Verfasst am: 21.11.2006, 09:54 |
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@leila: Dein GL hat leider recht, Talent und Stimme oder gar ein Studium sind keine Garantie für ein späteres Engagement.
Es gibt viele gute Sänger ohne Solo-Engagement und viele schlecht mit eben einem solchen.
Ganz sicher wollte er Dich nicht entmutigen, aber man sollte doch wissen, auf was man sich einlässt, wenn man den Sängerberuf wählt. Und Du hast ja wahrlich noch genügend Zeit.......
LG
mezzo |
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Verfasst am: 21.11.2006, 09:54 |
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Verfasst am: 21.11.2006, 10:49 |
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| Rolando |
| Angestellter |

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| Anmeldungsdatum: 11.11.2005 |
| Beiträge: 401 |
| Wohnort: Hamburg (*04.07.1955) |
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Liebe Leila,
ich verstehe sehr gut, wie Du Dich fühlst, wenn der GL einen auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Mir ging es genauso und mein Aufprall war s e h r heftig.
Und dennoch hat er Recht, es hängt von sooooo vielen Faktoren ab, ob man es schafft oder nicht. Mit Können hat es oftmals wenig zu tun, da stimme ich mezzo zu.
Ich komme nicht umhin, und das betrifft die heutige Arbeitsmarktsituation, zu raten einen "sicheren" Beruf zu erlernen und zwar einen der in die Zukunft gerichtet ist um dann, wenn die Sängerlaufbahn nicht funktioniert, ein Auskommen zu haben. Viele SängerInnen, die meinen eine schöne Stimme reiche, wissen heute nicht wovon sie die nächste Miete bezahlen sollen. Brutal aber sehr oft bittere
Realität.
Du bist noch sehr jung und hast ein offenen Weg vor Dir; für den ich Dir beide Daumen drücke; aber mache Dich auf alles gefasst und rechne mit vielen großen Steinen, umso eher wirst Du Deine Träume und Wünsche erfüllen können.
Rolando |
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_________________ Und plötzlich weißt du:
Es ist an der Zeit, etwas Neues zu beginnen, und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.(Meister Eckhart) |
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Verfasst am: 21.11.2006, 12:27 |
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WIE WAHR !
Ciao. Gioachino |
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Verfasst am: 21.11.2006, 13:59 |
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| Califonia |
| Mitglied |

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| Anmeldungsdatum: 27.10.2006 |
| Beiträge: 184 |
| Wohnort: Neustadt |
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[quote="cantilene"] bei mir gab es im Zuge der Entwicklung auch das Gefühl, vorübergehend an Höhe zu verlieren und das hat mich SEHR beunruhigt. Daher verstehe ich Dich wirklich! Aber das Problem war und ist einfach, dass ich die neue Technik(vorher hatte ich gar keine. :sad: ...) noch nicht so sicher beherrsche, dass ich es schaffe, nach der Höhe schlank und trotzden nicht flach zu bleiben. Ich nehme oft noch zuviel "Power" mit nach oben und dann klappt ncihts mehr. Das ist ein langer Prozess und da brauchst Du wirklich die hier so oft geforderte Geduld.
Bei mir ist es nach drei Jahren noch keineswegs richtig in Fleisch und Blut und Du bist doch erst viel kürzer dabei!
quote]
danke, du beruhigst mich sehr ... bei mir liegts wohl auch daran, dass ich erst vor kurzem gelernt habe, die bruststimme anzuwenden, aber dann find ich eben nicht mehr raus...
ic hhabe dann das gefühl, so überall singen zu müssen, damit es nicht wieder zu flach klingt... ich glaube das passiert ganz automatisch ohne das ich das beabsichtige, und dann komm ich nicht in die höhe...
wenn ich nicht in die bruststimme geh, sondern "ganz normal" singe, wie vorher, dann gehts besser, aber meine stimme schlankt nicht mehr so gut ab wie noch vor einem jahr, als ich problemlos ein a3 singen konnte (also wirklich singen, nicht quietschen, und richtig lang und es war auc hnicht schwierig..)
letzte std war es so schlimm, dass ich sogar bei dem einfachen "wiegenlied" von schubert was ja absolut mittellage ist, probleme hatte, weil meine stimme irgentwie versucht hat, in die bruststimme zu wechseln, was natürlich bei einem e2 nicht geht...
darum hab ich auch wieder total angst bekommen, auch weil meine stimmbänder im moment total schlecht schließen und ich immer heiser bin, wie ich ja schon erwähnt hab...
es liegt nicht an der zu schweren literatur, ihr würdet euch totlachen wenn ich euch erzählen würde, was ich für einfache sachen z.zt singe.. da hab ich schon ganz andres gesungen, aber ohne GL
das ich sopran bin weiß ich ja... hab ich schon tausendmal erzählt bekommen von semtlichen GL s und Profs denen ich über den weg gelaufen bin...
aber wenn dann einige sagen ich hätte eine soooo tolle höhe und würde dort richtig "aufblühen" und dass ich in ein paar jahren bestimmt mal die königin der nacht singen werde, könnt ich n lachanfall kriegen...
bei meiner momentanen situation...
ich hoffe ich nerv euch nicht mit meinem ständingen gelaber, aber ich weiß halt nich,t ob ich gerade meine stimme zersöre (bzw mein GL) oder ob es normal ist, dass die stimme machnmal nicht funktioniert...
gestern im gemischten chor haben wir hayden gesungen (missa sancti nicolai) und da durf ich dann auch das sopran solo zwischenrein singen.. da kamen auch ein paar schöne läufe vor, die wieder super angenehm zu singen waren, und auch im chorsopran ist eine wunder schöne koloratur (auf h2 beginnend) was mir total gut tat... vllt ist es ja auch psychisch bedingt, dass ich mir manchmal was nicht zutraue und es dann auch nicht klappt!
liebe grüße, califonia |
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Verfasst am: 21.11.2006, 15:16 |
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Zu Rolando und gioachino:
Ihr habt voellig Recht, und nach wie vor bin ich froh, auch was "Vernuenftiges" (wenn man ein Geographiestudium denn so nennen kann *lach*) gelernt zu haben. Nicht umsonst haben 6 Jahre Tretmuehle im oeffentlichen Dienst mir ermoeglicht, jetzt ein wenig "Ueberbrueckungsgeld" zu haben. Und wer weiss, wozu es sonst noch gut war oder noch mal sein wird. Rein von der Lebenserfahrung her waren das meine schlimmsten, aber auch die wichtigsten Jahre, so paradox das klingt.
Warum? Weil ich gemerkt habe, wo meine Grenzen sind. Ich habe waehrend der Gesangsausbildung ja trotzdem noch gearbeitet, und manchmal dachte ich schon: "Ausbildung und Job, das schaffst Du nie!" Habe ich ja dann letzlich auch nicht und das Handtuch geworfen, das hatte aber noch andere Gruende ...
Ich fuer meinen Teil kann aber nur sagen: Der "Ruf", ganz dem Gesang nachzugehen, kam halt trotzdem irgendwann, da hilft alle Ratio nichts. Ich habe auch waehrend des Studiums mehr gearbeitet, als gesundheitlich eigentlich gut gewesen waere (und habe aus lauter Stolz weder Bafoeg noch Wohngeld beantragt, weil das nicht meine Art ist - auch, wenn's bekloppt scheinen mag).
Daher kann ich auch heute noch mit wenig auskommen, obschon ich sagen muss, dass es nach einem Leben mit genug Geld schon schwer faellt, Ansprueche zurueckzuschrauben, und sich nicht mehr "mal eben" alles leisten zu koennen.
Man muss sich, wenn man sich fuer ein Leben mit "ausschliesslich Kunst" (welcher Auspraegung auch immer) entscheidet, voll im Klaren darueber sein, was das heisst. Beispiel: Mein Freund ist Photograph und im Moment ernsthaft arbeitsunfaehig. Hier in GB bekommt man Statutory Sickpay, auch als Freelancer, das sind aber nicht mal 70 Pfund in der Woche. Income Support (also in etwa Aufstockungssozialhilfe) gibt es dann NICHT mehr zusaetzlich, das heisst ganz klar, man muss damit auskommen, was eigentlich fast unmoeglich ist. Ich bekaeme sowieso nichts, da ich Ruecklagen habe, die ueber der Grenze liegen. Heisst, die muss man erstmal aufbrauchen. Da nuetzt es ueberhaut nichts, wenn man sich das fuer's Alter ansparen wollte, Pech gehabt. Wir koennen also jetzt sozusagen "ueberleben", wie das dann im Alter aussieht, ist eine andere Frage. Und fuer teure Zusatzversicherungen hat man als Freelancer leider nicht immer das Geld, die kann man sich also in aller Regel erst leisten, nachdem die laufenden Rechnungen bezahlt sind, und das ist oft schon schwer genug.
Die Auftragslage ist schwer saisonabhaengig, als Photograph hauptsaechlich in den Sommermonaten, als Saengerin ebenfalls plus zusaetzlich noch mal die grossen Feiertage (es sei denn, man ist irgendwo im Engagement, aber das ist ja nun leider nicht die Regel). Das levelt sich etwas aus, wenn man unterrichtet, da muss man aber wieder die Fluktuation einrechnen.
Das mag jetzt sehr negativ klingen, so ist es aber nicht gemeint. Ich wuerde trotzdem NIE tauschen wollen und bin jetzt wesentlich gluecklicher als noch vor 2 oder 3 Jahren. Es ist aber nicht jeder dazu in der Lage, so zu leben, man muss das vorher fuer sich selbst sehr gut pruefen und ueberdenken. Und einkalkulieren, dass man dauerhaft vieleicht nicht vom gesang allein leben kann. Eine "Rettungsleine" oder ein zweites Standbein ist sicher nicht das Falscheste.
Hat jetzt irgendwie nicht mehr viel mit Stimmfach zu tun, aber ist sehr wichtig, gerade fuer die ganz jungen Saenger, die gerade erst die Weichen stellen ...
@ Mutzel: Prinzipiell hast Du zwar Recht, aber wenn Wuensche unrealistisch sind oder ein Schueler noch nicht so weit ist, ist es die PFLICHT eines Gesangslehrers, das auch zu sagen. Es ist viel schlimmer und geradezu verachtenswert, Gesangsschueler nur um des eigenen Auskommens Willen bei Laune zu halten oder sie wissentlich in einer AP auflaufen zu lassen. Das hat was mit Verantwortung dem Schuler gegenueber zu tun, und Leilas Lehrer macht das vollkommen richtig ... |
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Verfasst am: 21.11.2006, 16:32 |
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@ all: Ihr habt sehr recht mit dem was ihr sagt und zumindest ein Bein auf dem Boden der Tatsachen ist absolut erforderlich. Ich denke ich werde nebenbei etwas vernünftiges lernen, es gibt ja noch viele Berufe die Spaß machen können, auch welche die mit Musik zu tun haben und trotzdem nicht ganz so viel Risiko bedeuten... Aber ich werde hart daran arbeiten, denn ich denke in aller erste Linie muss man etwas dafür tun, denn von nichts kommt nichts... Im Moment laufe ich Gefahr alles aufgeben zu wollen, weil ich es für unmöglich halte, aber das ist natürlich auch falsch. Man muss eben einen Mittelweg finden! Ich schaue mal wo mich das Leben hintreibt, vielleicht ende ich ja als Tierpflegerin ;)
@ Mutzel : Nein so meinte er das nicht. Vielleicht gefalle ich ja den Menschen auch, oder eben nur manchen. Man weiß eben nie was/wen das Publikum liebt. Bestes Beispiel Callas. Es gibt auch heute noch genug Leute die es nicht im mindesten nachvollziehen können, warum sie so geliebt wurde und auf der anderen Seite Verehrer, wie mich, die sie in dne Himmel heben. Geschmäcker sind eben verschieden. Weil eine Hand voll Leute meine Stimme schön finden heißt das nicht, dass es 3000 tun ...
LG Leila |
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