morgana Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.11.2006 Beiträge: 153 Wohnort: leverkusen
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Verfasst am: 24.11.2006, 22:06 Titel: hexenkraut |
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cicaea lutetiana.
nach der zauberin circe benannt, wächst das hexenkraut auf feuchten, schattigen standorten und ist nur schwer wieder ausrottbar.
es spielte aber im aberglauben keine besondere rolle.
für zauberische zwecke wurden eher andere hexenkräuter verwendet, so das johanniskraut, das bilsenkraut oder der baldrian.
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als hexenkräuter oder hexenpflanzen bezeichnet man:
pflanzen der gattung circaea
zahlreiche pflanzenarten, deren gebrauch den hexen zugeschrieben wurde oder wird.
dazu gehören viele nachtschattengewächse (solanazeen), z. b. bilsenkraut, tollkirsche, aber auch die kartoffel und die tomate.
oft sind es giftpflanzen.
pflanzen, die das wort „hexen“ schon im namen tragen, sind:
hexenblum:
die windröschen (anemone) bilden eine gattung in der familie der hahnenfußgewächse (ranunculaceae).
zu dieser gattung zählen rund 150 arten, die vor allem auf der nördlichen welthalbkugel und dort schwerpunktmäßig in den gemäßigten zonen asiens heimisch sind.
als zierpflanze haben viele arten auch in mitteleuropäischen gärten verbreitung gefunden.
die wichtigste darunter ist die garten-anemone (a. coronaria) und die meist aus der türkei importierte strahlen-anemone (a. blanda), auch balkan-windröschen genannt.
der botanische name geht auf die antike zurück.
plinius der ältere bringt ihn mit dem griechischen anemos = wind in verbindung.
anemona war auch eine nymphe am hofe der göttin flora.
der sage nach soll sich floras gatte zephyr, der gott des windes, in anemona verliebt haben, worauf sie von der eifersüchtigen göttin in eine blume verwandelt wurde.
alle arten sind im frischen zustand durch protoanemonin schwach giftig, deshalb wurde früher daraus pfeilgift gewonnen.
beim trocknen und kochen wird das enthaltene gift in das ungefährliche anemonin umgewandelt.
im frischen futter können anemonen vergiftungen beim vieh hervorrufen.
heute wird der frisch gepresste saft in der homöopathie verwendet.
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hexenzwiebel:
der bärlauch (allium ursinum, syn. allium latifolium, a. nemorale, ophioscorodon ursinum) ist eine art aus der gattung der allium und somit verwandt mit schnittlauch, zwiebel und knoblauch.
im volksmund wird der früher als würzendes küchenkraut verwendete lauch auch wilder knoblauch, waldknoblauch, hexenzwiebel, wilder lauch, latschenknofel, ränsel, rams, ramsell, waldlauch oder zigeunerlauch genannt.
im englischen sprachraum heißt er "bears garlic", im französischen "ail des ours".
für bären ist diese pflanze eine erste nahrung nach dem winterschlaf.
der deutsche name bzw. auch der botanische name leitet sich von dieser vorliebe ab.
eine andere theorie vermutet, der name leite sich aus der vorliebe der alten germanen ab, ihren bärenschinken mit dem lauch zu würzen.
bärlauch ist eine mehrjährige krautige pflanze, die wuchshöhen von etwa 20 bis 50 zentimeter erreicht.
diese art hat einen geraden, zwei- oder dreikantigen, aufrechten stängel. die pflanze hat grundständige, langgestielte laubblätter mit ei-lanzettförmigen blattspreiten, die jeweils zwei bis fünf zentimeter breit sind.
bärlauch bildet einen doldigen blütenstand aus fünf bis zwanzig blüten.
er blüht mit weißen, sternförmigen, dreizähligen blüten mit je sechs gleichgestalteten blütenhüllblättern (tepalen).
sein geruch ähnelt dem knoblauch, ist aber weniger stark ausgeprägt. seine blätter erscheinen ab februar/märz, er blüht von april bis juni, und mit der blüte endet die erntezeit.
die zwei bis drei millimeter großen samen des bärlauchs haben kleine fleischige anhängsel, so genannte elaiosomen, die ihre verschleppung durch ameisen und die erfolgreiche verbreitung der pflanzen sicherstellen. allerdings produziert nur etwa die hälfte der blüten fruchtbare samen, da die befruchtungsrate der blüten sehr gering ist.
als typischer frühjahrsgeophyt beendet der bärlauch seinen wachstumszyklus ende mai nach dem abblühen, und die pflanze zieht wieder in die erde ein.
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hexenkraut:
das schwarze bilsenkraut (hyoscyamus niger), auch "hexenkraut", ist eine pflanze aus der familie der nachtschattengewächse (solanaceae).
sie wird circa 30 bis 60 (in extremfällen bis ca. 170) zentimeter hoch und ist krautig.
die wurzel ist spindelförmig und nach oben hin rübenförmig, der stängel ist klebrig.
die blätter sind länglich-eiförmig und grob buchtig gezähnt.
die unteren blätter umfassen den stängel, die oberen sind schmal gestielt.
bilsenkraut kann - je nach zeitpunkt der keimung - ein- oder zweijährig sein.
bei zweijährigen pflanzen erscheint im ersten jahr nur eine blattrosette.
im darauffolgenden jahr kommt die pflanze dann zur blüte.
den einjährigen pflanzen fehlt oft der purpurne blütenfarbstoff.
die trichterförmige blüte ist schmutzig gelblich weiß und violett geadert.
die blüten sind in den blattachseln angeordnet.
die frucht ist eine bauchige circa 1,5 zentimeter lange deckelkapsel, die vom kelch umschlossen wird.
der samen ist graubraun, grubig vertieft und circa 1 mal 1,3 millimeter groß.
das weiße bilsenkraut (hyosciamus albus), ein verwandter des in deutschland heimischen schwarzen bilsenkrauts, kommt im ganzen mittelmeerraum vor.
das goldgelbe bilsenkraut (h. aureus) ist auf den östlichen mittelmeerraum beschränkt.
diese pflanze ist sehr giftig.
verzehr oder intensiver kontakt kann den tod zur folge haben !
giftige hauptinhaltsstoffe sind die tropan-alkaloide scopolamin und hyoscyamin.
daneben enthält die pflanze noch flavonoide.
da die verwendungsmöglichkeit des bilsenkrauts als droge seit langem bekannt ist und sein ruf als hexenpflanze es für manche sehr interessant macht, werden immer wieder selbstversuche mit extrakten des bilsenkrauts vorgenommen.
da jedoch einerseits die grenzwerte von berauschender und toxischer dosis sehr nahe beieinanderliegen und andererseits der wirkstoffgehalt (bei variabler wirkstoffzusammensetzung) drastisch schwankt, können sehr schnell schwere vergiftungen auftreten, die aufgrund der hohen toxizität der stoffe auch tödlich enden können.
die tödliche dosis liegt bei scopolamin bei 50 mg, niedrigere dosen können jedoch bereits durch atemlähmung den tod herbeiführen.
vergiftungssymptome: hautrötung, trockener mund, unruhe, schläfrigkeit oder halluzinationen, verwirrtheit, pupillenerweiterung, herzrhythmusstörungen und komatöse zustände, bewusstlosigkeit und tod durch atemlähmung.
die rauschwirkung kann mehrere tage bis zu einer woche anhalten.
irreversible schäden wie gedächtnisverluste und verhaltensstörungen können aufgrund der neurotoxizität der inhaltsstoffe auftreten. fortgesetzter konsum führt zur verblödung.
in der volksheilkunde wurde die narkotisch und halluzinogen wirkende giftpflanze als krampflösendes mittel und als räuchermittel bei asthma bronchiale eingesetzt.
die blätter und auch die leicht dosierbaren samen des bilsenkrautes werden wegen ihres berauschenden effekts geraucht.
heute ist der einsatz als obsolet anzusehen, da der wirkstoffgehalt stark schwankt und es häufig zu vergiftungen kam.
in der homöopathie wird bilsenkraut als konstitutionsmittel bei hochgradigen erregungszuständen mit halluzination, hysterie, manie und lähmung der schließmuskeln (darm, blase) sowie gegen „kitzelhusten“, krämpfe, delirien, schlaflosigkeit und durchfall eingesetzt.
zur herstellung der urtinktur wird die ganze pflanze im blühenden zustand verwendet.
extrakte des bilsenkrauts wurden auch zur herstellung von laudanum verwendet.
bis ins 17. jahrhundert wurde auch bier mit den samen des bilsenkrautes versetzt, um seine wirkung zu verstärken.
durch das bayerische reinheitsgebot von 1516 durfte bilsenkraut nicht mehr zur bierbrauerei verwendet werden.
verschiedene quellen geben an, dass auch der name der stadt pilsen, aus der das bekannte pilsner bier stammt, in zusammenhang mit dem anbau dieser pflanze steht.
literarisch gewann das bilsenkraut durch shakespeare an publizität, indem hamlets onkel dessen vater mit bilsenkraut vergiftete: "da ich im garten schlief, / beschlich dein oheim meine sich're stunde / mit saft verfluchten bilsenkrauts im fläschchen, / und träufelt' in den eingang meines ohres / das schwärende getränk!"
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baldrian:
die gattung des baldrians (valeriana) aus der familie der baldriangewächse (valerianaceae) umfasst über 150 pflanzenarten.
die gattung hat eine weite verbreitung in den gemäßigten zonen europas, asiens, afrikas und amerikas.
sie sind hauptsächlich in den waldregionen europas, zum teil auch in nordamerika und den tropen südamerikas verbreitet.
es gibt auch eine rein indische art (valeriana wallichii).
einige baldrian-arten und sorten eignen sich als zierpflanzen für parks und gärten.
es sind mehrjährige, krautige pflanzen, manchmal sträucher (beispiel: valeriana microphylla ein strauch in den anden).
die laubblätter sind einfach oder geteilt.
die zwittrigen blüten sind drei- bis fünfzählig.
es sind zwei blütenhüllblattkreise vorhanden.
die blütenkronblätter sind verwachsen.
in jeder blüte gibt es nur drei staubblätter.
die drei fruchtblätter sind zu einem unterständigen fruchtknoten verwachsen.
mitteleuropäische baldrian wachsen häufig an weg- und waldrändern und erreichen wuchshöhen von 50 bis 100 cm.
der medizinisch verwendete baldrian (valeriana officinalis) hat weiße bis rosafarbene, doldenartige blütenstände und gefiederte blätter.
der botanische name kommt von lat. valere = kräftig, gesund sein.
der deutsche name stammt möglicherweise vom nordischen lichtgott baldur, sohn des odins und der frigga.
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hexenleiter:
die als farne (pteridopsida oder auch polypodiopsida) bezeichneten gewächse bilden eine formen- und artenreiche abteilung der gefäßsporenpflanzen (pteridophyta).
im volksmund tragen sie viele verschiedene namen, wie beispielsweise "hexenleiter".
heute sind je nach expertenmeinung zwischen 9.000 und 12.000 arten bekannt, die in etwa 250 gattungen eingeteilt sind.
in mitteleuropa sind etwa 100 arten beheimatet.
im erdzeitalter karbon vor etwa 400 millionen jahren bildeten farne zusammen mit schachtelhalm- und bärlapppflanzen riesige wälder und schufen somit die basis für die heutigen steinkohle-vorkommen.
sie sind älter als die samenpflanzen und gehören zu den ältesten pflanzen der erde.
je nach art weisen die pflanzen ein- bis mehrfach gefiederte, selten ganzrandige blattwedel auf, die sommergrün oder auch winter- bzw. immergrün sein können.
die fortpflanzung erfolgt mit hilfe von sporen, die auf der unterseite der wedel in bestimmter weise gebildet werden.
der generationswechsel der farnpflanzen ist auffällig.
eine meiospore keimt heran und es entwickelt sich der gametophyt, bei farnen prothallium oder auch vorkeim genannt.
er hat meist die form eines kleinen, herzförmigen lappens.
auf der unterseite des prothalliums entstehen die fortpflanzungsorgane, in welchen die geschlechtszellen (gameten) gebildet werden.
spermatozoiden werden in den männlichen organen (antheridien) gebildet. die befruchtung kann nur stattfinden, wenn wasser vorhanden ist.
dann schwimmen die spermatozoiden zu den weiblichen organen (archegonien) und befruchten die eizelle.
aus der befruchteten eizelle (zygote) entwickelt sich ein embryo der zu einem sporophyten wird.
auf dem sporophyten wachsen an blättern zu sori gruppierte sporangien, in denen sporen gebildet werden.
diese blätter werden sporophylle genannt.
die sporen werden nach dem öffnen der sporangien durch den wind verbreitet und keimen aus, wenn sie auf boden mit günstigen voraussetzungen gelangen.
der generationswechsel wird als heterophasisch-heteromorph bezeichnet, da er auf zwei verschiedenen phasen (gametophyt, sporophyt) mit unterschiedlichem aussehen (morphologie) beruht.
farne sind weltweit verbreitet.
sie kommen bis auf wenige lichtliebende arten fast ausschließlich an schattigen und feuchten plätzen im wald, in mauerritzen, felsspalten und schluchten, an bachufern o.ä. vor.
den verbreitungsschwerpunkt haben die farne in den tropen.
so findet man im tropischen regenwald zum beispiel die größten farnpflanzen, die baumfarne.
früher wurden farne als hexenkraut oder hexenleiter bezeichnet, da man bei ihnen weder samen noch keimlinge fand.
man behauptete, dass farnpflanzen nur in der johannisnacht (24. juni) blühen und der besitz von farnsamen den menschen zu glück und übernatürlichen fähigkeiten verhelfen können.
in der literatur ist dieser glaube in shakespeares drama „heinrich IV.“ verewigt: wir gehen unsichtbar, denn wir haben farnsamen bekommen.
so schreibt hildegard von bingen über den farn: "der farn ist warm und trocken und hat auch ein mittleres maß an saft.
der teufel flieht die pflanze, und sie hat gewisse kräfte, die an die der sonne gemahnen, weil sie wie die sonne das dunkle erhellt.
sie vertreibt so trugbilder, fantasias, und deswegen lieben sie die bösen geister nicht.
an dem platze, an dem sie wächst, übt der teufel sein gaukelspiel selten aus, und das haus, an dem der teufel ist, meidet und verabscheut sie. blitz, donner und hagel fallen dort selten ein, und auf dem acker, auf dem sie wächst, hagelt es selten.
wer den farn bei sich trägt, ist sicher vor den nachstellungen des teufels und vor bösen anschlägen auf leib und leben."
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hexenmehl:
bärlappsporen sind die sporen mehrerer bärlapp-arten, besonders lycopodium bisdepuratum.
andere bezeichnungen sind hexenmehl, schlangenmoos, waldstaub, bärlappsamen, alpenmehl, erdschwefel, blitzpulver, hexenkraut, drudenkraut, teufelsklaue.
bärlappsporen wurden bereits seit dem mittelalter zum erzeugen pyrotechnischer effekte benutzt.
außerdem enthalten sie neben etwa 50% öl auch wertvolle proteine. deshalb werden sie in einigen ländern sogar gegessen.
heute findet das pulver vor allem bei feuerspuckern und zur erzeugung von explosions- und feuereffekten im show- und filmbereich verwendung.
einen effekt erreicht man dabei nur, indem man das pulver zunächst fein zerstäubt und dann entzündet (sog. mehlstaubexplosion).
auf alt hergebrachte weise verwendet man hier einen blasebalg oder einem blasrohr zur verwirbelung der staubpartikel in der luft.
außerdem werden bärlappsporen (bei show- besonders bei konzerteffekten) häufig auch durch eine treibladung (meistens immer noch schwarzpulver) durch ein rohr (mörser, auch bei anderen pyrotechnischen effekten) geschleudert und entzündet.
so entstehen bis 10m hohe stichflammen.
im mittelalter waren bärlappsporen fester bestandteil magischer rituale und zauber.
schon damals wusste man um die helle stichflamme, die entsteht, wenn man lycopodium in eine feuerquelle wirft.
in ländlichen gegenden wurden mittels zündung von bärlappkraut durch die entstehende staubexplosion essen und schornsteine vom ruß befreit.
der ungünstige nebeneffekt war mitunter, dass bei überdosierung auch der schornstein beschädigt werden konnte.
unter umständen brannte dadurch nicht nur der ruß, sondern auch das haus ab.
die temperatur der flamme, die bei der verbrennung der sporen entsteht, kann als verhältnismäßig niedrig eingestuft werden.
das lycopodiumpulver, welches aus den sporenkapseln des bärlapps gewonnen wird, ist leicht, gelblich, geruch- und geschmacklos.
es hat die, vor allem bei der verwendung zum feuerspucken positive, eigenschaft, feuchtigkeit äußerst schlecht zu resorbieren.
dabei ist es gesundheitlich weitgehend unbedenklich.
asthmatikern und allergiekranken wird vom einatmen dennoch abgeraten.
bis heute ist es nicht gelungen, ein produkt mit vergleichbaren eigenschaften synthetisch herzustellen.
unter verwendung reinen sauerstoffs besteht erhöhte explosionsgefahr.
bärlappsporen werden auch im restauratorenhandwerk verwendet, wozu die sporen mit kreide und fischleim vermengt einen spachtel ergeben.
die sporen dienen hierbei als gewichtsarmes füllmittel, das ausserdem die elastischen eigenschaften des spachtels positiv beeinflusst.
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hexenmilch:
die kreuzblättrige wolfsmilch (euphorbia lathyris) ist eine pflanzenart in der gattung wolfsmilch (euphorbia) aus der familie der wolfsmilchgewächse (euphorbiaceae).
die bedeutung des botanischen namens ist nicht eindeutig.
vermutlich nimmt er bezug auf die giftigkeit der pflanzen und die verursachten vergiftungssymptome, wie sie auch durch einige arten der gattung der platterbsen (lartyrus) hervorgerufen werden.
der deutsche name beschreibt die typisch kreuzgegenständige blattstellung der art.
weitere deutsche namen sind hexenmilch, teufelsmilch, giftmilch, spechtwurzel, springwurzel, springwolfsmilch, vierzeilige wolfsmilch und warzenkraut.
sie ist eine zweijährige pflanze und kann bis 1 m hoch werden, die blätter sind kreuzweise gegenständig.
die wolfsmilch wird häufig in gärten gepflanzt, weil sie angeblich maulwürfe und wühlmäuse vertreibt.
ihre ölhaltigen samen wurden als abführmittel genutzt - größere mengen führen zu schweren vergiftungen und manchmal sogar zum tod.
mit dem milchsaft werden warzen und hühneraugen behandelt.
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das schöllkraut (chelidonium majus) ist eine pflanzenart aus der familie der mohngewächse (papaveraceae).
es ist die einzige art der gattung chelidonium.
es wächst in der nähe von menschlichen wohnstätten, etwa auf schuttplätzen, an wegesrändern und sogar in mauerspalten, bis ins gebirge.
das schöllkraut ist eine mehrjährige, krautige pflanze, die wuchshöhen von bis zu 70 zentimetern erreicht und ein ästiges rhizom hat.
sie besitzt grüngraue, durch einen dünnen wachsfilm wasserabstoßend bereifte, buchtig eingekerbte laubblätter, die an der unterseite heller sind und eine leichte behaarung aufweisen.
diese pflanzenart blüht mit gelben, etwa 2 cm großen blüten mit abfallenden kelchblättern von mai bis oktober.
sie bildet rund 5 cm lange, dünne schoten mit eiförmigen, schwarzen samen und wird durch insekten bestäubt.
die samen werden durch ameisen verbreitet.
bei schlechtem wetter sind die blüten geschlossen und die blütenstiele senken sich ab.
beim abbrechen der stängel oder einreißen der blätter tritt ein gelb-oranger milchsaft zum vorschein, der in der volksmedizin bei hauterkrankungen wie warzen verwendet wird.
hierzu wurde auch salbe hergestellt (glaucina).
der saft sowie die salbe wirken stark reizend.
der saft hat einen scharfen, bitteren und sehr unangenehmen geschmack.
schöllkrautbestandteile sind in dem umstrittenen krebsmittel ukrain enthalten.
schöllkraut ist giftig.
es enthält insgesamt zehn alkaloide.
die wichtigsten sind chelerythrin, chelidonin, spartein, chelidoxanthin und sanguinarin.
das verschlucken der pflanze führt zu schweren reizungen des magen-darm-traktes.
entsprechend äußern sich die symptome in brennen, schmerzen, erbrechen, blutigen durchfällen und kreislaufstörungen.
in schweren vergiftungsfällen kann es zum tod im kollaps kommen.
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hexenrauch:
die haselwurz (asarum europaeum) ist eine pflanzenart, die zur familie der osterluzeigewächse (aristolochiaceae) gehört.
die haselwurz wird genauer gewöhnliche haselwurz und europäische haselwurz genannt.
andere namen sind auch braune haselwurz, brechwurz, hasenpappel, hexenrauch, aser, brechhaselkraut, drüsenkraut, hasel-mönch, haselmünch, haselmusch, hasenohr, hasenöhrlein, hasenpappel, hasenpfeffer, hasewurz, hasselkräut, hauswurzel, kampferwurzel, leberkraut, mausohren, natterwurz, neidkraut, nierenkraut, pfefferblätter, pfefferkraut, scheibelkraut, schlangenwurzel, schweinsohr, speiblätter, spitze haselwörz, teufelsklaue, vogelskappe, weihrauchkraut, wilder nardus und wilder pfeffer.
den namen haselwurz erhielt die art, da sie oft unter haselnußsträuchern wächst.
der griechische gattungsname asarum bedeutet unverzweigt (asaron = zweiglos), den artnamen europaeum erhielt diese art, weil sie die einzige in europa wachsende art der gattung asarum (zu der etwa 100 arten gehören) ist.
die mehrjährige krautige pflanze erreicht wuchshöhen von nur 5 bis 10 zentimetern.
die pflanze ist behaart.
sie bildet ein rhizom.
alle pflanzenteile riechen intensiv, das rhizom riecht pfefferartig.
die sprossachse ist kriechend, mit zwei bis drei bräunlichgrünen niederblättern.
die zwei immergrünen, lang gestielten laubblätter sind rundlich bis nierenförmig oder herzförmig und sind auf der oberseite glänzend während die unterseite behaart ist.
die blüten stehen einzeln unmittelbar in bodennähe und sind krugförmig, braunrot mit drei zipfeln.
die blütenhülle besteht aus drei verwachsenen, braunpurpurnen perigonblättern.
sie riechen intensiv nach pfeffer.
sie besitzt zwölf, in zwei kreisen gegliederte staubblätter.
der fruchtknoten ist unterständig.
die protogynen (vorweiblichen) blüten bestäuben sich oft selbst.
es kommt aber auch fremdbestäubung vor, sie erfolgt durch insekten.
die sechs griffel sind zu einer dicken griffelsäule verwachsen, die an ihrer spitze eine sechsstrahlige narbe trägt.
die narbe reift vor den staubblättern, die in der noch nicht völlig geöffneten blüte weit nach unten gebogen sind und fast den blütenboden berühren.
in diesem stadium steht die narbe frei da.
zunächst richten sich die staubblätter des inneren kreises auf und schmiegen sich dicht an die narbe stets zwischen je zwei lappen an, wobei leicht selbstbestäubung eintreten kann.
später biegen sich auch die äußeren kleinen staubblätter auf und fügen sich unterhalb der narbenlappen zwischen die größeren staubblätter ein. die jetzt erreichte männliche phase der blüte bewirkt deren volle öffnung und ihre perigonzipfel neigen sich nach außen.
die blüten täuschen gewisse merkmale von pilzen vor und locken pilzmücken an, die für die bestäubung sorgen (blütenökologisch werden sie deshalb fliegen-täuschblumen genannt).
blütezeit ist von märz bis mai.
es werden sechsklappige kapselfrüchte gebildet, die im juni reifen und im juli bis august die samen ausstreuen.
die samen tragen elaiosomen und werden von ameisen verbreitet (myrmekochorie).
als standort werden laubwälder und gebüsche, au- und schluchtwälder auf vor allem kalkhaltigen, feuchten böden bevorzugt.
genauer sind es krautreiche laub- und nadelmischwälder, besonders mull-buchenwälder auf braunerden.
außerdem gedeihen sie in haselstrauchhecken sowie schlucht- und auwälder.
der boden soll frisch bis feucht, nährstoffreich und meist kalkhaltig sein. die art ist ein lehm- und feuchtigkeitsanzeiger.
häufige begleitpflanzen der haselwurz sind zum beispiel wald-trespe, frühlings-platterbse, seidelbast, nesselblättrige glockenblume, mandelblättrige wolfsmilch und wald-sanikel.
das verbreitungsgebiet umfasst eurasien mit kontinentaler tendenz bis sibirien.
in europa reichen die areale von südskandinavien bis südfrankreich, mittelitalien und griechenland.
in österreich häufig in allen bundesländern (in kärnten eher selten)
die haselwurz ist seit dem altertum als arzneipflanze bekannt und wurde bereits von plinius der ältere erwähnt.
blätter und wurzeln schmecken nach pfeffer, das rhizom enthält kampferartige, ätherische substanzen, die schleimhautreizend, brech und niesreizregend wirken und innere blutungen auslösen können (gastroenteritis).
bis zum mittelalter wurden die getrockneten rhizome als brechmittel verwandt.
die pflanze enthält ätherische öle deren bestandteil asaron giftig ist, die pflanze wird als schwach giftig eingestuft.
als droge wird das im august gesammelte und getrocknete rhizom verwendet.
die droge heißt: radix asari, radix nardi rusticae, radix nardi sylvestrae und rhizoma asari. _________________
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