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Geschichten aus dem Leben Teil 3- Last of the wilds


 
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Arabergestüt Al-Bahid - Forum Foren-Übersicht -> Claire
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Claire



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 26.11.2006
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BeitragVerfasst am: 21.11.2007, 12:00
BeitragTitel: Geschichten aus dem Leben Teil 3- Last of the wilds
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So, mal wieder was Neues aus meiner Feder... oder Tastatur???... das Ganze ist mir einfach so spontan eingefallen, als ich Sonntag nachmittags „Last of the Wilds“ von Nightwish gehört habe. Ein wunderschönes Lied (da Instrumental und folglich nicht durch das bestenfalls mittelmäßige Stimmchen der neuen Sängerin verunstaltet^^), ist nur zu empfehlen...
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BeitragVerfasst am: 21.11.2007, 12:00
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Claire



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 26.11.2006
Beiträge: 292
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 21.11.2007, 12:03
BeitragTitel:
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Ein kalter Wind fegte über die nur noch spärlich mit Gras bewachsene Weide hinweg und peitschte die verbliebenen Halme erbarmungslos hin und her. Mit spielerischer Leichtigkeit ließ er die kahlen Äste der Bäume am Rand der ausgedehnten Koppel tanzen und war dabei so laut, dass er mein gesamtes Gehörfeld auszufüllen schien. Doch da war noch ein anderes Geräusch... und das konnte nicht einmal der eisige Novemberwind übertönen. Ein Lächeln huschte über mein Gesicht, dass ich tief in der wärmenden Kapuze meiner Jacke verborgen hatte. Das monotone Trommeln der Hufe wurde lauter und lauter, bis man es klar in die einzelnen Galoppsprünge verschiedener Pferde unterteilen konnte. Und plötzlich jagten sie die ganze Länge des weißen Holzgatters entlang. Nur wenige Schritte von mir entfernt. Vorneweg stürmte ein noch sehr junger, extrem schlank gebauter Fuchshengst. Seine helle Mähne wehte majestätisch wie ein Banner um seinen Hals. Er flog mehr als dass er rannte. Seine Augen blitzten vor Wildheit und der unbändigen Freude am Laufen. Seine Schönheit raubte einem wirklich den Atem. Kein Zweifel, hier tobte der zukünftige Stern am Rennbahnhimmel mit seinen Stallgenossen über die Weide. Gold Heaven. Das Einzige, was mich an meinem blutroten Neuzugang etwas traurig stimmte, war seine vollkommene Unabhängigkeit von jedermann. Er gehörte offenbar zu den wenigen Arabern, die keine Bezugsperson brauchten. Leistung brachte er für jeden, und gehorchen tat er niemandem. So einfach war das mit ihm...
Dagegen war der zweite Neuling meines Rennstalls ein sprichwörtlicher Ausbund an Anhänglichkeit und Treue. Obwohl ich Be A Champion erst vor relativ kurzer Zeit erstanden hatte, dankte mir der vierjährige Rapphengst jede Aufmerksamkeit und hatte sich schon jetzt zu einem äußerst zuverlässigen Freund entwickelt.
Er lag nur eine halbe Länge hinter Gold Heaven zurück. Sein muskulöser Körperbau ließ den Zweijährigen neben ihm geradezu zerbrechlich und winzig erscheinen. Champion war – kurz zusammengefasst - ein nachtschwarzer Riese von einem Araber. Seine Mutter Dark war genauso wenig wie wiederum ihre Mutter No Limit klein geraten, aber ich konnte mich an keinen auf Al Bahid gezogenen reinblütigen Hengst erinnern, der eine solche mächtige Statur gehabt hätte. Seine Nüstern bebten vor Aufregung, während er Gold Heavens Vorsprung immer mehr verringerte. Dicht hinter ihm liefen, dicht gedrängt, Mahir und Shout. Zwischen den beiden hatte sich in letzter Zeit eine rührende Hassliebe entwickelt. Waren sie allein miteinander, keiften sie sich mit Begeisterung an. Kam aber ein dritter Hengst hinzu, machten der schlanke Dunkelbraune und der deutlich größere Graue sofort gemeinschaftlich Front gegen ihn. Ich hatte es inzwischen aufgegeben, die komplizierten psychologischen Strukturen meiner Rennpferde bis ins letzte Detail zu ergründen. Es waren halt einfach auch nur Menschen...
Gold Heaven und Champion kämpften nach wie vor um die Pole Position. Die beiden lagen nun schon fast Kopf an Kopf und kamen immer mehr aus der Puste, doch keiner wollte klein beigeben. Ich musste leise schmunzeln, als plötzlich ein schwarzer Schatten im Tiefflug hinter dem schnaubenden Pulk meiner übereifrigen Youngstars auftauchte. Ohne dass sie überhaupt den Hauch einer Chance hatten, sich seiner Anwesenheit richtig bewusst zu werden, hatte Salza sie auch schon eingeholt und legte dann noch einmal richtig an Tempo zu. Gold Heaven und Champion schauten äußerst verblüfft drein, als sie anstatt um Platz 1 plötzlich nur noch um Platz 2 liefen. Auch wenn er mit seinen 8 Jahren der Älteste von ihnen sein mochte, war Salza nach wie vor nicht zu schlagen. Ich fragte mich Saison und Saison, wann seine Schnelligkeit einmal nachlassen würde, wann ich ihn schweren Herzens aus dem Rennsport nehmen würde müssen und auf seinen Rententeil als Zuchthengst schicken. Doch bislang gab es zum Glück noch keinerlei Anzeichen dafür. Im Gegenteil unterbot er seine eigenen Rekorde immer wieder und schien sich nicht darum zu kümmern, dass er das Durchschnittalter eines aktiven Rennpferdes schon längst überschritten hatte. Die meisten seiner Konkurrenten waren bei offiziellen Veranstaltungen gerade einmal halb so alt wie er selber. Aber Salza war eben in jeder Beziehung ein ungewöhnlicher Araber. Allein schon wegen seines Behangs, der sich an den Spitzen von einem tiefen Rot in ein makelloses Weiß verwandelte. Bislang hatte allerdings – leider, leider, leider! – keiner seiner Nachkommen diese ungewöhnliche Farbkombination geerbt. Einzig bei seinem Töchterchen Sabiih Al Bayaad hatten sich die Anlagen für die rötliche Mähne durchgesetzt.
Wie gebannt verfolgte ich jede einzelne seiner fließenden, kraftvollen Bewegungen. Er strahlte eine unglaubliche Lebensfreude aus, eine Energie, die nahezu schon greifbar wirkte. Wenn er für etwas geboren war, dann um zu laufen. Die klassische Dressur lag ihm seit jeher nur ansatzweise und aus Springen machte er sich gar nichts. Distanzen lief er eher mir zuliebe denn aus eigenem Antrieb.
Ich erinnerte mich noch nach all den Jahren zu gut an den Augenblick, als ich Salza das erste Mal gesehen hatte. Von Anfang an hatte dieser Hengst eine enorme Faszination auf mich ausgeübt, und ich hatte Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um ihn den Besitzerinnen des Gestüts Di Montezemolo abzukaufen. Das lag nun etwas mehr als drei Jahre zurück... in der Zwischenzeit hatten bereits seine Nachkommen damit begonnen, die Rennbahn mit großem Erfolg zu erobern. Allen voran der bildhübsche Samyul Al Asar, den Bibs gezogen hatte. Daybreak’s Conchita war gerade noch in der Einreitphase, machte sich aber hervorragend. Und in spätestens einem halben Jahr würde auch Sabiihchen ihr erstes Rennen laufen. Mir wurde manchmal geradezu schwindlig, wenn ich an das ungeheuere Potential dachte, dass noch in meiner vielköpfigen Herde steckte. Aaliyah, Narushko, Shirin Shitana, Shadow Song, Pacific, True Integrity- sie alle hatten eine glänzende Zukunft im ganz großen Rennsport vor sich. Und meine süße Summernight Dream hatte sich von einem verspielten, anhänglichen Jungpferd bereits zur bislang ungeschlagenen Wettkämpferin gemausert. Bei vier wichtigen Rennen war sie immerhin schon angetreten, und alle vier hatte sie mit Bravour gewonnen. Es gab nur wenige Vierjährige, die auf eine derartige Karriere zurückblicken konnten, ohne jede Niederlage...

Völlig k.o. gaben die Hengste schließlich ihr wildes Spiel wie auf ein verabredetes Kommando auf. Salza umrundete die Jüngeren noch einmal mit stolz erhobenem Kopf, bevor er plötzlich die Ohren spitzte und meine Wenigkeit am Koppeltor erblickte. Nur Augenblicke später war ich von einer Traube aus hungrigen Pferden umlagert, die alle zuerst gestreichelt und gefüttert werden wollten. Meine beiden Arme waren entschieden zu wenig, um dem enormen Andrang entgegenzuwirken. Wie immer schien einer die anderen an Eifersucht haushoch übertreffen zu wollen, typisch Hengste eben... Ich hatte mich im Vorfeld mit einer großen Tasche Fallobst bewaffnet, deren fruchtiger Inhalt reißenden Anklang fand. Während ich Mahir und Co. beim zufriedenen Kauen zusah, musste ich mir wieder einmal selbst eingestehen, wie gut ich es doch hatte. Wie schön wir Mädels es überhaupt auf Al Bahid hatten. Jede von uns hatte hier die Möglichkeit bekommen, ihren Traum zu leben und wahrscheinlich schon viel, viel mehr verwirklicht, als sie ursprünglich einmal zu hoffen gewagt hatte. Ich musste unwillkürlich grinsen, wenn ich an meine Zeiten auf der TC’s Ranch dachte. Wie stolz ich damals gewesen war, als ich endlich genug Geld zusammengeklaubt hatte, um mir meinen kleinen Burny kaufen zu können. Nebenbei hatte ich eines der Verkaufspferde betreut und weiter ausgebildet, um mir die Stallmiete leisten zu können. Und dieses Pferd war niemand anders als Orlando gewesen, der jetzt auch mir gehörte... neben 24 anderen, wunderbaren Tieren. Hätte ich mir damals auch nur träumen lassen, eines Tages selbst Vollblüter zu züchten, einen eigenen Rennstall zu besitzen und mit meinen Vierbeinern auf Turnieren in den obersten Klassen zu starten? Wohl eher nicht...
Bibs hatte fast genauso Bescheiden angefangen wie ich. Nämlich mit ihrem Liebling Cry und Nabil, damals erst süße zweieinhalb Jahre alt. Wir hatten die Kleine gemeinsam eingeritten und trainiert. Irgendwann waren dann auch Gina mit Amir und Ohio sowie Kathi mit Mandal und Mathsu zu uns gestoßen... Die genau wie wir ihren anfangs noch bescheidenen Pferdestand mehr als verzehnfachen sollten. Verrückt war das Leben...
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Anna
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BeitragVerfasst am: 21.11.2007, 15:45
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Schööööööööön
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Bibs



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BeitragVerfasst am: 21.11.2007, 19:47
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oh gott ist das schön! und das lied das ich grad dazu gehört hab passt wie die faust aufs auge---wild horses Smilie danke für diesen genialen bericht!!!
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Anna
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BeitragVerfasst am: 22.11.2007, 16:42
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*gg* Bin ja nicht so wirklich der Natasha Bedingfield fan, abe rich lass e sgrad mal laden und hörs mir dann an, vielleicht gefällts mir ja doch Winken
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Bibs



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BeitragVerfasst am: 22.11.2007, 19:04
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hmm also ich finds toll *schmacht* bin aber auch grad verliebt also unzurechnungsfähig Smilie
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Anna
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BeitragVerfasst am: 22.11.2007, 22:11
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*lol* Ja mei, ein Lied für schöne TAge, d asist eifnach durch und durch schön
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Bibs



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BeitragVerfasst am: 23.11.2007, 18:40
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ja gell? und es passt soo zu diesem beri Smilie
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