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Houw, Friede sei mit Dir!


 
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Phoebe



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2007
Beiträge: 72
Wohnort: Brachbach (nähe Siegen)

BeitragVerfasst am: 29.04.2007, 17:41
BeitragTitel: Houw, Friede sei mit Dir!
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Oh mein Gott, schlechtes Gewissen war gar nichts gegen das was mich an diesem Morgen plagte. Als ich mich in mein Auto setzte und den Zündschlüssel drehte. Gott sei Dank, entdeckte kein Polizist mein Auto, denn wir waren übelst überhalb der höchstgeschwindigkeit. Durch die starke Beschleunigung in der Hofeinfahrt wurde der Kies nur so in die Luft geschleudert. Ich machte mir solche Vorwürfe, dass ich meine Lieblinge so lange nicht besucht hatte. Ich stelllte mein Auto im Schatten der großen Buche auf dem Parkplatz ab und eilte auf die Hengstkoppel, die hinter der Reithalle lag. Gott sei Dank hatte ich hier gute Freunde, die sich während meiner Abwesenheit hin und wieder meine Pferde zur Brust genommen haben. So sah auch Fire, der auch bei der brechenden Hitze über die Koppel trabte sehr gesund, frisch und munter aus. Danke Bibs, dachte ich nur, während ich zum Himmel schaute und das Koppelgatter öffnete. Als ich langsam auf den hübschen Hengst zuging und ihn das Halfter anlegte, begrüßte er mich sogar mit einem kleinen Wiehern. Was von ihm aus, ja schon fast eine Ehre war. Ich schlang meine Arme um den Hals des Fuchsenen Hengstes, er schnaubte und hielt ganz still.
"Braver Junge, hat man dich gut versorgt'?", fragte ich Fire während ich seinen Kopf zwischen meinen Händen festhielt und ihm in die Augen sah. Ich fummelte an seiner schwitzigen Mähne herum und freute mich schon riesig auf unseren bevorstehenden Ausritt. Hibbelig tänzelte Fire hinter mir her, während ich ihn durch das Koppelgatter auf den Hof führte begegnete ich Bibs. Ein guter Zeitpunkt um mich endlich zu bedanken, und das tat ich auch flugs. Sie trabte mit ihrer Stute Falih al Shena gerade über den Hof und lobte sie ausgiebig. "Hey Bibs, na, da bin ich wieder. Noch mal vielen Dank für das Kümmern um Fire! Tausend Dank!" "Kein Ding!", kam die Antwort von Bibs,"hab ich gerne gemacht, aber jetzt bist du wieder da, gelle!" Ich nickte und schwor. Rechte Hand auf s Herz, die Andere in die Luft. Sie winkte mir nach, als sie ihre Stute in den Stall manövrierte und ich Fire an einem Anbindering festband.
Nun galten die nächsten 40 Minuten nur Fire und der Säuberung seines von Schmutz und Schweiß verklebten Fells. Er genoß das sichtlich und kriegte sich auch langsam wieder ein. Doch als die Putz-Prozedur ZU lange dauerte, fing Fire wieder an flippig zu werden. Von seiner Hektik angesteckt, hastete ich in die Sattelkammer und schleppte den Westernsattel von Fire heran, legte anschließend sein Pad auf den Rücken und zog den Sattelgurt wenig später fest. Exeptional Fire begann wie ein adrenalin gedoptes Lämmchen auf und ab zu springen und machte es mir kaum möglich ihm seine Wassertrense mit Westernzaum anzulegen. Doch endlich war´s geschafft. Fire lief eine Volte von 1m Meter Durchmesser wie ein Karusellpferdchen. Oh mein Gott, einen hochroten Kopf, zwei kaputte Zehen und einige fluchende Worte später saß ich schnaufend auf dem mit dem Huf im Boden scharrenden Fire und angelte nach den Zügeln. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn und richtete mich auf. Fire hob den Kopf und begann wieder wie eine Ballerina durch die Gegend zu tänzeln. Endlich verließen wir im Schrab (Mischung zwischen Schritt und Trab, allerdings heute mehr Trab') den Hof in Richtung Wiesen. Doch schon nach ein paar Minuten wurde es Fire zu bunt. Er riss den Kofp hoch und verbiss sich in das Gebiss. Jetzt half kein Reden mehr. Ich spührte wie sich der Hengst verkampte und sich ganz lang streckte. Ich gabs auf, ich schmiegte mich an den Körper des Tieres und ließ ich voll Äste, die sich ihm in den Weg legten. Schnaubend zeigte der Hengst mit voller Leidenschafft, was in ihm steckte. Er raste über die Wiesen Al Bahids und schlug dann den Weg Richtung Strand ein, wo er mit einem gewaltigen Satz in den weichen Sand setzte. Jetzt langsam nahm ich die zügel wieder auf und verlangsamte seine Galoppsprünge. Fire neigte den Kopf und beruhigte sich langsam wieder. Man konnte regelrecht spühren wie es für dem Hengst eine Freude war, einmal richtig Gas geben. Ich klopftte ihm den Hals und verschte ihn langsam zurück zu bekommen. Endlich! Fire warf freudig den Kopf hoch und wieherte ausgelassen, während er über den weichen Sandstrand trabte. Huch, mir rutschte das Herz in die Hose. Ein seltenes Goldkehlchen huschte im Tiefflug am Kopf des Hengstes vorbei. Er zuckte zusammen und machte einen Hüpfer zur seite, der mich fast den sicheren Sitz auf Fire kostete. Ich ließ die Zügel fallen und den Hengst in einen gemächlichen Schritt fallen. Langsam aber sicher kehrten wir in den Waldweg zurück und dort, im Schatten, legte ich entspannt den
Kopf in den Nacken und schloss die Augen, während der Hengst in seinem gewohnt zackigen Rhythmus den Weg entlangschritt. Auf dem Weg Richtung Hof. Gut eine Stunde hatte unser Exkurs in den Busch gedauert. Als ich wieder das gewohnte Klappern auf dem Asphaltierten Hofboden hörte, sah ich auch schon rechts von mir auf einer großen Wiese sah ich Farasha, meine weiße Göttin, und ihr Fohlen Ferdous. Die kleine war mächtig gewachsen und erreichte jetzt fast die sattliche Größe eines ponys. Sie sah sehr gut aus. Munter und aufgeweckt stolzierte sie mit ihren Gleichaltrigen umher. Bald war das Absetzen dran, auf das ich mich schon seelisch vorbereitete. Doch jetzt konnte die kleine noch das unbeschwerte Leben genießen. Ich stieg am Koppelgatter ab und rief Farasha zu mir. Meine kleine Goldstute trabte fröhlich wiehernd auf mich zu und drückte mir ihren Kopf gegen die Schulter, während Fire, den ich am lockeren Zügel hielt, von dem frischen Weidegras naschte. Ich tätschelte Farasha auf den Hals und gab ihr einen Kuss auf die Weichen Nüstern, dann machte ich mich auf den Weg in den Stall und nahm Fire den schweren Sattel und sein Zaumzeug ab, bevor ich ihm die Beine abspritzte und ihn auf die Koppel warf. Ich schloss das quietschende Gatter und machte ich dann pfeiffend auf den Weg zu meinem neuesten Liebling.

Mein erstes Gewinnpferd hier auf Al Bahid, und dann noch eines aus einer so erlesenen Zucht. Mahal Nazar heißt der hübsche Scheck-Hengst, den ich seit kurzem mein Eigen nennen durfte. Ein wunderbarer schicker Junghengst von 3 Jahren. Viele sagen mir nach das ich eine besondere Schwäche für Schecken habe. *lach* Ja, es stimmt schon. Ein Fabel. Aber gute, daran dachte ich jetzt nicht. Ich schlenderte über die nicht eingezäumten Wiesen des Gestütes zu einer weiter abgelegenen Weide. Denn dort stand mein Liebling und rupfte einige Grashalme aus dem Boden. Der Hengst hob neugierig den Kopf und musterte mich schon aus der Entfernung und spielte mit den Ohren. Ich beobachtete ihn ebenfalls. Eine imposante Erscheinung, sehr feingliedrig und doch eine sehr gut ausgeprägte Muskulatur. Eine kräftige Oberlinie, ein gut angesetzter Hals, eine gut bemuskelte Hinterhand. Viel Ausdruck in den Gängen. Ein sehr schickes Pferd, perfekt für ein herrausragendes Turnierpferd. Ich schob mich durch ein Koppelgatter und tappte vorsichtig auf den Junghengst zu. Etwas irritiert aber nicht ängstlich stand er da und senkte hin und wieder den Kopf. Bis auf einige Meter trat ich auf ihn zu, bevor er mit dem Huf am Boden scharrte. Ich streckte die Hand aus und ließ ihn an ihr schnuppern. Der schicke Schecke schnaubte freundlich und ließ sich von mir wenig später das Halfter anlegen, womit ich ihn langsam von der Koppel führte. Ich schritt über das Hofgelände, und band ihn am Hoftor fest. Dann packte ich die Putzutensilien aus und begann den Hengst ausgiebig zu putzen. Natürlich musste der Hengst sich erst an mich gewöhnen und ich mich an ihn, deshalb zuckte er noch bei der ein oder anderen Stelle zusammen, kizeliger Weise. Er schlug mit dem Schweif und beobachtete kritisch meine Bewegungen, doch schon bald hatte ich den gröbsten Schmutz entfernt und auch die Weißen Stellen des Fells waren wieder so wie sie einmal waren. Weiß! Ich beschloss erst einmal das zu tun was ich mit neuen Pferden immer Tat, das Join-Up. Nach Monty Roberts. Ich löste den Knoten und der Hengst folgte mir willig zum Round Pen wo ich ihm das halfter abnahm. Er machte einige kurze Bocksprünge und schlug aus wie ein Gemsbock. Ich trat auf den Boden blickend in die Mitte des Pens und legte mir ein Meterlanges Seil über die Schulter. Mahal blieb mal stehen, drehte sich während eines Galoppsprungs herum und vollführte wahre Kunstmanöver. Dann sah ich mit festem Blick auf seine Hinterhand und warf das Seil einige Zentimeter hinter den Hengst. Er reagierte sehr gut, er begann ruhig im Kreis zu traben und warf erst immer wieder den Kopf in den ‚Nacken, doch beruhigte sich dann wieder und ließ den Kopf bis auf wenige Meter über den Boden sinken. Nach einigen Minuten bot er sich an. Er kaute mit dem Maul und drehte das innere Ohr in meine Richtung. Dann hohlte ich das Seil wieder zurück und drehte mich mit der eingedrehten schulter um. Ich winkelte meinen Arm an und lud den Hengst ein mir zu folgen. Auch was jetzt geschah bewieß, das Mahal völlig klar im Kopf war. Er folgte mir mit gesenktem Kopf. Blieb immer wieder ruhig an meiner Seite, so dass auch die lauten Geräusche, durch einen Mähdrescher, ihm nichts ausmachten. Ohne ihm in die Augen zu schauen rieb ich ihm die Stirn und halfterte ihn wenig später wieder an, bevor ich ihm einen guten Dressursattel auflegte. Ich stellte die Steigbügel ein und zog mich vorsichtig in den Sattel und richtete mich auf. Mahal blieb ruhig stehen, schlug mit dem Schweif und blickte mit erhobenem Kopf nach vorne.Ich streichelte ihn und flüsterte ihm beruhigende Worte ins Ohr, doch das war gar nicht nötig. Er war die ‚Ruhe selbst. Ich ritt durch das Gatter, über den Hof, auf den Reitplatz. Dort war keiner zu sehen, wir hatten den Platz für uns alleine. Ich schloss das Gatter vom Pferderücken aus und ließ den Hengst dann die Bahn entlang schreiten, während ich meinen Pferdeschwanz neu band. Mahal wippte leicht mit dem Kopf und schlug aufgeregt mit dem Kopf. Mahal hatte bereits seine Ausbildung der Dressur E schon absolviert und so beschloss ich eine einfache Trainingseinheit zu machen. Ich nahm nach 10 Minuten die Zügel auf und trieb den Hengst an. Er war sehr feinfühlig, hatte eine gute Ausbildung genossen und auch auf Gewichtsverlagerung sprach er sehr gut an. Ohne Probleme ließ es sich auf ihm gut Leichttraben und auch aussitzen. Er blieb am lockeren Zügel noch sehr steif, doch für einen Junghengst war das nicht ungewöhnlich und mit dem Riegeln fang ich bestimmt nicht an. Nach 20 Minuten neigte er den Kopf minimal und das belohnte ich natürlich durch Nachgabe des Zügels. Ich lobte ihn ausgiebig und ließ ihn dannach noch etwas galoppieren. Oh, das war sehr ungewohnt, durch sein kleines Stockmaß und seines jungen Alters war der Galopp noch sehr hart und nicht wirklich gleichmäßig, doch daran würde ich noch feilen beschloss ich. Hin und wieder wechselten wir die Hand, doch dann brach ich das Training ab, ich wollte ihn nicht überfordern, schließlich kannten wir uns erst seit anderthalbstunden. Also ließ ich die Zügel fallen und parierte ihn durch in den Schritt. Ich lockerte den Gurt und sprang dann aus dem Sattel. Gut gelaunt fiehl ich ihm um den Hals und nahm ihm das Sattelzeug jetzt endgültig ab. Ich ließ ihn sich wälzen. Und das Götter – welch ein Bild. Er wollt sich gar nicht mehr vom Boden lösen und blieb noch ein Weilchen im sand liegen. „Na komm, mein Schatz!“, sagte ich lockend und zupfte an dem Strick, welchen ich gerade angebracht hatte um den Hengst in den Stall zu bringen. Dort in seiner frisch gemisteten Box machte er einen sehr wachen und gesunden Ausdruck. Er tapperte sofort zu seinem Futter, welches aus Müsli und vielen kleinen Leckereien bestand. Genüßlich mümmelte er das Futter leer, während ich sein sattelzeug in die sattelkammer brachte und ihm schmunzelnd hinter her sah.


Das nächste Hoppa, welches auf meiner Liste stand, war meine süße No no Never. Eine wunderschöne Pinto-Araber Stute. Sie hat einen sehr lieben und zugänglichen Charakter. Auch neulich auf einer Show hörte ich wieder von allen Seiten belobpudelungen und dass es eine Schande sei, eine so hübsche Stute mit einer solch guten Abstammung sollte regelmäßig ein Fohlen bekommen. Doch das war nicht das was ich mir wünschte für dieses talentierte Wesen. Sie sollte nicht nur das Zuchtobjekt sein, sondern ihr Leben genießen können. Ich setzte mich erstmal auf der Bank nieder, die vollen Blick auf die Stutenkoppel gab. Dort trabte meine süße Never gut gelaunt umher und zeigte scheinbar der ganzen Welt ihre tollen Gangarten. Doch als sie mich sah blieb sie stehen, hielt inne und schnaubte. Sie sah zu mir hinüber und wieherte freundlich. Ich stand auf und tapperte herunter zum Gatter der Weide. Never trabte mir entgegen und konnte es kaum erwarten endlich von mir von der Koppel gebracht zu werden. Ungeduldig tänzelte sie umher und rannte mich doch fast über den Haufen, bevor ich ihr das Halfter anlegen konnte. Ich klopfte ihr den warmen Hals und sagte:“Ja ja, mein Mädchen, ist doch gut. Komm wieder runter. Gleich gehen wir ein bisschen Trainineren.“ Ich führte sie hinter mir her zum Platz, wo bereits ein Putzkasten und die Westernausrüstung wartete. Ich zog mir meinen Westernhut auf und ließ den Führstrick los, der auf den Boden fiehl. Never war sehr anhänglich und menschenbezogen, sie blieb ganz ruhig und blickte mal nach rechts mal nach links und hatte scheinbar alles im Blick. Sorgsam putzte ich die schicke Scheckstute sauber und legte ihr dann den schweren neu gefetteten Sattel auf. Der Helle Sattel hob sich von dem dunkeln Rücken der Stute sehr gut ab. Und der hübsche helle Einohrzaum machte sich sehr gut. Dazu noch mein Westernoutfit. Mein Gott, man könnte uns für ein Vorzeigebild der Westernszene halten. Ich zog den Gurt fest und stieg dann ich den Sattel. Never hastete den Hufschlag entlang und tickte mit dem Kopf. Nach einigen Minuten begann ich zu traben. Auf dem Sattel war es sehr bequem. Und auch die Stute war ein geborenes Westernpferd. Ihr Trab war ruhig, federnd und doch sehr kraftvoll. Never schnaubte und begann schon nach den ersten Runden zu kauen. Ich setzte mich kerzengerade hin und lenkte die kleine Araberstute mit Gewichtshilfen über den Platz. Und da hatten wir auch schon Zuschauer. Melle, Kathi und Dani waren von einem gemeinsamen Ausritt wieder gekommen und kamen nun mit Cola und Fantagläsern auf uns zu:“Na, du Workaholic, bei der Hitze arbeitet man nicht!“, hörte ich von Dani. „Streber, Elender, du bist echt nicht normal. Willst du einen Schluck!?“, fragte Melle und hielt mir ihr Colaglas hin. Lachend hielt ich am gatter und griff nach dem erfrischenden Getränk. Das tat gut, mir lief der schweiß in strömen runter doch die Arbeit musste gemacht werden. „Danke, huff das war nötig, wollt ihr zusehen“, fragte ich und stütze mich auf das Sattelhorn. Kathi winkte ab und sagte spitz:“Dir doch nicht, du bis eine Null!“ Sie drehte sich weg und zwinkerte zurück. „Kleiner Scherz!“ Ich schmunzelte und sah den drei lachenden Mädels amüsiert nach. Kannste mal sehen, dachte ich die sind doch schwer ok! Ich klopfte Never den Hals und dann setzten wir unser Trail-Training fort. Neben der ganz normalen Gymnastizierung war auch ein bisschen Praxis dran. Einige Trail Elemente waren auf dem Platz aufgebaut und wurden von Never interessiert gemustert. Eine Brücke, ein L aus Stangen und eine Wippe. Ha, Never war das geborene Trail-Pferd und ihre Intelligenz ließ sie selbst die kniffeligsten Aufgaben lösen. Vorsichtig ließ sie sich von mir rückwärts durch das Stangen L führen. Stück für Stück tasteten ihre Hufe sich am boden entlang und auch die Kurve überstanden wir gut. Ohne einmal eine Stange anzuticken ging es zur Wippe. Da hatte Never hin und wieder ihre Problemchen und tastete sich auch hier milimeter für milimeter vor. Die Wippe neigte sich und langsam trat Never wieder herunter. Ich lobte sie, ließ die Zügel fallen und beendete das Training. Ich nahm auch ihr das komplette Sattelzeug ab, damit auch sie sich ordentlich wälzen konnte. Never scharrte im Boden mal hier mal da und ließ sich dann auf den Boden sinken um sich genüsslich zu wälzen. Ich zückte schon das Apfelstückchen, denn als Never sich wieder auf richten wollte ich hielt ich die Hand hoch und sagte „Sit Down!“ Das hatte ich der Stute mal angewöhnt, einige Zirkus lektionen hatte ich ihr beigebracht. Never setzte sich hin und reckte den Hals. Ihre Lippen tasteten nach dem Leckerlie und sogar im Sitzen schlug sie auf Kommando mit dem Vorderhuf. „Braves Mädchen.“, sagte ich und trat ein stück zurück. Jetzt richtete sich die Stute auf und schüttelte sich. Sie sah recht wild aus, mit ihrer Strubbeligen Mähne und dem dreckigen Fell. Ich warf ihr den Führstrick über und führte sie vom Platz in den Stall. Die Sonne hatte mittlerweile einiges an Kraft eingebüsst. Sie brannte nicht mehr so heiß wie vorhin. Never, in ihrer Box angekommen, machte sich über das Kraftfutter her und beachtete meine kläglichen Putzversuche gar nicht mehr. Ich schob ihr noch ein Möhrchen zwischen die zähne und brachte dann ihr Sattelzeug in die Kammer, nicht ohne es vorher noch zu säubern. Dann eilte ich schnellen schrittes ins Reiterstübchen um mir ein großes Spezi mit Eis zu bestellen. Damit kam ich erstmal wieder zu kräften. Ich blickte auf mein Handy, dort fand ich eine SMS vor. „HEY PHOEBE ICH BRINGE DIR NACHHER DEINE HUNDE VORBEI, UM 18 UHR AUF AL BAHID. LG TONI“ ich schmunzelte und freute mich natürlich riesig auf meine neuen Errungenschaften. Zwei Hunde vom Gestüt Aventura. Ich trank die letzten Schlücke aus dem Glas leer und machte mich dann auf den Weg zu meinen nächsten Pferden.


Talima wartete schon sehnsüchtigst. Sie schielte neugierig aus ihrem Paddock heraus und begrüßte mich mit einem freundlichen hellen Wiehern. Ich trat auf sie zu und begrüßte sie mit netten Worten. „Hey Mein Mausi, heute habe ich einige Attentate auf dich vor. Ha ha!“, schmulte ich der Stute entgegen. Die schien schon zu wissen was ihr blühte, denn sie spielte etwas irritiert mit den Ohren, als ich ihr das Halfter anlegte und sie auf die Stallgasse führte. Dort band ich sie fest und nach der Putzorgie legte ich ihr den Longiergurt und den Leder-Kappzaum an. Talima war ein Energiebündel durch und durch, der die Arbeit an der Longe einfach zu langweilig war. Und auch jetzt als ich mit der Longierausrüstung anrückte schwante ihr nichts Gutes. Warum auch? Für Talima war das die Hölle auf Erden. Ich klickte einen Führstrick in den Kappzaum und führte Talima dann Richtung Reithalle. Die gute Laune der Stute spührte man von weitem. Sie stänkerte die ganze Zeit herum, schlug mit dem Schweif und warf den Kopf in den Nacken. Entnervt zupfte ich an dem Kappzaum herum und redete auf Talima ein. Doch das half nichts. Ich klinkte die Longe ein und schickte sie mit der Peitsche in den Zirkel. Sie schritt zwar frei au, doch ihre Laune besserte sich nicht wirklich. Auch nach einigen Trabrunden konnte die hübsche Stute es natürlich nicht lassen ihr Temperament zu zeigen. Sie stellte mich auf eine richtige Kraftprobe und versuchte immer wieder sich dem Zirkel zu entziehen. An der Longe kannte Talima keinen Freund und keinen Feind. Schlimm genug, deshalb drückte ich mich auch immer um das Longiertraining, doch es half nichts das muss auch sein. Hinterhand, Muskulatur und dergleichen mehr. Nach 20 Minuten brach ich das Training ab, mir fehlte die Kraft und die Nerven um mich weiter mit Talima herumzuplagen. Ich stoppte sie und nahm ihr das Longierzeug ab. Währendessen fluchte ich äußerst unschön. „Jetzt hast du deinen Willen gekriegt, ach es ist ein Kreuz mit dir. Schlimm!“ Und noch vieles mehr. Dann ließ ich die Stute ohne alles frei laufen und schickte sie einige male durch die Halle. Rund über eine Halbe stunde, Trab, Galopp und schritt und handwechsel. Dannach war Talima zu ersten Mal richtig erledigt. Sie schnauft und schwitzte also ließ ich sie erstmal in Ruhe wieder klarkommen. Bald war sie schon wieder ganz normal. Sie beruhigte sich wieder und bald brachte ich sie wieder auf die Weide, wo sie ausgepowert sich erstmal wälzte.


geht bald weiter...
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"Das Leid brachte die stärksten Seelen hervor,
die allerstärksten Charaktere sind mit Narben übersät."

"Hat ein guter Mensch Schmerzen, sollten alle, die man "gut" nennen kann, mit ihm leiden!"

"Von allen Tieren ist der Mensch das einzige, das grausam ist. Kein anderes empfindet Vergnügen dabei, andere zu quälen!"
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BeitragVerfasst am: 29.04.2007, 17:41
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Ivy



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.04.2007
Beiträge: 0
Wohnort: Pfalz

BeitragVerfasst am: 29.04.2007, 19:15
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geniealer "Anfang"
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Gina



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 28.11.2006
Beiträge: 443
Wohnort: in der schönen Pfalz

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 12:11
BeitragTitel:
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Wow! Klasse Beri! Supi, neue Vierbeiner in unserer WG *gg*
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Bibs



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 29.11.2006
Beiträge: 676
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 12:56
BeitragTitel:
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wow super und schön das du dich mal wieder blicken lässt Smilie
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Foto made by Sven Grundmann
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smurfie*
Gast






BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 17:50
BeitragTitel:
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*zustimm*
und soooooooooooooo lange!!
respekt
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Anna
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 26.11.2006
Beiträge: 512
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 30.04.2007, 21:57
BeitragTitel:
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Ah, me gusta Smilie Super!!!
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Claire



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 26.11.2006
Beiträge: 292
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 01.05.2007, 18:02
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Y a mi me gusta muchissímo también! Sehr glücklich

Und noch ein Lob auf Russisch: xoroшo! (Wenn wir schon bei den Fremdpsrachen sind!
_________________
~ Mitten drin statt nur dabei ~
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