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Wut und Ärger in der GfK (Gewaltfreie Kommunikation)


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Messina




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 20.05.2010
Beiträge: 8439
Wohnort: bei Hamburg

BeitragVerfasst am: 12.03.2013, 23:36    Titel: Verständnis von anderen bekommen, indem wir sie verstehen. Antworten mit Zitat

karinja hat folgendes geschrieben:
So als Anregung, könntest du ein anderes Mal die Bitte vielleicht konkreter daran orientieren, was du dir als Handlungsweise von anderen wüschst? So evtl. Bitte sprich erst mit mir, bevor du eine Bestellung aufgibst?


Nein. So hab ich es ja schon immer gemacht. Den "Text" kannte er schon.

Rosenberg legt großen Wert darauf, dass wir mit der abschließenden Bitte
keine längerfristigen Ziele ansprechen, also was in Zukunft so sein sollte,
sondern dass diese Bitte etwas ist, was ich jetzt im Moment wünsche.

Aber so ganz hab ich das auch noch nicht kapiert.
Es scheint auf den ersten Blick so einfach. Und dann...
Aber nun geht es erst mal weiter.

Verständnis von anderen bekommen, indem wir sie verstehen.

Wir wollen nicht nur die tiefen Gefühle hinter der Wut ausdrücken,
sondern auch verstanden werden
Um das zu erreichen müssen wir zuerst dieser Person Verständnis entgegenbringen. Geschockt
Also erst in die andere Person einfühlen, herausfinden, warum sie sich so verhalten hat.
Erst dann hat man die Chance, dass die andere Person ihrerseits offen ist
für unsere Gefühle und Bedürfnisse.
Sonst wird die andere Person vermutlich gar nicht fähig oder bereit sein uns zu verstehen.

Rosenberg schildert seine Arbeit mit rassistischen Gruppen,
militante Schwarze, Skinheads, Neofaschisten…
und weist darauf hin, wie gefährlich diese Gruppen sein können,
und dass es wichtig sei, diese Menschen sehr gut zu verstehen.
Darauf beschreibt er eine Situation aus seinem eigenen Leben:

Er fuhr früh morgens in einer Taxe gemeinsam mit einem anderen Fahrgast.
Über Funk kam die Aufforderung, an der Synagoge vorbeizufahren,
und dort einen Mr. Fishman mitzunehmen.
Darauf machte der andere Fahrgast abfällige Bemerkungen über „diese Juden“.

Obwohl Rosenberg selbst Jude und daher sehr wütend war,
atmete er ca. 20 Sekunden tief durch und gab sich selbst Einfühlung
für all seinen Schmerz seine Furcht und all die anderen alten schmerzhaften Gefühle.
Er war sich bewusst, dass sein Ärger nicht durch diese Äußerung verursacht wurde,
sondern von viel früher kam und viel tiefer ging.
(früher hätte er mit körperlicher Gewalt reagiert. )
Er lehnte sich zurück genoss seine innere Show von Urteilen
und die Bilder seiner Rache.
Und dann sagte er: „Das hört sich so an,
als hätten Sie schlechte Erfahrungen mit jüdischen Menschen gemacht.“

Rosenberg wollte den Schmerz des anderen Fahrgastes hören,
damit der andere dann später fähig würde, seinen eigenen Schmerz zu hören.
Das war nicht leicht, denn der andere regte sich nicht nur über Juden auf,
sondern über die Schwarzen und noch andere Gruppen.

Aber Rosenberg hörte hinter die Klagen, er vermutete und hinterfragte,
ob es Angst sei, ob sich sein Mitfahrer selbst schützen wollte.
Und dann konnte er das verstehen, denn diese Gefühle der Angst kannte er auch.
und auch das Bedürfnis, sich selbst zu schützen.

Unsere Erfahrungen sind universell, alle haben dieselben Bedürfnisse.
Allerdings können unsere Strategien sehr unterschiedlich sein.

Rosenberg hatte große Schwierigkeiten mit den Gedanken seines Mitfahrers.
Aber er sagt, dass er viel mehr Freude an seinen Mitmenschen hat,
wenn er nicht auf das hört, was sie denken,
sondern darauf, was sich in ihrem Herzen abspielt.

Nachdem Rosenberg etwa 10 Minuten nur zugehört hatte,
wurde der andere ruhiger und Rosenberg sagte:
„Wissen Sie, als Sie das erste Mal angefangen haben zu sprechen,
fühlte ich eine Menge Frustration und Entmutigung,
weil ich ganz andere Erfahrungen mit Juden hatte.
Und ich wünschte sehr, dass Sie auch mehr von diesen Erfahrungen gemacht hätten.
Können Sie mir sagen, was Sie mich sagen hörten?

Daraufhin rechtfertigt sich der andere und relativierte seine Aussagen.
Aber Rosenberg beharrt darauf, dass er nur wiederholen solle,
was er von Rosenberg gehört hätte.
Der andere versteht immer noch nicht, und R. erklärt ihm,
dass er wünscht, der Andere würde seinen Schmerz hören,
Dass er, Rosenberg richtig traurig geworden sein, als er diese Bemerkungen hörte.
und dass er sich wünschte, dass der Andere auch so positive Erfahrungen
mit jüdischen Menschen gemacht hätte wie er selbst.
Ob der andere ihm jetzt sagen könne, was er R. hätte sagen hören?

„Sie sagen, dass ich gar kein Recht habe, so etwas zu sagen.“
R. erklärt, dass es ihm nicht um Anschuldigung geht, sondern um Verständnis.
Es geht nicht um Rechtfertigung, nicht um Entschuldigung,
und auch nicht darum dass es schrecklich sei, so was zu sagen.

Es geht nicht darum, dass er etwas „falsch“ gemacht hat,
sondern dass er auf den Schmerz hört,
den R. bei seinen Worten empfunden hat.

Anschuldigungen wären viel zu einfach.
Also wir müssen daran arbeiten und die verurteilende Person „an den Ohren ziehen“

Denn Menschen, die verurteilen, sind nicht daran gewöhnt,
Gefühle und Bedürfnisse zu hören.
Sie sind gewöhnt, Beschuldigungen zu hören.

Und sie stimmen entweder zu und hassen sich dafür selbst
und machen ewig so weiter,
oder sie hassen dich und machen ebenfalls weiter.

Rosenberg beschreibt, dass er über viele Jahre an sich selbst arbeiten musste,
bis er den Schmerz solcher Leute hören konnte.

Oft spürte er zuerst Wut und hätte die andere Person am liebsten geschüttelt
oder ihr noch Ärgeres angetan.
Er hat eine hohe Gewaltbereitschaft und genießt für kurze Zeit seine Phantasien.

Dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf seine Gefühle und Bedürfnisse,
bis ihm die Ängste und Demütigungen bewusst wurden,
die er in seiner Jugend erlebt hatte.

Dann spürte er eine Entspannung in seinem Körper.
und erst dann konnte er seinem Gesprächspartner empathisch begegnen
und sich auf dessen Gefühle und Bedürfnisse konzentrieren.

Er betont nochmals, dass er nichts unterdrückt, sondern im Gegenteil
diese gewalttätigen Phantasien genießt,
ehe er sich selbst und danach dem anderen Empathie gibt.

_________________
Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa -
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BeitragVerfasst am: 12.03.2013, 23:36    Titel: Anzeige

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Pearl





Anmeldungsdatum: 12.06.2012
Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 13.03.2013, 08:12    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Messina!

Der Mr. Rosenberg wird mir immer sympathischer Definitiv ein Mensch !
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Messina




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 20.05.2010
Beiträge: 8439
Wohnort: bei Hamburg

BeitragVerfasst am: 14.03.2013, 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

O ja und was für einer! lachen
Guck mal hier: http://www.youtube.com/watch?v=Ldn4--uS7Yo
(Rosenberg benutzt den Wolf als Sinnbild für unsere aggressiven Anteile,
und die Giraffe als Bild für unser lebendiges authentisches Wesen.
)

Nun kommt der letzte Teil des Hörbuchs:

"Nimm dir deine Zeit!"

Meist braucht man etwas Zeit, um etwas nachzudenken und in sich hineinzuhorchen.
Das kann man dem anderen mitteilen, damit man selbst nicht hektisch wird.

Man braucht vor allem auch Zeit, um sich selbst Einfühlung zu geben,
damit man nicht automatisch antwortet, wie man durch die Erziehung programmiert wurde.

Das fühlt sich oft unbehaglich an, weil man „Neuland“ betritt.
Und weil es ungewohnt ist.
Wir sind so programmiert, dass wir möglichst schlagfertig antworten.

Ein Freund Rosenbergs hat ein Kartenspiel mit 3x5 Karten entwickelt,
die er als Spickzettel bei der Arbeit benutzt,
besonders wenn sein Chef sich in beurteilender Weise über ihn äußert.

Er nimmt sich seine Zeit. Auch zu Hause, wenn es Streit gab benutze er sie.
Nach einiger Zeit brauchte er sie nicht mehr.
Aber bei einem erneuten Konflikt sagte sein kleiner Sohn:
"Papa hol deine Karten".

Jetzt werden diese Karten vom CNVC verkauft.
(Damit könnten diese Quickcards gemeint sein, mit den 4 Schritten,
angenehmen und unangenehmen Gefühlen und einigen Bedürfnissen.
http://www.conexbooks.de/shop/shop.htm
)

Wut in mundgerechten Portionen
Ich habe selbst die Wahl, wie ich eine Situation betrachten will.
Damit entscheide ich selbst, ob ich die Kraft haben werde,
eine Situation zu ändern oder zu verschlechtern.

Alles was das Wort „sollte“ beinhaltet, ist geeignet, Wut und Ärger auszulösen.
Nicht unsere unerfüllten Bedürfnisse machen uns wütend,
sondern unsere Urteile über die anderen Menschen und ihre Handlungen.

Unerfüllte Bedürfnisse erzeugen Gefühle wie Trauer, Hoffnungslosigkeit.

Wut ist ein natürliches Gefühl, das durch unnatürliches Denken verursacht wird.

Es ist nicht unbedingt falsch, über andere Menschen zu urteilen,
aber man muss wissen, dass es dieses Denken ist, das uns wütend macht.

Auch wenn wir Urteile nicht aussprechen, vermitteln wir sie nonverbal.

Wir haben stets die Wahl, ob wir den Kopf urteilen oder unser Herz fühlen lassen

Mit unserer Wahl können wir unsere Gefühle beeinflussen.
Schau ich auf meine Bedürfnisse,
bin ich ganz bei mir und sehr lebendig.

Ärger ich mich über jemanden, bin ich NICHT bei mir,
sondern beim Anderen und beurteile SEIN Verhalten.

Verbunden mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen
habe ich starke Gefühle, aber nicht Wut und Ärger.

Ärger kommt aus einem lebensverachtenden,
gewalttätigen und provozierenden Denken.
Es entsteht aus einem Streben nach Dominanz.

Menschen zu verletzen oder umzubringen
ist ein sehr oberflächlicher Ausdruck von Wut und Ärger.

Siehe die Geschichte vom Gefangenen auf Seite 2:
    Plötzlich wurde er sehr traurig, konnte aber noch nicht darüber sprechen.
    Später sagte er, wenn er diese Zusammenhänge vorher erkannt hätte,
    hätte er seinen besten Freund nicht töten müssen.
    Er war sehr wütend auf seinen Freund geworden
    denn er hatte dessen Handlungen für die Ursache seines Zorns gehalten.

Wir wollen mit dem Leben verbunden sein,
mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen
und genau so mit denen der anderen Menschen.

Traurigkeit ist ein Gefühl, das uns mobilisiert, etwas zu unternehmen,
unsere Bedürfnisse erfüllt zu bekommen.
Wut ist ein Gefühl, das uns mobilisiert,
andere anzuklagen, abzuwerten, zu bestrafen.

Wut vollständig auszudrücken heißt nicht nur,
meine dahinterliegenden Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen,
sondern sicher zu stellen, dass mich die andere Person versteht.
Der beste Weg dazu ist, der anderen Person zuerst Verständnis zu geben.

Um selbst mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen gehört zu werden,
muss ich zuerst Einfühlung geben.
Solange der Andere sich angeklagt fühlt, kann er nicht zuhören,
sondern wird sich nur rechtfertigen oder seinerseits angreifen.

Wut ist ein sehr wertvolles Gefühl, es ist ein Weckruf,
der mir sagt, dass ich nicht mit dem Lebendigen in mir verbunden bin.
Ich bin mir meiner Bedürfnisse nicht bewusst,
sondern „sitze zu Gericht“ über einen anderen Menschen.


Das Hörbuch schließt mit einer Übersicht über Rosenbergs Leben und Wirken,
das kann man aber hier ausführlicher nachlesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_Rosenberg
Da ist auch ein Link zu einem Interview:
http://www.arbor-verlag.de/files/Leseprobe%20des%20Artikels%20von%20Marshall%20B.%20Rosenberg.pdf
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Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa -
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Pearl





Anmeldungsdatum: 12.06.2012
Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 14.03.2013, 18:17    Titel: Antworten mit Zitat

messina hat folgendes geschrieben:
O ja und was für einer! lachen
Guck mal hier: http://www.youtube.com/watch?v=Ldn4--uS7Yo
(Rosenberg benutzt den Wolf als Sinnbild für unsere aggressiven Anteile,
und die Giraffe als Bild für unser lebendiges authentisches Wesen.)

Hahahahahahahahahaaaaaaa
Ich kann garnicht anders - dieser Mensch ist sowas von liebenswürdig !


~~~
Das habe ich noch gefunden:
Gästeabend im Haus Granatapfel hat folgendes geschrieben:
Echte Gefühle nach Marshall Rosenberg sind z.B.
Bei unerfüllten Bedürfnissen
Ängstlich Argerlich Angespannt Ausgelaugt Bedrückt Besorgt Bestürzt Betroffen Deprimiert Durcheinander Einsam Elend Empört Erschöpft Erschüttert Frustriert Furchtsam Gehemmt Genervt Hilflos Irritiert Kalt Lustlos Müde Mutlos Nervös Niedergeschlagen Perplex Ruhelos Traurig Schlapp Schockiert Überwältigt Unglücklich Unbehaglich Ungeduldig Unruhig Unzufrieden Verärgert Verbittert Verspannt Verzweifelt Wütend Zornig
Bei erfüllten Bedürfnissen
Aktiv Angeregt Behaglich Belebt Berührt Bewegt Dankbar Energiegeladen Enthusiastisch Erfüllt Erleichtert Erregt Erstaunt Fasziniert Frei Freudig Froh
Fröhlich Geborgen Gelassen Glücklich Heiter Hoffnungsvoll Interessiert Involviert Lebhaft Liebevoll Lustig Mitteilsam Motiviert Munter Mutig Neugierig Optimistisch Ruhig selig Sicher Sorglos Überglücklich Überrascht Überschwänglich Ungekümmert Unternehmungslustig Vertrauensvoll Wach Zärtlich Zufrieden
Keine echten Gefühle, sondern Interpretationsgefühle sind z.B:
Abgelehnt Angegriffen Ausgenutzt Belästigt Beleidigt Belogen Benutzt Beschuldigt Betrogen beschämt Erniedrigt Eingeengt Gezwungen Hereingelegt Hintergangen Ignoriert Manipuliert Missbraucht Missverstanden Nicht beachtet Nicht respektiert Nicht verstanden Niedergemacht Provoziert Schuldig Übergangen Unerwünscht Unter Druck gesetzt Unterdrückt Unverstanden Unwichtig Verarscht Verlassen Vernachlässigt Verraten Wertlos Zurückgewiesen
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Messina




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 20.05.2010
Beiträge: 8439
Wohnort: bei Hamburg

BeitragVerfasst am: 27.03.2013, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Danke liebe Pearl, das ist ne feine Liste!

Ich hab mal hierher kopiert, was du bei mir geschrieben hast:
bei Messina Pearl hat folgendes geschrieben:


* GFK-Unterlagen rauskrusche http://www.iphpbb.com/board/ftopic-94135567nx64153-2684.html *

1. Ich komme nicht dazu, überall zu lesen Traurig ,am Wochenende habe ich mich zusätzlich verputzt/verzettelt Verlegen und deshalb nichts mitbekommen.
2. Jetzt bin ich traurig, weil ich die Party verpasst habe.
3. Ich feiere auch gerne .
4. Ich fände es schön, wenn mir nächstes Mal jemand Bescheid sagen würde .

grinnn Ist das so richtig ?


Das ja ist ganz toll!

Die Bitte soll nach Rosenberg aber sofort erfüllbar sein, nicht erst nächste Woche.
Vielleicht wär so was brauchbar: "Kannst du mir sagen, ob du mir nächstes Mal Bescheid sagen willst?"
Oder: "Sagt mir bitte einer, ob er mich nächstes Mal rechtzeitig erinnern kann?"
Find ich selbst bisschen kleinkariert, umständlich und vielleicht auch sowieso überflüssig.
Mal sehen, vielleicht kommt ja noch mehr Klarheit mit der Zeit.

Und hierzu will ich auch mal senfen:
Pearl in ihrem TP hat folgendes geschrieben:
Hallo, Messina,
Messina hat folgendes geschrieben:

Dein Gfk-Versuch hat mich erst schmunzeln lassen und dann tatsächlich etwas traurig gemacht.
http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=94135567nx64153&p=82705&highlight=#82705
Ist schon witzig, wie es wirkt...

Wieso macht Dich das traurig, dass ich Prioritäten anders setzen muss , weil ich für mich wesentliches falsch gewichte... Strenggenommen war das ganz schön dreist von mir zwinkern

Im Gegenteil! Ich hab mich so gefreut zu spüren, wie deine Aussage bei mir gewirkt hat,
obwohl ich wusste, dass du nicht wirklich traurig warst, hatte ich emphatisch auf deine Aussage reagiert.
Es hat also geklappt!

_______________________________________________________________

Ich hab übrigens noch etwas rausgefunden, und bin mächtig froh darüber:
Bei YoutTube hat jemand eine CD von Rosenberg eingestellt mit vielen verschieden Sprachen als Untertitel.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=loABGdbOXU0#t=2s

Hier gibts ne Bildergalerie, wie man die Untertitel auf deutsch umstellt:
http://imageshack.us/f/827/29028450.png/
Man klickt auf das Bild, und dann kommt man mit dem kleinen blauen Dreieck oben weiter zum nächsten Bild.

Das find ich sooo genial!
Ist zwar bisschen fummelig die ganze Sprach-Umstellerei, Puh
aber dann kann man wenigstens mitlesen, was er sagt.
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Messina




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 20.05.2010
Beiträge: 8439
Wohnort: bei Hamburg

BeitragVerfasst am: 20.04.2013, 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hier hab ich noch einen Beitrag zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden, sehr empfehlenswert!

Gewaltfreie Kommunikation - Angela Dietz

http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=l-Zk6QGeo54&feature=fvwp
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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 22.04.2013, 10:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Messina,

da hast Du ja eine Menge Energie in die Transkription des Hörbuchs gesteckt. Vielen Dank dafür! herz

Einmal angefangen zu lesen, hat es mich nicht mehr losgelassen, und ich bin sehr früh schlafen pennen ratzen gegangen. zwinkern

Die GfK im Alltag umzusetzen, scheint mir schwer. Vielleicht bin ich schneller ärgerlich und motzen schimpfen , als mir lieb ist.
Ein Grund mehr, mich damit zu beschäftigen.

Ich werde bestimmt noch öfter hier lesen bzw. Musik hören
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Wer viele Schätze anhäuft, hat viel zu verlieren.
[Laotse]
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LG
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Messina




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 20.05.2010
Beiträge: 8439
Wohnort: bei Hamburg

BeitragVerfasst am: 23.04.2013, 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ja liebes Mäuselken, ich tu mich auch schwer,
wir sind so gründlich zum Ärger erzogen worden. Geschockt

Messina am 02.01.2013 hat folgendes geschrieben:
Es fällt mir auch schwer, weil ich selbst zwar einerseits ganz angetan bin,
aber auch so einige innere Widerstände spüre...

Jetzt nach langer Zeit kann ich meine Widerstände besser verstehen.
Ich hatte anfangs gedacht, es müsse immer stur "nach Schema F" gehen.

    Beobachtung - Gefühl - Bedürfnis - Bitte

Beispiel:
    "Wenn ich höre, dass du sagst, ich sei faul,
    bin ich verwirrt und auch ziemlich traurig,
    weil ich Respekt brauche und Anerkennung für meine Leistung.
    Kannst du mir bitte sagen, wie ich das alles schaffen soll?"

Und das kam mir soooo fremd vor. Ja, es ist schon sinnvoll,
aber wenn ich so sprechen würde, käme ich mir doch sehr seltsam vor.
(Ich hab es tatsächlich schon probiert, und meine Lieben haben sich gewundert!) erstaunt

Inzwischen weiß ich, dass man diese Struktur einfach im Hinterkopf haben kann,
und dass es darum geht, sich gefühlsmäßig mit dem zu verbinden, was im andern los ist.

Also Empathie geben, Einfühlung.
Und die eigenen kritischen Gedanken ne Weile zurückstellen.
Das kann auch ohne Worte geschehen, mit Blick und Gestik.

Dabei müssen wir uns aber nicht verbiegen, sondern auch gut für uns sorgen,
und auf unser eigenes Gefühl achten.
Denn wenn man in Stress gerät, ist man nicht mit sich selbst verbunden,
es wird gekünstelt und der andere fühlt sich nicht wahrgenommen,
sondern spürt die Anspannung, und fühlt sich entsprechend unwohl.

Es ist ein gewaltiger Lernprozess für mich und sicher auch für die meisten von uns.
Wir sind so zur "Schlagfertigkeit" erzogen worden.
Und so auf "Angriff - Verteidigung" gepolt.

Noch ein interessanter Beitrag dazu:
Im Bus - der kürzeste Konflikt, aber mit heftigen Emotionen. (klick)
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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 21.05.2013, 10:21    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Messina,

Messina hat folgendes geschrieben:
Ja liebes Mäuselken, ich tu mich auch schwer,
wir sind so gründlich zum Ärger erzogen worden. Geschockt

Nicht nur das. Ich bin auch dazu erzogen worden meine wahren Bedürfnisse nicht zu äußern und immer hintenan zu stehen.

Und genau da ist mein Widerstand: Ich kann sehr wohl empathisch sein, aber ich kann meine Bedürfnisse nicht äußern.

Davon abgesehen heisst das ja nicht, dass meine Bedürfnisse auch erfüllt werden.
Oder spielt das in der GfK keine Rolle? Geht es lediglich um das Bewusstwerden der Gefühle?


Insgesamt erinnert es mich ein bisschen an den "Minikurs" von Gerald G. Jampolsky (bezieht sich auf "Ein Kurs in Wundern"), der empfiehlt sich folgende 5 Fragen zu stellen:

1. Will ich Geistesfrieden oder Konflikt erfahren?

2. Wähle ich die Erfahrung von Liebe oder Angst?

3. Will ich Liebe oder Fehler finden?

4. Will ich Liebe geben oder Liebe suchen?

5. Ist diese Kommunikation (egal ob verbal oder nicht verbal) dem anderen Menschen gegenüber liebevoll, und ist sie mir gegenüber liebevoll?


Ganz ähnlich formuliert das auch Günter Griebl auf seinen Affirmationskärtchen "Mit Liebe im Herzen":

1. Will ich heute Frieden und Vergebung erleben oder Konflikt?

2. Will ich mehr das Positive oder das Negative im Anderen sehen?

3. Versuche ich Liebe zu geben oder zu bekommen?

4. Will ich positiv über mich und andere denken und reden oder stattdesen kritisieren?

5. Bin ich bereit mir und anderen zu vergeben und in Harmonie zu leben?


Das ist alles wunderbar. Trotzdem sagt eine Stimme in meinem Kopf:"Du kommst zu kurz" oder "I don't want only a little piece of cake, I want the whole f...ing bakery!"


Bedürfniserfüllung? In meiner jetzigen Situation frage ich mich natürlich auch wieder einmal:

WER ist für die Erfüllung meiner Bedürfnisse zuständig?

Ich?
Ja?!
JA!
Vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, als allein um die Wahrnehmung derselbigen?




Verlegen Ich glaube, ich bin etwas vom Thema abgekommen.


Jedenfalls ist das für mich ein wichtiges Thema, weil in meiner Beziehung zu wenig friedliche Kommunikation stattfindet.


Das wollte ich noch schreiben bevor ich meine Klara-Sendepause mache.

Bis bald!
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LG
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chaotin
Gast







BeitragVerfasst am: 10.07.2013, 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hi
Ich kenn das auch ich mach mir selber die Vorwürfe und nicht anderen
ich hab das Gefühl der Ohnmacht wenn ich gerne was hätte es aber nicht durchsetzen kann und es durch mangel von SB schleifen lasse.
ich mich dann über mich selbst ärgere und mir selbst vorwürfe mache
ich hoffe ihr versteht was ich sagen möchte
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Pearl





Anmeldungsdatum: 12.06.2012
Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 10.07.2013, 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Bitte...was meinst du mit SB
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tranquilla trampeltreu




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 2025
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 10.07.2013, 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

In diesem Zusammenhang tipp ich auf Selbst-Bewusstsein oder sowas in der Art.......?

LG

trampilla
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Messina




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 20.05.2010
Beiträge: 8439
Wohnort: bei Hamburg

BeitragVerfasst am: 11.07.2013, 08:50    Titel: Antworten mit Zitat

Gut möglich, ich hatte spontan an einen SB-Laden gedacht. lachen

Aber Selbstbewusstsein passt besser.

Jaja, man ärgert sich, und dann ärgert man sich, dass man sich ärgert...

Wie viel Geld hab ich in den Sand gesetzt, weil ich mich damals nicht getraut habe, Schulden einzufordern! Traurig

Wenn ich für jeden Vorwurf den ich mir schon gemacht habe 1 € kriegen würde, wär ich reich! lachen
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tranquilla trampeltreu




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 2025
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 13.07.2013, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Messina hat folgendes geschrieben:

Wenn ich für jeden Vorwurf den ich mir schon gemacht habe 1 € kriegen würde, wär ich reich! lachen


Super Bild, wie sinnlos eigentlich der "Ärger über sich selber" ist. lachen lachen lachen

LG

trampilla
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Darrina
Gast







BeitragVerfasst am: 01.08.2013, 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

lachen Ich dachte beim lesen der Überschrift Du meinst die Gesellschaft für Konsumforschung die ja auch mit GfK abgekürzt werden. Da war ich aber neugierig wen sie wütend gemacht haben und womit.

Wir haben mal vor Jahren ein Kennenlernseminar mit dem Thema Gewaltfreie Kommunikation besucht, leider ist bei mir nur die Giraffe und der Wolf hängen geblieben, obwohl es ein tolles Seminar war.
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