klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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karinja Gast
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Verfasst am: 25.11.2012, 18:48 Titel: Ausmisten für die Seele |
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Hier die für mich wichtigsten Gedanken des Seminars Gerümpel im Kopf an der VHS von Marlies Zerbe. Frau Zerbes hat die Ansicht vertreten, dass bevor man konkret mit dem aufräumen in der Wohnung anfängt, es wichtig ist, die Gedanken und Gefühle zu sortieren. Das bedeutet, sich zu überlegen, was für einen selbst Gerümpel ist, das heißt Dinge, die keinen Wert für einen besitzen. Wichtig finde ich, dass nur die Person selbst entscheiden kann, was Gerümpel ist, kein anderer kann das. Wenn jemand sagt, eine Sache hat für ihn einen Wert, dann ist es kein Gerümpel. Und es gibt verschiedene Arten von Gerümpel, d.h. nicht nur Dinge, sondern auch negative Gefühle, mangelndes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle oder Zukunftsängste.
Zum Ausmisten hat sie die Kistenmethode erläutert, die ja auch hier im Forum schon Thema war. Besonders wichtig fand ich, dass sie meinte, man solle sich bei jedem Gegenstand fragen:
Hat er heute einen Wert für mich? Was bedeutet er mir heute? Nützt er mir heute? Welche Gefühle löst er aus? Stärkt er mich oder schwächt er mich?
Bei positiven Gefühlen behalten, bei negativen einen Weg finden, sich von dem Gegenstand zu verabschieden. Dabei kann helfen: fotografieren, bei Dokumenten einscannen, sich noch mal in Erinnerung rufen, was er einem Gutes gegeben hat, dass dies aber in einer anderen Phase meines Lebens war. |
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Verfasst am: 25.11.2012, 18:48 Titel: Anzeige |
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Messina

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.05.2010 Beiträge: 8439 Wohnort: bei Hamburg
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Verfasst am: 26.11.2012, 11:02 Titel: |
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| Zitat: | | Und es gibt verschiedene Arten von Gerümpel, d.h. nicht nur Dinge, sondern auch negative Gefühle, mangelndes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle oder Zukunftsängste. |
Das finde ich einen ganz wichtigen Gedanken, und das erklärt auch,
warum ich so viel therapeutische Unterstützung brauchte.
Mein Kopf-Gerümpel fängt meist so an:
"Man sollte..."
"Man darf doch nicht..."
"Man muss doch..."
Sch.... -Erziehung!!! Dabei haben sie es so gut gemeint.
Zum Glück hat bei mir schon ne gewisse Um-Erziehung stattgefunden.  _________________ Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa - |
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karinja Gast
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Verfasst am: 26.11.2012, 21:24 Titel: |
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| Zitat: | Mein Kopf-Gerümpel fängt meist so an:
"Man sollte..."
"Man darf doch nicht..."
"Man muss doch..."
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ja, dass sind ganz eindeutige Anfänge von Kopfgerümpel. Ich bin zum Glück auch schon allergisch auf diese Gedankenanfänge geworden und schaffe es oft, mich davon zu distanzieren. Auch die Variante "Ich muss" hat es in sich." Ich habe festgestellt, dass es einen Riesenunterschied macht, wenn ich denke "ich muss" oder "ich will". Also z.B. wenn der Gedanke hochkommt, ich muss jetzt das und das aufräumen, halte ich inne und sage mir - ich muss nicht, ich will, weil ich das und das Ziel habe. Und gleich fühlt sich das Aufräumen ganz anders an.
Schuldgefühle sind bei mir ein häufiges Motiv für das Aufbewahren: Das hat mir doch der und der geschenkt, das kann ich doch nicht weggeben...
Nur ist die Frage, ob es denjenigen ehrt, wenn es bei mir in irgendeiner Schublade oder im Keller liegt und mich belastet oder ob es dann nicht besser ist, wenn es jemand anders oder eine Organisation bekommt, wo es dann noch einen positiven Sinn hat.
Und Angst vor der Zukunft, Angst vor Katastrophen ist ein häufiges Motiv fürs Aufbewahren wie auch im Seminar deutlich wurde. Nur ist das Leben nicht planbar, eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht und Dinge können nur eine Scheinsicherheit vermitteln. Die eigentliche Sicherheit liegt im Innern. Und wenn wir Dinge haben, die uns schwächen, so sinkt die Sicherheit statt das sie steigt. Das klingt alles so logisch und wahr und dennoch läßt mich der Gedanke nicht los, dass es sein kann, dass ich mal jeden Cent brauche und ich daher alles, was auch nur noch den geringsten materiellen Wert hat, aufbewahren oder verkaufen muss. (da bin ich schon wieder beim "müssen") |
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Messina

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.05.2010 Beiträge: 8439 Wohnort: bei Hamburg
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Verfasst am: 01.12.2012, 19:01 Titel: |
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| Zitat: | | Schuldgefühle sind bei mir ein häufiges Motiv für das Aufbewahren: Das hat mir doch der und der geschenkt, das kann ich doch nicht weggeben... |
Ach ich finde schon.
Es gibt ein zauberhaftes Bilderbuch von einem kleinen Hasen:
Es war Winter und es war so bitterkalt.
Klein Häschen war ausgegangen um Futter zu suchen und hatte auch was gefunden.
Als es nach Hause kam, lag vor seiner Tür eine schöne Möhre.
Es freut sich sehr, aber nun war es satt, also verschenkte es die Möhre an Rehlein.
Rehlein war auch ausgegangen um Futter zu suchen...
Diese Möhre war eine Art "Wanderpokal", die vielen Tieren Freude gemacht hat,
weil sie sie nicht gebunkert haben bis sie schlecht war,
sondern beizeiten weiter gegeben haben.
Daran muss ich manchmal denken, wenn ich Geschenke nicht mehr brauche. _________________ Ja kleine Schnecke, besteige den Fuji,
aber langsam, langsam!
- Kobayashi Issa - |
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Pearl

Anmeldungsdatum: 12.06.2012 Beiträge: 14487 Wohnort: zuhause
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Verfasst am: 02.12.2012, 00:03 Titel: |
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Das finde ich das faszinierende an Flohmärkten und den Secondhandläden
| Zitat: | Die eigentliche Sicherheit liegt im Innern.
Und wenn wir Dinge haben, die uns schwächen, so sinkt die Sicherheit statt das sie steigt. | Man bindet sich ja auch fest an einem Platz, wird schwer beweglich dadurch.Jedes Ding regt auch einen bestimmten Gedankenfluss an ... | Zitat: | | Das klingt alles so logisch und wahr und dennoch läßt mich der Gedanke nicht los, dass es sein kann, dass ich mal jeden Cent brauche und ich daher alles, was auch nur noch den geringsten materiellen Wert hat, aufbewahren oder verkaufen muss. (da bin ich schon wieder beim "müssen") |
Werkzeug, mit dem ich umgehen kann/das ich als wichtig und heilsam erkannt habe, wird nicht hergegeben.Gläschen werde ich weitersammeln Aber brauche ich wirklich noch die Bilderbücher meiner Jungs ? Was ist not-wendend und was verzichtbar ?
ich bin glaube ich, wirklich eher für die langsame Variante mit der dritten Kiste  _________________
Wenn kleine Leute in kleinen Orten
kleine Dinge tun,
verändern sie die Welt.
(Afrika) |
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