Schlumpfhausen Dunkles, Schreibwerkstatt und mehr
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Chilimaera Administrator

Anmeldungsdatum: 29.07.2004 Beiträge: 66 Wohnort: Schlumpfhausen
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Verfasst am: 25.08.2004, 14:49 Titel: Lieblingsgedichte |
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Was ist Euer Lieblingsgedicht? Seit wann? Und warum? _________________ Onanie ist die Liebe an und für sich. |
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Verfasst am: 25.08.2004, 14:49 Titel: Anzeige |
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Chilimaera Administrator

Anmeldungsdatum: 29.07.2004 Beiträge: 66 Wohnort: Schlumpfhausen
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Verfasst am: 25.08.2004, 14:52 Titel: Selige Sehnsucht |
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Selige Sehnsucht
Johann Wolfgang von Goethe
Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend'ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt dich fremde Fühlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du, Schmetterling, verbrannt.
Und solang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
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(Schwarzer Schatten ist über dem Staub
der Geliebten Gefährte;
ich machte mich zum Staube,
aber der Schatten ging über mich hin.
Sollt ich nicht ein Gleichnis brauchen,
wie es mir beliebt?
da uns Gott des Lebens Gleichnis
in der Mücke gibt?
Sollt ich nicht ein Gleichnis brauchen,
wie es mir beliebt,
da mir Gott in Liebchens Augen
sich im Gleichnis liebt?
Tut ein Schilf sich doch hervor,
Welten zu versüßen!
Möge meinem Schreibe-Rohr
Liebliches entfließen!) _________________ Onanie ist die Liebe an und für sich. |
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Tron Gast
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Verfasst am: 19.12.2008, 19:27 Titel: Re: Lieblingsgedichte |
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| Chilimaera hat folgendes geschrieben: | | Was ist Euer Lieblingsgedicht? Seit wann? Und warum? |
Prometheus
Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöh'n!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen steh'n,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.
Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn' als euch Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.
Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?
Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?
Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?
Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!
Das erzähle ich Dir irgendwann, wenn es soweit ist, Gwen ... |
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