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Meine Ma braucht Hilfe - aber wie?


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Raubtigger
Gast







BeitragVerfasst am: 21.10.2010, 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Cat,

damit sie etwas ändern will, muss der Leidensdruck groß genug sein.
Wovon kauft sie denn nun Lebensmittel ein, wenn sie nicht an ihr Geld kommt? Solange es andere Geldquellen gibt, wird sie nicht ernsthaft suchen müssen. Und dann wird sie es auch nicht tun.

Das ist wie mit den Leuten, die erst dann zum Zahnarzt gehen, wenn sie Schmerzen haben und die rezeptfreien Tabletten nicht mehr helfen...

Das mit dem Lügen ist so eine Sache. Lügen aus Eigennutz finde ich auch nicht gut. Aber die Lüge zum Schutz des anderen finde ich okay. Und zur Not kann man ja sagen: "Ach ja, die Bratpfanne von Dir... Wo ist die denn nur? Habe ich die verliehen?"

Aber glaube mir, die meisten Menschen fragen nicht nach. Das merkt man auch immer bei Geschenken, die man weitergibt oder in den Müll wirft. Das fällt dem edlen Spender bei späteren Besuchen nie auf. Im Gegenteil, ich habe schon oft von ein und derselben Person mehrmals hintereinander das gleiche Geschenk bekommen, weil sie vergessen hat, dass sie es mir schon einmal geschenkt hat.

Probiere es doch einfach einmal aus. Wenn sie wirklich nachfragt, dann kannst Du ja auch zugeben, dass sich das Teil bei genauerer Betrachtung als kaputt erwiesen hat und deshalb im Müll gelandet ist.
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BeitragVerfasst am: 21.10.2010, 15:27    Titel: Anzeige

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Cat
Gast







BeitragVerfasst am: 21.10.2010, 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Raubtigger,

ein gewisser Leidensdruck ist schon vorhanden, das spüre ich.Aber weil sie eben schon seit Wochen diverse Bankunterlagen sucht, will ich sie nicht zusätzlich unter Druck setzen.
Ideen hätte ich schon. Ich möchte demnächst tapezieren und glaube, dass sie einen Tapeziertisch hat. Ich werde sie mal danach fragen und ihr aber viel Zeit lassen zum Suchen.
Das mit dem Sachen weitergeben finde ich schon gut. Ich werfe auch seltenst etwas weg, was noch jemand brauchen könnte, verkaufe auf dem Kinderkleiderbasar oder gebe gebrauchte Sachen an den Kinderschutzbund oder das Rote Kreuz.
Nur - meine Sachen sind dann frisch gewaschen und nicht kaputt. Bei Mama sieht das anders aus. Es müffelt einfach alles. Ihre Wäsche wasche ich nie mit unseren Sachen zusammen, sonst nimmt alles den Geruch an. Für manchen 70er-Jahre-Klamotten-Fan wäre ihr Haus sicher eine Fundgrube.
Was das finanzielle angeht, so wird sie von ihrem Freund unterstützt. Er kauft Lebensmittel ein (ohne sie zu fragen, was ihr eigentlich schmeckt, einfach nur das billigste), ein bestimmte Menge Katzenfutter und manchmal gehen sie auch an eine Imbißbude. Den Rest kauft sie in kleinen Geschäften und lässt anschreiben. Das wird natürlich nicht ewig funktionieren, irgendwann wollen die Leute auch ihr Geld. Manchmal gebe ich ihr auch Geld. Das löst aber ja das Problem nicht.

Ich muss auch mal ehrlich sagen, dass ich es so mühselig finde, sie immer wieder zum Aufräumen zu motivieren - vor allem, weil sie eben neben dem Messie-Sein noch viele andere (meist selbstverschuldete)Sorgen hat. Und nicht zuletzt habe ich auch noch einen Mann und Kinder und - ein Leben.

Eure Unterstützung tut mir gut und Eure Lösungsvorschläge werde ich so peu à peu ausprobieren.

Viele Grüße

Cat
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Raubtigger
Gast







BeitragVerfasst am: 22.10.2010, 14:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann Dich gut verstehen, denn mir geht es ja ähnlich.

Du sollst ihr auch keinen zusätzlichen Druck machen.
Aber Du solltest ihr auch keinen Druck nehmen, indem Du ihr an Stellen hilfst, an denen sie sich eigentlich selbst helfen könnte, wenn sie wirklich müsste. Es ist schwer, aber versuche mal, bei einigen Dingen hart zu bleiben, z.B. ihr kein Geld zu geben. Dann wird sie ihre Karte etc. schon suchen. Das mit der Wäsche darf auch keine Dauerlösung sein, sag ihr das ganz deutlich. Sie ist in der Lage, ihre Wäsche selbst zu waschen. Sie muss sich nur darum kümmern.

Ich sage immer: "Wenn ich Mama auch noch den Popo hinterher trage, dann wird sie selbst nicht mehr dran denken..." Nö! Und manchmal muss man einen Karren auch gegen die Wand fahren lassen. Die Mama muss einen Schrecken bekommen. Und dann kann ich ihr helfen, wenn sie mich darum bittet. Bis dahin soll sie zwischen ihren Bergen rumkramen, wie sie mag. Ich habe schließlich ein eigenes Leben.
Das ist eigentlich wie mit den Kindern: Wenn man die bis ins Schulalter füttert und anzieht, werden sie es nie lernen, wie man das selbst macht...
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Chaos-Begleiterin
Gast







BeitragVerfasst am: 22.10.2010, 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Wie wäre es der Mama beim suchen zu helfen ohne in die Wohnung zu gehen ? Vielleicht ein paar Karton´s oder Stapelboxen hinbringen.....
Diese dann gefüllt mitnehmen um zu Hause durchzusehen ob die gesuchten Schriftstücke dort sind ?
Damit ist einiges Altpapier entsorgt, eventuell werden wirklich Papiere gefunden . Das wäre dann ein toller Anreiz das sie Kistenweise Papier herausgibt
Und, ich bin fest davon überzeugt....Kleinvieh macht auch Mist zwinkern . Es läppert sich viel zusammen was wieder mehr Wohnraum schafft gimmefive

Irgendwann wird Mama das Vertrauen haben, Dich hereinzulassen. Und wenn Du ihr wirklich helfen möchtest, darfst Du nicht schimpfen oder entsetzt sein....
Mit Geduld und positivem Zuspruch klappt das meiste .
Und dann wird Deine Mama auch selber lernen etwas wegzuwerfen zwinkern .

Ich spreche nur aus Erfahrung von einem einzigen Fall. Und diese Person habe ich verdammt lieb gewonnen. Auch wenn ich erst ein mal bei ihr war.......
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Cat
Gast







BeitragVerfasst am: 11.11.2010, 16:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
ich möchte mich mal kurz melden, auch wenn es nicht viel Neues gibt und leider gar nichts Positives.
Mama hat so viel Stress, dass ich nicht auch noch mit "Jetzt räum mal auf" daherkommen möchte - obwohl das meiner Meinung nach eines der wichtigsten Dinge wäre, sie findet sich nämlich in ihrem eigenen Chaos nicht mehr zurecht.
Mit dem Freund gibt es wohl auch öfter Zoff. Ich vermute sogar, dass er sie geschlagen hat, sie gibt es aber nicht zu.
Sie hat immer schmutzige Klamotten an (ich wurde schon von den Dorfbewohnern drauf angesprochen). Das mit dem Geld ist immer noch nicht geregelt.
Die Katzen vermehren sich wohl nicht mehr so, weil auch einige gestorben sind an dieser Immunschwäche. Neulich hat sie mich von einem Bistro aus angerufen, ob ich zum Tierarzt fahren kann. Ich habe gesagt, ich kann erst in zwei bis zweieinhalb Stunden kommen und sie war froh, dass ich überhaupt Zeit hatte. Als ich dann bei ihr ankam, war sie nicht da. Sie im Bistro zu holen, hatte ich auch keine Lust, weil ich nicht damit umgehen kann, wenn sie getrunken hat. Abende rief sie mich mit alkoholschwerer, weinerlicher Stimme an und beklagte sich, dass niemand bereit gewesen sei, ihr Kätzchen zum Tierarzt zu fahren. Bei sowas geht mir die Hutschnur hoch.
Insgesamt ist die Lage so, dass ich mir Gedanken mache, ob man sie überhaupt noch alleine leben lassen kann. Aber ich kann doch nicht meiner eigenen Mutter irgendwelche Behörden auf den Hals hetzen. Und freiwillig wird sie sich von keinem helfen lassen, sie empfindet das sofort als Einmischung, Bevormundung, Entmündigung... So etwas wie "sozialpsychiatrischer Dienst" brauche ich gar nicht zu erwähnen... das riecht für sie nach Klapse.
Ihr seht, es geht mir nicht so doll momentan.

Danke fürs Ausheulen

Cat
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Chaos-Begleiterin
Gast







BeitragVerfasst am: 11.11.2010, 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Au weh Traurig . Das ist eine sehr schwierige Geschichte für Dich. Helfen kann ich leider nicht, aber schicke Dir viele Trost und wünsche einfach mal Kraft !
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Jinx
Gast







BeitragVerfasst am: 11.11.2010, 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

Puh, auch wenn es hart klingt - bitte suche Dir Hilfe!
Du kannst sie nicht mehr alleine aus der Verwahrlosung rausholen.

Was sagt sie eigentlich, wenn Du ihr sagst, dass Du Dir Sorgen um sie machst? Die meisten Mütter wollen ihren Kindern keine Sorgen bereiten - hin und wieder kann ich auf diese Weise etwas ggü. meiner Mutter durchsetzen (z.B. dass sie zum Arzt geht) zwinkern

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Raubtigger
Gast







BeitragVerfasst am: 12.11.2010, 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

Das klingt ja alles wirklich schlimm.
Lass Dich mal und

Lass Du Dich doch mal beraten, z.B. vom sozialpsychiatrischen Dienst.
Weißt Du, man kann nämlich auch co-abhängig werden, wenn ein geliebter Mensch solche Probleme wie Alkoholismus und Messietum hat.
Du brauchst Hilfe, damit Dir das nicht passiert.

Ich wünsche Dir alles Liebe und dass es bald wieder aufwärts geht!
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Cat
Gast







BeitragVerfasst am: 12.11.2010, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Ihr seid echt lieb.

Ich sag meiner Mutter fast jedesmal, wenn wir uns sehen, dass ich mir Sorgen mache. Weil sie so mager ist, ewig nicht mehr beim Arzt war, und wegen der Wohnsituation. Wobei ich nicht das Messietum meine, sondern den baufälligen Zustand des Hauses.
Sie sieht irgendwie nicht, dass das nicht mehr normal ist. Nach dem 2. Weltkrieg hat man vielleicht so gehaust, aber sogar damals wuschen die Leute sich und ihre Kleidung, soweit ich weiß.
Sei erwartet schon Hilfe (auch wenn sie es nicht direkt sagt), begreift aber nicht, dass ich damit überfordert bin.

Ich werde mir Unterstützung suchen, weiß nur noch nicht genau, wo.

Ich melde mich wieder, hoffentlich dann mit besseren Nachrichten.

Bis dann

Cat
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Trockenfisch





Anmeldungsdatum: 23.04.2008
Beiträge: 4999

BeitragVerfasst am: 12.11.2010, 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Cat,

ich glaube, die Telefonseelsorge könnte eine gute Anlaufstelle sein

http://www.telefonseelsorge.de/

Alles erdenklich Gute wünsch ich dir!

Fischi
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Jinx
Gast







BeitragVerfasst am: 12.11.2010, 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Oder vielleicht kann auch ein Pfarrer weiterhelfen? Ich glaube, die Caritas wäre auch eine gute Anlaufstelle!
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Cat
Gast







BeitragVerfasst am: 29.11.2010, 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ihr Lieben,

ich_war_drin!!! Bei meiner Mutter in der Küche!

Sie sagte: "Komm doch rein. Ich weiß gar nicht, wieso ich mich so schäme, wenn mir mal was passiert, musst Du ja auch rein, also warum nicht jetzt?"

Und was soll ich sagen: es ist nicht sooo schlimm, wie ich gedacht hatte. Weit entfernt von jeder Normalität, das wusste ich schon, und sehr dreckig - Spinnweben, alle Oberflächen verdreckt, die Farbe des Fußbodens nicht erkennbar. Essen oder Trinken könnte ich dort nichts.

Aber die Zeitungsstapel sind "nur" ca. hüfthoch, ich hatte gedacht, sie reichen bis zur Decke. Der riesige Eingangsbereich und die Küche sind durchaus begehbar und auch einigermaßen gut ausgeleuchtet. Die anderen Räume habe ich nicht gesehen. Alles in allem ist es nicht so schlimm, wie ich mir ausgemalt hatte.

Sie gibt mir jetzt auch jedes Mal was mit. Heute z. B. einen Bausatz für ein Lebkuchenhaus, den sie von der Nachbarin bekommen hat. Ein Schrank sei voll mit Christbaumschmuck von meiner Oma. Den gibt sie mir demnächst auch mit, sie selbst hat es nicht so mit Christbaum etc. Ich freu mich schon, vielleicht sind ja ein paar schöne Teile dabei!

Dann hab ich ihr noch vorgeschlagen, eine Tasche mit Kleidung bei mir zu deponieren, falls sie mal ins Krankenhaus muss. Das hat ihr eingeleuchtet, und sie wird Unterwäsche und Nachthemden suchen. Ich muss nur aufpassen, dass ihr Chaos nicht auf meine Wohnung überschwappt - aber eine Tasche verkrafte ich schon. Smilie

So langsam geht also doch was vorwärts. Sie sieht auch nicht mehr so krank aus wie vor ein paar Wochen. Ich will mir nicht einbilden, dass nur meine Besuche die positive Veränderung bewirkt haben, aber es tut ihr schon gut, wenn sich jemand kümmert, das merke ich.

Das war's für heute- ich umärmel Euch mal

Liebe Grüße

Cat
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Chaos-Begleiterin
Gast







BeitragVerfasst am: 29.11.2010, 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

Cat, das freut mich
Es scheint der richtige Weg zu sein, den Du eingeschlagen hast
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Jinx
Gast







BeitragVerfasst am: 29.11.2010, 23:40    Titel: Antworten mit Zitat

Das machst Du SUPER

Es klingt wirklich sehr positiv, wie Deine Mutter sich Dir allmählich öffnet - ein Zeichen, dass Du auf dem richtigen Weg bist!

Ich freue mich mit Dir Smilie
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Raubtigger
Gast







BeitragVerfasst am: 30.11.2010, 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

Das klingt ja alles sehr positiv!

Ich finde auch gut, dass Du wachsam bist, dass das Chaos nicht zu Dir überschwappt. Da würde ich Dir auch empfehlen, Dir z.B. beim Weihnachtsschmuck nur die Stücke zu nehmen, die Dir wirklich gefallen und den Rest zu verschenken oder zu spenden. Zurzeit sind ja viele Basare von Kirchen, die auch sowas für einen guten Zweck verkaufen. Damit wäre also nicht nur Dir und Deiner Mutter geholfen, sondern auch noch eine gute Tat getan.
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