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Wieviel Klassik kann man Kiindern zumuten....?


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Wieviel Klassik kann man Kiindern zumuten....?
BeitragVerfasst am: 07.11.2006, 16:44 Antworten mit Zitat
Robin
Mitglied


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
 
Anmeldungsdatum: 13.12.2005
Beiträge: 172
Wohnort: Boston - Muenchen


Heute habe ich kurzfristig eine 4. Grundschulklasse in eine Kinderversion von der Zauberfloete "nach Mozart" begleitet. Zuvor hatte ich eine Einfuehrung in die Zauberfloete gehalten damit die Kids ein bisschen besser mitkommen.
Die Auffuehrung kam bei den Kindern gut an und war nett gespielt, aber mit Mozart hatte sie recht wenig zu tun. Soll heissen: vom Band kamen wenige auch noch sehr reduzierte Stuecke auf einem Synthisizer im E-Orgelton gespielt, (dass es mir die Schuhe auszog). Mit Muehe hat Papageno und sogar einmal Monostatos eine Art Sprechgesang von sich gegeben. Die andern sprachen ausschliesslich ihre Rollen.
Da ich speziell die Zauberfloete schon in anderen fuer Kinder bearbeiteten Versionen gesehen habe, weiss ich, dass es auch anders geht. Die begleitenden Muetter allerdings fanden meine Kritik, dass das keine Oper, auch keine Kinderoper; kein Mozart, sondern ein Schikaneder war und dass Kinder sehr wohl mehr klassische Musik vertragen, ohne gleich Reissaus zu nehmen, fuer nicht gerechtfertigt. Sie meinten, dass mehr Musik die Kinder abschreckt!!????
Ist das wirklich so? Ich rede ja schliesslich nicht von 5 Stunden Wagner. Eine war begeistert von "auf das wesentliche" reduzierte Werke, auch Klavierstuecke: Chopinwalzer fuer Kinder spielbar.
Hat das die Musik noetig? Es gibt so viele auch fuer Anfaenger spielbare originale Stuecke, aber es bedeutet halt, dass die "bekannten Renner", nicht so ohne weiteres gespielt werden koennen. Muss bei allem das Niveau heruntergesetzt werden, damit es jeder ohne groessere Anstrengung spielen kann? Ich habe ein Problem mit "Klavierpielen fuer Angeber".
Ob hier in Muenchen als auch in Boston habe ich sagenhafte Konzerte und Operninszenierungen fuer Kinder gesehen, von denen die Kids noch ein Jahr spaeter sprachen.
Mit meinem Chor den "Singing Sox" habe ich parallel zur Auffuehrung in Boston die 1.Papagenoarie sowie "Das klinget so herrlich" gemacht. Die konnten das, koennen es bis heute, sind so stolz darauf und haben mir am Schluss sogar die Koenigin der Nacht-Passage astrein vorgesungen.
Speziell, was die Kinder betrifft, unterschaetzen meiner Meinung nach die Erwachsenen ihre Bereitschaft und ihr Interesse und halten sie kuenstlich klein.
Muss die Musik alla McDonalds im Fast Food Stil moeglichst verdauungsfrei serviert werden, damit sie ueberhaupt noch angenommen wird?

Gruss

:piano1 Robin
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BeitragVerfasst am: 07.11.2006, 16:44
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BeitragVerfasst am: 07.11.2006, 20:58 Antworten mit Zitat
Rolando
Angestellter


Geschlecht: Geschlecht:männlich
 
Anmeldungsdatum: 11.11.2005
Beiträge: 401
Wohnort: Hamburg (*04.07.1955)


Liebe Robin,

ich schließe mich Deiner Meinung an. Man traut den Kindern einfach zu wenig zu.
Mein 10 jähriger Filius hat bereits in der 3. Klasse im Musikunterricht die "Zauberflöte" durchgenommen und ausgiebig bearbeitet. Er hat dann auch mit der Klasse eine Aufführung des " Jungen Musiktheaters" besucht. Seine damit geweckte Neugier hat mich ausserordentlich überrascht. Seither spielt er Mozart rauf und runter, auch seine anderen, bereits vorhandenen, CD's kommen jetzt zum Einsatz.

Am Sonntag habe ich nun in einem Familienkonzert - es ging darum ob Mozart bei Haydn geklaut hat :Laughing - selber darstellerisch mitgewirkt ( Erzbischoff Schrattenbach) und die anwesenden Kinder waren hellauf begeistert. Etwas mehr als eine Stunde haben sie gebannt dagesessen und diesen spannenden "Kriminalfall der Musikgeschichte" mitverfolgt und haben mitgezittert, ob Mozart nun verhaftet wird oder nicht.


:hearts Rolando

_________________
Und plötzlich weißt du:
Es ist an der Zeit, etwas Neues zu beginnen, und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.(Meister Eckhart)
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BeitragVerfasst am: 08.11.2006, 01:20 Antworten mit Zitat
kaja
Hilfestellender


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
 
Anmeldungsdatum: 10.12.2005
Beiträge: 312
Wohnort: *18.12.50


hallo,

ich habe im bekanntenkreis auch kleine kinder schon für klassik und oper begeistern können. und zwar für die originale (soweit für kinder geeignet).

bei meinen schülern waren auch schon kinder, die vorher nie klassik gehört hatten und beim aussuchen der übungsstücke (die sie sich zuvor auf cd anhören konnten) unbedingt die klassischen singen wollten.

bei jugendlichen, die vorher nur pop etc. gehört haben, ist es etwas schwieriger, geht aber auch. sie bekommen cd`s zum anhören mit u-musik und leichtverdaulicher klassik (ohne zu wissen, daß es sich um klassik handelt, sie halten es erst mal vielleicht für ital. schlager oder so *gg*). nach einiger zeit singen sie gern klassik und oper. ein schüler, der jahrlang in einer hardrock-band war, ist jetzt schon seit längerem begeisterter schubert-fan.

liebe grüße
kaja
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BeitragVerfasst am: 08.11.2006, 08:27 Antworten mit Zitat
cantilene
Gast


 


Wer selbst Kinder hat und versucht hat, sie für klassische Musik zu begeistern, kann auch ien Liedchen von diesem Thema singen!
Ich habe in Bezug auf meine Tochter da wirklcih alles getan, was mir môglcih war und sie auch bereits als kleines Kind mit in Auführungen genommen, ihr Klavieruntericht ermöglicht , was damals SEHR schwierig für mcih war, etc etc.
Bis zur Pubertät ging das auch alles wunderbar und ich war ganz glûcklich mit dem Erfolg meiner "Erziehung", aber dann kam der grosse Knall und plötzlich war alles nur noch Punk und Metal, Klavier ade, was Mama mag ist eh Scheisse und Bach und Mozart in die Mülltonne. :ruhe
Kleine Kinder lassen sich leicht begeistern und man kann ihnen auch eine Menge zumuten, aber sie ab dem Alter von 11 /12 Jahren noch bei der Stange zu halten, das ist die eigentlcihe Kunst! :schlaumeier
Meine Tochter wollte dann unbedingt E-Gitarre lernen, nachdem ich die Percussions in einer Mietwohnung ablehnen musste, und auch das haben wir dann noch geschafft, aber das waren harte Zeiten für meine Ohren. Und nur in gegenseitiger "Toleranz" und bis die Fetzen flogen, haben wir unsere so konträren musikalischen Aktivitäten innerhalb der Wohnung überlebt. :ruhe :ruhe :ruhe
Mittlerweile ist sie wieder bei der Klassik gelandet und auch hier, weiterhin in Opposition zur Mama, ausgerechnet bei Wagner. Paradoxerweise kam sie über den Weg von Hardrock-Gruppen mit Operneinlagen à la Nightwish auf den Trcihter...... und vielleciht noch die urgrossväterlichen Gene eines echten Wagnerianers?????Oder es rächt sich nun, dass meine allererste Opernarie die Senta Johohohe aus dem Holländer war?????
Aber auch mittelalterliche und Renaissancemusik steht hoch im Kurs , das scheint mir eine Frucht dieser ganzen Fantasy-Spiel-Kultur im Umkreis "Herr der Ringe" zu sein und ich bin sehr froh, dass dann auf diese Weise doch so nach und nach die Früchte dessen, was man mal gesäat zu haben glaubt, sichtbar werden. :applaus
Vielleciht werde ich mit zunehmenden Alter noch mein blaues Wunder erleben und ansonsten hoffe ich auf Enkelkinder, die ich zumindest einige pubertätsfreie Jahre lang für das begeistern kann, was mir so am Herzen liegt????? :pfeifen ;-)
BeitragVerfasst am: 08.11.2006, 22:23 Antworten mit Zitat
mezzo
Gast


 


Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich kleine Kinder durchaus für Klassik begeistern lassen. Meine Nichte (10) hatte sich auch tatsächlich mal bei ihrer Lehrerin beschwert, dass in der "Kleinen Zauberflöte" ja die Hälfte fehlt. Sie hat sich jetzt auch eine Aufnahme der Fledermaus zu Weihnachten gewünscht, das sie diese bei ihrem letzten Besuch bei mir gehört hat (ganz!).
Mein Neffe (8) fand anfangs Klassik auch gut, mittlerweile ist das aber "uncool".

Ich denke, es hängt viel auch vom Interesse der Eltern ab. In der Grundschule meiner Nichte haben sich Eltern beschwert, dass die Kinder im Musikunterricht einen Test über Smetana und Die Moldau schreiben mussten. Das bräuchte doch kein Mensch.........

Hier in Berlin gibt es an den Opernhäusern extra Familienvorstellungen, meist am Wochenende zu einer "gesitteten" Zeit. Und es gibt Sonderkarten für Schulklassen und Mitmach-Workshops.

LG
mezzo
BeitragVerfasst am: 09.11.2006, 00:00 Antworten mit Zitat
Silje
Allwissender


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
 
Anmeldungsdatum: 13.11.2005
Beiträge: 775
Wohnort: Starnberg/Bad Homburg *21.12.


Ja, wenns denn immer so wäre, daß das Interesse der Eltern auf die KInder abfärbt.... in meinem Fall kann so auch ein Schuß nach hinten losgehen. Obwohl ich viel Klassik höre und unseren Sohn auch schon mal ins Konzert oder sogar Oper (Hänsel/Gretel) mitgeschleppt habe, findet er nun mal E-musik ziemlich daneben ...und wenn Muttern dann auch noch anfängt zu singen.... ohhh wie peinlich.... :Rolling Eyes
Aber ich ignoriere das und sage mir immer, daß er vielleicht in späteren Jahren doch gute Erinnerungen an sein Elternhaus hat, in dem eben nicht ACDC oder Jürgen Drews gehört wurde. (Wobei son fetziger Hardrock auch mal was Gutes ist)
In meinem Fall ist es so, daß ich schon in jungen Jahren (7) fast monatlich in die Oper und in klassische KOnzerte mitgenommen wurde.
Bei mir hat es keinen Schaden hinterlassen...oder na ja..wie mans eben sieht..... Insofern finde ich, daß man Kindern durchaus Klassik "zumuten" kann , aber eben nur in angemessenen und kindgerechten Häppchen.
Unser Sohn hat in der 5ten Klasse Gymnasium im Musikunterricht nur Musiktheorie gemacht und jede Klassenarbeit bestand nur aus rein musiktheoretischen Übungen. So kann man Kindern den Spaß an Musik gründlich verderben. Aber wer Mozart, Bach oder Verdi war...tja...das wußte keiner nach dem Schuljahr. Nun fand zum Glück ein Lehrerwechsel statt.

Gruß,

Silje
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BeitragVerfasst am: 09.11.2006, 18:40 Antworten mit Zitat
LaCarmensitaRubia
Gast


 


Hallo,

ich wäre froh gewesen, wenn meine Mutter mal mit mir in die OPer gegangen
wäre, aber leider haben beide Elternteile nicht sehr viel mit Klassik am Hut. Meine Mutter hört prinzipiell kaum Musik und hat wohl auch nicht angenommen, das eins ihrer Kinder in diese Richtung geht. Wer auf musikalische Ausbildung hat sie trotzdem gelernt und dass ich mal zwei Jahre Geige gespielt habe ist wirklich mein Glück, denn ich habe ein sehr gutes Gehör, was anderen später ein Problem wird. Das unglückliche an der Sache ist, dass ich es auch wieder geschmissen habe... Mein Vater ist ein schon fast Klassik Hasser, er hört nur Rock und Reggae und emfindet jede Beschäftigung mit klassischer Musik als Zeitverschwendung.
Ich bin von mir aus in den Chor gegangen und bin sehr glücklich damit
:dafür . Leider macht sich die mangelnde Beschäftigung mit klassischer Musik in meiner Kindheit jetzt vor allem an der Theorie (z.B Notenlesen) bemerkbar. Meine Mutter hat auch ihre Erfahrungen gemacht und meine kleine Schwester spielt jetzt Klavier und Klarinette, ich hoffe sie hat mehr Glück als ich mit der Musik.
Ich hätte mir gewünscht als kleines Kind die Zauberflöte sehen zu können ... :sad: Vor allem Opern sind was ganz tolles, besonders für Kinder, weil sie nicht nur hören sondern auch sehen können !!

LG Leila
Re: Wieviel Klassik kann man Kiindern zumuten....?
BeitragVerfasst am: 11.11.2006, 00:16 Antworten mit Zitat
zerlina
Gast


 


Zitat: Die begleitenden Muetter allerdings fanden meine Kritik, dass das keine Oper, auch keine Kinderoper; kein Mozart, sondern ein Schikaneder war und dass Kinder sehr wohl mehr klassische Musik vertragen, ohne gleich Reissaus zu nehmen, fuer nicht gerechtfertigt. Sie meinten, dass mehr Musik die Kinder abschreckt!!????
Ist das wirklich so?




:dafür Hallo, Robin,

ich finde es toll. Ich bin auch Mutter eines 10-jährigen Sohnes. Er hat immer die Wahl, ob er mit zu Konzerten (Klassik, Musicals etc.) mitgehen möchte oder nicht. Er entscheidet sich immer mitzugehen. Danach schwärmt er, wie schön es war und er hatte bis jetzt noch nie Langeweile. Letzten Sonntag habe ich selber bei einem Gesangsschülerkonzert mitgesungen. Mein Sohn fand auch das toll.
Tage zuvor kam er von der Schule nach Hause und erzählte mir sehr interressiert vom Musikunterricht. :pfeifen Sie haben nämlich Mozart und den Papageno durchgenommen und gestern das Thema vertieft. Er wusste immer noch sehr viel darüber. :applaus
Ich war erstaunt, denn vorher mochte er den Musikunterricht bei der gleichen Lehrerin nicht und er sagte; " Endlich nehmen wir was gescheites durch."
Ausserdem geht die Klasse jedes Jahr in ein Musical und er war immer begeistert.

Mein Tipp: Lass dich nicht beirren von den anderen Müttern. Wenn es die Kinder gut finden, dann ist es doch o.k. :dafür

LG
zerlina
BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 15:11 Antworten mit Zitat
sopranist
Gast


 


@Robin

Das mit dem Niveau heruntersetzen ist schon so eine Sache. Ich merke das im Kompositionsunterricht... es ärgert mich zutiefst, dass viele (alle??) Musiker in ihrem Beruf möglichst abgehoben wirken (wollen). Diese Entfremdung den Laien gegenüber bewirkt, dass die, die wenig davon verstehen auch keine Lust haben, dem "intelektuellen" Blabla der Könner zuzuhören, wenn man es sich selbst, zwar etwas erleichtert, aber immerhin, durchspielen/singen kann. Ich kann das total verstehen. Wieso bitte soll Kunst intelektuell sein? Ist Kunst nicht das Mittel zur Gestaltung eines Gefühls? Und in der heutigen Zeit ist Kunst (vor allem Malerei) einfach echt nicht gut zugänglich. Man muss sich zu einem Kunstwerk Legenden (gut, das eher in der Musik) und sonstwieviele Seiten durchlesen, damit man es "versteht". Das man nach dem ganzen hochgestochenen und mit Fremdwörtern gewürzten Text gar nichts mehr versteht, ist meiner Meinung nach logisch. Ich bin der Meinung, dass Kunst im Augenblick des Betrachtens/Hörens/... verstanden werden soll. Sonst kann man auch gleich riesenhafte Kreuzworträtsel als Kunst preisen... die versteht auch keiner auf den ersten Blick.
Daher ist es durchaus berechtigt, dass Laien, die ja durchaus auch sehr musikinteressiert sind... nur eben nicht auf das Blabla der Künstler scharf sind, Stücke musizieren wollen, die sie mit ihren Kenntnissen zusammenbringen.
Und überhaupt, Musik kommt von innen. Daher würde ich mit den Begriff Laie vorsichtig umgehen, da jeder, der etwas innerlich spührt, seine gefühle rüberbringen kann. Mag sein, dass es nicht berauschend klingt - aber es ist ehrlich. Und das wollen die Leute.

@Cantilene

Ich bin der Meinung, dass man Kinder auf keinen Fall "an der Stange halten sollte". Es ist für viele Eltern schwer (ich merke es an meinen eigenen, obwohl das wieder ganz andere Themen betrifft... in der Musik sind wir und einig), ihren Kindern wirklich die Wahl zu lassen. Viele wollen ihre Kinder zum "Guten" beeinflussen. Es wird immer Kinder geben, die sich durch die Pubertät hinweg für Klassik interessieren werden. Aber genauso gibt es Kinder und Jugendliche, die sich an Pop und Rock satthören. Das muss man respektieren. Der Zahn der Zeit ist längst nicht mehr im Konzertsaal - er ist bereits auf die open-air-Bühnen gestiegen und trägt dort mit E-Gitarre und Schlagzeug seine Lieder vor. Und da besteht eine Verknüpfung zu dem, was ich Robin geschrieben habe: Welcher Popsänger hat eine richtige Ausbildung? Die meisten haben einfach gut Einfälle und können sie gut rüberbringen. Das genügt den Leuten - die wollen keine künstlerische Leidensgeschichte, sondern die Intensität des Vortragenden spüren. Deswegen ist das Singen ja immer gern gehört.
Man muss den Kindern Zeit lassen, sich überall hin entwickeln zu können. Und wenn nicht, dann haben sie schon gefunden, worin sie aufgehen. Das ärgert mich auch bei meinen Kompositionslehrern. Die wollen mir tatsächlich einreden, dass ich noch am Weg zu meiner Musik bin. Bla. Ich schreibe, was mir gefällt - und das ist eben eher Mozart, als Schönberg.
BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 16:58 Antworten mit Zitat
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Zitat:
Daher würde ich mit den Begriff Laie vorsichtig umgehen, da jeder, der etwas innerlich spührt, seine gefühle rüberbringen kann. Mag sein, dass es nicht berauschend klingt - aber es ist ehrlich. Und das wollen die Leute.

Also, das kann ich absolut nicht unterschreiben. Denn: Das wollen die Leute nur dann, wenn es auch halbwegs nach etwas klingt. Wenn jetzt jeder, egal wie unmusikalisch und talentlos, seine Gefühle in Musik fassen würde, würde das kaum so viele Leute begeistern. Ein Mindestmaß an Musikalität oder schöner Stimme wird durchaus gefordert, denn nicht umsonst verschwinden Leute wie beispielsweise Daniel Küblböck schnell von der Bildfläche - man kann sichs halt einfach nicht anhören ;-)
Ich finde es übrigens schon etwas gewagt, sich mit jemandem wie Mozart zu vergleichen.

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BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 23:07 Antworten mit Zitat
sopranist
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Fliu, zweimal lesen, das nächste mal.

Dass mit den Laien... ich hatte im Hinterkopf, dass es keine Florence Foster Jekins sein muss, die ihre Gefühle darbietet (auch wenn sie das vielleicht hätte wollen, es ist bei ihr nicht rüber gekommen). Die Leute verzeihen einem die Fehler der Technik eher, wenn man voll dabei ist und aus den Augen glänzt, als wenn man mit lupenreiner Technik die Noten heruntersingt... und das tun leider viele.

Also ich kann in meinem Beitrag nicht lesen, dass ich mich mit Mozart vergleiche, aber gut. Ich habe nur geschrieben, dass ich eher im Stile des Mozart (daraus kann man folgern... klassisch!) komponiere. Wenn das in deinen Augen ein Vergleich ist, bitte. Ich persönlich hasse dieses ewige Vergleichen und Wetteifern der Mensch so stark, dass ich wohl bis zur Sonne und wieder zurück kotzen könnte (entschuldige den Ausdruck).
BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 23:14 Antworten mit Zitat
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sopranist hat folgendes geschrieben:


Die Leute verzeihen einem die Fehler der Technik eher, wenn man voll dabei ist und aus den Augen glänzt, als wenn man mit lupenreiner Technik die Noten heruntersingt... und das tun leider viele.



Das hast du sehr schön ausgedrückt, stimme dir voll zu.

Liebe Grüsse


Zuletzt bearbeitet von musika am 23.11.2006, 23:28, insgesamt einmal bearbeitet

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BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 23:25 Antworten mit Zitat
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Nur die Ruhe ;-) Lieber Sopranist, ich habe deinen Beitrag durchaus zweimal gelesen. Vielleicht musst du dich einfach deutlicher ausdrücken? ;-) Meiner Meinung nach sagt nämlich dein neuerer Beitrag etwas ganz anderes aus als der davor. Zwischen "Laien" und Sängern, die halt mal ein paar Fehler machen, besteht meiner Meinung nach doch ein erheblicher Unterschied. Es gibt durchaus Laien, die KEIN BISSCHEN singen können, und da nützen auch glänzende Augen nichts. Deswegen muss man da differenzieren, und das hast du nicht gemacht. Da musst du damit rechnen, falsch verstanden zu werden, sorry. Genauso wie bei deinem Satz über Mozart:
Zitat:
Ich schreibe, was mir gefällt - und das ist eben eher Mozart, als Schönberg.

Wenn du damit nur ausdrücken willst, dass du klassische Musik schreibst, dann sag das doch gleich ;-) Sorry, aber das ist halt eine sehr verwaschene Formulierung, die man leicht falsch verstehen kann.

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BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 23:32 Antworten mit Zitat
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Fliu hat folgendes geschrieben:
Nur die Ruhe ;-) Es gibt durchaus Laien, die KEIN BISSCHEN singen können, und da nützen auch glänzende Augen nichts.


Liebe Fliu,
das hat Sopranist nicht gesagt, er sprach von Fehlern in der Technik, die kann auch ein Profi haben.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 23:39 Antworten mit Zitat
Fliu
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Genau, er sprach im ZWEITEN Beitrag von Fehlern in der Technik. Im ersten sprach er von Laien. Deswegen sag ich ja, es war etwas schwammig formuliert.
edit:
Zitat:
Daher würde ich mit den Begriff Laie vorsichtig umgehen, da jeder, der etwas innerlich spührt, seine gefühle rüberbringen kann. Mag sein, dass es nicht berauschend klingt - aber es ist ehrlich. Und das wollen die Leute.

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BeitragVerfasst am: 24.11.2006, 10:36 Antworten mit Zitat
Sista Valsen
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Und ob jemand, der gar nicht singen kann, sich jetzt unbedingt Gesang aussuchen würde, um seine Gefühle auszudrücken..... man kann das ja auch mit einem Instrument machen. Oder malen. Oder Gedichte schreiben. Oder..... da gibt es vieles.
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BeitragVerfasst am: 24.11.2006, 11:44 Antworten mit Zitat
Principe
Gast


 


Klassik für Kinder?


Es ist mehrfach untersucht und bestätigt worden, dass klassische Musik die Intelligenz fördert. Man kann also gar nicht früh genug damit anfangen. Aber auch der klassisch-musikalische Einstieg, selbst im fortgeschrittenen Alter, hat seine positive Wirkung.

Klar - man sollte es nicht übertreiben, was sicher die gegenteilige Wirkung des Gewollten hätte, aber ein sorgsames gemeinsames heranführen an die Klassik, möglichst auch über das lernen eines Instrumentes oder die Stimmbildung, fördert die positive geistige (und Persönlichkeits-) Entwicklung.


Ciao :dafür Principe
BeitragVerfasst am: 24.11.2006, 17:07 Antworten mit Zitat
sopranist
Gast


 


Dem stimme ich zu, Principe. Ich bin der Meinung, dass man nichts übertreiben sollte - schon gar nicht bei Kindern, die sonst ungewollt dsa Gegenteil machen und selbst damit unglücklich wären, würden sie es zugeben.
 
   
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