Segeljolle-Atlanta-Koralle alles rund um die Atlanta Koralle

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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 30.07.2011, 20:34 Titel: Koralle Bj.1962 Restaurationsbericht |
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Hallo zusammen,
es ist soweit: die von Jürgen hier im Forum verschenkte Koralle ist vom Steinhuder Meer zum Möhnesee umgezogen.
Nochmal ein Dankeschön an Jürgen und seine Familie für das Frühstück, den Kaffee und die netten Gespräche.
Jetzt ist sie allerdings erstmal bei mir im "Trockendock", und die notwendigen Arbeiten sind doch aufwändiger, als zuerst gedacht. Aber das ist nichts Neues, dass ist sicherlich den meisten von uns so gegangen.
Nach der Ankunft zuhause und einer ersten Bestandsaufnahme kam direkt die neue Bandschleifmaschine zum Einsatz, selbstredend noch in guter Hose und Hemd. Wofür umziehen, ich will doch nur mal kurz ausprobieren, wie es unter´m Lack (oder was davon noch übrig ist) aussieht.
Das sind die Reste der Bodenbretter:
Der Heckbereich im Auflösungszustand:
Der Grund für den Wassereintritt, blöderweise direkt unter dem Mastfuss (wo auch sonst!):
4 Stunden später bin ich erfreut, dass der Lack doch viel besser abgeht, als an meiner 63er Koralle. Die hatte ungefähr 10 Schichten mehr drauf.
Andererseits ist der Zustand doch schlimmer als erwartet. Jetzt erklärt sich auch der von Jürgen bereits erwähnte Wassereintritt. Am Unterboden hat sich eine der geklammerten Bodenplatten komplett von den Spanten gelöst, freie Durchsicht in den Himmel.
Die Hose ist jetzt auch geliefert, Knie durchgescheuert und total verstaubt. Meine Frau hat´s ja gewusst.
Während man so schleift und entlackt, ständig die nervigen Selbstzweifel: wofür tue ich das hier eigentlich? Hatte ich mir nicht geschworen, NIE wieder den Rumpf einer Koralle abzuschleifen? Das Holz wird nie wieder so schön, dass man es sichtbar lassen könnte. So ist die Koralle nicht gebaut. Vielleicht neues Furnier drüberziehen, oder doch spachteln und lackieren!? Oder das morsche Zeug doch komplett runter und neues Bootsbausperrholz draufgeklebt? Oje, bei den Knickspantern ist das Holz ja auch von innen zu sehen, dort also nochmal die gleiche Arbeit. Aber alles keine durchgehenden Flächen, nur Stückwerk. Du mußt bescheuert sein.
Ich werde auf jeden Fall erstmal nur die Backboardseite bearbeiten, dann habe ich immer einen schönen Vergleich. Dann kann ich immer sehen, wie es mal war, und wie toll es schon aussieht. Oder ich sehe immer, dass ich das gleiche nochmal vor mir habe. Ich Idiot! Die mitleidigen Blicke der Nachbarn, die mit ihrem Hund hier vorbeigehen, spüre ich im Nacken. Ich dreh mich nicht um, sonst komme ich nie weiter. "Oje, der Herr Klotz hat sich schon wieder Brennholz in Bootsform angeschafft! Der wird einfach nicht schlau!" höre ich die Leute förmlich tuscheln, wenn sie an unserer Einfahrt vorbeigehen. Recht haben sie!
Na ja, nach dem ersten Tag ist das Boot schon bestimmt 1 Kilo leichter.
Bald geht´s weiter.
Ihr werdet`s hier lesen können.
Bis dahin,
Armin |
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Verfasst am: 30.07.2011, 20:34 Titel: Anzeige |
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Andy K.

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.02.2007 Beiträge: 87 Wohnort: Mettmann
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Verfasst am: 30.07.2011, 22:30 Titel: |
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Ou Wei...
Wenn ich das so lese, bin ich dir irgendwie dankbar, dass du schneller beim Jürgen warst als ich!
Bei deinen Bildern sieht man die Schäden mehr als bei Jürgen
Also Armin halt die Ohren steif, wenn einer die Korallen wieder hinbekommt, dann bist DU das!
LG Andy _________________ Ordnung ist das halbe Leben, ich lebe in der anderen Hälfte! |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 31.07.2011, 21:13 Titel: 2. Tag |
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Hallo,
heute ist Sonntag, und damit steht Familie auf dem Programm.
Ein kleines bisschen hab ich aber doch noch gemacht: einen Rahmen gebaut, auf dem Boote gelagert werden können. Die Auflagen sind in der Neigung verstellbar, so kann das Boot vorwärt oder rückwärts "einparken".
Dann doch noch schnell das ganze Gestell mit Koralle unter die Decke gezogen, damit der Parkplatz für meine Koralle wieder frei wird. Und da sie schon mal da hängt, konnte man doch auch mal eben den restlichen losen Lack mit dem Spachtel entfernen. Natürlich wieder in der guten Hose, ist ja Sonntag. "Nur mal eben..."!
Dann das nächste Loch entdeckt:
Mir kommen doch langsam Zweifel, ob es nicht einfacher wäre, die Boden- und Seitenteile einfach rauszukloppen und neues Bootsbausperrholz draufzukleben. Ist zwar teurer, aber das Ergebniss wäre sicherlich besser und nicht so arbeitsintensiv. Und dann könnte man auch direkt das Holz lackieren und sichtbar lassen. Ist dann aber nicht mehr original. Nach dem Motto: "Dieser Hammer ist 300 Jahre alt! Nur der Stiel wurde 4x und der Hammerkopf 1x erneuert!"
Der Schwertkasten in der Mitte des Bootes ist definitiv original. An den Seiten sind keine verschlossenen Öffnungen zu entdecken.
Allerdings ist der sehr wackelig, daran möchte ich keine Koralle nach dem Kentern aufrichten. Das wird auf jeden Fall durch zusätzliche Spanten verstärkt.
So, das war´s für heute, Tatort läuft schon!
Armin |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 03.08.2011, 21:38 Titel: 3.Tag |
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Heute ist der dritte Tag der Restauration, viele werden noch folgen.
Der Mast, Baum und Pinnenausleger sind abgeschliffen und mit Clou Bootslack zum ersten Mal lackiert.
Das Vordeck ist komplett entlackt, geschliffen und hat ebenfalls den ersten Lackauftrag zum Schutz erhalten.
Der Familienrat hat übrigens getagt: der Rumpf wird nicht in Holz belassen, da es nach dem Abschleifen nicht einheitlich sein wird, zuviele Farbreste und Rostflecken von den getackerten Bordwänden. Wie bei meiner Koralle werde ich den kompletten Aussenrumpf mit Glasmatte und 2K- Harz überziehen. Das gibt ordentlich Stabilität und schliest alle Löcher.
Vorraussichtlicher Farbton wird dann wohl mal ein schönes kräftiges Dunkelblau, mal sehen!
Zum Abschluss noch ein Bild meines Carports, was wohl momentan mehr einem Bootsschuppen gleicht:
Allerdings fehlt ja noch meine Koralle, die steht während der Arbeiten draussen. Und heute sogar im Regen.
Aber immerhin hatte ich heute keine gute Hose an, hab´s geschafft, mir Arbeitszeug anzuziehen.
Bis bald,
Armin |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 04.08.2011, 21:27 Titel: Überlegungen zur Restauration |
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Heute hatte ich keine Zeit für die Koralle, lediglich ein paar Gedanken sind in mir gereift:
das Bootsbausperrholz am Rumpf werde ich komplett dranlassen. Da wo die Platten soweit verfault sind, dass sie keinen festen Kontakt mehr zu den Spanten haben, werde ich die Spanten von innen aufdoppeln, um dann das Bootsbauholz wieder an den aufgedoppelten Spanten zu befestigen. So müßte ich alle Fugen wieder stabil hinbekommen. Durch das Glasfasergewebe, welches ich von aussen aufbringe, wird es auch wieder dicht. In Fachkreisen nennt man das ja auch "Leichentuch". Kann da jemand was zu berichten, ich habe nur so ein gefährliches Halbwissen, was von Trockenfäule usw.. Von innen werde ich aber keine Matte einlegen, nur mit Clou Bootslack lackieren. Ist das so ok? Hat an meiner anderen Koralle bis heute gut funktioniert, und die Restauration ist inzwischen 3 Jahre her.
Bilder gibt es dann wieder am Wochenende, wenn es auch am Boot weiter geht.
Ach ja, beim abschleifen des Heckspiegels sind an der Stelle, wo sonst die Heckgriffe sind, Bohrlöcher aufgetaucht. Also waren doch mal Griffe dran. Hat noch jemand 2 übrig, Zustand ist mir egal.
Bis dahin,
Armin |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 05.08.2011, 21:58 Titel: 4. Tag |
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Heute ging es weiter....
bin ich dankbar, dass ich mir zum letzten Geburtstag einen Bandschleifer von Bosch gewünscht und bekommen habe. Das Gerät ist echt klasse.
6- 7 Schichten Lack, Spachtel, Primer etc. mit 40er Schmirgel gehen runter wie nix.
Der letzte Rest.....
....ist ab! Yeah!!!
Jetzt sind alle Schäden sichtbar, die im Vorfeld schon zu erkennen waren:
Jetzt ist mir klar, dass meine Entscheidung richti ist, den Rumpf von aussen zu lackieren. Unterschiedliche Holzarten, Flecken im Holz usw.. Das würde kein befriedigendes Ergebnis geben, wenn ich das Holz sichtbar lasse.
Heute wurde auch die Mungo abgeholt. Jetzt geht sie nach Österreich und dient als Jugendboot in einem Verein. Alles Gute.
Dafür hab ich jetzt wieder mehr Platz im Carport. Nur noch drei Korallen finden dort ein zuhause:
Und nächste Woche hab ich Urlaub, dann geht´s erst richtig los!
Bis dahin,
Armin |
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Klaus

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.12.2006 Beiträge: 508 Wohnort: Ratingen
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Verfasst am: 05.08.2011, 22:33 Titel: Re: Koralle Bj.1962 Restaurationsbericht |
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| amino64 hat folgendes geschrieben: | Hallo zusammen,
......
Der Heckbereich im Auflösungszustand:
.......
Bis dahin,
Armin |
Hallo Armin,
jetzt weiß ich endlich woher der Begriff: "Abrissheck" kommt
Bei deiner Werkstatt kann man richtig neidisch werden'! 3 Boote gelichzeitig
Schöne Grüße und viel Spaß
Klaus  |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 07.08.2011, 21:07 Titel: 5. Tag |
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Das Wochenende hat dem Bot gut getan, ich bin einiges weiter gekommen.
Mast, Baum , Pinnenausleger und Deck haben den 2. Lackauftrag, die Bodenplatte und das Schwert sind abgeschliffen und haben den 1. Lack bekommen.
Der Heckspiegel hat eine Verstärkung aus 4 mm wasserfest verleimter Birkensperrholzplatte erhalten. Die offenen Stoßfugen der Beplankung habe ich mit Hybridkleber abgedichtet und neu angetackert, ganz in alter Bootsbauermanier (zumindest die von Atlanta)!
Der Buggriff und der Beschlag am Baumende wurden poliert, schönes Messing drunter.
Das werde ich wohl so lassen, allerdings noch mit Zapponlack lackieren, damit ich nicht nach jedem Segeltag die Politur rausholen muss.
Der Schwertkasten ist so wackelig, dass ich angefangen habe, die total verrosteten Schrauben abzuflexen. Als ich dann von oben versucht habe, den Kasten abzuheben, sind mir Fragen gekommen, wofür die seitlichen Auflagen am Schwertkasten sind. Ebenfalls sind in gleicher Höhe seltsame Leiterkonstruktionen unterm Seitendeck. Dann wurde mir sofort klar, dass das Auflager für zwei Bretter sind, die den Schwertkasten beim Segeln seitlich abstützen und gleichzeitig als Sitzbank dienen. Also, morgen ist Montag, da wird gleich Holz gekauft, um diese Sitzbank/ Schwertkastenkonstruktion zu bauen.
Als dann die Sonne rauskam, hab ich die Baustelle mal nach draußen geschoben und zum Spaß aufgetakelt. Hab dann noch ein altes Vorsegel im Fundus gefunden, damit kann man das Boot auf jedem See sofort identifizieren!!!
Zum Schluss hab ich dann noch mal den Staub aus dem Boot gesaugt, gleich werde ich Glasgewebe und Epoxy bestellen, damit es am Rumpf aussen weitergeht.
Ach ja, der Ordnung halber und für die Datenbank:
Ach ja, übrigens alles in Arbeitsklamotten durchgeführt, hab keine gute Hose mehr im Schrank!!!
Bis bald,
Armin |
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Jürgen Geiß
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.07.2011 Beiträge: 2
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Verfasst am: 08.08.2011, 19:40 Titel: Restauration Koralle 1962 |
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Hallo Armin,
mit Freude lese ich, mit welchem Eifer Du die Restaurierung Deiner neuen alten Koralle in Angriff nimmst. Auch wenn Dir Zweifel kommen, Du schaffst das! (so wie ich Dich kennengelernt habe, habe ich keine Zweifel)
Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.
Herzlichen Gruß
von Jürgen[/b] |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 08.08.2011, 21:33 Titel: 6. Tag |
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Hallo Jürgen,
wenn es so weiter geht, kommt Deine Koralle doch noch in diesem Jahr auf´s Wasser! Ich werde es Dich auf jeden Fall wissen lassen. Und wie gesagt: wenn Du in der Nähe, also in Bentrop, bist, kommst Du einfach hier vorbei, und Du kannst Dein altes Schätzchen in Augenschein nehmen.
Heute hatte ich Urlaub, trotzdem stand doch irgendwie Familie auf dem Plan.
Abends habe ich dann aber doch noch den Schwertkasten ausgebaut.
Obwohl mir gestern die Erleuchtung kam, wie dieser beim Segeln dank der beiden seitlich einzusteckenden Bretter versteift wird, habe ich ihn ausgebaut. Zum einen kann ich ihn so viel besser bearbeiten, zweitens war das Bodenbrett ziemlich fertig, das wäre auch mit Glasmatte und Epoxy nicht dicht geworden.
Und wenn ich es schon mache, dann richtig!
Außerdem hab ich den Heckspiegel von innen bearbeitet, also Lack entfernt, die beiden oberen seitlichen Bretter ausgewechselt, Typenschild vorsichtig abgebaut und farblich ausgebessert.
Außerdem hab ich die Mastspur ausgebaut, da sie gebrochen ist. Holz hab ich schon da, allerdings kann ich jetzt nicht mehr sägen, ist für die Nachbarn zu laut. Also morgen!
Epoxy ist bestellt, wird wohl morgen ebenfalls eintreffen. Allerdings bin ich dann ein paar Tage nicht da, so dass das Boot ein wenig Ruhe hat. Die Nachbarn auch!
Als nächstes werde ich den Schwertkasten reparieren und wieder einbauen, das schadhafte Bodenbrett austauschen, damit dann dort kein Wasser mehr eintreten kann. Bin schon auf die Segeleigenschaften gespannt. Hab ja den direkten Vergleich mit meiner, ebenfalls Knickspant, aber mit zwei Seitenschwertern.
Ach ja, wenn jemand noch was übrig hat, ich suche noch 2 Heckgriffe, Vorstag und Wanten, seitliche Auftriebskörper. Könnte mich schon irgendwo hinbeissen, dass ich vor einigen Monaten meinen kompletten Fundus verkauft habe, weil ich dachte, dass ich das nicht mehr brauche. Ja, ja, hinterher.....
Bis bald,
Armin |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 09.08.2011, 21:08 Titel: 7. Tag |
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Hallo zusammen,
heute ist der 7. Tag der Restauration: eigentlich sollte ich ruhen. Aber ich sah noch nicht, dass es gut war!
Also ran an die Arbeit!
Wie ich ja schon gestern geschrieben habe, ging es heute ans Herzstück eines Bootes, den Schwertkasten. Ehrlich gesagt, hatte ich ziemliche Manschetten, da dran zu gehen. Aber da ich ihn ja gestern schon ausgebaut habe, blieb mir nicht anderes übrig.
Als erstes habe ich die beiden Bretter, auf denen die seitliche Abstützung ruht, erneuert. Die hab ich dann ein bisschen breiter gemacht, um die Kraft auf eine größere Fläche zu verteilen.
Dann hab ich die beiden seitlichen Abstützungen erneuert, da es einfacher war, als die alten wieder aufzuarbeiten. Diese beiden Abstützungen habe ich länger ausgeführt als die originalen, da ich sie so vorne an der Mastspur zusätzlich befestigen kann.
Hier im Vergleich die alte Abstützung:
Zum Schluss den aufgearbeiteten Schwertkasten eingesetzt und verschraubt. Natürlich mit entsprechender Abdichtung zum Rumpf, damit mir nicht beim ersten Segeln das Wasser um die Füße spült.
Vorher hab ich natürlich noch die gebrochene Mastspur erneuert, das ging ziemlich flott von der Hand. Natürlich hab ich sämtliche Holzteile vor dem Einbau an der nicht mehr zu erreichenden Seite und den Kanten mit Clou Holzlack vorbehandelt, damit nicht gleich das erste Wasser wieder seine zerstörerische Arbeit am Holz vornehmen kann.
Zum Schluss hab ich den Heckspiegel von innen noch vollendet. Obere Abschlussleisten, die seitlichen Leisten innen und dann alles mal lackiert.
Dann kam da heute noch der Paketdienst mit dem Epoxy und dem Biaxialgewebe.
Aber das muss jetzt ein paar Tage warten, denn Donnerstag geht es für ein paar Tage nach Holland, Urlaub machen.
Grundsätzlich ist Urlaub was tolles, auch wenn man nicht wegfährt. So schnell hab ich noch kein Boot restauriert, komm mir fast wie ein Profi vor, zumindest was den Fortschritt der Restauration angeht.
So langsam sind die schei... Arbeiten auch erledigt, jetzt kann man schon nach jeden Arbeitsgang ein Ergebniss begutachten, welches dem Endzustand immer näher kommt. Das spornt zusätzlich an.
Um das nochmal klar zu stellen (für Dich, Jürgen): ich habe nicht daran gezweifelt, dass ich das schaffe. Nur der Aufwand ist doch größer, als ich das zuerst eingeschätz habe. Und wenn man das Ergebnis sieht, bin ich froh, das ich nicht das Feuerzeug drangehalten habe.
So, jetzt ist erstmal Sendepause! Nächste Woche geht´s weiter!
Bis dahin,
Armin |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 19.08.2011, 20:46 Titel: Der 8. und 9. Tag |
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Hallo,
hab mir ein paar Tage Auszeit genommen, war mit meiner Familie in Holland. Als Souvenier hab ich mir aus Den Helder einige Tampen mitgebracht.
Habe eine super Werkstatt entdeckt, die sich auf alte Knüpf- und Takelagetechniken spezialisiert hat. Also alles, was man aus Seilen machen kann. Der Besitzer der Werkstatt war sehr nett und hilfsbereit, hat alles an Schoten und Leinen hervorgeholt, was er hatte. Auch wenn ich mit den Durchmessern eher im unteren Bereich lag, da er sonst eher für die alten Plattbodenschiffe und die Marine arbeitet. Wenn ich mir 2 Meter des dicksten Tampens ins Schiff lege, was er in der Werkstatt hatte, würde meine Koralle auf der Stelle untergehen. Das sind andere Abmessungen, mein lieber Schwan. Taue so dick wie mein Oberschenkel!!!
Jetzt aber wieder zur Restauration:
Wie ja schon beschrieben, ist mein Epoxy und das Biaxialgewebe angekommen. Das ist inzwischen verarbeitet und auf dem Rumpf geklebt. 3 Lagen Epoxy sind inzwischen aufgebracht, aber irgendwie wird die Oberfläche nicht so glatt. Logo, zwischendurch immer geschliffen, aber die Struktur des Biaxialgewebes kommt immer wieder durch.
Bei meiner Koralle habe ich damals anderes Gewebe genommen, das war feiner. Links das alte, rechts im Bild das Biaxialgewebe. Ist auch wesentlich schwerer als das alte.
Dieses Biaxialgewebe soll durch 2 diagonal übereinanderliegende Fasern wesentlich stabiler sein. Allerdings trägt der Faden, mit dem die Gewebe vernäht sind, sehr dick auf, und kommt deshalb immer wieder durch.
Werde wohl dann ein paar Schichten Epoxy mehr auftragen müssen. Dann steht wieder Schleifen und Spachteln auf dem Programm. Und das dauert und dauert und dauert.........! Dann noch der Lackauftrag! Dunkelblau wird es werden, das steht jetzt fest. Denn nach dem Auftrag von Epoxy sieht das geschliffene Holz nicht besser aus, im Gegenteil, die Farbunterschiede und Flecken im Holz sind noch deutlicher geworden:
Und wie das bei dunklen Farben so ist, sieht man sofort jede Unebenheit in der Vorarbeit. Deshalb: schleifen, spachteln, schleifen.....! Kennt man ja vom Auto lackieren!
Inzwischen ist auch der hier im Forum angebotene Rumpf der S6R abgeholt worden, wird jetzt ein Angelboot auf dem Sorpesee. Wollte ja sonst keiner haben von Euch, war zu verschenken! Dafür hat jetzt meine Koralle wieder Platz im Schuppen gefunden:
Ach ja, hab mir in Holland auch neue Hosen gekauft, wurd auch Zeit! Der Kleiderschrank war fast leer! Aber die Epoxyarbeiten hab ich in alten Klamotten gemacht, da gibt es kein Erbarmen, wenn man mal ans Boot kommt, ist die Kleidung hin, definitiv!!!
Am Wochenende geht´s dann weiter, ich werde berichten.
Ach ja, 2 Wochen Urlaub sind nun rum, und ich bin nicht einmal zum Segeln gekommen, was´n Mist
Dafür hab ich gestern abend bei ebay noch ne Knickspanter gekauft, für 8,50€. Steht noch in der Nähe von München, werde ich nächste Woche abholen. Allerdings werde ich sie nicht restaurieren, brauche nur die bei meiner fehlenden Teile wie Heckgriffe, Wanten und originale Ruderanlage.
Was soll´s, mal eben 1300 km runterspulen. Wenn einer was nach München haben muß, ich könnt´s mitnehmen!
Bis bald,
Armin |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 21.08.2011, 22:32 Titel: 10. Tag |
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Heute ist wieder Sonntag, also Familientag. Das bedeutet, keine "großen" Arbeiten, sondern nur "leise" Tätigkeiten. Dazu zählen:
Aufkleber positionieren und Deck mit Bootslack streichen,
die Sitzbretter anpassen und zum ersten mal lackieren,
und dann ging es an die Messingteile. Zuerst mit Schmirgelpapier die Reste der Verchromung, bzw. Nickelschicht entfernt, dann immer feinere Körnung, zum Schluss mit Nevr Dull ploiert. Was für schei.... Arbeit.
Aber dann fiel mir mein Dremel Multi wieder ein, und da gab es ja so einen Aufsatz, von dem ich nie genau wusste, wofür er war. Sah aus wie ein rundes Radiergummi. Also ins Minibohrfutter gespannt, höchste Drehzahl, und gib ihm.
Das ging so klasse, dass ich für den Rest des Tages im Keller blieb, und alles damit polierte, was aus Messing war. Nicht nur Teile vom Boot, auch Dinge aus dem täglichen Gebrauch, oder den alten Kerzenleuchter. Dann drohte auch keine Gefahr, dass der Haussegen schief hängen könnte. Hier mal ein paar Fotos:
Ich konnte gar nicht wieder aufhören, soviel Spass machte das Ergebniss. Allerdings werden die kleinen Teile verflixt heiss, als Ergebniss hab ich auch etwas taube Fingerspitzen, da sie kleine Blasen an den Kuppen haben. Was soll´s! Hinterher hatte ich immer mehrere Teile gleichzeitig in Bearbeitung, damit die Teile zwischendurch immer wieder auskühlen konnten.
Werde die Teile jetzt mit Zapoonlack lackieren. Mal sehen, ob das was bringt, oder ob ich demnächst nicht nur permanent mit Holzlackpinsel hantiere, sondern zeitgleich die Messingpolitur in der anderen Hand habe, während alle anderen Segeln! . Ansonsten werden wohl demnächst dann die armen Vorschoter bei Flaute immer den Polierlappen in die Finger kriegen. Wofür ist man schliesslich Kapitän!!!
Habe mich übrigens entschlossen, doch erst innen im Boot weiterzumachen: keinen Bock auf Schleifen! Außerdem muss das Epoxy erst richtig trocknen!
So, bis bald,
Armin |
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amino64

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 367 Wohnort: Wickede/ Ruhr
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Verfasst am: 28.08.2011, 20:17 Titel: 11. Tag |
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So, es ist ein paar Tage her, seit dem hab ich nur geschliffen und geschliffen und geschliffen. Mehr nicht. So sah es danach aus:
Dann konnte ich es nicht mehr erwarten und hab mal eben den Rumpf in der ausgesuchten Farbe gespritzt:
Normalerweise bekomme ich jetzt immer einen Schlag, weil ich dann sehe, wo man noch schleifen hätte sollen können müssen dürfen. Doch erstaunlicherweise sind es nur ganz wenige Stellen, an denen ich nacharbeiten muss. Danach kommt dann noch Klarlack drüber, damit es auch richtig glänzt.
Und außerdem war ich ja gestern noch eben südlich von München, meine nächste Koralle abholen. Bei ebay für ehrliche 8,50€ ersteigert, konnte man nach der Beschreibung des Verkäufers nicht allzuviel erwarten. Deshalb hatte ich das Beil und die Kettensäge im Gepäck, um den Rumpf vor Ort in handliches Brennholz zu zerlegen. Ich wollte ja eh nur den Mast und das Ruderblatt. Allerdings sprachen drei Gründe gegen dieses brutale Vorgehen:
1. ich kann einfach keine Koralle zerstören
2. der Rumpf war besser, als erwartet
3. diese Koralle ist genau so alt wie ich, also Baujahr 1964.
Und damit genau das Baujahr, welches ich eigentlich schon immer gesucht habe. Jetzt hängt sie im Schuppen und trocknet erstmal richtig aus. Der nächste Winter kommt bestimmt! Aber das wird wohl eine andere Geschichte.....!
Und hier noch ein paar Fotos:
Und weil soviel Platz im Schuppen war, wurd es auch Zeit, dass der wieder sinnvoll belegt wurde:
Bis bald,
Armin |
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Petit Chaos

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.01.2007 Beiträge: 789 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 29.08.2011, 18:32 Titel: |
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He Armin, hab mir schon Gedanken gemacht Solange nichts gehört Wann kommst Du nach Berlin die Koralle fertigmachen Spende Dir auch ein paar neue Hosen Soviel Elan muss einfach belohnt werden, mit neuen Aufgaben
Da kann ja nächste Saison die ganze Familie zur Holzboot kommen, bzw. wir unsere eigene Holzboot veranstalten Gruß an die Familie _________________ In der Ruhe liegt die Kraft
Franko alias
"Petit Chaos" |
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