klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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Cat Gast
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Verfasst am: 12.09.2010, 19:20 Titel: Meine Ma braucht Hilfe - aber wie? |
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Hallo an alle,
ich möchte mich erst mal kurz vorstellen:
Ich wohne im Süden Deutschlands, bin 46 Jahre alt, verheiratet, habe 3 Kinder (28, 22, 8 Jahre) und arbeite Teilzeit in der Verwaltung einer Klinik. Ich selbst bin kein Messie, aber auch nicht gerade die Top-Hausfrau - ich werde eigentlich nie fertig...
Um meine 73-jährige Mutter mache ich mir zunehmend Sorgen. Messie war sie schon immer, damit habe ich mich abgefunden.
Jetzt ist es aber so, dass sie selbst zusehends verwahrlost. Wo soll ich anfangen zu erklären? Sie ist sehr ungepflegt, Haare ewig nicht gewaschen (Sie hat kein Bad und müsste erst ein Gefäß suchen, um sich zu waschen, Wasser auf dem Herd heiß machen und so weiter). Sie trägt meist schmutzige Kleidung, denn die Waschmaschine ist seit ca. 4 Jahren kaputt und sie kann ja den Kundendienst nicht kommen lassen... Ich wasche ihr schon ab und zu eine Maschine voll mit, aber das reicht nicht.
Außerdem sieht sie wahrscheinlich nicht, dass die Sachen schmutzig sind, denn alle ihre Fenster sind mit mehreren Schichten Vorhängen "gesichert", damit keiner rein schauen kann, oder von außen mit Folie zugeklebt - die an die sie von innen nicht mehr rankommt.
Sie hat auch Katzen, die sich ziemlich unkontrolliert vermehren. Mittlerweile sind es ca. 20, alle haben Durchfall, Milben, Flöhe und eine Immunschwäche.
Ihr 300 Jahre altes Holzhaus ist einsturzgefährdet, deshalb schichtet sie ihre Besitztümer von einer Ecke in die andere. Sie hortet Zeitungen, Kleidung von mindestens 5 verstorbenen Angehörigen, eigene Kleidung aus den vergangenen 50 Jahren, kaputte Elektrogeräte, Spielzeug von mir und meinen Kindern (teilweise aus dem Müll gefischt, was ich weggeworfen hatte), Kinderwagen, Teile von Fahrrädern... eigentlich überhaupt alles.
Was ich von Euch wissen will:
Wie überzeugt man einen Messie davon, Sachen wegzuwerfen?
Ich habe schon gelesen, dass es nichts bringt, zu sagen: "So kann es nicht weitergehen" oder "Räum doch endlich mal auf". Es leuchtet mir ein, dass sie wahrscheinlich gar nicht weiß, wo sie anfangen soll. Unter Druck setzen hilft nichts - ich kann das auch nicht, ich lebe nach dem Prinzip " Was du nicht willst, dass man dir tu....".
Eigentlich bräuchte sie jemanden, der mindestens 2 - 3 Mal pro Woche kommt und sie ein bißchen anleitet und die Sachen auch wegbringt, denn sie hat kein Auto und wohnt in einem Dorf ca. 7 km von mir entfernt. Nur, ich kann das zeitlich gar nicht machen. Und ehrlich gesagt, nervlich auch nicht. Von mir lässt sie sich eh nicht viel sagen, ich bin ja immer noch das Töchterchen.
Gibt es irgendwelche "Schlüsselwörter", die helfen, zu ihr durchzudringen? Und was darf man auf gar keinen Fall sagen?
Ich habe lange mehr oder weniger den Kopf in den Sand gesteckt, aber jetzt kann ich es nicht mehr verantworten. Bald werden die Nachbarn etwas unternehmen, schon wegen der Katzen, und dann kommt der Winter, und sie muss sich jeden Morgen erst mal einen Weg bahnen zu ihrem Brennholz. Nicht auszudenken, wenn im Haus mal Feuer ausbricht oder wenn die morschen Balken zwischen Erdgeschoß und Keller nachgeben.
Entschuldigt, ist vielleicht ein bißchen wirr geschrieben, auch ziemlich lang, aber vielleicht könnt ihr mir auf meine Kernfrage eine Antwort geben.
Danke fürs Lesen
Cat |
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Verfasst am: 12.09.2010, 19:20 Titel: Anzeige |
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Jinx Gast
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Verfasst am: 12.09.2010, 19:34 Titel: |
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Hallo Cat,
es gibt Leute, die Messies professionell Anleitung zum Aufräumen geben, in München z.B. die hier:
http://www.h-team-ev.de/messies_text.html
Da diese Menschen psychologisch geschult sind, öffnen sich Messies ihnen eher als wenn ein normaler Entrümpelungsdienst kommt.
Wo auch immer Du in Süddeutschland wohnst, wird es eine Beratungsstelle geben. Und an die würde ich mich an Deiner Stelle wenden.
Ein "Räumkommando" vor der Tür würde eh nichts helfen - nach kurzer Zeit verfallen Messies in alte Muster. Und fühlen sich noch dazu unter Druck gesetzt. Und schämen sich, wenn fremde Personen Einblick in ihre Welt kriegen.
Aber glaube mir, die meisten wollen sich ändern, doch sie wissen nicht wie
Wegen der vielen Katzen sind sicherlich zuerst die hygienischen Zustände anzugehen - will sie sie nicht kastrieren lassen?
Die Vernachlässigung der persönlichen Hygiene ist natürlich für Dich als Tochter sicher auch nicht nachzuvollziehen - hast Du sie mal gefragt, warum? Denn ein Gefäß sollte sich in einem vollgestopften Haus finden lassen... Es hört sich eher nach Hilferuf an, als ob sie sich aufgegeben hat...?
Doch auf diesem Gebiet bin ich Laie, ich sammle eher nur bestimmte Sachen (Bücher, Klamotten) und nicht alles mögliche.
LG,
Jinx |
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Cat Gast
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Verfasst am: 12.09.2010, 19:55 Titel: |
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Hallo Jinx,
danke für Deine Antwort.
Das Problem ist, dass ich nicht weiß, von wem meine Mutter überhaupt Hilfe annehmen würde. Einerseits sendet sie schon Hilferufe aus, aber man kann nichts recht machen.
Z. B. mit den Katzen: eine nette Nachbarin hat schon 4 kastrieren lassen, und zwar auf ihre Kosten. Das war bei dem Tierarzt im nächst gelegenen Dorf. Meiner Mutter passte irgendwas aber nicht, deshalb hat sie jetzt immer Ausreden, wenn die Nachbarin nachfragt, ob noch mehr operiert werden sollen.
Mutter möchte zum Tierarzt nach W. Das heißt für mich: erst die 7 km zu ihr, 20 - 30 Minuten warten, bis sie fertig ist, 15 km nach W., Katze abliefern, Mutter wieder heimbringen (wegen der anderen Katzen kann sie nicht lange weg bleiben), ich fahre wieder nach Hause und spätnachmittags wieder das selbe Spiel...
Ich brauche wohl wirklich professionelle Hilfe, die mir sagt, wie ich es angehen soll, und ich muss es dann managen. Meine beiden großen Kinder sind bereit, zu helfen.
Meine Mutter weiß im Grunde ihres Herzens sehr wohl, dass es bei ihr anders aussieht als bei anderen Leuten, schämt sich auch dafür (deshalb zu zugehängten Fenster), aber der Leidensdruck ist immer noch nicht hoch genug.
Aber was soll denn noch passieren? Waschmaschine, Fernseher, Kühlschrank und Telefon sind kaputt, das dritte Handy ging im Chaos ebenso verloren wie seine Vorgänger. An ihr Geld kommt sie auch nicht ran, weil sie das Postsparbuch nicht mehr findet.
Jetzt ist ihre Nachbarin gestorben, und wem schenken die netten Verwandten das, was sie selbst nicht haben wollen? Bingo, meiner Mutter, die Stiefel annimmt, die ihr nicht passen, und Spannbettücher, obwohl ihre eigene Aussteuerbettwäsche noch unbenutzt im Schrank lagert.
Kurz gesagt: Ich muss sie erst mal davon überzeugen, dass sie ein Problem hat, und dann mit ihr gemeinsam überlegen, wie man es in den Griff bekommt.
Viele Grüße
Cat |
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Jinx Gast
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Verfasst am: 12.09.2010, 21:10 Titel: |
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Gibt es bei Euch eine Art Kirchentrödel? Sofern die Gegenstände noch gut sind, könnte man sie evtl. davon überzeugen, den Sachen wieder "neues Leben" zu geben.
Ich konnte erst anfangen mich von meinen Schätzen zu trennen, als ich ebay entdeckt habe - die guten Sachen wegwerfen ging gar nicht (meine Eltern - Kriegsgeneration - haben mich so erzogen).
Da sie tierlieb ist, könntet Ihr ja mal beim nächsten Tierheim anfragen, ob sie noch alte Handtücher und Decken brauchen können.
So wie ich Deine Mutter aufgrund der wenigen Zeilen einschätze, könntest Du mit solchen Dingen anfangen, das Gerümpel zu reduzieren.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es immer leichter wird, sofern der Sammler erkennt, wie groß die Wahrscheinlichkeit wirklich ist, einen Gegenstand selber brauchen zu können.
Wie oft besuchst Du sie denn normalerweise?
Wenn Du altes Spielzeug Deiner Kinder entdeckst, könntest Du es z.B. auch freudig "finden" und um Rückgabe bitten (für eine Nachbarin oder so) - auf dem Heimweg kannst Du es ja schnell entsorgen. Falls sie sich später daran erinnern sollte, ist das Zeug eben nach Reparatur kaputt gegangen
Messies freuen sich, wenn ihre "Schätze" noch Freude bei anderen auslösen können!
Wichtig ist zu Anfang, dass sie selber bereit ist, sich davon zu trennen.
Erwähne ihr gegenüber lieber nicht das Wort "Problem" - mich schreckt sowas immer ab...
Vielleicht gab es einen Kuchen, den Du als Kind geliebt hast, und Du würdest ihn gerne mit ihr zusammen backen - doch zuerst muß da ja die Küche aufgeräumt werden
Zusammengefaßt gibt es kein Geheimrezept, aber bei Deiner Mutter sehe ich auch Möglichkeiten, kreativ die ersten Schritte zusammen zu gehen! |
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Cat Gast
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Verfasst am: 13.09.2010, 12:29 Titel: |
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Hallo Jinx und C., die mir eine PN geschickt hat!
Der Tipp mit dem Kirchentrödel ist gut - das habe ich noch nicht probiert. Ich bin beim Roten Kreuz, und unser Kreisverband hat auch einen Second-Hand-Laden, für den Sachen gebraucht werden. Vielleicht gibt sie ja das eine oder andere Stück her.
Mit dem Spielzeug wegschaffen ist es so eine Sache. Ich bin ein aufrichtiger, fast naiver Mensch, der ungern Tricks und Notlügen anwendet. Das soll nicht heißen, dass ich das in Mamas Fall nicht schon mal getan hätte.
Leider ist das alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aus ihren Erzählungen schließe ich, dass das Haus komplett vollgestellt ist. Es gibt wohl nur noch schmale Gänge.
Ihr Freund (auch ein Fall für sich) kommt jeden Abend zum Kochen, dann erwartet er, dass der Herd frei und ein sauberer Topf vorhanden ist. Einmal in der Woche oder so fährt er mit ihr einkaufen, und die leeren Dosen vom Katzenfutter bringt er auch weg - Gott sei Dank!
Ich war schon seit etwa 4 Jahren nicht mehr im Haus, höchstens im Eingangsbereich. Sie bittet mich nicht rein, und ich frage auch nicht danach.
Wir haben es uns aber für diese Woche vorgenommen. Mein Sohn (22) möchte sich ein Bild von der Lage machen. Ich bin gespannt, ob sie uns reinlässt und hoffe, dass wir den richtigen Ton finden ihr gegenüber. Vielleicht läßt sie uns ja mal einen Tag zum Entrümpeln kommen. Meine große Tochter würde auch helfen.
Wenn meine Jüngste morgen ihren Stundenplan bekommt und in ein paar Tagen auch die Nachmittags-Termine stehen (Sportverein, Ergo usw.) möchte ich mit meiner Mutter ausmachen, dass ich sie immer an einem festen Wochentag besuche., z. B. Montag nachmittag, und sie richtet Wäsche her oder was für den Wertstoffhof oder wir fahren Einkaufen...
Wahrscheinlich reicht das nicht, sie bräuchte mehr Hilfe. Aber dann bleibe ich auf der Strecke.
Auf jeden Fall danke ich Euch allen. Betonen möchte ich auch, dass ich meine Ma nicht erziehen will oder so. Sie soll ihr Leben leben, wie es ihr gefällt. Aber ich merke einfach, dass sie alleine nicht mehr klarkommt und möglichst nur noch flüchtet ("Katzenfutter ist aus, ich musste ins 3 km entfernte S. radeln, um welches zu kaufen, und auf dem Rückweg war ich dann noch bei ... oder auf dem Friedhof, dann habe ich im Gasthaus eine Suppe gegessen.."). Ich gönne ihr das, aber die Zustände daheim werden davon nicht besser.
Viele liebe Grüße
Cat |
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Rumpelnöff Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.07.2007 Beiträge: 7054 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 13.09.2010, 12:59 Titel: |
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ich glaube, wir verstehen Dich alle
aber es ist so unglaublich schwer in solchen Situationen zu helfen,
weil man es wie man es macht, nur verkehrt machen kann (womit ich Dir jetzt den Mut nicht nehmen möchte),
ich habe selber lange jede Hilfe abgelehnt, mich mit Händen und Füßen gewehrt...
Es ist so unglaublich schwer, sowas zu machen, und ohne sich gegenseitig vor den Kopf zu stoßen, geht es wohl auch nicht ab.
Solange sie selber es aber nicht will, sich nicht eingestehen kann,... wird es sehr sehr schwer. _________________ LG,
Rumpelnöff |
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Cat Gast
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Verfasst am: 15.09.2010, 18:49 Titel: Erfolg beim "inneren" Chaos |
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Hallo,
Euer Zuspruch tut mir sehr gut.
Wir haben heute auch einen einen großen Erfolg erzielt:
Bei der Bank endlich mal eine Sache bereinigt, die meiner Mutter schon lange im Magen liegt. Genauer kann ich es nicht erklären, sie würde sicher nicht wollen, dass ihre Geldangelegenheiten öffentlich erläutert werden.
Sie hat mich gebeten, mit in die Bank zugehen und sie zu unterstützen, was von ihrer Seite ein großer Vertrauensbeweis ist. Jetzt hat sie jeden Monat wieder ca. 300 € mehr zur Verfügung. Damit kann u.a. auch wieder die Kastration der Katzen in Angriff genommen werden.
Als ich sie zu Hause absetzte, sagte sie: "Jetzt habe ich auch wieder mehr Lust, im Garten Ordnung zu schaffen."
Ist das nicht schön? Besser als ein Danke!
Was wieder mal die These unterstützt, dass inneres und äußeres Chaos eng zusammen hängen. Wenn ein Problem das Denken blockiert, schafft man auch mit den Händen nicht viel...
Ich werde weiter dranbleiben, sie braucht die Unterstützung der Familie.
Viele Grüße an Euch alle
Cat |
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Jinx Gast
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Verfasst am: 15.09.2010, 22:40 Titel: |
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Liebe Cat,
na das ist ja eine sehr positive Entwicklung
Alleine auch schon die Aussage über den Garten - vielleicht tankt sie daraus dann auch wieder mehr Kraft und Mut, um die anderen Krempelecken anzugehen?
Dieser Vertrauensbeweis zeigt Dir auch, dass Du mit Deiner Art zu helfen auf dem richtigen Weg bist
Ich drück die Daumen, dass dieser positive Flow anhält!
LG,
Jinx |
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Cat Gast
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Verfasst am: 16.09.2010, 11:01 Titel: |
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Hallo Jinx,
das hoffe ich eben auch, dass eines das andere nach sich zieht.
Sie will ihren Freund bitten, mit seinem Traktor-Anhänger die Gartenabfälle zum Wertstoffhof zu bringen. Da könnte man gleich noch den kaputten Herd und die Wäscheschleuder mitnehmen, hat sie gemeint! Ich dachte, ich hör nicht richtig und habe gleich angeboten, beim Aufladen zu helfen, wenn ich rechtzeitig Bescheid bekomme.
Nur, was ich noch nicht so beherrsche, ist der Tunnelblick, den man sich wohl aneignen muss. Mir geht das zu langsam. Das Haus müllt schneller zu, als wir Sachen wegschaffen können. Vor allem das Gedruckte. Dass jemand Tageszeitungen oder Zeitschriften aufhebt, verstehe ich noch (bei mir sind auch Stapel), aber alte Telefonbücher, Kataloge, Prospekte? Ich meine, wenn ich niemals ein Auto kaufen werde, brauche ich doch keine Werbung von Autohäusern aufzuheben.
Aber ich werde es auch noch lernen, mit kleinen Erfolgen zufrieden zu sein.
Grüße
Cat |
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jbb

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.12.2008 Beiträge: 2101
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Verfasst am: 16.09.2010, 11:32 Titel: |
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Das ist doch ein Riesen-Fortschritt. Finde ich gut das du am Ball bleibst, sie ist ja nicht mehr die aller jüngste und kann sicher das ein oder andere mal eure Hilfe gebrauchen. Sie will was verändern, das ist schon mal der wichtigste Schritt. Ich wünsche euch viel Erfolg und freue mich auf Berichte wie es weiter geht.
Viele liebe Grüße
jbb  |
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dragomara Gast
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Verfasst am: 16.09.2010, 13:14 Titel: |
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Die Drucksachen würde ich gelassen sehen. Die fangen ja nicht an zu stinken... Wenn sich Deine Mutter dann irgendwann entscheiden kann, sie wegzutun, wird der "automatische Befreiungsschlag" umso größer.
Ansonsten: Wenn der Garten besser wird, kann man Zeitungspapier auch gut kompostieren. Das wäre dann vielleicht eine sinnvolle Verwendung.
Ich wünsche dir und deiner Ma weiter alles Gute!
drago |
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emily.erdbeer Gast
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Verfasst am: 01.10.2010, 17:19 Titel: |
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Hallo Bürotussi
Toll, wie du die ersten Erfolge erzielen konntest!
Schön, dass du deiner Mama so gut unter die Arme greifen konntest Wenn die Finanzen geregelt sind fühlt man sich gleich um Einiges besser und kann sich wieder um ganz andere Dinge kümmern (siehe ihr Bestreben im Garten weiter zu kommen).
Ich wünsche dir / Euch weiterhin viel Kraft, stabile Nerven und Einsicht für deine Mutter, dass sie das Eine oder Andere weggeben kann. Mit Verlaub: Was will eine ältere Dame denn mit dem ganzen Zeug??? Die tickt!
Das sag ich mir selber auch immer.... und ich bin erst 42. Bei deiner wehrten Frau Mama tickt die Uhr noch ein bisschen schneller. (Leider!)
Hier ein Kraftpaket für dich
Alles Liebe, Emely |
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Cat Gast
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Verfasst am: 02.10.2010, 21:01 Titel: |
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Hallo Emely erdbeer,
das frage ich mich auch, was sie mit dem ganzen Zeug will - für uns Nachkommen aufheben??? Werde ich die Kleider meiner Oma/Tante/was weiß ich wer auftragen? Nein!
Zwischen dem vielen Gedruckten befinden sich auch Dinge wie z. B. das Sparbuch, Umschläge mit Bargeld... Außerdem hängen die Holzböden teilweise schon durch, das Gewicht müsste dringend reduziert werden (das weiß sie auch!!!).
Ich bin leider nicht sehr viel weitergekommen, weil ich z. Zt. mehr arbeiten muss (Urlaubsvertretung), Schulanfang ist, Elternabende usw. Da dauert es immer ein bißchen, bis alles wieder läuft.
Mama ruft mich 1 - 2 mal die Woche an, um irgendwelche Kinkerlitzchen zu besprechen, aber es kommt nicht viel dabei raus, weil mir auch ein bißchen die Kraft fehlt. Ab dem 11.10. habe ich aber wieder öfter frei, dann kann ich wieder "angreifen".
Danke Euch allen. Die Tipps in diesem Forum helfen nicht nur Messies, sondern auch so chaotischen Hausfrauen wie mir! Vor allem die 80/20-Regel bete ich mir immer wieder vor, wenn ich wieder mal nicht annähernd so viel geschafft habe, wie ich eigentlich wollte.
Ein schönes WE wünscht
Cat |
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Raubtigger Gast
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Verfasst am: 14.10.2010, 15:15 Titel: |
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Hallo Cat,
ich mache das mit meiner Mama (70) so: Wenn ich etwas brauche, das nicht dringend oder verderblich ist, frage ich sie zuerst. Das kann Wolle sein oder eine Armbanduhr oder Handtücher oder Bettlaken. In ihrer Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft bringt sie mir dann beim nächsten Besuch meist 10 verschiedene Stücke mit, die sie bei mir lässt, damit ich mir in Ruhe etwas aussuchen kann. Ich suche mir dann ein Teil aus, verschenke, spende oder verkaufe den Rest und werfe in den Müll, was unbrauchbar ist. Wenn das Zeug alles nichts mehr taugt, habe ich kein Problem damit, alles wegzuwerfen. Wenn ich Sachen verkauft habe, kaufe ich meiner Mama von dem Geld Blumen oder Pralinen. Ich erzähle es ihr nicht, aber sie fragt meist auch nicht. Ich glaube, sie ist froh, die Sachen los zu sein und jemandem damit geholfen zu haben.
Sie sagt auch meist schon: "Was Du nicht brauchst, kannst Du ja vielleicht einer Freundin schenken oder so."
Dir fallen im Laufe der Zeit bestimmt genug Dinge ein, die Deine Mama Dir "schenken" kann. Jemand will sich ein neues Auto kaufen? Deine Mama kann mit ihren Autoprospekt-Stapeln helfen! Sie wird sie bestimmt nicht hinterher zurück fordern...
Manchmal geht aber auch der Schuss nach hinten los. Neulich fragte ich meine Mama nach einer Schürze, weil ich dachte, sie hätte bestimmt ganz viele Schürzen im Schrank, obwohl sie nie eine trägt. Aber dann kam sie zu mir und schenkte mir eine frisch gekaufte Schürze, weil sie in ihrem Haus keine gefunden hat. So lieb kann sie sein...
Es ist in meiner Familie sowieso üblich, gebrauchte Dinge anzubieten, die man selber nicht mehr braucht, weil wir alle wenig Geld haben und Verschwendung ablehnen. So haben wir diverse Möbel und Kleidungsstücke hin und manchmal sogar wieder zurück getauscht.
Je nachdem, wer sie gerade brauchte.
Sehr gut sind auch konkrete Spendenaufrufe. So werden zurzeit z.B. gerade Decken, Handtücher, Tierfutter, Medikamente und Verbandszeug für Ungarn gesammelt, weil nach der Giftschlammkatastrophe ganz viele Hunde und Katzen versorgt werden müssen, die von ihren Besitzern wegen der Evakuierung zurückgelassen werden mussten und die durch das Gift schlimme Verätzungen haben.
(Ich glaube, ich schreibe das gleich mal noch unter "Ballast abwerfen", vielleicht finden sich ja ein paar Forumsmitglieder, die diese Gelegenheit nutzen möchten...)
Außerdem habe ich meine Mutter daran erinnert, wie schlimm es damals war, die Wohnung meiner Oma, also ihrer Mutter aufzulösen. Dort lagen auch wichtige Urkunden und Geldscheine zwischen bzw. IN alten Zeitschriften, d.h. wir mussten jedes Heft einzeln durchblättern, jedes Papier anfassen. Ich habe sie gebeten, ihre Sachen soweit wenigstens zu ordnen, dass wir sie im Ernstfall immerhin beerdigen können. Es ist natürlich schwierig und unangenehm, über den Tod zu sprechen, aber jenseits der 70 ist den meisten Menschen sicher bereits bewusst, dass sie nicht ewig leben werden. |
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Cat Gast
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Verfasst am: 21.10.2010, 14:11 Titel: |
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Hallo Raubtigger,
danke für Deine Tipps. Sowas ähnliches hat mir Jinx auch schon geraten.
In mir schlummert immer die Angst, sie könnte nach irgend etwas fragen, was ich schon entsorgt habe, deshalb habe ich Probleme mit dem Wegwerfen. Irgendwie steckt in mir noch "seine Mama lügt man nicht an".
Die Situation hat sich eher verschlimmert in den letzten Wochen. Ich meinte, das Finanzproblem sei gelöst. Sie kommt aber trotzdem nicht an ihr Geld, weil sie entweder den Zettel mit der Geheimzahl oder die Bankcard oder den Personalausweis nicht findet... momentan nichts von allem. Das Sparbuch ist auch nicht aufgetaucht.
Ich hab ihr angeboten, beim Suchen zu helfen, aber das will sie nicht. Es sei kaum Platz für eine Person, zu zweit kann man sich nicht in den Räumen aufhalten, wo sie die Sachen vermutet. Sie könne auch nichts ausbreiten oder so, die Katzen bringen alles durcheinander.
Ich bin ziemlich resigniert. So langsam verstehe ich, was Ihr meint, wenn ihr schreibt, einem Messie kann man nur helfen, wenn derjenige bereit ist.
Soweit ist es wohl noch nicht.
Immerhin "durfte" ich heute eine Kiste mit Pfandflaschen mitnehmen und eine Ladung Wäsche zum waschen.
Etwas hilflose Grüße
Cat |
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