klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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Raubtigger Gast
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Verfasst am: 24.02.2011, 11:52 Titel: Schichtarbeit |
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Ich hoffe, das Thema ist hier richtig eingeordnet. Wenn nicht, darf es natürlich gern verschoben werden.
Schichtarbeit und die Folgen auf Privatleben, Haushalt, Gesundheit und Seele betrifft hier einige Mitglieder. Ich selbst bin zwar nicht betroffen, aber mit einer Krankenschwester in der Familie ist es mir nun auch nicht fremd.
Schichtarbeit an sich ist ja schon anstrengend. Aber wenn die Planung immer nur kurzfristig geschieht und dann auch noch tägliche Wechsel zwischen den Schichten beinhaltet, meist noch mit Rückwärts-Rotation (z.B. erst Spätschicht, dann Frühschicht), dann grenzt das meiner Meinung nach an Körperverletzung.
Es gibt deutliche Empfehlungen, die die Planung eher einfacher machen und vor allem für ein deutlich besseres Betriebsklima sorgen. Das sollte im Interesse aller Beteiligten sein, also auch dem Arbeitgeber nutzen.
Ich stelle mal vor, was ich so im Netz dazu gefunden habe. Vielleicht können die Betroffenen das ja als Argumentationsgrundlage dem Chef gegenüber benutzen oder zunächst hier diskutieren.
Jetzt geht es los:
"Ein schnell rotierendes Schichtsystem mit wenigen Tagen in der gleichen Schicht ist chronobiologisch besser zu bewältigen als ein langsam rotierendes, etwa eines im Wochenrhythmus. Wechselschichten sollten immer nach vorne rotieren, also in der Reihenfolge Frühschicht - Spätschicht - Nachtschicht. Dann muss man nämlich keine zusätzliche Verkürzung des inneren Rhythmus verkraften, an die sich der Organismus ja nur ganz besonders schwer anpasst."
"Da Menschen eine durchwachte Nacht problemlos in der folgenden Nacht kompensieren können, sieht der ideale Schichtplan nur vereinzelte Nachtschichten vor. Das ist allerdings vor allem aus Planungsgründen kaum möglich. Als zweitbeste Variante empfiehlt die Chronobiologie deshalb maximal drei Nahtschichten hintereinander. So lange versucht die innere Uhr gar nicht erst wirklich, sich umzustellen - was ja letztlich ohnehin erfolglos bliebe."
Quelle: http://www.depression-therapie-forschung.de/schlafforschung.html
Weitere Informationen:
Barmer Krankenkasse:
http://www.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Arbeitgeberportal/Fachthemen/FachthemenPublik/Aktiver_20Arbeitsschutz/Schichtpl_C3_A4ne/Schichtpl_C3_A4ne.html?w-cm=CenterColumn_tdocid
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (mit Beispielen in tabellenform, leider kompliziert zu lesen, aber naja):
http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Handlungshilfen-und-Praxisbeispiele/Arbeitszeitgestaltung/Arbeitszeitgestaltung.html |
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Verfasst am: 24.02.2011, 11:52 Titel: Anzeige |
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jbb

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.12.2008 Beiträge: 2101
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Verfasst am: 24.02.2011, 12:55 Titel: |
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Ich bin ja eine der betroffenen und wie einige von euch vielleicht schon mitbekommen haben versuche ich gerade einen Weg zu finden bzw. zu gehen, der mich aus dem Schichtdienst rausholt. Ich mache meine Arbeit sehr gerne. Die Arbeit am und mit den Patienten ist gerade in der neurologischen Frühreheabilitation sehr schön oder könnte sehr schön sein. Leider wächst der Druck der auf uns lastet immer weiter. Wir haben immer weniger Zeit für unsere Patienten und immer mehr ärger mit anderen Berufsgruppen, die eigentlich mit uns zusammenarbeiten sollten. Am schlimmsten finde ich allerdings was der Schichtdienst mit einem selbst macht. Ich muss dazu sagen, dass ich mich vor Nachtdiensten bis jetzt weitestgehend drücken konnte. Kein Geld der Welt ist es wert, dass ich mir meinen Rhythmus so kaputt mache. Aber auch der Wechsel von Früh und Spätschicht und das Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen ist mehr als anstrengend und meiner Meinung nach völlig unterbezahlt. Niemand der nicht selbst mal im Schichtbetrieb gearbeitet hat oder jemanden in seinem engsten Familienkreis in Schichtarbeit hat, kann nachvollziehen was das bedeutet. Freundschaften halten eine solche Belastung selten aus, so zumindest meine Erfahrung, und eine Freizeitgestalltung in Form von Vereinstätigkeiten egal welcher Form sind nicht möglich. Selbst das Verabreden mit Arbeitskollegen gestaltet sich oft sehr schwierig und es dauert oft Wochen oder Monate bis man mal einen Termin findet an dem man sich treffen kann. Familie und Freunde fühlen sich zurückgesetzt man selber fühlt sich nicht selten schuldig. Ich für meinen Teil habe Probleme meinen Kram geregelt zu bekommen und fühle mich oft abgespannt, völlig übermüdet und oft auch überfordert wenn ich zuhause noch Dinge erledigen soll oder auch nur Zeit mit jemand anders zu verbringen. Es gibt Zeiten da würde ich nur noch schlafen und essen wenn ich nach hause komme und eine Depression wäre kaum zu verhindern.
Zum Glück habe ich einen Mann, mit sehr viel Verständniss, der mich aber auch weiss anzutreiben und mich vom Sofa hochzujagen. Ohne ihn wäre ich nicht da wo ich heute bin und schon gar nicht wäre ich soweit etwas an meiner Situation ändern zu wollen.
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle also an meinen Mann.
Ich hoffe ich habe euch jetzt nicht zu sehr zugetextet.
Viele liebe Grüße
jbb  |
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Tinchen13 Gast
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Verfasst am: 25.08.2011, 18:47 Titel: |
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ich bin zwar jetzt nicht mehr betroffen, habe aber ja jahrelang bei der bundeswehr meinen schichtdienst gemacht. und ich finde,es gibt nichts besseres,gerade für uns messies...keine stumpfe routine,immer abwechslung, frei haben,wenn andere arbeiten (also weniger wartezeit auf ämtern oder in freizeitparks!) und alle 5 wochen 5 tage frei. ok, schichtdienst ist natürlich überall anders und kurzfristige pläne sind mist, ich wußte den plan immer fürs komplette jahr, aber ich habe mir schon einige gedanken zu dem thema gemacht,besonders damals, als die ldenöffnungszeiten geändert wurden. mein fazit:
1. die einstellung zum schichtdienst macht es!!! wer sich innerlich dagegen sperrt,kommt auch nicht klar, manche werden sogar krank. ich z.b. war begeistert davon und mir ging es dann auch super damit. nur die nachmittagsschichten mochte ich nicht,weil ich dann vormittags erst gar nix angefangen habe...messie halt.
2. einfach ideal für frauen mit kleinen kindern! das bietet endlich müttern reelle arbeitschancen,weil sie z.b. im einzelhandel dann arbeiten können,wenn der papa zuhause bei den kindern ist. leider mußte ich hören,daß die gewerkschaften da mal wieder querschießen (ich hasse sie) und müttern das arbeiten nach 18 uhr verbieten. welch schwachmatismus und arbeitnehmerfeindlich wie immer...
aber wenn man es positiv sieht und in einer firma alle an einem strang ziehen,also flexible schichtpläne fair absprechen,dann ist das wirklich eine chance für manchen,der sonst schwerlich arbeiten könnte...und familienfreundlich ja sowieso, denn wer kann sonst schon mitten in der woche mit den kiddies in den freizeitpark oder schwimmbad gehen?
ihr merkt,ich bin ein absoluter fan von schichtarbeit....weil es einfach enorme möglichkeiten bietet! allerdings weiß ich auch,daß es an der umsetzung noch sehr sehr hapert in den meisten unternehmen....leider.
meiner meinung nach wäre es nämlich das zukunftsmodell schlechthin. |
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