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Doppelte Schotführung



 
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ske





Anmeldungsdatum: 31.05.2009
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 17.04.2011, 22:08    Titel: Doppelte Schotführung Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

seit ich die Koralle im letzten Jahr wieder fit für´s Wasser gemacht habe, hadere ich mit der Schotführung der Großschot. Irgendwie ist kein Platz im Boot, weil immer dieser dämliche Schot-Block-Wirwarr im Weg ist. Also musste ich in diesem Winter Abhilfe schaffen.

Zuerst dachte ich an eine Schotführung von "unten", so dass die Schot unter dem Bodenbrett verläuft und dann irgendwo in der Mitte (da wo sonst der Großschotblock sitzt) wieder herauskommt. Das war aber, weil die Pinne im Weg gewesen wäre, nicht so einfach realisierbar.

Den Ausschlag für die hoffentlich endgültige Lösung dieses Problems gab dann die Boot in Düsseldorf, wo ich an einem etwas größeren Holzboot die doppelte Schotführung der Großschot bewundern durfte. Auf manchen Dickschiffen wird das ja schon länger so gemacht. Also habe ich mir überlegt, wie das zu realisieren sein könnte.

1. Schritt:
Die Schot sollte am Ende des Baums angreifen (also deutlcih weiter achterlich als vorher), der Holepunkt am Rumpf musste also entsprechend weit nach hinten verlegt werden. Damit stand fest, dass ein zusätzlicher Spant eingezogen werden musste, um die auftretenden Kräfte zu bändigen. Außerdem bedingt ein Schot-Holepunkt so weit achtern, dass dieser mit der Pinne in Konflikt gerät. Das bringt uns direkt zum...

2. Schritt:
Der Schot-Holepunkt muss über der Pinne angebracht sein, damit sich diese frei bewegen kann und die Schot trotzdem sicher geführt wird. Also brauchte das Boot eine "Brücke" über der Pinne. Soweit so gut. Die Brücke besteht aus lamellierten Holzklötzen (Sipo/Sapeli und Esche, der Farbgebung wegen) und aus einem ebenfalls lamellierten "Travellerbalken", der von den beiden Klötzen gehalten wird. Die Konstruktion ist dann mittels Gewindestangen mit dem Zusatzspant verschraubt. Auf den Fotos sieht das noch etwas provisorisch aus, aber ich gehe davon aus, dass es erst einmal funktioniert.

3. Schritt:
Die Umlenkung der Großschot muss so gestaltet werden, dass auf jeder Decksseite eine Umlenkrolle im Zusammenwirken mit einer Curryklemme für eine gute Erreichbarkeit der Schot und eine sichere Schotführung vorhanden ist.



Auf dem Foto ist diese Umlenkrolle mit der Klemme zu sehen. Ich habe beides auf ein zusätzliches kleines Sperrholzbrettchen geschraubt.

Dieselbe Konstruktion habe ich dann - aus Gründen der Symmetrie und der Ästhetik - für die Fockschot auch verwendet.



Der einzige Unterschied ist, dass die Fockschot-Klemmen einen Führungsbügel haben, der war schon dran, also habe ich ihn mal gelassen.

4. Schritt:
Der Rest der Großschot musste nun so umgelenkt werden, dass die Schot von der Klemme aus durch die Umlenkrolle über das Seitendeck, von dort aus über eine zweite Umlenkrolle nach oben zum Baum, runter zur "Brücke", wieder rauf und dann über eine weitere Umlenkrolle auf dem gegenüberliegenden Seitendeck zur zweiten Umlenkrolle mit Klemme verläuft.





Auf den beiden Bildern ist der Verlauf der Schot sehr schön zu sehen. Das Prinzip dieser Schotführung basiert darauf, dass immer ein Ende der Schot in der Klemme liegt und das andere Ende wie eine normale Großschot gefahren wird. Vorteilhaft ist auch, dass an der Kreuz beide Enden in der Klemme belegt sein können und der Baum trotzdem in der Wende herumschwingt. Im Gegensatz zum Vorsegel muss also nicht in der Wende das aktive Schot-Ende getauscht werden. Es muss allerdings genügend Schot "vorrätig" sein um von beiden Enden aus sicher fieren zu können, wenn mal mehr Wind vorhanden ist.

Ich habe das System in der Praxis noch nicht testen können (das kommt dann morgen...), hoffe aber, dass es einen Raumgewinn im Boot ergibt und dass das Umlernen nicht zu schwierig ist.

BTW: der Rumpf ist übrigens jetzt wunderschön dunkelblau lackiert, also nix mehr mit Kanonenboot! Smilie



(to be continued...)

Viele Grüße

Stefan
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BeitragVerfasst am: 17.04.2011, 22:08    Titel: Anzeige

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Andy K.




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 15.02.2007
Beiträge: 87
Wohnort: Mettmann

BeitragVerfasst am: 18.04.2011, 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stefan,
Respekt!
Da haste dir ja jetzt ein schönes Dickschiff so um die 5 Tonnen und 10 Meter gebaut Lachen (Wegen der dort teilweise üblichen Schotführung! (German Mainsheet System))

Ansonsten bin ich mir fast sicher, dass es prinzipiell funktionieren wird.
Sicher bin ich mir allerdings Überhaupt nicht, ob die Umlenkrollen NEBEN der Brücke (Umlenkung ca 90°) diesem Zug was entgegenzusetzen haben? Oder sind diese auch von unten verstärkt?
Desweiteren solltest du aufpassen, das diese Rollen evtl. , sollte kein Segeldruck sein, auf deinem schönen Deck kratzer entstehen lassen!
Vielliecht setzt du auch diese Umlenkrollen auf eine große Sperrholzplatte, sodass die Rolle wenn sie fällt nicht dein Mahagoniedeck kaputt macht.
Ansonsten SCHÖNE ARBEIT!

sonnige Grüße aus Aachen
Andy
_________________
Ordnung ist das halbe Leben, ich lebe in der anderen Hälfte!
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ske





Anmeldungsdatum: 31.05.2009
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 18.04.2011, 14:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andy,

ja, die Umlenkrollen auf dem Deck sind mit in dem Spant (durchgehend) verschraubt. Der Spant ist ein Fichtenholz-Leimbinder mit 60x40mm Querschnitt, also für die Ewigkeit. Winken

Und die Stellen, an denen die Umlenkrollen scheuern könnten werden vor dem ersten Praxistest hübsch mit Leder abgedeckt. Das hat sich als das geeignetste rausgestellt (auch bei den Plastikjollen).

Ansonsten wird der erste Test zeigen, ob es funzt. Smilie

Viele Grüße

Stefan
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ske





Anmeldungsdatum: 31.05.2009
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 19.04.2011, 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

heute war ich zum ersten Mal in diesem Jahr mit der Koralle auf dem Wasser. Smilie Die Schotführung funktioniert hervorragend! Die Großschot ist etwas lang, deshalb hab ich immer auf der Schot gesessen, aber ansonsten war die Funktion einwandfrei gegeben. Auch das neue Rigg funktioniert, also der neue Mast (danke an Armin!) und die neuen Wanten und Stagen (experimentell aus mantellosem Dyneema). Die Segel stehen deutlich besser als mit dem alten Holzmast, der Alumast ist auch ein gutes Stück länger. Ein bisschen luvgierig ist sie noch, aber das lässt sich lösen. Die Umlenkösen auf den Fockschot-Leitschienen werde ich bei Gelegenheit noch durch Blöcke ersetzen, damit die Schot etwas leichtgängiger wird.

Der nächste Schritt wird ein Lazy-Jack-System sein... Sehr glücklich

Viele Grüße

Stefan
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