hexe93 Administrator
Anmeldungsdatum: 02.09.2006 Beiträge: 52 Wohnort: Regenbogenranch
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Verfasst am: 03.12.2006, 18:45 Titel: Mein Giacomo |
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Nachdem ich mit Fino fertig war, schlenderte ich weiter zu Giacomo. Er stand in einer Ecke und döste. „Giacomo“, rief ich halblaut und sein Kopf flog in die Höhe. Freundlich brummelnd kam er auf mich zu. Ich ging in die Box und strich ihm über das Fell. „Hey, mein Guter“, sagte ich und fummelte ein Leckerchen aus meiner Jackentasche. Das gab ich Giacomo, dann verließ ich die Box und ging in die Sattelkammer, um Giacomos Sachen zu holen. Kurz darauf stand Giacomo angebunden vor seiner Box und genoss die Fellpflege. Als ich sattelte, merkte ich, dass Giacomo das nicht so mochte. Er legte die Ohren an und schlug unwohl mit dem Schweif. „Hey, Dicker“, beruhigte ich ihn, „ist doch alles in Ordnung“. Aber nichts war in Ordnung. Je fester ich den Sattelgurt zog, desto zickiger wurde Giacomo. Endlich hatte ich den Sattelgurt zu und konnte auftrensen. Hierbei machte mein Pferdchen Probleme und ich stand fünf Minuten später vor dem Stall. Es begann bereits zu dämmern. „Mist“, murmelte ich. Eigentlich wollte ich einen Ausritt machen. „Naja, dann halt morgen“, sagte ich zu Giacomo und ging mit ihm in die Reithalle. Ich machte das licht an und stieg auf. Nach zwei Runden am langen Zügel im Schritt begann ich Giacomo zu versammeln und nahm die Zügel auf. Nach fünf Minuten nahm ich die Zügel dann noch mehr auf und forderte Giacomo zum Traben auf. Er trabte gehorsam an und ging locker vorwärts. „Er ist nicht so flott wie Fino“, dachte ich, konzentrierte mich aber dann auf mein Pferd. Giacomo ließ sich etwas schlecht an den Zügel reiten, aber irgendwann hatte ich den Dreh raus und Giacomo nahm seinen Kopf runter. Ich parierte durch und gurtete nach, ehe ich wieder anritt und große Biegungen wie Zirkel oder Schlangenlinien ritt. Giacomo und ich fanden immer besser zu einander. Es klappte immer besser mit uns. Ich ging dann auch zu schwierigeren Übungen über wie Schenkelweichen oder Rückwärtsrichten. Giacomo meisterte alles mit Bravour. Ich kam zum Aussitzen. Gerade wollte ich angaloppieren, als Giacomo erschrocken losschoss. „Woah“, machte ich und wäre um ein Haar aus dem Sattel geflogen. Nur mit Mühe gelang es mir, den aufgebrachten Giacomo zu beruhigen. „Hey Giacomo“, sagte ich und klopfte ihm den Hals, „Alles in Ordnung.“ Ich trabte wieder an und Giacomo arbeitete wieder fleißig mit. Diesmal ging auch beim Angaloppieren alles glatt. Giacomos Bewegungen waren weich und flüssig und er schnaubte wohlig. Es war ein angenehmes Gefühl auf ihm zu reiten. Ich parierte nach zwei zirkelrunden durch und arbeitete noch etwas mit Giacomo, dann trabte ich leicht und ließ die Zügel aus der Hand kauen. Giacomo war nass geschwitzt und ich ritt eine Viertelstunde im Schritt trocken. Während ich da auf meinem Pferd saß und meinen Gedanken nachhing, merkte ich, wie mein Handy, dass ich in der Innentasche meiner Jacke hatte, vibrierte. Ich nahm die Zügel in eine Hand und mit der anderes kramte ich mein Handy hervor. Ich hatte eine SMS bekommen: „Hi Kira! Bin hier auf sonem Pferdemarkt. Da gibt’s total tolle Ponys, die du glaub ich für den Schulbetrieb gebrauchen könntest. Komm doch morgen mal vorbei! Liebe Grüße, Carolina“. Ich grinste. Meine ehemalige Schulkameradin und jetzige beste Freundin Carolina wusste wirklich immer, was ich brauchte. Ich steckte mein Handy in die Jacke zurück und hielt Giacomo an. Ich stieg ab, machte die Steigbügel hoch und führte ihn aus der Halle. Draußen war es inzwischen zappenduster. Ich schaute auf meine Uhr: 17:00 „Ach, ich hasse es, wenn es so früh dunkel wird“, seufzte ich und öffnete die Stalltür. Eine angenehme Wärme schlug mir entgegen. Mein Pferd und ich stiefelten zur Box, wo ich dann mein Pferd versorgte. Meine Finger waren eingefroren und so dauerte es, bis ich die Schnallen der Trense offen hatte. Giacomo wartete geduldig und hob dann auch noch brav alle vier Hufe, als ich die auskratzte. Dann brachte ich Giacomo in die Box und gab ihm sein Kraftfutter. Während er fraß, räumte ich die Sachen in meinen Spind und kam mit einer wolligen Decke wieder. Diese legte ich Giacomo drüber. Ich lehnte mich gegen ihn. „Ach mein Guter“, seufzte ich. Er wandte mir seinen schönen Kopf zu und blickte mich treu an. Ich wuschelte ihm durch den Schopf, da fiel mir auf, dass er noch kein Heu hatte. Schnell flitzte ich los und holte einen Arm voll Heu. Mit einem zärtlich Klaps verabschiedete ich mich von ihm und nachdem ich auch noch bei Fino vorbei geschaut hatte, losch ich das Licht und ging ins Haus.
Dort setzte ich mich erstmal ins Wohnzimmer aufs Sofa und schrieb Carolina eine Antwort-SMS: „Hey Süße! Jop ich komme morgen mal vorbei. Bin jetzt total k.o. Bin nämlich eben geritten! War zwar schön, aber anstrengend! Bis morgen dann. Kira“ Ich sendete die SMS ab, dann hüpfte ich unter die Dusche. „Hach tat das gut“, dachte ich, als ich in meinem Lieblingswollpulli in der Küche saß und zu Abend aß. Ich schaute noch eine Sendung über Pferde im TV, dann legte ich mich schlafen. |
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