ist: vorher 30 % auf den Preis aufrechnen um danach 25 % abzuziehen. Oder die Ware wird (wie oft für Schlussverkäufe) extra zu diesem Zweck und billigst produziert.
Wichtig ist also nun, mit diesen Sonderangeboten und Schnäppchen richtig umzugehen, damit man sich nicht verrückt macht.
Deshalb gilt zunächst einmal:
- Kaufen Sie nie etwas, nur weil es im Sonderangebot ist!
- Kaufen Sie nichts auf Vorrat!
- Kaufen Sie heute nur das, was Sie heute wirklich brauchen!
Sie können sich auch vor dem Kauf noch fragen:
- Habe ich nicht bereits so etwas Ähnliches?
- Gäbe es auch eine günstigere Alternative?
- Was geschieht, wenn ich es einfach gar nicht kaufe?
- Könnte ich mir das Produkt auch bei jemandem ausleihen?
- Könnte ich es als Dienstleistung vergeben und mir dadurch die Anschaffung einer Maschine oder eines neuen Gerätes sparen?
Wenn Sie nach all diesen Überlegungen zu dem Schluss gekommen sind, dass sich der Kauf nicht vermeiden lässt, dann kaufen Sie Qualität! Denn wenn das, was Sie gekauft haben, seinen Dienst nicht erfüllt, dann müssen Sie es noch einmal kaufen und zwar das Qualitätsprodukt und dadurch bezahlen Sie den doppelten Preis.
Es gibt den schönen Satz: Wir sind zu arm, um Schund zu kaufen. Wir können uns nur Qualität leisten. Da ist wahrhaftig etwas dran.
Also noch einmal der Ablauf für alle Käufe, die Sie machen:
Brauchen Sie es wirklich ?
- wenn nein, vergessen Sie es, egal zu welchem Preis man es Ihnen anbietet. Es steht sowieso nur unbenutzt herum.
- wenn ja, kaufen Sie ein Qualitätsprodukt.
- wenn Sie ein Qualitätsprodukt gefunden haben, DANN vergleichen Sie die Preise.
Preisvergleiche, aber wie?
Sie haben also ein Produkt herausgesucht, das Ihnen gefällt und das auch qualitativ in Ordnung ist. Wie kommen Sie jetzt zu einem günstigen Angebot?
Tipp: Eine gute Möglichkeit das passende Produkt zu finden, ist das Internet und seine Datenbanken. Gute Erfahrungen habe ich mit der Datenbank und den Testberichten der Stiftung Warentest gemacht. Zwar sollte man auch dort nicht alles unbesehen glauben, aber es gibt schon eine Menge Tipps, vor allem in Bereichen, in denen man sich nicht so gut auskennt.
Bevor Sie einen Preisvergleich machen, überlegen Sie sich, ob es Ihre Zeit wert ist. Es macht keinen Sinn, zwei Stunden zu suchen um nachher 1,30 Euro einzusparen. Rechnen Sie sich den „Stundenlohn“ aus, den Sie brauchen und wenn der für Sie herauskommen kann, dann legen Sie los.
Nun, was den Preis angeht, da fange ich meist im Internet an zu suchen. Es gibt mittlerweile hervorragende Preisauskünfte und auch schon Computerprogramme, die einem die Preisfindung erleichtern.
Meine zwei Tipps für Sie: Benutzen Sie die Finanzplan Internet Toolbar für Ihre Preisvergleiche. Dort sind die 10 besten Preisvergleiche immer aktuell, übersichtlich und kostenfrei aufgeführt: http://www.mein-finanzbrief.de/tunnel/toolbar.htm
Auch sehr gut ist das (ebenfalls kostenfreie) Programm von http://www.preispiraten.de das wir vom FinanzplanTeam auch selbst gerne verwenden.
Dabei ist es manchmal schon erstaunlich, wie Preise voneinander abweichen können. Ein Beispiel war unsere Waschmaschine, die in 600 km Entfernung bestellt, geliefert und angeschlossen satte 30 % billiger war, als beim Händler vor Ort. Und vergessen Sie den Kundendienst, der kommt sowieso von der Firma des Herstellers und nicht vom örtlichen Händler.
Oder der Drucker für den Computer, aber auch die Winterreifen, es gibt fast nichts, was man nicht kurz vor dem Kauf durch diese Preisvergleiche überprüfen lassen kann.
Vorsicht bei Preisagenturen, dort fallen unter Umständen hohe Gebühren an. Die meine ich hier nicht. Ich meine freie Preisvergleiche und Computerprogramme, die genau dieselben Produkte miteinander im Preis vergleichen. Preisagenturen arbeiten nach einem anderen Prinzip, darüber können Sie sich ja einmal auf www.google.de informieren.
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Tipps für den Einkauf:
So, Sie haben jetzt die Gewissheit, dass Sie das von Ihnen gewünschte Produkt wirklich brauchen, Sie haben sich bezüglich Qualität informiert und ein oder zwei Geräte in die engere Auswahl genommen. Danach haben Sie sich im Internet nach den Preisen erkundigt und waren vielleicht auch schon auf der Webseite des Herstellers um sich sozusagen beim Produzenten zu informieren.
Jetzt wäre mein nächster Gang zum örtlichen Händler. Zum einen, weil ich am liebsten vor Ort kaufe, zum anderen denke ich auch, dass es den Einzelhändlern (die meist einen klasse Service bieten) wirklich zusteht, das Geschäft zu machen.
Für all Ihre Verhandlungen gilt nun:
- Bleiben Sie höflich und freundlich
- Seien Sie gut und angemessen gekleidet
- Sprechen Sie den Verkäufer mit seinem Namen an
- Verhandeln Sie mit dem Chef
- Kaufen Sie ohne Zeitdruck
- Seien Sie Stammkunde
- Bevorzugen Sie ruhige Tage und Stunden für Ihren Einkauf
- Sagen Sie klar was Sie möchten
- Den von Ihnen gewünschten Preis nicht voreilig nennen
- Bieten Sie Barzahlung an
- Wenn Sie weiter in diesem Laden einkaufen möchten, können Sie diese weiteren Einkäufe in Aussicht stellen
Wie gesagt, am liebsten kaufe ich beim örtlichen Händler. Aber der Preis muss irgendwie realistisch sein. Wenn ich etwas im Internet für 250 Euro bekomme und bei meinen Händler 270 Euro bezahlen muss, würde ich es wahrscheinlich beim Händler vor Ort kaufen.
Dort haben Sie und ich bessere Garantieleistungen und wir brauchen auch keine Versandkosten zu bezahlen. Die Versandkosten müssen Sie übrigens bei allen Bestellungen im Internet dazu rechen.
Wenn aber wie im Fall der Waschmaschine der Händler vor Ort 1.000 Euro verlangt und Sie im Internet für 690 Euro inklusive Versand und Aufstellung geliefert wird, dann kann ich nur sagen: „Tut mir echt Leid für den örtlichen Händler, aber wir als Kunden müssen unser Geld ja auch irgendwie zusammen halten.“
Sie sehen also, es gibt wenig pauschale Regeln. Und das ist auch richtig so. Wenn einkaufen so leicht wäre, würde es ja jeder richtig machen. Aber ich denke, man kann es relativ schnell erlernen. Und wer es kann, dessen Geld bleibt auf der Bank. |
Quelle: www.mein-finanzbrief.de _________________ Liebe Grüße
Klementine
Befreiung erhält man nicht von außen.
Man erlangt sie selbst.
Dalai Lama |
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