hexe93 Administrator
Anmeldungsdatum: 02.09.2006 Beiträge: 52 Wohnort: Regenbogenranch
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Verfasst am: 27.12.2006, 09:49 Titel: Fiiiiiiiiiiiiino |
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„Mmmhmmm!“, machte ich und grummelte unwillig, als mich mein Wecker wieder viel zu früh weckte. „Noch nich mal sechs Uhr“, dachte ich. Aber irgendwann gab ich mich doch geschlagen und stand auf. Nachdem ich mich geduscht hatte und meine Stallklamotten anhatte, ging ich runter und wollte in der Küche das Licht anmachen. „Mist!“, fluchte ich, weil ich wieder einmal mit dem Zeh gegen den Schuhschrank gedonnert bin, das zweite Mal in dieser Woche schon. Ich fluchte und schmierte mir mein Brötchen. Während ich darauf wartete, dass das Wasser für meinen Tee heiß wurde, schaute ich in meine Pferdezeitschrift und fand einen interessanten Artikel über Springen im Gelände. Während ich also mein Brötchen aß, las ich in meiner Zeitschrift. Aber irgendwann fiel mir auf, dass der Artikel über 3 Seiten ging und so verschob ich mir das Lesen auf heute Abend und ging nach draußen. Dort fröstelte ich und beeilte mich, in den warmen Stall zu kommen. Dort empfing mich vielstimmiges Pferdegewieher.
Mir wurde warm ums Herz und ich schlüpfte zu Fino in die Box. Dieser schaute mich verschlafen an und brummelte freundlich. Ich schlang die Arme um seinen Hals und sog den schönsten Geruch der Welt ein. Dann machte ich mich auf in die Sattelkammer und schloss meinen Spind auf. „Man!“, dachte ich und seufzte. Wie es da drin aussah! Ich nahm mir vor, mal wieder aufzuräumen. Ich kramte Finos Halfter aus dem Schrank und ging fröhlich pfeifend wieder zu meinem Pferd. Fino schaute nun schon viel frischer und als er sein Halfter sah, schnellten die Ohren nach vorne. Ich lachte und zog es ihm an. Völlig aufgeregt tänzelte er neben mir her und kaum hatte ich das Halfter auf der Koppel ihm vom Kopf gemacht, stürmte er los. Ich grinste und dachte nur „Trottel!“ Aber das war natürlich nur lieb gemeint. Ich joggte wieder zurück, weil ich echt am bibbern und zittern war. Im Stall allerdings wurde mir schnell warm, als ich Finos Box ausmistete. „Man!“, dachte ich und wischte mir den Schweiß von der Stirn. Endlich war alles aus der Box raus und ich fuhr bereits die dritte Ladung Mist zum Misthaufen. Vor dem Stall verschnaufte ich erstmal und schaute auf die Uhr: 8:30. „Gut“, dachte ich und nahm mir vor, gleich mit Fino zu trainieren. Aber erstmal wartete noch seine Box auf mich. Schließlich musste ich sie ja noch wieder neu einstreuen. Aber irgendwann war Finos Box wieder richtig schön sauber und ich räumte schon mal alles vor seine Box: Trense, Sattel, Putzbox, Gamaschen, meine Reitkappe und seine Decke. Die sollte er nachdem Reiten beim Trockenreiten drauf bekommen. Dann lief ich zur Koppel und rief nach meinem Süßen. Fino kam sofort angetrabt und ließ sich bereitwillig aufhalftern. Er folgte mir brav zum Stall und genoss das Putzen. Die Augen halb geschlossen und die Unterlippe ganz schlapp- so stand er immer da, wenn er sich entspannte. Ich lächelte und fühlte mich unheimlich stolz. „Ach Fino“, murmelte ich und kratzte die Hufe aus. Danach machte ich ihn für das Reiten fertig und 5 Minuten später standen wir vor dem Stall. Aus Finos Nüstern kamen kleine Dampfwölkchen. Seine Augen blickten aufmerksam um sich und seine Ohren waren nach vorne gestellt. Ich lächelte und führte Fino in die Halle. Einmal hätte er sich fast auf die Nase gelegt, da es an einer Stelle auf dem Hof schweineglatt war. Aber sonst schafften wir es ohne Probleme in die Halle. Um Diese Uhrzeit war noch keiner drin und ich genoss die Ruhe, die nur von Knartschen des Sattels und Finos gelegentliches Schnauben durchbrochen wurde. Lange ging ich schritt, um Fino nicht zu überanstrengen. Nach einer Viertelstunde fing ich an zu Traben. Fino trabte beschwingt durch die Halle. Sein Gang war wie immerleicht und seine Schritte raumgreifend. Es war ein tolles Gefühl, auf ihm zu reiten!
Ich ritt viele Schlangenlinien und Bögen und irgendwann kaute Fino richtig am Zügel und trat gut unter. Ich hielt aus dem Trab an und gurtete nach. Fino hatte eine Engelsgeduld und stand ruhig wie eine Statue. Dann ging’s endlich weiter. Fino machte sich gut. Nur beim ersten Mal, wo ich angaloppieren wollte, hat er gebuckelt. Aber das war nich schlimm. Danach klappte alles wie am Schnürchen. Ich ging dann auch zu etwas schwierigeren Übungen über wie z.B. aus dem Trab anhalten und dann wieder lostraben oder eine Pferdelänge Rückwärtsrichten… Es klappte echt schon gut und nach einer Stunde intensiver Arbeit kam ich wieder ans Leichttraben und Fino schnaubte. Er kaute inzwischen so eifrig auf dem Gebiss, dass es schon schäumte. Dann ging ich noch eine Viertelstunde Schritt und ließ die Zügel lang und die Beine baumeln. Ich grinste. Wenn mich so meine alte Reitlehrerin gesehen hätte. Naja, jetzt war ich ja selber Reitlehrerin, dachte ich und klopfte Fino den Hals.
Nach einer Viertelstunde ritt ich in die Bahnmitte und klopfte Fino abermals den Hals. „Toll gemacht, Dicker“, lobte ich ihn und stieg ab. Ich ging mit ihm zur Tribüne, wo seine Decke hing. Ich machte ihm die um und führte ihn aus der Halle.
Im Stall wollte er sich an mir schubbern. „Neeeee“, sagte ich und schob seinen Kopf, sanft, aber bestimmt weg. Fino prustete mir ins Gesicht und ließ sich bereitwillig abtrensen. Nachdem ich ihn „ausgezogen“ hatte, bürstete ich noch mal kräftig über sein Fell und kratzte die Hufe aus, bevor ich ihn entließ und in die Box brachte. Fino schaute mich erwartungsvoll an und ich verstand. „Jaa, Dicker!“, lachte ich, „du bekommst dein Futter gleich!“ Ich räumte alles vor der Box weg und fegte noch mal kräftig. Dann ging ich in die Sattelkammer und machte Finos Futter. Ich wurde von meinem Pferd mit einem kräftigen Wiehern begrüßt. „Hey Dicker. Hier is dein Futter!“ Ich schüttete ihm sein Kraftfutter in seinen Trog und Fino stürzte such drauf, als ob er seit drei Jahren nichts mehr bekommen hatte. Ich lachte und strich ihm noch mal über die Mähne, dann knurrte mein eigener Magen und ich ging ins Haus, wo ich mir erstmal einen Apfel gönnte. „Booaah!“, dachte ich, „ich dachte ich verhungre!“
Danach ging ich wieder raus und ging zu Giacomo.
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