Segeljolle-Atlanta-Koralle alles rund um die Atlanta Koralle

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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 19.01.2015, 23:24 Titel: Polieren |
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So, hier will ich nun mal anfangen, meine Erfahrungen in Sachen Polieren zu teilen.
Eines vorweg: ich bin kein Lackdoktor, verdiene nichts an Provision, wenn ich auf bestimmte Firmen bzw. Einkaufsmöglichkeiten verweise.
Ich habe mich selber etwas ins Thema eingelesen und Erfahrungen in diesem Bereich nur mit meiner Koralle gemacht. Deshalb sind sie keineswegs vollständig, es gibt sicherlich noch Verbesserungsvorschläge oder auch andere Wege, um ans Ziel zu kommen. Aber dafür bin ich und sicherlich auch andere Personen hier im Forum sicherlich dankbar, wenn ihr sie hier postet.
Ich werde auch keine Haftung übernehmen, sollte jemand aufgrund meiner Beschreibung seine Koralle "durchpoliert" haben!!!
Also, ein paar Gedanken vorab:
bis jetzt habe ich jedes Jahr im Herbst das Deck meiner Koralle aufgrund einiger Macken im Lack an diesen Stellen ausgebessert, geschliffen und dann das ganze Deck neu lackiert. So sind inzwischen ca. 5 Klarlackschichten zustande gekommen.
In diesem Sommer kam noch hinzu, das mir beim Sturm ein Brett mit hervorstehendem Nagel auf mein Heck gefallen ist und ein ca. 5x 5 mm kleines Loch eingeschlagen hat. Da bestand nun wirklich Handlungsbedarf.
Vom Edelstahlpolieren hatte ich noch eine Polierscheibe, die aus ganz vielen Schichten Leinen zu einem runden, ca. 20cm großen Polierrad zusammengenäht wurde. Die lag jetzt mehrere Jahre im Keller, und dann hab ich sie auf die Flex geschraubt und mal probiert, damit zu polieren.
Ergebnis: ca.10.000 Umdrehungen waren "etwas" zu schnell, und der Leinenstoff auch viel zu hart. Bei der ersten Berührung des Polierrades war der Lack bis aufs blanke Holz weggeschrubbelt!
Also, das war´s dann wohl noch nicht. Jetzt doch wieder erstmal Stelle säubern, schleifen, Lackauftrag, schleifen, Lackauftrag, schleifen, Lackauftrag,............ ihr kennt das ja wohl.
Als dann der Lack wieder gleiches Niveau wie der Rest hatte, dann doch noch eine Schicht Klarlack über´s ganze Boot gejaucht. Ja, richtig, gejaucht. Denn erstens wollte ich wissen, ob ich es mit richtiger Vorarbeit und Polieren hinbekomme, zum anderen habe ich keine Lackierkabine, sondern nur ein Carport, welches an den Seiten so leidlich zu ist. Trotzdem zieht und pfeift es an allen Ecken und Kanten, von staubdicht keine Rede.
Und wenn es dann mal draußen windstill ist, das nicht so viel Staub herumwirbelt, und ich mal lackieren kann, kommt in diesem Winter, der ja keiner ist, mit Sicherheit kurz nach Lackierende eine Mücke/ Fliege/ Schnacke oder sonstiges Insektengetier angeflogen, um erstmal etliche Spuren in den Lack zu tapern. Meistens kann man dann am nächsten Morgen noch erkennen, wieviel cm sie noch zurücklegen könnte, bevor sich ihr Körper vor Erschöpfung auch noch in den frischen Lack gesenkt hat.
Mitleid mit dem armen Tierchen? Von wegen, ich könnte es in den A...... treten, das dösige!!!
Nun gut, irgendwann war das Tierchen tot, der Lack trocken und Mürriaden von Staubpartikeln im Lack eingeschlossen. Aber die Stellen, die nicht davon betroffen waren, glänzten wie neu! Stolz wie Bolle, aber immer mit der Erkenntnis, dass es halt unter diesen Umständen nicht besser gehen könnte. Und auch nicht mit dem nötigen Kleingeld, das Boot einfach zum Lackierer zu schieben und zu sagen: "mach mal!"
Aber in diesem Jahr sollte alles ganz anders werden! Ich hab mich etwas ins Thema Polieren eingelesen. Es gibt zwei unterschiedliche Arten an Poliermaschinen: die sog. Rota und die Excenter. Sie unterscheiden sich von der Arbeitsweise. Die Rota, oder auch Rotationsmaschine genannt, hat einen rotierenden Teller, wie bei einer Flex. Dadurch, dass sich der Teller dreht, kann es passieren, dass sie durch die Drehrichtung gerade noch immer nach links zog, doch durch leichtes Neigen des Tellers plötzlich unkontrolliert in irgendeine andere Richtung schnellt, und dort mit dem seitlichen Rand des Polier- oder Schleiftellers mal eben ein angrenzendes Bauteil lackmäßig ruiniert. So wird´s wenigsten nicht langweilig und man hat immer was zu tun. Aber das soll wohl auch immer noch erfahrenen Profipolierern passieren. Deshalb haben die auch oft einen erfahren und guten Lackierer in der Nähe, damit der Kunde garnicht merkt, dass da was neu lackiert wurde. Aber ich möchte hier niemandem was unterstellen!!!
Die Excentermaschine ist da schon genügsamer. Der Teller dreht sich langsamer, macht dabei aber winzige kleine Kreiselumdrehungen, halt eben wie ein Excenter. Diese Schleifspuren können sich aber manchmal auch ziemlich tief in den Lack arbeiten, und dann hat man auch viel Arbeit, um sie wieder heraus zu bekommen. Wofür man sich letzendlich entscheidet, ist jedem selbst überlassen. Ich werde hier auch keine Kaufberatung geben, welches Modell denn das richtige ist, die blaue Serie von Bosch oder Makita, oder doch die 60€ Baumarkt- China-Schrubbelmaschine. Allein dieses Thema füllt mehrere Autoschrauberforen, da muß ich kein neues mehr eröffnen.
Aber auf jeden Fall sollte die Drehzahl zu regulieren sein, dass ist spätestens beim Polieren sehr wichtig.
So, jetzt erst mal Heiabutzi machen, das heißt soviel wie Schlafen gehen.
Morgen geht´s dann weiter hier! |
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Verfasst am: 19.01.2015, 23:24 Titel: Anzeige |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 20.01.2015, 17:33 Titel: Polieren 2 |
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So, ich hab den Text oben nochmal etwas geändert, hatte mich wohl etwas unverständlich bezgl. der Arbeitsweise des Rotationsschleifers geäußert. Hoffe, dass das Problem beim Arbeiten mit dem Rotaschleifer jetzt verständlicher beschrieben ist.
Jetzt sollten eigentlich Bilder kommen, aber irgendwie läßt mein Rechner mich hängen. Damit ich den Text aber nicht nochmal tippen muß, wenn mein Rechner wieder läuft, wenigstens den schon mal. |
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Till
Anmeldungsdatum: 30.01.2014 Beiträge: 29 Wohnort: Lindau (Bodensee)
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Verfasst am: 20.01.2015, 22:47 Titel: |
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Guten Abend Armin,
aus der Welt des Schleifens kenne ich Alu-Abklebeband 0.5 mm, damit kannst Du eine saubere Trennlinie fahren. Das funktioniert sogar bei Metalloberflächenschliff.
Gute Nacht
Till |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 20.01.2015, 22:57 Titel: Polieren 3 |
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So, jetzt aber die Bilder:
Das ist ein normaler Excenterschleifer, Hobbyqualität, hab ich mal für 40€ im Baumarkt gekauft, erfüllt seine Aufgabe zu meiner vollen Zufriedenheit:
und ein Winkelschleifer, oder auch Flex genannt, mit Kletttelleraufsatz 150mm Durchmesser, Drehzahl ist regulierbar:
der Ruderkopf in bisherigem Lackierzustand, und schon wieder einer Macke im Lack:
Meine Bodenplatte vorm Schleifen. Glänzt auch, aber man erkennt an den spiegelnden Lampen, dass die Oberfläche ziemlich uneben ist:
Den 800er Schliff hab ich noch mit dem Excenterschleifer gemacht, die nachfolgenden Schleifpartien mit sog. Abralon- Schleifscheiben.
Die haben einen Schaumstoffträger und können auch nass geschliffen werden. Der Schaumstoff verzeiht auch leicht verkantetes Aufsetzen des Schleiftellers. Das ist seeeeeehr praktisch.
Übrigens ist für das Gesamtergebnis das Schleifen in den unterschiedlichen Körnungen das Entscheidende. Wie beim Lackieren auch, entscheidet die Qualität der Vorarbeit über das Ergebnis!
der erste Schliff mit 800K: Vertiefungen bleiben sichtbar und müßten eigentlich erstmal mit Lack aufgefüllt werden. Aber an der Bodenplatte ist mir das egal:
Und hier noch ein Bild, auf dem man die grob angeschliffenen Staubpartikel sehr gut erkennen kann:
nach dem Schliff mit 1000K:
nach 2000K:
die spiegelnde Lampe gewinnt a n Schärfe in ihren Konturen!
nach 4000K:
jetzt wird poliert:
und so sieht es danach aus:
Das läßt sich doch sehen, oder?
Ich hab übrigens die Polierpaste von 3M verwendet:
Jetzt ist die Bodenplatte so glatt, dass ich sicherlich so Anti- Rutschstreifen draufkleben muß. Weiß jemand, ob es die auch in transparent gibt?
Ach ja, wer es dann noch übertreiben will, poliert anschließend nochmal mit einer milderen Autopolitur.
Und natürlich nicht vergessen: der Lack ist ja nun in seiner Oberfläche "aufgerauht", deshalb anschließend noch schön mit Wachs oder Lackversiegelung drübergehen. Dafür gibt es dann diese Lammfellaufsätze, die ich mir aber auch noch kaufen muss!!!
Und für die, die es selber ausprobieren möchten, hier der Link zu dem Laden, in dem ich wirklich erstklassig beraten worden bin:
http://www.ps-lackcenter.de/
Ach ja, noch etwas: wer noch 1000er und 2000er Nassschleifpapier liegen hat, und meint, das ganze Prozedere auch mit der Hand vollführen zu wollenl:
vergesst es, ihr werdet nie ein annähernd gleiches Ergebnis mit der Hand erreichen! Ich weiß, wovon ich rede!!! Ich hab´s nämlich vorher auch manuell probiert!
Wenn ihr Fragen habt, schreibt mich gerne an. Wo ich helfen kann, will ich das gerne tun.
Und das ganze geht natürlich auch außen am Rumpf. Vielleicht werde ich ja dann auch wegen der besseren Strömungsgeschwindigkeit am Rumpf auch schneller??? Aber davon dann vielleicht bald mehr hier in diesem Forum!!!
Bis dahin,
Armin |
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Klaus

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.12.2006 Beiträge: 508 Wohnort: Ratingen
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 24.01.2015, 00:20 Titel: |
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Morgen gibt es noch Bilder bei Tageslicht vom Boot. Ist fotographisch eh immer schwierig, das so darzustellen, dass man was erkennen kann, aber ich werde es mal versuchen. Leider hab ich noch nicht raus, wie man hier kleine Filme hochladen kann, da könnte man es bestimmt besser sehen!
Danke an Klaus für die Links, aber ich hab noch etwas anderes gefunden. Habe dafür aber ein eigenes Thema eröffnet, damit das hier nicht wild durcheinander geht!
Armin |
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Gunter

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.01.2007 Beiträge: 161 Wohnort: Nähe Ammersee
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Verfasst am: 26.01.2015, 20:20 Titel: |
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Hallo amino64,
erstklassiger Bericht, vielen Dank.
Das werde ich bei meiner Koralle im Frühjahr auch probieren.
Thanks und Grüße
Gunter |
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Petit Chaos

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.01.2007 Beiträge: 789 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 26.01.2015, 21:19 Titel: |
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Armin, dein Bootslack war ein 1K
Wenn dies so ist, sollte mit dem Polieren/Schleifen Vorsicht geboten sein.
Die Oberflächenstruktur ist weicher/elastischer, verbrennt schneller beim polieren.
Also ich würde normalerweise kein 1K Lack polieren. Jetzt ist es sehr Kalt der Lack ist zusammengezogen und dehnt sich im Sommer bei direkter Sonnenbestrahlung aus.
Bei einen 2k Lack habe ich keine Bedenken, sofern der Lack ausgehärtet ist.
Die Schleifscheiben kannte ich bisher noch nicht, werde ich mal im KFZ-Bereich testen
Der Bericht ist Super, das Ergebnis auch, der Sommer wird zeigen _________________ In der Ruhe liegt die Kraft
Franko alias
"Petit Chaos" |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 27.01.2015, 00:23 Titel: |
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Ja, der Lack ist einkomponentig, Clou Boots/ Yachtlack aus dem Baumarkt.
Ich versuche ja immer, zu sparen, wo es geht. Nicht, weil mein Geldbeutel es nicht hergibt, sondern weil ich einfach Spass daran habe, zu annähernd gleich guten Ergebnissen zu kommen, ohne gleich mit dem dicken Geldbündel zu wedeln. Einfach so.
Und da ich in all den Jahren mit diesem Lack sehr zufrieden bin, würde ich ihn auch sofort wieder am nächsten Boot verwenden. Zumal die Verarbeitung ja auch sehr einfach ist. Gibt es einen Kratzer am Boot, pinsel ich zuhause einfach erstmal drüber, damit das Holz geschützt ist. Und jetzt brauch in dann nur noch ein wenig schleifen und polieren- Fertig! Aber da mag jeder für sich selbst herausfinden, was seinen Ansprüchen genügt. Und das ist ja auch absolut ok so.
Natürlich muss man an Kanten aufpassen, da ist man schnell durch mit dem Schleifer/ Polierer! Da ist aber auch beim Schleifen von Hand schon Vorsicht geboten!
Aber deshalb sollte die Poliermaschine auf jeden Fall drehzahlregelbar sein, damit der Lack beim Polieren nicht verbrennt. Immer schön mit der Hand fühlen, damit es nicht zu heiß wird, das ist klar. Sorry, wenn ich es vergessen hatte, zu schreiben!
Ich hoffe natürlich, dass mein Lack dann im Sommer noch genauso glänzt, wenn es wieder wärmer wird! Das wäre natürlich der Kracher, wenn er dann auf einmal schrumpelig wird, aber da ich von Natur aus Optimist bin, will ich da gar nicht dran denken!!!
Ach ja, Fotos bei Tageslicht konnte ich noch nicht machen, da es hier am Wochenende geschneit hat und ich in der Woche erst nach Hause komme, wenn es schon wieder dunkel ist! Aber sobald ich dazu komme, stell ich sie hier ein, versprochen!
Bis dahin,
Armin |
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Petit Chaos

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.01.2007 Beiträge: 789 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 27.01.2015, 08:51 Titel: |
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Ich habe mal eine Autotür mit Spraydose in Uni ( 1K) anlackiert und wollte dann in der bereits genannten Weise polieren. Habe das Auto zum Schluß zum Lackierer gefahren  _________________ In der Ruhe liegt die Kraft
Franko alias
"Petit Chaos" |
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