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Arbeitszimmer von Alexander Corvinus


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Alexander Corvinus
DER Unsterbliche schlechthin




Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 28.10.2006, 18:24    Titel: Arbeitszimmer von Alexander Corvinus Antworten mit Zitat

Unruhe gährte in Alexander, als er sich schwerfällig erhob, die Hände auf den Schreibtisch stützte, um sich dann von dem Tisch abzustoßen, und durch den großen Raum zu schreiten.

Vor seinem Haus braute sich ein Sturm zusammen und der mächtige Unsterbliche sah ihn als einen Vorboten weiteren Unglücks.
Jedes Mal, wenn ein derartiger Sturm gewütet hatte, war etwas furchtbares passiert.
Der erste Sturm hatte getobt, als seine Frau gestorben war.
Der zweite, als seine Söhne erkrankten.
Der schlimmste Orkan jedoch hatte gewütet, als er sie beide verloren hatte.

Es war nun beinahe einhundert Jahre her, dass er Markus das letzte Mal gesehen hatte, bei William sogar weit länger.

Weitläufig behauptete man, das tiefe Wunden mit der Zeit heilten, und der Schmerz weniger wurde.
Alexander wusste, dass es nur ein Gerücht war.
Es wurde niemals leichter, und der Schmerz ebbte niemals ganz ab.
Ohne es zu bemerken, war Alexander vor das große Ölgemälde getreten, welches ihn und seine beiden Zwillingssöhne zeigte.
Es war kurz vor Markus Hochzeit angefertigt worden, und zeigte beide Brüder in der Blüte ihrer Jahre, und doch so kurz vor ihrem Tod.
Ein tiefes Seufzen entrang sich dem alten Unsterblichen, und vorsichtig streckte er die Hand aus, um die trockene Farbe zu berühren.

Ein Klopfen an der Türe riss ihn aus seinen Gedanken, und er wandte sich um.
"Mein Herr, Raphael erwartet Euch zum Essen." Sagte der Mann, der in der Türe stand mit einer kleinen Verbeugung und Alexander nickte.
"Ich komme." Erwiderte er leise, schickte den Diener fort und sammelte sich dann.
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BeitragVerfasst am: 28.10.2006, 18:24    Titel: Anzeige

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Aurelius
Stylo Lycaner




Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 13.11.2006, 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

pp: Foyer

Unhörbar und mit einem solch gleitenden Schritt, dass man glauben konnte er schwebe über den Boden näherte sich Aurelius dem Zimmer.
Er spürte wie die Hitze der Aufregung seine Fingerspitzen warm werden ließ und wusste den Sturm von Gefühlen nicht beizukommen, der ihn innerlich aufwühlte. Einerseits war das Gefühl da jemanden endlich wiederzusehen, mit dem man einiges geteilt hatte, den man verstanden hatte und nach dessen Gesellschaft man sich in manch einer stillen Minute der ewigen Einsamkeit durchaus gesehnt hatte. Andererseits blieb aber der Schmerz des Wissens, dass all das Schöne, an welches man sich erinnerte, ein wenig bitter war, weil es etwas gab, das beide voneinander trennte und diese Grenze niemals überschritten werden konnte.

Aurelius hob den Kopf und gleichsam zaghaft wie vorsichtig, als wisse er durchaus die Gunst zu schätzen das Zimmer betreten zu dürfen, obwohl es einst für ihn normal gewesen war, trat er ein.
Er schämte sich nicht dafür wahrscheinlich neben seiner Unbeschwertheit auch eine gewisse Verletzlichkeit auszustrahlen, obwohl sein eigener Vater ihn dafür wohl vertrimmt hätte. Ein Graf musste immer Stärke zeigen. Nun, er war kein Graf mehr und wusste, dass wenn er musste, er alle Stärke besaß, die man sich wünschen konnte.

Dunkle und silberne Strähnen fielen ihm in die Augen, als er den Raum zu erfassen versuchte, spürte, dass ihm unbehaglicher wurde, da er selbstverständlich kleiner war als Flur und Foyer, sich aber zusammenriss und endlich darauf konzentrierte, weshalb er hier war.

Mit der noch immer nicht ganz getilgten Hoffnung in den strahlenden Augen ein bisschen von dem wiederzufinden, was er einst als Gut empfunden und hinter sich gelassen hatte, fixierte Aurelius den alterslosen Mann, neigte leicht den Kopf und sagte: "Ich wünsche eine wunderschöne Nacht, Magister."
Ein Gruß, den er schon oft benutzt hatte, wenn es gegolten hatte, ein Gespräch mit Alexander zu führen.
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Alexander Corvinus
DER Unsterbliche schlechthin




Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 13.11.2006, 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

Alexander blieb hinter seinem Schreibtisch stehen, als Marius wieder durch die Türe entschwand, und harrte der Dinge, die da noch so kommen mochten.

Ein Mann in einem dunklen Cape näherte sich seinem Arbeitszimmer und auf seinen Lippen lag jenes unfassbare Lächeln, von dem Alexander nie wusste, ob er es sich nur einbildete, oder ob es tatsächlich da war.

Aurelius wirkte blass und ein wenig schmäler als bei ihrem letzten Treffen, aber sonst hatte er sich kaum verändert.
Und Alexander wusste, dass es nicht allein die Zeit, war, die es gut mit ihm gemeint hatte.
Aurelius war ein Lycaner, und als solcher hatte er nicht zu altern, aber dennoch musste Alexander gestehen, dass die Natur dem Werwolf wohlzubekommen schien.´

Ein aufrichtiges, aber dennoch distanziertes Lächeln legte sich auf die Züge des Alterslosen Mannes, und die blauen Augen leuchteten eigentümlich auf.
"Dir ebenfalls, Aurelius." Antwortete er, richtete sich auf, und ging um den Schreibtisch herum, auf den Lycaner zu.
Sein Lächeln wurde eine Spur wärmer, als er sich ihm näherte.
"Ich freue mich, dass du meiner Einladung gefolgt bist." Sagte er ehrlich, und führte ihn zu einem kleinen Tisch in der Nische des Raumes, auf welchem ein kristallines Schachspiel aufgebaut war.
Irgendwoher nahm er zwei Tassen, und vom Kamin eine dort eingehängte Kanne, um die Tassen damit zu füllen.
"Tee, mein Freund?" Fragte er freundlich, bot ihm einen Platz ein, und ließ sich ihm gegenüber nieder.
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Aurelius
Stylo Lycaner




Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 13.11.2006, 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Aurelius nahm die wohlbekannte Gestalt Alexanders in sich auf und folgte jeder seiner Bewegungen mit dem Blick eines Menschen, der sich interessierte und studierte, verstehen wollte, aber nicht überwachen oder abschätzen. Aurelius hatte nur durch seine Beobachtung gelernt, Alexander nachzukommen oder Paroli zu bieten. Er hatte sich die Zeit genommen, den Mentor, der er einst gewesen war, kennen zu lernen, ihn zu begreifen und ihn von etwas zu entlasten, von dem er damals nicht gewusst hatte, was es gewesen war. Alexander hatte sich auf ihn verlassen können ohne sprechen zu müssen, bis zu dem Zeitpunkt, als es dem dankbaren Lycaner nicht mehr gleichgültig gewesen war, welche Last er da eigentlich versuchte zu mildern.

Er gewahrte das aufrichtige, aber distanzierte Lächeln und spürte, dass es ihn traurig machte. Der Streit, den sie gehabt hatten, würde heute in dieser Form nicht mehr stattfinden können. Der heiße Fluch des Lycaners war nahezu vollkommen in ihm erloschen und erhielt nur noch dann Macht über ihn, wenn er sehr starken Emotionen ausgesetzt war, die ihm aufgezwungen wurden.
Aurelius hatte seit dem Zeitpunkt seiner Verwandlung niemals geglaubt, dass etwas anderes als er selbst an dem schuld sei, was mit ihm geschah. Er glaubte, dass ihm unheimliches Glück beschieden worden war mit der Erkenntnis, dass er nicht von dem Lycaner vernichtet, sondern lediglich verdrängt worden war. All seine Bemühungen anderen zu helfen, hatten seitjeher auf diesem Glauben gefußt, doch Alexanders Frage, wie man jemanden etwas vermitteln sollte, das für denjenigen keinen Sinn mehr ergab, hatte ihn in seinem Enthusiasmus gebremst. Aufgegeben aber hatte Aurelius nie.Und Alexanders gutmütiges Lächeln hatte ihm dabei geholfen es nicht zu tun. Es hatte ihm bewiesen, dass der Mann als gut empfunden hatte, was er tat. Jetzt brauchte er dieses Gefühl nicht mehr um sich sicher zu sein, aber damals, als er selbst erlebt hatte, was für eine Bestie er geworden war, hatte es ihm vermutlich mehr geholfen, als er ermessen konnte.

Als Alexanders Lächeln jetzt jedoch wärmer wurde, fühlte Aurelius wie eine Welle von Erleichterung und Freude ihn überschwemmte und einen Teil seiner Sorgen mit sich fortnahm.
Er war nicht dafür bekannt, viele Worte um Dinge zu machen, die er freundlich aber bestimmt als kompliziert bezeichnete und nur die wenigsten wussten, wie viel er dennoch über sie nachdachte und welche Bedeutung er ihnen zumaß. Von diesen wenigen Menschen war wohl nur noch einer am Leben.
Und der bot ihm gerade Tee an.

"Ich hoffe," Die Stimme des Lycaners nahm jene Samtheit an, die er nur selten wählte, da sich mit ihr kaum die sonst vorherrschende Unbeschwertheit ausdrücken ließ. "Du weißt, dass ich eine Einladung deinerseits niemals einfach abschlagen würde." entgegnete Aurelius ruhig und meinte das durchaus ernst. Er brauchte nicht zu betonen, wie viel Bedeutung er seinerseits einer solchen Einladung beimaß, um diesen Satz so formulieren zu können wie er es tat.

Langsam ließ er sich in dem Sessel nieder, das Cape teilte sich und gab seine waldgrüne Innenseite preis, die der Lycaner tagsüber trug und damit der Tradition der Wildnisläufer folgte, sich ihrer Umgebung anzupassen. Außerdem gab es den Blick auf die nahezu gänzlich schwarze Kleidung frei, die Hosen, die Tunika, den schmalen Gürtel und die kniehohen Stiefel, welche es Aurelius in ihrer Gesamtheit ermöglichte schnell und ungesehen im Unterholz zu verschwinden ohne befürchten zu müssen irgendwo hängen zu bleiben.

"Ja, sehr gerne." beantwortete er Alexanders Frage und zu dem mysteriösen Lächeln gesellte sich ein ruhiges Schimmern in den beiden unterschiedlichen Augen.
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Alexander Corvinus
DER Unsterbliche schlechthin




Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 14.11.2006, 00:51    Titel: Antworten mit Zitat

Alexander nickte leicht, und überreichte eine der beiden Tassen an Aurelius, bevor er selbst die zweite zur Hand nahm, und sich in dem Sessel zurücklehnte.

Diese Ecke des großen Arbeitszimmers diente ihm als kleine Rückzugsmöglichkeit, wenn er erschöpft war, oder einfach nur auf andere Gedanken kommen musste, aber auch um einige wenige, ganz spezielle Gäste zu empfangen, so wie Aurelius einer war.

Der alte Mann musterte Aurelius einmal mehr, und als er das tat, musste er sich eingestehen, dass Aurelius das Leben in der freien Natur gut bekam.
Er wirkte ruhiger und ausgeglichener viele Jahre zuvor und alles in allem auch viel friedlicher.

Alexander lächelte wieder, und es erfüllte ihn mit einer Art stolz zu sehen, wie sich Aurelius entwickelt hatte.
Er hatte den Lycaner immer gemocht und ihn zu jeder Zeit sehr hoch geschätzt, auch nachdem sie sich im Streit getrennt hatte.

Dass Alexander zugelassen hatte, dass ihr Kontakt so lange unterbrochen wurde, lag also nicht daran, dass er ihm gezürnt hatte, oder zu stolz gewesen war, sondern daran, dass er davon überzeugt gewesen war, Aurelius Zeit geben zu müssen.
Und er hatte ihm lange Zeit gelassen.

Jetzt wirkte der alte Mann ein wenig müde, aber nichtsdestotroz strahlte er eine angenehme Wärme aus, die Aurelius in diesem Gemäuer willkommen hieß.

"Es ist schön, dich zu sehen, Aurelius." Erwiderte er, trank von seinem Tee, und blickte dabei unverwandt in die beiden so unterschiedlichen Augen.

"Und der Wald scheint es gut mit dir gemeint zu haben." Fügte er freundlich hinzu, und auch wenn es seltsam klingen mochte, war zu verstehen, wie genau Alexander das Gesagte meinte.

Er stellte den Tee auf die zugehörige Untertasse und stellte sie auf den Tisch mit dem Schachbrett.
"Ich nehme an, der kleine Welpe gehört dir?" Fragte er weiter, behielt dabei den freundlichen und offenen Tonfall bei, während er Aurelius' Gesicht studierte, so wie der Lycaner seines.

Ihm war, als wäre es erst am Vortag gewesen, dass sie sich im Streit getrennt hatten, aber dennoch verspürte Corvinus keinerlei Groll gegen seinen Gast.
Hass war etwas, für das sich Alexander niemals hatte erwärmen können, und nachtragend zu sein hatte er vor langer Zeit abgelegt.
Diskussionen entstanden aus Differenzen hinaus, und arteten manchmal in Streit aus. Viel häufiger allerdings verhalfen sie zu neuen Erkenntnissen. Oder dazu, den Standpunkt anderer zu akzeptieren.
Aurelius hatte seinen Standpunkt damals nicht verstanden, und Alexander war nichts anderes übriggeblieben, als das zu akzeptieren, und den Lycaner ziehen zu lassen.
Dass Aurelius seinem Ruf gefolgt und nun hier war, bewies ihm, dass die Entscheidung richtig gewesen war.
Denn obwohl sie immernoch verschiedene Ansichten haben mochten, schätzten sie einander, und das war es, was Alexander wahrhaft wichtig war.
Und dafür war er gewisser Weise dankbar.
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Aurelius
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Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 14.11.2006, 01:03    Titel: Antworten mit Zitat

Aurelius' so seltsam feinknochige Hände legten sich um die filigrane Tasse. Er selbst machte sich keine Gedanken mehr darum, woher die Kraft kam, die er auch in menschlicher Gestalt besaß. Schon zu Lebzeiten war er oft unterschätzt worden in vielerlei Hinsicht, was vor allem an dem zierlichen Äußeren gelegen hatte.

"Ich habe mich des Kindes angenommen, nachdem seine Mutter gestorben war." sagte der Lycaner langsam. "Die Wölfe in der Wildnis sind unruhig."
Er schwieg er eneut und sah in den Tee.
"Die Zwischenstufe zwischen Menschen und Lycaner ist der Wolf. Man kann sie ebenso willentlich erreichen wie diejenige des Wertiers."
Aurelius sagte das, als wäre auch das nichts Außergewöhnliches. Es rührte einfach von seinem Selbstverständnis her, dass er sich nicht für besonders halten mochte.
"Athavar Graupelz... mein Sprachdozent der wölfischen Sprache, wenn du so willst, berichtete mir, dass das Rotwild zunehmend mit einem Stoff auf seinem Fell versehen wird, der für Wölfe giftig ist. Ich habe keine Ahnung, was die Wilderer auf diese Gedanken gebracht haben mag, aber viele der Tiere sind aufgrund dessen verendet."
Aurelius zuckte andeutungsweise mit den Schultern.
"Ich werde das Kind ernähren, entwöhnen und gehen lassen. Vielleicht hat es mehr Glück als seine Mutter."
Der Blick der verschiedenfarbigen Augen hob sich wieder und das eigentümliche Lächeln kehrte zurück.
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Alexander Corvinus
DER Unsterbliche schlechthin




Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 14.11.2006, 01:20    Titel: Antworten mit Zitat

Alexander hob erstaunt eine Augenbraue, als Aurelius von seiner Fähigkeit, eine normale Wolfsgestalt anzunehmen berichtete, und er schmunzelte, als der Werwolf in aller Bescheidenheit darüber hinwegging.

Aurelius hatte sich selbst nie für etwas Besonders gehalten, aber Alexander hatte immer gesehen, wie außergewöhnlich der Lycaner trotzdem gewesen war.
Was er allerdings über Wilderer in seinen Gefilden vernahm, gefiel ihm gar nicht.
Zwar erinnerte er sich, in Auftrag gegeben zu haben, die Wölfe ihm Zaum zu halten, aber er hatte gewiss niemals Anweisung gegeben, sie vernichten zu lassen, oder sonstwie zu töten.
Demnach stimmten die Worte des Lycaners ihn nachdenklich, und er runzelte die Stirn.
"Gift?" Wiederholte er, und klang dabei recht unzufrieden.
"Auf meinem Land?" Fügte er hinzu, während seine Augen auf Reli haftete.
"Ich werde mich dieser Sache annehmen." Erwiderte er.
Er billigte es nicht, dass auf seinem Land Dinge vor sich gingen, von denen er nicht wusste, vorallem dann nicht, wenn sie sich seiner Befehlsgewalt entzogen.
Und das qualvolle ausrotten einer Art hatte er gewiss nie in Auftrag gegeben.
"Und sie beenden, sobald die Schuldigen gefunden sind."
Es war eine Sache, ob die Natur ihre Auslese vollzog.
Eine andere, ob der Mensch sich einmischte.
Was falsch lief, musste korrigiert werden, und nichts anderes machte Alexander.
Seine Gedanken kehrten zu dem ab, was Aurelius ihm zuvor offenbart hatte, und er machte sich im Geiste eine Notiz, sich diese neue Information aufzuschreiben.
Aurelius war nunmehr also nicht nur im Stande, seine Verwandlung in ein Werwesen willkürlich zu steuern, sondern hatte zudem auch eine Möglichkeit entdeckt, die Gestalt eines normalen Wolfes anzunehmen.
Das war beeindruckend.
Und weckte alte Hoffnungen, aber auch alte Zweifel.
"Wie ich sehe, hast du nie aufgegeben, anderen den Weg zu weisen, und sich ihrer anzunehmen..." Stellte er in Hinsicht auf das Wolfsjunge und auch die anderen Lycaner fest, denen Reli früher veruscht hatte, Benehmen einzutrichtern, fest.
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Aurelius
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Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 14.11.2006, 01:33    Titel: Antworten mit Zitat

Aurelius stellte die Tasse ab und schwieg eine ganze Weile, während er auf seine Hände sah.
"Es ist Wut, die wir empfinden. Und diese Wut wird am Leben gehalten. Am Leben gehalten durch Schmerz. Es ist der Schmerz der nie verlöschenden Stimme, die uns sagt, dass wir einst etwas anderes waren."
Die Lider der Augen senkten sich ein wenig.
"Ich weiß, dass es so ist und deswegen kann ich nicht aufhören daran zu glauben, dass diese Stimme zu erreichen ist... Ob ich damit anderen einen Weg weise oder ihr Schicksal nur noch qualvoller mache, kann ich dir nicht sagen."
Er erinnerte sich an seinen eigenen erbarmungslosen Kampf und den zerstörenden Hass, den er für sich selbst gehegt hatte- der ihn fast umgebracht hatte und versuchte sich einen Moment lang zaudernd vorzustellen, welche Möglichkeit von den beiden, die er gerade erwähnt hatte, wohl zutreffender war.

Er verscheuchte die Gedanken und verschloss sie tief in seinem Inneren, zu dessen Kammern niemand Zutritt hatte.
Seine Hand schloss sich erneut um die Teetasse und der Lycaner nahm einen Schluck des Getränkes zu sich, bevor er Alexander freundlich ansah.
"Womit kann ich dir behilflich sein? Oder kann ich es überhaupt?"

Heißen Brei hatte er schon immer doof gefunden und ihm die Wichtigkeit zu verleihen eine Position innezuhaben, um die man drumherum reden konnte, kam überhaupt nicht in Frage...!
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Alexander Corvinus
DER Unsterbliche schlechthin




Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 14.11.2006, 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

Alexander lehnte sich zurück, und lächelte entschuldigend.
Aurelius war nie ein Mensch gewesen, der gerne um Dinge herumredete, wenn man sie auch einfach geradewegs heraussagen konnte, und oft hatte der alte Mann das an ihm geschätzt.
Und auch jetzt schätzte er es, und es war ihm nicht unangenehm, dass Aurelius ihn und sein "Ersuchen um einem Besuch" durchschaut hatte.

Dennoch war seine eigene Freundlichkeit nicht aufgesetzt, und auch wenn er Aurelius in erster Linie aus anderen Gründen hier her gerufen hatte, freute er sich nun dennoch aufrichtig darüber, dass er überhaupt hier war, unabhängig davon, aob der Lycaner ihm nun letzten Endes helfen würde oder nicht.

Er sah Aurelius nachdenklich an, studierte seine Gesichtszüge, und wieder fielen ihm die beiden silbernen Strähnen auf, die das ansonsten dunkle Haar durchzogen.
"Ich hoffe es." Antwortete er schließlich langsam.
"Ich möchte dich um einen Gefallen bitten." Er faltete die Hände ineinander, und richtete sich ein wenig mehr auf.

Alexander überlegte einen kurzen Moment, und entschloss sich dann die Katze aus dem Sack zu lassen.
"Es geht um Marius. Du hast ihn ja bereits kennengelernt." Erklärte er, und ein sanftes Lächeln schlich sich auf seine Lippen, als er von seinem Sohn zu sprechen begann.
"Er wird den ganzen Sommer über hier bleiben." Darüber schien Corvinus geteilter Meinung zu sein, denn offenbar war es ihm zwar angenehm, ihn in seiner Nähe zu wissen, aber andererseits schien er davon gleichzeitig nicht begeistert zu sein, ihn hier zu haben.
"Und er hat sich in den Kopf gesetzt, die Gegend hier zu erkunden, ein Schloss zu finden, welches nicht existiert, und das Ganze selbstverständlich während einer mehrtägigen Tour durch das wilde Land rings um uns zu ergründen." Ein Seufzen entrang sich ihm, und er schüttelte leicht den Kopf.

"Selbstverständlich darf und wird er das Schloss nicht finden..." Er sah wieder Aurelius an.
"Worum ich dich bitten will ist, ihn zu begleiten."


Zuletzt bearbeitet von Alexander Corvinus am 14.11.2006, 13:07, insgesamt einmal bearbeitet
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Aurelius
Stylo Lycaner




Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 14.11.2006, 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

Aurelius lauschte Alexander und empfand Zuneigung für den Mann angesichts der Art wie er über seinen dritten Sohn sprach. Wie gut konnte der Lycaner den Wunsch nachvollziehen, den Mann fernab von jeglicher Gefahr zu sehen... und da hatte der Jungspund nichts besseres zu tun, als ein Vampirschloss zu suchen. Denn um kein anderes würde es sich dabei wohl handeln.

Der uralte Wald war gefährlich und bevölkert von Wesen, die selbst dem alten Lycaner fremd waren. Sich als Mensch auch nur in die Nähe zu begeben war gleichsam mutig wie dumm.

Aurelius erhob sich mit einer geschmeidigen Bewegung, die Züge nicht verschlossen, aber nachdenklich. Sein rechter Zeigefinger glitt kurz über seine Lippen, während er einige Schritte von dem Tisch weg tat und in Gedanken durchging, was er tun wollte.

Die Lage war prekär. Jetzt, nachdem er Marius kannte und in Ungefähr abschätzen konnte, welche Bedeutung der Mann für seinen Vater hatte, war abzulehnen einer Natur wie seiner nahezu unmöglich. Trotzdem kratzte das Angebot an etwas, das Aurelius Alexander einst vorgeworfen und etwas mit Ehrlichkeit zu tun hatte.
Er konnte sich nicht an Marius' Seite stellen, ihm eine Geschichte vom erfahrenen Wildhüter auftischen und verschweigen, was er wirklich war.
Er konnte es dann, wenn es nur eine untergeordnete Rolle spielte und sein Leben dasjenige von anderen nur flüchtig streifte. Sich allerdings enger an ein Mitglied der Corvinus-Familie zu binden bedeutete immer, sich in etwas einzumischen, das größer war als man glaubte und Verantwortung zu übernehmen.

"Ich mag deinen Sohn, Alexander." sagte Aurelius und er wusste, dass der Mann das Problem sofort erkennen würde. "Und ich weiß nicht, inwieweit ich eine Illusion aufrecht erhalten kann, von deren Brechen vielleicht sein Leben abhängen mag."
Der Lycaner wandte sich um, aber sein Gesicht lag im Schatten und zum ersten Mal schimmerte eine merkwürdige Ernsthaftigkeit aber auch Bestimmtheit aus dem Mann hervor. Er erschuf kein Gefühl der Gefahr oder Bedrohung, aber man konnte spüren, dass Aurelius Zugriff auf... viel hatte.

"Ich will nichts beschwören, aber die Umgebung istt gefährlich. So, wie ich jetzt bin, kann ich nicht einmal einem wilden Tier, sagen wir einem Bären etwas entgegen setzen. Marius also anzulügen und dann riskieren zu müssen, ihm durch die Wahrheit das Leben zu retten, das kann ich nicht."

Er sah die Enttäuschung auf Alexanders Gesicht und kämpfte die Übelkeit nieder, die ihn befiel, als er fortfuhr zu sprechen und etwas anzubieten, was ihm ebenfalls nicht entsprach, aber annehmbarer erschien.
"Ich kann deinen Sohn aber dennoch im Auge behalten, wenn du es wünschst. Es ist sicherlich heuchlerisch es aus dem Schatten heraus zu tun, aber ich... möchte jeden näheren Kontakt mit einer Person, die ich mag aber anzulügen gezwungen bin, vermeiden."
Der Mann wurde ruhiger.
"Ich kann dem jungen Mann Tag und Nacht folgen, ohne gesehen zu werden und bin ihm auf diese Weise eine wesentlich größere Hilfe, da ich auf alle meine Fähigkeiten zurückgreifen kann... als wenn ich ihn begleite und mir im Falle eines Angriffs im Prinzip die Hände gebunden sind."

Und das alles nur, weil wir nicht ehrlich sein können....! Mann! Aber ich versteh das ja.... a-uuuuuuuuuuuuuuh!
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Alexander Corvinus
DER Unsterbliche schlechthin




Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 14.11.2006, 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

Alexander sah Aurelius, der noch immer im Schatten stand, prüfend an.
Ja, er konnte nachvollziehen, warum der Lycaner nicht Seite an Seite mit seinem Sohn durch die Wälder ziehen wollte.

Und er fühlte auch den Anklang, die Erinnerung an das, was sie einst entzweit hatte.
Aurelius war nie glücklich gewesen, mit dem Lügengespinst, welches Alexander aufgebaut hatte, oder mit seinen Versuchen, den Fluch seiner Familie zu verbergen.

Aber das hier war für ihn anders.
Es waren viele Jahre vergangen, seit er Markus und William verloren hatte, und noch immer schmerzte ihn der Gedanke an ihr Schicksal.
Aber ihm war eine neue Chance gegeben worden.
Marius.
Und er hatte sich geschworen, den Jungen vor all dem wahrhaft bösen in dieser Welt zu schützen, und das Dunkle von ihm fernzuhalten, zumal er bemerkt hatte, dass Marius anders war.
Er war niemals so stark wie William, so leidenschaftlich wie Markus gewesen.
Es hatte nichts gegeben, was ihn hervorgehoben hatte.
Nichts, was ihn besonders gemacht hatte, aber genau das war es, was ihn ihn Alexanders Augen kostbar machte.
Dass er normal war.
Marius war in seiner Kindheit oft krank und schwächlich gewesen, aber Alexander hatte jede einzelne dieser Krankheiten genossen.

Und sein Sohn war herangewachsen, war gesund und voller Lebensfreude und Forscherdrang.
Alexander wollte, was er hatte, nicht zerstören, in dem er dem Jungen seine Illusionen nahm, und er ihn mit der düsteren Wahrheit konfrontierte.
Er wollte nicht die Last von Jahrhunderten auf seine Schultern legen, sondern ihn dieses Leben leben lassen, um am Ende glücklich sterben zu können.
Denn anders als er selbst würde Marius eines Tages sterben.

Alexander nickte unmerklich.
"Mehr verlange ich nicht." Entgegnete er leise.
Mehr würde ich nicht verlangen, denn ich weiß, dass es alles ist, was du zu geben hast.

Er sank in den Sessel zurück, blickte dann aber noch einmal zu Aurelius.
"Oh, und lass ihn das Schloss nicht finden..." Fügte er hinzu.
Wie genau Aurelius das anstellen sollte, überließ er dem Lycaner, aber vielleicht konnten ihm seine Wolfskontakte dabei ja nützlich sein...!
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Aurelius
Stylo Lycaner




Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 14.11.2006, 23:57    Titel: Antworten mit Zitat

Aurelius wandte sich zu Alexander und in den unterschiedlichen Augen glitzerte es ungewohnt melancholisch, bevor er den Blick erneut abwandte und zum Kamin schritt.
Seit jeher hatte Aurelius sich viel bewegt, während er sich in einem Gespräch befand. Es wirkte allerdings nicht verstörend oder nervös, sondern stellte vielmehr die Wanderung eines Mannes dar, der sich sich selbst aber vor allem sein Gegenüber verstehen wollte.

Glaubst du wirklich, dass es so einfach ist, Alexander? Ich weiß, dass du es nicht tust. Und ich weiß auch, dass das Problem nicht irgendein Schloss in den Wäldern ist... dachte er und seine Stimme wäre, wenn er diese Gedanken laut geäußert hätte, von einer Samtheit gewesen, die Schmerz bereitet hätte. Aurelius jedoch sah seinen ehemaligen Mentor nicht einmal an, denn er ahnte, dass dieser vielleicht nicht verstehen konnte, was in ihm vorgehen mochte.
Der Schein der Flammen strich über seine schlanke Hand und keiner vermochte sich vorstellen zu können, dass sie dazu bestimmt sein sollte zu töten oder etwas anderes zu tun, als jemanden sanft und tröstend zu berühren.
Aurelius hatte sich jedoch auch deshalb abgewandt, weil er nicht glaubte, dass irgendjemand und schon gar nicht jemand, der ihm gerade das Leben seines Sohnes anvertraut hatte, so etwas sehen wollte.

"Ich weiß, dass es mir nicht zusteht das zu sagen," beganne r schließlich und wandte sich zu Alexander um. Sein Blick war dieses Mal derjenige eines Vaters, der seinen Sohn nicht hatte beschützen können. Der ihn hatte aufgeben müssen, als er selbst darnieder gelegen hatte. Der ihn ermordet gesehen hatte, obwohl er sein Leben für ihn gegeben hatte.
Aurelius hatte nie ein Wort über seine menschliche Vergangenheit verloren, weil er der Meinung war, dass sie nicht länger von Bedeutung war, sein Blick jedoch erzählte eine Geschichte vor dem Sein als Lycaner.
"Ich werde alles tun, was ich kann, damit Marius unversehrt bleibt, aber ich kann nicht versprechen, dass er nicht vielleicht Dinge sehen wird, die er nicht sehen sollte. Es gibt mehr in diesem Wald als Nachtgeborene und Wölfe. Vielleicht werde ich zu spät kommen. Vielleicht werde ich aus anderen Gründen versagen. Vielleicht werde ich es auch nicht tun.Ganz sicher aber, wird dein Sohn nicht als derjenige aus der Natur zurückkehren, der er vorher gewesen ist. Dagegen kann kein Wesen der Welt etwas tun... auch wenn ich mir um deinetwillen wünschen würde für deinen Sohn unfehlbar zu sein."

Aurelius sagte nicht mehr und wusste, dass es für ihn auch nichts mehr zu sagen gab. Er hatte Bedenken und Gewissheiten geäußert und auch aus seinen Gefühlen keinen Hehl gemacht- das hatte er nie getan.
Er war verschlossen. Man sah nie die gesamte Tiefe, die in ihm zu finden war. Und doch... blieb er freigiebiger mit seinen Meinungen als viele, die weitaus tiefgründiger waren als er. Woraus er jedoch sein Wissen bezog, das hatte Aurelius nie jemandem gezeigt.
Es spielte keine Rolle. Er war die Summe all seiner Erfahrungen und das wiederum reichte, um für seine Mitmenschen an Charakter und Konturen zu gewinnen. Es war das, was Aurelius wollte und sich wünschte.

Seine Lider senkten sich halb und einen winzigen Augenblick lang mochte es scheinen als ob ein winziger, klarer Juwel aus Wasser an seinen Wimpern hing, doch als er den Blick wieder hob, war die Illusion, wenn es eine gewesen war, verschwunden und das Lächeln zurückgekehrt.
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Alexander Corvinus
DER Unsterbliche schlechthin




Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 15.11.2006, 01:09    Titel: Antworten mit Zitat

Alexander blieb ruhig in seinem Sessel sitzen, während Aurelius sich einmal mehr in die Schatten zurückzog, und durch den Raum schritt, als würde er sich über eines klar werden müssen.

Der alte Mann hatte schon früher sehr viel Zeit damit verbracht, den Lycaner zu studieren, und obwohl er dieses Verhalten von ihm bereits kannte, entdeckte er immer wieder neue Seiten an dem Mann.

Aurelius hatte unzählig viele Facetten, und vereinte Dinge in sich, die man von ihm nicht nur nicht erwarten würden, sondern die man ihm oftmals auch einfach nicht zutraute.
Corvinus hatte häufig über diesen Lycaner nachgedacht, sowohl, als Aurelius sich in seinem Schloss aufgehalten hatte, als auch in der Zeit, in welcher er die Wälder seiner Gesellschaft vorgezogen hatte, aber niemals hatte er das Gefühl gehabt, Aurelius gänzlich zu verstehen.
Aber das musste er auch nicht.
Sie waren beide verschieden, und ein jeder von ihnen trug etwas anderes mit sich herum, was zu begreifen für sie beide schwierig war.

Selbstverständlich versuchte er dennoch Gefühle und Gedanken des Werwolfes zu ergründen, doch er grämte sich nicht, wenn er es nicht vermochte, sondern hatte immer eine stille Akzeptanz für Aurelius übrig gehabt.
Dieser Mann vereinte den sterblichen Schmerz, aber auch die unsterbliche Hoffnung in sich, hatte bereits vieles erfahren und erlebt, hatte dabei seine Menschlichkeit, seine Wärme und sein Lächen niemals verloren.

Für ihn gab es keine Resignation, keine Verzweiflung, nur die Hoffnung, dass es weiter ging und um diese Einstellung beneidete ihn Alexander so manches Mal.

Und gerade weil er diesen Lycaner so gut leiden mochte, ließ er es auch zu, dass dieser seine Bedenken und Zweifel äußerte, und klar aussprach, was er dachte oder fürchtete.

"Niemand ist unfehlbar, Aurelius." Antwortete Alexander nachdenklich, aber mit einem stummen Lächeln auf den Lippen.
"Und was geschehen muss, wird unweigerlich geschehen." Fügte er hinzu.
Seine Hände ruhten auf den Armlehnen des Ohrensessels, und die obere Hälfte seines Gesichtes wurde in Schatten getaucht.
"Aber ich vertraue auf dich und deine Fähigkeiten." Der Unsterbliche nickte unmerklich, und suchte Aurelius Blick.
"Vielleicht wirst du erfolglos sein. Aber selbst wenn es so ist, weiß ich, dass ich meinen Sohn in die Besten Hände gegeben habe. Dass niemand daran etwas hätte ändern können." Seine hellen, blauen Augen schimmerten.
Am liebsten würde er Marius nicht gehen lassen.
Am liebsten würde er ihn wieder in Paris, Athen oder Madrid wissen.
Aber der Junge verbrachte nun einmal den Sommer hier, und er ließ sich nicht einsperren.


"Pass auf euch beide auf, Aurelius." Sagte er sanft, und langsam, mit schwerfälligen Bewegungen, die für Alexander völlig untypisch waren, erhob er sich aus dem Sessel.
Er trat zur Seite, ein wenig näher an Aurelius heran, streckte aber weder Arm noch Hand nach dem Werwolf aus.
"Wirst du zum Essen bleiben?" Fragte er milde und hob eine Augenbraue.
"Und uns noch ein wenig mit deiner Gesellschaft erfreuen?"
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Aurelius
Stylo Lycaner




Anmeldungsdatum: 10.11.2006
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 15.11.2006, 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Aurelius spürte die Präsenz des anderen neben sich und sie war ihm weder unangenehm noch unerwünscht. Alexander hatte ein schweres Schicksal zu tragen und Marius jetzt in jene Wildnis hinausziehen zu lassen, die ihm seine Söhhne geraubt hatte, musste unheimlich schwer für ihn sein. Aurelius bestärkte das nur in den Bemühungen alles zu tun, was notwendig war, um den jungen Mann zu schützen. Man konnte seine Kinder nicht in einen goldenen Käfig sperren, aber was war man für ein Vater, wenn man es sich nicht wenigstens einmal im Leben wünschen würde?

Aurelius lächelte, als Alexander fragte, ob er zum Essen bleiben wolle. Es wäre eine wunderbare Abwechslung zu dem Programm, welches er sonst absolvierte und so wollte er gerade zustimmen, doch eine Ahnung ließ ihn den Mund wieder schließen ohne etwas gesagt zu haben.
Er hörte etwas, das er schon seit einiger Zeit nicht mehr vernommen hatte. Es handelte sich dabei um den Schrei einer Eule und zum ersten Mal aufgenommen hatte er dieses Geräusch vor unzähligen Jahren in einer verschneiten Winternacht in der Nähe von Turin. (ooc: Nein, der Viki wars! Nicht der Timi! *gg*)

"Wenn du noch eine halbe Stunde zu warten gedenkst, werde ich mich gerne anschließen. Ansonsten komme ich nur auf einen Tee vorbei und um das kleine Pelzknäuel wieder einzusammeln, bevor es Unsinn stiftet." sagte er, lächelte, wirkte dabei aber mit seinen Gedanken bereits weit draußen im Wald.

Unruhe breitete sich in ihm aus, aber er würde nicht überstürzt gehen, alles stehen und liegen lassen und verschwinden.Das mochten Welpen tun.
Er aber nicht.
_________________
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Alexander Corvinus
DER Unsterbliche schlechthin




Anmeldungsdatum: 26.09.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 15.11.2006, 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Alexander bemerkte den kaum sichtbaren Wechsel in Aurelius Gesicht, und auch an das Ohr des Unsterblichen drang der gellende Schrei einer Eule.

Was er für Aurelius bedeutete, wusste Alexander nicht, doch für ihn selbst verkündete dieser Schrei den Anbruch der Nacht - und somit auch der Beginn des Grauens, welches Nacht für Nacht umherging, und das Land unsicher machte.
Auf den Schrei der Eule hin folgte in sämtlichen Räumen des Schlosses ein leises Knacken, das vom Schließen der Fensterläden herrührte.
Der Abend brach an. Die Dienerschaft schloss Türen und Fenster.
So hielten sie es seit Jahrzehnten. Vielleicht auch länger.

Ein Luftzug fuhr durch das Arbeitszimmer, aber Alexander machte keine Anstalten, sein Fenster zu schließen.
Es blieb offen, so wie jede Nacht.
Denn Alexander fürchtete nichts.
Der Alte Mann wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Lycaner zu, und dessen abwesender, aber nichts destotrotz freundlicher Blick gab ihm ein Rätsel auf.

"Wir werden auf dich warten." Entschied er und ein mildes Lächeln legte sich auf sein Gesicht.

Und nun geh, mein junger Freund, ich sehe doch, wie es dich wegzieht.
Geh, und tu, was du glaubst tun oder sehen zu müssen, und komm wieder zurück.
Komm wieder zurück. Das ist das Wichtigste.


Behutsam legte er seine Hand auf Aurelius Schulter und sanft, aber bestimmt schob er ihn zur Türe des Arbeitszimmers.
Er sparte sich ein "Sei vorsichtig", denn er wusste, dass Aurelius auch so auf sich aufpassen würde.
Stattdessen lächelte er erneut warm.
"Wir waren lange schon nicht mehr zu dritt, beim Essen." Sagte er sanft und in seine Augen trat ein zufriedenes Schimmern.

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For centuries I've stood back and watched the havoc my sons have wrought on each other, and on humanity - not the legacy I prayed for the morning I watched them enter this world... And it's been a tiresome duty - keeping the war contained, cleaning up the mess, hiding my family's unfortunate history...
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