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www.TIRITOMBA.eu Das Forum der klassischen Musik für Sängerinnen und Sänger

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Nachricht |
Principe
Moderator


Geschlecht: 
Anmeldungsdatum: 05.06.2007
Beiträge: 663
Wohnort: Berlin
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Verfasst am:
22.10.2010, 08:00 |
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Gestern Abend gab es in der HfM Berlin ein Konzert der Gesangsklasse von Thomas Quasthoff. Auffällig war der Umstand, dass bis auf einen Teilnehmer keiner das zeigte, was man unter Bühnenpräsenz versteht, also ein richtiger Auftritt. Auch nicht bei höheren Semestern. Eher schüchternes hinstellen und mit netter Stimme trällern reicht sicher nicht. Allgemein schienen jedoch die höheren Semester stimmlich reiner zu singen - der sprachlich klare Ausdruck war allerdings eher selten.
Einzig ein 5-semestriger Protagonist war beeindruckend, aber bei ihm hatte ich auch den Eindruck einer natürlichen Affinität zur persönlichen Darstellung.
Ciao - Principe |
_________________ Dort wo man singt, da laß Dich ruhig nieder! |
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Verfasst am:
22.10.2010, 08:00 |
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Schneeflocke
junges Mitglied

Geschlecht: 
Anmeldungsdatum: 23.04.2010
Beiträge: 24
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Verfasst am:
23.10.2010, 10:44 |
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Ab wann muss man von einem Schüler Bühnenpräsenz verlangen? Es sind doch SCHÜLER, die lernen doch erst noch, man kann doch nicht allen Ernstes erwarten dass sie erst dann öffentlich auftreten wenn sie ALLES können. Sie treten doch im Rahmen von HOCHSCHUL-Konzerten auf und noch nicht an "richtigen" Konzertsälen und Opernhäusern. Von daher weiß man doch dass solche Auftritte einen gewissen "Werkstatt"-Charakter haben. Erst mal müssen sie ordentlich SINGEN lernen, das ist ja schon schwer genug! Ich jedenfalls gehe inzwischen sehr viel lieber in Hochschul-Konzerte als in professionelle Konzerte, muss ich wirklich sagen!
Schneeflocke |
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melusine
wie zuhause

Geschlecht: 
Anmeldungsdatum: 18.06.2007
Beiträge: 729
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Verfasst am:
23.10.2010, 16:00 |
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Das Problem ist, dass viele Lehrer Bühnenprâsenz gar nicht lehren und vermitteln. Hier in Frankreich lernt man das erst in den Opernateliers, wenn die eigentliche Gesangsausbildung fertig ist und die Leute schon ein Diplom in der Tasche haben, mit dem sie dann ihrerseits unterrichten dürfen.
Wer also kein Opernatelier besucht und keine angeborene Bühnenprâsenz mitbringt (das gibt es bei den Talentierten nciht selten!) wird im Zweifelsfall sein Leben lang nur davon träumen und seine Schüler dann ebenfalls.....
Ich hoffe, das lâuft in Deutschland etwas anders.
Schneeflocke hat insofern recht, als erste Auftritte meist so von Aufregung und Lampenfieber beeinflusst sind, dass der Schüler froh ist, das stimmlich überhaupt zu meistern und das steife "Herumstehen" kann auch eine Anfängereigenschaft sein, für die man Verständnis haben sollte und die sich mit wachsender Bühnenerfahrung abschleift. Dass sich bewegen und etwas tun die besten Mittel gegen Lampenfieber sind, wissen halt noch nciht alle.  |
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Califonia
Hilfestellender


Geschlecht: 
Anmeldungsdatum: 19.06.2007
Beiträge: 482
Wohnort: Frankfurt am Main
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Verfasst am:
01.11.2010, 17:51 |
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Hi Leute,
also da muss ich SChneeflocke aber doch widersprechen, weil man ohne (natürlich gegebene oder antrainierte) Bühnenpräsenz meiner Erfahrungen nach garnicht erst in die Hochschulen für ein Gesangsstudium reinkommt, nicht mal für Gesangspädagogik! Ein Beispiel: Ich habe in Detmold vorgesungen im vergangenen Winter, in der ersten Runde sang ich Adele (mein Herr Marquis) und da fällt es mir von vornherein nicht schwer, zu spielen, also wirkte meine Stimme vermutlich auch freier und das, was sich an Technik bereits verinnerlichen ließ, kam problemlos raus, ich kam also in die 2. Runde. In der 2. Runde sang ich dann ein Strauss-Lied (Schlagende Herzen), wo ich zwar mir einredete, dass ich es auch mimisch und (so fern es meine Aufregung erlaubte) gestisch unterstützt hätte, merkte ich doch, dass ich da deutlich weniger Bühnenpräsenz hatte, folglich kam ich auch nicht weiter, bekam also keinen Studienplatz. Gut, jetzt kann man sagen, dass der R.Strauss auch deutlich schwerer für mich war, als der J.Strauss, zumal ich "mein Herr Marquis" auch schon deutlich länger singe als das Strauss-Lied, aber solche Erfahrungen habe ich auch mit Liedern gemacht, die ich schon deutlich länger singe, wo ich aber partout keinen Ausdruck reinbekomme, weil mir Lied von NAtur aus weniger liegt, als zb Operette. Vielleicht ist es ja so, dass jeder eine gewisse angeborene Veranlagung für Bühnenpräsenz braucht, um diese überhaupt ausbauen zu können.
Was Principe erzählt von dem Klassensingen habe ich auch in meiner jetzigen Musikhochschule erlebt: in den Gesangsklassen fallen mir auch immer wieder Leute auf, die einfach null Ausstrahlung haben, die sogar eine super-schlechte Körperhaltung haben, wo man sich nur fragen kann, wie die überhaupt richtig stützen wollen? Ich saß schon in manch einem Konzert und dachte mir "warum wurden die genommen und ich nicht?" Klar kommt da auch ein bisschen Neid mit rein von mir, weil ich eben nicht Gesang sondern Musikpädagogik studiere, aber ich glaube schon, dass ich mein Ego da auch zurück stellen kann und das schon von einem relativ objektiven Standpunkt aus betrachten kann.
Lg, Cali |
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