klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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Wollmaus Gast
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Verfasst am: 16.09.2009, 01:10 Titel: Meine Mutter ist ein Messie |
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Hallo an alle,
ja, ich bin hier gelandet, weil ich heillos mit meinem Durcheinander überfordert bin.
Ich glaube, dass meine Mutter ein Messie ist. Das hat weniger mit Sauberkeit zu tun, sondern auch mit Horten von Dingen und Problemen Dinge loszulassen und wegzutun.
Kann es sein, dass Messie-Sein in weiblicher Linie weitervererbt wird? :-x
Meine Schwester hat ihr Gästezimmer voller Krempel, Zeitschriften, Wäscheberge und Vorräte, ihr Kleiderschrank quillt über von Sachen, die sie nicht anziehen kann.
Ich habe Trampelpfade im Flur, Wohnzimmer und teilweise Schlafzimmer.
Ich habe immer wieder meiner Mutter versucht zu helfen und mit ihr zusammen z.B. ein Abteil im Kleiderschrank angeschaut, das mit Sachen voll ist, die sie nie anzieht. (Kenne ich das? ). Mit Engelszungen habe ich auf sie eingeredet und sie hat ein paar Teile weg getan aber ganz viele sind wieder in den Schrank gehängt worden. Immer wieder, wenn ich sie anspreche, rudert sie zurück.
Sie hat gejammert, dass sie ein neues Bett braucht. Im Sommer habe ich ihr ein neues Bett gekauft, samt Lattenrost und Matratze. Das ist bis heute noch nicht aufgebaut, weil sie keinen Platz hat.
Dazu müsste sie eine alte Liege entsorgen, aber der Bettkasten ist voller Zeitungen, die sie erst noch anschauen muss, bevor sie die wegtun kann.
Der andere Platz wäre ein Sofa, auf dem sie zur Zeit liegt. Als der mit ihr vereinbarte Tag, an dem das Sofa weggeschafft werden sollte kam, hat sie fürchterlich geheult, dass ihr das alles zu viel ist usw.. Fazit: das Sofa steht immer noch da, sie schläft mehr schlecht als recht darauf und das Bett steht nutzlos herum.
Inzwischen habe ich aufgegeben irgendetwas in Richtung entrümpeln zu sagen. Aber sie jammert auf der einen Seite immer und fühlt sich so auch nicht wohl. Manchmal wollte sie am liebsten abhauen oder die Bude abfackeln. Ich hoffe mal das sie das bleiben lässt. Loslassen kann sie trotzdem nicht. Sie hat noch Sachen von meiner Schulzeit und ich bin jetzt 52! Letztens hat sie eine Geldbörse, die ich mit 14 Jahren bemalt hatte ausgegraben. Sie wollte sie mir aber nicht geben, weil die so schön bemalt ist. Ich hätte sie in den nächsten Mülleimer versenkt!
Mir ist bewusst, dass die Kriegsgeneration eher geneigt ist, nichts wegzutun. Meine Mutter hat durch den Krieg ihre Heimat und alles Hab und Gut verloren. Später sind sie und mein Vater mit zwei Koffern und drei Kindern vor dem Mauerbau aus dem Osten abgehauen. Und wieder hat sie fast alles zurückgelassen. Somit hat sie durchaus mein Verständnis. Aber sie leidet unter ihrem Chaos.
Kürzlich habe ich mir für die Küche einen neuen Durchschlag aus Edelstahl gekauft, weil beim alten der Griff ab war und das Ersatzsieb gerostet hat. Darauf meinte sie, das sollte ich doch aufbewahren für Farbe. ?????? Naja, mein Vater musste einmal im Leben Wandfarbe durch ein Sieb streichen, weil sie geklumpt hat. Ich wäre fast ins Rotieren gekommen. Bin ich aber zum Glück nicht. Ich habe das alte Ding entsorgt und gut ist.
Meine Mutter ist mein Spiegel.
Vielleicht habe ich aber noch die Chance das Blatt zu wenden und ein freies Leben in schönen geordneten Räumen ohne unnötigen Ballast zu verbringen.
Ich möchte endlich wieder Luft zum Atmen haben und vor allem wissen, wo meine Sachen sind bzw. was ich überhaupt habe.
Ich kann niemanden ändern, außer mich selbst. Und auch das kann ich nur mit Hilfe anderer - mit eurer Hilfe.
Danke für's Zuhören bzw. Lesen. |
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Verfasst am: 16.09.2009, 01:10 Titel: Anzeige |
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Raubtigger Gast
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Verfasst am: 16.09.2009, 07:58 Titel: |
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Ich kann Dich sehr gut verstehen, denn mir geht es ähnlich.
Du bist nun so weit, Dein Problem zu begreifen und anzupacken. Vorher hätte Dir vermutlich auch niemand helfen können.
Vielleicht packt es Deine Mutter noch, vielleicht nicht.
Was Du machen kannst: Entspann Dich. Wenn sie jammert, dann versuch nicht mehr, ihr Vorschläge zu machen. Du siehst ja, dass es vergebliche Mühe ist. Sag einfach: "Ja, das ist schlimm. Du arme."
Mach ihre Probleme nicht zu Deinen.  |
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Jinx Gast
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Verfasst am: 16.09.2009, 21:57 Titel: |
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Hallo Wollmäuschen,
ich kann Dich sooo gut verstehen - ich bin sogar von beiden Elternteilen "belastet" (auch Kriegsgeneration)
Nichts durfte weggegeben werden, und natürlich färbt das ab...
Nur was jeder von uns hortet, ist z.T. unterschiedlich, da fehlt dann auch das gegenseitige Verständnis
Die Situation "Kleiderschrank - Mutter - Ausmisten - Tochter mit Engelszungen" kenne ich nur zu gut... Da hast du wohl Mäuschen gespielt und uns zugeguckt?
Wie ist bei Dir die väterliche Seite???
LG,
Jinx |
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emily.erdbeer Gast
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Verfasst am: 18.09.2009, 23:27 Titel: Re: Meine Mutter ist ein Messie |
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| Wollmaus hat folgendes geschrieben: | Hallo an alle,
Im Sommer habe ich ihr ein neues Bett gekauft, samt Lattenrost und Matratze. Das ist bis heute noch nicht aufgebaut, weil sie keinen Platz hat. Fazit: das Sofa steht immer noch da, sie schläft mehr schlecht als recht darauf und das Bett steht nutzlos herum. | Schade um das Geld! Kannst du da nicht mehr Druck machen in der Richtung "Das war teuer! Wieso schenke ich dir das eigentlich usw.!" Ich meine, deine wehrte Mama wird ja auch nicht jünger und wenn du 52 bist dann ist deine Mama
| Wollmaus hat folgendes geschrieben: | Sie hat noch Sachen von meiner Schulzeit und ich bin jetzt 52! Letztens hat sie eine Geldbörse, die ich mit 14 Jahren bemalt hatte ausgegraben. Sie wollte sie mir aber nicht geben, weil die so schön bemalt ist. |
Es ist einfach nur traurig mit anzusehen (anzuhören) wie manche Menschen unter ihrer Verlustangst leiden! Im Prinzip könnte man Messie auch mit VERLUSTANGST umschreiben. Und es ist sehr traurig, das da nirgends ein Lichtlein zu sehen ist... Das es sich vielleicht mal ändern könnte. DAZU MUSS EIN MESSIE BEREIT SEIN, und da gehört einiges dazu auch an SELBSTREFLEKTION. Manche Menschen können das einfach nicht
| Wollmaus hat folgendes geschrieben: | | Ich möchte endlich wieder Luft zum Atmen haben und vor allem wissen, wo meine Sachen sind bzw. was ich überhaupt habe. | Das wissen hier viele nicht (Einschließlich ich).
| Wollmaus hat folgendes geschrieben: | | Ich kann niemanden ändern, außer mich selbst. | Das hast Du gut erkannt!
| Wollmaus hat folgendes geschrieben: | | Danke für's Zuhören bzw. Lesen. |
Ich fand deinen Beitrag sehr gut  |
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Wollmaus Gast
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Verfasst am: 20.09.2009, 23:06 Titel: |
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Hallo Jinx,
oha, das kommt wohl öfter vor, als ich bisher dachte.
Das schlimme ist, wenn Sammelwut und Perfektionismus aufeinandertreffen. Meine Mutter hat schon immer von anderen Menschen Sachen angenommen, weil die zu schade zum wegwerfen waren. Dann hat sie die Sachen zum Teil repariert oder Schuhe zum Schuster gebracht. Sie selbst konnte das gar nicht brauchen. Als mein Onkel starb, hat sie sich von meiner Cousine noch Sachen andrehen lassen.
Mein Vater hat nicht viel gesammelt. Er hat für seine persönlichen Sachen wenig Platz gehabt und sich immer wieder mal beschwert, dass er für Schreibkram keinen Platz hat und das immer am Esstisch erledigen muss.
Er hat keine Hobbies gehabt, für die man Material braucht. Im Gegensatz zu meiner Mutter.  |
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Wollmaus Gast
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Verfasst am: 20.09.2009, 23:22 Titel: Re: Meine Mutter ist ein Messie |
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Hallo Emiliy,
tja, wenn das mal so einfach wäre.
| emily.erdbeer hat folgendes geschrieben: | Schade um das Geld! Kannst du da nicht mehr Druck machen in der Richtung "Das war teuer! Wieso schenke ich dir das eigentlich usw.!" Ich meine, deine wehrte Mama wird ja auch nicht jünger und wenn du 52 bist dann ist deine Mama |
So ähnlich habe ich es schon gesagt. Das war gar nicht gut. Als Antwort hörte ich dann so etwas wie: Wenn ich mal Geld habe, bekommst du das wieder! Toll, ich habe natürlich sofort ein schlechtes Gefühl bekommen.
Meine Mutter wird dieses Jahr 82. Was will ich da erwarten? Jede Veränderung macht ihr Angst! Deswegen lasse ich sie jetzt damit in Ruhe und konzentriere mich auf mein eigenes Chaos.
Ich helfe ihr schon, aber dort, wo SIE es will. Ich versuche ihr nichts zu diktieren. Das wäre auch für mich unterträglich.
| emily.erdbeer hat folgendes geschrieben: | Es ist einfach nur traurig mit anzusehen (anzuhören) wie manche Menschen unter ihrer Verlustangst leiden! Im Prinzip könnte man Messie auch mit VERLUSTANGST umschreiben. Und es ist sehr traurig, das da nirgends ein Lichtlein zu sehen ist... Das es sich vielleicht mal ändern könnte. DAZU MUSS EIN MESSIE BEREIT SEIN, und da gehört einiges dazu auch an SELBSTREFLEKTION. Manche Menschen können das einfach nicht |
Wie wahr! Es tut mir in der Seele weh, aber ich kann es dort nicht ändern.
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Wollmaus Gast
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Verfasst am: 20.09.2009, 23:34 Titel: |
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Hallo Tigger,
| Raubtigger hat folgendes geschrieben: |
Vielleicht packt es Deine Mutter noch, vielleicht nicht.
Was Du machen kannst: Entspann Dich. Wenn sie jammert, dann versuch nicht mehr, ihr Vorschläge zu machen. Du siehst ja, dass es vergebliche Mühe ist. Sag einfach: "Ja, das ist schlimm. Du arme."
Mach ihre Probleme nicht zu Deinen.  |
Sie wohnt alleine, seit mein Vater vor 2 1/2 Jahren gestorben ist. Das Schlafzimmer, wo zuletzt das Pflegebett für meinen Vater stand, kann sie nicht mehr nutzen, weil sie das nicht aushält. Das Kalenderblatt von März 2007 ist immer noch da.
Ich bin auch immer total gerädert, wenn ich sie besuchen war. Wenn ich mich entspannen könnte, wäre ich froh. Ich kriege schon am Telefon Stresssymptome. Hoffentlich geht es mir bald besser. Dann kann ich es vielleicht auch gelassener betrachten und es bei ihr lassen. Morgen ist es mal wieder soweit.
Danke @all! Wie ich lese, bin ich auch damit nicht allein!  |
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Wortstapler Gast
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Verfasst am: 10.10.2009, 12:44 Titel: |
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Hallo wollmaus,
was mir grad zu den Zeitschriften im Bettkasten einfällt. Gibt es da sonst irgendwo Platz im Haus oder der Wohnung? Wenn ja, könntest du doch deine Mutter dazu überreden, die Zeitschriften dorthin zu tun.
Dadurch wird der Bettkasten leer, das alte Bett kann durch das neue Bett ersetzt werden und deine Mutter schläft angenehmer.
Das alte Bett könnt ihr ja für einige Zeit noch dort stehen lassen, wo im Moment das neue Bett steht, für den Fall, daß deine Mutter ihr altes Bett wider erwarten zurückhaben möchte. (Bei einer 82jährigen würde mich das nicht wundern, da Menschen ab einem gewissen Alter ihre persönlichen Eigenarten haben, von denen sie nur schwer los kommen.)
Wenn das nicht möglich ist, würde ich sagen, geb das neue Bett zurück und schau, daß du für das alte Bett eine bessere Matraze bekommst.
Viel Erfolg
Wortstapler |
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emily.erdbeer Gast
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Verfasst am: 11.10.2009, 14:53 Titel: |
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| Wollmaus hat folgendes geschrieben: | | Sie wohnt alleine, seit mein Vater vor 2 1/2 Jahren gestorben ist. Das Schlafzimmer, wo zuletzt das Pflegebett für meinen Vater stand, kann sie nicht mehr nutzen, weil sie das nicht aushält. Das Kalenderblatt von März 2007 ist immer noch da. |
Damit ist alles gesagt
| Wollmaus hat folgendes geschrieben: | | Ich bin auch immer total gerädert, wenn ich sie besuchen war. |
Sie ist 82. Du kannst sie nicht mehr ändern!
Beherzige das was Tigger dir gesagt hat: Lasse Sie so wie sie ist.
Wenn DU diese TATSACHE annehmen kannst, wird es Dir besser gehen weil du es gelassener sehen kannst.
Das wäre besser für DICH. DENK AN DICH UND SCHONE DEINE NERVEN.
Der Tipp von Wortstapler war nicht schlecht!
Kannst Du die Matratze nicht austauschen?
Ich denke auf die Idee bist du selber schon gekommen!
Alles Gute wünscht Dir, Emely  |
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