klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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Messina

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.05.2010 Beiträge: 8439 Wohnort: bei Hamburg
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Verfasst am: 27.12.2012, 21:05 Titel: Wut und Ärger in der GfK (Gewaltfreie Kommunikation) |
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Wut ist gut!
Na ja, in Maßen, nicht in Massen!
Ich beschäftige mich seit einiger Zeit damit, was Marshall Rosenberg,
der Begründer der "Gewaltfreien Kommunikation" kurz GfK
über Gefühle sagt, besonders über Wut und Ärger.
Denn ich ärgere mich sehr schnell.
Und dann ärgere ich mich, weil ich mich schon wieder geärgert habe.
Ich schreib mal paar Gedanken aus seinem Hörbuch "Was deine Wut dir sagen will"
Rosenberg rät nicht dazu, die Wut zu unterdrücken
oder Ärger schönzureden, das macht nur krank oder depressiv.
Statt dessen können wir Wut und Ärger als Alarmsignal sehen und uns fragen,
welches unserer Bedürfnisse nicht befriedigt wurde.
________________________________________________________________
Die GfK unterscheidet zwischen Ursache und Auslöser des Ärgers.
Sie geht davon aus, dass unsere Bewertung die Wut und den Ärger erzeugen.
Beispiel: Jemand kommt zu spät zu einer Verabredung.
Ich ärgere mich, weil ich denke, dass ich dem anderen egal bin.
Aber wenn ich mich selbst etwas verspätet hab, bin ich sogar froh.
Mir geht es oft so, dass ich jemanden zum Essen einlade,
und sehr erleichtert bin, wenn er etwas später kommt,
weil ich meist nicht fertig bin.
Steht allerdings schon alles auf dem Tisch, find ich es sehr ärgerlich,
weil die Speisen kalt werden.
Oder jemand grüßt mich nicht auf der Straße.
Wenn ich denke, der schätzt mich nicht, fühl ich mich missachtet.
Bin ich selbst in Eile, freu ich mich, dass ich nicht stehen bleiben und reden muss.
Es liegt an meiner Bewertung.
Beispiel:
Ich hatte einige Freundinnen zum Kaffee eingeladen.
Mein Ex hatte viel zu tun und hat meine Freundinnen nur kurz begrüßt,
sich ein Kuchenstück gegriffen und uns mit den Worten: "Viel Spaß noch!" allein gelassen.
Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich,
einige ärgerten sich, weil sie es unhöflich fanden,
und einige haben sich überhaupt nicht geärgert, denn sie dachten,
er hätte nur keine Zeit oder einfach kein Interesse am Klönschnack.
Also: ich ärgere mich, weil ich ein Urteil fälle.
Kann das jemand nachvollziehen?
_____________________________________
Fortsetzung folgt (hoffentlich) _________________ Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa -
Zuletzt bearbeitet von Messina am 16.10.2013, 18:17, insgesamt einmal bearbeitet |
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Verfasst am: 27.12.2012, 21:05 Titel: Anzeige |
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Alltagsgerümpel
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.11.2010 Beiträge: 663 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 27.12.2012, 21:27 Titel: Re: Wut und Ärger in der GfK |
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| Messina hat folgendes geschrieben: | | Fortsetzung folgt (hoffentlich) | Ja, bitte. Bitte unbedingt  _________________ Alltagsgerümpel
Hast Du alles, was Du brauchst? Brauchst Du alles, was Du hast? (Anja R.✝)
Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht. (Marcus Aurelius) |
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Haderlump
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.08.2012 Beiträge: 2052
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Verfasst am: 28.12.2012, 00:55 Titel: |
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Sehr interessantes Thema!
Je nach Tagesform kann ich auch ziemlich aufbrausend sein (gerade wenn ich ohnehin bereits gestresst bin, bin ich manchmal etwas cholerisch veranlagt - so nach dem Motto "das hat mir jetzt gerade noch gefehlt!!" ). Und das sich darüber ärgern, dass man sich schon wieder geärgert hat, kenne ich auch.
Es ist recht einleuchtend, dass man das Verhalten anderer auf der Grundlage seiner eigenen Erwartungen bewertet, und dass sich Wut darin begründet, dass Erwartungen, die man in einem bestimmten Moment hatte, enttäuscht werden. Ob oder worin diese Erwartungen begründet sind oder ob sie einem überhaupt explizit bewusst sind, spielt in dem Moment erst einmal keine Rolle.
Wenn ich richtig wütend bin, muss ich mich erst einmal in irgendeiner Form abreagieren (natürlich möglichst ohne Schaden anzurichten ). Danach bin ich in der Lage, etwas objektiver zu reflektieren, was eigentlich genau passiert ist.
Für mich ist es wichtig, die Wut bewusst gehen zu lassen. Daher hatte ich mir neulich, als ich mich ziemlich über ein Familienmitglied geärgert hatte, den Buddha-Spruch an den Bildschirm gehängt, um mich daran zu erinnern, dass Zorn auf Dauer mehr schadet als nützt.
Bitte ebenfalls um Fortsetzung! _________________ Lumpige Grüße!
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Life is what happens to you while you're busy making other plans. (John Lennon) |
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Messina

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.05.2010 Beiträge: 8439 Wohnort: bei Hamburg
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Verfasst am: 28.12.2012, 10:55 Titel: Die Auslöser der Wut erkennen |
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Die Auslöser von Wut und Ärger erkennen:
Wut ist gut, weil sie ein Alarmzeichen, ein Weckruf ist.
Aber sie hilft uns nicht, unsere Bedürfnisse zu befriedigen.
Wenn ich mich ärgere, kann ich mich fragen, welches Bedürfnis zu kurz gekommen ist.
Weg vom Äußeren, hin nach innen. Was brauche ich?
Und welches Gefühl ich empfinde, das unter dem Ärger liegt.
Da findet man dann die schmerzhafteren wie Angst, Traurigkeit, Verzweiflung, Scham…
Die Urteile und der Ärger kommen meist so schnell, fast "automatisch",
dass wir meist gar nicht merken, welche Gefühle verletzt wurden
und welche meiner Bedürfnisse nicht befriedigt wurden.
Da kann es hilfreich sein, die Situationen zu notieren, in denen wir oft ärgerlich sind.
Und dann nachzuforschen, was uns gekränkt hat und was wir uns gewünscht hätten.
Das ist eine richtige Übersetzungsarbeit, als würden wir Vokabeln für eine neue Sprache lernen,
denn uns fehlen oft die Ausdrücke für unsere Bedürfnisse und Gefühle.
Es ist schmerzhaft, sich den verletzten Gefühlen zu stellen,
deshalb schiebt sich "automatisch" der Ärger wie eine Schutzschicht davor.
Der Ärger ist jedoch nur eine Art Warnsignal dafür,
dass ein Bedürfnis nicht befriedigt wurde.
Und dieses Bedürfnis gilt es herauszufinden.
Das ist meist gar nicht so einfach, denn wir sind so darauf getrimmt,
unsere Bedürfnisse zu leugnen, sie abzulehnen, abzuwerten.
Wenn ich z. B. sage: "Das hat mich gekränkt" bekomm ich oft die Antwort,
ich sei zu sensibel, ich solle nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen,
ich wisse doch schon, wie es gemeint sei, ich solle mich nicht so anstellen…
Das lässt mich dann meist einfach verstummen.
Das Wort Bedürfnis klingt auch so bedürftig, so armselig.
Dabei hat jeder Mensch die selben Bedürfnisse.
Und alle Menschen haben die selben...
______________________________________________________
Fortsetzung folgt... _________________ Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa - |
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 28.12.2012, 11:57 Titel: |
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edit.h: Das hat sich grade gekreuzt mit Messinas Fortsetzung -aber ich lass das trotzdem mal so stehen ...
Oh ha, Messina geht ans Eingemachte
Schon lange ein Thema meines Lebens...Ich werde relativ selten wütend und zornig, dafür dann aber mit Schmackes
Und ärgere mich auch über den Ärger Unnötig wie ein Kropf
Meistens hat es was mit meinem Blickwinkel zu tun und mit meinen Erwartungen an andere. Erwartungshaltung ist immer ne grenzwertige Sache und führt oft in Abgründe...Ich versuche mich in die andere Person hineinzuversetzen, ihre Handlungsweise nachzuvollziehen - das gelingt nicht immer.
Wenn ich sehe , dass der Konflikt nicht einfach zu klären ist , wäge ich ab, ob da ein Rückzug gut wäre, bevor ich mich tierisch aufrege und die Schublade aufmache, in der ich ein grosses "Waffensortiment" habe. Wenn Rückzug nicht möglich ist und die Option der fünf Briefe nicht greift, und ich beim besten Willen nicht begreifen kann, warum die Person nicht anders handelt - dann wird das schwieriger, dann komme ich ins Gären, sobald ich daran erinnert werde - dann wird das zum "Geistesgift" .
Dann gilt es für mich zu klären,
-ob man sich selbst als oberwichtigster Nabel der Welt sieht,
- ob man diese Energie so störend findet, weil man sie auch hat oder hatte,
- ob sie eine "reelle" Basis hat (weil einer meine klaren persönlichen Grenzen ständig überschreitet)
- wie die Wut/Zorn-Energie beschaffen ist ,
- ob und wie ich die Energie heilsam umleiten kann (- wenn der Garten gut eingezäunt ist, werden keine Ziegen mehr unerlaubt da weiden können - also Wutenergie in Einzäunenergie umwandeln spart allen die Nerven )
Es gibt aber verschiedenartigen Zorn und ich finde, berechtigten und not-wendigen Zorn.
ich erinnere mich an eine Situation im Supermarkt. Die Tochter etwa fünf, sass still im Einkaufswagen , ein nettes Kind - ein Schnellfeuergewehr als Mutter Scheinbar hatte Mutter eine schlechte Tagesform (wer weiss, was die alles erlebt hatte!) und bemeckerte Anlässe, die es garnicht gab und war grosszügig mit deftigen Gemüsenamen.. Die kleine sass da, versuchte, sich immer kleiner zu machen und war ganz blass in Erwartung der nächsten ungerechten Salve. Die Mutter konnte sich nicht beruhigen und war saumässig ungerecht.
In mir brodelte es nach fünfzehn Minuten.
Und vor dem Supermarkt ging es dann weiter.
"Hör auf zu hampeln" - Das Kind stand ganz still!
"Hör auf zu plappern!" - Das Kind hatte die ganze Zeit kein Wort gesagt. "Hör auf zu jangeln!" - Hier jangelt doch nur einer und das ist die Mutter !
Also bin ich zu dem Kind gegangen, hab sie angezwinkert und recht laut und zornig im Ton der Mutter gesagt: "Und zu laut atmen tust Du übrigens auch ,Kleine und dieser laute Herzschlag... - vielleicht versuchst Du endlich mal, dich unsichtbar zu machen, damit Deine arme geplagte Mutter sich nicht so wegen Dir aufregen muss !" Die Kleine war sehr erstaunt, aber die Mutter hatte verstanden, das sah ich am Gesicht und ich war auch schon in Habachtstellung, bereit, meine Brille zu retten War aber garnicht nötig.
Die Mutter hatte angefangen zu denken
Ich hatte wirklich das Gefühl, in dem Moment war mein Zorn und die Art, wie er sich ausgedrückt hat, absolut gerechtfertigt.
Einfach unterdrücken ist auf keinen Fall gut, das muss raus. ich kenne etliche, die versuchen, die "ungeliebten Gefühlsregungen " zu unterdrücken und wegzudiskutieren.
Wandelnde Zeitbomben... |
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karinja Gast
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Verfasst am: 28.12.2012, 21:09 Titel: |
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Super interessantes Thema und sehr interessante Ausführungen - Messina - Fortsetzung erwünscht.
Messina hat geschrieben:
| Zitat: | Wenn ich z. B. sage: "Das hat mich gekränkt" bekomm ich oft die Antwort,
ich sei zu sensibel, ich solle nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen,
ich wisse doch schon, wie es gemeint sei, ich solle mich nicht so anstellen…
Das lässt mich dann meist einfach verstummen. |
Bei solchen Kommentaren wäre ich definitiv auch sprachlos. Die Frage ist, wie du diesen Menschen klar machen kannst, was du dir wünschst, was dir fehlt, so dass sie es verstehen. Ich würde mich bei solchen Worten, glaube ich, nicht respektiert und nicht wertgeschätzt fühlen, aber das Leuten zu vermitteln, die einen dann gleich als Sensibelchen brandmarken ist nicht leicht.
Pearl hat geschrieben
| Zitat: | | Erwartungshaltung ist immer ne grenzwertige Sache und führt oft in Abgründe... | Diesen Aspekt finde ich total wichtig.
| Zitat: | | die Option der fünf Briefe nicht greift, |
Was ist das Pearl?
| Zitat: | | Es gibt aber verschiedenartigen Zorn und ich finde, berechtigten und not-wendigen Zorn. |
| Zitat: | Einfach unterdrücken ist auf keinen Fall gut, das muss raus. ich kenne etliche, die versuchen, die "ungeliebten Gefühlsregungen " zu unterdrücken und wegzudiskutieren.
Wandelnde Zeitbomben.. |
Ich bin Anhänger der Achtsamkeit und in der Achtsamkeit wird davon ausgegangen, dass es wichtig ist, alle Gefühle zu akzeptieren, auch die oft als negativ bewerteten und so auch die Wut und den Ärger, das es wichtig ist, das Gefühl wahrzunehmen und nicht dagegen anzukämpfen. Gefühle kommen und gehen, wir können sie nicht an- und ausschalten, wir können allerdings entscheiden, wie wir auf sie reagieren - ob wir wild um uns schlagen oder einen konstruktiven Umgang damit finden.
Ich denke, dass Ärger wirklich wichtig sein kann, meine Therapeutin würde sich wünschen, dass ich mal ärgerlich werde, sie bezeichnet mich als aggressionsgehemmt, was auch zu erheblichen Problemen führen kann. Dann gibt man nämlich aus lauter Harmoniebedürftigkeit immer nach, kann sich nicht wehren, auch wenn es nötig wäre, sieht immer die Schuld bei sich, und empfindet statt Ärger Scham und Angst oder Trauer. |
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 28.12.2012, 22:30 Titel: |
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, ihr Lieben (...manchmal wütenden )
| karinja hat folgendes geschrieben: |
| Zitat: | | die Option der fünf Briefe nicht greift, |
Was ist das Pearl? |
Sorry, das ist jetzt ausnahmsweise mein Mist
Das ist auch eine Methode, mit Zorn und anderen ungeliebten Gefühlen umzugehen :
Du schreibst der Person einen Brief. Und da packst du unverblümt alles so rein, wie Du es gerade fühlst, ohne Zensur , ohne alle Moral. Nur raus damit - das nennt man dann "einen geharnischten Brief".
Dann liest man das selbst nochmal und stellt sich vor, man wäre der Andere. Was fühlt der so, wenn er das liest? Muss der etwa weinen?
Das kann man nicht abschicken so...Also begradigt man das etwas, nimmt hier Gemüsesorten raus und da gibt's eine diplomatischere Redewendung. Das kann man über einige Tage machen oder man schafft es innerhalb von Stunden. Meistens kommt man so auf fünf Briefe , je nach Charakter des Briefeschreibers können das weniger oder mehr sein... (Meiner Mutter habe ich gefühlte Millionen geschrieben und nicht einen abgeschickt ) In der Zwischenzeit kühlt sich das Mütchen etwas ab.
Und erst dann, wenn man dieses Machwerk liest und sachlich bleiben kann, weil da nur noch Fakten drinstehen und nix verletzendes mehr, könnte man ihn abschicken.Oder man schafft das nicht, im Brief sachlich zu bleiben, dann sollte man nicht verschicken...Kann man tun, aber das heisst in der einen oder anderen Form "Konsequenzen tragen"... | Zitat: | | Ich bin Anhänger der Achtsamkeit und in der Achtsamkeit wird davon ausgegangen, dass es wichtig ist, alle Gefühle zu akzeptieren, auch die oft als negativ bewerteten und so auch die Wut und den Ärger, das es wichtig ist, das Gefühl wahrzunehmen und nicht dagegen anzukämpfen. | Um Mitgefühl entwickeln zu können, muss man am besten am eigenen Leib erfahren und begriffen haben - das geht nicht immer - aber bei Gefühlen geht das ganz prima. | Zitat: | | Gefühle kommen und gehen, wir können sie nicht an- und ausschalten, wir können allerdings entscheiden, wie wir auf sie reagieren ... | Eben, wirklich blind-wütig gibt es eigentlich nicht. Irgendwo in uns hockt zwischen all dem Wüten immer ziemlich klein und leise -aber noch hörbar - der klare Verstand. Das heisst im Grunde, ich bestimme selbst (gewohnheitsmässig/unterbewusst ), ob und wie ich sein will. Meine persönliche Meinung - Affekthandlungen gibt es nicht - bevor ich Geschirr warf , schaute ich immer nach, dass ich nicht meine Lieblingsteile nehme - also war da ja doch noch logisches Denken anwesend.
| Zitat: | | .... sieht immer die Schuld bei sich, und empfindet statt Ärger Scham und Angst oder Trauer. | oder - jetzt werde ich ganz ketzerisch und packe meine These aus : - frisst den Ärger über Jahre in sich hinein und bekommt ein Magengeschwür oder - eine Depression. In meinen Augen ist die Depression nämlich schlussendlich eine nach innen gegen sich selbst verlagerte Aggression....
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Messina

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.05.2010 Beiträge: 8439 Wohnort: bei Hamburg
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Verfasst am: 28.12.2012, 23:59 Titel: |
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| Pearl hat folgendes geschrieben: | | Es gibt aber verschiedenartigen Zorn und ich finde, berechtigten und not-wendigen Zorn. |
Dazu ein Zitat von Gandhi:
http://www.chrischona-eichstetten.de/textwerkstatt/138.htm
Meine Gewaltfreiheit erlaubt es nicht,
vor der Gefahr wegzulaufen und seine Lieben ohne Schutz zu lassen.
Wenn nur die Wahl zwischen Gewalt und feiger Flucht bestünde,
würde ich der Gewalt den Vorzug geben.
Ich kann einen Feigling ebensowenig Gewaltfreiheit predigen,
wie ich einen Blinden dazu verführen kann, schöne Gegenden anzusehen.
Gewaltfreiheit ist der Gipfel der Tapferkeit.
Ich hatte keine Schwierigkeiten, Leuten, die in der Schule der Gewalt aufgewachsen waren,
die Überlegenheit der Gewaltfreiheit zu beweisen.
Als Feigling, der ich jahrelang war, hielt ich mich an Gewalt.
Ich begann Gewaltfreiheit erst dann zu schätzen, als ich meine Feigheit aufgab.
Mahatma Gandhi (1922)
| karinja hat folgendes geschrieben: | | Ich denke, dass Ärger wirklich wichtig sein kann, meine Therapeutin würde sich wünschen, dass ich mal ärgerlich werde, sie bezeichnet mich als aggressionsgehemmt, was auch zu erheblichen Problemen führen kann. Dann gibt man nämlich aus lauter Harmoniebedürftigkeit immer nach, kann sich nicht wehren, auch wenn es nötig wäre, sieht immer die Schuld bei sich, und empfindet statt Ärger Scham und Angst oder Trauer. |
O ja, das kenne ich auch, und das ist wirklich selbstzerstörerisch und gefährlich...
wie Pearl sagt: Wandelnde Zeitbomben...
Und dann bin ich einmal so extrem explodiert wie der alte Dampdrucktopf meiner Freundin,
bei dem hat das Überdruckventil geklemmt!
Jetzt gehts weiter mit dem Hörbuch
Unsere Wut ist nichts Schlechtes, sondern ein Geschenk,
das uns auf unsere unerfüllten Bedürfnisse aufmerksam macht.
Die Gewaltfreie Kommunikation entstand aus 2 Fragen von Rosenberg:
1. Welche Erlebnisse führen bei manchen Menschen zu gewalttätigem und ausbeuterischem Verhalten?
2. Welche Art von Erziehung kann helfen, unserer Natur entsprechend einfühlsam zu bleiben?
Rosenberg fand 3 Faktoren:
1. Die Sprache, die uns beigebracht wurde
2. Die Art zu denken und zu kommunizieren, die uns vermittelt wurde
3. Die spezifischen Strategien, die wir gelernt haben, um uns und andere zu beeinflussen.
Diese 3 Faktoren entscheiden, ob wir gewalttätig oder einfühlsam reagieren.
Durch die Gewaltfreie Kommunikation lernen wir, uns so auszudrücken,
dass andere aus freiem Willen bereit sind, zu unserem Wohl beizutragen.
Undwir lernen, wie wir die Aussagen der Anderen aufnehmen können,
so dass wir bereit sind, zu ihrem Wohl beizutragen.
Ärger zeigt uns, dass wir in einer Denkweise gefangen sind,
die es unwahrscheinlich macht, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden.
Meist gibt es nur unerfreuliche Auseinandersetzungen.
Aber wird der Ärger unterdrückt, kann es sehr gefährlich werden.
Über Serienmörder sagen die Leute häufig so was wie:
„Er war immer so ein netter Mensch.“
„Er schien sie nie über jemand anderen geärgert zu haben.“
Manche Menschen werden so erzogen /manipuliert,
dass sie alles zulassen, was immer auch mit ihnen geschieht.
Wut und Ärger kann man mit Warnlampen am Armaturenbrett eines Autos vergleichen.
Man deckt sie nicht zu, ignoriert sie nicht und baut sie auch nicht aus,
sondern forscht nach der Ursache, also nach den „Bedürfnissen“ des Motors.
Ideal ist es, wenn beide Gesprächspartner gewaltfrei kommunizieren.
Doch die GfK funktioniert auch, wenn sie nur von ener Person angewendet wird.
Es kann furchterregend sein, weil man seine eigene Verwundbarkeit zeigt,
wenn man seine Gefühle und seine Bedürfnisse und Wünsche äußert.
(Deshalb ist es so verlockend, beim Ärger stehen zu bleiben.) _________________ Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa - |
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Messina

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.05.2010 Beiträge: 8439 Wohnort: bei Hamburg
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Verfasst am: 29.12.2012, 19:47 Titel: |
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Und weiter gehts mit dem Hörbuch, ich hoffe, ihr habt einen langen Atem!
Es dauert fast 2 Stunden, und ich hab erst ne halbe Stunde referiert...
Es fällt mir auch schwer, weil ich selbst zwar einerseits ganz angetan bin,
aber auch so einige innere Widerstände spüre...
Am Beispiel eines jungen Mannes, der in Schweden im Gefängnis sitzt,
werden die verschiedenen Schritte der GfK dargestellt.
1. Die Beobachtung mitteilen ohne Bewertung
Der Gefangene war am Tag des Trainings sehr wütend auf die Gefängnisleitung
Auf die Frage nach dem Auslöser seiner Wut antwortete er:
"Ich habe vor 3 Wochen einen Antrag abgegeben,
und sie haben noch immer nicht reagiert."
Das war eine korrekte und wertfreie Beschreibung ohne Urteil und Bewertung.
2. Erkennen, dass der Auslöser nicht die Ursache meiner Wut ist.
Die Wut kommt von der Bewertung dessen, was die Anderen sagten oder taten.
Diese Bewertungen sind lebens-entfremdend,
denn wir fragen uns nicht, was wir oder die Anderen brauchen.
Statt dessen unterstellen wir ihnen schlechte Motive oder fehlerhaftes Verhalten.
Der Gefangene hätte das Ausbleiben einer Antwort persönlich nehmen
und als Ablehnung auffassen können.
Dann hätte er keine Wut empfunden, sondern vielleicht Mutlosigkeit oder Schmerz.
Oder er hätte in sich gehen und auf seine Bedürfnisse hören können.
Auch das hätte ihn nicht wütend gemacht, sondern vielleicht Ideen geliefert,
die die Erfüllung der Bedürfnisse wahrscheinlicher machten.
Er hätte auch die Bedürfnisse der Gefängnisleitung erforschen können.
Auch das hätte ihn nicht wütend gemacht.
Er hatte jedoch in moralischen Urteilen gedacht, fühlte sich ungerecht behandelt
und fand das Verhalten der Gefängnisleitung unfair.
Warum fällt es uns so schwer, bei unseren Gefühlen Auslöser und Ursache zu unterscheiden?
Das liegt hauptsächlich daran, dass wir alle mehr oder weniger manipuliert wurden.
Beispielsweise sagt ein Vater zu seiner Tochter:
„Es verletzt mich zutiefst, wenn du dein Zimmer nicht aufräumst.“
Oder die Frau zum Mann: „Es ärgert mich, wenn du jeden Abend ausgehst.“
So glaubt man bald wirklich, man sei der Verursacher des Gefühls.
Rosenberg hat als Vermittler in Krisengebieten gearbeitet, z. B. in Ruanda im Bürgerkrieg.
Viele Menschen, die ihre Angehörigen verloren hatten waren von Rachegedanken erfüllt.
Andere hatten keine Rachegefühle, obwohl ihre Verluste ebenso schmerzlich waren.
Sie hatten starke Gefühle, aber nicht den Wunsch sich zu rächen,
sondern sie wollen verhindern, dass so etwas wieder vorkommt.
Unsere eigenen Gedanken sind also die Verursacher.
Wenn wir Worte benutzen wie muss. sollte, müsste, darf nicht ...
sind das deutliche Hinweise auf verurteilende Gedanken.
Rosenberg schildert ein Beispiel in einer Besserungsanstalt für straffällige Jugendliche.
Er machte an 2 aufeinanderfolgenden Tagen die selbe Erfahrung:
Er erhielt einen Schlag auf die Nase, als er versuchte, kämpfende Schüler zu trennen.
Am ersten Tag war er wütend, am zweiten nicht, obwohl
die Nase nun natürlich noch viel mehr weh tat.
Der Schlag am 1. Tag kam von einem Schüler, den R. für einen verzogenen Bengel hielt.
Am 2. Tag wurde er von einem Jungen getroffen, der ihm leid tat.
Die Beurteilung ging so schnell, dass er erst später gewahr wurde,
wie sein Ärger zustande kam
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wird fortgesetzt _________________ Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa - |
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karinja Gast
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Verfasst am: 29.12.2012, 22:00 Titel: |
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danke Messina, das ist nach wie vor spannend.
| Zitat: | Es kann furchterregend sein, weil man seine eigene Verwundbarkeit zeigt,
wenn man seine Gefühle und seine Bedürfnisse und Wünsche äußert. |
Das ist sehr wahr und aus Angst vor Ablehnung traue ich mich oft nicht Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, was aber auch keine gute Lösung ist, weil ich dann oft gar nicht wahrgenommen werde oder nicht so wie ich wirklich bin... Und vielleicht würden die anderen ja auch offener über ihre Wünsche und Bedürfnisse sprechen, wenn ich es täte!
Übrigens, wenn du magst, Messina und genug Zeit und Muße dazu hast, vielleicht nachdem du das Marathonreferat beendet hast, würde mich auch interessieren, wogegen du die | Zitat: | | inneren Widerstände | gegen die GfK hast.
Interessant finde ich auch die Interpretation des Mörders, der Widerspruch zwischen dem "nett sein" und den Taten eines Mörders hat mich auch schon öfter beschäftigt. |
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 31.12.2012, 00:49 Titel: |
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Ich denke und kau da grade spitzfindig dranrum...Um was zu begreifen, muss ich immer in alle Richtungen denken dürfen Und Widerstände habe ich da auch so ein bisschen das darf ich prinzipiell auch haben – nur weil etwas in hohen Auflagen publiziert wird, muss es ja nicht unbedingt stimmen Aber es hört sich stimmig an dann muss ich dran rumkauen | Zitat: | | Die GfK unterscheidet zwischen Ursache und Auslöser des Ärgers. | Das hiesse also, mein Ärgern wurde quasi im Kleinkindalter verursacht und heute blüht das alte vergammelte Dingen immer wieder auf, wenn die passende Situation kommt ???
| Zitat: | | Zuerst bewerten wir die Sache . | So funktioniert unser Leben im Allgemeinen, wir sind eine Be-werte-gesellschaft.. Bewerten ist auch zum Teil überlebenswichtig – diese rote Beere darf ich essen, denn das ist eine Erdbeere - aber diese rote Beere sollte ich nicht essen, das ist eine sehr giftige Eibenbeere.Alles wird automatisch in unserem Hirn in millisekundenschnelle bewertet -der Diabetiker sieht : Das Gebäck enthält Zucker, ich sollte das nicht essen. Der trockene Alki merkt, in Weinbrandbohnen ist Alkohol, ich sollte das nicht zu mir nehmen. Die Klarisse guckt den Mülleimer an und sieht, der ist voll, ich sollte ihn leeren
Will sagen, Bewertung ist eine notwendige Qualität, die uns auch vor schrecklichen Irrtümern schützen kann. Am prinzipiellen Konzept der Bewertung kommen wir einfach nicht vorbei.Wir leben in einer Welt des Dualismus, das ist einfach so. | Zitat: | | Aber wird der Ärger unterdrückt, kann es sehr gefährlich werden. Über Serienmörder sagen die Leute häufig so was wie: „Er war immer so ein netter Mensch.“ „Er schien sich nie über jemand anderen geärgert zu haben.“ | Ich habe vor Jahren in der Psychiatrie gearbeitet. Um den Menschen offen zu begegnen, habe ich die Krankenakten nicht gleich oder garnicht gelesen. Wichtige Infos zu Patienten bekommt man bei der Übergabe mit. Da ich mich hartnäckig geweigert habe, andere zu fixieren, hat man mir die Aufgabe übertragen, die fixierten Patienten zu füttern. Das war okay.
Jener eine Patient war bei uns "zwischengeparkt", dauerfixiert und man warnte mich. Das war ein sehr intelligenter , gebildeter und höflicher sanfter Mann mit viel Verständnis für die anderen Menschen und wir hatten interessante Gespräche über Gott und die Welt, besonders Naturwissenschaften und Tiere interessierten ihn. Der war auch charismatisch auf seine Art. Sehr höflich und zuvorkommend (soweit man das sein kann, wenn man fast rund um die Uhr fixiert ist Aber da war etwas nicht zu Beschreibendes an ihm, das bei mir ein Unbehagen ausgelöst hat. Das habe ich auf die sehr heftigen Medikamenten geschoben....Als er in eine andere Klinik überführt worden ist, habe ich dann in seine Akte geschaut Er war sein ganzes Leben lang gehänselt und verlacht worden von 2 Verwandten und hat immer geschluckt. Irgendwann hat es ihm gereicht und er hat dafür gesorgt, dass die niemanden mehr hänseln.... Da musste ich mich erstmal hinsetzen. Die andern im Stationszimmer haben tagelang über mich gegrölt. Ich mochte den gern - als Mensch, so wie ich ihn kennengelernt hab, auch wenn ihr mich für bescheuert haltet.
| Zitat: | Wenn wir Worte benutzen wie muss, sollte, müsste, darf nicht ...
sind das deutliche Hinweise auf verurteilende Gedanken. |
Aber das passt ja sehr gut auch zum Jahreswechsel !
Thema: Gute Vorsätze fassen. (Ich sollte zu rauchen aufhören, ich sollte 100 kilo in zwei Tagen abnehmen, ich darf kein Fleisch mehr essen und keine Lederschuhe mehr tragen...) Später werden die guten Vorsätze zu Fallstricken. Und dann - ärgern wir uns. … |
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Messina

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.05.2010 Beiträge: 8439 Wohnort: bei Hamburg
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Verfasst am: 02.01.2013, 18:03 Titel: |
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@ Karinja:
Ich weiß nicht genau, wodurch meine Widerstände entstehen, vielleicht weil es so ein ungewohntes Denken ist...
Vielleicht ist es mir auch bisschen unheimlich, weil Rosenberg oft sehr ultimativ in seinen Äußerungen ist.
Wir werden sehen.
@ Pearl:
Ja, unser Ärger kommt wohl zum allergrößten Teil durch Verurteilelung im Kleinkindalter.
Rosenberg sagt, dass wir von Menschen erzogen wurden,
die Schuld als hervorragendes Motivationsmittel ansehen.
(auch so eine pauschale Äußerung, die ich vorsichtiger formuliert hätte)
| Zitat: | | Bewerten ist auch zum Teil überlebenswichtig |
Ja absolut!
Ich denke es ist nichts Schlechtes am Bewerten, wenn man nicht dabei stehen bleibt,
sondern nachforscht, ob einer Beurteilung ein unerfülltes Bedürfnis zu Grunde liegt.
Und es ist ein Unterschied, ob es sich um sachliche oder moralische Urteile handelt.
Deine Beispiele zeigen das ganz gut:
Zucker ist für den Diabetiker genau so gefährlich wie die Eibenbeere für uns alle.
Der volle Mülleimer ist nicht wirklich lebensbedrohlich.
Natürlich ist es vorteilhaft, ihn zu leeren, bevor er überläuft.
| Zitat: | | Die andern im Stationszimmer haben tagelang über mich gegrölt. Ich mochte den gern - als Mensch, so wie ich ihn kennengelernt hab, auch wenn ihr mich für bescheuert haltet. |
Ich halte dich nicht für bescheuert, das heb ich mir für die grölenden Kolleginnen auf.
Hättest du seine Vorgeschichte gekannt, wärst du vielleicht vorsichter oder ängstlicher gewesen.
Aber dann hättest du nicht so viel von seiner menschlichen Seite entdeckt,
weil dir der Blick von dem Vor-Urteil verstellt gewesen wäre. _________________ Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa - |
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Messina

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.05.2010 Beiträge: 8439 Wohnort: bei Hamburg
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Verfasst am: 02.01.2013, 22:51 Titel: |
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Und wieder ein Stückchen weiter im Hörbuch...
Bedürfnisse
Rosenberg geht davon aus, dass wir ärgerlich werden, weil unsere Bedürfnisse nicht erfüllt werden.
Und leider sind wir nicht mit unseren Bedürfnissen in Kontakt.
(Im Gegensatz zu einem sehr kleinen Kind, das sagt meist deutlich, was es will und braucht.)
Statt auf unsere Bedürfnisse zu achten, fragen wir uns,
was mit anderen Menschen nicht in Ordnung ist,
weil sie unsere (oft unerkannten) Bedürfnisse nicht erfüllen.
Wut ist ein tragischer Ausdruck unserer unerfüllten Bedürfnisse.
Es sind unsere Urteile über andere Menschen, die uns wütend machen.
Statt unsere Herzen zu befragen, und eine Verbindung zu unseren Bedürfnissen aufzubauen,
nutzen wir unsere Energie, um über andere Menschen zu urteilen.
Dadurch ist es leider nicht sehr wahrscheinlich,
dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden.
Zumindest nicht gern.
Wenn wir andere als faul oder dumm oder sonstwie bezeichnen,
werden sie vielleicht tun, was wir wünschen, aber um welchen Preis!?!
Wenn sie aus Furcht vor unserem Urteil oder unserem Ärger „funktionieren“,
rächt es sich bei nächster Gelegenheit.
Sie handeln nicht aus Mitgefühl heraus, aus einer herzlichen Verbindung zu uns.
Und das ist in der GfK so besonders wichtig.
Also es geht darum, dass die Menschen alles was sie tun, aus freiem Willen tun.
Nicht aus Gründen wie Schuld und Scham, oder aus Angst vor Strafe.
Es ist wichtig, die Kenntnisse über unsere Bedürfnisse zu erweitern.
Dann werden die anderen viel wahrscheinlicher mitfühlend reagieren,
und eher bereit sein, unsere Bedürfnisse zu erfüllen
Da wir aber leider gelernt haben, in Begriffen von Fehlerhaftigkeit zu denken,
sind wir häufig blind für das, was wir selbst benötigen.
Wir haben oft ein großes Repertoire an abwertenden Urteilen,
aber unser Wortschatz für unsere Bedürfnisse ist recht beschränkt.
Wenn wir unseren Blickwinkel von der Außenwelt nach innen verschieben,
kommen wir unseren Bedürfnissen leichter auf die Spur.
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Ich hab mal bisschen nach Bedürfnissen geguckt:
Das Bild zeigt deutlich, wie unterschiedlich die Reaktionen sein können.
Und dass nicht automatisch Ärger die Folge ist.
Hier hab ich es gefunden:
http://www.empathie.com/downloads/spektrum_beduerfnisse_weckert.pdf
Da wird auch der chilenische Wirtschilftswissenschaftler Manfred Max-Neef zitiert,
er spricht von nur 9 Bedürfnissen:
Lebenserhaltung. Schutz, Zuneigung. Verständigung. Beteiligung.
Spiel (Muße), kreatives Schaffen. Identität und Freiheit.
Jedes Bedürfnis kann sich in Form eines Mangels zeigen und Konflikte verursachen,
wenn seine Erfüllung mit den Bedürfnissen anderer Menschen kollidiert.
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wird fortgesetzt _________________ Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa - |
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 03.01.2013, 19:36 Titel: |
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| Messina hat folgendes geschrieben: |
Bedürfnisse
....
Da wird auch der chilenische Wirtschilftswissenschaftler Manfred Max-Neef zitiert,
er spricht von nur 9 Bedürfnissen:
Lebenserhaltung. Schutz, Zuneigung. Verständigung. Beteiligung.
Spiel (Muße), kreatives Schaffen. Identität und Freiheit.
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Das hat mich immer schon sehr irritiert, wie unterschiedlich der Begriff der Bedürfnisse gehandhabt wird je nach Blickwinkel...Aber es ist vielleicht so ein bisschen wie bei den Matrioschkas -
http://de.wikipedia.org/wiki/Matrjoschka
eines ist im anderen enthalten... |
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karinja Gast
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Verfasst am: 03.01.2013, 23:59 Titel: |
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| Zitat: | | Ich denke es ist nichts Schlechtes am Bewerten, |
Beim Bewerten finde ich es wichtig, zwischen dem Bewerten eines Verhaltens und dem Beurteilen einer Person zu unterscheiden. Ein Verhalten zu bewerten kann in Ordnung sein, problematisch finde ich negative Bewertungen von Personen, die dann eben oft Pauschalurteile sind, der ist dumm, aggressiv oder.... |
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