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Gedichte


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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 03.02.2014, 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Geschockt Manchmal ist es mir unheimlich. zwinkern .... Danke!

Eine Karte mit genau diesem Gedicht, habe ich bei der Post meiner Mutter gefunden und auf den Schreibtisch gestellt. herz

Hier ist die herzerwärmende Außenseite der Postkarte: Sehr glücklich


_________________
Wer viele Schätze anhäuft, hat viel zu verlieren.
[Laotse]
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LG
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BeitragVerfasst am: 03.02.2014, 13:12    Titel: Anzeige

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Locki




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 13.01.2011
Beiträge: 8003

BeitragVerfasst am: 08.02.2014, 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Pearl
danke schön für dieses wunderschöne Gedicht.
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Müde macht uns die Arbeit,
die wir liegen lassen ,
nicht die, die wir tun.
(Marie v.Ebner-Eschenbach )

Das Glück hängt nicht davon ab,
wie viel wir haben,
sondern wie viel Freude wir daran haben.
( Otto von Frohnau )
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Locki




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 13.01.2011
Beiträge: 8003

BeitragVerfasst am: 08.03.2014, 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

Die Kartoffel!

Jetzt schlägt deine schlimme Stunde,
du Ungleichrunde,
du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,
du Vielgequälte,
du Gipfel meines Entzückens,
jetzt kommt der Moment des Zerdrückens,
mit der Gabel – sei stark!
Ich will auch Butter und Quark
Oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen.
Musst nicht gleich so ängstlich dampfen.
Ich möchte dich doch noch einmal erfreun.
Soll ich Schnittlauch über dich streun?
Oder ist dir nach Hering zumut?
Du bist ein rührend junges Blut.
Deshalb schmeckst du besonders gut.
Wenn das auch egoistisch klingt,
so tröst dich damit, du wundervolle Pellka,
dass du eine Edelknolle warst
und dass dich ein Kenner verschlingt.

(Ringelnatz)
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Müde macht uns die Arbeit,
die wir liegen lassen ,
nicht die, die wir tun.
(Marie v.Ebner-Eschenbach )

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Rumpelnöff
Moderator



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 26.07.2007
Beiträge: 7054
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 10.03.2014, 08:00    Titel: Antworten mit Zitat

so, weil wir gestern stundenlang (mit Compi wärs schneller gewesen) gesucht haben, woher das Zitat 'halb zog sie ihn, halb sank er hin' kommt:

DER FISCHER

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew'gen Tau?«

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Netzt' ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war's um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.

-Johann Wolfgang von Goethe-
_________________
LG,
Rumpelnöff
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wollmaus




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.04.2012
Beiträge: 2326

BeitragVerfasst am: 11.03.2014, 13:44    Titel: aus persönlichen Gründen entfernt Antworten mit Zitat

...-...

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LG


Zuletzt bearbeitet von wollmaus am 08.09.2015, 13:48, insgesamt einmal bearbeitet
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Trockenfisch





Anmeldungsdatum: 23.04.2008
Beiträge: 4999

BeitragVerfasst am: 13.03.2014, 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hier singt Achim Reichel den Fischer:

http://www.youtube.com/watch?v=RQorloB8S8Q
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Pearl





Anmeldungsdatum: 12.06.2012
Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 02.11.2014, 23:38    Titel: Antworten mit Zitat

Auch wenn ich mit der heiligen Terese wirklich nicht in Allem einer Meinung bin -
aber ein nickendes Schmunzeln konnte ich mit nicht verkneifen:


Zitat:
Herr der Töpfe und Pfannen,

Ich habe keine Zeit,
eine Heilige zu sein
und Dir zum Wohlgefallen
in der Nacht zu wachen.
Auch kann ich nicht meditieren
in der Morgendämmerung
und im stürmischen Horizont.

Mache mich zu einer Heiligen,
indem ich Mahlzeiten zubereite
und Teller wasche.
Nimm an meine rauen Hände,
weil sie für Dich
rau geworden sind.

Kannst Du meinen Spüllappen
als einen Geigenbogen gelten lassen,
der himmlische Harmonie
hervorbringt auf einer Pfanne?
Sie ist so schwer zu reinigen
und ach, so abscheulich!

Hörst Du, lieber Herr,
die Musik, die ich meine?
Die Stunde des Gebetes ist vorbei,
bis ich mein Geschirr
vom Abendessen gespült habe,
und dann bin ich sehr müde.

Wenn mein Herz noch am Morgen
bei der Arbeit gesungen hat,
ist es am Abend schon längst
vor mir zu Bett gegangen.
Schenke mir, Herr,
Dein unermüdliches Herz,
dass es in mir arbeite statt des meinen.

Mein Morgengebet
habe ich in die Nacht gesprochen
zur Ehre Deines Namens.
Ich habe es im Voraus gebetet
für die Arbeit des morgigen Tages,
die genau dieselbe sein wird
wie heute.

Herr der Töpfe und Pfannen,

bitte darf ich Dir
anstatt gewonnener Seelen
die Ermüdung anbieten,
die mich ankommt
beim Anblick von Kaffeesatz
und angebrannten Gemüsetöpfen?

Erinnere mich an alles,
was ich leicht vergesse;
nicht nur um Treppen zu sparen,
sondern, dass mein
vollendet gedeckter Tisch
ein Gebet werde.

Obgleich ich Martha-Hände habe,
hab' ich doch ein Maria-Gemüt,
und wenn ich die schwarzen Schuhe putze,
versuche ich, Herr,
Deine Sandalen zu finden.
Ich denke daran,
wie sie auf Erden gewandelt sind,
wenn ich den Boden schrubbe.

Herr, nimm meine Betrachtung an,
weil ich keine Zeit habe für mehr.
Herr, mache Dein Aschenbrödel
zu einer himmlischen Prinzessin;
erwärme die ganze Küche
mit Deiner Liebe
und erleuchte sie mit Deinem Frieden.

Vergib mir, dass ich mich absorge,
und hilf mir, dass mein Murren aufhört.
Herr, der Du das Frühstück am See
bereitet hast, vergib der Welt,
die da sagt: "Was kann denn
aus Nazareth Gutes kommen?"


Theresa von Avila

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kleine Dinge tun,
verändern sie die Welt.
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Pearl





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Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 20.12.2014, 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

Joachim Ringelnatz:

Die Badewanne Badewanne

Die Badewanne prahlte sehr.
Sie hielt sich für das Mittelmeer
Und ihre eine Seitenwand
Für Helgoländer Küstenland.
Die andre Seite – gab sie an –
Sei das Gebirge Hindustan,
Und ihre große Rundung sei
Bestimmt die Delagoabai.
Von ihrem spitzen Ende vorn,
Erklärte sie, es sei Kap Horn.
Den Kettenzug am Regulator
Hielt sie sogar für den Äquator.
Sie war – nicht wahr, das merken Sie?
Sehr schwach in der Geographie.
Das eingebildete Bassin,
Es wohnte im Quartier Latin.

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Pearl





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Beiträge: 14487
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BeitragVerfasst am: 29.12.2014, 23:55    Titel: Antworten mit Zitat

Der Gärtner


Ein Gärtner gießt
jeden Tag seine Blumen, damit sie erblühen können.
Jeden Tag macht er sich die Mühe. Diese Mühe ist zwar nicht groß, aber warum kann er sich
diese tägliche Mühe nicht erleichtern und einfach die Jahresmenge Wasser,
die seine Blumen benötigen, aus einem Wassertank auf einmal auf die Blumen gießen?

Die Blumen brauchen nicht viel Wasser, aber dies jeden Tag - nur dann können sie blühen.

(gefunden bei leben im Fluss.at )
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Locki




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BeitragVerfasst am: 30.12.2014, 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Pearl
danke schön für die Gedichte.
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BeitragVerfasst am: 12.01.2015, 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Alte Gewohnheiten

Wir können alte Gewohnheiten,
eine altgewohnte Art zu denken, zu leben, nicht über Nacht ablegen.
Wir leben in Irrtümern, die zehn, zwanzig, dreißig, vierzig Jahre in uns gewachsen sind.
Wir werden also immer wieder in sie zurückfallen wie in eine Geste, in eine Redensart, die uns zweite Natur geworden ist.
Jede unserer Gewohnheiten nistete sich erst in unserem Geiste ein, ehe sie sich im Körper auswirkte.
Hast du nun den Gedanken der Wahrheit aufgenommen, so wird er dich nie wieder verlassen.
Die Wahrheit bleibt bei uns und wächst in uns, und ihr Wachstum reibt langsam und sicher jeden Irrtum aus uns.

(Prentice Mulford)
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BeitragVerfasst am: 21.01.2015, 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

Aus aktuellem Anlass
Ein Gedicht, das mich seit meinem 14. Lebensjahr begleitet - die Wollmaus kennt es auch :
hanscurt flemming hat folgendes geschrieben:
Brandherd

Es gibt viele Gründe,
alles beim Alten zu lassen
und nur einen einzigen,
doch endlich etwas zu verändern:

Du hältst es einfach nicht mehr aus!





Lasst uns den Herd löschen und shinen !^^
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Locki




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Beiträge: 8003

BeitragVerfasst am: 21.01.2015, 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Pearl,
das ist danke schön.
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Anmeldungsdatum: 12.06.2012
Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 12.03.2015, 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Der gesunde Mensch ist schön
und sein Zustandekommen erstrebenswert.

Aber


es muß auch ein klein bißchen irgendwelcher Krankheit in ihn kommen,
damit er geistig schön werde.

Christian Morgenstern
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Anmeldungsdatum: 12.06.2012
Beiträge: 14487
Wohnort: zuhause

BeitragVerfasst am: 04.04.2015, 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Und dann bin ich kniehoch in Frühlingsgedichten versunken .
Mein Favorit ist ja das blaue durch die Lüfte flatternde Band von Mörike,
dazu habe ich vor Jahren sogar eine Illustration gezeichnet, auf die ich so stolz bin, dass ich sie für mich gerahmt habe .
Herrmann Hesse hat fast jährlich sehr schöne Gedichte zum Lobpreis des Frühlings geschrieben und es ist interessant, wie sich sein Focus im Älterwerden immer mehr auf das Wesentliche verschiebt...
Eine kleine Auswahl von mir und der Tipp, mal selbst im Bücherregal und in den Weiten des Internets auf den Seiten der literaturbegeisterten Menschen zu stöbern .
Schöne Ostern !

Heute fand ich Rose Ausländer und habe mich in ihr Frühlingsgedicht verliebt:

    Frühling

    Mit dem Akazienduft
    fliegt der Frühling
    in dein Erstaunen

    Die Zeit sagt
    ich bin tausendgrün
    und blühe
    in vielen Farben

    Lachend ruft die Sonne
    ich schenke euch wieder
    Wärme und Glanz

    Ich bin der Atem der Erde
    flüstert die Luft

    Der Flieder
    duftet
    uns jung


------------------------------- Rose Ausländer


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Rainer-Maria und seine Gedichte, in kurzen Worten soviel Tiefe !

    Vorfrühling

    Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
    an der Wiesen aufgedecktes Grau.
    Kleine Wasser ändern die Betonung.
    Zärtlichkeiten, ungenau,
    greifen nach der Erde aus dem Raum.
    Wege gehen weit ins Land und zeigen’s.
    Unvermutet siehst du seines Steigens
    Ausdruck in dem leeren Baum.


------------------------------- Rainer Maria Rilke


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Und zum Schluß noch zwei flapsig daherkommende Dichter ^^


    Wollte nicht der Frühling kommen?

    Wollte nicht der Frühling kommen?
    War nicht schon die weiße Decke
    von dem Rasenplatz genommen
    gegenüber an der Ecke?
    Nebenan die schwarze Linde
    ließ sogar schon (sollt ich denken)
    von besonntem Märzenwinde
    kleine, grüne Knospen schwenken.
    In die Herzen kam ein Hoffen,
    in die Augen kam ein Flüstern -
    und man ließ den Mantel offen,
    und man blähte weit die Nüstern...

    Ja, es waren schöne Tage.
    Doch sie haben uns betrogen.
    Frost und Sturm und Schnupfenplage
    sind schon wieder eingezogen.
    Zugeknöpft bis an den Kiefer
    flieht der Mensch die Gottesfluren,
    wo ein gelblichweißer, tiefer
    Schnee versteckt die Frühlingsspuren.
    Sturmwind pfeift um nackte Zweige,
    und der Rasenplatz ist schlammig.
    In mein Los ergeben neige
    ich das Auge. Gottverdammich!


------------------------------- Erich Mühsam

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Frühling

    Es wird Frühling - alles schimmert
    Nur die Kiefer quietscht und wimmert
    Jammert über Winterschäden
    Muss zum Kieferorthopäden.




------------------------------- Wiglaf Droste
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