klaraputzich Hilfe zur Selbsthilfe in Putz- und Ordnungsfragen

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Huschig Gast
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Verfasst am: 12.03.2009, 18:25 Titel: Huschigs Gedankenmüll |
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Hallo ihr,
ich glaube, ich muss langsam mal einen Thread hier anfangen, weil ich merke, dass ich hier doch manchmal sehr abschweife... und ich habe auch Angst, dass manche Leute sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn ich mich mit meinen Marotten und Eigenarten hier selbst auf die Schippe nehme.
Wenn ich manchen Dingen nicht mit einem ordentlichen Schuss Ironie begegnen würde, wäre es einfach nur zum Heulen!
Also hoffe ich jetzt einfach, dass ich niemandem zu nahe trete, vielelicht auch mal etwas schreibe, was anderen hilft oder einfach nur Spaß macht.
Und vielleicht finde ich ja in meinem eigenen Geschriebenen auch mal einen Dreh in die richtige Richtung!
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Im "Wer macht mit?"-Thread ging es um Tupperware und anderen Plastikkram.
Und ich kam auf anderen Kleinkram, den man so sammelt und den Satz, den sicher nicht nur ich zu gut kenne:
"Wegschmeißen? Aber wieso? Vielleicht kann man es noch brauchen... man weiß ja nie!"
Man weiß ja nie... vielleicht wird einem die Dose mit den 3 Millionen Brottütenclips irgendwann noch mal unschätzbare Dienste erweisen. Vielleicht findet man ja irgendwo einen hochdotierten Job als Brottütenzuclipserin - und muss sein Arbeitsmaterial selbst mitbringen.
Vielleicht entscheidet der Lebensgefährte ja irgendwann, dass die vorhandenen 6 Brotdosen nicht schön genug sind und möchte sein Frühstücksbrot in einer Tüte mitnehmen... die muss ja mit irgendwas zugeclipst werden.
Oder es gehen einem diese unzähligen weißen Tüddeldinger aus, die jeder Gefrierbeutelpackung beiliegen... und die extra irgendwann gekauften wiederbeschreibbaren Gefrierbeutelclips halten ja auch nicht ewig.
Es könnte auch sein, dass die irgendwann Sammlerwert haben.
Beim Innenleben von Pralinenschachteln bin ich schon etwas weiter: die sind total toll, um Kleinzeug darin aufzubewahren.
Ohrstecker (habe keine Ohrlöcher), Bastelperlen (wenn man sich ein Hobby zulegen würde, bei dem die von Nöten sind), kleine Knöpfe (die können aber auch in den Nähkasten, der hat extra ein Fach dafür), die ersten ausgefallenen Milchzähne des (noch gar nicht gezeugten) Kindes.
Gut, da habe ich meinen inneren Schweinehund überzeugt: das Innere der Pralinenschachteln brauch ich nicht!
Aber die Schachtel selbst... die könnte man toll bekleben und ein flaches Geschenk reintun... oder Stifte und Pinsel... oder schöne Bilder und buntes Papier, um damit Pralinenschachteln zu bekleben, damit sie nicht so hässlich aussehen.
Pringles-Dosen... die sind DER Hammer. Da kann man nämlich selbstgesiedete Seife reintun und hat dann hinterher einen Siedeseifenzylinder, den man in tolle runde Siedeseifenzylinderfladen schneiden kann. (nur blöd, dass Seifensieden gar nicht mein Hobby ist!)
Oder man kann Stumpenkerzen darin gießen... aus den 358 468 Kerzenstümpfen, die man gesammelt hat. (Kerzengießen s. Seifensieden)
Man kann sie auch schön bekleben und dann einen rundes längliches Geschenk reintun... oder Stifte... oder zusammengerollte Bilder und buntes Papier, mit dem man Pringles-Dosen bekleben kann, damit sie nicht so hässlich aussehen
Klopapier- und Küchenrollenkerne. Was man daraus machen kann! Und doch nie macht.
Plastikbehälter von gekauften Lebensmitteln.
DIE braucht man immer. Man hat ja nur *nachzähl* 15 Tupperdosen in den verschiedensten Ausformungen und Größen. Wenn man mal 16 Essenreste hat, steht man total auf dem Schlauch. Ganz zu schweigen von Peinlichkeit, wenn man jemandem nicht zusagen kann, dass man für die nächste Grillparty 16 Salate und Dips macht.
Schraubgläser... ich habe noch nie Marmelade gekocht. Ich werde es vermutlich auch nie tun. Und SOLLTE ich es jemals tun, werde ich keine 150 Gläser Marmelade kochen. Und ich werde sie dann weder in Spargelgläser füllen, noch in ehemalige Gurkengläser mit 1,5l Fassungsvermögen.
Ja, man kann auch Gewürze hineintun... ich habe so ziemlich jedes Gewürz, was in der europäischen und asiatischen Küche benutzt wird und sie sind alle in Marmeladengläsern. Die zählen gar nicht dazu!
Man kann auch noch ganz andere Dinge mit Marmeladengläsern tun...
man kann sie zum Beispiel schön mit buntem Transparentpapier bekleben und als Windlicht für selbstgegossene Teelichte verwenden.
Oder gleich Kerzen reingießen. Dann kann man die nämlich oben zuschrauben und mitnehmen oder so. Welchen Sinn das auch immer haben mag.
Ich habe einen Stift, der ganz toll schreibt. Und damit ich dieses erhebende Schreibgefühl nie, nie wieder missen muss, kaufe ich mir gleich erstmal 20 Ersatzminen.
Ich nehme diesen Stift nicht mit zur Arbeit, damit er nicht unter die Räder kommt, profane Dinge wie Einkaufszettel schreibe ich nicht mit diesem tollen Stift, für einen Brief muss es doch der Füllfederhalter sein... und sonst schreibe ich am PC.
Nur manchmal, wenn ich ganz übermütig bin, nehme ich mir einen Schmierzettel zur Hand und schreibe irgendwas mit diesem Stift, sinnlose Dinge, weil ich das tolle Schreibgefühl haben möchte. Und male ein Blümchen dazu.
Auf die Art hält die Mine gut 10 Jahre. Da kann ich ja nur hoffen, dass die Ersatzminen im Jahre 2209 noch hergestellt werden, sonst stehe ich voll auf dem Schlauch!
Weniger als fünf Pakete Spiralnudeln im Vorrat zu haben, macht mich nervös. Ich muss immerhin zwei Mäuler stopfen, wir essen mindestens zweimal im Monat Spiralnudeln und das Zeug ist ja so exklusiv, dass es morgen aus dem Sortiment aller Nudelfirmen genommen werden könnte.
Und dann ist das Geschrei groß... es gibt ja nur mindestens 120 andere Nudelsorten.
Spiralen scheinen mich generell nervös zu machen: auch Spiralblöcke kaufe ich gerne im Fünferpack. Eigentlich schreibe ich nur auf Schreibmaschinenpapier oder Briefblöcken ohne Rand und Lochung... aber für den Notfall - wenn die 5 Pakete Schreibmaschinenpapier und die 10 Briefblöcke aufgebraucht sind - tun es auch Spiralblöcke.
Es ist auch eminent wichtig, die IKEA-Kataloge der letzten 8 Jahre aufzuheben. Dann kann man immer wieder nachschlagen, dass es das favorisierte Bücherregal vor drei Jahren noch in genau der Farbe und Breite gab, die man genau jetzt gerne hätte... nur haben inzwischen Farben und Größen gewechselt, dafür ist der Kram jetzt 40% teurer.
Wo kämen wir denn hin, wenn in dieser kalten Welt kein Platz mehr für ein wenig melancholische Rückschau wäre?
Mindestens genauso wichtig ist es, sich sämtliche Kinderbücher wiederzubeschaffen, die man in Kindergarten und Grundschule toll fand.
Warum, weiß ich auch nicht... aber man kann ja nie wissen!
Kleidung... ich trage nur schwarze Kleidung. Im Alltag eigentlich ganz schlicht, ohne Aufdrucke, ohne Kinkerlitzchen. Schwarze Bootcut-Jeans, schwarzes T-Shirt/Top mit Rundhalsausschnitt (Sommer), schwarzes Longsleeve mit Rundhalsausschnitt (Frühling/Herbst) und schwarze Pullover mit Rollkragen oder...genau... Rundhalsausschnitt (Winter). Dazu schlichte schwarze Lederhalbschuhe mit oder ohne Absatz.
Das klingt jetzt vermutlich erstmal total aufgeräumt, pflegeleicht und unanstrengend.
Ist es aber nicht... erstens habe ich genausoviele Klamotten wie jede andere Frau mit Klamottentick und außerdem sind die Sachen nur auf den ersten Blick gleich. Das eine Shirt ist taillierter als das andere... dafür hat das andere einen Millimeter mehr Ausschittweite, manche T-Shirts sind schon ein bisschen ausgewaschen und sind daher "Unterziehen only", oder sie sind so kaputt und ausgewaschen, dass sie zur Nachtwäsche oder Arbeitskleidung degradiert wurden - und die hat man im Sommer natürlich als erstes in der Hand.
Und um die Chaosgarantie zu vervollständigen, ist der Kleiderschrank im Schlafzimmer... in dunkelsten Raum des Hauses. Und naturellement ist dieser Kleiderschrank SCHWARZ!
Es bringt auch nichts, das Licht anzuschalten. Oder die Kleiderstapel zu Sichtung aufs Bett zu legen (ratet mal, welche Farbe die Bettwäsche hat... genau!)
So, genug von Huschigs ganz persönlichem Irrsinn... wer das alles liest, kriegt einen Fleißpuschel!  |
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Verfasst am: 12.03.2009, 18:25 Titel: Anzeige |
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aschenputtel Gast
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Verfasst am: 12.03.2009, 19:36 Titel: |
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Liebe Huschig
hier sind die Puschel für Dich!
Ich fand Deinen Text Klasse. Wie soll man sonst sich selbst sehen als mit ein bißchen Sarkasmus.
Ich hätte da doch auch noch einen Vorschlag für das Pralineninnenleben. Meine Kinder basteln immer damit und schneiden die schön klein und kleben dann die Einzelteile mit Tesafilm auf irgendein Blatt Papier. Was das darstellen soll, weiß ich nicht, vielleicht Außerirdische oder so.
Früher habe ich dann solche Basteleien aufbewahrt, heute schmeiße ich sie lieber weg, da ich nicht mehr weiß wohin damit.
Die Plastikschüsseln haben auch auf mich eine magische Anziehungskraft. Es fällt mir jedesmal schwer, die im Geschäft liegen zu lassen. Oftmals ist nur der Geldmangel der Grund sie nicht zu kaufen. Denn ich habe immer so viele Sachen die ich in sie packen muß. Zum Beispiel bei den vielen Picknicks und am allerliebsten würde ich alles, Zucker, Mehl, Gewürze,.... in solche Dosen packen, denn dann kann man alles besser im Schrank verstauen. Jaaaa ohhh jaaa, was haben wir nicht alles vor.
Übrigens kann man auch gut Kleinteile in Pringles Dosen sammeln, denn sie kann man ja so gut verschließen.
Ja ich glaube hier ist genau der richtige Ort für mich in diesem Forum
Danke noch mal Huschig war klasse zu lesen.  |
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Jinx Gast
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Verfasst am: 12.03.2009, 21:23 Titel: |
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Ich habe meine verrückten Gedankengänge fast zu 100 % wiedererkannt...
Das Sammeln von Verpackungen macht süchtig, meine Mutter hat sowas früher für alle möglichen Eventualitäten gemacht - und manchmal war es gut... Da konnte dann genau diese eine Sache weiterhelfen! Und in der Schule brauchte man auch oft so Zeug. Eierkartons oder Korken zum Basteln...
Mittlerweile wirft sie turnusmäßig immer mal wieder viel weg, kostet sie aber viel Überwindung... Sie hat den Krieg mitgemacht, und da war man für ALLES froh und hat kreativ aus dem Vorhandenen gebastelt, was fehlte.
Doch damals gab es noch gar nicht diese Vielzahl von verschiedenen Verpackungen! Man konnte z.B. seinen Honig im Laden abfüllen lassen und hat dafür die alten Gefäße benötigt.
Und heute? Alles abgepackt. Vieles in süßen kleinen Plastikdosen. In sowas wurden bei uns früher immer Schrauben und Nägel aufbewahrt, bis sie kaputt gingen - wie gut, wenn man in diesem Notfall gleich eine neue Dose griffbereit hatte
Bei mir hält dich das Sammeln von Verpackungen gottseidank in Grenzen, vielleicht wegen dieses abschreckenden Beispiels. Aber ich spüre die Gefahr, die da lauert, und muß wachsam bleiben
Ach ja - früher hatte ich meine Pausenbrote in den alten Brottüten aus Plastik und habe sie mit den Klemmdingern zugemacht. Die haben nie lange gehalten, oft kam schnell der Draht durch - wie gut, dass der Ersatz griffbereit war
LG,
Jinx |
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wischundnixweg Gast
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Verfasst am: 12.03.2009, 22:21 Titel: |
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ich finde deinen text echt einmalig. du hast wirklich talent dazu  |
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Rumpelnöff Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.07.2007 Beiträge: 7054 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 13.03.2009, 00:31 Titel: |
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total genial!!!
ich erkenne mich in soooo vielem wieder!
Zum Glück schaffe ich es inzwischen besser, diesen "Auswüchsen" entgegenzuwirken,
sprich: mich sofort von diesem Verpackungsmüll zu trennen,
aber wie oft denke ich:
"ach, daraus könntest Du dies basteln und daraus das..."
ich tu es ja auch öfters,
ich finde solche Revivals auch toll, aber dann fange ich an zu horten...
Ich liebe Sarkasmus und schwarzen Humor,
wenn ich nicht mehr über mich und meine Spleans lachen kann,
dann ist wirklich Ende...
...weiter so,
schreib, es verändert die Perspektive,
es ist zwar immer noch zum Heulen...
...aber so können wir gemeinsam lachen - über uns!  _________________ LG,
Rumpelnöff |
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Raubtigger Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 01:09 Titel: |
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Ich musste auch mehrfach herzhaft lachen!
Vielen Dank für diese wunderbaren Betrachtungen!
Ich habe mich inzwischen meist ganz gut im Griff. Ich versuche, nur das an Verpackungen aufzuheben, was ich aktuell wirklich gebrauchen kann und benutze es dann auch. Mein Tigger-Baby spielt zum Beispiel gern mit Deckeln von Schraubgläsern und mit Eiscremeschachteln aus Plastik. So habe ich in der Küche und im KiZi je eine Eisschachtel, die mit Schraubdeckeln gefüllt ist. Aber weitere Schachteln werden nicht auf Verdacht gehortet.
Ich glaube auch, wenn der nächste Krieg ausbricht, wird alles anders sein als in den 40er Jahren. Damals wurde mit Panzern gekämpft. Heute gibt es Wasserstoffbomben. Ich denke, unsere geringste Sorge wird dann sein, wo wir unsere Knöpfe drin aufbewahren... |
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Huschig Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 02:06 Titel: |
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| Zitat: | | Ich glaube auch, wenn der nächste Krieg ausbricht, wird alles anders sein als in den 40er Jahren. Damals wurde mit Panzern gekämpft. Heute gibt es Wasserstoffbomben. Ich denke, unsere geringste Sorge wird dann sein, wo wir unsere Knöpfe drin aufbewahren... |
Dieser Gedankengang dürfte einer der Gründe für meine Horterei sein.
Als Kind habe ich so ganz vage die letzten Zuckungen des Kalten Krieges mitbekommen, in der grundschule kam dann Tschernobyl und irgendwie hat mir keiner richtig erklärt, was das alles zu bedeuten hatte und ich habe mir selbst die grausigsten Dinge zurechtgereimt.
Verstärkt noch dadurch, dass meinen Eltern viel gearbeitet haben und ich sehr oft bei meiner Großmutter war. Die war wirklich herzensgut und lieb, aber 3/4-Messie und hatte einen echten Kriegsdachschaden. Ihr Mann ist in den letzten Kriegsjahren untergetaucht und sie stand da und musste drei kleine Kinder versorgen.
Als sie gestorben ist, haben wir in der Wohnung kistenweise Waschmittel, Seife, Kaffee, Schnaps und Zigaretten (sie war militante Nichtraucherin!) gefunden... Konserven, Zucker etc.
Das ist bei mir auch ein wenig eingerissen... wenn ich irgendwelche Konserven kaufe, dann immer zwei: eine für uns und einen für "man kann ja nie wissen!"
Was ich mich in diesem Zusammenhang oft frage, ist, ob es in den neuen Bundesländern mehr Horter gibt, als in den alten... bei den jüngeren Leuten vermutlich nicht, aber in der mittleren und alten Generation doch bestimmt. Da sah es nach dem Krieg ja noch schlimmer aus als hier... und das "is aus, griegn wor och nüsch wiedo rün!" zog sich da ja eigentlich mehr oder weniger heftig durch die ganzen Jahrzehnte bis zur Wende.
Oder ist das ein Symptom der Konsumgesellschaft?
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*gääääääääääähn*
Ogottogott, schon eins durch... ich muss ins Bett.
Es freut mich, dass Euch der Thread gefällt!
nacht! |
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emily.erdbeer Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 02:35 Titel: |
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Das ist der absolute Knaller ! Ich finde DU hast den Pokal in unserem Messie - Forum verdient für einen absolut genialen Beitrag!
DER IST FÜR DICH
Ich kann leider nicht alles durchlesen weil mir gerade die Augen zu fallen aber ich werde es nach holen. |
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Rumpelnöff Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.07.2007 Beiträge: 7054 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 13.03.2009, 08:17 Titel: |
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| Huschig hat folgendes geschrieben: |
Was ich mich in diesem Zusammenhang oft frage, ist, ob es in den neuen Bundesländern mehr Horter gibt, als in den alten... bei den jüngeren Leuten vermutlich nicht, aber in der mittleren und alten Generation doch bestimmt. Da sah es nach dem Krieg ja noch schlimmer aus als hier... und das "is aus, griegn wor och nüsch wiedo rün!" zog sich da ja eigentlich mehr oder weniger heftig durch die ganzen Jahrzehnte bis zur Wende.
Oder ist das ein Symptom der Konsumgesellschaft?
nacht! |
also ich glaube auch an den Kriegs-Zusammenhang, das sah man auch nach dem Tod meiner Oma,
sie hat nicht gehortet,
aber alles in alten Tschibo-Kaffedosen geordnet, sortiert und gelagert,
auch meine Mutter ist so...
...nur dass sie es nochmal (!) perfektioniert hat.
Ich sehe noch, dass meine Ma ganz anders einkauft als ich:
sie hatte immer eine Familie zu versorgen und auf dem Dorf, wo sie wohnen, kann man nichts kaufen
wenn sie einkauft, dann immer auf Vorrat und für eine ganze Woche
ich dagegen kaufe für den Tag, und vielleicht noch für den nächsten,
und im Zweifelsfall gehe ich eben nochmal schnell und hole Eier...
...ich hab ja alles fußläufig erreichbar und muss aber immer alles schleppen, nicht nur ins Auto schmeißen.
Als meine Mutter im Januar hier war,
hat sie das völlig verwirrt! ...und fasziniert! _________________ LG,
Rumpelnöff |
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Nele Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 10:46 Titel: |
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Liebe Huschig,
der ist für dich:
Das ist ein wunderbarer Beitrag. In so vielem habe ich mich wiedererkannt und auch meine Familie. Vor allem die Brotbeutelclipse hatten es mir angetan. Davon hatte ich auch tausende und sie dann in der großen Aufräumaktion endlich ihrer Bestimmung übergeben.
Aber selbst jetzt, nach einem Jahr muss ich aufpassen, das ich sie immer schnell wegwerfe und nicht horte. Auch wenn ich nie wußte, wofür ich sie vielleicht irgendwann mal brauchen könnte.
Meine Mutter sammelt Jogurtbecher. Diese großen, wo ein halber Liter reingeht. Davon hat sie soviele, das sie davon ein Haus bauen könnte. Und immer kommen neue dazu.
Als mein Sohn in der Grundschule war, gab es den Aufruf leere Klopapier- und Haushaltsrollen zu sammeln und an die Klasse weiterzugeben, damit die Schüler daraus was basteln können. Das Ergebnis bei mir war, das ich 15 Jahre alle diese Rollen aufgehoben habe für den Fall, das so etwas noch mal passiert. Weil damals hatte ich keine Rollen zum Spenden und das sollte mir auf jeden Fall nie wieder passieren.
Ach, wie ich mich dieses "könnte" und "brauche ich vielleicht" verrückt gemacht hat. Plastikblumentöpfe waren mein persönlicher Favorit. Jeder wurde aufgehoben für den Fall, das ich ihn "mal brauchen könnte" . Ich hätte eine Gärtnerei mit den Töpfen versorgen können. Dabei habe ich auf meiner Dachterrasse alles in großen Kübeln und brauche kleine Töpfe gar nicht!!!!
Liebe Grüße
Nele |
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Huschig Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 15:17 Titel: |
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Eben Nele, darum gings mir...
mich von diesem "man kann ja nie wissen" abbringen und man fragen, wozu ICH diese Dinge eigentlich brauche (und das Ganze dann noch auf die Spitze treiben, damit der Unsinn noch deutlicher wird).
Klar gibt es irgendwo eine/n "man", der diese Dinge auch verwertet, aber das bin nicht ICH.
Und vor allem sind es oft Dinge, die sowieso in schöner Regelmäßigkeit wieder ins Haus kommen.
Mir ist das aber auch erst bewußt geworden, als ich mal jemandem beim Aufräumen seines Lagerraums geholfen habe und in der Ecke hinter Kartons, die bestimmt 10 Jahre nicht vom Flecks bewegt wurden, ein Bündel Holzstäbe zum Vorschein kam.
Bei näherer Betrachtung stellten sie sich als die Holzstäbe heraus, die an Silvesterraketen befestigt sind, um sie abzuschießen.
Als ich sie wegwerfen wollte, kam ein entsetztes "Haaaaaalt, die bleiben, damit kann man so schön basteln!"
"Ja, aber mit diesen hast Du nicht gebastelt, also können sie weg!"
"NEIN, und wenn ich die brauche?"
"Dann gehst Du an Neujahr rum und sammelst dir neue... die lagen hier zehn Jahre oder so herum und Du hast nicht mal an sie gedacht!"
Die wanderten dann eben in eine andere Ecke und sind jetzt schon wieder zugestellt.
Bei anderen Leuten sehe und kapiere ich das, bei mir selbst dauert es etwas länger. |
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Jinx Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 15:37 Titel: |
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... die wurden auch immer bei meiner Mutter aufgehoben - allerdings auch meistens im Frühjahr verwendet... Als Pflanzstäbe  |
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cjsonne Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 19:08 Titel: Re: Huschigs Gedankenmüll |
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[quote="Huschig"]Hallo ihr,
ich glaube, ich muss langsam mal einen Thread hier anfangen, weil ich merke, dass ich hier doch manchmal sehr abschweife...
Man weiß ja nie... vielleicht wird einem die Dose mit den 3 Millionen Brottütenclips irgendwann noch mal unschätzbare Dienste erweisen. Vielleicht findet man ja irgendwo einen hochdotierten Job als Brottütenzuclipserin - und muss sein Arbeitsmaterial selbst mitbringen.
Huhu Huschig, einfach genial dein Text. Habe mich in vielen Dingen erkannt. Z.B. Warum braucht Frau zwei Eierschneider ? Richtig, es könnte ja einer kaputt gehen. In den marmeladengläser finde ich meine Mutter wieder.Oder Bettwäsche mit normal Maaß? Meine Betten haben seit Jahren Übergröße. Nein, es könnte ja sein dass ich noch Zudecke und ein Bett passend zur Bettwäsche kaufe.
Aber jetzt noch etwas anderes. Zu dem Job als Brottütenclipserin.
Warum soll es den nicht geben?? Es gibt doch auch den
Zitronenfalter
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aschenputtel Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 20:22 Titel: |
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Übrigens wißt ihr eigentlich auch, dass man sehr gut die verschlissenen Zahnbürsten aufbewahren kann. Denn bei meinem Haushalt sind es ja auch immer nur sechs Stück alle zwei Monate.
Man braucht die nämlich um Ohrringe sauber zu machen, Platinen und Fugenritzen zu reinigen, oder zum Maßnehmen wenn man den selben Abstand an zwei verschiedenen Stellen braucht. Es ist doch so schwierig die dann mal wegzuschmeissen, denn genau in dem Moment brauchst du dann eine irgendwozu. Dass man ja dann in ein paar Wochen wieder sechs dazubekommt ist doch praktisch, denn irgendwann kann man ja damit eine hübsche Wanddeko im Badezimmer basteln.
Euer Aschenputtel |
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emily.erdbeer Gast
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Verfasst am: 13.03.2009, 21:12 Titel: Collage aus Müll |
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| aschenputtel hat folgendes geschrieben: | | Übrigens wißt ihr eigentlich auch, dass man sehr gut die verschlissenen Zahnbürsten aufbewahren kann. |
Aber natürlich braucht man die
Die benutze ich zum Schuhe putzen oder sagen wir lieber um den Dreck aus den Rillen zu holen.
Aber mal Butter bei de Fische ... Wann habe ich die eigentlich mal benutzt
Aber das macht ja nichts! Wie Aschenputtel schon vortrefflich bemerkt hat kann man damit, wenn einem nichts aber auch gar nichts einfallen will, eine Collage gestalten
Deswegen habe ich im Keller noch mehr von den alten Stielen von den Zahnbürsten aufgehoben.
Ich glaube da ist noch ein V drauf. Kennt Ihr die? Diese Marke muss uralt sein! Die gibt es gar nicht mehr zu kaufen..
Irgendwann werden die Leute mir meine Collage aus den Händen reißen weil sie so wertvoll ist durch den Zahnbürsten Stiel und durch die ganzen anderen Sachen, die ich darin einarbeite
Genau aus dem selben Grund habe ich noch die Spielsteine von dem alten Mensch - Ärger - Dich - Nicht Spiel aufgehoben.
Außerdem werde ich bestimmt mal jemanden finden, der genau diesen Spielstein braucht... Sonst kann er nicht weiter spielen und sein Sohn ist ganz traurig und fängt an zu weinen
Dann kann ICH sagen: "Hier hast Du einen neuen, blauen Spielstein für Dein Mensch - Ärger - Dich - Nicht Spiel!"
Die Menschheit wird mir ewig Dankbar sein
Blöd wird es nur, wenn er den gelben Spielstein haben will... Den habe ich nämlich noch nicht!
Aber damit nicht genug: Wenn mal eine Billardkugel fehlen sollte oder ein kleiner, weißer Ball für ein Kicker - Spiel...
Kein Problem! Man muss nur zu Emely in den Keller gehen.
Dort findet sich alles --> Emely der Retter in der Not!
Egal ob ein Stück Kabel, ein Stückchen Schnur, eine Lüsterklemme, ein Druckknopf oder ein goldener Knopf... Emely hat alles!
Es gibt wirklich wenige Dinge, die ich nicht habe!
Doch, die gibt es:
EINEN SCHRANK - WO ICH ALLES REIN TUN KANN !!! |
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